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Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (65:00 bis 70:00)

Dutzende und dutzende Male hat Gott gesagt: „Ich bin mit dir, fürchte dich nicht, du wirst Sieg haben. Ich werde das regeln für dich. Ich sorge für dich, ich bin dein Vater“.

Wenn das wirklich stimmt, dann müssen wir positiv sein!

Und wenn Gott obendrein noch gesagt hat: „Halte mein Wort fest, lass es nicht von deinem Munde weichen, höre nicht auf zu bekennen und zu erklären und festzuhalten, was ich dir gesagt habe“ – dann ist doch egal, wenn ein Imitat davon eben ohne all diese schönen Grundlagen, ohne eine machtvolle Person, ohne herrliche Verheißungen, wenn die auch sich üben in positivem Denken – das ist doch ihr Problem!

Und es ist noch so: Wir versuchen jetzt auch irgendwie als Christen ein bisschen positiver zu sein und ein bisschen psychologische Lebenshilfe a la Amerika zu bringen und Erfolgsdenken oder irgendso etwas. Das ist nichts neues – das kommt nicht aus Amerika …

Ich war früher so religiös: Man kann den Herrn stark erleben und dann kommt man doch in eine gewisse Prägung und dann kommt das wahre Evangelium – und man denkt, „Oh, das ist aus Amerika. Das kann ja gar nicht gut sein“.

Hier kommen manchmal Leute in den Gottesdienst und sagen, „oh, das ist aber amerikanisch bei euch“. Ich sage, es ist nicht amerikanisch – es ist neutestamentlich. Wir klatschen, wir sind fröhlich, wir sind aufgebaut, uns geht es gut. Weil das in der Bibel so ist. Das ist eben nun mal so wenn der Heilige Geist da ist – das hat nichts mit Amerika zu tun.

Und Gott hat gesagt: „Halte das Wort fest!“

Sogar werden wir aufgefordert, mehrere Male im Hebräer-Brief, mit einem ganz starken griechischen Wort für „Bekennen“. Wir sollen das Wort Gottes bekennen. Im Griechischen heißt es dort: „Das selbe sagen wie“. Homo-Logeo.

Eines der vier Worte, die ich auf Griechisch kann: Logos, Rhema, homologeo und Gyros. Das sind die vier Worte, die ich kenne.

Homo-logeo heißt: Das selbe sagen wie.

Du sollst genau dasselbe sagen wie … und Christus wird dort in Hebräer der Hohepriester unseres Bekenntnisses genannt.

Heb 3,1
Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus

Der Hohepriester unseres Bekenntnisses! Das heißt, er sorgt dafür mit der Autorität, die er hat, dass das, was wir bekennen, sich wirklich ereignen wird in unserem Leben. Und dann wird gesagt, wir sollen festhalten das Bekenntnis.

Heb 4,14
Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten!

Dann – noch stärker in Hebräer 10. Hier wird gesagt, wir sollen ohne Wanken festhalten. Das ist ein ganz starkes Wort im Griechischen, dieses Festhalten ist wirklich sich ganz aktiv dran klammern, es wirklich mit Kraft festhalten.

2722. katechó

Heb 10,23
Lasst uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken — denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat

Warum müssen wir das Wort mit Kraft festhalten? Weil eine gewisse Gegenkraft, nämlich die Kraft der Umstände kommt und sie möchte uns überreden loszulassen. Sie möchte uns dazu bringen, das Wort loszulassen.

Und der Sieg wird dann errungen, und der Widerstand des Feindes wird dann gebrochen wenn wir gelernt haben, mit Gottes Hilfe in den schwierigen Umständen das Wort Gottes festzuhalten und das Wort Gottes nicht nur in unserer Zeit, wo wir morgens uns Zeit nehmen, den Herrn anzubeten und die Schrift zu studieren und Ihm zu danken für das, was wir hier sehen – sondern wenn wir das Wort hinein nehmen in unseren Alltag. Und das ist die entscheidende Sache, die darüber befindet: Werden wir siegreich sein oder werden wir Versager bleiben?

Das Wort Gottes hat in uns die Aufgabe, erst einmal unsere Innenverfassung oder nennen wir es ein bisschen anders – unser Bewusstsein oder unser Selbstbild zu verändern. Diese 10 Leute hatten ein Versager-Bewusstsein, sie hatten ein Heuschrecken-Bewusstsein, sie fühlten sich wie Heuschrecken. Und natürlich, man lebt nicht sehr zuversichtlich wenn man Riesen um sich hat und man ist die kleine Heuschrecke. Man ist nicht sehr zuversichtlich, man ist nicht sehr siegesgewiss, nicht sehr dynamisch, sondern mehr defensiv und schleicht sich so um die Häuserecken und versucht möglichst nicht gesehen zu werden und versucht wirklich möglichst wenig irgendwie zu tun.

Und viele, viele Christen sind auch so – sie sehen sich wie kleine Wichte. Und sie sehen den Teufel riesengroß.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (60:00 bis 65:00)

Dem Herrn treu nachfolgen bedeutet sich eins zu machen und wenn der Druck der Schwierigkeiten kommt – eins zu bleiben mit seinen Verheißungen – das ist treue Nachfolge. Gott hat’s gesagt – ich kann mir nicht vorstellen wie es passiert, aber ich weiß eines: Es wird passieren! Es wird passieren! Ich hab keine Ahnung wie es gehen soll und glücklicherweise ist das nicht meine Aufgabe mir das auszudenken wie es gehen soll, ich weiß nur eines, es geht – Herr, ich danke dir dafür! Mir dir kann ich!

Sie haben gesagt: Wir können nicht!

Und der Mensch des Glaubens hat eine total entgegengesetzte Sprache: „Mir Dir kann ich!“

Wie es der Psalmist sagt: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.

Ps 18,30
Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott über Mauern springen.

Nicht ein Loch in die Mauer bohren, um ein bisschen durchzugucken, sondern drüber springen. Mit Gott drüber springen über die Mauer. Mit Gott kann ich! Wer kann denn über Mauern springen? Können wir alle nicht! Wir haben Mauern der Begrenzungen in unserem Leben, Mauern, die uns irgendwie einpferchen wollen, die uns klein halten, die unseren Horizont verhindern wollen ausgeweitet zu werden. Aber mit Gott können wir über die Mauern unserer Schwierigkeiten, unserer Begrenzungen, unserer Handicaps und Probleme – wir können mit Gott rüberspringen! Aber wir werden es dann tun wenn wir die entsprechenden Verheißungen gefunden haben und wir sie ergriffen haben und gesagt haben: Das ist mein Leben!

Das werde ich erleben! Und dann kommt das interessante: Dass wir dann erleben werden, der Druck nimmt zu. Warum nimmt der Druck zu? Jesus sagt: Wenn wir das Wort gehört haben, dann kommt der Feind und er raubt das Wort.

Mt 13,19
Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist.

Er raubt das Wort! Der Druck der Umstände kommt zu einem Zweck: Um dir das Wort zu rauben oder beziehungsweise um dich da hin zu bringen, dich wieder vom Wort zu trennen.

„Oh, ja, als ich ein junger Gläubiger war, da war ich ein Heißsporn, da war ich begeistert für Gott, da hab ich gebrannt für Gott, aber dann habe ich entdeckt, also als Christ, man kocht auch nur mit Wasser und mit 17 hatte ich noch Träume und da wuchsen die Bäume noch in den Himmel, aber jetzt bin ich irgendwie viel weiser“.

Ist das wirklich weise? Nicht begeistert zu sein? Nicht zu brennen? Nicht eine helle, klare, schöne, positive Zukunft zu sehen? Ist das wirklich weise? Ich glaube nicht! Weil meine Zukunft ist beschrieben in Gottes Wort. Und ich werde sie nur dann auch erleben in Realität so wenn ich zuvor, und zwar dann, wenn ich keinen Ausweg sehe, festhalte an dem Wort.

Und der Teufel, sobald du das Wort ergreifst, und da muss ich euch sehr, sehr vorbereiten darauf – wenn ihr sagt: Gut, also ich werde ein Mensch werden, der Gott treu nachfolgt, d.h. ich ergreife Verheißungen und halte sie fest! – dann mach dir eins gewiss: Es kommt Druck, es kommt Widerstand – sobald du Verheißungen ergriffen hast, kommt Widerstand.

Weil der Teufel dich motivieren möchte, wieder loszulassen. Also, wenn du den Druck spürst, dann weißt du, oh, ich bin auf dem richtigen Weg, alles läuft normal, alles ist nach Plan. Alles nach Plan – wunderbar, weiter!

Spürst du den Druck weißt du, du bist auf dem richtigen Wege.

Und erlaube nicht, dass der Druck dich dazu führt, das Wort loszulassen: „Achja, ich war ein bisschen zu überschäumend, zu begeistert und irgendwie zu positiv“.

Wenn all das stimmt oder wenn nur ein Bruchteil dessen stimmt, was Gott gesagt hat über uns, über unser Leben, wer er ist und wie er mit uns sein will und was dann noch von unseren Feinden übrig bleibt – wenn nur ein Bruchteil dessen stimmen würde, wir müssen positiv sein. Oder sagen wir nicht „positiv“, sonst verwechselt man mich mit „Positivem Denken“ oder so, ja? Das gibt’s in der Welt auch.

Das ist wie aus der Philosophie das Prinzip „Hoffnung“: Es gibt nichts zu hoffen, aber wir haben jetzt das Prinzip Hoffnung. Was hoffen wir? Wir hoffen auf das Prinzip Hoffnung.

Und so gibt es das Positive Denken: Sei einfach positiv. Du musst einfach positiv sein. Mir geht es jeden Tag in jeder Hinsicht ein bisschen besser. Einfach positiv sein.

Das ist doch Unsinn!

Und manche Christen wenn du sie lehrst, das Wort Gottes festzuhalten, im Munde zu behalten und zu bekennen – sie kommen dann irgendwie aus der Welt und haben schon ein bisschen Psychologie gelesen oder so therapeutische Selbsthilfe, Schulungen und Schulen oder so irgendetwas – und dann sagen sie: Ja, das hab ich da alles schon kennengelernt, das ist die Kraft des Positiven Denkens.

Es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen dem weltlichen „Positiven Denken“ und dem, wovon wir hier reden. Hier haben wir einen machtvollen Gott, der gesagt hat, ich will mit dir sein.

Jes 43,2
Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen.

Und ich werde deine Feinde vor dir zu Kleinholz machen – oder ein bisschen anders biblisch ausgedrückt.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (55:00 bis 60:00)

Weil sie sooo „gläubig“ sind.

Und die Bibel sagt: Sich zu trennen von seinem Wort, gegen seine Verheißungen sich zu stellen, gegen seine Verheißungen zu reden, ist sich zu empören gegen Gott.

Und Josua und Kaleb, sie sagen: Macht das bloß nicht!

4 Mose 14,9b
Und fürchtet doch nicht das Volk des Landes

Und jetzt hör mal, was er für eine Mentalität hat:

4 Mose 14,9c
denn unser Brot werden sie sein!

Also unterschiedlicher konnten diese zwei Gruppen von Menschen ja nicht sein! Zehn sagen: Die werden uns auffressen. Die sind unser Untergang. Und zwei sagen: Die sind unser Frühstück!

Mit anderen Worten: Wenn wir mit ihnen fertig sind, sind wir stärker als vorher. Das führt uns noch Kalorien zu. Das baut uns auf.

Und hier hast du zwei verschiedene Sorten von Menschen. Die einen sagen: Ohwe, da kommt ein Problem! Und sie gehen schon parterre oder stecken den Kopf in den Sand oder planen irgendwie ein anderes inneres Exil oder irgendetwas, um sich zurückzuziehen. Auf jeden Fall: Das Problem ist etwas ganz schreckliches.

Und es gibt andere, die sagen: Da ist ein Problem. Aber Gott ist mir mir. Und ich werde Sieg sehen, ich werde sehen, wie Gott sich in diesem Problem erweist als MEIN Gott.

Und nur die erleben die rettende, helfende, eingreifende Hand des Herrn. Die Miesmacher, die Negativ-Menschen, die schon die Niederlage beschlossen haben, sie werden sie auch erleben.

In Vers 23 – Gott redet und er sagt:

4 Mose 14,23b
Alle, die mich verachtet haben, sollen es (das Land) nicht sehen.

Gottes Wort abzulehnen, sich gegen Gottes Wort zu stellen, sich der Angst zu überlassen oder überhaupt das Problem wahrzunehmen ohne zuvor gefüllt zu sein von Gottes Wort führt dazu, dass wir uns an Gott vergehen, dass wir Gott verachten!

Das ist, was hier geschrieben ist.

4 Mose 14
23b Alle, die mich verachtet haben, sollen es nicht sehen.
24 Aber meinen Knecht Kaleb – weil ein anderer Geist in ihm war und er mir völlig nachgefolgt ist -, ihn werde ich in das Land bringen.

Völlige Nachfolge heißt total festhalten am Wort Gottes. Und dann kommt noch hier echt ein Hammer! Gott sagt:

4 Mose 14,28
So wahr ich lebe, spricht der HERR7, wenn ich es nicht so mit euch machen werde, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt8!

Ja, diese negative Stimmung, diese Niederlage, all das, das haben sie ja nicht gebetet. Sie haben ja nicht Gott das gesagt, sie haben das nur untereinander gesagt. Und Gott sagt: Ihr habt das vor meinen Ohren geredet und ich werde mit euch tun wie ihr gesagt habt.

Was haben sie gesagt?

Oh, warum hat Gott uns aus Ägypten herausgeholt? Nur damit wir hier in der Wüste sterben?!

Sie waren entschieden, in der Wüste zu sterben. Das war ihr Untergang. Sie hatten beschlossen, sie werden nicht hineinkommen, weil der Feind zu mächtig ist. Und sie haben gesagt, wir müssen hier in der Wüste sterben. Und Gott sagt: Ich werde mit euch machen, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt.

Viele Jahre später, genauer genommen 40 Jahre später, kommt noch ein bisschen klarer heraus, warum Kaleb und Josua eine andere Haltung hatten. Lasst uns da noch schnell hingehen. Josua 14. Hier ist jetzt Kaleb, und er erklärt, warum er damals, obwohl er doch dieselben Riesen gesehen hat, dieselben befestigten Städte, dieselben Probleme – warum er etwas anderes gesagt hat als die zehn.

Josua 14,7a
Vierzig Jahre war ich alt, als Mose, der Knecht des HERRN, mich von Kadesch-Barnea aussandte, um das Land auszukundschaften; und ich brachte ihm Antwort

… nicht wie ich es mit meinen Augen gesehen habe, sondern:

Josua 14
7b wie es in meinem Herzen war2.
8 Meine Brüder aber, die mit mir hinaufgezogen waren, machten das Herz des Volkes verzagt3; ich aber bin dem HERRN, meinem Gott, treu nachgefolgt4.

Manche Leute denken, treue Nachfolge ist: Sonntag für Sonntag seinen Platz treu im Gottesdiest einzunehmen. Du kannst Sonntag für Sonntag auf deinem Stuhl sitzen und kannst schon abgefallen sein vom Herrn. Weißt du das? Weil Abfallen vom Herrn hat nichts damit zu tun, ob und wann du zu den Versammlungen gehst, womit ich nicht sagen will, dass es nicht gut ist, zu den Versammlungen zu gehen. Aber das entscheidende ist, was da drinnen für eine Haltung wir haben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (50:00 bis 55:00)

Und sie sind also sehr problemorientiert, wie du hier sehen kannst, ja? Einen halben Vers: Das ist die Frucht! Und dann kommt eine lange Ausführung über das Problem.

Jetzt Kaleb, das war einer von den beiden – Kaleb und Josua. Der war nicht von dieser Sorte.

4 Mose 13,30
Und Kaleb beschwichtigte das Volk, das gegenüber Mose murrte, und sagte: Lasst uns nur hinaufziehen und es in Besitz nehmen, denn wir werden es gewiss bezwingen!

Woher wusste er das? Weil Gott das zuvor viele Male gesagt hat! Gott hat gesagt, das ist euer Land und ihr werdet dort einziehen und ihr werdet dort wohnen und ihr werdet Sieg haben über die Feinde, weil ich mit euch bin.

Und dieser Mann – was tut er? Er bleibt felsenfest an dem, was Gott gesagt hat.

Und das regt diese Leute noch auf! Diese „Ja, aber …“ – Leute! Sie werden sogar irgendwie erbost darüber: Ja, wie kannst du das einfach so sagen?! Hast du denn immer noch nicht begriffen wie komplex das Problem ist?!

4 Mose 13,31a
Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sagten: Wir können nicht …

Sie hatten schon beschlossen: Wir können nicht!

Gott hat gesagt, ihr könnt! Und sie stellten sich gegen Gott und haben gesagt: „Wir können nicht!“

Wieso haben sie festgestellt, sie können nicht? Das werden wir uns gleich anschauen, warum das so gewesen ist. Und wieso überhaupt haben zwei die Meinung – und zehn haben eine total entgegengesetzte Meinung?

4 Mose 13
31b Wir können nicht gegen das Volk hinaufziehen, denn es ist stärker als wir.
32 Und sie brachten unter den Söhnen Israel ein böses Gerücht über das Land auf, das sie ausgekundschaftet hatten, und sagten: Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist ein Land, das seine Bewohner frisst; und alles Volk, das wir darin gesehen haben, sind Leute von hohem Wuchs;
33 auch haben wir dort die Riesen6 gesehen, die Söhne Enaks von den Riesen; und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und so waren wir auch in ihren Augen.

Hier sehen, was ihr Problem ist. Das ist der berühmte „Heuschrecken-Komplex“. Sie sahen sich als Heuschrecken. Sie hatten ein Heuschrecken-Bewusstsein. Was ist mit den Heuschrecken? Die kommen in Schwärmen, aber die einzelnen haben nicht viel Widerstandskraft. Da tritt man drauf, quatsch macht’s einmal und das war das Ende der Heuschrecke.

Und sie fliegen so in Schwärmen, keiner weiß, wo die Richtung lang geht, keiner bestimmt die Richtung, sie fliegen einfach irgendwie mit, wo die anderen fliegen. Und sie sind sehr orientierungslos und eben sehr klein und von kurzer Lebensdauer. Und sie hatten ein Heuschreckenbewusstsein. „Wir waren kleine Heuschrecken in den Augen der Riesen“. Und dann sagen sie etwas total Dummes: „Wir waren das auch in ihren Augen“.

Ja, sind sie denn hingegangen und haben sie Interviews gemacht? „Können wir gerne mal wissen, wie sie uns sehen? Wir würden das mal gerne erfahren“.

Sie haben doch die Feinde nicht interviewt! Vor denen haben sie doch viel zu viel Angst gehabt!

Ihr Problem war, dass sie die Außenumstände, die Schwierigkeiten angeschaut haben ohne sich vorher auf das Wort Gottes total zu verlassen. Sondern mit einem Minderwertigkeitsbewusstsein, mit einem Versager-Bewusstsein, mit einem negativen Bild von sich selbst gingen sie hinaus ins Leben und dachten, sie könnten es irgendwie schon schaffen. Und dann sahen sie die Probleme und sie waren total überwältigt von den Problemen und sie hatten einen großen Glauben. Woran? Dass sie scheitern würden!

Schaut einmal, mit welchem Respekt und welch eine Bedeutung sie diesen Riesen da geben!

Und Josua und Kaleb – was sagen die? Das waren interessante Leute.

4 Mose 14,9a
Nur empört euch nicht gegen den HERRN!

Hier haben wir eine interessante Definition: Sich gegen den Herrn empören heißt sich gegen sein Wort zu stellen.

Wenn du die gefragt hättest: Ja, empfindet ihr das jetzt als eine Empörung gegen euren Gott? – Oh nein, wir sind gläubige Israeliten, Er hat uns aus Ägypten geführt, das würden wir ja nie tun! Das würden wir nicht wagen, wir gehen jeden Sonntag in die Synagoge – oder Samstag. Ja, wir würden das niemals tun, uns gegen Gott empören – wie kannst du überhaupt so etwas von uns denken?

Es gibt viele Leute, die empören sich gegen Gott, aber sie würden empört sein darüber wenn du ihnen sagst, dass sie sich über Gott empören.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (45:00 bis 50:00)

Und hier ist also eine Zwischenphase: Sie kommen aus Ägypten heraus, müssen durch die Wüste und müssen in das gelobte Land hinein. Und sie senden 12 Leute, die erstmal das Land auskundschaften sollen und die offensichtlich die Aufgabe hatten, dann total begeistert zurück zu kommen und noch einmal zu schwärmen und zu schwelgen von dem, was Gott viele, viele Male schon ihnen beschrieben hatte und damit das Volk zu entzünden und zu sagen: Okay, gut, jetzt sind wir endlich wild und begeistert und heiss – jetzt wollen wir hinein!

Aber so ging es leider nicht, sondern sie sahen das Land dort und dann kamen sie zurück und dann sehen wir etwas ganz Interessantes – und das ist, worauf Hebr 4,2 anspielt.

Hebr 4,2b
aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband.

Und jetzt lernen, wie sieht es aus – oder was muss man tun, damit das Wort sich nicht mit Glauben verbindet? Und dann wissen wir, was wir nicht tun wollen. Also am negativen Beispiel lernen wir hier. Übrigens ist auch ein positives Beispiel dabei, weil nicht alle 12 in diesen Fehler gegangen sind, sondern von diesen 12 nur 10.

Was uns sagt: Selten hat die Mehrheit recht.

Auch in christlichen Kreisen – selten hat die Mehrheit recht. Je mehr Leute du fragst um Rat, so unwahrscheinlicher ist es, dass du die richtige Antwort findest. Frag das Wort, frag den Herrn und frag Leute, von denen du siehst an ihrem Leben, an den Früchten in ihrem Leben – sie könnten wohl kompetent sein. Aber frag nicht noch 20 weitere andere Leute bis endlich jemand dir das sagt, was du sowieso hören wolltest.

Amen? Gut. Sparst viel Telefongeld und auch sonst viel Lehrgeld.

So, diese kommen also jetzt wieder – alle 12 kommen zurück und jetzt hör mal.

4 Mose 13, 27a
Und sie erzählten ihm und sprachen: Wir sind in das Land gekommen, in das du uns gesandt hast.

Also – Mose – er hatte sie ausgesandt.

4 Mose 13, 27b
und wirklich, es fließt von Milch und Honig über, und das ist seine Frucht.

Nun, das klingt sehr begeistert. Wiewohl, wenn wir genauer hinschauen – dieses Wort „wirklich“ schon ein bisschen verräterisch ist. Was soll denn das heißen? Das hat Gott immer gesagt! Das Land ist ein reiches Land, es quillt über von Milch und Honig – und sie gehen da hin und sehen es und dann sagen sie: „wirklich“. Also mit anderen Worten, sie gingen ganz schön skeptisch da hin. Und erst das, was sie gesehen haben, das hat sie dann überzeugt, dass es wirklich so ist, wie Gott gesagt hat.

Also wir sehen, eine Begeisterung, die gar nicht mal so lobenswert ist.

Und jetzt kommt es noch ärger:

4 Mose 13, 27b
und das ist seine Frucht.

Da bringen sie also dann so eine Riesenrebe mit, die sie da an der Stange getragen haben. Ja, das ist bekannt, dieses Emblem.

Und das bringen sie mit und zeigen also, was da für herrliche Früchte wachsen. Und jetzt geht’s weiter, und da wird es schon sehr deutlich, wo das Problem ist:

4 Mose 13, 28a
Allerdings …

Oder ich glaube, Luther sagt auch: „Aber …“

Und das sind die „Ja, aber …“ – Leute. Vor denen muss man sich sehr in acht nehmen. Die „Ja, aber …“ – Leute.

„Jaaaaa…. Gott hat gesagt, ABER ….“

„Das kann man nicht so wörtlich nehmen“ oder „weißt du nicht, dass es viele Fälle gibt, wo das nicht so eintrifft?“

Das sind die „Ja, aber …“ – Leute.

Und was ist ihr Problem?

4 Mose 13
28 Allerdings ist das Volk stark, das in dem Land wohnt, und die Städte sind befestigt und sehr groß; und auch die Söhne Enaks haben wir dort gesehen.
29 Amalek wohnt im Lande des Südens, und die Hetiter und die Jebusiter und die Amoriter wohnen auf dem Gebirge, und die Kanaaniter wohnen am Meer und am Ufer des Jordan.

Mit anderen Worte: Das ganze Land ist besetzt!

Ja, das ist doch nichts neues.! Das hatte Gott ihnen schon gesagt: Da sind ein paar Feinde, um die werde ich mich kümmern, ihr geht rein und ihr nehmt das Land ein. Das hat Gott ihnen schon gesagt – als wenn sie hier etwas entdecken, was Gott ihnen verheimlicht hätte!

Gott hat gesagt: Wenn ihr in das Land kommt, ich werde euch Bahn machen, ich werde die Feinde vor euch vertreiben, macht euch keine Gedanken.

Jetzt tun sie so als wenn das ihre Entdeckung wäre. Und wieviel Respekt sie haben und wie sie das Problem beschreiben. Hier sagen sie: Das ist die Frucht, ABER … und dann reden sie über die Probleme und die Probleme und wie schwierig alles ist und es doch nicht alles so einfach und wir dürfen das nicht so simplifizieren und irgendwie müssen wir schon die Komplexheit des Problems und die Vielschichtigkeit …

Kennst du solche Sprüche? Ja?

Du musst nur mal ein paar Psychologen hören oder so ein Soziologen-Gequake oder so etwas. Da ist alles soooo komplex und so vielschichtig, am Ende blickt kein Mensch mehr durch. Sowieso wurden gar keine Antworten gegeben – man kam auch nicht zusammen, um zu diskutieren, um Antworten zu finden, sondern man wollte nur die Vielschichtigkeit des Problems beleuchten.

In gewissen Kreisen, die heute weltanschaulich sich bemühen irgendwas zu ventilieren, da Antworten zu haben – übrigens auch in Theologenkreisen – da Antworten zu haben, gilt als sehr verdächtig! Man stellt heute Fragen! Man versucht irgendwie das Problem zu verstehen, ja? Aber eine Lösung zu haben, das ist sehr verdächtig! Sehr verdächtig!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (40:00 bis 45:00)

Johannes sagt:

1 Joh 4,16
Und wir haben ERKANNT und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.

Und viele wollen die Liebe fühlen bevor sie sie erkennen und bevor sie sie glauben, und das funktioniert nicht. Du musst Liebe erkennen – im Wort – was Gott getan hat, was er für dich getan hat – und du musst es glauben.

Ohne Glauben kannst du – das ist auch in Beziehungen mit den Menschen so – Liebe nicht fühlen.

Jemand kann dich lieben, dass es stärker gar nicht mehr geht – und wenn du denkst, der ist dein Feind – du wirst dich nicht geliebt fühlen.

Erfahrung der Liebe kommt erst wenn du sie glaubst.

Und genau so ist es auch in der Beziehung mit Gott. Wir haben *erkannt und geglaubt* die Liebe, die Gott zu uns hat (1 Joh 4,16).

Und diese Erkenntnis kommt durch das Wort. Und da habe ich das dann gelesen:

Fürchte dich nicht, Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein (Jes 43,1).

Wow! Und ich hab das gefühlt! Gott ist begeistert, dass er MICH hat. Er kennt mich. Und während ich das da lese und da etwas fühle, schaut er vom Himmel und lächelt: „Kapierst du es jetzt?“.

Und ich war total begeistert! Und das hat mir so viel gegeben. Das lernst du nicht aus einem Buch! Du brauchst die persönliche Berührung, die persönliche Offenbarung.

Ich kann dich lehren, wie du es machst mit dem Wort – aber dann musst *du* dich hinsetzen, und du musst es tun. Du musst fleissig sein. Niemand kann das für dich tun. Kein Mann Gottes kann dir die Hände auflegen und sagen: Das ist der Ersatz für dein Fleissig-Sein. Das gibt es nicht. Und viele, viele wollen das immer. Wir haben wieder einen neuen Gastsprecher, und dann kommen wieder die vielen, die schon alle Seelsorger ausgewrungen haben und zur Erschöpfung gebracht haben und nie gehört haben, was wir gesagt haben. Dann denken sie: Ja, aber der Gastsprecher – der wird vollmächtig sein, der legt mir die Hände auf, und dann passiert endlich das, worauf ich so lange warte und wofür ja hier niemand gesalbt ist.

Und deswegen rennen da immer dieselben Leute nach vorne!

Bestimmte Dinge kann niemand dir abnehmen.

Ich kann dich motivieren, ich kann dir sagen, was dabei herauskommen wird, und ich kann dich anleiten, dich bitten, dich anflehen oder auf die Knie gehen – was immer du möchtest – und sagen: „Bitte, bitte mach es!“. Aber danach, irgendwann musst du sagen: Okay, gut, ich mache es.

Und dann gehst du nach Hause. Und dann nimmst du deine Bibel und sagst: Jetzt will ich tun, was ich tun soll. Ich will nachsinnen. Und ich will fleissig sein mit dem Wort Gottes.

Okay? Ja? Werdet ihr fleissig sein? Wollt ihr euch was gutes tun? Super! Dann vertut ihr nicht eure Zeit hier und kommt nicht umsonst her und verfahrt das kostbare Geld hierher zu kommen.

Hebr 4,2b
aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband.

Hier haben wir eine Schriftstelle, wo von bestimmten Menschen, von denen wir gleich noch reden werden, hier geschrieben wird. Und diese Menschen haben das Wort auch gehört – und es hat ihnen nichts genützt!

Das kraftvolle, starke, lebendige, ermutigende Wort hat ihnen nichts genützt.

Ja, war das Wort nicht kraftvoll genug? Nein. Es lag nicht am Wort, sondern es lag an diesen Menschen. „Weil es bei ihnen sich nicht mit dem Glauben verband“.

Ja, was konnten sie denn dafür?

Weil sie nicht eine solche Hingabe hatten an das Wort Gottes, nicht eine solche Verbindung und Verbindlichkeit eingegangen sind zum Worte Gottes, dass das Wort, das ja in sich die Kraft hat, Glauben entstehen zu lassen, es bei ihnen nicht tun konnte, weil sie das Wort nicht richtig in ihrem Herzen angenommen haben.

Und wir werden jetzt einmal dort hingehen und uns das anschauen, damit wir genau wissen, wie man es nicht macht. Das Wort Gottes sagt, dass viele, viele Dinge aufgeschrieben sind, was andere erlebt haben, für uns als Vorbild oder auch, wenn es bei denen schief ging, als Warnung.

Und hier können wir eine Menge lernen von diesen Leuten. Lasst uns einmal zu 4 Mose gehen. 4 Mose 13 – das ist Situation der Kundschafter. Gott hat sein Volk mit gewaltiger Kraft herausgeführt aus der Sklaverei, aus Ägypten und hat ihnen gesagt: Ich führe euch in ein wunderbares Land, wo Milch und Honig fließt, wo es große Fruchtbarkeit gibt und wo es auch gutgehen wird und wo ihr ein wunderbares Leben haben werdet. Das ist das alttestamentliche Gegenstück zu der Errettung, ja?

Ägypten: Die Welt.
Pharao: Der Teufel.
Aus der Knechtschaft heraus in das gelobte Land: Das ist das Leben im Sieg wie es beschrieben wird dann in Römer 8. Das Leben im Sieg über die Sünde und die negativen Umstände des Lebens.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (35:00 bis 40:00)

Und ich kann mich heute noch entsinnen, wo ich zum ersten Mal mit bestimmten Worten Gottes diese lebensschaffende Kraft erlebt habe. Da ist lebensschaffende Kraft! Mir fällt dazu immer dieses Beispiel ein: Stellen wir uns da irgendso einen Marsmenschen vor oder so – nicht, dass ich an Marsmenschen glaube, ja ? – vom anderen Planeten irgendetwas, der keine Ahnung hat. Und dann erzählen wir ihm: Ja, Nüsse! Nüsse, hmmm, das ist überhaupt das Nonplusultra – die sind sehr energiereich, die schmecken sehr, sehr gut und die sind wirklich spitze. Und auf seinem Planeten, sagen wir mal, gibt es keine Nüsse! Also – er geht in den nächsten Supermarkt und kauft sich so eine Tüte Haselnüsse oder irgendso etwas und ist voller Begeisterung – jetzt werden die kostbaren, energiereichen Nüsse irgendwie auch ihn beglücken.

Und er nimmt eine Nuss und lutscht darauf rum und wartet, dass die Power irgendwie kommt oder das Süße sich irgendwie entfaltet, aber es entfaltet sich nichts. Warum?

Weil er auf dem Ding nur rumlutscht! Weil er vergessen hat, dass andere noch zu hören, aber da war er schon auf dem Weg in den Supermarkt: „Du musst die erstmal knacken!“

Du musst sie erstmal knacken, um an den Kern ranzukommen.

Und so sind viele Christen: Die hören was über das gute, heilsame, kraftvolle Wort Gottes, und dann tigern sie los. Und du rufst ihnen noch hinterher: „Ja, aber pass auf, ich will dir noch beibringen, wie du an den Kern rankommst“. Aber sie sind schon auf und davon. Und dann gehen sie nach Hause, stürzen sich in ihre Bibel, holen da irgendwas raus – und dann passiert nichts und sie erleben nichts. Und dann sagen sie: Das ist ja alles Quatsch, was redet denn der da? Das ist doch Unsinn, da kommt ja gar nichts.

Deswegen sagt Sprüche 4: „Denen, die es finden“.

Spr 4,22
Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leib.

Du musst es erstmal finden! Das liegt nicht auf der Hand! Du nimmst die Nuss nicht in den Mund und lutscht da ein bisschen drauf rum und sagst, das bringt nichts und spuckst sie wieder aus. Sondern du musst lernen, sie zu knacken, du musst an den Kern heran.

Und das Wort wird seine Kraft nicht entfalten wenn wir nicht eine solche Hingabe vollziehen an das Wort wie Gott das vorschreibt. Ohne Fleiss, was auch ein gewisser Zeitfaktor ist, werden wir niemals erleben, dass das Wort sich aufschließt und dass diese Energie, diese Ermutigung, dieser Strom von Liebe, dass das daraus hervorkommt. Wir werden das niemals erleben.

Sondern das ist für uns nur irgendwie Druckerschwärze oder wir lesen das oder irgendwie – also, was ich sagen wollte: Es gibt einige Worte, obwohl das viele Jahre her ist, als ich das zum ersten Mal so mit bestimmten Aussagen erlebt habe – ich habe dann so einige Bereiche mir vorgenommen, dazu gute Worte gefunden, und dann hab ich mich damit beschäftigt. Und eines dieser Worte war aus Jesaja, wo dann Gott sagt:

Jes 43,1b
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.

Und dieses Worte habe ich, weiß nicht, wie viele, zig Male gelesen und ausgesprochen und darüber nachgedacht. Und eines Tages entfaltete sich das und öffnete sich das und ich habe es gefühlt, was das eigentlich ausdrückt, was Gott damit sagen will und wie Gott begeistert ist, darüber, dass er mich hat.

Ich habe ein Stückchen den Vaterstolz Gottes gespürt: Du bist mein.

Das hat Gott nicht so gesagt: Naja, du gehörst zu mir, leider kann ich daran nichts ändern – sondern mit großer Liebe und Begeisterung: Du bist mein!

Er ist begeistert, dass er mich hat. Nicht weil ich Abitur habe! Nicht deswegen oder weil ich sonst irgendwie ein ganz netter Mensch bin, sondern er ist begeistert, dass er mich hat, weil ich sein Kind bin. Das ist es. Dazu habe ich nichts getan.

Das ist die Liebe Gottes, die er hat zu uns. Und wir können sagen: Ja, ich weiß das irgendwie, Gott hat uns lieb und irgendwie schließe ich daraus mathematisch, wenn er alle Christen lieb hat, muss er auch mich lieb haben, also Gott liebt mich – irgendwie so, ja? Das reicht nicht aus! Davon kannst du nicht leben. Was du brauchst, ist die Erfahrung: Gott meint MICH, Gott liebt MICH und Gott ist zufrieden mit mir.

Er ist nicht zufrieden mit manchen Dingen, die ich tue. Aber irgendwie – oh Wunder – kann Gott das trennen: Meine Person und meine Taten. Und er sagt: Jetzt beschäftigen wir uns erstmal mit der Person, über die Taten reden wir später.

Niemand wird – ich weiß nicht, ob ich das schon gesagt habe – erleben, wie Gott anfängt, uns zu erziehen, und zu prägen und uns zu lehren, uns zu unterweisen und bestimmte Eigenarten irgendwie uns wegzunehmen, der nicht zuvor die bedingungslose Annahme und Liebe des Vaters erlebt hat. Das ist nicht möglich.

Also das kommt zuerst – und es kommt durch das Wort.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (30:00 bis 35:00)

Sie haben Probleme mit den Kindern und dann fragen sie irgendwelche Psychologen oder weltliche Pädagogen – anstatt in das Wort Gottes zu schauen, wo so wunderbare Abweisungen enthalten sind.

Ps 1,2
(Glücklich der Mensch, der seine) Lust hat am Gesetz des HERRN

Das findest du einige Male in der Bibel beschrieben – in Psalm 112 findest du das, in Psalm 119 – ein langer Psalm nur über die Liebe zum Wort Gottes und all die Segnungen, die das Wort Gottes freisetzt. Und ich möchte euch sehr ermutigen, da einmal hineinzugehen. Psalm 119.

Ps 112,1
Halleluja! Glücklich der Mann, der den HERRN fürchtet, der große Freude an seinen Geboten hat!

Ps 119,16
Ich habe meine Lust an deinen Anweisungen; dein Wort vergesse ich nicht.

Lust am Wort Gottes! Das Wort Gottes – wenn wir uns in der Weise damit beschäftigen – Nachsinnen, Lesen, es betrachten, darüber dankbar sind, es hineinnehmen in unsere Gebete, Gott dafür danken, dass das alles die Wahrheit ist, auch die biblischen Aussagen, die wir noch nicht erleben!

Auch die! Es ist die Wahrheit. Und das ist der beste Weg hineinzukommen! Du sagst: „Herr, das hab ich bis jetzt noch nicht erlebt, aber ich danke dir, dass es so ist“.

Und nicht immer wieder das Wort zu entmachten und dem Wort zu widersprechen. Sondern wenn Gott etwas sagt, dann meint Er es so und es ist gültig für uns.

Und wenn wir so mit dem Wort umgehen, dann wird es eine Lust für uns. Das Wort Gottes in uns entfaltet sich als etwas, was schön ist, was sehr, sehr aufbauend ist, was motivierend ist, was uns enorme Schubkraft gibt und was uns einfach hilft, wirklich stabil zu leben.

Niemand kann Herrschaft nehmen über seine Seele, der nicht sich füllt mit dem Worte Gottes. Das ist nicht möglich.

Du sagst: Ja, aber wir haben jetzt die Salbung des Heiligen Geistes, der Heilige Geist berührt mich!

Wenn das nicht kombiniert wird mit einem fleißigen Umgang mit dem Wort Gottes – du wirst im Chaos bleiben. Wir brauchen beides: Das Wort und den Heiligen Geist. Und der Geist wirkt da, wo das Wort ist. Willst du voll sein vom Heiligen Geist – was Paulus sagt:

Eph 5,18
Werdet voll Geistes …

… dann kommt die Anbetung: Singen im Psalmen usw.

Dann ist es notwendig, voll zu sein vom Wort. Die Parallelstelle dazu: Kol 3,16 redet davon: Lasst das Wort reichlich in euch wohnen.

Kol 3,16a
Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen in aller Weisheit;

Reichlich soll es wohnen in dir. Nicht nur so ab und zu zu Besuch kommen, sondern es soll wirklich wohnen. Wirklich in dir wohnen. Und dann wirst du Lust haben am Wort Gottes. Schon bevor das Wort Gottes seine nächste Kraft entfaltet hat und Außenumstände, sagen wir mal: Krankheit, andere Defizite, Mängel, Probleme, Engpässe gelöst hat außen – schon davor – und nur dann auch wird das funktionieren außen – schon davor ist es innerlich eine Erfahrung, die lustvoll ist.

Das Wort Gottes, das uns aufbaut, das uns ermutigt.

Und viele Leute wollen das überspringen und sie möchten schnell mit Handauflegung oder anderen Maßnahmen äußerlich eine Hilfe erleben, aber Gott weist uns den Weg: Wir haben wirklich fleißig zu sein im Wort.

Ps 1,2b
… Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!

Da haben wir es wieder. Und jetzt wird beschrieben: Warum ist dieser Mensch glücklich?

Ps 1,3
Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm.

Das ist ja stark! Alles, was er tut, gelingt ihm!

Ich möchte ein solcher Mensch werden, dessen Laub nicht verwelkt.

Das ist für mich ein Bild von Müdigkeit. Manche Christen werden müde oder schlapp oder Burn-Out-Syndrom oder Midlife-Crisis oder irgend so etwas.

Das kannst du dir alles schenken, wenn du im Wort bleibst. Du brauchst keine Midlife-Crisis, du brauchst auch kein Burn-Out. Es gibt keine Energiekrise im Heiligen Geist wenn du ihm das Wort als Nahrung gibst. Er brennt und lodert hell und du wirst nicht ausbrennen, sondern du wirst brennen für Gott.

Hallelujah. Sag doch mal Amen.

Okay, und so gibt es so viele andere gute Worte, die alle eine ähnliche Aussage haben: Das Wort muss von uns fleißig genommen werden – was keine Arbeit ist! Was keine Anstrengung ist, was nicht irgendwie langweilig ist und wo man sagt, ja, gut, da müssen wir uns jetzt durchquälen, aber dann irgendwann wird Gott uns dann belohnen – sondern schon dieser Schritt des Nehmens des Wortes Gottes ist etwas, was uns wirklich aufbaut.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (25:00 bis 30:00)

Ich meine nicht die Art von Leuten, die du dann morgens triffst: „Bruder, wie geht’s dir heute?“ – und er fängt sofort an, Psalme zu zitieren oder so etwas. Das ist nicht, was ich meine. Und vorallendingen wenn es dann noch in Luther-Deutsch ist oder so – das ist nicht irgendwie das geeignete.

Das Wort sprechen, auf das Wort schauen, darüber nachsinnen, heißt es hier. „Nachsinnen“ ist genau das Gegenteil von „so schnell wie möglich so viel wie möglich in der Bibel lesen“. Das ist genau das Gegenteil: So wenig Verse wie möglich so lange wie möglich betrachten.

Einen einzigen Vers oder vielleicht nur einen halben Vers nehmen und anschauen und darüber nachsinnen.

Denkt an Psalm 23 – ich hab das versucht an diesem einen Beispiel irgendwie ein bisschen plastisch zu machen – und so könnt ihr nachsinnen lernen.

Man muss lernen! Man wird entdecken wie schnell die Gedanken in irgendwelche Richtungen gehen wollen und sich mit allem möglichen beschäftigen wollen. Aber du zähme deine wilde Mustang-Herde. Beklage nicht, dass du so viele Gedanken hast, die alle kreuz und quer schießen und die davon galoppieren über die Prärie und du siehst sie nur von ferne: Ach, da kommt schon wieder die nächste Horde, wo laufen sie denn?

Sondern schaffe du da oben Ordnung. Niemand kann erfolgreich sein, der seine Gedanken nicht unter Kontrolle bringt. Weil wenn du deine Gedanken nicht unter Kontrolle bringst, wirst du niemals deine Gefühle unter Kontrolle bringen. Und wenn du deine Gefühle nicht unter Kontrolle bringst, du wirst niemals deine innere Stimmung, deine Seele, deine Motivation und wohl auch kaum deine Beziehungen stabilisieren können zu anderen Menschen.

Es fängt mit Gedanken an, und da haben wir dann den Schlüssel, um mehr und mehr zu erobern in uns selbst.

Nachsinnen! Tag und Nacht darüber nachsinnen.

Du sagst: Ja, bitte, also da geht’s ja nun zu weit, irgendwann muss ich auch schlafen!

Weißt du, dass du so dich verbinden kannst mit dem Wort, dass du das Wort auch nachts in deinen Träumen parat hast? Und sogar nachts im Traum, wenn der Teufel kommt und versucht, dich zu verführen zur Sünde, wo du tagsüber „nein“ sagen würdest – nachts bist du nicht beurlaubt. Christsein ist ein Vollzeitjob, 24 Stunden. Du legst dich nicht abends ins Bett und sagst: Herr, Tschüss, am morgen machen wir weiter – sondern auch in der Nacht ist der Herr bei dir. Und auch in der Nacht gelten dieselben Gebote. In der Nacht gilt genau dasselbe, was am Tage gilt.

Wenn etwas am Tage unrein ist, dasselbe ist in der Nacht unrein. Nimm das Wort Gottes, und im Traum kannst du genau so sagen: „Teufel, es läuft nicht mehr, mit mir nicht! Ich widerstehe im Namen Jesu! Diese Sünde kaufe ich nicht bei Tag und auch nicht bei Nacht“ – und du schaltest in einen anderen Kanal und träumst was anderes.

Das ist wirklich möglich. Das ist wirklich möglich. Du kannst das Wort bei dir haben und kannst nachts genau so clean sein wie du tagsüber bist. Amen! Es ist möglich.

Je intensiver wir in dem Wort leben tagsüber und auch diese Entschlossenheit haben: „Es soll mich prägen, es soll mich bestimmen“ – um so einfacher wird es sein.

Oder manche kriegen nachts Alpträume, ja? Tagsüber ist es schon ganz gut unter Kontrolle, die Angst – und dann kommt sie nachts. Du kannst nachts widerstehen und diese komischen Tiere oder Geister oder was auch immer im Traum hinter dir her sind – du hast darüber genauso Autorität im Traum wie tagsüber. Genauso. Alles, was nicht von Gott ist, alles, was Angst, Unruhe, Negatives erzeugt, ist nicht von Gott, und da hast darüber Autorität. Du kannst sagen: „Nein! Im Namen Jesu!“

Und das muss gehen. Du hast Autorität. Durch das Wort. Nimm das Wort und lerne das Wort zu gebrauchen. Nur wenn unsere Hingabe richtig ist an das Wort, dann entfaltet sich das Wort auch als Waffe.

Okay, ich glaube Psalm 1 haben wir das letzte Mal uns kurz angeschaut, das will ich nur nochmal kurz beleuchten.

Hier ist wieder dieser Gedanke des Erfolges. Und ich erwarte, dass wir, wenn wir diese herrliche Kombination haben: Das Wort und den Heiligen Geist – dass wir wirklich gewaltige Entfaltungen unseres Potentials, unserer Kraft noch erleben und dass wir auf sehr kreative Gedanken kommen und dass wir auch in praktischer Hinsicht beruflich und in materiellen Aspekten wirklich aufsteigen. Das ist, was Gott vorhat.

Ps 1,1
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt,

Viele Christen sitzen im Kreis der Spötter und sie befolgen den Rat der Gottlosen. Sie haben Probleme in ihrer Ehe und dann wenden sie sich an irgenwelche Bekannten und Verwandten, die selber schon drei kaputte Ehen hinter sich haben und versuchen, sich da Rat zu holen anstatt zu sagen: „Was ist mein Problem? Was sagt Gott dazu? Und was ist die Lösung aus Gottes Wort zu meinem Problem?“

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (20:00 bis 25:00)

Aber es heißt hier: Dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen. Dann! Ja – wann „dann“?

Wenn wir handeln nach allem, was geschrieben ist.

Ohne dass wir lernen, das Wort Gottes zu tun und auszuführen, werden wir niemals zum Ziel gelangen und erfolgreich sein. Das ist unmöglich.

Aber achtet da drauf, dass vor diesem Handeln noch etwas anderes steht, was sehr, sehr wichtig ist und was wir auf keinen Fall übergehen dürfen: Es heißt nämlich hier:

*Damit du darauf achtest* nach allem zu handeln.

Bevor du handelst, musst du achten. Bevor du bestimmte Gehorsamsschritte in deinem Leben gehst, musst du erkennen, dass sie dran sind.

Später dann wenn wir über Befreiung und innere Heilung sprechen, dann werde ich auch lehren über Bitterkeit und das ist ein gutes Beispiel. Du kannst erst dann dich von deiner Bitterkeit trennen, du kannst erst dann Gegenmaßnahmen gegen Bitterkeit ergreifen, wenn du entdeckst, dass Bitterkeit ein Problem ist. Vorher ist es ein Wort für dich und du hast vielleicht eine Lehre über Bitterkeit, aber es wird keinerlei praktische Konsequenzen haben für dich.

Erst wenn du entdeckt: Oh Mensch, das ist ja hier bei mir! Das ist bei mir eine bittere Wurzel, eine negative Haltung, ein Bodensatz von Groll und Enttäuschung und Bitterkeit – erst wenn du das entdeckst, kannst du sagen: Hier gegen werde ich etwas tun!

So – vor dem Gehorsam muss das Achten kommen. Du musst etwas entdecken. Sonst sind das nur Worthülsen.

Ich kenne in der Seelsorge so Leute, die sind so Bekennungskünstler. Die sind bereit alles zu bekennen. Die sagen: Ja, Pastor, was siehst du in meinem Leben? Ich bin bereit sofort das zu bekennen.

Ich könnte sagen: Ja, ich sehe Stolz. – „Herr, vergib mir meinen Stolz“.

Sie bringen nicht ihren Stolz dem Herrn. Sie bringen nur das Wort „Stolz“, aber nicht den Stolz. Verstehst du den Unterschied?

Gott will nicht Worte haben – Gott will die Sache selbst haben. Und das ist ein Unterschied.

Und du kannst nicht irgendetwas bringen in deinem Leben an negativen Dingen, was du selbst nicht siehst. Du kannst nicht. Du kannst darüber Worte bringen, du kannst prophylaktisch irgendwie Buße tun, aber das ist nicht, was die Bibel meint. Es nützt nichts zu sagen: Ja, wenn ich stolz bin und wenn ich rebellisch bin, wenn ich bitter bin, Herr, dann vergib mir das alles, Amen.

Solche Gebete nützen überhaupt nichts. Das sind nur fromme Worte, die du da rüberreichst ohne Substanz und ohne dass irgendetwas passiert in unserem Leben.

Erst müssen wir etwas sehen und dann können wir handeln. Bevor wir nicht sehen, können wir nichts handeln. Das ist doch ganz klar.

Und um eben „acht zu geben“, um etwas zu sehen, wo konkrete Maßnahmen und Schritte dran sind – davor muss das Wort her.

Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen. Du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen.

Warum?

Damit du darauf achtest.

Das Wort ist Licht. Und wenn du dir das Wort zuführst, kommt Licht in dein Inneres. Wie es heißt: Du machst meine Finsternis hell.

Ps 18,29
Ja, du zündest meine Leuchte an; der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht;

Eine Stelle sagt: So hell wie den Mittag.

Ps 37,6
Ja, er wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den hellen Mittag.

Das ist das hellste, was es gibt. Am Mittag ist es am allerhellsten.

Wenn du sagst: Oh, da ist so viel Finsternis in mir – okay, gut, jetzt hast du es bekannt und erkannt, gut, aber jetzt tu etwas dagegen. Die Finsternis wird nicht weggehen, indem du dir oder anderen Leuten sagst, da ist zu viel Finsternis in mir. Darüber kannst du weinen, versuchen, Tränen zu vergießen oder irgendetwas anderes zu machen – das wird nichts nützen.

Die Finsternis wird weichen wenn du Licht machst.

Und dein Wort, sagt es, ist Licht auf meinem Wege. Es ist Licht!

Ps 119,105
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Lass das Licht hinein. Kümmer dich nicht darum, dass so viel Finsternis da ist, lass das Licht hinein. Das Licht muss in deine Seele und dann fängst du an, Dinge zu erkennen, die du vorher nicht gekannt hast. Es reicht doch nicht aus, nur zu hören, was andere vielleicht irgendwie sehen bei dir. Das muss ich doch selber sehen!

Natürlich kann das ein Anreiz sein, den Herrn zu suchen, wenn alle mir immer wieder dasselbe sagen – und besonders meine Frau, die ich sehr schätze und der ich sehr viel glaube. Wenn sie etwas sagt, was ich nicht sehe, ich nehme das sehr ernst und dann sage ich nicht abschätzig: Ja, Herr, wenn es so ist, dann zeig es mir.

Sondern ich sage: Herr, sie sieht das, und ich weiß, sie hat einen messerscharfen Blick, gepaart mit sehr viel Gnade und Erbarmen. Und wenn sie sagt: Es ist da – und ich seh das nicht – dann will ich eher glauben, ich bin blind als dass sie die falsche Optik hat. Zeig mir, wo das ist.

Aber erst wenn ich es selber sehe, dann kann der Herr mich motivieren und mir konkret zeigen, welche Schritte ich gehen kann. Erst wenn ich es selber sehe. Du musst sehen! Wie wirst du seh-fähig? Indem das Wort hineinkommt, indem du dem Wort Raum gibst. Das Wort entfaltet seine Kraft, dir Licht zu geben, indem du dich ununterbrochen mit dem Wort beschäftigst – so wird es da ausgedrückt:

Jos 1,8
Lass das Wort nicht von deinem Mund weichen

Mit anderen Worten ausgedrückt: Sprich das Wort! Sprich das Wort! Sprich es! Führe es in deinem Munde.

Und das will ich heute erklären wie wir das Wort Gottes sprechen können, so dass Wirkungen da sind und trotzdem wir nicht irgendwie religiös werden.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (15:00 bis 20:00)

Du kannst ein Wort äußerlich anschauen, aber hast doch nicht den Zugang zu dieser enormen Kraft von Heilung und Motivation und Liebe und Zuwendung und Bestätigung, die dort enthalten ist – und das möchte ich euch heute lehren hier: Wie können wir das knacken? Wie können wir erlauben, dass diese Kraft herauskommt, die in dem Wort enthalten ist?

Spr 4,22
Leben sind sie denen, die sie *finden* und Heilung für ihr ganzes Fleisch.

Und so könnten wir sagen: Indem wir so mit dem Wort umgehen, so bewahren wir uns Herz! So bewahren wir unser Herz. Du bewahrst dein Herz, indem du dem Wort Raum gibst und dem Wort erlaubst, die Haltung, die Verfassung deines Herzens zu bestimmen.

Josua 1,8 ist ein ganz ähnliches Wort, ihr werdet gleich entdecken, dass ganz starke Parallelen enthalten sind. Wir wollen es uns aber trotzdem anschauen.

Jos 1,8 – hier redet Gott zu Josua und er gibt ihm Anleitung wie er erfolgreich sein kann nachdem der große Staatsmann und Führer, geistlicher Leiter Mose dann verstorben ist und Josua diese Aufgabe übernehmen soll.

Ich nehme mal nur Jos 1,8 – auch die Verse davor sind sehr, sehr schön.

Jos 1,8
Dieses Buch des Gesetzes (das waren die 5 Bücher Mose) soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist2; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben.

Hallelujah.

Der Gott, dem wir dienen, ist ein äußerst erfolgreicher Gott und er möchte, dass wir als seine Nachfolger auch erfolgreich sind. Erfolgreich im biblischen Sinne – nicht, dass du drei dicke Mercedesse vor der Tür hast und ein Verhältnis mit deiner Sekretärin und kurz vorm Herzinfarkt stehst, das ist nicht Erfolg nach der Bibel. Sondern dass du die Segnungen Gottes hast: Dass du Frieden im Herzen hast, dass du gute, harmonische, intakte Beziehungen hast mit deinen Mitmenschen, Frieden in deinem Hause ist und dass du die Kraft hast zu tun, was Gott dir aufgetragen hat zu tun und du in seinen Wegen wandelst. Das ist biblischer Erfolg. Und du sollst erfolgreich sein. Du sollst erfolgreich sein.

Und man kann nicht erfolgreich sein, für und mit Gott, und dabei unglücklich sein – das ist nicht möglich. Halleujah. Das ist das Schöne. Gott will, dass wir erfolgreich sind.

Und lasst uns einmal diesen Vers von hinten nach vorne lesen. Das ist sehr interessant.

Also – du wirst Erfolg haben. Preis dem Herrn. Sehr gut. Ich werde Erfolg haben. Gut.

Und ich werde auf meinen Wegen zum Ziel gelangen. Das ist auch ein ganz starkes Wort. Du kannst nur auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, wenn du wirklich ein Ziel hast. Sehr viele Christen sind ziellos, sie sind jahrelang Christen und sie wissen immer noch nicht wofür sie hier sind. Es gibt einen einzigen Grund dafür wenn man jahrelang Christ ist und man immer noch nicht weiß, warum man hier ist: Weil man faul war.

Weil man nie wirklich in biblischer Weise den Herrn gesucht hat: „Was ist meine Bestimmung? Warum bin ich hier? Was willst du mit meinem Leben tun, was willst du durch mich und mit mir tun?

Wir werden niemals zum Ziel gelangen, wenn wir kein Ziel haben. Wer kein Ziel hat, kommt auch nicht an. Das ist doch ganz einfach.

Manche Christen machen es so: Die schießen erst mit Pfeil und Bogen, die schießen auf eine Holzwand, und wenn sie dann den Pfeil in die Wand geschossen haben, dann gehen sie hin und dann machen sie einen kleinen Kreis und dann einen großen Kreis und dann noch einen größeren Kreis. Und ihr Pfeil steckt witzigerweise genau im Zentrum. Und dann sagen sie: Volltreffer.

Manche Christen sind so. Da, wo sie ankommen, sagen sie dann hinterher: Das war mein Ziel.

Das ist Selbstbetrug.

Gott will, dass du ein Ziel hast, dass du ansteuerst über Jahre, über Jahrzehnte, dass du weißt, wo du hingehst, und du weißt, warum du es tust und wie du es machst und Gott ist wirklich mit dir und das ist eine fantastische Sache zu sehen, ich tue etwas mit Gott, was ich ohne ihn niemals tun könnte. Das ist über meinen Intellekt, das ist über meine Fähigkeiten, über meine Qualifikationen, über meine Möglichkeiten, jenseits dessen wozu ich alleine imstande wäre – es ist Gott, der mit mir ist. Das ist etwas ganz ganz Fantastisches und ich möchte euch sehr, sehr ermutigen – wenn dich das getroffen hat – du bist jahrelang vielleicht schon Christ und weißt immer noch nicht, warum du lebst und es hat dich jetzt getroffen, dass du faul warst – bitte vergib mir, ich wollte dich nicht beleidigen, ich wollte dich nur ermutigen, dass du von jetzt nach vorne schaust und sagst: Ich werde nicht mehr faul sein, nein, ich werde jetzt den Herrn suchen und herausfinden, was er für mich hat.

Zum Ziel sollst du gelangen, und es ist wunderschön, zum Ziel zu gelangen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (10:00 bis 15:00)

Es gibt sehr, sehr viele Menschen, die sich täuschen lassen, die irgendetwas hören, was sich fromm anhört, und dann wundern sie sich, warum die Segnungen, die das Wort Gottes beschreibt, für sie einfach in unerreichbarer Ferne bleiben. Wir müssen wirklich genau achten, dass wir das Wort hören, das Wort des Herrn, und nicht menschliche Wörter über das Wort.

Das ist ein Unterschied: Das Wort oder menschliche Wörter über das Wort.

Das ist ein Unterschied – bitte glaubt mir das.

Spr 4,20a
Auf meine Worte achte!

Und wir sollen wirklich eine Hingabe oder eine Unterordnung unter das Wort vollziehen.

Spr 4,20b
Meinen Reden neige dein Ohr zu!

Da ist das Bild von „sich neigen“, sich belehren lassen, anerkennen, ich brauche Hilfe, ich brauche Belehrung, also auch Eingeständnis meiner Schwachheit. Und sich hingeben und sich unterordnen und auch völlig dem hingeben.

Achtet nun darauf, sagt Jesus, wie ihr hört.

Und manches mal wenn man so im Gottesdienst ist, nicht nur bei den Bekanntmachungen, auch bei der Predigt, man merkt, die Leute sind mit etwas ganz anderem beschäftigt – oder in der Bibelschule manchmal, sie lesen Comics oder schreiben sich nette kleine Liebesbriefchen oder irgendwelche anderen lebenswichtigen Dinge oder so – sie sind mit irgendetwas beschäftigt. Und sie denken, ja, wenn ich körperlich anwesend bin, das wird ja schon irgendwie reichen. Nein, das reicht nicht aus. Das reicht nicht aus.

Sondern wenn ich da sitze, dann sitze ich da und sage: Gott, rede du heute zu mir. Und ich bete: Herr, Segne du den Pastor, den Lehrer, den wer auch immer dran ist, das Wort zu bringen – und ich glaube, Heiliger Geist, dass du durch diese Person heute redest und ich will etwas hören.

Wenn wir eine Umfrage machen würden nach einem Gottesdienst: „Wer hat heute das Wort des Herrn gehört? Wer hat heute eine Antwort von Gott bekommen?“ – du wirst feststellen, die Leute, die sich melden, das sind genau die, die gekommen sind nicht aus Routine, weil Sonntag war oder weil Gottesdienst war, sondern die gekommen sind und haben gesagt: Gott, ich brauche Antwort. Hilf du mir, rede zu mir, ich will weiterkommen, ich will, dass die Dinge in meinem Leben sich verändern, gebrauche diesen Gottesdienst um heute zu mir zu reden.

Das sind die Leute, die das Wort des Herrn hören.

Genau die, die eine Erwartung haben. Und wenn wir da nur sitzen, weil Sonntag ist oder weil Donnerstag ist oder weil Mittwoch ist, das reicht einfach nicht aus.

Wir sitzen da und wir gehen schon unsere Einkaufsliste von morgen durch. Oder wir gehen den Einkauf von heute Nachmittag durch und überlegen, was wir alles vergessen haben, was wir dann morgen nachholen wollen. Wenn wir da sitzen, dann lasst uns sagen: „Gedanken, Ruhe da oben! Jetzt höre ich! Jetzt produziere ich nicht wieder irgendwelche Programme und beschäftige mich mit meinen Terminen und morgen!“

Auch wenn du morgen viel zu tun hast, ja? Wir können sagen „Nein, Ruhe, jezt schalte ich auf Empfang, ich will hören, ich will lernen, ich will etwas bekommen heute, ich will, dass Gott zu mir redet!“

Wenn wir mit eigenen Aktivitäten, eigenen Plänen und Programmen und Dingen beschäftigt sind, wir können nicht das Wort Gottes hören.

Wir hören akustisch irgendetwas, aber es erreicht uns innerlich nicht. Und das ist das entscheidende – das Wort muss uns wirklich treffen. Und es trifft nur den, der es hören will, der es begehrt, der es sucht, der sich danach ausstreckt und der weiß, das ist mein Leben. Nur den trifft das Wort Gottes. Das hängt von der Haltung unseres Herzens ab.

Und darauf können wir Einfluss nehmen. Wir können sagen: Ich will hören, ich will aufmerksam mich dem Wort Gottes zuwenden.

Und dann, wenn ich es gehört habe, dann sollen wir es festhalten.

Spr 4,21a
Lass sie nicht aus deinen Augen weichen

Sondern darauf schauen und sie sozusagen festhalten und nicht wieder etwas anderes, was diese Aussage außer Kraft setzen würde, dann daneben zulassen.

Spr 4,21b
bewahre sie im Innern deines Herzens!

Nachher werden wir uns ein schönes Beispiel anschauen, wo wir sehen, wo eine Gruppe von Menschen geteilt war ins zwei Hälften, und die einen haben das befolgt und sie waren gesegnet und die anderen haben das nur formal irgendwie so vollzogen und sie haben großen Schaden genommen.

Spr 4,21b-22
Bewahre sie im Innern deines Herzens!
Denn Leben sind sie denen, die sie finden

Hier haben wir ein starkes Wort. Das Wort Gottes oder die einzelnen Worte des Herrn müssen von dir gefunden werden!

Das bedeutet nicht, dass du die Bibel aufschlägst und sagst: Ach, da ist es ja, jetzt hab ich’s gefunden.

Sondern dass du den Zugang erlaubt hast, wo das Wort wirklich in dein Herz kommen kann.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (5:00 bis 10:00)

Und das Großartige ist: Du hast Zugriff oder du hast die Möglichkeit, den Zustand deines Herzens zu verändern! Du kannst nicht automatisch deinen sozialen Stand, deine Wohnmöglichkeiten, deinen Beruf oder Beziehungen oder deine finanzielle Situation oder manches andere verändern. Aber du kannst in dir drinnen Veränderungen schaffen, und die werden sich außen dann nach einer gewissen Zeit dann niederschlagen.

Aus deinem Herzen! Und ich habe noch nie jemanden gesehen, der ein Leben voller Bekümmernis, voller Trübsal, Traurigkeit, Minderwertigkeit, Enttäuschung – eine solche Verfassung in sich trägt, und dann ein siegreiches, schönes, entschlossenes, tatkräftiges, glorreiches Leben führt. Das hab ich noch niemals gesehen und ich mache jetzt seit vielen, vielen Jahres Seelsorge. Einen solchen Menschen habe ich noch nicht gesehen.

Wer unglücklich ist in seinem Herzen wird auch von Misserfolg gekennzeichnet sein.

Wir haben Zugang und Zugriff und Möglichkeit, die Verfassung unseres Herzens zu verändern. Und das Wort Gottes sagt es ganz klar: „Behüte dein Herz“. Mehr als deinen Rembrandt im Safe oder irgendetwas anderes, was du da hast, irgendwelche Klunker oder so hinter dem Rembrandt im Wandtresor – mehr als alles, was du sonst behütest, behüte dein Herz!

Warum?

Du kannst außen alles mögliche verlieren, aber wenn du den Zustand deines Herzens dir entgleiten lässt oder ihn nicht selbst bestimmst, dann werden die Umstände dein Herz bestimmen.

Und du hast nach der Aussage des Wortes Gottes die Möglichkeit und die Verantwortung deine Herzensverfassung selbst zu bestimmen.

Und diese Aussage hier, dass wir selbst wachen sollen über unser Herz, ist eigentlich nur die Begründung für das, was davor gesagt ist. Und hier hat es eben mit dem Thema zu tun, wie wir mit dem Worte Gottes umgehen sollen.

Unsere Haltung zum Worte Gottes ist der Schlüssel auf unser Herz Einfluss zu nehmen.

Ich sag es noch einmal, weil das so schön ist und so kompakt ist zum Mitschreiben: Unsere Haltung zum Worte Gottes ist der Schlüssel auf unser Herz Einfluss zu nehmen.

Spr 4,20-22
20 Mein Sohn, auf meine Worte achte, meinen Reden neige dein Ohr zu!
21 Lass sie nicht aus deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens!
22 Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Heilung für ihr ganzes Fleisch.

Es gibt sehr, sehr viele Schriftstellen, die davon reden, was für Segnungen wir erwarten können wenn das Wort in unserem Herzen ist. Das Wort Gottes muss in unser Herz hinein. Und dort kommt es nicht einfach so von alleine hinein, sondern wir haben von unserer Seite aus einige weniger, aber ganz ganz wichtige Dinge zu tun. Es fällt nicht allein in dein Herz, nur, weil du heute abend hier sitzt oder weil du Sonntag für Sonntag sitzt oder am Mittwoch sitzt oder etwas im Fernsehen oder im Radio hörst oder auf Kassette. Das alleine reicht nicht aus, sondern das Entscheidende ist die innere Haltung, die wir dazu haben.

Spr 4,20a
Mein Sohn – natürlich die Töchter des Herrn sind genauso angesprochen – auf meine Worte achte.

Das können wir in verschiedener Weise betonen und holen verschiedene Aussagen daraus:

Gott will, das du auf SEINE Worte achtest. Es gibt so viele andere Worte. Die Worte des Arztes, die Worte deines Steuerberaters oder die Worte von Freunden oder von Nachbarn oder von Zeitungen oder von irgendetwas. Es gibt viele verschiedene Worte und Gott sagt: Wir sollen auf SEINE Worte achten.

Und es gibt sehr, sehr viele Christen, die meinen, es genügt, dass sie irgendwo hin gehen, wo ein paar christliche Vokabeln gesagt werden. Aber Jesus hat einmal als er über das Hören gelehrt hat, da hat er zwei Dinge gesagt:

Habt nun Acht, was ihr hört – und an einer Parallelstelle in dem selben Zusammenhang sagt er: Achtet nun ganz genau darauf, WIE ihr hört.

Mk 4,24
Und er sprach zu ihnen: Seht zu, was ihr hört!

Lk 8,18
So habt nun acht, wie ihr hört!

Das sind die beiden Dinge beim Hören. Erstmal musst du sicher sein, was du hörst. Und es reicht nicht aus, irgendwo hin zu gehen, wo auch die Vokabeln „Bibel“ und „Gott“ und „Gottesdienst“ oder so gebraucht werden, sondern wir müssen sicher sein – ist das wirklich das Wort Gottes?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (95:00 bis Ende)

Und Gott hat mir einige Dinge gegeben. Da ist mir schwindelig geworden, und ich hab gesagt: Ne, Herr, hier bin ich, Herr, sende meinen Bruder!

Kennst du diese Gesinnung? „Herr, hier bin ich, sende meinen Bruder“ – bitte, suche dir einen anderen aus, aber nicht ich, das ist too much, das kostet zu viel, das überlebe ich nicht.

Aber siehe da, du überlebst das, nur dein elendes … deine Angst vor der Meinung der Menschen, das stirbt. Und je mehr das stirbt, um so freier wirst du. Wie der Berliner sagt: Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt sich’s ungeniert.

Das heißt nicht, dass wir respektlos werden. Das heisst nicht, dass wir frech werden. Das heisst nicht, dass wir aus eigenen Motiven heraus – sondern das heißt einfach, wir stellen uns Gott zur Verfügung.

Ich staune immer wieder darüber, wie unterschiedlich das ist: Ich kann dasselbe Konzept nehmen, ich kann in eine Gemeinde gehen, und ich bin dort butterweich, und so soft, dass ich mich selber wunder und frage: Bin ich das?

Und ich sage zu meiner Frau: Ich war heute so soft, ich konnte es nicht glauben.

Und zwei Wochen später komme ich in die nächste Gemeinde und da kommt die Bulldozer-Salbung und ich reiße alles runter und breche die ganzen Lügen in Fetzen. Und da: „Boahh“, ich denke, oh Hilfe, Herr. Und bin selber ergriffen und erstaunt über wie Gott ist und wow, ein ehrfurchtgebietender Gott, wo jeder Gedanke „ich könnte ein bisschen Spielchen spielen“ zuende kommt.

Und das *macht* man nicht, man entscheidet sich nicht, ich geh nicht hinein und sage: Heute spiele ich den Softie.

Es hat etwas mit den Herzen zu tun!

Und Gott hat verschiedene Arten, Menschen zu begegnen. Und er kommt dem Willigen, dem Zerbrochenen, dem, der nach Antworten fragt und der sagt: Gott, was immer es braucht,ich will deinen Willen tun – Er kommt dem so soft entgegen und streckt seine Hand aus. Und sagt: Ich kenn all deine Schwächen, aber ich helfe dir. Und ich bin bei dir und ich hol dich da raus.

Aber dem Stolzen, der sagt: Was will denn der überhaupt, und das kennen wir alles schon, und das brauchen wir gar nicht und hoffentlich ist das hier bald zuende – da kommt Gott mit dem Rammbock. Mit der Bulldozer-Salbung. Und keiner schläft interessanterweise. Auch wenn es 1 1/2 Stunden geht. Und wenn es manchmal 2 Stunden geht, keiner schläft, weil sie alle den Atem anhalten – was kommt als nächstes? Noch ein Hammer. Hilfe.

Ich habe bei weiter nicht gesagt, was ich heute sagen wollte. Aber ich habe viele Dinge gesagt, die nicht in meinem Programm standen. Aber ich empfinde, hier ist jetzt erstmal der Zeitpunkt gekommen für ein kleines Päuschen und morgen gibt es noch einen Nachschlag. Wahrscheinlich wesentlich kürzer als heute. Morgen haben wir Gottesdienst und da ist das alles anders.

Abschlussgebet:

Vater, Gott der Weisheit, Gott, der Herzenskenner, Gott, der sich erbarmt über uns, wir rufen dich an. Wir sind überwältigt von all dem, was du hast für uns und wie du willst, dass wir leben sollen. Aber gleichzeitig ist unser Trost: Du wirkst all das in uns. Du hilfst uns. Du schaffst das Neue in uns. Du bringst hervor, was Dir gefällt durch dein schöpferisches Wort in uns. Und wir wollen uns Dir hingeben und wir wollen unsere Herzen hinhalten und erlauben, dass Dein Heiliger Geist uns trifft, uns durchdringt, durchbohrt und prägt und ausreisst und ermutigt und baut und pflanzt und all das gibt, was uns als deine Kinder zusteht.

Vater, gib uns Weisheit, wie wir wirklich in Jüngerschaft hineinkommen und wie wir mit aller Freundlichkeit, mit aller Dringlichkeit, mit aller Liebe, in aller Kühnheit, in aller Freiheit Menschen rufen zu Jüngerschaft und sie ausbilden und dranbleiben über Jahre. Und sie zu Jüngern machen und ihnen helfen, Dich kennenzulernen, die Furcht Gottes zu erlangen und dadurch Raum zu machen, Dich zu erkennen.

Du sagst, die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Und Herr, all das, was um uns herum passiert, in unserem Leben, in unseren Gemeinden, das beweist eines so dringlich: Wir kennen dich so wenig.

Und wir haben so wenig realen Zugang zu den Schätzen, die du uns erworben hast durch deinen Sohn. Aber Vater, wir sagen dir heute: Wir wollen lernen! Wir wollen belehrbar sein. Wir wollen uns demütigen. Wir wollen uns dir hingeben. Und wir wollen erlauben, dass dein Wort unsere Herzen neu prägt und formt.

Und das Licht soll scheinen. Und das Licht deiner Wahrheit wird uns freisetzen von allem Verkehrten. Von allen falschen Absichten und Plänen und Motiven – lass dein Schwert scharf sein.

Und ich bete auch für diese Gemeinde: Ich bete, dass Fürbitter aufstehen und ermutigt sind, im Heiligen Geist zu beten und sich hinter die zu stellen, die den Dienst am Wort haben, und dafür sorgen, dass durch ihre Fürbitte das Wort scharf wird, das Wort mächtig wird, das Wort lebendig wird, das Wort etwas bewirkt in den Herzen der Menschen und sie entdecken: Gott reisst nicht nur aus, Gott pflanzt ein und Er gibt neue Gelüste, neues Verlangen.

Ich bete, dass du ein tiefes Werk tust in dieser Gemeinde, und dass sie mit Volldampf hineingeht und entschieden ist: Wir wollen eine Gemeinde nach dem Herzen Gottes werden. Wir wollen eine neutestamentliche Gemeinde werden. Wir wollen Gott gefallen. Wir wollen Eifer entwickeln für Seine Ehre. Wir wollen, dass Er sich an dieser Gemeinde freuen kann, dass Er wirklich verherrlicht wird.

Und wir wollen lernen mit Ihm überein zu stimmen und wir wollen lernen zu lieben, was Er liebt. Wir wollen lernen zu hassen, was Er hasst, damit Du dich wohlfühlen kannst und damit du Raum bekommst in unseren Herzen.

Vater, danke für den Heiligen Geist, danke für Dein Wort. Danke für dieses geniale Instrument „Jüngerschaft“, was du etablieren möchtest in der Gemeinde. Wir danken dir für all die Segnungen, die dadurch kommen werden. Möge Dein Wille geschehen in unserem Leben, in unseren Gemeinden, und wir danken Dir, Vater, für deine große Geduld, für deine Liebe. Wir danken Dir, Vater. Wir ehren dich und lieben dich. Amen. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (90:00 bis 95:00)

Nicht unbedingt alle möglichen Bücher zu lesen – in erster Linie: Was sagt die Bibel über … Sünde? Was ist die Natur von Sünde? Warum hasst Gott Sünde? Was bedeutet das überhaupt, dass Gott Sünde hasst? Usw. Wir haben viele, viele Aufgaben, die wir geben. Und wenn er die gewissenhaft erfüllt, er wird lernen. Weil sein Denken sich verändert. Und er kommt immer mehr in Übereinstimmung mit Gott. Ein wichtiges Thema wäre z.B.: Wie sieht die Liebe Gottes aus?

Und die ist sehr, sehr anders als viele Christen sich vorstellen. Die Liebe Gottes wird uns gezeigt im Wesen, im Auftreten, im Handeln von Jesus. Er ist das perfekte Abbild Gottes. Alles, was du siehst im Leben von Jesus – das ist Liebe.

Wenn wir das glauben würden, wäre unser Verhalten gegenüber bestimmten Leuten, die christlich auftreten, aber das Wort Gottes verdrehen, total anders.

Aber weil wir an eine menschliche Liebe glauben, die vorallendingen erstmal „nett sein muss“ – herzliche Verständigung … Wo siehst du bei Jesus herzliche Verständigung mit den Pharisäern? Wo siehst du das?

Er ist sehr schroff mit diesen Leuten! Warum? Weil er sich ärgert? Nein! Weil er hofft, dass dadurch die noch eine Chance bekommen aufzuwachen. Wie kann dieser Mann, der so gut ist, der so viel geheilt hat, der so viel Segen verbreitet hat, der so viel Liebe versprüht hat und so viel Barmherzigkeit gezeigt hat – wie kann der zu mir sagen: „Du getünchte Wand!“

Mt 23,27
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern14, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinheit sind.

Vielleicht hat der Recht?! Vielleicht bin ich wirklich ein elender Heuchler! Gott, hilf du mir! An Jesus glaube ich nicht, aber – ich spiele jetzt mal den frommen Juden, ja? – aber Gott im Himmel, du bist da, und schon im Alten Testament – du erforscht die Herzen – dann zeige mir mein Herz!

Jer 17,10
Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem Einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten.

Und da wäre eine Chance zur Unkehr!

Jesus hat Menschen schroff behandelt aus lauter Liebe. Und er hat sich haufenweise Dinge erlaubt, die politisch nicht korrekt waren – haufenweise! Er kommt in das Haus eines Pharisäers, und das erste, was er sagt: Du Heuchler!

Ich meine, sowas macht man doch nicht? Erstmal sagt man: „Danke für die Einladung – und die Suppe – die ist so gut!“

Man sagt erstmal Gutes, man muss erstmal irgendwie sich ein bisschen näher kommen. Aber wir haben nicht Knigge als Handbuch, wir haben die Bibel als Handbuch! Und Jesus ist unser Vorbild. Und wir sollen seine Nachahmer sein. Und wenn Jesus uns zeigt wie man fromme Heuchler konfrontiert, dann will er, dass wir das auch lernen.

Und du sagst: Hilfe, das ist nicht meine Natur.

Dann schmeiss deine alte Natur weg und ergreife die neue Natur! Und werde ein Nachahmer Christi. Hallelujah. Wie wäre das?

Das Problem ist: Wir denken, wir wissen, was Liebe ist. Und dann sind wir nett. Jesus war nie „nett“. Jesus war immer hilfreich. Und er ist immer zum Punkt gekommen und er hat Fragen gefragt, die mit einer einzigen Frage den ganzen Zustand des Menschen offenbart hat. So einer Weisheit. So ein Herzenskenner war er.

Und das sollen wir auch lernen von ihm. Und ich sage es zum x-ten Male: Wenn wir von dieser elenden Menschenfurcht und Menschengefälligkeit nicht befreit werden, wir können niemals Nachahmer Jesu werden. Wir können nicht. Wir sind gefangen in Knigge und in „seid nett zueinander“.

Das ist eines der ersten Dinge, was ein Leiter lernen muss: Gott, hilf mir freizuwerden von Menschenfurcht!

Als ich mich bekehrt habe, eines meiner ganz großen Probleme war Menschenfurcht. Das war eines meiner dicksten Probleme.

Und ich habe erkannt, was Paulus darüber gelehrt hat, und ich hab mich gesehen und ich hab gesagt: Gott, bitte, hilf du mir, setz du mich frei davon!

Und weißt du, wie Gott dich freisetzt von Menschenfurcht? Das geschieht nicht am Schreibtisch. Sondern du sagst: Herr, ich will deinem Heiligen Geist gehorchen, was immer er sagt. Und dann gibt er dir Aufträge, wo du das Gefühl hast, du gehst zu deiner eigenen Hinrichtung. Und du sagst: Das überlebe ich nicht.

Aber mit schlotternden Knien gehst du hin und siehe da – du überlebst, aber deine Menschenfurcht überlebt das nicht.

Und durch Gehorsamsschritte wirst du frei.

1 Petr 1,22a
Da ihr eure Seelen gereinigt habt …

Wie? Durch Lauschen von Predigten? Falsch!

1 Petr 1,22a
… durch durch den Gehorsam gegenüber der Wahrheit.

So wird die Seele gereinigt. Durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (85:00 bis 90:00)

Wir sagen ihm, er soll Themen studieren – und „das Kreuz“ ist nur ein Vorschlag. „Gnade“ wär ein anderer guter Vorschlag, oder ein noch besserer Vorschlag wäre zum Start: Das Wesen, die Natur, die Arbeitsweise des Wortes Gottes.

Wenn wir begreifen, wenn unser Jünger begreift, was ist eigentlich das Wort, was tut das Wort Gottes? Wie funktioniert das Wort Gottes? Unter welchen Bedingungen kann es seine Arbeit tun? Wenn er das studiert in der Bibel, wird er so viel mehr motiviert sein, sich mit der Bibel zu beschäftigen, weil er weiß, was alles daraus kommt. Und weil er dieses momentane „oh neee, jetzt keine Lust“ kann er übergehen, indem er sagt: Aber das wird gut sein. Die Ergebnisse werden kommen. Es lohnt sich hier zu investieren, ein bisschen Mühe, ein bisschen Schweiß zu versprühen, um Gott und Seine Absichten kennenzulernen.

Jesus sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes.

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Und heute irren so viele, weil sie auch die Schriften nicht kennen, und weil sie immer wieder den gleichen Fehler machen: Sie finden einen Bibelvers und der scheint etwas zu sagen, was ihnen jetzt besonders gefällt, ja? Vorhin hatten wir in der Fragestunde: „Die Frau soll schweigen in der Gemeinde!“.

Das ist ein Lieblingsvers von bestimmten Männern mit einer bestimmten Charakterstruktur. Das ist so.

Ich habe noch nie Frauen erlebt, die kämpfen für diesen Vers. Habe ich noch nie erlebt, aber Männer mit einer bestimmten Charakterstruktur, die immer nur darauf pochen: „Ich bin hier der Mann, und ich hab das Sagen und du musst dich unterordnen“. Und jedes dritte Wort ist „Unterordnung“.

Aber das sie die Frau lieben sollen wie Christus die Gemeinde – diesen Vers, den kennen sie nicht.

Eph 5,25
Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat

Aber die Frau muss schweigen!

So, wir geben unserem Jünger Hausaufgaben. Und wir erwarten, dass er die tut. Und wie gesagt – wir sind gnädig. Und da kann mal was dazwischen kommen, und er hat zum Termin seine Sachen nicht fertig. Kein Problem. Dann kriegt er noch ein paar Tage. Aber grundsätzlich gilt wie in der Lehre – denk immer an das Bild Geselle und Lehrling – der Geselle gibt Aufgaben und der Lehrling hat die zu tun. Und die muss er dann vorlegen und das ist völlig normal, das ist nicht Unterdrückung oder Freiheitsberaubung. Das ist Förderung.

Und jeder versteht das auch. Aber als Gemeinde: Hej, dürfen wir das? Können wir so in das Privatleben eindringen?

Du, wir gehen noch viel, viel weiter als das! Das ist erst der Anfang. Wir werden sagen: Du, bitte, mach mal eine Liste der letzten 14 Tage, was hast du im Internet angeschaut? Mach mal eine Liste, welche Filme hast du in den letzten Wochen angeschaut? Mach mir eine Liste. Ich möchte sehen, womit du dich füllst.

Und dann könnten wir vielleicht irgendeine Trash-Sendung, irgendeine sinnlose Fernsehsendung, die einfach nur Dreck und Respektlosigkeit und hässliches Benehmen fördert – hast du mal reingeschaut in diese Shows, wo Menschen aufeinander gehetzt werden und sich mit hässlichen Worten traktieren und zerstören? Und das läuft zu Zeiten, wo Teenager fernsehen.

Und wir sagen: Was sagt das Wort Gottes zu diesen Dingen? Was bedeutet es, wenn unsere Rede „wahr, aufrichtig, auferbauend, ermutigend“ sein soll?

Eph 4,29
Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören.

Was hast du mit solchen Dingen zu tun? Wie beurteilt Gott solche Programme auf der Grundlage des Wortes Gottes? Das ist was anderes als: „Sei heilig und beflecke dich nicht mit der Welt“.

Nein, durchschaue diesen Schmutz und erkenne, wo das hinführt und erkenne, wie heilsam und wie gut die Ordnungen Gottes sind. Und alle Gebote sind gegeben aus Liebe. Nicht weil Gott uns was wegnehmen will, uns den Spaß verderben will – weil Gott uns bewahren will!

Paulus sagt zu Timotheus: Bewahre dich rein.

1Tim 5,22
Die Hände lege niemand schnell auf, und habe nicht teil an fremden Sünden! Bewahre dich selbst rein!

Das bedeutet auch Internet und Fernsehen. Bewahre dich rein! Was lässt du in dein Leben hinein? Das, was du reinlässt, kommt auch wieder raus. Womit füllen wir uns?

So, wir ermutigen unseren Jünger, sich zu vertiefen im Wort Gottes und Themen zu studieren.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (80:00 bis 85:00)

So, wo waren wir?

Die Welt ist das Reich der Finsternis, und darin waren wir. Und die hat uns geprägt. Und die hat uns Werte und Lebensphilosophien beigebracht. Jeder von uns ist ein Philosoph und hat eine Lebensphilosophie. Vielleicht nicht so hoch entwickelt wie Kant oder Fichte oder Hegel oder so etwas, aber jeder hat eine Lebensphilosophie.

Und die ist verkehrt! Und die hat er gelernt. Und jetzt hat er sich bekehrt und er bringt seine Lebensweisheiten in die Gemeinde.

Und was jetzt? Wenn wir ihm das durchgehen lassen würden, er würde alles durcheinander bringen. Also: Er muss das ablegen. Und davon redet das Wort Gottes.

Röm 12,2a
Seid nicht angepasst an diese Welt.

An die Standards und die Werte und die Ideen dieser Welt.

Röm 12,2b
sondern werdet verwandelt2 durch die Erneuerung des Sinnes3, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Hier steht, warum ist Erneuerung des Sinnes so wichtig: Weil nur wenn wir unseren Sinn erneuern, sind wir überhaupt imstande den Willen Gottes zu erkennen. Und dafür sind wir ja da! Wir sind geschaffen, den Willen Gottes zu tun. Wenn wir nicht den Willen Gottes erkennen können, dann wird es so nach dem Prinzip: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.

Aber das ist nicht ein Lebensprinzip, das ist nicht unsere Maxime, das ist nicht, was unser Leben wirklich ausmacht.

Erneuerung des Sinnes bedeutet: Wir lernen über irgendwelche Bereiche des Lebens zu denken wie Gott denkt.

Hat Gott Gedanken über Ehe? Ja! Hat Gott Gedanken über Sexualität? Ja! Hat Gott Gedanken über Finanzen? Ja! Hat Gott Gedanken über Kindererziehung? Ja! Hat Gott Gedanken über Freundschaft? Ja? Hat Gott Gedanken über Gemeinde? Ja! Hat Gott Gedanken über den Teufel, über Dämonen? Ja, ja, ja, ja!

Gott hat Antworten, die er uns gibt in seinem Wort für alle Dinge in diesem Leben. Es gibt haufenweise Dinge, die Gott weiß, die in diesem Buch nicht stehen. „Sola scriptura“ bedeutet nicht: Alles, was gültig ist, ist in diesem Wort. Es gibt viele, viele Dinge, von denen wir keine Ahnung haben und von denen wir auch jetzt keine Ahnung haben müssen. Wofür musst du wissen, wie man Galaxien in der Bahn hält?

Für was brauchst du das? Du musst dein Leben in die Bahn bekommen! Wie man Galaxien lenkt, das kannst du später dann von Jesus lernen. Und so gibt es tausende von Dingen, von denen wir keine Ahnung haben und Gott sagt: Ich belaste euch damit nicht, weil ihr das nicht braucht.

Aber wie man seine Frau lernt zu lieben nach Jahrzehnten, das bringe ich euch Männern bei.

Und, und, und, und, und. Und wie man mit Finanzen gesegnet umgeht. Und wie man das und wie man das und wie man das. Und wie man mit seinen Augen umgeht. Wie man mit seinen Ohren umgeht. All das bringe ich euch bei, weil ihr das braucht hier für das Leben auf dieser Erde. Und der Rest, da haben wir dann die Ewigkeit Zeit dann von Gott zu lernen. Und da werden wir bestimmt interessante Physikstunden haben und Chemie und Bio und der wird uns Dinge erzählen – wir sagen: Das ist ja alles noch viel großartiger und fantastischer als wir uns das überhaupt je träumen könnten! Was für ein Genie ist unser Gott! Wow!

Wir werden die Ewigkeit brauchen um Gott kennenzulernen.

Aber jetzt gibt er uns die Dinge, die wir brauchen für Hier. Und Erneuerung des Denkens, das ist …

Amos 3,3
Wie können zwei miteinander gehen, sie seien denn einig zuvor?

Weil Gott sich nicht verändert, wir sollen aber mit ihm gehen, bleiben nicht mehr viele übrig, die sich ändern müssen. Das sind wir! Wir müssen uns ändern, unsere Denkweise, unsere Sichtweise, unser Verständnis, was ist richtig, was ist falsch, was ist dies, was ist das? All das finden wir im Worte Gottes und wir werden den Jünger anweisen, indem wir ihm Hausaufgaben geben. Und sagen: So, pass auf, lieber Jünger, du kriegst jetzt 4 Wochen Zeit und du machst mir ein Bibelstudium z.B. über das Kreuz. Was sagt die Bibel über das Kreuz? 4 Wochen hast du Zeit, zeig mir deine Ausarbeitung. Was hast du gefunden in der Bibel und vorallendingen was sind deine Konsequenzen aus dem, was du gefunden hast?

Und wir sind gnädig. Und wenn er sagt: Du, ich habe viele Überstunden im Moment, also 4 Wochen ist ein bisschen knapp – kein Problem, 6 Wochen. Aber in 6 Wochen liegt das Ding auf dem Tisch.

Wir geben ihm Hausaufgaben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (75:00 bis 80:00)

Das ist auch mehr als jeden Tag ein Kapitel lesen oder zwei Kapitel lesen oder drei Kapitel lesen, sondern es ist etwas ganz, ganz Praktisches und Tiefergehendes.

Lasst uns einmal zu Röm 12 gehen und inzwischen kann ich schon mal bemerken, es wird etwas länger dauern heute. Aber ihr seid freiwillig da, und jeder darf zu jeder Zeit aufstehen, sich strecken, Dehnübungen machen. Bloß nicht schwatzen mit dem Nachbarn, aber sich hinstellen und mal Lockerungsübungen machen, da hab ich kein Problem, zwischendurch mal rausgehen, auf Toilette, mach, was du möchtest, du bist frei, ich hab dich nicht gezwungen, hier her zu kommen.

Röm 12. Aber was du nicht solltest: „Der hat aber lange gemacht!“ – Hej, ich bin hier an diesem Wochenende, und ich versuche so viel wie es geht reinzupacken. Und ihr werdet Jahre brauchen, das zu verdauen und umzusetzen, wovon ich hier geredet habe. Jahre wird das dauern! Aber schon nach ein paar Monaten, wenn ihr es umsetzt, werdet ihr sehen: neue Freiheit, neues Licht, neue Dimensionen, neue Dimensionen der Gegenwart Gottes, die ich alleine zu Hause erleben darf.

Röm 12,2a
Seid nicht gleichförmig (oder angepasst) dieser Welt.

Welt ist ein geistliches System, in dem wir gelebt haben. Und dieses System ist ein böses System. Dieses System wird gelenkt und geleitet vom Gott dieser Welt, und das ist der Teufel.

2 Kor 4,4
den Ungläubigen, bei denen der Gott dieser Welt5 den Sinn6 verblendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist, nicht sehen.

Und bitte beachte: Nach Ostern, nach dem Kreuz, nach dem Sieg Christi auf Golgatha nennt Paulus den Teufel immer noch „Gott dieser Welt“. Er ist jetzt illegal, er ist entmachtet, und wir dürfen lernen zu herrschen als Christen über ihn, aber er ist immer noch Gott dieser Welt. Und bis Jesus wiederkommt, und wie es in Offenbarung dann heißt – „seine Macht antritt“ – wird der Teufel bleiben. Aber dann tritt Jesus seine Macht an und der Teufel wird gebunden werden und er kommt ins Gefängnis für 1000 Jahre. Und Gott wird regieren durch Christus hier auf der Erde.

Und das wird die herrlichste und befreiendste und heilsamste und kreativste Phase der Menschheit auf diesem Planeten sein. Für 1000 Jahre. Und alle werden – wir sind ja noch kundig und wissen, was ist im Jahre 2018 passiert und was ist dann und dann passiert, die sind ja nicht irgendwie – die haben ja noch ein Geschichtsbuch, und es gibt noch Archive, es gibt noch ein Verständnis, was war vor 100 Jahren, was war vor 200 Jahren usw. Und die werden sagen: Was begonnen hat mit der Wiederkunft Christi, das hat es auf der Erde noch niemals gegeben. So eine Freiheit, so eine Reinheit.

Machst du dir eigentlich Gedanken über Tausendjährige Reich?

Wie sieht das Internet aus im Tausendjährigen Reich? Du sagst: Internet?

Ja, vielleicht eine Fortentwicklung von dem primitiven, was wir heute haben, aber es wird doch Kommunikation geben! Es wird Erziehung geben, es wird Schule geben, es wird Wissenschaft geben, es wird Gesetze geben. Wir regieren mit Christus über Ungläubige – das ist, was die Bibel sagt!

Hallo?

Und deswegen gibt es Universitäten, deswegen gibt es Ausbildungen, deswegen gibt es Unterhaltung – die sehr anders aussehen wird als Hollywood heute. Sehr, sehr anders. Und es gibt bestimmte Dinge, die werden nicht genannt. Bestimmte Dinge, die werden nicht gezeigt. Es gibt Gesetze, die werden nicht erlassen, weil Christus regiert. Was denkst du, was mit Abtreibungsgesetzen passiert?

Alles weg!

220 Regierungen in einem Schlag gewaltsam abgesetzt – das ist Revolution!

Die größte Revolution steht noch bevor, dagegen war die Wende in der kommunistischen Welt, das war harmlos. Und Christus wird regieren und er wird die Gerechtigkeit aufrichten in den Nationen. Das ist, was die Bibel sagt.

Aber wir sind so verhaftet im Diesseits, das wir noch nicht mal imstande sind, uns von heute 200 Jahre in die Zukunft zu versetzen und das ernst zu nehmen, was die Bibel über das Tausendjährige Reich sagt. Geschweige denn von der Ewigkeit, von dem Himmel.

Unser Erbe ist im Himmel, wir sinnen nicht auf das Irdische, wir sinnen auf das Himmlische, von wo wir Christus erwarten, das ist, was Paulus sagt.

Aber unsere ganze Gesinnung ist zugemüllt von diesem ganzen Werbezeugs und von Hollywood und von all diesen Sachen. Und wenn einer von diesen Dingen dann anfängt zu reden: „Hä? Das finde ich jetzt aber strange? Internet im Tausendjährigen Reich!? Wo hat der denn das her? Wo ist denn das in der Bibel?“

Ja, so reagieren Leute! Und sagen: Ja, das ist aber jetzt sehr weit hergeholt!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (70:00 bis 75:00)

Und das wollen wir dem Jünger beibringen. Dass das Wort vom Heiligen Geist in aller Freiheit benutzt werden kann zu überführen und zu motivieren und neue Wünsche und neue Gelüste in uns entstehen zu lassen.

Gott handelt durch das gesprochene Wort. Das ist am Anfang als die Galaxien entstanden sind durch das Wort Gottes. Als Gott sprach: „Licht sei!“

Und nur durch Sein Wort ist das Licht entstanden. Und seit diesem Moment rast es mit der bekannten Lichtgeschwindigkeit durch das All. Und das sind 330.000 km pro Sekunde. Das ist ziemlich schnell. Schneller als die Polizei erlaubt.

Und die Sterne sind entstanden, weil Gott gesprochen hat. Der hat die nicht geknetet mit den Händen. Er spricht und es steht da. Und du bist als neue Schöpfung entstanden, weil Gott Sein Wort gesandt hat und du hast dieses Wort angenommen und deswegen bist du von neuem geboren.

Und nicht nur handelt Gott durch das gesprochene Wort – Er will, dass wir Seine Nachahmer sind und dass wir lernen durch das gesprochene Wort zu handeln.

Was ist der neue Bund?

Jes 59, 21a
[…] dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der HERR: Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe

Das ist der neue Bund. Und Jakobus sagt: Durch unsere Wort steuern wir unser Leben.

Jak 3,2
Denn wir alle straucheln oft3. Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln.

Das ist die praktische Anwendung von diesem Geheimnis: Nicht nur Gott arbeitet durch das gesprochene Wort, wir arbeiten auch mit und durch das gesprochene Wort.

Der Heilige Geist braucht Worte, mit denen er arbeiten kann. Wenn er überführen soll, er braucht Worte. Geschriebene Worte oder noch besser: Worte, die in Kühnheit, in Liebe, in Erbarmen, in aller Klarheit gesprochen worden sind.

Weil wir sind alle mehr oder weniger deformiert und kaputt gemacht worden durch Worte. Ist dir das mal bewusst geworden?

Worte der harschen, lieblosen, zornigen, ungeduldigen Korrektur von unseren Eltern, wobei wir die nicht anklagen wollen, die haben es auch nicht besser gewusst. Durch unsere Lehrer, Kindergarten, Sonntagsschulonkel oder -Tante. Worte der Korrektur gemischt mit negativen Gefühlen wie Ablehnung, Verachtung, Beschämung, Verurteilung, Ausgrenzung – durch diese Worte sind wir kaputt gemacht worden.

Genau genommen nicht durch diese Worte, sondern durch unsere verkehrte Reaktion auf diese Worte.

Indem wir falsche Schlussfolgerungen gezogen haben: Wenn das Autorität ist, ich mach meine Herz zu, ich werde nie wieder erlauben, dass irgendjemand mir sagt, wo es lang geht.

Und diese Entscheidungen treffen wir in ganz frühen Jahren. Und dann bunkern wir die und speichern die tief ab und wir wissen nichts mehr davon, aber diese Entscheidungen sind da, und sie prägen unser ganzes Leben. Und wenn nicht der Heilige Geist kommt, wenn wir nicht Licht hinein lassen in unser Innerstes, dann werden wir mit dieser Haltung ins Grab gehen.

Aber wenn wir uns öffnen für den Heiligen Geist, wenn wir Leben mit dem Wort Gottes wie Gott geboten hat, dass man mit seinem Wort umgehen soll, dann kommt die Wahrheit. Und wir entdecken Lebenslügen, die uns verkrüppelt haben. Und wir entdecken wie schädlich sie sind. Sie waren so logisch, sie waren so einleuchtend.

Als ich anfing mit dem Wort Gottes zu leben, so wie Gott gebietet, dass man damit leben soll, eines der ersten Dinge, die mir bewusst geworden sind, ist diese Lüge, die hochgekommen ist, die ich irgendwann mal beschlossen habe. Das sind heilige Schwüre: Das Schlimmste im Leben ist verletzt zu werden. Und deswegen musst du alles dransetzen, nie wieder verletzt zu werden.

Das klingt so logisch, das klingt so einleuchtend, und es ist völlig verkehrt.

Das Schlimmste im Leben ist nicht verletzt zu werden, das Schlimmste im Leben ist verletzt zu werden, und nicht mit Vergebung zu reagieren. Das ist das Schlimmste.

Nicht was andere mit uns gemacht haben, macht uns krank und kaputt – sondern wie wir darauf reagiert haben: Härte, Gnadenlosigkeit, Rebellion, Stolz, Unabhängikeit – das sind die Dinge.

Und das Gefährliche an diesen Sachen ist, die sind in uns – und wir haben keine Ahnung.

Wir wissen das überhaupt nicht. Aber wir haben den Heiligen Geist, und Er arbeitet ins uns, und er arbeitet im Herzen unseres Jüngers, indem wir ihn einfach nur trainieren, wie er mit dem Wort umgehen soll. Und das ist weitaus mehr als das Kalenderblatt.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (65:00 bis 70:00)

Durch klare, mutige, leidenschaftliche, messerscharfe Verkündigung soll die Furcht Gottes auf die Gemeinde kommen – das ist die Aufgabe von Leiterschaft. Bitte merkt euch das. Das ist euer Job!

Und so kommt die Furcht Gottes in die Gemeinde.

Nicht mit „heititeiti“!

So.

Wieso können die nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen? Jetzt kommt der eigentliche Hammer:

2 Tim 3,8b
so widerstehen auch sie der Wahrheit

Die wollen gar nicht die Wahrheit! Die haben bei allen ihren christlichen Aktivitäten in ihrem Herzen noch nie den Schalter umgelegt: Christsein heißt, der Wahrheit verpflichtet zu sein, Christsein heißt, ich bin entschieden, ich werde jetzt lernen, der Wahrheit zu gehorchen. Das haben sie noch niemals vollzogen in ihrem Herzen, sondern sie haben die Haltung: Was ich mache und was ich für richtig halte und was ich für wahr halte, das bestimme immer noch ich – da kannst du predigen, was du willst. Am Ende bestimme ich.

Und das ist das Gegenteil von Jüngerschaft. Der Jünger sagt: Okay, sagt mir, wo es langgeht. Was soll ich tun? Wo geht’s lang? Was ist das Wort des Herrn für mich? Was brauche ich jetzt? Sag du mir, du bist weiter als ich, du kennst mehr von meinen Problemen als ich selber, sag du mir, wo ist der Weg raus aus diesen Dingen?

Das ist die Haltung der Belehrbarkeit, das ist ein Jünger.

Diese Leute widerstehen der Wahrheit. Sie sagen: Predige was du willst über sexuelle Reinheit, über Geld, über dies und das – am Ende entscheide immer noch ich! Und wenn mir deine Predigt nicht gefällt und wenn mir der Bibelvers nicht gefällt, ich mache, was ich will.

Und das nennt die Bibel „Stolz“.

Und wir haben schon gelernt: Gott widersteht dem Stolzen.

1 Petr 5,5b
Denn „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade“.

Da kann der von Gottesdienst zu Gottesdienst sich hangeln und kann zu Seminaren gehen und kann machen, was er will. Sein Kopf wird angefüllt mit viel, viel Wissen, und er kann andere volltexten, die auch keine Ahnung haben, was aus dem Geist ist und was aus dem Fleisch ist. Aber da ist keine Kraft da, da ist kein Leben da, da kommt nichts wirklich von Gott rüber, und es passiert überhaupt nichts. Sie sind verdorben in der Gesinnung.

2 Tim 3,8b
[…] verdorben in der Gesinnung (im Denken)

Ihre ganze Denkweise ist verkehrt. Das ist das Problem dieser Leute. Und deswegen sagt Paulus: Von diesen wende dich weg.

2 Tim 3,5b
Und von diesen wende dich weg!

So, warum habe ich diese Passage ausgewählt? Um zu zeigen, die Haltung zur Wahrheit entscheidet über alles! Wenn die Haltung zur Wahrheit falsch ist, kannst du Predigten hören, Bücher lesen noch und nöcher – es wird dir nicht wirklich helfen. Und es wird Zeit, dass wir einmal überlegen und prüfen, wie ist meine Haltung zur Wahrheit? Und warum ist das so grundlegend und so wichtig?

Der Gott, der uns gerettet hat, sagt von sich: Ich bin die Wahrheit.

Joh 14,6a
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Und dann sagt er: Ich gehe, und ich sende einen anderen, und der wird euer Lehrer sein, und der wird euch in alle Wahrheit führen.

Joh 16,13a
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten.

Und dann sagt er: Und ich gebe euch ein Buch, und das ist mein Wort, und dieses Wort ist die Wahrheit.

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Also, wo wir hingucken nur Wahrheit. Jesus die Wahrheit, der Heilige Geist ist der Geist der Wahrheit, das Wort Gottes ist die Wahrheit.

Und doch gibt es so viele Gläubige, die in dieser falsches Gesinnung leben: Sie stehen über dem Wort. Sie beurteilen das Wort Gottes und sie sehen hier hat der Paulus Probleme mit Frauen. Und hier das und hier das und sie beurteilen aus menschlicher Art und Weise.

Und jemand sagte: „Puh, also Wort Gottes. Ich bin auch durch die ganze Bibel gegangen, das hat mir nicht viel gebracht“. Und der Pastor sagt: „Okay, aber lass mal die Bibel durch dich gehen!“ Das macht den Unterschied.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (60:00 bis 65:00)

Oder wie Gemeinden sich einen Pastor suchen, die lassen welche vorkommen, sich vorstellen mit Casting und dann predigen die ihre schönste Predigt und dann wird abgestimmt und das ist jetzt unser neuer Pastor. Und der hat keine Beziehung zur Gemeinde, die Gemeinde hat keine Beziehung zu ihm, die wissen nicht, wie der tickt und nach einem halben Jahr kommt raus, was da alles noch nicht stimmt und was da alles kaputt und krank ist und nicht geheilt ist und da haben wir den Schlamassel. Und dann müssen wir den entlassen – und dann fängt das Spiel wieder von vorne an!

Wann hören wir mit diesem Zeug auf?!

Immer wieder lese ich Inserate und Stellenbeschreibungen, und sie denken, das ist wie eine Jöbbörse. Und so kann man einen geistlichen Dienst — ich sage: So funktioniert es: Komm in die Gemeinde, diene hier, fange hier ganz unten an, dein Diplom interessiert uns überhaupt nicht. Und dann wollen wir sehen, wie dein Herz für die Gemeinde ist. Und wir wollen sehen, wie dein Leben ist und daraus kommt dein Dienst.

Wenn wir das so tun würden, viele Katastrophen würden wir uns schenken und sparen. Aber wir haben eine weltliche Gesinnung und wir machen das wie in der Welt: „Na, wenn der 5 Jahre in XY war oder dieses Papier hat, dann muss der ja gut sein“.

Aber welche Probleme der hat, das erzählt der nicht in seiner Predigt! Und der holt die beste Konserve raus und frischt die nochmal auf in der Mikrowelle und präsentiert uns die dann und wir denken: Boah, was für eine tolle Predigt, den Mann brauchen wir.

Wir brauchen nicht den, der schön predigt. Wir brauchen den, der Fürbitte tun kann, der den Mut hat zu ermahnen, der den Mut hat, in das Leben hineinzusprechen, der dienen kann, der die Gemeinde tragen kann auf den Schultern. Das ist, was wir brauchen. Und nicht einen Entertainer, der da irgendwie coole Gesten machen kann und irgendwie uns beeindrucken kann. Wir brauchen solche Schaumschläger nicht. Wir brauchen Menschen mit Substanz, die Gott kennen. Das ist, was wir brauchen. Aber die Gemeinde wird wie ein Geschäft heute gehandhabt.

Okay, ich bin ab vom Thema. Ich bin ja noch gar nicht an dem heißen Punkt, wir müssen weiter in 2. Tim 3. Ich komme immer wieder davon ab. Wo waren wir? Begierden! Von Begierden getrieben.

2 Tim 3,6
Denn von diesen sind die, die sich in die Häuser schleichen und lose Frauen3 verführen – die4 mit Sünden beladen sind, von mancherlei Begierden getrieben werden,

Das ist aber noch nicht das Ende. Das ist noch nicht die eigentliche Wurzel. Dann sagt er erstmal etwas ganz schockierendes!

2 Tim 3,7a
[die] immer lernen

Wir denken, na, da ist doch jetzt mal endlich was Positives. Vorher haben ja viel Schrott gehört von diesen Leuten, aber jetzt hier: Die lernen, und zwar immer! Ja, Hallelujah! Ja, dann wird’s ja was, wenn sie lernen. Was sagt Paulus?

2 Tim 3,7
immer lernen und niemals zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können.

So wenn die wollen – die können nicht!

Und wir haben schon gelernt: Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Die können nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, d.h. die können nicht frei werden. Was immer sie plagt: Zwanghafte Selbstbefriedigung, Drogen, Alkohol, schmutzige Redeweisen, verseuchte Phantasie – was auch immer sie plagt, sie können nicht frei werden. Sie können nicht! Und wenn sie tausendmal wollen, sie können nicht!

Ja, wie geht denn das? Die lernen doch! Irgendwann muss doch mal der Groschen fallen? Wenn auch pfennigweise, aber irgendwann muss doch mal was ankommen?!

Paulus sagt: Null Chance.

Ist das nicht skandalös? Ist das nicht erschreckend? Ein Christ bemüht sich und dann kommt der Apostel Paulus und sagt: Kannst du alles vergessen!

Ja, der fährt zu Konferenzen, der geht zu Seminaren, der gibt viel Geld aus für sein geistliches Wohlergehen?!

Und Paulus guckt sich das an und sagt: Es ist alles umsonst!

Ist das nicht schockierend!

Paulus, wie kannst du so hart sein?!

Paulus ist nie „hart“, weil Paulus Jesus kannte und Jesus ist nicht „hart“. Jesus ist nur klar. Und viele Leute verwechseln Klarheit mit Härte. Und sie können ein klares Wort nicht ertragen. Und dann sagen sie: Das war aber jetzt „hart“.

Gott ist nicht hart – Gott ist barmherzig. Gott ist freundlich. Gott ist willig zu helfen. Seine Hand ist immer ausgestreckt. Aber die kommt nicht so wie wir uns das wünschen. Die kommt so wie Er meint, wie sie richtig ist. Gott ist nicht hart.

Aber weil wir uns so sehr mit unserem Fleisch identifizieren, das rebellieren will, das aufbegehren will, das seine Unabhängigkeit verteidigen will und durch diese Art von Führerschaft, durch diese Art von geistlicher Leitung und dieser Art von Verkündigung, da merkt das Fleisch: „Ja, also hallo, dann ist aber mit meiner Freiheit zuende. Da kann ich ja nicht mehr wie ich will“.

Und weil sie sich mit dem Fleisch identifizieren, darum sagen sie: Das ist hart.

Das ist die Stimme des Fleisches. Das Fleisch jammert: Ist das hart! Wenn so immer verkündigt wird, in dieser Gemeinde, ja, wo bleibe denn da noch ich?!

Hallo?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (55:00 bis 60:00)

Auch da wäre ein „Amen“ gut.

Amen.

Jetzt geht es mehr um das Innerliche dieser Leute: Vers 6 am Ende.

2 Tim 3,6b
von mancherlei Begierden getrieben …

Warum ist das so krass? Weil das Evangelium der Weg ist, wie wir nicht mehr beherrscht werden, sondern wie wir jetzt herrschen.

Nicht von Begierden getrieben werden, sondern wir herrschen über Begierden.

Röm 6,12
So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.

Egal was das ist. Ob das die Begierde ist: Ich will hier ganz groß rauskommen, ich will, dass alle mich liebhaben, ich will angesehen sein, ich will wertgeschätzt werden – oder ob das unreine Begierden sind oder Begierde nach Geld. Das Evangelium ist die Antwort Gottes oder der Weg Gottes wie ein Gläubiger lernt zu herrschen und nicht mehr beherrscht wird.

Röm 5,17
Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Wenn wir die Fülle der Gabe der Gerechtigkeit und der Gnade empfangen, dann herrschen wir in diesem Leben.

Und ich sag immer gerne, weil ich kenne es aus der Vergangenheit: Beherrscht zu werden von Verdammnis, von Depression, von Selbstzweifel, von Menschenfurcht, von unreinen Begierden – ich weiß, was es heißt, beherrscht zu sein. Und ich weiß, was es heißt, frei zu sein.

Und ich kann jedem von euch hier versichern, frei zu sein ist so viel schöner als beherrscht zu sein.

Weil wenn du beherrscht wirst, du läuft immer mit einem schlechten Gewissen rum und du denkst, wenn die rausfinden, was in meinem Leben los, wenn die wissen, wie es wirklich in mir aussieht, wenn die wissen, was ich zu Hause treibe, was ich mir da im Internet reinziehe, was ich für Dinge tue – wenn die das wüssten, die würden alle total umkippen.

Wie ich immer gerne sage: Zu viele Leute in der Gemeinde singen das Rumpelstilzchen-Lied: „Ach wie gut, dass niemand weiß …“

Und holen alle Kraft zusammen, um am Sonntagmorgen für 1,5 Stunden ein siegreiches Lächeln aufzusetzen. Deswegen darf der Gottesdienst nicht zu lange sein, weil 1,5 Stunden, da ist das Limit und dann bröckelt die Fassade und dann schnell nach Hause. Das ist doch nicht normal, ihr Lieben. Das ist nicht die Freiheit der Kinder Gottes. Und deswegen sind so viele Häuser verschlossen und deswegen gibt es so viele Leiter, die ihr Haus nicht öffnen und sie verstehen das völlig falsch, was das Wort sagt: Älteste sollen gastfrei sein.

1Tim 3,2
Der Aufseher nun muss untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfrei, lehrfähig

Sie meinen, das bedeutet „frei von Gästen“ – nein! Es bedeutet, das Haus ist offen und sie sind bereit, ihr Haus zu teilen und jeder kann einmal hineinschauen. Siehst du, was oberflächliche Exegese für Konsequenzen hat, wenn wir nicht richtig studieren, was das Wort meint.

So wichtig, dass wir offene Häuser haben und die Leute können kommen, wie wir im Alltag sind, wie wir da mit den Kindern umgehen, wie wir da mit dem Ehepartner umgehen. Die Leute sollen das sehen! Wir haben nichts zu verbergen. Und wir sind ein Vorbild. Das ist, was Leiterschaft ist: Vorbild der Herde.

1Petr 5,3
nicht als die, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet!

So leiten wir. Und unsere Autorität, die wir von Gott bekommen, kommt durch unser vorbildliches Leben. Nicht weil wir den Titel haben, weil wir studiert haben, weil wir ein Diplom haben, hängt im Büro – guck, da steht’s – ich bin jetzt der und der und ich habe das und das und ich habe diesen Titel und ich bin jetzt Pastor.

Ich sage immer: Möchtest du Gott beeindrucken mit Titeln? Meinst du der Teufel ist beeindruckt mit Diploma?

Ein junger Mann schreibt mir und sagt: Wo empfiehlst du mir, wo könnte ich irgendwie lernen, mich für den geistlichen Dienst vorzubereiten?

Ich sage: In Deutschland fällt mir nur eine Adresse ein: Gehe ins Glaubenszentrum nach Bad Gandersheim.

Ja, aber da kriegt man kein Diplom, das wird nicht anerkannt!

Ich sage: Für was brauchst du ein Diplom? Möchtest du damit Gott beeindrucken? Möchtest du den Teufel beeindrucken? Für was brauchst du ein Diplom? Was willst du?

Ende – kam nichts mehr – das war das Ende unserer Email-Konversation.

Leute wählen den geistlichen Dienst wie irgendeinen anderen Beruf! Und sie müssen einen Universitätsabschluss vorweisen und sie denken, das garantiert, dass sie ein gutes Gehalt kriegen. Jede Gemeinde, die klar im Kopf ist, ist überhaupt nichts von sowas beeindruckt. Sie sagt: Pass auf, wenn du denkst, du sollst in dieser Gemeinde dienen nach deinen drei oder fünf Jahren geistlicher Ausbildung – wunderbar! Komm in die Stadt, such dir eine Wohnung, such dir einen Halbtagsjob, fang an halbtags nebenbei ehrenamtlich in der Gemeinde mitzuarbeiten. Und dann schauen wir, wie sich alles entwickelt und dann schauen wir vom Herrn, wo dein Platz ist. Und vielleicht dann nach einem Jahr oder zwei, dann darfst du auch mal predigen oder vielleicht geben wir dir die Jugend oder du kommst in den Lobpreis – dann schauen wir mal.

Aber nicht: Hier bin ich, hier ist mein Diplom, und wo ist jetzt meine Position?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (50:00 bis 55:00)

Aber wenn ich dann sage: In der Jüngerschaft werden wir sagen, welche Bücher er liest und welche nicht.

„Ja, das find ich jetzt aber krass. Das riecht ja schon ganz schön nach Sekte!“

So reagieren dann Leute, weil sie ihre Unabhängigkeit verteidigen wollen, weil sie immer noch sagen im Herzen: Ich mache, was ich will und du hast mir gar nichts zu sagen.

Das ist Rebellion. Unbelehrbarkeit. „Ich mache am Schluss das, was ich für richtig halte“.

Nein, ein Jünger ist ein Belehrbarer. Und wir sagen: Pass auf, hier ist gute Literatur, die ist geprüft. Dein geistlicher Geschmack ist noch nicht entwickelt, du kannst Gefallen finden an Dingen, die schrecklich sind und die Gott für völlig zerstörerisch hält, aber wir haben ein bisschen mehr Erfahrung und wir sortieren für dich vor. Und hier ist unsere Liste von Büchern. Und das wirst du durcharbeiten in den nächsten Jahren. Und wenn du dann einmal groß bist, dann kannst du selber entscheiden, welche Bücher du liest.

Wie verantwortungsvolle Eltern auch sagen, welche Programme im Fernsehen die Kinder schauen und welche nicht.

Ist das ein Missbrauch unserer elterlichen Autorität? Ist das Unterjochung, Versklavung?

Nein, das ist unsere Liebe zu den Kindern, sie zu schützen vor Dingen, die Gift sind. Und Eltern, die ihre Kinder ins Internet und vor den Fernseher lassen ohne Aufsicht und ohne Raster, was geht und was nicht geht, sind extrem lieblose und verantwortungslose Eltern.

Da hätte ich jetzt mal gerne ein „Amen“ drauf. – Amen – Okay, gut, dann verstehen wir uns.

Wir sind noch immer bei 2 Tim 3 – wir sind ja noch nicht an der Wurzel des Problems angekommen.

Paulus geht von außen nach innen. Er beschreibt ihren Lebensstil. Das, was man von außen sehen kann. Und nachdem er gesagt hat, sie haben die „Form der Gottseligkeit, deren Kraft aber verleugnen“, sagt er schon mal vorab: Von diesen wende dich weg.

2 Tim 3,5
die eine Form der Gottseligkeit2 haben, deren Kraft aber verleugnen. Und von diesen wende dich weg!

Wir werden unserem Jünger sagen, mit wem er Gemeinschaft hat und mit wem nicht. Und er wird keine Gemeinschaft haben, so lange er bei uns in Jüngerschaft ist, mit Leuten, die Spötter sind und die das Wort Gottes mit Füßen treten und die sagen: Hej, ihr seid doch blöd und das muss man doch nicht wörtlich nehmen und das ist doch nicht gedacht fürs Leben, das ist nur, damit der Prediger was zu predigen hat, aber das kann man doch nicht wirklich umsetzen.

Spötter!

Und was sagt das Wort Gottes wenn wir bei den Spöttern sitzen? Es wird uns nicht gut gehen.

Ps 1,1
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt

Und deswegen werden wir sagen: Pass auf, ja, dein Kumpel, der sich auch bekehrt hat, der hat Riesenprobleme, aber du bist nicht der, der ihm helfen kann, weil du ganz ähnliche Probleme hast, und wir arbeiten an deinen Problemen. Und wenn er in Jüngerschaft gehen möchte, dann darf er das gerne tun, aber denk nicht, du hilfst ihm raus.

Schlechte Gemeinschaft verdirbt gute Sitten.

1 Kor 15,33
Irrt euch nicht: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.

So, wir werden genau darauf schauen: Mit wem hat der Gemeinschaft? Und für viele Leute ist das alles so krass, was ich hier erzähle. Aber es ist nur deswegen krass, weil das Wort dir nicht vertraut ist. Weil du noch so geprägt bist von Unabhängigkeit und „ich mache, was ich will“ und die Gemeinde ist doch kein KZ und kein Gefängnis.

Nein, die Gemeinde ist ein Ort, wo du heile wirst. Und du wirst heile, indem man dir beibringt, in den Bahnen des Wortes Gottes zu leben. Weil die Wahrheit frei macht, weil die Wahrheit segnet. Nirgendwo ist mehr Segen zu finden als in der Ordnung Gottes.

Und ich betone es immer wieder: Die Entscheidung für Jüngerschaft kommt freiwillig, weil wir Jüngerschaft gepredigt haben, den Segen der Jüngerschaft und Leute irgendwann aufwachen und sagen: Das wäre die Chance aus meinem Schlamassel rauszukommen – hier bin ich – ich möchte ein Jünger sein.

Mit denen arbeiten wir! Wir zwingen niemandem Jüngerschaft auf, das funktioniert nicht.

Und dann sagen wir: Pass auf, wenn du meinst, jetzt wird es zu krass – und wenn du meinst, wir greifen auf eine Art und Weise in dein Leben ein, die dir nicht gefällt, du hast die Freiheit, an jeder Stelle des Prozesses auszuchecken. Du bist frei. Aber so lange du dabei bist, bestimmen wir die Spielregeln.

Das habe ich von Jesus gelernt. Und viele Leiter zucken zusammen und sehen sich schon auf der Titelseite der Bildzeitung: „Sektenführer manipuliert seine Gläubigen“ – und erpresst ihnen das Geld und raubt ihnen jede persönliche Freiheit.

Menschenfurcht und Menschengefälligkeit hindert uns, unsere geistliche Autorität wahrzunehmen. Und deswegen sind wir die allerersten, die freigesetzt werden müssen, dass wir nicht von solchen Dingen eingeschüchtert werden. Einschüchterung ist eine massive Waffe des Teufels. Und wenn du noch nicht gelernt hast, diese Waffe zu brechen, dann wirst du nicht in der Freiheit dienen können.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (45:00 bis 50:00)

Joseph Prince lehrt tatsächlich: Bei der Bekehrung überführt der Heilige Geist den Ungläubigen über seine Sünde, und dann bekehrt der sich, und dann überführt der Heilige Geist nie mehr von Sünde.

Wir denken, wie kann jemand, der sagt, ich glaube an Jesus, ich glaube an die Bibel – wie kann der sich Zeit nehmen, einem solchen Menschen, ob in Videos, in Fernsehprogrammen oder in Büchern – überhaupt nur 5 Minuten zuzuhören? Wofür?

Er kennt Gott nicht, er kennt sein Wort nicht – warum soll ich meine Zeit verschwenden, von einem solchen Menschen, der andere irre leitet, weil er selber irre geleitet ist – warum soll ich von dem lernen? Warum? Was könnte ich von dem lernen?

Wenn jemand ein Mann Gottes ist, und ist im reifen Alter, und er kennt nicht mal solche elementaren Dinge – was willst du von dem lernen?

Und wenn da auch viele Dinge sind, die er schreibt, die gut sind, wenn jemand das nicht versteht, dass der Heilige Geist auf eine Art und Weise uns vorwärts bringt: Indem er immer wieder neu sein Licht scheinen lässt und uns überführt und uns Dinge zeigt, wo wir dachten, dass die bisher passen – und auf einmal verstehen wir: Die passen nicht! Die sind nicht Christus-gemäß, und Gott hat auch davon mich erlöst, und ich muss umkehren und muss das raustun aus meinem Leben, weil es Ihm nicht gefällt. Das ist Heiligung.

Heiligung ist: Das Licht Gottes scheint, und wir reagieren auf das Licht.

Joh 17,17a
Heilige sie in der Wahrheit!

Und er geht soweit zu sagen, da ist kein einziger Vers in der Bibel, den du benutzen könntest, um mir zu beweisen, dass Gott von Sünde überführt.

Dieser Mann kennt die Bibel nicht.

Und er ist einer der gefährlichsten Irrlehrer, und er erfüllt genau das, was Judas prophezeit hat: Leute schleichen sich ein, und sie missbrauchen die Gnade Gottes.

Judas 4
Denn gewisse Menschen haben sich heimlich eingeschlichen, die längst zu diesem Gericht4 vorher aufgezeichnet sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren und den alleinigen Gebieter und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.

Sie pervertieren die Gnade Gottes zu Ausschweifung. Die Gnade wird auf einmal eine Lizenz zu einem unbedenklichen, leichtsinnigen Leben ohne Besonnenheit. Weil es gibt ja Gnade – Gott hat vergeben. Gott hat alles vergeben. Hat sogar schon deine Sünden, die du noch gar nicht begangen hast, vergeben. Und deswegen ist es Sünde, deine Sünde zu bekennen.

Das sagt dieser Mann!

Ja, da muss doch jeder Neubekehrte sagen: Hallo?! Jetzt ist aber genug!

Und das ist ein Weltbestseller!

Und Leute kaufen dieses Zeug und sind begeistert und ernähren sich von diesem Zeug. Und wenn du dann versuchst, mit ihnen zu reden, die sind schon so intoxikiert, vergiftet durch dieses Zeug, dass sie nicht mehr normal ansprechbar sind.

Sie sind „die Gerechtigkeit Gottes“ – du kannst mir nix sagen.

Und sie verwechseln diesen wunderbaren Stand, den wir haben in Christus, dass wir gereinigt sind, dass wir frei sind und vor Gott stehen dürfen als hätten wir nie gesündigt – verwechseln das mit dem tatsächlichen Stand ihres Charakters und ihrer geistlichen Entwicklung und dass was jeder Mann von ihnen von außen sehen kann. Sie verwechseln das. Und sie sagen: Wir sind geheiligt in Christus und alles ist fertig.

Aber die Bibel sagt: Wir sind geheiligt, wir sind im Prozess, geheiligt zu werden und wir werden geheiligt sein. Das ist, was die Bibel sagt über Heiligung.

Natürlich gibt es Verse, die davon reden: Wir sind in Christus geheiligt.

Aber dann gibt es genau so Verse, die sagen: Jetzt heiligt euch! Vollendet die Heiligung in der Furcht Gottes!

Und sie sagen: Nein, Heiligung ist kein Prozess, Heiligung ist ein Geschenk und fertig, aus und nix.

Und Leute werden verwirrt mit sowas.

Und übrigens, das will ich mal zwischendurch sagen: Jüngerschaft heißt auch: Wir sagen unserem Jünger, was er in der Bibel zu studieren hat und wir sagen ihm, welche Bücher er zu lesen hat. Und welche Bücher er nicht zu lesen hat.

„Ja, das find ich aber krass! Das find ich ja schon ganz schön bevormundend. Ich meine, der hat ja auch seinen freien Willen“.

Nein! Das ist ein kleines Kind. Wenn du ein kleines Kind fragst, was möchtest du heute essen? – Haribo!

Was möchtest du morgen essen? – Haribo!

Was möchtest du übermorgen essen? – Haribo!

Und die Mama liebt das Kind zu sehr, so dass sie sagt: Wenn du jeden Tag Haribo isst, und das als Frühstück, als Mittag, als Abendessen, du wirst krank, armes Kind, das kann nicht funktionieren. Ich bin die Mama, ich weiß mehr als du, auch wenn du das nicht glaubst, aber ich weiß mehr als du, und ich bestimmte deine Diät.

Ist das eine missbrauchende Mama, eine autoritäre, unterdrückende, beherrschende Mama?

Nein, das ist eine liebevolle Mama!

Das verstehen wir alle.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (40:00 bis 45:00)

Sie verleugnen die Kraft Gottes! Das sind die Menschen, die z.B. solche Dinge sagen wie „Christen sind nicht besser, die haben’s nur besser“. Schon mal diesen Spruch gehört?

Christen sind nicht besser. Wir sind genau so wie alle anderen. Wir haben es nur besser. Unsere Zukunft ist heller und schöner usw.

Ist es das, was die Bibel sagt?

Die Bibel sagt: Wir leuchten wie Sterne am dunklen Himmel.

Dan 12,3
Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste; und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit gewiesen haben, leuchten wie die Sterne immer und ewig.

Wir sind Salz der Welt.

Mt 5,13a
Ihr seid das Salz der Erde

Wir sind Licht der Welt.

Mt 5,14a
Ihr seid das Licht der Welt

Maleachi, am Ende das Alten Testaments, er prophezeit, es wird wieder ein Tag kommen, wo man den Unterschied sieht zwischen denen, die Gott dienen und denen, die Ihm nicht dienen.

Mal 3,18
Und ihr werdet wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

Da ist ein Unterschied. Und der Unterschied besteht nicht darin: am Sonntagmorgen laufen die einen fromm mit der Bibel unterm Arm in den Gottesdienst und die anderen gehen auf den Sportplatz oder auf den Auto-Waschplatz.

Sondern der Unterschied ist: Ihre Redeweise. Ihre Verhaltensweisen untereinander. Womit unterhalten sie sich? Was sind die Dinge, die sie sich anschauen im Fernsehen und im Internet? Wie verhalten sie sich bei der Steuererklärung?

Da ist der Unterschied, ob Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit, ob Reinheit oder Unreinheit. Wenn ein Christ so einen Spruch benutzt: „Christen sind nicht besser, die haben’s nur besser“ – dann verrät er damit, er kennt überhaupt nicht das Evangelium. Er hat überhaupt nicht den Anspruch, unser Leben soll etwas zeigen, was die Heiden nicht haben, und wir leben zur Ehre Gottes. Er hat gar nicht den Anspruch.

Sie verleugnen die Kraft Gottes und sie sagen: Wir sind Menschen. Das ist nun mal so. Aber wir haben die Gnade!

Und für sie ist die Gnade wie ein weißes Tuch, was ihren ganzen Schlamassel zudeckt.

Aber Gnade ist nicht etwas, was Gott uns geschenkt hat, um unsere Kompromisse zuzudecken, Gnade ist die *Kraft*, unsere Kompromisse zu beenden! Das ist Gnade!

Der Lügner lügt nicht mehr. Der Ehebrecher bricht nicht mehr die Ehe. Der Betrüger betrügt nicht mehr. Der gestohlen hat, der stiehlt nicht mehr.

Das ist Gnade. Das ist die Kraft der Gnade, die verändert uns, dass wir zu einem Lebensstil kommen. Nämlich einem Lebensstil Christus gemäß. Weil unsere Berufung ist: Gott zu verherrlichen – nicht nur durch Lieder – sondern durch unser Herz. Und alles was aus dem Herzen kommt, und die Bibel sagt: Dein Leben wird von deinem Herzen bestimmt. Dein Leben kommt aus deinem Herzen.

Bewahre dein Herz mit allem Fleiß, weil daraus kommt dein Leben.

Spr 4,23
Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle4 des Lebens.

So, es geht Gott um das Herz.

Und es ist erstaunlich, wie langsam man sein kann im geistlichen Leben. Ich habe erzählt, dass ich eine dramatische Bekehrung erlebt habe. In einer Nacht von Finsternis zu Licht. Und fing an mit Jesus zu leben. Aber es hat ungefähr 15 Jahre gedauert, bis mir auf einmal – oder nicht „auf einmal“, aber es war ein Prozess – bis mir klar geworden ist, der Gott, der mich aus der Finsternis errettet hat, ist an meinem Herzen interessiert.

Es geht ihm um den Zustand meines Herzens. Darum geht es.

Und dann hab ich geforscht und studiert und erkannt: Der Gott, der „die Herzen erforscht“.

Jer 17,10
Ich, der HERR, bin es, der das Herz erforscht und die Nieren prüft, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Taten.

So haben sie in Apostelgeschichte Gott angebetet: „Du Herzenskenner aller, Du, der Du die Herzen erforscht“.

Apg 1,24
Und sie beteten und sprachen: Du, Herr, Herzenskenner aller, zeige von diesen beiden den einen an, den du auserwählt hast

So haben sie Ihn gekannt. Und das ist heute fast nirgendwo mehr vorhanden. Und darum gibt es kaum irgendeine Form von Gottesfurcht.

Und diese Leute haben einen äußeren Schein von Frömmigkeit, von Gottseligkeit, aber keine Kraft und sie sagen: Wie Kraft? Wir sind Menschen und wir sind nun mal so! Aber wir haben die Gnade, uns ist vergeben.

Ein völliger Missbrauch von Gnade! Und das ist sehr, sehr verbreitet in diesen Tagen.

Die Bücher von Joseph Prince sind Bestseller.

Und kaum einer vergleicht seine Idee von Gnade mit dem, was die Schrift sagt. Und kaum einer macht sich Mühe, wirklich in die Wahrheit hineinzukommen, die in der Schrift geschrieben ist.

Und wenn er solchen Blödsinn schreibt: „Der Heilige Geist überführt nicht mehr von Sünde“ – die Leute jubeln noch und sagen: Hallelujah, wunderbar!

Und merken nicht, dass das nicht der Heilige Geist der Bibel ist!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (35:00 bis 40:00)

Weil es von Gott ist, hat es die Natur Gottes. Und weil Gott der wahre Gott ist, deswegen ist auch Sein Wort wahr.

Und ich sagte es schon gestern: Die allermeisten Christen, wenn du sie fragst, ist die Bibel Gottes Wort? „Ja!“

Aber in der Praxis siehst du, sie stimmen Dingen zu, die gegen die Bibel sind, die gegen Gottes Ordnungen sind und sie kennen Gott nicht und sie sind getäuscht und verblendet über ihre eigenen Verhaltensweisen, über ihre eigenen Praktiken, und sie denken, das ist alles in Ordnung und wird abgewunken von Gott. Und das wird es nicht!

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.

Und wir werden viel, viel Zeit drauf verbringen, klar zu machen, welche Schlüsselrolle die Wahrheit im Leben des Gläubigen hat, und wie das aussieht, in der Wahrheit zu leben und mit der Wahrheit zu leben und von der Wahrheit wirklich geprägt zu werden.

Das Verhältnis, das der Jünger hat zum Wort, zur heiligen Schrift, entscheidet über Segen oder Fluch. Fleischliches Leben oder ein Leben zur Ehre Gottes. Über geistlichen Erfolg oder über Misserfolg – die Haltung zum Wort Gottes ist entscheidend.

Nicht das Wissen über die Bibel, sondern die Herzenshaltung.

Ich habe ja erwähnt, dass ich 12 Jahre Pastor war. Und etwas hat mich beschäftigt: Ich hab mich gefragt, wie ist das möglich, das sind zwei Leute in der Gemeinde, die kommen in dieselben Versammlungen, die hören dieselben Predigten, die sind in derselben Atmosphäre des Heiligen Geistes – singen dieselben Lieder – und der eine wächst und wächst und wächst und verändert sich und lässt Kindersachen hinter sich und wird reif und nach ein paar Jahren kannst du sehen, wie Segen von ihm immer mehr ausgeht und wie er ein Teil von Gottes Lösung und Gottes Antwort wird. Und der andere sitzt in derselben Atmosphäre und hat nach ein paar Jahren mehr Probleme als bei seiner Bekehrung, und 20 Jahre später hat er so viele Probleme und landet in der Klinik oder fällt vom Glauben ab oder alle möglichen Dinge in seinem Leben funktionieren nicht – mit Arbeit und Familie und Ehe usw.

Ich hab mich gefragt, wie kommt das zustande? Was ist die Antwort? Was kann man tun, um solche Katastrophen, die ich zuhauf erlebt habe, geistliche Katastrophen, wo Menschen Schiffbruch erlitten haben im Glauben – wie kann man das verhindern? Das war eine Frage, die mich umgetrieben hat.

Und der Heilige Geist hat eines Tages mir Licht gegeben.

2 Tim 3 – eine sehr, sehr wichtige, grundlegende Schriftstelle für das ganze Thema „Jüngerschaft“. Und Paulus beginnt damit, dass in den letzten Tagen bevor Jesus wiederkommt, schwere Zeiten eintreten werden.

2 Tim 3,1
Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere(1) Zeiten eintreten werden

Und dieses Wort „schwer“ wird eigentlich benutzt von „schwierigen Menschen“.

Elberfelder: (1)o. harte; o. böse; das griech. Wort bezieht sich sonst auf Menschen, mit denen schwer umzugehen ist; letztlich werden solche Menschen die „schweren“ Zeiten prägen

Schwierige! Es wird eigentlich nicht auf Zeiten normalerweise bezogen, sondern immer auf Menschen. Was will er sagen?

Die Zeiten werden schwer wegen schwieriger Menschen! Und dann beschreibt er:

2 Tim 3
2 denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig,
3 lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend,
4 Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, – Was für eine schreckliche Liste! – mehr das Vergnügen liebend als Gott

Hier kommen uns zum ersten Mal Zweifel, ob der überhaupt von der Welt spricht!

Wieso soll man von der Welt sagen, sie lieben das Vergnügen mehr als Gott? Die können Gott gar nicht lieben!

Und dann geht es weiter:

2 Tim 3,5a
die eine Form (eine äußere Form, einen Schein) der Gottseligkeit (der Frömmigkeit) haben, deren Kraft aber verleugnen.

Von was redet er hier? Er redet von Menschen, die beanspruchen, gläubig zu sein, und die aber einen Lebensstil der Welt führen, aber man soll sie für gläubig halten. Und sie sind in der Gemeinde. Und das macht die Probleme. Das macht die Zeiten so schwierig. Davon redet er.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (30:00 bis 35:00)

Und dieser arme Mann, der nicht von Gott abhängig ist, sondern von Menschen und von Umständen, hat „klein beigegeben“, hat sich erpressen lassen. Was hätte er tun sollen? Sagen: Passt auf, ihr tretet nicht morgen ab, ihr tretet heute ab, ihr seid alle abgesetzt. Wenn das eure Gesinnung ist – ihr verteidigt Sünde in der Gemeinde und wollt mich als Pastor unter Druck setzen und erpressen?! Ich habe keinerlei Vertrauen in eure Geistlichkeit, ihr seid alle abgesetzt. Lieber singe ich acapella mit der Gemeinde, aber nicht mit einem korrupten Lobpreisteam.

Schon mal im Alten Testament gelesen, welche Ansprüche an die Leviten da gelegt wurde? Das musste heilige Männer sein! Und wir sagen heute: Hauptsache, es funktioniert!

Ich kenne eine Gemeinde, die denken, das muss alles schön sein und rund sein und ansprechend sein – die haben keinen Drummer gehabt. Was haben die gemacht? Die haben einen ungläubigen Schlagzeuger engagiert. Der kommt dann kurz vor Gottesdienst, professioneller Schlagzeuger, spielt dann mit im Lobpreis – und jeder sieht, wie gelangweilt er ist. Und jeder sieht, dass ihm das alles keinen Spaß macht, aber wegen des Geldes kommt er. Wenn sein Dienst fertig ist und er sitzt da so müde und macht da seinen Schlag, und jeder erkennt, der betet nicht Gott an, der macht hier einfach nur ein bisschen Kohle.

Und wenn fertig ist, hält er die Hand auf, kriegt sein Geld und geht nach Hause und dann predigt der Pastor.

Wie fühlt sich Gott über sowas?

Verstehen wir da so etwa wie im Alten Testament: Ich kann das Geplärr eurer Lieder nicht mehr hören!

Amos 5
21 Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen!
22 Wenn ihr mir auch euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so habe ich doch kein Wohlgefallen daran, und das Dankopfer von euren Mastkälbern schaue ich gar nicht an.
23 Tue nur hinweg von mir den Lärm deiner Lieder, und dein Harfenspiel mag ich nicht hören!

Jes 1
13 Bringt nicht länger nichtige6 Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel. Neumond und Sabbat, das Einberufen von Versammlungen: Sünde7 und Festversammlung ertrage ich nicht.
14 Eure Neumonde und eure Feste hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen.
15 Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht – eure Hände sind voll Blut.
Wie würdest du dich fühlen wenn du Gott wärst?

„Ach wie schön, guck mal, einen Drummer haben sie jetzt auch. Jetzt ist die Sache rund“?

Du würdest sagen: Hallo, das soll Anbetung sein? Der betet hier sein Geld an, der macht das nur für Geld, der kennt mich überhaupt nicht. Und diese Leute haben kein Problem, aber ich hab damit ein Problem!

Wir kennen Gott nicht. Wir kennen die Heiligkeit Gottes nicht. Wir kennen die Furcht Gottes nicht. Wir lassen das laufen wie eine Show. Vielleicht nicht gerade diese Gemeinde – ich kenne diese Gemeinde nicht, aber das ist, was an vielen Orten im Lande passiert. Und dann wundern wir uns, warum keine Gegenwart Gottes kommt. Wenn du Gott wärst, du würdest in eine solche Gemeinde auch nicht kommen. Es ist eine Beleidigung, eine Majestätsbeleidigung. Eine Beleidigung der Heiligkeit Gottes.

Aber welche Prediger möchten solche Dinge predigen? Da kriegt man keine „Likes“, da kriegt man eher einen Daumen nach unten. Und das ist ja auch nicht gut fürs Geschäft. Hallo?

Wenn kriegen wir wieder Leute, die sagen: Gott ist Gott und ich setzt alles auf eine Karte und ob ich geliked werde oder disliked werde oder was die Leute mit mir machen, das ist mir alles so schnurzpiepegal – ich bin auf Gottes Seite und Gott ist mit mir und „wenn die ganze Welt voll Teufel wäre – es wird uns doch gelingen.“

Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.

Ein feste Burg ist unser Gott (Martin Luther)

Wenn Gott mit uns ist, wer kann gegen uns sein?

Röm 8,31
Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

Aber da bangen die Pastoren um ihre Gehälter, bangen im ihren Kram, dass der noch irgendwie funktioniert. Der funktioniert wenn wir alles auf Gott setzen! Und wenn wir Gott endlich Gott sein lassen. „Gebt mir meine Gemeinde zurück“, das ist, was Er sagt. Es ist Seine Gemeinde. Wer hat uns erlaubt, da reinzupfuschen und Dinge zu etablieren und Dinge zu dulden, die Ihm ein Greuel sind – um des Erfolges willen, um des guten Ansehens willen.

Ihr Lieben, diese Spiele müssen aufhören, diese Dinge müssen aufhören, und zwar sehr schnell.

Zurück zu Jüngerschaft.

Wir werden sehr stark betonen, was ist das Wort Gottes, warum braucht es das Wort Gottes, wie lebt man mit dem Wort Gottes, was muss er tun, tagtäglich zu Hause, damit durch das Wort Gottes der Heilige Geist ihn prägen kann, ihn erziehen kann, ihn motivieren kann, ihn formen kann, ihn verändern kann?

Jesus betet zum Vater:

Joh 17,17a
Heilige sie in der Wahrheit.

Was ist „Heiligung“? Heiligung ist: Absonderung für Gott, damit wir gebrauchsfähig sind, damit Er wirklich durch uns wirken kann und Er die Ehre bekommt. Heiligung ist unsere Berufung. Wir sind berufen zur Heiligung.

Wir werden viel darauf verbringen, dem Jünger einzupauken, was seine Berufung ist im geistlichen Leben.

Joh 17,17
Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.

Das Wort Gottes ist Wahrheit!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (25:00 bis 30:00)

Wir haben eine Kraftquelle, die uns ermutigt oder die uns befähigt, mitten in Schwierigkeiten ermutigt zu sein. Und da lernen wir ein bisschen, wie Gott ist, weil das ist, was Gott tut: In all den Problemen, die Er mit der Gemeinde hat – Gott ist nicht zornig, Gott ist nicht frustriert, Gott ist nicht enttäuscht, Gott ist nicht beleidigt, Gott zieht sich nicht zurück und sagt: Dann macht doch euren Kram alleine! Jetzt habe ich es satt mit euch!

Gott ist voller Geduld, voller Erbarmen, streckt immer wieder Seine Hand aus und sagt: Kommt! Und ich gebe euch. Und ich helfe euch. Und geht mit. Und kooperiert bitte – das ist Gott. Gott ist nicht ärgerlich und frustriert.

Er ist von großer Geduld. Und in all dem Schlamassel, den Er am Hacken hat mit der Gemeinde, ist Er ermutigt. Das ist das große Wunder. Gott ist nicht depressiv, muss nicht Anti-Depressiva schlucken. Er sitzt nicht im Himmel und sagt: Ja, meine Güte, wenn ich das alles gewusst hätte, was da am Ende rauskommt – das hätte ich mir doch alles schenken können.

Gott ist ermutigt. Und Gott weiß, am Ende wird der Plan gelingen. Am Ende wird Er Seinem Sohn eine herrliche Braut übergeben, an die der Sohn sich Seine Ewigkeit lang freuen kann. Das wird am Ende sein. Woher weiß ich das? Weil ich das Buch bis zu Ende gelesen habe.

Die Braut hat sich bereitet. Das Weib hat sich bereit gemacht. Und dann kommt die Hochzeit.

Und bis dahin haben wir einen weiten Weg. Und als erstes müssen wir sicher stellen, dass wir nicht noch weiter absacken und dass der Standard nicht noch niedriger wird als er schon ist. Ich kann jetzt 42 Jahre Christsein überblicken in Deutschland. Und ich sage dir: Vor 40 Jahren, der Standard an Hingabe, an Verbindlichkeit, an Ehrlichkeit, an Treue in den Ehen usw., ist vor 40 Jahren wesentlich höher gewesen als heute.

Wir sind im Moment auf keinem guten Weg und es ist höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen und zu sagen: Wir müssen wieder zurück in die Dinge, die wir verloren haben. Wir haben dem Feind erlaubt, uns zu berauben. Und warum konnte der Feind das tun? Weil wir ein falsches Evangelium über Jahrzehnte gepredigt haben. Und weil wir uns geweigert haben, auf die Stimme des Heiligen Geistes zu hören und weil wir gesagt haben: Wir wollen lieber groß und mächtig werden und zahlreich werden und wir benutzen irgendwelche Marketing-Strategien, die aus Amerika kommen – statt in dieses Buch zu gehen und zu tun, was dieses Buch sagt. Das ist unser Problem.

Und deswegen erlauben sich der Großteil der Gemeinden auf Jüngerschaft zu verzichten. Es ist nicht, weil sie noch nie was gelesen haben von Jüngerschaft. Es kostet ihnen zu viel, es ist zu mühsam. Und die Leiterschaft zuckt davor zurück, weil sie sagt: Wenn wir damit anfangen, dann läuft uns die Hälfte der Leute weg!

Okay. Dann lass sie laufen!

Aber das können wenige. Und die Leiterschaft lässt sich erpressen von der Idee, wenn wir tun, was die Bibel sagt, da laufen die Leute weg. Und wenn die Leute weglaufen, läuft das Geld weg. Und wenn das Geld wegläuft – wer wird dann hier noch das ganze finanzieren? Und die Gehälter und die Heizung und die Miete und das alles usw.? Und Pastoren lassen sich erpressen und merken nicht, wie erbärmlich das ist und wie sie damit in der Hand von Menschen sind. Anstatt wirklich zu sagen: Hej, das ist Gottes Gemeinde, der wird sich kümmern. Und wenn die Hälfte weggeht, dann wird Gott andere Leute schicken, aber wie auch immer – das Geld, was wir brauchen, um das alles am Laufen zu halten, das wird da sein, weil es ist Seine Gemeinde und Er kümmert sich um Seine Gemeinde.

Ich habe zu viele erpressbare Leiter kennengelernt.

In einer Gemeinde kam raus, dass Unzucht im Lobpreisteam ist. Zwei lebten miteinander wie Mann und Frau, die nicht verheiratet sind. Und der Lobpreisleiter wusste das und hat das gedeckt. Und dann kam das raus. Und der Pastor hat so viel Gottesfurcht gehabt, dass er verstanden hat, das kann er nicht dulden. Und er muss einschreiten. Und er wollte die beiden konfrontieren. Und dann hat der Lobpreisleiter sich vor diese beiden gestellt, die da in Sünde leben und hat dem Pastor gesagt: Pass auf, wenn du die antastest, dann tritt morgen das ganze Lobpreisteam ab.

Und da ist er zusammengezuckt und hat gesagt: Ja, meine Güte, das Lobpreisteam tritt ab – und was dann? Was machen wir dann? Wie soll denn der Gottesdienst funktionieren ohne Lobpreisteam?!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (20:00 bis 25:00)

Nicht: „Ich hab ein tolles Buch gelesen. Ich habe eine Serie gehört über das und probier das doch mal!“

Unsere Glaubwürdigkeit, unsere Autorität kommt aus der Tatsache, dass wir uns bemühen und schon ein Stückchen weiter sind, ein deutliches Stückchen weiter als die, die wir anleiten. Und wir sagen: Hej, das funktioniert! Und ich war in diesen Dingen und Gott hat mich freigemacht und ich kenne das aus eigener Erfahrung, und ich weiß, dass die Kraft Gottes imstande ist, das zu tun.

So, Jesus sagt: Das ist ein Jünger, der in seinem Wort bleibt.

Und dann kommt diese gewaltige Verheißung: Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.

Hallelujah!

Wie viele Menschen sind geplagt von Ablehnung und Selbstablehnung? Und haben kein gesundes Empfinden ihres Wertes in den Augen Gottes? Und sie fühlen sich nur schlecht über sich selber und sie strafen sich, sie spucken sich an, sie hassen sich. Und in manchen Kreisen sogar wird das noch als „Demut“ verkauft.

Die, die die Demut Christi nicht kennen und sie denken, das ist ein demütiger Mensch.

Das ist ein geplagter Mensch! Der freigesetzt werden muss! Und freigesetzt werden kann durch das Wort Gottes.

So.

Durch das Wort Gottes kommt *die* Wahrheit in das Leben eines Menschen.

Der Jünger muss begreifen: Gott hat einen Kanal, wie er dich erreichen will. Und das ist das Wort.

Und es ist der Heilige Geist, der das Wort nimmt und in dir arbeitet. Er benutzt das Wort als ein Schwert. Und was tut er? Er schneidet! Und schneidet Dinge raus. Das Wort Gottes ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und es dringt durch und es trennt Seele und Geist. Eines meiner kleinen Lieblingsbeschäftigungen ist, dass ich viele Male in Versammlungen – auch wesentlich größere Versammlungen als hier – ich frage: Wer hat schon einmal in seinem Leben Lehre gehört über die Trennung von Seele und Geist?

Und dann schauen die Leute mich an und fragen: Was bitte?

Sie haben noch nicht mal das Thema gehört! Geschweige denn etwas darüber gehört, was das ist und wie das funktioniert und warum es notwendig ist und wie Seele und Geist getrennt werden muss durch das Wort Gottes – wofür das da ist.

Das ist unser Zustand im Land! Manchmal hunderte von Leuten, und ich frage: Bitte, musst mir nicht jetzt sagen, was du da alles im einzelnen gehört hast – einfach nur: Wer hat schon mal eine Botschaft gehört?

Und dann gibt’s da manchmal hunderte, 200-300 Leute – und drei, vier Leute heben die Hand.

Und der Rest sind Jahre lang Christen und haben noch nie von Trennung von Seele und Geist gehört. Sie wissen gar nicht, dass das zwei verschiedene Dinge sind! Sie wissen nicht, was Seele ist, sie wissen nicht, was Geist ist und sie wissen nicht, wie und warum diese beiden getrennt werden müssen.

Und das ist der Grund für so viel Menschliches, für sie viel Durcheinander, für so viel Verwirrung, für so viel Unkklarheit. Paulus sagt: Der seelische Mensch – 1 Kor 2,14.

1 Kor 2,14
Ein natürlicher/seelischer Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt8 wird.

Der seelische Mensch! In deiner Bibel steht vielleicht: Der irdische Mensch. Das griechische Wort ist „seelisch“.

5591 psyxikós (an adjective, derived from 5590 /psyxḗ, „soul, natural identity“) – properly, soulish, i.e. what is natural, as it relates to physical (tangible) life alone (i.e. apart from God’s inworking of faith)

Der seelische Mensch – er empfängt nichts vom Geist Gottes! Es ist ihm ja alles „Torheit“. Er kann nicht gelehrt werden vom Heiligen Geist.

Und deswegen ist es so notwendig, dass wir geistlich werden, dass wir vom Geist geprägt werden, vom Geist geleitet werden und dass der Heilige Geist durch das Wort Gottes uns Offenbarung geben kann. Und mit Offenbarung meine ich nicht irgendwelche bunten Bildchen, die manche Menschen versuchen zu sehen wenn sie die Augen zukneifen und ja?

Da hab ich schon Sachen erlebt, da ist der Schlosser den ganzen Tag auf der Arbeit. Abends kommt er in den Hauskreis und sagt: Ich sehe eine Rohrzange.

Ja, logisch, sieht der eine Rohrzange! Weil der den ganzen Tag beim klempnern war und abends hat er noch nicht abgeschaltet und dann sieht er eine Rohrzange und „ich glaube, Gott möchte sagen …“ und dann wird da irgendwas rangedichtet. Das ist keine Gabe im Heiligen Geist. Das ist ein seelischer Eindruck, ihr Lieben. Das kommt nicht vom Heiligen Geist.

Aber der Heilige Geist möchte uns Offenbarung geben und das bedeutet, biblische Wahrheiten sollen lebendig werden in uns, sollen leuchten, sollen ihre Kraft freisetzen, sollen uns inspirieren, sollen uns motivieren.

Die Worte Jesu sind Geist und Leben.

Joh 6,63b
Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;

Und Gott baut uns auf durch Sein Wort. Paulus sagt zu den Ältesten von Ephesus:

Apg 20,32
Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (15:00 bis 20:00)

Und jeder, der Dienst tut in der Gemeinde, soll lernen, das zu tun im Heiligen Geist. Ob das Lobpreis ist, ob das Verkündigung ist, ob das Hauskreisleitung ist, ob das Seelsorge ist – es ist immer dasselbe Prinzip: Wir sind nur die Überbringer des Segens Gottens. Gott ist der, der segnet. Gott ist der, der hilft. Gott ist der, der freisetzt. Gott ist der, der ermutigt und der zurechtbringt und der warnt. Und Er tut das durch Menschen, die sich dem Heiligen Geist zur Verfügung stellen. Das ist das Ziel: Dass mehr der Heilige Geist durch uns fließen kann – um das geht es.

Und es beginnt damit, dass wir lernen, uns hinzugeben, diesem wunderbaren Gott und Ihm erlauben an uns und in uns zu wirken.

Das verstehen wir alle, dass es keinen Sinn macht: Da haben wir den Kettenraucher, aber der stellt sich auf den Marktplatz und sagt: „Leute, ich hab gute Nachrichten – Jesus macht frei“. Und zwischendurch muss er immer eine qualmen.

Da gibt es hoffentlich ein paar clevere Passanten, die sagen: Pass mal auf, mein Freundchen, bevor du hier dich hinstellst und von Freiheit redest – wie wär’s, wenn du mal das vormachst und mit Rauchen aufhörst? Dann könnten wir so viel leichter deine Botschaft annehmen.

Wie jemand mal gesagt hat: „Ich kann deine Worte nicht hören, weil deine Taten so laut sprechen“.

Vor Evangelisation für eine Gemeinde kommt ein heiliger, Gott wohlgefälliger Lebensstil. Ohne diesen Lebensstil macht Evangelisation keinen Sinn. Zu was laden wir denn die Leute ein? Wir müssen doch etwas haben, was die nicht haben, wonach die lechzen: Freiheit von Sorge, von schlaflosen Nächten, von Bedrückung, von Depression, von Selbstzweifel und Unsicherheit und Menschenfurcht und Stress und all diesen Dingen. Wenn wir in diesen Bereichen nichts vorzuweisen haben, für was laden wir die denn ein? Zu was?

Wir müssen glaubwürdig werden.

Und Evangelisation fängt nicht mit einem Programm an, und wir laden den Evangelisten ein, und wir machen jetzt mal so eine stadtweite Aktion. Evangelisation fängt an, wenn die Gemeinde die Segnungen Gottes erfährt, erlebt – und dann die Arbeitskollegen sehen können: Also irgendwas ist bei dem anders. Hier gibt’s so viel Stress und wir flippen alle aus und regen uns auf, und du bleibst immer ruhig und du bist immer gelassen und du hast solche guten Ideen und du bist so kreativ und kannst uns hier so viel helfen. Wo kommt das alles her? Wie machst du das?

So wird evangelisiert. Indem wir etwas haben, was die anderen sehen dürfen. Und sie sagen: Das will ich auch haben.

So, das ist das Fernziel. Und es beginnt damit, dass wir dem Jünger beibringen, sich auf richtige Art und Weise mit dem Wort Gottes zu befassen. Jesus sagt in …

Joh 8,31
Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger

So, was ist ein Jünger? Ein Jünger ist jemand, der gelernt hat, im Wort zu bleiben.

Das ist ein Jünger. Und was passiert dann – und das sind die gewaltigen Segnungen, die Dinge, die auf uns warten und die uns motivieren sollen.

Joh 8,32
und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Was macht frei? Die Wahrheit!

Die aber meine Wahrheit wird, die in mein Leben kommt. Nicht die Wahrheit, die ich höre in Predigten – und nicht anwende oder kritisiere und sage: Das gefällt mir nicht und das mag ich nicht und darüber hat er gesprochen – und das finde ich auch nicht gut.

Nein, die Wahrheit Gottes, die unsere Wahrheit wird, die macht frei.

Frei von was immer unfrei macht – ob das Minderwertigkeit ist, Menschenfurcht oder selbstsüchtige Bestrebungen, andere beeindrucken zu wollen oder irgendwelche Zwänge oder was auch immer. Und die Bibel redet von Stricken der Sünde.

Spr 5,22
Den Frevler werden seine Missetaten fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gebunden.

Menschen sind gebunden an Sünde. Und sie kommen aus ihrem Zorn nicht heraus, sie kommen aus ihrer Sucht nach Unreinheit und unreinen Bildern – sie kommen nicht heraus und sind gebunden an Pornografie. Das ist ein Riesenthema in der Gemeinde! Und die allermeisten Gemeinden weigern sich, darüber zu sprechen und sie tun so, als wenn das kein Problem wäre.

Und das kann nicht so weitergehen.

Und natürlich – wenn wir Jünger machen wollen, ist das immer eine Herausforderung für uns: Wir müssen ein paar Schritte weiter sein als die anderen. Und wir müssen aus Erfahrung sagen können: Hej, diese Dinge funktionieren!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (10:00 bis 15:00)

Und Jesus sagt: Seine Wort sind Geist und Leben.

Joh 6,63b
Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;

Da ist göttliche Lebenskraft im Wort. Wenn Jesus oder Paulus das Wort „Leben“ benutzt – er meint etwas total anderes als wir dadrunter verstehen. Und das ist unser Problem. Dass wir eine Denkweise haben, und Gott hat eine andere. Und deswegen verpassen wir so viele wunderbare Dinge. Die Bibel lehrt, dass wir bevor zu Jesus kamen, bevor wir von neuem geboren sind, wir waren „tot“.

Eph 2,1
Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden

Aus Gottes Sicht waren wir „tot“, d.h. wir hatten keinerlei Verbindung mit Gott. Und wir waren unter der Knute, unter der Herrschaft, der Macht der Finsternis. Das ist, was Paulus sagt: Jeder Ungläubige ist unter dem Geist der Finsternis – Eph 2.

Das ist, was die Bibel sagt. Und er ist „tot“ in seinen Sünden, er hat kein Leben aus Gott. Und Jesus ist gekommen, um die Werke der Finsternis zu zerstören und um uns Leben zu geben. Leben aus Gott. Und deswegen wenn wir von neuem geboren sind, dann fangen wir an zu leben und dann bekommen wir eine Art von Leben, die total anders ist als das, was wir vorher gehabt haben. Und mit diesem Leben kommt Sieg, kommt Verbindung mit Gott, kommt Kraft, kommt Inspiration, kommt die Fähigkeit jetzt zu überwinden und vieles, vieles andere mehr. All das ist enthalten in dem Leben, das wir empfangen haben durch Christus.

Und nur durch das Wort Gottes werden uns die Augen aufgetan, dass wir verstehen, was wir bekommen haben. Und das ist der große Mangel, den wir haben, dass wir gewaltige Reichtümer und Segnungen bekommen haben – und nicht wissen, was wir bekommen haben. Und deswegen nicht an diese Dinge glauben und deswegen diese Dinge nicht erleben. Das ist das große Problem.

Und Paulus spricht davon in Phlm 6 – von wirksamem Glauben durch die Erkenntnis all des Guten, das wir haben.

Philemon 6
dass2 die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.

Nicht „hoffen zu bekommen“, das wir *haben* im Hinblick auf Christus. Glaube wird wirksam wenn wir erkennen, was uns geschenkt worden ist in Christus. Und das sind gewaltige Dinge, und das ist viel, viel mehr als das für uns der Zugang zum Himmel garantiert ist und wir nicht in der Hölle landen wenn wir körperlich sterben. Es ist so viel mehr uns gegeben worden. Und die Gemeinde lebt in einer solchen geistlichen Armut, weil sie die Schätze nicht erkennt und weil sie den Weg zu den Schätzen nicht kennt. Und deswegen gibt es so viele Dinge, die Gott für uns hat, aber die nicht funktionieren.

Und der Jünger wird angeleitet mit dem Wort Gottes zu leben, so dass das Wort Gottes in ihm sein Werk tun kann.

Viele Leute denken, ich hab mich bekehrt, jetzt muss ich was tun für Gott. Nein! Jetzt endlich mal hat Gott die Gelegenheit an dir und in dir etwas zu tun!

Darum geht es. Dass der Jünger lernt, von Gott jetzt beschenkt zu werden, von Gott berührt zu werden, von Gott geprägt zu werden und von Gott gesegnet zu werden, erzogen zu werden. Dass Gott sein Werk in ihm tun kann – um das geht es. Und in dem Maße wie ein Mensch das erlebt, dass Gott in ihm wirkt, kann auch der Heilige Geist durch ihn wirken. Und das nennt man „Dienst“. Egal, ob das dann der Dienst an den Kranken ist oder Dienst an Gebundenen oder ob das einfach Wort der Ermutigung, der Hilfe im Heiligen Geist sind – oder Worte der Warnung, der Korrektur, der Ermahnung, was auch immer – Gott möchte Segen geben und Er tut das durch Menschen, die er trainieren konnte, die auf seiner Seite sind und die Raum machen für den Heiligen Geist, durch ihn zu fließen.

Jesus spricht von Strömen lebendigen Wassers, die aus der Mitte unseres Leibes, wo die Gedärme sind. Aus der Mitte unseres Leibes sollen Ströme lebendigen Wassers fließen.

Joh 7,38
Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Und damit meinte er den Heiligen Geist.

Aber bevor das geschieht, müssen wir kommen und trinken. Und was trinken wir? Wir trinken „Heiligen Geist“. Und das ist für unseren Verstand schwer zu verstehen.

Jesus sagt: Wen dürstet, der soll kommen und trinken.

Joh 7,37
An dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke!

Und wenn wir trinken und wir trinken eine Überdosis, dann wird das eine Quelle in uns, und dann fließt das aus uns heraus zu anderen. Und das nennt man Dienst.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (5:00 bis 10:00)

Verstehen wir das? Wenn jemand nicht sagt: „Das ist meine Gemeinde und ich möchte, dass es hier warm ist im Winter und ich möchte, dass alles andere funktioniert, dass wir einen ordentlichen Teppich haben, schöne Stühle haben usw.“ Ja – wo kommt denn das her? Das fällt ja nicht vom Himmel. Das muss gekauft werden. Da können wir nicht zu Ikea gehen und sagen: „Wir sind eine Gemeinde und bitte beschenkt uns“. Dann kommt als Antwort: „Wir sind ein Unternehmen, das Profit macht. So – bitte bezahle.“

Ganz, ganz wichtig!

Andere Dinge:

– Vergeben
– Um Vergebung bitten
– Dienen
– Dankbarkeit
– Den Glauben bekennen

Das sind alles Dinge, die wir etablieren wollen im Leben dieses Menschen. Wir betonen diese Dinge. Wir erklären aus dem Wort Gottes, warum sind diese Dinge wichtig. Es ist nicht so so, dass wir sagen: Du musst das tun! – Sondern wir erklären, warum sagt die Bibel, diese Dinge seien wichtig.

Wenn jemand versteht, warum er diese Dinge tun soll, ist er viel mehr motiviert als wenn wir einfach sagen: Du musst das tun. Wir wollen ihm helfen, das Wort wirklich anzuwenden ganz praktisch und eine Bereitschaft zu haben. Und deswegen erklären wir, wir geben nicht nur Anweisungen, wir erklären, wie das funktioniert und warum.

Und jetzt möchte ich auf den ersten und wichtigsten Aspekt – alle anderen kommen praktisch daraus – große Betonung legen, und das ist unser Umgang, das Leben mit dem Wort Gottes.

Die Sichtweise, die der Jünger hat vom Worte Gottes, von der Bibel, von der Heiligen Schrift, ist absolut grundlegend. Wenn die verkehrt ist, kann der Jahrzehnte in der Gemeinde sein, das Wort hat keine Chance in ihm sein Werk zu tun. Deswegen die Art und Weise wie er das Wort sieht und dann auch damit umgeht, ist absolut grundlegend. Und wir werden viel Zeit damit verbringen zu betonen, was ist das Wort Gottes, was tut das Wort Gottes, unter welchen Voraussetzungen tut das Wort Gottes sein Werk, wie sollst du als Jünger mit dem Wort Gottes leben? Und das ist etwas viel weitergehendes als wie die allermeisten Christen verstehen, diese Kalenderzettel-Mentalität – schnell noch bevor man in den Alltag zur Arbeit düst, noch schnell den Kalenderzettel abreissen und unterwegs dann irgendwie lesen und denken, das ist dann „sich ernähren vom Worte Gottes“. Nein, da braucht es etwas mehr dazu. Da braucht es vorallendingen Zeit zu und Hingabe.

Und er muss verstehen, wie wirkt das Wort Gottes und was ist meine Haltung zum Worte Gottes. Darum geht es, das ist so, so, so wichtig.

Die Apostel haben geglaubt, dass die Bibel, die Heilige Schrift von Gott ist. Sie haben nicht geglaubt, David hat da ein paar nette religiöse Gedichte gedichtet. Sondern sie haben das geglaubt, was auch Jesus geglaubt hat. Jesus zitiert David und sagt: David sprach im Heiligen Geist.

Mk 12,36a
David selbst sprach doch im Heiligen Geist: …

So, Jesus hat geglaubt, das waren nicht Davids private Ideen, das war der Heilige Geist, der ihn inspiriert hat. Deswegen gibt es so viele prophetische Dinge in den Psalmen, die auch gerade sich auf Jesus beziehen. Weil er geleitet war beim Schreiben vom Heiligen Geist.

Und Jesus hat viele andere Passagen aus dem Alten Testament zitiert, aus Mose, aus Jesaja – und es heißt immer wieder: „Der Heilige Geist sprach“ oder Jesus sagt an einer Stelle: „Habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist“ – und dann zitiert er aus 2. Mose.

Mt 22
31 Habt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht (2. Mose 3,6):
32 »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.

So, Jesus hat geglaubt – im Gegensatz zu heutigen, modernen Theologen – Jesus hat geglaubt, die Schrift ist tatsächlich eingegeben von Gott selber. Das ist, was Jesus geglaubt hat. Und so hat er sich verhalten. Und deswegen natürlich haben die Apostel das genauso gesehen. Weil sie ja von Jesus gelehrt waren. Und sie waren seine Nachahmer. Und sie haben diese Sicht gehabt. Und deswegen schreibt Paulus in 2 Tim 3,15-17 dann, dass alle Schrift ist von Gott eingegeben,

2 Tim 3,16a
Alle Schrift ist von Gott eingegeben

Ausgehaucht durch den Heiligen Geist.

Und weil die Schrift von Gott ist, hat sie seine Natur. Sie ist wahr. Und weil sie wahr ist, ist sie unveränderlich. Die Schrift ist ewig.

Mt 24,35
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (65:00 bis Ende)

Deswegen sehen wir in Apg 6: Die Arbeit ist so viel geworden. Und was sagen sie dann? Wir müssen die praktische Arbeit delegieren. Und wir bleiben in zwei Dingen: Im Gebet und im Amt des Wortes.

Apg 6,4
Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren.

„Amt des Wortes“ ist was anderes als Samstag abend während der Sportschau sich ein paar nette Dinge auszudenken für die Predigt. „Amt des Wortes“ ist mit dem Wort zu leben. Und wenn unsere Prediger endlich einmal begreifen würden, dass das Wort Gottes, das sie verkündigen, durch sie hindurch, kann nur das bewirken, was es zuvor in ihnen bewirkt hat. Wenn wir das endlich einmal begreifen würden, würden unsere Predigten und unsere Lehrvorträge eine andere Dimension bekommen.

Weil man nicht aus dem Fundus seines Wissens, das man auf irgendwelchen theologischen Seminaren angesammelt hat, irgendwas weitergibt, und aus hohlen Köpfen in hohle Köpfe transportiert, sondern aus einem Herzen, wo Eifer ist, wo Leidenschaft ist, wo Liebe ist, wo Klarheit ist, wo Mut ist, wo Demut ist, wo Barmherzigkeit ist. Aus diesem heraus zu sprechen mit dem Versuch, die Gewissen, die stumpfen, toten Gewissen wieder aufzuwecken. Das ist Predigtdienst!

Und das hat man vor 40-50 Jahren noch gekannt. Und heute, was die Leute lernen in den Ausbildungsstätten, es ist ein Jammer! Und man kann nur sagen: „Herr, erbarme dich über diesen Müll, der da produziert wird“.

Und diese Leute werden auf uns losgelassen und sie denken, nur weil sie 4-5 Jahre das studiert haben, deswegen sind sie imstande jetzt einen effektiven Dienst zu machen. Sie lernen Methoden wie man „erfolgreich“ sein kann, aber das Problem ist: Erfolg haben sie falsch definiert. Erfolg ist nicht mehr den Willen Gottes zu tun, Erfolg ist nicht mehr, ein reines, heiliges Leben, ein Herz, das Gott gefällt. „Erfolg“ sind jetzt Zahlen – wie groß ist die Gemeinde? Das ist jetzt der Erfolg. Erfolg ist: Wie viele gehorsame Leute hast du?

Die Pastoren brüsten sich: „Oh, am Sonntag, wir haben so und so viele Leute!“. Und sie überbieten sich mit den Zahlen. Ich sage: „Und wie viele Leute hast du, die regelmäßig fasten?“

Wie viele Leute hast du, die zur Gebetsnacht kommen? Wie viele Leute hast du, die wirklich ein persönliches, tiefes Gebetsleben haben?

Das sind die Zahlen, die mich interessieren.

Stattdessen zählt man die besetzten Stühle, weil das das Billigste ist. Weil das das Einfachste ist. Und man brüstet sich mit Zahlen. Und ein Pastor, der ein paar hundert Leute hat, gilt mehr als ein Pastor, der nur 30 Leute hat. Wir sind krank! Wir haben den Zeitgeist inhaliert! Und wir messen Erfolg nicht, wie Gott Erfolg misst, sondern wir messen Erfolg nach den Methoden und Maßstäben der Welt.

Und wo kommt das alles her? Weil die Leiterschaft nicht mehr im Wort ist!

Und wenn du sagst, ich kenn aber ein paar Leiter, die anders sind – dank sei Gott und mögen sie noch lange leben und uns inspirieren, uns herausfordern und uns zeigen, dass diese Hingabe an den Zeitgeist, dass das nur Betrug ist und niemals dazu führt, dass eine starke, kämpfende, siegreiche Gemeinde hervorkommt, die in Reinheit lebt.

Und während unsere jungen Leute von den Seminaren kommen und uns beglücken mit all ihren Theorien, die sie gelernt haben – das Maß der Sünde, Pornografie, Unzucht, Unreinheit, Abhängigkeit, Drogen usw. – das Maß der Sündenbindungen nimmt immer mehr zu. Das ist der wahre Zustand in der Gemeinde.

Und als ich vor 42 Jahren zum Glauben gekommen bin, dass ein Mann Gottes sich scheiden ließ und dann mit der Lobpreisleiterin oder mit der Sekretärin losgezogen ist, solche Geschichten hast du fast nicht gehört. Und heute hörst du es von allen Ecken und Enden.

Woran liegt das? Die Kraft fehlt! Nicht die Kraft für Zeichen und Wunder. Die Kraft, Sünde zu überwinden! Die Kraft für ein heiliges Leben – das fehlt. Und wenn das nicht da ist, da brauchen wir auf Zeichen und Wunder gar nicht erst zu warten.

Das ist Gott wichtiger. Und das ist das Fundament, und um das geht es. Und nur durch Jüngerschaft, indem wir wieder Jünger machen in der Gemeinde, werden wir diesem Trend entgegen steuern. Und welche Gemeinde das ausschlägt und sagt: „Ne, Jüngerschaft, das wollen unsere Leute nicht, das passt nicht, das ist nicht angesagt“ – die vor diesem Element jetzt einen Bogen machen, werden dafür teuer bezahlen in den nächsten 10-20 Jahren, glaubt es mir. Eine Tsunami-Welle von esoterischer, New-Age Verführung ist am Heranrollen über die Gemeinde, und die Gemeinde hat dem nichts entgegen zu setzen. Es sei denn, sie nutzt jetzt die Zeit und sagt: Wir müssen wieder ins Wort Gottes. Und Gottes Wort muss der Maßstab werden. Das wollen wir den Jüngern beibringen, um das geht es.

Gib uns Gnade, Herr, nüchtern zu werden, aufzuwachen, die Zeichen der Zeit zu deuten, zu verstehen, was der Feind da plant gegen die Gemeinde, sie auszuschalten und sie zu paralysieren, sie in die Irre zu führen – hilf uns, nüchtern zu sein, wachsam zu sein. Hilf uns, echt zu werden und Menschen des Wortes zu werden. Danke für Deine Gnade. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (60:00 bis 65:00)

Der Heilige Geist arbeitet an unserem Herzen durch das Wort. Und deswegen ist das geschriebene Wort so wichtig. Und was er lernen soll, ist, dass das geschriebene Wort, was er hier in seiner Bibel entdeckt – die Druckerschwärze – Saft und Kraft und Power wird in seinem Herzen. Das muss er lernen.

Also 30 cm sind zu überbrücken, mehr nicht. Aber das ist der entscheidende Punkt. Und wenn wir ihm beibringen, auf die Art und Weise wie Gott geboten hat, dass man mit Seinem Wort umgehen soll, zu leben, dann ist Tor und Tür offen und Gott kann an seinem Herzen arbeiten und Gott kann Licht leben und Gott kann ihm Motivation geben. Gott kann Dinge töten in ihm oder er lernt sie zu töten in sich selber. Wie Paulus das sagt:

Röm 8,13
wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben.

Und er lernt Raum zu machen für neue Dinge, die Gott in ihm schafft.

So, das ist das Entscheidende: Wie lebt der Jünger mit dem Worte Gottes?

Und das scheint irgendwie sehr in Vergessenheit geraten zu sein und viele, viele Christen, gerade auch Leute, die Erfahrung mit dem Heiligen Geist gemacht haben, leben in Langeweile und sie erleben keine neuen Dinge mit Gott. Sie haben keine tiefen Begegnungen mit dem Herrn und es passiert nichts neues. Und sie erleben keine Veränderungen. Und dann fangen sie an, sich für fragwürdige Dinge zu öffnen, weil sie einen Hunger haben, irgendwas zu erleben.

Und, ihr Lieben, das New-Age und die Esoterik drängt mit Macht hinein in das pfingstlich-charismatische Lager – mit Macht! Und wenn wir das Wort Gottes jetzt nicht kennenlernen, wenn wir nicht geschärfte Sinne bekommen, wenn wir nicht sensibel werden für den Heiligen Geist, dann werden wir auf alle möglichen Täuschungen und Tricks des Feindes hereinfallen, die uns abziehen wollen vom geraden, klaren Weg.

Und ich bin extrem erschrocken über das Maß von geistlicher Blindheit in unserem Land – gerade in der Leiterschaft. Ich habe euch gestern ein Zitat vorgelesen, wo du denkst, „wie kann jemand, der seine Bibel kennt, der Jesus kennt, wie kann der solchen humanistischen Schwachsinn schreiben?“

Und das war nicht ein Neubekehrter, das ist jemand, der Jahrzehnte mit dem Herrn lebt und Amt und Würde bekleidet und der bekannt ist. Und er schreibt solche Dinge und du merkst, er kennt Jesus, den Jesus der Schrift aus Erfahrung überhaupt nicht.

Und er faselt den Zeitgeist und gibt die Ideen aus dem Zeitgeist wieder und denkt, das ist christliche Liebe. Und er kennt nicht die Liebe Gottes, die so anders ist als die humanistische Liebe. Nur durch das Wort Gottes können wir lernen zu unterscheiden, was ist von Gott, was kommt von Christus, und was gebärdet sich „christlich“, aber es kommt nicht von Christus, sondern es kommt vom Feind.

Und es ist höchste Zeit, und da warten Gefahren und Angriffe auf die Gemeinde Jesu. Durch Jahrzehnte wurden wir sozusagen weichgespült und haben ein falsches Evangelium gehört und inhaliert und jetzt sind wir so machtlos und so kraftlos und so blind, dass es jetzt einen massiven Angriff geben wird.

Paulus sagt: Falsche Jesusse, falsche Evangelien. Christus warnt auch davor: Falsche Christusse.

Wie können wir die falschen erkennen wenn wir nicht das Original kennen? Nur wenn du das Original kennst, dann kannst du imstande sein, die Fälschung als Fälschung zu erkennen. Und wir müssen Jesus kennenlernen. Und es geht nur über das Wort.

Und deswegen halte ich überhaupt nichts von diesen Trends, die Predigten immer kürzer zu machen und dann viel mit Videos und mit Gags und mit allen möglichen Dingen, die Gottesdienste irgendwie aufpeppen, dass die Leute da ihren Spaß dran haben. Was wir brauchen, ist, das Wort Gottes gepredigt in der Kraft und Klarheit des Heiligen Geistes – das ist das einzige Mittel, das Gott verordnet hat, um Gläubige zu überführen, zu motivieren, zu reinigen und zu stärken.

Die Kraft kommt durch das verkündigte Wort. Der Glaube kommt aus dem gesprochenen Wort, das lebendig gemacht ist im Herzen des Predigers.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (55:00 bis 60:00)

Das heißt nicht, der muss sich auf den Marktplatz stellen und muss da jetzt jeden Samstag vormittag predigen, sondern das heißt: In seiner Nachbarschaft, in seinem Alltag, auf der Arbeit – alle Leute wissen, dass er ein Christ ist. Und er steht für die Wahrheit. Er predigt nicht die Leute voll, aber er nutzt normale Gelegenheiten des Alltags, um klar zu machen, wer er ist und wo er steht und an was er glaubt.

Ich halte nichts davon, Leute vollzupredigen, die das gar nicht hören wollen. Ich glaube nicht, dass das unser Auftrag ist. Sondern wir sollen wirklich für den Herrn da sein und sein Reich repräsentieren und wenn Leute fragen, dann können wir sagen, warum wir so leben. Aber zunächst mal geht es darum, wir lassen sie wissen, auf eine natürliche Art und Weise – nicht irgendwie gekünstelt und komisch und „entschuldigung, ich wollte das mal sagen, ich bin jetzt gläubig“ – bitte nicht so.

Lasst das normaler rüberkommen und freu dich an deinem Glauben und lass das eine ganz normale Sache sein. Dank sein Gott, dass du den Schrott von früher nicht mehr tun musst und dass du jetzt das richtige tun kannst: Du bist jetzt Kind Gottes und du lebst mit Jesus und du lebst mit dem Wort Gottes.

Okay, so das sind die Dinge, die wir etabliert sehen wollen im Leben des Jüngers. Diese Dinge sollen regelmäßig in seinem Leben stattfinden – regelmäßig!

Was haben diese Dinge gemeinsam? Diese Dinge sind alle verschiedene Formen der Demütigung.

Wenn du nicht weißt, wieso Fasten eine Form der Demütigung ist, dann rate ich dir, dass du einfach mal anfängst zu fasten und dann wirst du schnell verstehen, dass das eine extreme Form der Demütigung ist. Und wenn du noch nie jemanden um Vergebung gebeten hast und weißt nicht, was das mit Demut zu tun hat, dann tu es einfach mal und dann wirst du feststellen, wie dich das demütigt.

Alle diese Dinge sind Formen der Demütigung. Warum ist das so wichtig? Weil wir demütigen uns, und Gott erhöht uns. Gott gibt dem Demütigen Gnade, und jeder Schritt, jede Veränderung unseres Charakters, jeder Schritt vorwärts in mehr Jesus-Ähnlichkeit ist nur Gnade. Es ist nicht Willenskraft. Wir verändern uns nicht mit Willenskraft, sondern es ist die Gnade Gottes, die uns verändert. Willenskraft brauchst du, um Disziplin einzuüben. Dafür brauchst du Willenskraft. Aber Disziplin verändert dich nicht.

Aber du bringst dich an den Platz der Demütigung, wo Gott dir Gnade geben kann – weil Gott widersteht dem Stolzen und er gibt dem Demütigen Gnade.

1Petr 5,5b
denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Und was wir ja sehen wollen im Leben des Jüngers: Dass er verändert wird. Paulus sagt: Was ich bin, bin ich durch die Gnade Gottes!

1Kor 15,10
Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.

Er sagt nicht: Das hat meine Disziplin eingebracht, die ich schon gelernt habe in den ersten Tagen meines Pharisäertums. Nein! Nicht Disziplin, sondern die Gnade Gottes. Und wenn unser Jünger jemals eine Chance hat, anders zu werden, dann nur durch Gnade. So, er braucht Gnade. Und die Gnade kommt, indem er Platz macht für die Gnade, Raum macht für die Gnade. Deswegen diese verschiedenen Disziplinen, diese verschiedenen Übungen, diese Dinge, die er dort immer wieder tun soll.

Um einfach sich vor Gott zu positionieren und sich verfügbar zu machen, beschenkt zu werden durch die Gnade Gottes. Das ist der entscheidende Punkt.

Und was wir jetzt in der nächsten Einheit dann heute abend uns anschauen werden, ist nur den ersten Punkt. Auf die anderen werde ich aus Zeitgründen gar nicht eingehen, aber nur diesen einen Punkt werde ich erklären. Und der heißt hier bei mir: „Leben mit dem Wort Gottes“.

Wir bringen dem Jünger bei, wie man mit dem Wort Gottes lebt.

Weil: Das Wort Gottes ist der Kanal, durch den die Kraft Gottes in das Leben eines Menschen hineinkommt.

Du sagst: Ja, wieso? Es könnte ja auch irgendwie auf andere Art und Weise – dann z.B. durch den Heiligen Geist?!

Der Heilige Geist kommt in unser Leben wenn wir sein Wort, die Schrift, respektieren als von ihm! Dann kommt der Heilige Geist in unser Leben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (50:00 bis 55:00)

Betest du, dass Gott richtig streng sein soll mit Dir? Dass Er dir nichts durchgehen lässt? Betest du, dass Er dir jeden Kompromiss zeigt und dass Er ganz klar den Finger drauf legt? Ist das dein Gebet? Möchtest Du klar sein, möchtest Du „gerade“ sein? Möchtest du wahr sein? Oder sagst du: Herr, bleib noch ein bisschen weiter weg und lass mich in meinem eigenen Betrug irgendwie weiter machen?

Was möchtest du? Den Gott der Wahrheit? Den Gott der Klarheit? Den Gott der Transparenz? Des Lichtes? Möchtest du als Kind Gottes im Licht leben – wie Paulus sagt? Er sagt: Ihr seid Kinder des Lichts, jetzt wandelt im Licht!

Eph 5,8
Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts

Und „Wandeln im Licht“ heißt, keine krumme, korrupte Sache in uns zu dulden und zu akzeptieren, sondern es ans Licht zu bringen.

Dann noch ein paar Dinge: Dienen.

Ein Jünger ist jemand, der ein Diener ist, der die Gesinnung eines Dieners einnimmt. Und er hat diese Haltung: Ich trage bei zum Wohl der Gemeinschaft, der Menschen um mich herum, und zwar Christen und auch Nichtchristen – auf der Arbeit und wo auch immer. „Ich bin ein Diener, ich diene Menschen“. Das sehen wir bei Jesus als unserem großen Vorbild.

Noch einen Punkt habe ich, und zwei, die auch mit dazu gehören.

Dankbarkeit.

Nach der Lehre der Bibel: Rebellion gegen Gott fängt an mit Undankbarkeit. Und wir kommen wieder in unsere Position als bedürftige, abhängige Kinder Gottes, die ohne Gott überhaupt nicht können und nichts auf die Reihe kriegen, indem wir eine Haltung der Dankbarkeit kultivieren.

Ich weiß noch, als ganz junger Christ, wie der Herr diese Dinge mir beigebracht hat und zu mir geredet hat. Das erste, was Er gesagt hat, als ich gesehen habe, in welchem Chaos mein Leben ist. Er hat gesagt: „Du brauchst Therapie“.

Hat Jesus zu mir gesagt. „Du brauchst Therapie“. Und ich hab gesagt: Ja, das verstehe ich.

Jeder Drogenabhängiger braucht Therapie. Gut, ich war jetzt fertig mit den Drogen, aber die Nachwirkungen und die Folgewirkungen davon, die waren immer noch da. Und Chaos im Verstand und Durcheinander und alles mögliche und diese extreme Sucht nach Gefühlen. Drogenabhängige sind extrem gefühlsabhängige Menschen und müssen sich andauernd den Puls fühlen, wie es ihnen geht.

Und das ist extrem wichtig. Morgens der erste Gedanke ist: Wie fühle ich mich? Wie geht’s mir?

Man kann richtig süchtig werden nach guten Gefühlen. So, der Herr sagt: Du brauchst Therapie.

Ich hab gesagt: Ja, das weiß ich.

Und er sagt: Ich bin der Herr, dein Arzt.

Und ich hab gesagt: Okay, ich geh in Therapie. Und seitdem bin ich bei Doktor Jesus in Therapie. 42 Jahre, also Langzeittherapie könnte man das nennen.

Und er kümmert sich um mich und er hilft mir. Und ich übe heute nicht dieselben Dinge wie vor 40 Jahren, glaubt mir das. Da gibt’s schon gewisse Fortschritte und ich komme weiter, komme vorwärts, bestätigt mir auch meine Frau. Aber dann im Nachsatz sagt sie: Aber da gibt’s noch viel, was du lernen musst.

So, sie hat recht. Ich muss lernen, und ich will lernen, und ich bin willig und ich mache Forschritte. Hallelujah.

Dankbarkeit. So, der Herr sagt zu mir: Dankbarkeit. Ich möchte, dass du dir jetzt 5 Minuten Zeit nimmst, dankbar zu sein für deine Eltern.

Ich hab gesagt: 5 Minuten, das überlebe ich nicht – 5 Minuten! Jetzt dankbar sein für meine Eltern?! Wo die doch das und das und das! Und dann fiel mir das alles gleich wieder ein, was mir so im Fokus war.

Und ich musste mich richtig anstrengen. Und das ist nicht so: Das fließt so von Herzen. Du musst dich disziplinieren! Du musst darum kämpfen!

Und so hat der Herr mich gelehrt einfach. Und ich hab im Wort Gottes gesehen: Dankbarkeit bahnt einen Weg in deinem Herzen. Dankbarkeit ist der Weg wie der Segen Gottes in dein Leben kommt, weil Dankbarkeit Ihm so wichtig ist. Und mit Dankbarkeit erkennen wir an unsere Hilflosigkeit, unsere Abhängigkeit, und das ist so gut für unseren Stolz, dass wir da aus dieser Lüge herauskommen, wir stehen über allem und wir sind unabhängig.

Noch ein Punkt: Gemeinschaft mit dem Herrn, also Gott suchen, Gott anbeten. Dazu gehört auch Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, Beten in Sprachen. Viel beten in Sprachen ist extrem wichtig.

Paulus sagt: Wer in Sprachen betet, baut sich selbst auf.

1Kor 14,4a
Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst;

Dieses Wort bedeutet: „Stein auf Stein ein Haus bauen“.

oikodomeó (3618): to build a house

Ein Stein nach dem anderen, und wir bauen ein Haus. Du baust an deinem geistlichen Lebenshaus.

So, hier haben wir diese Dinge. Ich zähle sie nochmal auf:

Gemeinschaft mit dem Herrn.
Beten.
Anbetung.
Leben mit dem Wort.
Fasten.
Geben.
Vergeben.
Um Vergebung bitten.
Dienen.
Dankbarkeit.

Als letzten Punkt noch:

Den Glauben bekennen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (45:00 bis 50:00)

Klar, wenn du in der U-Bahn bist, unterwegs zur Arbeit oder so, dann betest du lieber im Herzen, obwohl heutzutage mit den Freisprechanlagen im Auto – hej, wir sind ja jetzt sowas von befreit, wir können jetzt anders noch als vor 10 Jahren, da betest du im Auto, stehst an der Ampel und einer guckt ganz komisch: Hej, was ist denn mit dem, der redet mit sich selber?! Jetzt hast du Freisprechanlagen und jeder wird denken, du bist am telefonieren. Hallelujah, die Technik kommt uns noch entgegen und hilft uns, unsere jämmerliche Menschenfurcht zu überwinden.

So, was hab ich gesagt? Vergeben – und dazu gehört auch als zweiter Punkt: Um Vergebung bitten.

Wir werden dem Jünger erklären, wann immer du erkennst, wann immer der Heilige Geist dir zeigt, dass du „daneben warst“, dass du dich verkehrt benommen hast, du wirst hingehen sobald du es realisierst und sobald du die Möglichkeit hast, du wirst hingehen zu den Leuten und ihnen klipp und klar sagen, was du gemacht hast: Deine Sünde bekennen – und um Vergebung bitten und klar sagen: „Ich hätte das nicht tun dürfen, es war nicht richtig, ich hatte kein Recht dazu, bitte vergib mir“.

Diesen Satz muss er lernen, auswendig lernen: „Bitte vergib mir“. Das ist extrem wichtig. Nicht nur vergeben denen, die uns unrecht tun, sondern auch um Vergebung bitten.

Mir fällt dazu gerade ein Situation ein: Ich war in einer Versammlung, ich hatte dort ein Seminar zu halten, mehrere hundert Leute waren da. Und an irgendeiner Stelle, das war so ziemlich am Anfang dieses Seminars, zweiter, dritter Tag oder so, ich weiß nicht genau, habe ich eine Story aus meinem Leben erzählt. Und dann habe ich aus irgendeinem blödsinnigen Grund ein kleines lustiges, witziges Detail dazu erfunden in meiner Geschichte. Die Geschichte ist so passiert, aber ich habe etwas zugefügt, was überhaupt nicht der Wahrheit entsprach. Und als ich das erzählt habe, als es raus war, hat’s mich getroffen wie ein Blitz und ich stand da und dachte: Meine Güte, was hast du hier gemacht?

Und ich hab irgendwie mich berappelt und versucht, mein Teaching zuende zu bringen, aber als ich dann auf dem Zimmer war, es war furchtbar. Ich wusste, das geht nicht, das ist nicht akzeptabel, du kannst nicht Dinge erfinden, was nichts anderes ist als „Lüge“. Wir können sagen: „Ja, ein bisschen netter erzählt“ – nein, ich habe einen Fakt erfunden und gelogen.

Und ich wollte mit dem Herrn darüber reden und dann wollte ich um Vergebung bitten, und der Himmel war wie aus Beton.

Da war kein Gott, der meine Gebete gehört hat und ich habe getrickst und versucht und „kommt nie wieder vor“ und „verspreche“ und „ich werd’s nie wieder machen“. Da kam nicht mal eine Antwort vom Himmel – null, nix.

Und nach einer ganzen Weile habe ich gewusst, ohne dass Gott irgendwas gesagt hätte, ich wusste, was ich tun musste: Ich wusste, am nächsten Morgen, wenn meine Lehre weitergeht, ich muss diesen hunderten von Leuten sagen, dass ich an dieser Stelle sie angelogen habe und dass ich kein Recht dazu habe und dass es verkehrt ist, dass es böse ist und dass es mir leid tut und sie um Vergebung bitten.

Und ich habe gesagt: Herr, ich weiß, das ist notwendig, das entspricht dem, was ich verstanden habe aus deinem Wort Gottes, das ist auch, was ich anderen schon erzählt habe und das muss ich jetzt auch tun. Und ich lege mich fest, am nächsten Morgen, wenn mein Teaching anfängt, bevor irgendwas anderes passiert, werde ich den Leuten sagen, was ich gemacht habe und um Vergebung bitten.

Und als ich das gemacht habe und gesagt habe: Herr, ich lege mich fest, morgen früh werde ich das tun – der Himmel ging auf, das Angesicht Gottes leuchtete wieder, der Beton war verschwunden und ich hatte wieder Frieden mit Gott und alles war gut.

Und das habe ich gemacht dann am nächsten Morgen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (40:00 bis 45:00)

Für Jesus war das normaler Bestandteil. Lies Matthäus 6. Normaler Bestandteil!

Und ich weiß nicht, ob du und wieviel du schon mal Austausch gehabt hast mit unseren Geschwistern aus der dritten Welt. Afrika, Südamerika, aus Asien. Für die ist Fasten etwas total normales. Und das ist mit einer der Hauptgründe, warum sie dort Zeichen und Wunder haben und wir nicht hier haben. Und wenn die hier herkommen von Afrika oder von Südamerika und sehen unser Land und sehen den Zustand der Gemeinden – dann fragen sie: Sagt mal, wie sieht denn das bei euch mit Fasten aus?

Dann machen wir ein langes Gesicht – und dann sagen sie: Du, jetzt verstehen wir, warum ihr in dieser Misere seid. Und ihr habt viel Wissen, aber keine Power.

Nicht mal Power, die eigene Sünde zu überwinden und auch keine Power, Menschen wirklich die Kraft Gottes zu demonstrieren. Und das hat etwas mit Fasten zu tun.

Jesus sagt: Wenn der Bräutigam genommen ist – und das ist die Zeit, wo er jetzt nicht da ist – dann werden sie … Wer sind „sie“? Wir! Dann werden sie fasten.

Mk 2,20
Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen ist; dann werden sie fasten, an jenem Tage.

So, Jesus schaut schon über die Himmelfahrt hinaus und sieht dort ein Christsein und sagt: Fasten ist normal. Fasten gehört zum christlichen Leben dazu.

Und da ist unser Problem! Wir sagen: „Ja, aber Fasten macht keinen Spaß!“

Deswegen habe ich die Sache mit dem Spaß-Gott vorher schon geklärt. Die Antwort kannst du streichen, die ist nicht akzeptabel. Es geht nicht darum, ob etwas Spaß macht, es geht darum, ob etwas richtig ist. Ob etwas notwendig ist. Ob etwas dem Worte Gottes entspricht – darum geht es. Und nicht, ob das Spaß macht.

Oder so Ausreden wie: Du, wenn ich faste, dann bin ich immer so gereizt und dann benehme ich mich irgendwie sehr unschön und das will ja der Herr auch nicht, ich soll ja nett sein. Also dann lieber nicht fasten, damit ich nett bin.

Ist gut gemeint, aber auch einfach nur Selbsttäuschung.

„Ja, und wenn ich faste, dann geht’s mir gar nicht gut, da hab ich Kopfschmerzen!“

Und hier ist meine Empfehlung: Lerne gleich von Anfang an, mindestens drei Tage am Stück zu fasten, weil ab dem dritten Tag macht’s nämlich Spaß, wenn der Hunger vorbei ist, dann macht es Spaß und dann kannst du fliegen und dann wirst du erleben aus eigener Erfahrung, dass du in eine Nähe mit Gott kommst, dass du sensibel wirst im Heiligen Geist, dass du viel schneller Antworten bekommst und auf eine tiefere Art und Weise der Herr zu dir reden kann und das Wort lebendig machen kann.

Eine Gemeinde oder ein Christ, der nicht fastet, entspricht nicht dem Standard Gottes. Punkt, fertig, aus.

Und das werden wir unserem Jünger erklären – aus der Schrift. Nicht einfach: „du musst fasten“, sondern wir erklären ihm, welche Bedeutung und welche Wirkungsweise Fasten hat und was das Wort Gottes über Fasten sagt. Und dass fasten normal ist.

Das ist ja jetzt die Ausgangslage: Jetzt darf Gott durch sein Wort definieren, was normal ist. Nicht mehr wir definieren, was normal ist.

„Ja, ich kenne keinen, der fastet, warum soll ich fasten?“

Weil du dich entschieden hast, du willst Gott gehorchen, ganz einfach deswegen. Und verweise nicht auf die vielen anderen, die es nicht tun. Du vergleichst dich nicht mit denen, die noch fleischlicher sind als du. Du vergleichst dich mit dem Standard des Wortes Gottes.

Also: Beten, Geben, Vergeben, Fasten.

Das sind die vier Dinge, die Jesus erwähnt. Und er benutzt immer das Wort „wenn“ – zeitlich! „Immer dann, wenn …“.

Griechisch:
3752. hotan

Matthäus 6
2a Wenn du nun Almosen gibst
5a Und wenn ihr betet
16a Wenn ihr fastet

Und ich will noch einige andere Dinge hinzufügen, die wir dem Jünger beibringen wollen. Das wird Bestandteil seines Lebens werden. Das wird regelmäßig in seinem Leben zu finden sein:

Das ist Leben mit dem Wort Gottes.

Das ist Gemeinschaft mit Gott. Gott suchen, Zeit haben mit Gott. Manche nennen das auch „Stille Zeit“. Ob der so glücklich ist, der Begriff, weiß ich nicht, weil die sollte schon nicht zu still sein. Da muss man auch was hören. Wir wollen, dass er seine Gebete spricht, nicht denkt. Das ist der schnellste Weg, Ordnung in die Gedanken zu bringen: Gebete zu sprechen – und nicht zu denken. Es geht nicht um Lautstärke, es geht einfach darum, dass seine eigenen Ohren hören, was aus seinem eigenen Mund kommt. Und das ist extrem wichtig, dass wir laut beten.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (35:00 bis 40:00)

Und Leute werden ermutigt und es wird ihnen leicht gemacht und es wird ihnen als „normal“ beigebracht, der Schrift nicht zu gehorchen. Und ich rede jetzt von Gläubigen, ich rede nicht von „der Welt“, sondern von Gläubigen. Und das ist Verzauberung. Und du findest dasselbe im Klartext, aber dann in der Elberfelder auch nochmal – dank sei Gott, dass Paulus das zwei Mal reingeschrieben hat – dort heißt es in Vers 7.

Gal 5,7
Ihr lieft gut – wer hat euch gehindert, der Wahrheit zu gehorchen?

Da hast du es. Worin bestand das „gut laufen am Anfang“? Ganz offensichtlich, indem sie der Wahrheit gehorchten. Dann kam etwas dazwischen. Was war es, was dazwischen kam? Falsche Lehre, die von außen hereinkam. Verdrehung des Evangeliums, Fälschung des Evangeliums. Und aus Gnade wurden dann Werke. Und damit haben die Leute aufgehört, der Wahrheit zu gehorchen.

So, du hast hier drei Schriftstellen, die uns definieren – und dann gibt’s noch die anderen mit „Freund sein von Jesus“ und „Jesus lieben“, die uns klar definieren: Glaube an Jesus, Jesus zu lieben ist gleichbedeutend mit der Bereitschaft, ihm zu gehorchen. Das ist der wahre Glaube. Und wo immer du Botschaften hörst, wo das weggelassen wird – und wir haben heute viele Botschaften über die „Liebe des Vaters“ und „Kuscheln beim Papa“ und „Freund Gottes sein“, wo dieser Aspekt, dass bei aller Vaterschaft, bei aller Liebe, bei aller Freundschaft zu Gott, Gott immer noch ein Recht hat und auch tatsächlich erwartet, dass wir ihm gehorchen – das wird weggelassen. Und Menschen werden verdreht.

Und du kannst dann Menschen erleben, die in großer Illusion leben, in einer selbstgemachten, sich ausgedachten Beziehung zu Jesus, wo sie ihm ganz nahe sind, aber die Sünde in ihrem Leben übersehen sie. Wenn wir nahe sind bei Jesus, dann öffnet er uns die Augen und er führt uns immer wieder neu in die Buße. Und er zeigt uns immer wieder neue Dinge, wo wir uns ändern sollen, wo wir alte Denkweisen, alte Verhaltensweisen ablegen sollen usw.

So, jetzt erwähne ich noch ein paar ganz praktische Dinge, die ich dann später weiter ausführen werde: Die Ausbildung des Jüngers.

Es gibt ein paar Dinge, die wir ihm beibringen werden, die ein regelmäßiger Bestandteil seines Lebens werden sollen. Diese Dinge wird er immer und immer und immer wieder tun. Ein paar von diesen grundlegenden Dingen finden wir auch in einer Passage in Matthäus 6. Jesus erwähnt dort vier grundlegende Verhaltensweisen oder ich nenne sie „Disziplinen“ im Reiche Gottes.

Und diese vier sind nicht verhandelbar. Und diese vier gehören alle zu einem normalen Christenleben dazu. Und Jesus zeigt das, indem er, wenn er das Wort „wenn“ benutzt“ – „wenn ihr diese Dinge tut“ – dann meint das griechische dort ein „zeitliches wenn“. Nicht „falls“ sondern „wenn“.

Und er redet dort von „beten“. Und wir alle verstehen: Wenn wir jemanden finden, der sagt: Ich bin Christ und ich liebe Gott und ich lebe mit Jesus, aber mit dem Beten hab ich’s nicht so, und Beten finde ich nicht so gut und das mache ich eigentlich nicht – dann sagen wir „Hallo?! Du bist kein Christ! Wenn du sagst, beten gibt es nicht bei dir – du bist kein Christ“.

Christsein ohne beten ist kein Christsein – darin stimmen wir alle überein, nicht wahr? Oder gibt’s hier jemanden, der sagt: Doch, man kann Christ sein, aber Beten kann völlig fehlen in seinem Leben, trotzdem ist er Christ!

Das gibt es nicht! Das ist eine Täuschung.

Aber in derselben Weise erwähnt Jesus andere Dinge, und da sieht’s schon ganz anders aus. Z.B. „Fasten“.

Und mit aller Selbstverständlichkeit würden da viele, viele Leute heute pfingstlich-charismatischer Prägung sagen: „Ja, aber man kann Christ sein, aber das hat doch nichts mit Fasten zu tun?! Fasten sind gesetzliche Werke, das ist Selbstkasteiung, das ist nicht notwendig, das ist Gesetzlichkeit usw.“

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (30:00 bis 35:00)

Es bleiben die alten Begriffe, aber der Inhalt wird geändert. Es wird ein neuer Inhalt dazu getan. Ich geb euch auch gleich ein Beispiel, aber erstmal die Schriftstelle hier:

Joh 3,36
Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben. Wer aber dem Sohn – und jetzt kommt das Gegenteil von „glauben“ und dann steht dort – *nicht* gehorcht […]

Es gibt übrigens Bibelübersetzungen heutzutage, die bringen hier das zweite Mal wieder das Wort „glauben“. Und das ist eine echte Fälschung, weil das erste Mal heißt es „glauben“ und das zweite Mal ist: apeitheó [544] – „ungehorsam sein“.

So, das Gegenteil von glauben ist „ungehorsam sein“, nicht gehorchen wollen. Da hast du eine Definition, was Glaube ist. Glaube ist gehorchen.

Und das wird heute an vielen, vielen Stellen nicht mehr so verstanden. Und man kann offensichtlich an Jesus glauben – oder Leute meinen, dass man das könnte – man kann an Jesus glauben ohne seinem Wort zu gehorchen. Man trennt das und sagt: Ich glaube an Jesus – Gehorsam ist eine andere Sache, aber ich glaube an Jesus.

Und das wird uns von höchster Stelle vorgemacht. Und wir werden dort infiltriert und indoktriniert und Gehirn gewaschen und wir sollen neue Inhalte lernen.

Denk an dieses Beispiel: Vor einigen Jahren hat ein weltbekannter Mann Gottes [Anm.: Rick Joyner, MorningStar], der sehr populär ist, der sogar gilt als Prophet, hat einen Nachruf geschrieben und veröffentlicht auf seiner Webseite in Bezug auf den verstorbenen Papst Johannes Paul II. So, und dann schreibt der als Nachruf: „Er war ein großer Mann Gottes und er liebte den Heiligen Geist“.

Das ist Propaganda. Das ist Gehirnwäsche. Also hier kannst du den Heiligen Geist lieben und gleichzeitig das Wort Gottes mit Füßen treten. Aber du liebst den Heiligen Geist, bloß sein Buch kannst du nicht ausstehen und musst es umschreiben und musst es verdrehen. Das ist nicht eine gesunde Definition. Gott zu lieben, heißt, bereit zu sein, ihm zu gehorchen.

Und das schreibt er auf seiner Webseite und das große Wunder ist, dass da nicht hunderttausende von Leuten den bombardieren mit Emails und sagen, „Horch einmal, was erzählst du hier? Du verdrehst hier das Denken der Menschen – du gibst neue Definitionen. Die Bibel definiert, was es heißt, Gott zu lieben – du gibst uns eine neue Definiton und das darfst du nicht! Und du bist verantwortlich vor Gott für so etwas!“

Nirgendwo in der Bibel finden wir eine Idee, man könnte Gott lieben, man könnte an Gott glauben und gleichzeitig in der Haltung sein, „aber mit Gehorsam, das sehe ich nicht so – das ist „gesetzlich“, das ist von früher, das haben die Alten so gelehrt, aber das passt nicht mehr in unsere Zeit“ und all diese Dinge.

Wir ändern uns, die Kultur ändert sich, der Zeitgeist ändert sich – Gott ändert sich nicht und sein Wort ändert sich nicht. Und wir werden gemessen eines Tages an seinem Wort. Nicht am Zeitgeist. Vergiss das bitte nie.

Gal 3 – eine weitere Stelle, die uns diese Definition gibt, dass Glaube identisch ist mit der inneren Bereitschaft zu gehorchen.

Gal 3,1 (Elberfelder)
Unverständige Galater! Wer hat euch bezaubert (oder verhext), denen Jesus Christus als gekreuzigt vor Augen gemalt wurde?

Und wenn du jetzt eine Schlachter-Übersetzung hast, dann heißt der Text ein bisschen anders:

Gal 3,1 (Schlachter)
O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch, denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt vor die Augen gemalt worden ist?

Und es hat bestimmte Gründe, auf die ich jetzt nicht eingehen will, die ich aber nicht akzeptiere, dass die Elberfelder, die ich sonst sehr liebe, an dieser Stelle diesen wichtigen Teil *weglässt*.

Denn hier wird uns erklärt: Die Verzauberung findet statt, indem Leute überredet werden, nicht mehr zu gehorchen.

Vielleicht hast du deine eigenen Definitionen von „Verzauberung“. Vielleicht denkst du, Zauber, das ist irgendwas in Afrika, aber das hat ja mit unserer Kultur nichts zu tun.

Unser Land ist hochgradig verseucht mit christlicher Zauberei – hochgradig!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (25:00 bis 30:00)

Und zwar nicht so auf so eine christliche Art und Weise – kennst du das? „Falls ich dich verletzt haben sollte, täte es mir leid“.

Ja, was denn? Hast du mich verletzt oder nicht?

Und wenn du das nicht weißt, dann halt deinen Mund und bete und lass dich vom Heiligen Geist überführen und wenn du weißt, was du gemacht hast, dann kommst du nochmal.

Was ist denn das für eine Art? „Falls ich dich verletzt haben sollte“. Ja, wie denn?

Aber das ist sehr typisch!

Oder man sagt: „Ich möchte mich entschuldigen“. Ja, hallo, wenn du Schuld auf dich geladen hast – du kannst dich gar nicht entschuldigen! WIR können dich entschuldigen.

Du kannst nur sagen: „Ich bitte um Entschuldigung“ oder „ich bitte um Vergebung“. Aber wenn du schuldig geworden bist, *du* kannst dich nicht entschuldigen! Wo willst du denn hin mit deiner Schuld? Verstehst du?

So, die Redensweisen verraten sehr viel über wie echt wir sind. Wie Jesus sagt: Aus der Fülle des Herzens redet der Mund.

Mt 12,34b, Lk 6,45b
Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund.

So, der Jünger verpflichtet sich, diese Bereiche unter die Herrschaft Christi zu stellen. Und das bedeutet, er hat entschieden, der Wahrheit des Wortes Gottes zu gehorchen.

Das ist die Essenz von Nachfolge: Der Wahrheit zu gehorchen.

Und ich sagte es schon: Seit über 20 Jahren reise ich durch die Gemeinden und die Gemeinden sind voll von Menschen, die denken, die sind seit Jahren und Jahrzehnten gläubig und die haben noch niemals verstanden, dass Gott von ihnen möchte, dass sie eine Entscheidung treffen, sie sollen jetzt lernen, der Wahrheit zu gehorchen.

Sie stimmen dem zu! Aber das in ihrem eigenen Leben wirklich umzusetzen, diese Entscheidung ist überhaupt noch nicht getroffen. Das heißt, die haben ein falsches Evangelium angenommen und geglaubt.

Ein Freund von mir, der auch unterwegs ist als Diener Gottes, als Bote des Herrn – er kommt in eine Gemeinde und er spricht mit einem Bruder dort, der ihm viel erzählt und ihn da viel volltextet, was er alles kann und was er alles weiß und ganz offensichtlich ist dieser Bruder, das war unverkennbar an dem stechenden Geruch in der Nase, ein extremer Raucher. Und er versucht diesen Lehrvortrag zu unterbrechen und sagt: Du, ich hab mal eine Frage – du bist ja schon so erfahren und du bist schon so lange Christ: Und wann wirst du aufhören zu rauchen?!

Und weißt du, was dieser Mann sagt? – Wieso? Jesus liebt mich auch so.

Hier hat jemand das Evangelium überhaupt nicht verstanden.

Ja, Jesus nimmt uns an wie wir sind. Okay. Aber dann kommt ein Komma und nicht ein Punkt und das war’s dann. Dann kommt ein Komma. Und aus lauter Liebe zu uns und aus lauter Liebe zu den anderen lässt er uns nicht so wie wir sind. Das ist das Evangelium: Er nimmt uns an wie wir sind. Okay. Aber dann sagt er: Diese Sachen kommen aus deinem Leben raus und ich garantiere dir, ich werde dir helfen, diese Dinge kommen aus deinem Leben raus, weil ich dich erziehen werde, weil ich dich prägen werde, weil ich dir neue Gelüste geben werde und du selber verlangen bekommst, rein zu werden und raus zu kommen aus diesen verkehrten Dingen.

Joh 3 lesen wir mal. Und da hast du eine Definition. Und wir brauchen immer Definitionen. Das heißt, wir müssen Begriffe genau definieren und genau beschreiben. Dann kommt Klarheit. Und das ist überhaupt die Taktik des Feindes in dieser Zeit der religiösen Verführung, in der wir leben – dass Begriffe umgedeutet werden!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (20:00 bis 25:00)

Nicht gleich „das Leben lassen“ – das kommt ganz am Ende. Das ist die hohe Schule des Leidens. Das ist die für Fortgeschrittene.

Aber es fängt erstmal mit diesen Dingen an: Ich soll Dinge tun, die keinen Spaß machen. Und ich soll das aushalten.

So, das ist unsere Berufung. Und wenn du, was ich jetzt aus Zeitgründen weglasse, einmal ein Bibelstudium machst, im Neuen Testament, „Leiden“ und „Glauben“ oder „Leiden und Wort Gottes“ – dann wirst du feststellen: Jesus und die Apostel haben sehr viel darüber gesagt. Sehr viel.

Aber das wird heute großenteils verschwiegen, mit der falschen Idee: Wir wollen ja die Leute nicht verschrecken. Das werden wir ihnen dann später sagen – aber dieses „später“ kommt nie.

Und wir wollen gleich am Anfang klare Linien legen und sagen, worum es geht.

So, Leidensbereitschaft ist eine Bereitschaft zum Gehorsam, auch wenn’s dich etwas kostet, auch wenn es schwierig wird, auch vielleicht sogar wenn es wirklich an die Substanz geht. Hier gibt es solche Beispiele:

Joh 9,22 – die Eltern von dem Geheilten …

Joh 9,22
Dies sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, dass, wenn jemand ihn (Jesus) als Christus bekennen würde, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte.

Meschenfurcht! „Wir werden ausgeschlossen“ – aber das ist uns verheißen! Wir werden gemieden. Vielleicht auf der Arbeit. Jemand anders, der nicht so qualifiziert ist und nicht so gut ist wie du, wird vorgezogen, weil du klare Kante zeigst, weil du sagst, wofür du stehst und was du glaubst.

Joh 12,42
Dennoch aber glaubten auch von den Obersten viele an ihn; doch wegen der Pharisäer bekannten sie ihn nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden

Ich habe mit etlichen Pfingst-Pastoren gesprochen, und die jammern und schütten ihr Herz aus und klagen, dass sie frustriert sind über ihren Verband und dass sie überhaupt nicht einverstanden sind mit der ganzen Sache mit der Ökumene und dass sie das ganz schrecklich finden, und die können lange und lange und breit mit mir darüber reden.

Und ich sage: Und als es zur Abstimmung kam, hast du deine Stimme erhoben? Hast du gesagt, wo du stehst und hast du gesagt, was das Wort Gottes?!

„Ja, neee, ich hab ja gesehen, was die mit den alten Haudegen gemacht haben, die noch für die Wahrheit gestanden haben, und da hab ich mir gedacht, das tu ich mir jetzt nicht an, und habe geschwiegen“.

Angst ausgeschlossen zu werden. Angst nicht mehr anerkannt zu werden.

Aber von wem möchtest du anerkannt werden? Ich möchte vom Vater im Himmel anerkannt werden. Und ich möchte, dass der Vater sich freut, dass ich zu seinem Sohn stehe – das ist mein Ziel, dafür habe ich mich entschieden. Und ob Menschen mich anerkennen und mich wunderbar finden oder mich schrecklich finden – das ist mir sowas von egal. Und ich habe einen Preis dafür bezahlt, für diese Freiheit, aber ich genieße diese Freiheit. Und ich möchte nie wieder in das charismatische Gefängnis zurück, in dem ich war. Und ich muss nicht auf irgendwelche Leute, weil ich von denen was will, Rücksicht nehmen. Sondern ich muss Rücksicht nehmen auf Jesus, den ich liebe, auf den Heiligen Geist und auf den Vater im Himmel – und auf sonst niemanden. Hallelujah.

Noch ein paar andere Versuche, diese Lernziele so ein bisschen zu umreissen bevor wir dann ins Detail gehen:

Ein Jünger muss lernen, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Für seine Worte, für seine Gedanken, für seine Fantasie, für seine Herzenshaltungen, für seine Verhaltensweisen. Und er hat sich hingegeben, alle diese Bereiche, die ich jetzt genannt habe, unter die Herrschaft Christi zu stellen. Christus regiert unsere Gedanken. Christus regiert unsere Fantasie. Christus regiert unsere Worte. Christus regiert unser Verhalten. Und Verantwortung zu übernehmen heißt auch, da, wo ich daneben bin, wo ich versagt habe, dass ich das nicht ignoriere, dass ich das nicht rechtfertige, dass ich das nicht schön rede, dass ich nicht anderen dafür die Schuld gebe und alles irgendwie umdrehe. Sondern einfach sage: Ja, das stimmt, das war nicht in Ordnung, ich hatte kein Recht, das zu tun. Und da, wo es Menschen betrifft und Menschen darunter gelitten haben, weil sie das erlebt haben, dass ich das „versagt“ habe – Verantwortung für mein Leben bedeutet: Ich gehe hin zu diesen Leuten und sage ganz klar, was gewesen ist, was ich gemacht habe, dass es nicht in Ordnung ist und ich bitte diese Leute um Vergebung.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (15:00 bis 20:00)

Und wenn einer das machen würde, wahrscheinlich, würde das Seminar aus Mangel von Teilnehmern ausfallen, weil die Leute denken, „Leidensbereitschaft?! Willigkeit zu Leiden?! Lass mich in Ruhe! Ich hab schon genug Stress!“

Aber wenn du das Evangelium studierst und das werden wir unserem Jünger in vielfältiger Weise als Aufgabe machen, dann mach ein Bibelstudium über „Leiden“. Was sagt die Bibel über Leiden, und dann wirst du feststellen: Leiden ist untrennbar mit Nachfolge verbunden. Und Leiden beginnt nicht da, wo jemand jetzt als Märtyrer stirbt, sondern Leiden bedeutet, etwas zu tun gegen sein eigenes Lustgefühl.

Und wie Peter Hahne das so schön gesagt hat: „Schluss mit Lustig“ – wir dienen hier dem Spaß-Gott.

Peter Hahne: Schluss mit lustig!: Das Ende der Spaßgesellschaft
https://www.amazon.de/Schluss-mit-lustig-Ende-Spa%C3%9Fgesellschaft/dp/3501051808

Und das ist das große Problem: Dass wir nicht verstanden haben, dieser mächtige Götze in unserer Kultur – wenn der nicht gestürzt wird im Leben des Jüngers, wird sich nichts ereignen. Die Leute tun das, wozu sie „Lust haben“.

Treffen Entscheidungen nach „das macht mir Spaß“ oder „das macht keinen Spaß“. Das siehst du ganz, ganz praktisch – mach eine Großreinemach-Aktion in der Gemeinde und kündige das an. Und dann merk dir die Namen derer, die nicht da sind. Und dann wiederhole das Ding das nächste Jahr und vergleiche die Listen. Und du wirst feststellen, es gibt bestimmte Leute, die sind immer nicht da zu solchen Aktionen.

Warum sind die nicht da? Weil die eine bestimmte Einstellung haben. „Ach, es ist so schönes Wetter. Das kam ja ganz spontan das schöne Wetter als ihr den Termin vor 6 Wochen angesetzt habt, da war ich ja noch einigermaßen bereit, aber dann am Samstag morgen war so ein schönes Wetter und da hatten wir uns doch vorgenommen, endlich mal den Garten oder grillen oder dies oder das – und dann kommt diese Reinmachaktion und das macht ja wirklich keinen Spaß“.

Entscheidungen danach zu treffen, heißt, ich lebe in Verantwortungslosigkeit. Ich will allen Segen mitnehmen von der Gemeinde, aber investieren und dafür etwas geben und Mitverantwortung übernehmen und Teil sein der Gemeinschaft und etwas geben – das brauche ich nicht.

Diese Gesinnung ist ein Greuel in Gottes Augen. Und eine Leiterschaft nach dem Herzen Gottes, die befreit ist von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit, wird das sehr klar ansprechen und wird sagen, was die Bibel über Faulheit zu sagen hat. Dass nämlich Faulheit die Tür aufmacht für den Fresser, für den Feind, für den Verderber, für Fluch, der ins Leben kommt.

So.

Apg 14,22
Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich6 Gottes hineingehen müssen.

Überleg einmal, das haben die den Neubekehrten erzählt! Wir würden sagen: Hej, mit solchem harten Tobak müssen wir noch ein bisschen warten. Die müssen erstmal „gegründet“ sein, die müssen erstmal wirklich voll angebissen haben, die müssen dabei sein – und dann später können wir vielleicht sowas sagen. Aber am Anfang einem Neubekehrten das zu erzählen, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich? Neee, dann läuft der weg! Dann hat der Angst, dann sagt der: Ne, das habe ich nicht gesucht, das wollte ich nicht.

Aber sie haben eine andere Sichtweise gehabt und sie haben ganz klar gesagt: Für den Glauben musst du leiden. Das gehört dazu. Und mach dich damit eins. Wie Petrus das sagt: Du bewaffnest dich – das ist eine Waffe – die Gesinnung, wie Christus gelitten hat, so werden wir auch leiden. Das ist eine Waffe, sagt Petrus.

1Petr 4,1
Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung

Warum ist das eine Waffe? Weil du aus deiner Angst „hoffentlich muss ich nicht leiden“ oder „ich könnte vielleicht leiden“ – aus der Angst machst du eine Gewissheit! Du wirst leiden! Gott wird dir helfen! Gott wird dir Gnade geben, aber vergiss jede Illusion, „vielleicht schaff ich es ja ohne Leiden irgendwie durchzukommen“ – du wirst nicht.

Wer Leiden vermeiden möchte um des Evangeliums willen, und das fängt ja an bei Entscheidungen treffen gegen das Lustgefühl, Entscheidungen treffen gegen „was ist populär?“ und nicht mehr darauf einzugehen, was werden die anderen denken? Was werden die anderen sagen? Wie stehe ich dann da?

Da fängt es ja an mit dem „Leiden“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (10:00 bis 15:00)

Und in welchen Bereichen dann die Treue ausgelebt wird, das kommt dann alles noch ein bisschen später. Jetzt einmal nur erstmal so allgemein.

Wenn wir Zeit hätten, aber ich erwähne es nur kurz und gehe jetzt nicht darauf ein, dann wäre 2.Petrus 1,1-10 eine exzellente Schriftstelle, um diesen ganzen geistlichen Entwicklungsprozess zu beschreiben.

2 Petr 1,1-10
1 Simon Petrus, Knecht1 und Apostel Jesu Christi, an die, welche den gleichen kostbaren Glauben wie wir empfangen haben an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus:
2 Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil in der Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus!
3 Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel in] Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch [seine] Herrlichkeit und Tugend,
4 durch welche er uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht,
5 so setzt eben deshalb allen Eifer daran und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis,
6 in der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Ausharren, im standhaften Ausharren aber die Gottesfurcht,
7 in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe.
8 Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, so lassen sie euch nicht träge noch unfruchtbar sein für die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.
9 Wem dagegen diese Dinge fehlen, der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen.
10 Darum, Brüder, seid umso eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung fest zu machen; denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen

Diese Textpassage ist aufgeteilt in zwei Bereich. Und zwar so wie auch viele Gemeindebriefe aufgeteilt sind: Teil 1 beschreibt das Werk der Erlösung: Was hat Jesus getan? Was bedeutet es, dass wir das Heil in Christus haben? Was hat er für uns getan? Und Teil 2 dann beschreibt, wie wir jetzt darauf zu reagieren haben, was auf unserer Seite notwendig ist, damit wir wirklich wachsen in der Gnade – so nennt es z.B. Petrus.

2Petr 3,18
Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen.

Und der Transfer der Segnungen, die uns schon geschenkt sind – sozusagen auf unserem himmlischen Konto sind – in unser Leben hinein, kommt durch Fleiss.

Wenn du diese Passage dir in Ruhe anschaust und das lohnt sich wirklich darüber nachzudenken, dann siehst du, was alles uns geschenkt ist, was wir haben, alles, was wir brauchen, ist da in Christus zur Verfügung, und jetzt entwickeln wir Fleiss. Wir entwickeln Fleiss. Und zu allererst, und das beschreib ich dann später, wahrscheinlich komme ich heute abend erst richtig dazu: Fleiss im Hinblick auf unseren Umgang mit dem Worte Gottes.

Das ist der Kanal, durch den der Segen Gottes fließt. Und wir geben uns hin, von diesem Wort jetzt geprägt zu werden. Und so kommt eins zum anderen. Aber es beginnt dieser ganze Prozess der Veränderung, beginnt mit Fleiss.

Und das heißt, wir werden unserem Jünger, den wir jetzt da trainieren, der gesagt hat: Du, ich komm mit meinem Christsein nicht weiter, ich hab nie Jüngerschaft gehabt, ich will jetzt in Jüngerschaft – wir werden ihm erklären: Bestimmte Dinge jeden Tag zu tun.

Und wir werden da sehr präzise, wir sagen nicht allgemein: „Du musst mehr Wort Gottes lesen“ oder irgendwas. Sondern wir erklären ganz genau, was und wie der das zu machen hat. Das ist unser Problem: Dass wir so in allgemeinen christlichen Klischees irgendwie uns äußern und wir denken, der versteht das ja schon. Definiere immer, was du meinst. Sag ganz genau, was du meinst. Statt zu sagen: „Ja, du musst Gott suchen“ – wir als Gläubige hoffentlich verstehen, was das bedeutet. Aber wenn da ein Neubekehrter ist, und du erzählst dem, du musst Gott suchen – der versteht überhaupt nicht, was du willst. Der denkt: Ja, wie – Gott suchen? Spielt der jetzt mit mir Verstecken oder wie soll ich ihn denn suchen? Wie soll das funktionieren?

So, wir werden ganz genau erklären, was da passiert und was er zu machen hat.

Und das ist das schöne an Jüngerschaft: Du bist gezwungen, Dinge präzise zu erklären und da merkst du oftmals, wie wenig du selber verstanden hast. Weil das, was du nicht verstanden hast, kannst du auch nicht erklären. Was du verstanden hast, kannst du erklären. Und Jüngerschaft ist immer eine wunderbare Gelegenheit selber zu wachsen und selber einfach zuzunehmen in der Gnade.

Okay, ein weiteres Lernziel, was wir haben, was wir sehen wollen, was wir entwickeln wollen, wozu wir den Jünger motivieren wollen, was hervorkommen soll in seinem Leben, ist etwas ganz, ganz unpopuläres bei uns Menschen, aber etwas ganz kostbares und wichtiges für Gott – und das nenne ich „Leidensbereitschaft“.

Darüber wird heute wenig gesprochen, schau einmal in die ganzen Ankündigungen von Konferenzen und Seminaren. Wie viele Seminare hast du schon gesehen, die angeboten worden sind, wo gesagt wird: Wir in diesem Seminar vermitteln wie man bereit wird, willig wird, für das Evangelium zu leiden?

Das macht keiner.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (5:00 bis 10:00)

So, ihr Lieben jetzt geht es weiter mit Jüngerschaft. Also nach diesen vorbereitenden Schritten ist dann unser Kandidat soweit und sagt: So, ich melde mich, ich will wirklich jetzt in Jüngerschaft genommen werden.

Okay, worum geht’s denn da überhaupt? Was wollen wir da tun? Und wir haben ein klares Ziel, das finden wir im Worte Gottes eben in dem bekannten Missionsbefehl. Und da hat Jesus die Apostel beauftragt, Jünger zu machen und sie zu lehren, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.

Mt 28
19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Und dann kommt diese wunderbare Verheißung. „Und siehe, ich bin bei euch bis zur Vollendung des Zeitalters“.

So, es geht darum, wir wollen hier nicht einen Menschen heranbilden, der viel, viel Bibelwissen hat, sondern der sich hingegeben hat und der praktisch dabei ist, diese Dinge, die er gehört hat, in sein Leben zu integrieren. „Alles zu bewahren“ – das bedeutet einfach, darauf zu achten, dass diese Dinge wirklich in seinem Leben sind.

So, einige grob formulierte Lernziele, die wir haben für den Jünger:

1) Ein Jünger soll – oder das macht einen Jünger aus – er hat eine Haltung der Belehrbarkeit. Er lässt sich etwas sagen.

Jes 50,40
Der Herr, HERR, hat mir die Zunge eines Jüngers1 gegeben, damit ich erkenne, den Müden durch ein Wort aufzurichten2. Er weckt mich, ja Morgen für Morgen weckt er mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören.

Das ist also eine Bereitschaft: Ich bin bereit, den Willen Gottes zu tun. Ich bin offen, und ich empfange das Wort des Herrn. Und Jünger hören ganz, ganz anders als andere Gläubige. Jeder Jünger ist ein Gläubiger, aber nicht alle Gläubige sind Jünger. Und es gibt Leute, die hören eine Botschaft in der Gemeinde und denken sofort: Ah, das könnte jetzt für den sein. Und das passt gut für den …

Und sie können sehr gut irgendwie alle Teile der Predigt verteilen und wissen immer für wen das ist. Aber komischerweise vergessen sie da eine Person dabei. Und das sind sie selber.

Denkt an diese Eingangsfrage, so wie die Gemeinde entstand: Mit Menschen, die hilflos sind und die sagen: „Was sollen wir tun?“

Apg 2,37
Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?

Die sagen nicht: Was sollen wir wissen?

„Was sollen wir tun?“ – es geht um das praktische Umsetzen des Evangeliums, um das geht es.

2) Dann ein zweiter Bereich: Den umschreib ich mal mit „Fleiß, Ausdauer, Beständigkeit, Treue“.

Das sind alles nicht so Vokabeln, die so besonders in Mode sind bei uns, aber das zeigt nur, dass wir andere Prioritäten haben als der Herr selber. Für den Herrn sind alle diese Eigenschaften extrem wichtig.

Und Fleiß bedeutet, sich hinzugeben, regelmäßig, täglich, bestimmte Schritte immer wieder zu tun und Ausdauer zu entwickeln, nicht müde zu werden, sondern das einfach zu einem Lebensstil werden zu lassen.

Treue ist ein Merkmal des Wesens Gottes. Gott schätzt Treue. Gott liebt Treue. Und Er möchte in unserem Leben Treue sehen. Und Treue kommt in unser Leben durch Entscheidung. Und das ist das Geniale. Wir sind als Kinder Gottes jetzt befreit und wir können in jede Richtung gehen, die wir wollen. Und wenn wir klug sind, dann sagen wir, wir wollen in die Richtung gehen, die Gott für uns hat. Und man kann so gebunden sein wie man will, man kann in so viel Kompromissen sein und so durcheinander sein in seinem Leben wie man will – nichts kann einen hindern zu sagen: Okay, ich entscheide mich, ich werde ein Mensch der Treue.

Niemand kann dich hindern. Da können Sündenbindungen sein, Abhängigkeiten, Süchte, da kann alles sein, aber trotzdem – niemand kann dich hindern zu sagen: Ich wähle jetzt die Treue.

Und aus dem wir viel, viel, viel Segen kommen. David sagt: Den Weg der Treue habe ich vor mich hingestellt.

Ps 119,30
Den Weg der Treue habe ich erwählt und deine Bestimmungen vor mich hingestellt.

Der hat genau überlegt, was will er für Werte kultivieren in seinem Leben und er hat sich für Treue entschieden. Und Treue ist etwas, was in den Augen Gottes extrem kostbar ist und wichtig ist und Treue wird, wenn das etwas ist, wofür wir uns entscheiden und wo wir sagen: Das wird Bestandteil meines Lebens und das kultiviere ich und das wird in 20, 30 Jahren immer noch Teil meines Lebens sein – das wird immer langfristig enormen Segen absetzen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (95:00 bis Ende)

Ist das nicht irre? Und was mich so schockiert, weil es eine Freikirche war: Es gab keinerlei seelsorgerliche Bemühungen. Es gab kein Beten, kein Fasten, kein Ringen, kein Kämpfen, dass dieser Mann aus den Klauen des Teufels rauskommt und wieder zur Wahrheit kommt und vernünftig wird. Sondern die ganze Gemeinde hat das akzeptiert – stell dir das einmal vor.

Da ist Bruder X, der geht jahrelang auf die Männertoilette, jetzt ist er eine Frau, jetzt geht er auf die Frauentoilette!

Wenn die Welt verrückt ist, verstehe ich das. Aber wenn die Gemeinde verrückt wird, da habe ich kein Verständnis mehr für. Und dann muss die Gemeinde umkehren. Und diese Probleme kommen auf uns zu, ihr Lieben. Das sind jetzt Einzelfälle. Die kommen auf uns zu und wir werden in Teufels Küche kommen wenn wir nicht klar sind im Worte Gottes. Wir werden in totale Probleme kommen.

So. Das sind die vier Schritte, die es braucht, dass jemand wirklich in Jüngerschaft genommen werden kann: Buße, Glauben, Taufe und Empfang des Heiligen Geistes mit nachfolgendem Reden in Sprachen. Das ist der Standard. Und wer da ist, den können wir jetzt herzlich einladen zur Jüngerschaft. Und die anderen laden wir ein, die fehlenden Schritte zu gehen, damit wir dann ihnen Jüngerschaft anbieten können. Aber wir gehen nicht diesen Prozess mit Menschen, die das noch nicht als Voraussetzung haben.

Und danach dann geht es los. Und was sagt die Bibel als die Gemeinde geboren wurde und die Leute sich bekehrt haben, getauft wurden, den Heiligen Geist empfangen haben? Was sagt es dann? Sie blieben in der Lehre der Apostel.

Apg 2,42
Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.

Das ist das Merkmal von Jüngerschaft: Sie blieben in der Lehre der Apostel. Und wie das aussieht und wie das praktisch funktioniert und was das alles beinhaltet, das geht dann heute Nachmittag dann.

Und ich will nochmal erinnern: Nach dem Nachmittagsteaching gibt es Gelegenheit für Fragen. Zu diesem Komplex hier und zum herrlichen weiten Thema Gemeinde und Christsein in dieser Zeit und im Allgemeinen.

Vater, wir danken Dir für Dein Wort, das schneidet, das klar ist, das schockiert, aber auch das Bewunderung und Dankbarkeit hervorbringt, dass Du unser Gott bist, der sich nicht wandelt, auf den wir uns verlassen können, der sein Wort hält. Vater, wir danken dir für Jesus. Wir danken dir für das heilige Wort. Wir danken dir für den Heiligen Geist, der sich um uns bemüht und der uns in alle Wahrheit führen will. Wir danken dir. Und hilf uns zu verstehen, was du sagst und damit richtig umzugehen. Danke für deine Geduld. Danke für deine Gnade. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (90:00 bis 95:00)

Ich stelle mich über das Wort. Ich stelle mich über Gott. „Ja, in der Bibel steht, ich weiß, ABER …“ – und dann kommen irgendwelche Begründungen. „So haben mir das meine Eltern beigebracht“, „so glaubt das meine Gemeinde“, „so wurde das immer gemacht“.

Das sind alles Dinge, die nicht stichhaltig sind. Und die eines Tages zusammenbrechen werden.

So, nach diesen vier Schritten …

1) Buße/Umkehr
2) Glauben
3) Wassertaufe
4) Geistestaufe inkl. Sprachenreden

… ist jemand bereit für Jüngerschaft. Und wenn einer von diesen Schritten fehlt, und das siehst du bei Paulus, dann geht er zurück und sagt, wie ist es denn mit dem Schritt davor? Er merkt, die sind gar nicht geisterfüllt. Er weiß aber, das sollte so sein. Also fragt er nach: Ja, wie ist es denn mit Taufe?

Und dann stellt er fest, Taufe im Sinne der Lehre der Apostel, also Taufe auf den Tod Jesu und diese Identifikation mit dem Begraben-Sein und Auferstanden-Sein mit Christus hat nicht stattgefunden. Die haben nur die Taufe des Johannes. Das war eine Taufe zur Buße. Das wurde für eine kurze Zeit verkündigt und war eine Vorbereitung für das Kommen des Messias in Israel.

Aber als Jesus gekommen war, war fertig mit der Taufe von Johannes. Und das spielte keine Rolle mehr. Nur weil sie noch nicht diese Kommunikation hatten, deswegen gab es auch Christen wie Apollos, die haben an diesen Dingen festgehalten, weil die das nicht besser gewusst haben.

Und was macht jetzt Paulus? Das ist ja sehr interessant, weil die Taufe des Johannes ist von der Form her das selbe wie die Taufe auf den Name Jesu: Untertauchen im Wasser. Das ist dasselbe. So, Paulus hätte doch klugerweise und um umweltfreundlich zu denken, um Wasser zu sparen, der hätte doch jetzt sagen können: Pass auf, ihr habt’s ja schon, nur ihr habt das fälschlicherweise Taufe des Johannes genannt, jetzt stelle ich euch ein neues Dokument aus, ihr kriegt jetzt einen Taufschein und ihr seid jetzt getauft, so rückwirkend deklarieren wir das Ding um, und ihr seid jetzt getauft.“

Wär doch cool gewesen, oder?

Ne! Er hat gesagt: Ihr seid gar nicht getauft, ihr müsst jetzt getauft werden.

„Ja, aber wir haben doch die Taufe des Johannes!?“

Ich rede von Gehorsam gegenüber Christus, ihr müsst getauft werden, jetzt ist die Gelegenheit.

Der ließ da nicht mit sich diskutieren, der hat nicht gesagt, okay, wenn ihr unbedingt wollt. Heute gibt es schon Diskussionen, dass wir Leute als Mitglied aufnehmen, die aus der evangelischen Kirche kommen und die da besprenkelt sind und die darauf bestehen, dass das ihre Taufe ist. – Na, dann lassen wir sie zu ihren Bedingungen, warum denn nicht?

Im freikirchlichen Bereich gibt es schon solche Überlegungen. Die Baptisten sind da schon sehr weit fortgeschritten.

Warum tun die das? Weil sie keinen Respekt haben vor einem heiligen Gott. Weil sie keinen Respekt haben vor dem Wort Gottes. Weil sie nicht wirklich glauben, dass das der Wille Gottes ist. – „Das ist nur eine Empfehlung, das ist nur Geschichte“. Das ist der Grund, warum sie sich so etwas trauen. Und dafür plädieren – stell dir mal vor, die Baptisten geben ihre Taufe auf! Das ist ja, was die ausmacht! Die haben ja nichts, womit sie sich identifizieren außer die Taufe.

Und die sind bereit, das aufzugeben.

Johann Gerhard Oncken hat sich mit Eiern bewerfen lassen auf der Straße für die Taufe. Die sind ins Gefängnis gegangen, weil sie sich haben taufen lassen. So rigide war Preußen damals. Wer ausbricht aus der landeskirchlichen Vorstellung, der geht ins Gefängnis. Das war damals und das ist noch nicht lange her.

Und heute biedern sie sich an an die Landeskirche und plädieren dafür: Du, wenn der das unbedingt so sieht und wenn er sagt, das hat Gott mir so gezeigt und Gott akzeptiert das und deswegen müsst ihr das auch akzeptieren.

Siehst du diese Denke? „Ich stelle neue Regeln auf“. Das ist dasselbe wie: Ein Junge sagt: Ich bin aber ein Mädchen und ihr müsst mich jetzt alle als Mädchen ansehen und ihr müsst mir erlauben, auf die Mädchentoilette zu gehen.

Weil er im Irrtum ist, müssen wir jetzt alle seinen Irrtum mitmachen oder wie?

Das kann doch nicht wahr sein! Der Junge braucht Hilfe. Und es ist eine Tatsache, dass ein Großteil von Kindern, die diese Idee haben, sie sind im falschen Körper geboren worden – nach ein paar Jahren ergibt sich das alles.

Und heute plädieren Leute schon für Geschlechtsumwandlung von Minderjährigen. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf!

Aber nicht nur draußen. Ich kenne eine Gemeinde und da war ein Mann und der hat eines Tages seiner Familie erzählt, er wird sich jetzt umoperieren lassen als Frau. Seine Teenagerkinder waren geschockt, waren in Tränen. Haben gesagt: Aber Papa, dann haben wir dich ja nicht mehr als Papa!

Und weißt du, was er sagt? Da siehst du den Irrsinn! „Ich werde immer euer Papa sein“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (85:00 bis 90:00)

Wie können wir uns anmaßen, etwas, was Gott nicht „Taufe“ nennt, nennen wir „Taufe“? Und damit wir dann nicht anecken und den Frieden in der Stadt nicht stören und den ökumenischen Einheitsprozess – deswegen treffen wir uns dann mit dem Pfarrer und wir akzeptieren sein Verständnis von Taufe, dass die Bibel ablehnt? Hallo, wo gibt’s denn sowas?

Wo gibt’s denn sowas?

Um Frieden zu haben, verzichten wir darauf, zu sagen, „du, weißt du, was ich für dich bete, ist, dass der Herr dir die Augen auftut und dass du Buße tust über diese Irrlehre, über diesen religiösen Betrug, den du glaubst und den du praktizierst, indem du andere besprenkelst und ihnen dann hinterher ein Papier in die Hand drückst und sagst, sie sind jetzt Kinder Gottes und sie gehören zur Familie Gottes. Ich bete, dass Gott dich schockiert über die Anmaßung und dass das Wort endlich mal das Wort sein darf in deinem Leben“.

Aber da ist natürlich Schluss mit Ökumene. Da wirst du nicht mehr eingeladen. Dank sei Gott: Einen lästigen, sinnlosen, fruchtlosen Termin weniger!

Aber wir wollen es allen recht machen. Schließlich sagst ja das Evangelium: „Seid nett zueinander“.

Nein, das sagt es eben nicht! Jesus ist nicht gekommen, Frieden zu bringen. Jesus ist gekommen, um das Schwert zu bringen.

Mt 10,34
Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Ja, wie? Das versteh ich nicht – er ist doch der „Friedefürst“?!

Jes 9,5
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst

Und der Friedefürst sagt: Denkt nicht, ich bin gekommen, Frieden zu bringen – ich bin gekommen, das Schwert zu bringen.

Ja, wie jetzt? Schwert oder Frieden?

Wenn das Schwert Gottes in unserem Herzen und mit denen, mit denen wir Gemeinschaft haben, sein Werk getan hat, dann kommt Friede.

Der Friede kommt, NACHDEM das Schwert zugeschlagen hat. Und das Schwert schlägt erbarmungslos zu – auf alle religiösen und teuflischen Lügen, die überhaupt nur auf dem Markt zu finden sind. Das ist das Schwert des Geistes.

Das macht keine Verbeugung und sagt: Achja, ich hab Respekt vor deinem Glauben wie das heute so gefordert wird.

Und lasst mich das einmal sagen: Ich sehe es jetzt schon, obwohl es erst wenige Jahre her ist: Seid der BfP diese Entscheidung getroffen hat, zur Gastmitgliedschaft in der ACK, geht es mit dem BfP bergab – und zwar steil und rasant.

Damit kannst du machen, was du willst, mit dieser Aussage.

Und lasst uns nicht sagen: Ja, wir haben ja mit der Entscheidung, die da oben getroffen – wir haben ja damit nichts zu tun. Doch, ihr sitzt im selben Boot! Ihr sitzt im selben Boot! – Ja, aber ich hab die Entscheidung nicht getroffen! – Aber du trägst sie mit! – Ja, wie? – Indem du mit dabei bist.

Was heißt es nachher? An den Gläubigen, die denken, sie können noch einen Dienst tun in der Hure? Und sie können da noch Leute erretten und sie können da noch Leute erreichen? Gott sagt: Geht raus aus Babylon, damit ihr nicht der Sünden von Babylon teilhaftig werdet. Damit ihr nicht unter dieses Gericht kommt.

Off 18,4
Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt!

Ja, aber warte mal, Gott, wir waren ja nicht da drin, weil wir das geglaubt haben, wir waren da nur drin, um die anderen zu retten! – Ach, dann geht das Gericht an dir vorbei. – Ist das so?

Die müssen raus, weil sonst das Gericht Gottes sie trifft! So, da siehst du, bloße Zugehörigkeit kann fatal sein.

Hallo.

Also, machen wir mal unsere Reihenfolge weiter – wir müssen ja endlich mal zu „Jüngerschaft“ kommen.

Punkt 3 ist Taufe.

Was hat Petrus dann als nächstes gesagt?

Apg 2,38
Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Das ist Punkt 4.

So, wenn ein Mensch sich wirklich bekehrt hat, göttlichen Glauben empfangen hat, sich hat taufen lassen und den Heiligen Geist mit der ersten und anfänglichen Erfahrung des Redens in neuen Zungen – und ich spare mir das jetzt, aus dem Wort Gottes jetzt zu beweisen, dass es so sein muss – wer das erlebt hat, der ist bereit für Jüngerschaft.

Und versuche niemals Seelsorge zu machen, versuche niemals Jüngerschaft zu machen mit jemandem, der diese 4 Schritte nicht gegangen ist. Weil die Verweigerung einen dieser Schritte zu gehen, heißt: Dieser Mensch ist immer noch in Unabhängigkeit. Ist immer noch: Ich weiß es besser. Ist immer noch in der Haltung, „was das Wort sagt, ist mir egal – ich mache es so wie ich will“.

Und wie heißt das biblisch?

Stolz.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (80:00 bis 85:00)

Wie sagt das Paulus? „Ihr seid teuer erkauft!“, „ihr gehört euch nicht mehr selber“.

1Kor 6,20
Denn ihr seid teuer erkauft

1Kor 6,19
Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?

Das theologische Problem der Raucher, die wir haben in der Christenheit – und mir scheint, es werden immer mehr, und immer mehr Gemeinden sind von Erbarmen gepackt und stellen da Aschenbecher hin. Aber das ist kein Erbarmen, das ist erbärmlich! Das theologische Problem der Raucher ist, sie glauben nicht, dass ihr Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Sie glauben das nicht.

Sie glauben nicht, dass sie sich nicht mehr selber gehören, sie glauben das nicht.

Weil wenn sie das glauben würden, dass ihr Körper jetzt Gott gehört, sie müssten für jede Zigarette beten um eine Erlaubnis. Das tun sie aber nicht. Mit aller Selbstverständlichkeit rennen die in die Pause im Seminar und holen ihre Zigaretten raus und qualmen da draußen. Und dann kommen sie wieder rein und dann singen wir das Hallelujah, Teil 2.

Ja, hallo?!

Und ich hacke nicht immer nur auf Rauchern rum, mir geht’s genau so, aber das ist halt nicht so sichtbar – Pornografie und so viel anderes. Und die Gier nach Geld und nach Reichtum und all diese Dinge. Und das ist, warum man nicht vorwärts kommt. Das ist, warum man nicht wachsen kann. Das ist, warum Gott keinen Raum hat in uns. Weil dieser Raum schon belegt ist. Vorhin haben wir gesungen – oder war es gestern? „Füll diesen Raum“.

Ja, welchen Raum soll Gott füllen? Den Raum in unserem Herzen! Wenn Gott da nicht alles ausfüllt – er ist nicht an diesem Gebäude interessiert. Er ist an unseren Herzen interessiert. Und ich sage es immer: Das Maß der Gegenwart Gottes – und gestern habe ich ein bisschen gesprochen über die Gegenwart Gottes, die spürbar sich manifestieren will, so dass wir in Ehrfurcht vor Gott stehen, in Anbetung versunken sind, Zeit und Raum vergessen, vergessen, dass wir in einer Versammlung sind, aber wir sind in der himmlischen Sphäre und wir stehen vor Gott und wir atmen diese kristallklare, erfrischende, belebende Himmelsluft ein. Weiß jemand, wovon ich spreche?

Wahrscheinlich viele nicht.

Das ist die Gegenwart Gottes. Und jetzt: Das Maß, die Intensität der Gegenwart Gottes in einer Gemeinde hängt von einer einzigen Sache ab: Und das ist das Maß der Reinheit der Herzen. Davon hängt das Maß der Gegenwart Gottes ab.

Wie kann man das erklären? Ich bin in einer Stadt, bin in einer Gemeinde, diene dort und sagen wir mal, da ist der Himmel offen und die Gegenwart Gottes ist da. Und am Abend bin ich in der Nachbargemeinde in derselben Stadt und der Himmel ist wie aus Beton. Und es ist kalt, es ist leblos, es ist mechanisch, es ist runtergespult – eine leblose Routine, und kein Gott ist da. Wie kommt das? In derselben Stadt? Ich meine, für Gott wäre es doch nur ein Schritt oder vielleicht noch weniger als ein Schritt. Warum ist Er da und warum ist Er da nicht?

Die Herzen!

Mt 5,8
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

Und das ist nicht im Himmel – hier, jetzt sollen wir Jesus und Seine Herrlichkeit sehen. Das ist, was das Wort sagt.

Also …

1.) Buße, das heißt: Umkehr. Und 2.) Glauben. Gott schenkt Glaube, dass Jesus für mich bezahlt hat, dass Er meinen Platz eingenommen hat.

Dann der dritte Punkt: Taufe.

„Ja, aber warte mal, ich bin ja als Kind schon besprenkelt“. Wer das sagt, hängt in Religion, aber nicht an Christus.

Was interessiert Gott deine Babybesprenkelung, die Ihm nichts bedeutet. Die ein lebloses Ritual war, vermutlich der Pfarrer, der das durchgeführt hat, hat selber auch nicht geglaubt. Und wo ist das im Worte Gottes, dass Babies besprenkelt werden und das nennt man „Taufe“?

Wenn Gott Gott ist und Gott hat Christsein erfunden, dann hat doch Gott das Recht zu sagen, was Taufe ist, nicht wahr?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (75:00 bis 80:00)

Lies einmal Bücher von vor 200-300 Jahren. Lies mal was von den Puritanern (z.B. John Owen, John Bunyan, Richard Baxter, [Wikipedia-Liste]), lies mal was von Charles Finney (1792-1875) oder anderen Leuten wie die Evangelium verstanden haben. Oder nur ein bisschen zurück: Charles Spurgeon (1834-1892). Ihr Verständnis von Glauben ist so anders als unser Verständnis von Glauben heute. Und das meiste Zeugs auf unseren pfingstlich-charismatischen Büchertischen, was da heute liegt, spielt in 5 Jahren schon keine Rolle mehr und neues Zeug liegt da. Aber es gibt Klassiker, die Menschen geschrieben haben, die tiefe Erfahrungen mit Gott gemacht haben und diese Bücher wird es auch noch in 50 Jahren geben wenn Jesus nicht wiedergekommen ist, und die sind uralt. Und sie sind so klar und so kraftvoll, aber wir mögen lieber das inhaltslose, moderne, neumodische Zeugs.

Und überhaupt, mach mal eine Analyse, geh mal durch diese Kataloge, die da immer so kommen und schau mal, was da angeboten wird. Wie wenig gibt es da über „Heiligung“, wie wenig gibt es da über „Demut“. Ich meine, dass ich mich recht gut auskenne im christlichen Büchermarkt, und ich kenne 3 bis 4 verwertbare, empfehlenswerte Bücher über Demut. Und doch ist das das einzige, was Jesus sagt, was wir von ihm lernen sollen.

Mt 11,29
Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und „ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen“;

Und der Markt ist voll: „wie werde ich glücklich?“, „wie werde ich reich?“, „wie werde ich erfolgreich?“, und wie kann ich das, und wie kann ich das, und wie kann ich meine Träume erfüllt sehen und wie kann ich ein gutes Leben führen und dieses ganze Zeugs – der Büchermarkt ist voll davon.

Und dann: Romane über Romane!

Und ich sage immer zu Jüngerschaft dann, später kommt ein Punkt: Was liest der überhaupt? Und was soll der jetzt lesen? Romane abgesetzt!

Warum bin ich gegen Romane? Romane handeln von erfundenen Personen, die es nie gegeben habt, die Geschichten erlebt haben mit einem Gott, die sie nie erlebt haben.

Und deswegen kann ich Roman niemals dazu führen: „Gott! Da lese ich, was der mit Dir erlebt hat und was Du für den getan hast – Du bist derselbe heute, gestern und in alle Ewigkeit – und ich bin auch dein Kind, und jetzt tue etwas für mich und komm in mein Leben und änder mein Leben und erweise dich und gib mir etwas, was echt ist vom Himmel – so wie dieser Mensch das erlebt hat!“

Kannst du nicht machen nach einem Roman. Wenn du aber eine Biografie liest, das ist eine andere Geschichte. Da kannst du sagen: Diese Person hat existiert, diese Person hat wirklich mit Gott gelebt und Gott ist keiner, der die Person ansieht – Gott, hier bin ich, tue etwas mit meinem Leben!

Und wahrscheinlich das erste, was Er sagen würde: „Jetzt tust du erstmal was mit deinem Leben“ – und dann geht’s ans Aufräumen. Da geht’s ans Eingemachte.

Hallelujah. So, wenn der Anfang verkehrt ist, ist alles, was man darauf aufbaut, verkehrt. Du kannst morgens schlaftrunken aus dem Bett torkeln und kannst irgendwie noch im Halbschlaf dein Hemd irgendwie knöpfen. Mir ist egal wie perfekt deine Knöpftechnik ist, wenn du mit dem falschen Knopf in dem falschen Knopfloch anfängst, spätestens oben merkst du, dass irgendwas nicht passt. Da kannst du nicht sagen: Ja, aber die dazwischen habe ich gut geknöpft.

Du hast falsch angefangen und alles, was du darauf aufbaust, ist verkehrt. Und viele Leute müssen noch einmal ganz von vorne anfangen und brauchen eine Begegnung mit Gott und müssen fragen: „Was sagt Gott wirklich, was ist sein Wille?“

Und das ist mein Gebet, dass Gott eine ganze Armee von Predigern aufweckt im Geist des Elias, die durch die Gemeinden gehen werden und Leute herausfordern mit dem wahren Evangelium und die ganzen modernen, falschen, flachen, seichten Versionen von Christsein, die diesem Wort widersprechen, zerfetzen. Das ist mein Gebet. Das ist auch mein Gebet für den BfP und für andere pfingstlich-charismatische Gemeinden, dass wir den Unterschied erkennen zwischen dem echten und dem menschlich-seelischen-teuflischen Imitat. Dass wir den Unterschied kennen aus Erfahrung, weil der Heilige Geist uns die Augen aufgetan hat.

Und Menschen, die das erlebt haben: Kapitulation – „ich bin total unwürdig, wenn Gott mich in die Hölle werfen würde, es wäre absolut gerecht, und ich könnte ihn nicht anklagen und ich verdiene gar nichts. Aber Jesus hat für mich bezahlt, und ich gehöre jetzt ihm“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (70:00 bis 75:00)

„Ja, aber mein Vater erwartet, dass ich die Firma übernehme?!“

Du gehörst jetzt Jesus! Und du bist nicht dafür da, die Erwartungen deines Vaters zu erfüllen. Du bist dafür da, die Erwartungen deines Vaters im Himmel zu erfüllen! Das ist Bekehrung.

Und so lange Leute Bedingungen haben, so lange Leute auf die Bremse treten: „Ich will schon, ABER …“ – sind sie in den Augen Gottes noch nicht bekehrt. Aber geliebt! Und wir predigen ihnen das Evangelium und wir laden sie ein. Aber wir laden sie ein zu der Nachfolge wie sie in der Schrift verkündigt wird und wie Jesus es gelehrt hat.

Was war die Botschaft?

Apg 2,38
Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen14 auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Das ist, was Petrus geantwortet hat auf die Frage: Was sollen wir tun?

Petrus hat genau gewusst, was diese Leute zu tun haben und hat es ihnen auch klipp und klar gesagt. Und es fängt an mit Buße. Was er hier nicht gesagt hat, weil das eine Sache ist, die Gott gibt, wie Gott reagiert auf die Buße – das ist Glauben. Jesus hat gesagt: Tut Buße und glaubt an das Evangelium.

Mk 1,15b
Tut Buße und glaubt an das Evangelium!

Wer wirklich Buße tut, wer umkehrt, wer kapituliert, wer alles loslässt, dem schenkt Gott die übernatürliche Gabe zu glauben. Alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt – unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

1Joh 5,4
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.

Wirklicher Glaube ist etwas übernatürliches. Nichts dramatisches nach außen, aber es ist absolut übernatürlich und es ist sehr, sehr durchgreifend oder transformierend im Herzen. Gott schenkt übernatürlichen Glauben. Und viele Leute versuchen auf menschlicher Ebene sich einen Glauben zusammen zu basteln – nach der Art: „Die haben gesagt, wenn ich das Übergabegebet spreche, dann bin ich Kind Gottes. Ich hab das Übergabegebet gesprochen, also schließe ich jetzt daraus, ich bin Kind Gottes“. Was ist das? Eine logische Schlussfolgerung. Aber das ist kein Glaube. Das ist eine Konstruktion im Hirn, aber das ist nicht Glaube. Glaube ist im Herzen: Ich weiß, ich bin Kind Gottes. Ich weiß, ich gehöre Ihm.

Als Jesus erschienen ist in meinem Leben und mich gepackt hat und herausgerissen hat aus diesem Dreck, ich kannte keine christliche Sprache, gar nichts. Aber als ich durch war in dieser Nacht, ich wusste, dass ich wusste, ich bin angekommen. Ich gehöre jetzt zu Gott. Wonach ich immer gesucht habe – habe ich gefunden. Ich weiss jetzt, wofür ich lebe. Und den Rest meines Lebens werde ich jetzt für Jesus leben. Das wusste ich vor 42 Jahren. Das Alte ist vorbei – ich werde nie wieder in diesen Schmutz gehen, in diese schrecklichen Dinge, ich werde das nie wieder anrühren, ich will nichts mehr damit zu tun haben, jetzt heisst es nach vorne schauen – ich gehöre Gott und mein Leben.

Ich hab keine Ahnung gehabt, was das bedeutet, und wie das aussehen wird, aber mein Leben gehört Jesus. Das habe ich gewusst. Und das ist Bekehrung. Und das fehlt so vielen Leuten.

Du sagst: Ja, was können die dafür?!

Ich würde sie anleiten zu beten, dass der Heilige Geist sie überführt von ihrer Sünde. Und ich würde auf der Grundlage des Wortes – wenn ich in der Leitung wäre – über Sünde predigen. Und der Heilige Geist benutzt das Wort Gottes und Menschen werden überführt. Und dann verstehen sie, was Jesus für sie getan hat.

Wer die gute Botschaft ergreifen will, muss zuvor die schlechte Botschaft hören.

Geh auf die Straße: „Jesus ist für dich gestorben“ – „Na und?“

Das bedeutet den Leuten nichts. Warum bedeutet ihnen das nichts? Weil sie nicht verstehen, sie sind verloren. Wenn sie verstehen, sie sind verloren und Gott als gerechter Gott muss sie und wird sie in die Hölle werfen – wenn sie das verstehen – und dann sagst du: „Und Jesus hat deine Schuld auf sich genommen, er hat die Strafe getragen, damit du Frieden haben kannst“ – dann ist das eine gute Botschaft.

Wer seine Sünden nicht sieht, dem kannst du sagen: Jesus ist für dich gestorben – das nützt ihm überhaupt gar nichts. Da sagt er: Okay, so what? Viele Leute sind gestorben. Und wenn sie auch für mich sterben – interessiert mich nicht.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (65:00 bis 70:00)

Siehst du, dass das was anderes ist als „wer möchte bitte Jesus annehmen?“ – Orgelspiel noch ein bisschen – und ich frage noch einmal, und ich frage jetzt zum letzten Mal: „Und wer möchte denn gerne – heb doch mal deine Hand, es ist auch gar nicht schwer“ – oder wir sprechen alle zusammen das Übergabegebet noch einmal, und jeder, der sich jetzt neu bekehren will, der spricht das mit uns mit, es ist ganz einfach, kostet doch gar nichts.

Siehst du den Unterschied? Und viele Leute sind hineingerutscht mit einer halben oder Viertel oder 2/3-Bekehrung, aber nie wirklich durchgebrochen, nie einen Schnitt gemacht, nie das Alte hinter sich gelassen.

Und du sagst: Ja, aber du hast eine radikale Bekehrung, du warst in Finsternis, du warst in Okkultiusmus, das verstehen wir ja, aber unsere Gemeinde-Kids, das ist eine andere Sache.

Mein Sohn ist aufgewachsen in unserer Familie und er brennt und er ist radikal und er hat gebrochen mit allem Alten und ist das nicht irgendwie so reingewachsen und macht das einfach so mit wie die Familie ihm das vorgemacht hat. Und die anderen Kinder – sie lieben Jesus, sind erfüllt vom Heiligen Geist und die wissen, worum es geht.

Natürlich ist seine Bekehrungsgeschichte eine andere als meine, ganz klar, aber er weiß, worum es geht. Und er weiß, es geht um Hingabe, es geht um Gehorsam, es geht um Furcht des Herrn, es geht darum, Gott kennen zu lernen und Gott zu lieben von ganzem Herzen. Und das weiß er wiewohl er christlich erzogen worden ist.

Apg 26,17 – hier beschreibt Paulus, was er für eine Berufung bekommen hat.

Apg 26
17 Ich werde dich herausnehmen aus dem Volk und den Nationen, zu denen ich dich sende,
18 ihre Augen zu öffnen

Guck mal, was da steht. Er nimmt ihn heraus aus den Nationen, aus dem Volk und den Nationen, zu denen ich dich sende.

Ja, wie? Er nimmt ihn heraus und dann zu denselben sendet er ihn zurück?! Ganz genau! Da ist ein Schnitt, da ist ein Bruch – wir sind nicht von der Welt, wir sind nur in der Welt. Also „zu denen ich dich sende“ – was war sein Auftrag?

Apg 26,18
ihre Augen zu öffnen, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Macht des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der Sünden empfangen und ein Erbe unter denen, die durch den Glauben an mich geheiligt sind.

Hier siehst du wieder: Von der Macht Satans bekehren zu Gott. Und damit das geschehen kann, muss man ihnen die Augen auftun. Das redet von Fürbitte und geistlichem Kampf. Die Leute können sich nicht bekehren, weil ihre Augen zu sind, weil sie hören, aber sie verstehen nichts, sie sehen, aber sie sehen nichts.

Und das ist der Auftrag der Gemeinde: Menschen in der Kraft des Heiligen Geistes in vollmächtigem, offensiven Gebet, in Autorität über die Mächte der Finsternis herauszureißen aus dieser Welt – das ist die Aufgabe der Gemeinde. Und ohne intensive Fürbitte, ohne Glauben, ohne heiligen Lebensstil und ohne Fasten funktioniert so etwas nicht! Das ist die Wahrheit der Bibel.

Es braucht Bekehrungen, dass Menschen wirklich sagen: Das war das alte Leben und das ist das neue Leben. Und nicht dieses so Hineinschleichen in die Gemeinde. Wir haben so viele Leute, die hineingeschlichen sind in die Gemeinde, die noch nie konfrontiert worden sind mit einem heiligen Gott. Die noch nie zusammengebrochen sind vor Ihm, die noch nie kapituliert haben, die noch nie gesagt haben: Du bist Gott, ich bin nicht Gott – hilf mir, nicht wieder in Selbstvertrauen und in die eigene Besserwisserei hineinzukommen – hilf du mir, wirklich Dich ernst zu nehmen.

Und das ist, warum es klemmt in den allermeisten Gemeinden. Und dieses Problem wird gelöst durch Jüngerschaft. Durch Jüngerschaft, in dem Leute angeleitet werden jetzt zu einem neuen Lebensstil, wird diese halbe oder vielleicht nie stattgefundene Bekehrung endlich passieren. So, es beginnt mit Kapitulation: „Du bist Gott, meine Karrierepläne lege ich hin, meine Heiratspläne lege ich hin. Wenn du willst, dass ich ledig bleibe, bleibe ich ledig.“ Oder wenn Ehe für dich ein Horror ist: „Wenn du willst, dass ich heirate, ich werde auch heiraten. Du bist Gott, ich bin nicht Gott. Du bestimmst jetzt in meinem Leben. Wenn du mich in andere Nationen senden willst, du kannst machen, was du willst, mit meinem Leben. Ich gehöre dir“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (60:00 bis 65:00)

Und nach Wochen von Gebet ist diese Frau zum ersten Mal in die Gemeinde gekommen. Und die Gegenwart Gottes war so stark da, und sie sagt: So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich weiß nicht, was das ist, aber ich spüre hier etwas – das ist eine Power, die ich nie gekannt habe.

Sie war berührt von Gott, sie hat sogar Tränen vergossen. Wir denken – Hallelujah, jetzt schnell das Übergabegebet und zack und fertig und wieder einen gewonnen.

Sie kam zum zweiten Mal und die wollte sich bekehren und die Leiterschaft hat gesagt: Nein. Du bekehrst dich noch nicht, wir beten nicht mit dir. Du kommst weiter, du liest jetzt Johannes-Evangelium. Du betest, dass Gott dir deinen Sünden offenbart. Du betest darüber, was es bedeutet, wenn du Jesus nachfolgst und was das für Veränderungen mit sich bringt, was das mit deinem Hexenladen zu tun hat und wie das alles weitergehen soll – du überschlägst die Kosten.

Und das hat vier Wochen gedauert, wo man sie hingehalten hat und gesagt hat: Noch nicht. Noch nicht. – Überlege wie geht es mit diesen Sachen, überlege das, überlege das. Verwandtschaft, dies und das. Bist du bereit?

Und nach vier Wochen war die bereit und dann haben sie mit der gebetet und die hat sich bekehrt und die haben ein Haus geräumt, den ganzen Müll, die ganzen Bücher, die ganzen Zaubersachen, alles verbrannt bis auf so ein paar Klangschalen, die konnte man nicht verbrennen, die musste man dann zerdeppert mit einem Hammer kaputt schlagen.

Die hätte die noch für tausende von Euro bei Ebay verkaufen können! Und was hat die Leiterschaft gesagt? – Vernichten! Alles vernichten!

Ja, ist das nicht ein bisschen krass? Ich meine, jetzt habe ich schon alles aufgegeben und ich gebe meinen Laden auf, ich könnte doch wenigstens ein paar tausend Euro noch aus dem irgendwie noch ein bisschen Gewinn ziehen und das kann ich ja auch dann verzehnten und …

Es muss ein radikaler Schnitt vollzogen werden mit der Vergangenheit, ein radikaler Bruch!

Als ich mich bekehrt habe, da gab es noch LPs. Kennst du die? Solche großen Scheiben? Und dutzende von Scheiben von dieser Teufelsmusik habe ich eigenhändig über meinem Knie zerbrochen. Da gab es noch nicht Ebay, aber da war auch die Idee: Hej, das kann ich doch meinen Kumpels verkaufen für einen guten Preis.

Nein – das muss weg! Ich kann doch nicht Teufelsmusik, von der ich weiß, die macht Leute irre im Kopf, noch anderen Leuten verkaufen, das kann ich doch nicht machen.

Jedenfalls – diese Frau und ihr Mann haben einen radikalen Schnitt vollzogen. Und das ist letzten Sommer passiert. Und sie berichten mir, und ich hab sie auch schon gesehen und werd sie in drei Wochen wiedersehen – die geht ab wie eine Rakete. Sie wächst und sie hat schon viele Leute in der Gemeinde in den Schatten gestellt durch ihre Hingabe, durch ihre Entschiedenheit, durch ihre Radikalität, durch ihre Klarheit. Und der Heilige Geist ist mir ihr und gebraucht sie. Und sie hat schon eine andere Frau, eine Kollegin aus ihren Esoterik-Kreis schon in die Gemeinde gebracht, die vor ein paar Wochen getauft worde. Und sie hatte das Vorrecht als Neubekehrte – noch nicht mal ein Jahr gläubig – sie durfte diese Frau taufen im Swimming Pool. Und das war ein Freudenfest.

Und warum wächst die so? – „Ja, das schenkt Gott so, das ist so – beim einen geht’s schnell, beim anderen geht’s langsam“.

Nein, ich glaube nicht. Da war das Haus gereinigt, da war das Fundament gesund gelegt. Das war nicht irgendwie aus Emotionen heraus: Ach, ich will mich auch bekehren, wo soll ich unterschreiben?

Sondern die hat genau gewusst, was auf sie zukommt bevor die sich bekehrt hat – hat genau gewusst, meinen Hexenladen muss ich zu machen.

Was sollte ich vorlesen? 1 Thess – Definition von Bekehrung.

1 Thess 1,9
9 Denn sie selbst (die anderen aus anderen Gemeinden) erzählen von uns (Paulus und seine Leute), welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen

„Wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen“. Man kann Gott nicht dienen wenn man sich zuvor nicht von den Götzen abgekehrt hat, das ist nicht möglich. Gott zu dienen heißt, alle anderen Götter wegzuschicken und sich davon zu distanzieren. Anders kann man Gott nicht dienen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (55:00 bis 60:00)

Wer nicht allem entsagt, der kann nicht. Das ist nicht eine harte Bedingung quasi als Eintrittpreis, sondern der kann dann gar nicht nachfolgen, weil Nachfolge heißt ja: Jesus geht voran, und ich gehe hinterher. Wenn ich aber noch diese Haltung habe: Ich/meiner/mir/mich und „ich zuerst“ – wie kann ich nachfolgen? Und Jesus macht das ganz klar: Jemand kommt zu ihm und sagt: Ich will dir nachfolgen – wir würden sagen: Hallelujah, schon wieder einer, wunderbar!

… aber erlaube mir zuerst …

und was wollte der? Sein Vater war gestorben. Und er sagt: Erlaube mir zuerst noch einmal zurückzugehen, meinen Vater zu beerdigen und dann komme ich und dann folge ich dir nach.

Wir würden denken: Kein Problem, kein Thema.

Für Jesus war das ein Problem. Und was war das Problem? Ich meine, wieso hat Jesus Probleme mit der Tatsache, der will seinen Vater beerdigen, das ist doch wohl normal, das ist doch wohl anständig, dagegen hat doch keiner was zu sagen?!

Der Punkt ist nicht das „Vater beerdigen“. Der Punkt ist diese Haltung: „ich zuerst“.

Ich bin absolut sicher, so kenne ich das Herz Gottes: Wenn dieser Mann gesagt hätte: „So, ich hab mich entschieden, ich habe verstanden, wer du bist, ich will dir nachfolgen, ich gehöre dir, die Sache ist entschieden. Aber Jesus, jetzt habe ich eine Frage: Mein Vater ist gestorben, würdest du mir erlauben, zurück zu gehen, ihn zu beerdigen und dann dir nach zu folgen? Wenn du sagst, nein – kein Thema, ich tue es nicht. Wenn du sagst, ja – tue ich es, aber die Entscheidung, dir nachzufolgen, die steht“.

Was hätte Jesus gesagt? – „Na klar“.

Das Problem war nicht die Beerdigung. Das Problem war: „Erlaube mir“ / „ich zuerst“.

Das ist das Problem. Und das ist das Gegenteil von Jüngerschaft. Weil dann geht er voran und sagt: „Jesus, komm mit und segne mich. Segne du mein Leben“.

Nein, Jüngerschaft ist: Jesus, du gehst voran und ich gehe hinter dir her. Und ich tue, was du sagst. Und du bist der, der die Richtung angibt.

Und deswegen ist im Sinne des Neuen Testamentes Bekehrung sehr klar definiert. Und wir finden in der Bibel nirgendwo etwas wie Bekehrung ist eine Karte ausfüllen, eine Hand heben oder ein Gebet der „Übergabe“ zu sprechen.

Das findest du in der Bibel gar nicht. Und wenn du ein bisschen zurückgehst in der Kirchengeschichte, vor 100, 150, 200 Jahren – niemand hat diesen Blödsinn gekannt. Kein Evangelist hat so gepredigt vor 200 Jahren, keiner!

„Wer möchte Jesus annehmen? Bitte! Das wird alles schön und er macht alles gut und komm doch zu Jesus“ – und das wird wie so ein Schnäppchen verschleudert.

Keiner hat vor 200 Jahren so etwas gepredigt. Was haben die da gepredigt? Hast du mal gelesen, was (Charles Grandison) Finney gepredigt hat? Und niemand hat mehr Seelen zum Herrn gebracht als Finney. Wie der gepredigt hat? Hat der gesagt: Komm zu Jesus, der liebt dich, ist alles gut, komm doch – und dann spielt noch die Orgel und dann singen wir „so wie ich bin“.

Kennst du diese Evangelisation?

Das hat man damals nicht gekannt. Was haben die gepredigt? Die haben den heiligen Gott gepredigt. Die haben gesagt: Das ist der Wille Gottes! Die haben Sünde beim Namen genannt. Die haben über Sünde gepredigt. Und dann sind Leute vom Heiligen Geist überführt worden – meine Güte, ich mach das ja auch, das ist ja auch in meinem Leben, das ist ja auch in meinem Herzen – und sie waren erschrocken über ihren Zustand.

Manchmal bei Finney ist es passiert, der hat gepredigt und Leute sind nach vorne gerannt ohne Altarruf, während er gepredigt hat. Wenn das heute passieren würde, wir predigen und jemand kommt nach vorne: „ich bin soweit, ich bin soweit, ich will mich bekehren“ – wir würden sagen: Hallelujah, Erweckung bricht aus.

Weißt du, was Finney gemacht hat? Der schaut den an und sagt: Du bist noch lange nicht so weit, setz dich wieder hin und hör zu!

In einer der Gemeinden, mit der wir verbunden sind und arbeiten, haben sie wochenlang gebetet für eine Frau, die in der Esoterik war, wochenlang. Intensiv, mit Fasten. Weil dies eine Gemeinde ist, die sagt: Wir wollen eine neutestamentliche Gemeinde sein und wir verstehen, Fasten spielt eine wesentliche Rolle im Gemeindeleben. Wo haben sie das her? Aus dem Wort.

So, sie haben gebetet mit fasten für diese Frau, die in Esoterik, in Zauberei war. Die hat eine Praxis gehabt, die hat Leute behext und versucht zu heilen und dafür Geld bekommen und all diese Dinge.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (50:00 bis 55:00)

Die Leute wollen einander nicht kennenlernen, wollen auch nicht, dass andere hinter die Fassade schauen, dass andere vielleicht sogar noch in ihr Leben sprechen. Einfach nur „nett sein“. Das ist nicht Gemeinde! Gemeinde ist etwas ganz, ganz anderes. Gemeinde ist: Wir wollen Jesus verherrlichen.

Und wie verherrlichen wir Jesus? Indem wir einander helfen, in die Ordnungen Gottes zu kommen. Das ist Gemeinde.

Wenn ich es schaffe, werde ich am Sonntagmorgen ein bisschen noch etwas über Beziehungen sagen, habe ich ja schon einmal angekündigt.

So, Gemeinde beginnt mit zerbrochenen Menschen. Mit unzerbrochenen Menschen, die voller Selbstvertrauen sind, was sie sich mühsam angeeignet haben im Laufe ihres Lebens – vielleicht sogar teure Seminare besucht haben, um endlich ein bisschen Selbstvertrauen zu haben.

Mit solchen Leuten kann Jesus nicht seine Gemeinde bauen.

Petrus sagt: Wir sind alle Steine.

1Petr 2,5a
lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen

Und wie ist es mit der Mitbestimmung der Steine auf dem Bau? Fragt da der Maurer: Also, lieber Stein, ich will dich jetzt vermauern, möchtest du gerne rechts vom Fenster oder da drüber oder mehr im Keller oder was wäre so deine Idealvorstellung?

Wie ein blödes Bild – das weiß ich. Ich mach immer blöde Bilder. Das weiß ich schon. Aber ich habe eine Idee, ich will etwas vermitteln: Das ist absurd, die Idee, die Bausteine zu fragen, wo denn im Gebäude sie verbaut werden wollen. Das ist völlig absurd.

Aber in der Gemeinde nehmen wir Rücksicht auf Leute, die kraft ihrer Persönlichkeit die erste Posaune spielen wollen oder die erste Geige spielen wollen oder die immer auf die Pauke hauen wollen. Wir nehmen Rücksicht auf diese Leute.

Und Leute, die niemals zerbrochen sind, die niemals freigesetzt sind von Gott von diesem Drang etwas sein zu wollen und anerkennt zu werden und etwas darstellen wollen. Diese Leute kriegen dann oft Positionen.

Aber da ist keine Zerbrochenheit. Und deswegen wird das auch nie Frucht bringen, weil da keine Echtheit da ist, keine Demut. Und vieles, was wir Dienst nennen, ist nichts anderes als „sich zur Schau stellen“, sich zu präsentieren und Leute beeindrucken wollen mit einer witzigen, charmanten, sprühenden Persönlichkeit.

Das ist nicht Dienst. Und dahinter ist: „Habt mich doch ein bisschen lieb“. Applaudiert doch mal! Zeigt mir, dass ich ein toller Mensch bin.

Das ist nicht Dienst, das ist Beraubung. Man täuscht die Leute. Man tut so als würde man dienen, aber in Wirklichkeit will man etwas haben. Dienen heißt ja „geben“. Aber man will etwas haben. Das ist nicht Dienst.

Und deswegen ist die biblische Reihenfolge: Dienst kommt nach einem Prozess von Jahren der Jüngerschaft. Das ist die biblische Ordnung.

Also, es beginnt mit: Das Schwert des Herrn kommt, der Wille Gottes wird klar verkündigt, es wird klar gesagt, was ist Nachfolge – wie sieht das aus? Was will Jesus? Worum geht es überhaupt?

Jesus hat mit solchen drastischen Worten Menschen gerufen. Wir würden heute mit unserer Weisheit denken: Ja, meine Güte, wenn man das so ankündigt – da kommt doch keiner?!

Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst. Er nehme sein Kreuz auf sich täglich. Wer nicht sein Kreuz nimmt, kann nicht mein Jünger sein.

Mk 8,34b
Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach!

Lk 9,23
Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach!

Die Leute damals haben genau verstanden, was er meinte, wenn er gesagt hat „das Kreuz nehmen“. Die haben alle paar Wochen Leute gesehen mit einem Kreuz, die durch die Straße gezogen sind außerhalb der Stadt, wo sie dann gekreuzigt wurden. Sahst du einen mit einem Kreuz, hast du gewusst, das ist ein toter Mann. Der läuft zwar noch, aber nicht mehr lange. Sobald er sein Kreuz hat, sein Leben ist zuende. Jeder hat das verstanden.

Und so lädt Jesus Leute ein ihm nachzufolgen?! Das ist ja Wahnsinn. Welche Berater hat denn der gehabt? Das macht man doch nicht. Man macht das „Komm zu Jesus und alles wird gut“. Alle deine Probleme werden gelöst, alles wird wunderbar und du hast nie wieder Probleme und alles ist wunderbar.

Und Jesus sagt: Wer nicht allem entsagt, was er hat – also sein materieller Besitz, seine Ziele, seine Prioritäten, seine Werte – wer nicht allem entsagt, was er hat, kann nicht mein Jünger sein.

Lk 14,33
So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (45:00 bis 50:00)

Das Glaubensleben der Juden kreist um ein Ding, und das ist: Der Messias muss kommen. Der Messias ist unsere Hoffnung.

Und dann sagt Petrus und er beweist es ihnen in der Kraft des Heiligen Geistes: Dieser Messias, auf den ihr wartet, ist gekommen. Und ihr habt ihn nicht erkannt und ihr habt ihn ermordet!

Und als sie das gehört haben, durchdrang es ihr Herz. Und das heißt, ihre ganze Überzeugtheit von ihrem Glauben ist in Stücke zerborsten und sie haben verstanden, das war kein echter Glaube. Der hat nichts bewirkt in meinem Leben. Ich sage, ich warte auf den Messias – und dann kommt der Messias und ich verkenne ihn und ich erhebe meine Stimme und rufe mit „kreuzigt ihn“.

Was ist mein Glaube wert wenn ich auf den Messias warte und ich kann ihn gar nicht erkennen? Sie haben mit einem Augenblick durch das Schwert des Geistes diesen ganzen Kokon, dieses Lügengespinst einer selbstgemachten Religion zerfetzt bekommen.

Und deswegen sind sie so erschrocken und deswegen sagen sie: Ja, was sollen wir jetzt tun?

Gemeinde beginnt mit zerbrochenen Menschen, die diese Frage stellen: Was soll ich tun?

Und wie viele Male erleben wir das: Leute kommen von einer anderen Gemeinde, sie sind noch gar nicht hier angekommen und erzählen uns schon, was wir jetzt zu tun haben und sagen: Ja, aber in unserer alten Gemeinde haben wir das so gemacht – warum macht ihr das nicht auch so und so?

Sie kommen nicht als Lernende, sondern sie kommen als Besserwisser. Und sie wissen alles besser. Was beweist, dass sie nicht zerbrochen sind. Ein zerbrochener Mensch sagt: Okay, ich habe keine Antworten, bitte leite mich, nimm mich an die Hand und jetzt zeige du mir, worum es geht. Zeige du mir, wie ich jetzt leben soll. Das ist Zerbrochenheit. Und so beginnt Gemeinde.

Und viele, viele Pastoren habe ich kennengelernt in meinem über 20jährigen Reisedienst, die verzweifeln im Gemeindebau an Menschen, die alles besser wissen und die immer im Wege stehen und die immer opponieren müssen. Und ich sage: Weißt du was, du versuchst etwas, was nicht einmal Jesus schaffen konnte und auch gar nicht erst versucht hat – du versuchst mit störrischen, rebellischen, unabhängigen Menschen Gemeinde zu bauen – das kann nicht funktionieren und das wird nicht funktionieren. Du musst deine ganze Arbeitsweise umstellen.

Gemeinde kann nur gebaut werden mit willigen Menschen, mit Menschen, die bereit sind, in ihr Leben sprechen zu lassen. Die bereit sind, sich zu ändern. Die bereit sind, Wahrheit über ihren Charakter zu hören. Die bereit sind, an sich arbeiten zu lassen oder Gott an sich arbeiten zu lassen. Gemeinde kann nicht funktionieren mit lauter kleinen Königen: Ich und mein Reich und komm mir nicht zu nah und hier ist privat und da darfst du überhaupt nicht.

So kann Gemeinde nicht gebaut werden. Wir können Gottesdienst machen – ja. Versammlungen möglichst störungsfrei abhalten, das können wir hinkriegen. Aber das hat nichts mit Gemeinde zu tun, Gemeinde ist nicht eine Reihe von vier Veranstaltungen pro Woche, Gemeinde ist eine Gemeinschaft von Menschen, die einander gehört, die einander verpflichtet ist, die gemeinsam lernen unter der Herrschaft Christi zu leben. Das ist Gemeinde. Es ist eine Lebensschule.

Und nebenbei eine Lebensproblemebewältigungsanstalt. Das ist Gemeinde.

Und das heutige Verständnis von Gemeinde ist sehr ähnlich, und ich finde es interessant – man spricht ja auch von „Theatergemeinde“. Schon mal in der Zeitung gelesen, den Begriff „Theatergemeinde“? Das sind so die Verschworenen, die zu jeder neuen Uraufführung kommen irgendwie, und die treu sind zu diesem Theater und die interessieren die Stücke und die kommen da. Und warum kommen die? Die kommen wegen des Programms auf der Bühne. Die kommen nicht um die Leute rechts und links und vor ihnen und hinter ihnen kennenzulernen. Da haben die gar nichts mit zu tun. Die haben ein Abo und die kommen zu jeder Aufführung und dann nennt man das Theatergemeinde.

Und in dieser Mentalität funktionieren heute ein Großteil der Gemeinden.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (40:00 bis 45:00)

Durch die Bibel – ich könnte jetzt eine gute Stunde predigen über den Gott, der fragen stellt – an Elia, an Kain, an David – so viele Situationen in der Bibel, wo Gott Fragen stellt, um das Herz zu offenbaren, um demjenigen zu zeigen: Ja, schau mal, das ist deine Herzenshaltung. Wie passt das zusammen mit deinem Entschluss, du glaubst an Gott, du willst Gott lieben, du willst für seine Ehre leben – wie passt das zusammen? Wenn du das wirklich willst, dann muss das aufhören. Das nennt man Buße.

Okay, gehen wir kurz durch. Vier Schritte hinein ins Glaubensleben – vier Schritte zum Start ins Reich Gottes. Und wer diese vier Schritte absolviert hat, der kann sich melden für Jüngerschaft. Und bitte versuche niemals, niemals Seelsorge oder Jüngerschaft zu machen mit einem Menschen, der diese vier Schritte nicht gegangen ist. Versuch das bitte nicht, weil das nicht Gottes Plan ist. Diese Schritte sind absolut notwendig.

So, natürlich, ach, lesen wir mal Apg 2,38. Das ist die Situation. Ist übrigens das erste Mal im Neuen Testament, wo wir jetzt etwas über Gemeinde lesen. Und irgendwelche klugen Leute haben festgestellt, und ich glaube, dass da sehr viel dran ist, und ich wüsste einige Beispiele, um das zu belegen – wann immer ein Thema zum ersten Mal auftritt in der Bibel, dann findest du ganz wesentliche, grundlegende Aussagen schon gleich bei der ersten Erwähnung.

Und hier ist Gemeinde. Pfingsten ist die Geburt der Gemeinde. Und was ist passiert zu Pfingsten? Die Apostel und die anderen Jünger, die 120 haben den Heiligen Geist empfangen, und dann kommen die Leute zusammen, die dort zu diesem Fest waren. Aus allen Himmelsrichtungen waren die frommen Juden angereist für diesen hochheiligen Feiertag dort, dieses Festival. Und Petrus predigt dann. Und er predigt auf eine solche Art und Weise, dass das Schwert des Geistes ihre Herzen durchdringt und sie aus der Täuschung, aus der frommen Täuschung rausholt in die Realität. Das tut der Heilige Geist, weil er ist der Geist der Wahrheit und er kann Lüge, auch Heuchelei und sich-selber-was-vormachen – er kann das nicht ertragen. Und er weiß, es braucht die Wahrheit, um Menschen zu helfen. Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

1 Tim 2,4
welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Das bedeutet nicht, Gott will zwei Dinge: Gott will Menschen helfen und Gott will Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit bringen. Das zweite erklärt, wie das erste gemeint ist. Die Hilfe Gottes kommt durch Erkenntnis der Wahrheit.

Gott will, dass allen Menschen geholfen wird. Wie wird ihnen geholfen? Indem sie die Wahrheit erkennen. Und wenn sie die Wahrheit erkennen, dann was? Dann können sie auf die Wahrheit reagieren. Und das nennt die Bibel: Buße tun.

Erst muss das Licht scheinen, erst muss die Wahrheit klar, hell scheinen und dann sieht jemand, hej, das ist, was Gott will. – Ja, aber das passt ja nicht mit mir. Also muss ich jetzt mich ändern.

Wenn wir mit Gott zusammen gehen wollen, wenn wir ihn haben wollen in unserem Leben, in unserer Familie, in unseren Finanzen, in unserer Sexualität, dann müssen wir in die Ordnung Gottes hinein. Weil Gott ändert sich nicht. Wir sollen aber mit ihm zusammen gehen.

Wie können denn zwei miteinander gehen – Amos 3,3 – sie seien denn einig zuvor?

Amos 3,3
Gehen auch zwei miteinander, ohne dass sie übereingekommen sind?

Wenn wir mit Gott gehen wollen, wir müssen mit Ihm einig werden.

Und das nennt man Umkehr, das nennt man Buße, das nennt man Erneuerung des Sinnes. Das nennt man Sich-Anpassen an Seine Standards. Diese Leute wurden durch das Schwert des Geistes – das waren ja alles fromme Leute, dürfen wir nicht vergessen. Das waren nicht irgendwie Leute, die gesagt haben: „Also, altes Testament, also die jüdische Bibel – interessiert uns gar nicht“ – das waren fromme Leute! Die kamen dort, um Gott anzubeten. Wenn wir die interviewt hätten vor der Predigt vom Petrus: Wie siehst du denn dein Glaubensleben? – Ich bin Kind Abrahams!

Die hätten dir tolle Dinge erzählt über ihren Glauben: Wir gehören zum auserwählten Volk, wir haben den wahren Gott. Die Heiden beten Götter an, wir haben den wahren Gott – die hätten dir wunderbare Dinge über ihren Glauben erzählt.

Und dann kommt Petrus und predigt das Evangelium, predigt Jesus, und wer Jesus ist und warum Jesus gekommen ist und dass Jesus der ist, auf den sie alle Jahre und Jahrhunderte gewartet haben – der Messias.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (35:00 bis 40:00)

Das hängt damit zusammen, dass die Ideen und die Haltungen, die normal sind in der Welt auch in der Gemeinde regieren: „Wir wollen niemandem zu nahe treten, ist ja alles privat. Wir wollen ja nicht unsere Nase in persönliche Angelegenheiten hineinstecken“.

Aber genau das tut Jüngerschaft.

Da heißt es z.B.: In der neutestamentlichen Gemeinde, da lehren die Frauen, die älteren, reiferen Schwestern, lehren die jungen Frauen wie sie ihre Männer zu lieben haben. Das war Teil des Gemeindeprogramms.

Das holen sich die Frauen heute von „Brigitte“ und anderen Zeitschriften, die dieses ganze Gift der Unreinheit und der Emanzipation und all diese Dinge irgendwie verbreiten und Frauen aufhetzen.

Und die Gläubigen holen sich ihre Ratschläge für Familien- und Eheprobleme aus solchen Quellen. Und dann wundern wir uns, warum wir dann Teenager haben, die reihenweise während wir „die Stadt erreichen“ – reihenweise zur Hintertür rausgehen und sagen: Danke, mit dem möchte ich nichts mehr zu tun haben.

Warum ist das so? Warum interviewen wir nicht mal die weggelaufenen Teenager und sagen: Du, was hat dazu geführt, dass du der Gemeinde den Rücken gekehrt hast?

Da würden wir nämlich interessante Antworten bekommen: „Weißt du, mein Vater war Ältester, und ich konnte es nicht mehr ertragen – diese Diskrepanz, diese Heuchelei am Sonntagmorgen und dann zu Hause wie hergezogen wurde über die Leute in der Gemeinde – ich konnte das nicht mehr ertragen“.

Solche Antworten würden wir dann hören. Und meine Eltern spielen die heile Welt am Sonntagmorgen und zu Hause fetzen sie sich und schreien sich an.

Hallo?

Ich sage nicht, dass Rebellion gegen Eltern und gegen Gemeinde richtig ist. Ich rechtfertige nicht Rebellion. Aber ich sage, wo das herkommt.

Das Wort Gottes sagt: „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn“.

Eph 6,4
Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn!

Wo ist die Verantwortung? Bei den Kindern oder bei den Vätern? Bei den Vätern!

Ich kann das Richtige wollen und das Richtige sagen und anordnen bei meinem Sohn, aber in einer Haltung der Härte – ohne Liebe. Und alles, was ich sage und anordne, ist richtig, und ich erzeuge in ihm Rebellion. Wer ist verantwortlich? Rebellion ist Sünde – aber ich als Vater bin mehr veranwortlich.

Bevor ich jetzt detailliert diesen Prozess und die Lernziele und alles, was dazugehört, beschreibe, will ich noch einen Schritt zurückgehen und will kurz wiederholen oder in Erinnerung bringen, was denn die Voraussetzungen sind für Jüngerschaft. Man kann nicht einfach irgendjemanden einladen zu Jüngerschaft, sondern es gibt eine biblische Reihenfolge. Es gibt ein von Gott verordnetes Programm hinein in das Reich Gottes. Und wenn diese Schritte davor nicht gegangen sind oder meinetwegen nur ein Teil der Schritte, dann muss man zurückgehen und schauen, welche Schritte ausgelassen worden sind. Ein gutes Beispiel dafür ist Paulus – hatte ich gestern schon kurz erwähnt im Zusammenhang mit Heiligem Geist und Sprachengebet: Er kommt dort hin und findet dort eine Gruppe von 12 Männern, die sind gläubig, aber Paulus merkt sofort, irgendwas klemmt hier. Irgendwas ist hier nicht so, wie es sein sollte. Und er stellt Fragen.

Wenn wir später über Jüngerschaft reden, dann werden wir sehen: Die Kunst Fragen zu stellen, ist absolut wichtig. Der Gott, dem wir dienen, stellt Fragen. Und wir lernen von Ihm Fragen zu stellen. Warum stellt überhaupt Gott Fragen? Weil er ein Informationbedarf hat? Weil irgendwelche Dinge ihm nicht klar sind und Er muss jetzt Antworten haben von uns?

Gott stellt Fragen, um unser Herz zu offenbaren.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (30:00 bis 35:00)

Der Wille Gottes soll runterkommen und die Gemeinde ist eine Repräsentanz des Himmels. Und sie soll auf eine sehr, sehr sichtbare Art und Weise die Schönheit, die Harmonie, den Frieden, die Kreativität und die Freiheit des Himmels wiederspiegeln. Das ist Gemeinde. Das ist der Auftrag der Gemeinde.

So dass die Leute kommen und sagen: Das ist ja nicht möglich, wie könnt ihr so miteinander leben? Wie könnt ihr solche Ehen haben? Wie könnt ihr solche Familien haben? Wie könnt ihr so eure Kids erziehen? Wie könnt ihr so miteinander umgehen? Das ist ja fantastisch! Das ist ja traumhaft!

Wie Israel: Mit dem Segen, den Gott ihnen gegeben hat – unter der Bedingung des Gehorsams – sollen sie die Nationen eifersüchtig machen.

So dass die sagen: Jetzt guck dir das mal an wie die gesegnet sind. Jetzt guck dir an was ihr Gott für die macht alles. Und was machen unsere Götter für uns? Wäre es nicht klug, wir laufen über zu diesem Gott?

Das war die Aufgabe von Israel: Die Nationen zur Eifersucht zu reizen durch den Segen Gottes. Und wo sollte der Segen Gottes herkommen? Von den Ordnungen Gottes – sprich vom Gehorsam.

Das war der Plan Gottes. Und das ist der Plan Gottes für Gemeinde. Evangelisation ist nicht: Einmal im Monat machen wir eine Aktion und stellen uns mit Gitarre auf den Marktplatz und singen da ein paar Lieder und predigen zu Leuten, die gar nicht stehen bleiben. Aber dann haben wir es abgehakt und wieder mal waren wir draußen und haben evangelisiert.

Evangelisation ist: Wir sind Zeugen eines neuen Reiches. Wir sind Repräsentanten! Und unsere Leute auf der Arbeit, unsere Nachbarn, die sehen: Hej, die ticken anders – die leben anders!

Das ist unsere Aufgabe: Salz und Licht zu sein.

Mt 5
13 Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.
14 Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein.

Aber wenn unser Lebensstil nicht anders ist als der des ungläubigen Nachbarn, wenn unsere Fernsehprogramm und unsere Filme und unsere Unterhaltung auf demselben Niveau sind wie die Ungläubigen, wenn die Art wie wir Konflikte miteinander austragen und wie wir miteinander umgehen – wenn das dasselbe ist wie draußen in der Welt – warum sollen die Leute kommen? Warum?

Wir sagen: Kommt zu uns! – Ich sag: Ich war mal da, ich hab gesehehn, was ihr habt, danke, das brauche ich nicht!

Das ist, was kluge Heiden sagen. „Danke, sowas brauche ich nicht – solche Streitereien, solche Unehrlichkeiten, solche Hinten-Rum-Tricks und solche Schauspielereien am Sonntagmorgen für 1 1/2 Stunden, so ein freundliches Lächeln aufsetzen und ansonsten werden die Messer gezückt – ich brauche sowas nicht, danke. Ehrlich, ich hab schon genug Stress mit meiner Verwandtschaft. Da muss ich nicht noch eine ganze Gemeinde dabei haben“.

Das ist, was die Leute da draußen sagen. Und deswegen bleiben sie weg in Massen. Weil sie genau wissen: Gemeinde – da brauchen wir gar nicht hinzugehen, die haben keine Antworten. Die haben keine Antworten auf „Ehe“, die haben keine Antworten auf „Kindererziehung“, die haben keine Antworten auf das „Schuldenproblem“, die haben überhaupt keine Antwort.

Deswegen bleiben die Leute weg.

Und Jüngerschaft ist ein Prozess, wo Menschen, die das wollen, freiwillig, in eine Umformung hineingenommen werden, und wo sie den Lebensstil des Reiches Gottes lernen dürfen, weil sie das wollen.

Und als unvermeidbares Abfallprodukt werden alle ihre Probleme, die sie durch Sünde in ihrem Leben angesammelt haben, – Ablehnung, Missbrauch, Selbstablehnung, Zwänge, Fresssucht, Bulimie, Drogen, Pornografie, nimm was du willst, oder einfach nur schlichte Profilierungssucht, was ein interessantes Wort ist, und die biblische Übersetzung wäre „Stolz“ – wo all diese Probleme gelöst werden als Folge einer Umstellung der Verhaltensweisen, der Prioriäten und dann der Herzenshaltung und Herzenseinstellung.

Man kann einen Charakter nicht verändern ohne dass man den Lebensstil verändert, das ist unmöglich.

Und deswegen geht es sehr, sehr konkret zur Sache in der Jüngerschaft. Ein Jünger ist ein Lernender. Und er lernt die Ordnungen im Reiche Gottes. Und darüber will ich sprechen. Und was die Hindernisse sein könnten – warum haben wir das eigentlich? Haben wir das überlesen? Haben wir diesen Punkt gar nicht gesehen im Neuen Testament? Oder gibt es vielleicht andere Gründe, warum wir wahrscheinlich in mehr als 95% der Gemeinde in der westlichen Welt ohne Jüngerschaft auskommen?

Warum ist das so?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (25:00 bis 30:00)

„Ja, aber ich bin Krawattenmuffel!“ – Prima! Jetzt kannst du entscheiden: Möchtest du Krawattenmuffel bleiben, dann ist Sparkassenangestellter nicht das richtige für dich. Oder möchtest du deine alten Ideen verwerfen und möchtest du dich jetzt anfreuden mit der Tatsache, dass du von jetzt an so lange du in der Sparkasse bist, Krawatte trägst? Diese beiden Entscheidungen hast du.

So funktioniert’s. Da kannst du jeden Beruf nehmen, was immer du willst, da gibt es klare Ordnungen und da gibt es ein klares Commitment (Sich Verpflichten, Sich Bekennen): Das ist meine Hingabe, dazu bin ich bereit. Und wer dazu nicht bereit ist, kann jederzeit auschecken, sogar mitten in der Lehre kann er sagen: Jetzt gibt es neue Themen, die soll ich hier lernen, die gefallen mir überhaupt nicht, ich glaube, ich steige aus. – Okay! Kein Problem, steigst aus!

Aber was nicht geht: Pro forma drin bleiben und boykottieren und sagen: Diese Sachen nicht, und das nicht und das nicht.

Ja, verstehen wir dieses Prinzip?

Es sollte so sein. Wenn wir in dieser Gesellschaft leben, dann verstehen wir das alle.

Und genauso ist es in der Gemeinde. Jesus ist der Herr. Jesus hat Menschen gesetzt und ausgebildet und trainiert und gesalbt, und die haben die Aufgabe, jetzt die Neubekehrten – und nicht nur die Neubekehrten – wenn das wirklich durchkommt, sondern auch die alten Hasen, die 20,30 Jahre Christ sind und nie durch Jüngerschaft gegangen sind – jetzt anzuleiten in diesem Prozess der Jüngerschaft. Das ist, was Gott will.

Eine Gemeinde ohne Jüngerschaft ist keine neutestamentliche Gemeinde und wird früher oder später, und damit meine ich nicht 100 Jahre, von der Bildfläche verschwinden. Und „verschwinden“, damit meine ich, sie wird keinerlei geistliche Bedeutung mehr haben. Die katholische Kirche gibt es sein 1500 Jahren und die wird auch so weiter bestehen, die wird nicht verschwinden, aber sie ist Teil eines Systems, was gegen Gott ist. Ich rede von: Wir wollen relevant sein für Gott, wir wollen Gemeinde bauen, wir wollen die ganze Entwicklung nach vorne bringen, wir wollen Teil sein von Gottes Antwort. Und nicht Teil von Gottes Problem. Das ist doch was wir wollen als Christen. Und das ist auch was wir wollen als Gemeinde.

Und da könnt ihr machen, was ihr wollt. Früher oder später wird der Heilige Geist, nicht der Gastsprecher, der Heilige Geist den Finger drauflegen und sagen: Wie ist es jetzt? Wollt ihr jetzt mit Jüngerschaft beginnen? Selbst auf die Gefahr hin, dass 2/3 auswandern, weil ihnen das alles viel zu straff ist? Oder wollt ihr eine Gemeinde sein nach eurem Belieben und nach euren Vorstellungen und damit dann habt ihr die Weichen gestellt für etwas, womit Gott dann große Probleme hat.

Mit dieser Frage werdet ihr euch beschäftigen müssen, garantiert, das verspreche ich euch. Woher weiß ich das? Jesus baut seine Gemeinde. Und er baut sie so wie er sie haben will. Und all das, was ihm wichtig ist, das muss Element sein dieser Gemeinde. Ohne Jüngerschaft gibt es keine durchgreifenden, bleibenden Charakterveränderungen, das gibt es nicht.

Es ist nicht: „Du und deine Bibel und der Herr“ – und dann läuft schon alles. Das ist nicht so. Alles, was schwer ist im Leben, ob das Blockflöte lernen ist oder Orgel spielen oder Schreibmaschine – alles, was anspruchsvoll ist, verlangt Zeit und Disziplin.

Die anspruchsvollen Dinge kommen nicht einfach so. Und Charakterveränderung ist das Anspruchsvollste, was es gibt im ganzen Leben. Dagegen ist Orgel spielen oder schwimmen lernen oder Fahrradfahren lernen, das sind ja Peanuts. Und um das geht es! Dazu sind wir gerufen. Unsere Berufung als Christen ist: In das Bild Jesu umgestaltet zu werden. Das ist unsere Berufung. Das ist unser Vorrecht. Und wir lernen hier den Lebensstil des Reiches Gottes, den wir von dann an bis in alle Ewigkeit weiterleben werden. Das ist nicht ein kleines Kurzzeitprogramm, „das brauchen wir jetzt für die kurze Zeit auf der Erde“, sondern das, was wir da lernen, brauchen wir für die Ewigkeit.

Das ist der Lebensstil, den Gott selber lebt. Das ist der schönste, befreiendste, heilsamste, erfrischenste, glückselig machstenste Lebensstil, den man sich überhaupt vorstellen kann. Das ist, was sie im Himmel leben. Darum geht’s denen da oben so gut. Und darum sollen wir beten: „Wie im Himmel, so auch auf Erden“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (20:00 bis 25:00)

Warum muss er den lernen? Weil der so anders ist als der Lebensstil, den er Jahrzehnte lang vorher, vor seiner Bekehrung, gelebt hat und eingeübt hat. All die Ideen, all die Werte, all die Vorstellungen, was ist „normal“, was ist „richtig“, was hat jetzt Priorität? All diese Dinge sind völlig anders im Leben eines Jüngers als vorher.

Und da war ganz klar die Idee, das muss ein zielgerichtetes Unternehmen sein, ein Programm sein, das muss ein Prozess sein, wo wir Menschen formen und ihnen diesen Lebensstil des Reiches Gottes beibringen.

Denk einmal an einen Azubi, an einen Lehrling. Wie ist das? Der möchte gerne diesen Beruf lernen, was weiß ich? Der will jetzt Bäcker werden oder KFZ-Mechatroniker oder keine Ahnung. Das ist sein Wunsch. Er möchte diesen Beruf erlernen. So, dann geht er hin, macht Vorstellunggespräch, da wird er interviewt, am Schluss dann entscheiden sie sich: Okay, wir nehmen diesen jungen Mann.

Dann was? Sagt dann der Bäckermeister: Pass auf, du musst einfach nur jeden Tag kommen und dich ein paar Stunden hier in der Backstube aufhalten. Und wenn du das treu machst, drei Jahre, dann kriegst du ein Zertifikat und dann bist du ein Bäckergeselle und dann darfst du andere ausbilden. Was du da machst in der Zeit ist eigentlich nicht so wichtig, hauptsache, du bist da, du machst dein Häkchen oder mit der Zeitkarte oder wie auch immer – du belegst deine Anwesenheit und was du da tust, ist unwichtig. Aber nach drei Jahren kriegst du dein Dokument, und dann bist du ein Geselle im Bäckerhandwerk.

Ihr guckt mich an als wie „hat der noch alle, oder wie?“. Natürlich funktioniert es nicht so! Es gibt einen Ausbildungsplan, es gibt konkrete Lernziele, und es gibt die Idee, ich Geselle – du Lehrling. Und ich bringe dir bei, was du zu tun hast. Ich bin jetzt dein Vorgesetzter und ich sage dir, was und wie du hier Dinge tust. Und der Lehrling hat das vorher verstanden und hat unterschrieben.

Wer hat ihn gezwungen dazu? Der Geselle? Nein, er hat gesagt: Ich will diesen Beruf lernen.

Und mit seiner Unterschrift hat er erklärt, ich stimme überein mit den Bedingungen des Lehrplans. Er kann nicht hinterher sagen: Ich habe mich ja jetzt angemeldet, ich hab auch unterschrieben, die Lehre läuft also jetzt, aber da gibt’s ein paar Punkte, da müssen wir nochmal drüber reden. Also, 3:30 Uhr in der Backstube stehen? Das ist ehrlichgesagt für mich ein bisschen ungewohnt und ich schlage vor: 7 Uhr, 8 Uhr – das könnte ich schaffen. Okay?

Ne – der Geselle sagt: Nicht okay! Es wird nicht nachverhandelt! Du hast vorher alles gewusst, du hast unterschrieben. Was du jetzt noch machen kannst, du kannst von deiner Unterschrift zurücktreten, kannst sagen: Ja, bei Lichte betrachtet – eigentlich ist Bäckerhandwerk doch nicht so das. Außerdem habe ich eine Mehlstauballergie. Wenn ich dann vielleicht noch sogar in Berührung kommen würde mit Mehl – das geht ja überhaupt nicht.

Und er kann zurücktreten, es ist alles freiwillig. Aber solange er nicht zurücktritt, hat er ein volles „Ja“, 100%iges „Ja“ gegeben zu den einzelnen Maßnahmen, die dort praktiziert und gelehrt werden und in die er hineingebracht werden soll.

Den Inhalt des Lehrvertrages kann er nicht verändern. Ist das so im Leben? War schon jemand mal in einer Ausbildung oder ist vielleicht Ausbilder? Ist es da so? Oder ist da so der Ausbilder und der Lehrling auf Augenhöhe und die können da nochmal verhandeln und der kann dann so seine Wünsche geben? „Also das Lehrlingsgehalt müsste erstmal um das dreifache erhöht werden und die Zeiten sollten reduziert werden“ – ist das so?

Da gibt es ein System und der Lehrling kommt dort hinein, fertig, aus. So ist es. So funktioniert es im Leben.

Und da steht nicht zigtausende von jungen Leuten auf der Straße: Wir protestieren gegen dieses ungerechte, autoritäre Ausbildungssystem! Da gibt es Gesellen, die wollen uns sagen, was wir zu machen haben und wie wir uns zu benehmen haben!

Die Sparkassenangestellten stehen auf der Straße und demonstrieren: Wir sind gegen den Schlips-Zwang.

Nein, wenn du Sparkassenangestellter werden willst, dann wird von dir verlangt, vom ersten Tag an, in der Sparkasse trägst du eine Krawatte.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (15:00 bis 20:00)

Das interessiert die Firmenleitung alles überhaupt nicht! Ist die deswegen „autoritär“? Ist die deswegen „missbrauchend“? Ist die deswegen irgendwie „gewalttätig“? Nein, die hat einfach das Ziel, wir wollen eine effektive Firma haben, und du hast „Ja“ gesagt zu dieser Firma, und wir als Chefs, wir sagen, was geht und was nicht geht.

Und jeder, der im Berufsleben ist, versteht das und hat das akzeptiert. Und warum funktioniert das nicht in der Gemeinde? Warum ist das so?

Weil du weißt, auf der Firma, wenn du da wegbleibst unentschuldigt, du hast ein Gespräch mit dem Chef und du kriegst eine Abmahnung.

Aber in der Gemeinde hat das ja keine Konsequenzen, die können ja froh sein, dass ich überhaupt ab und zu komme. Ist alles „freiwillig“.

Wenn wir sagen, es ist alles freiwillig, wir meinen: Verbindlichkeit definiere ich!

Und was ist das? Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber 1) Gott und 2) der Gemeinde. Also, das ist ein Haltungsproblem. Das ist kein Terminproblem. Es ist ein Haltungsproblem. Dieselben Leute, die mit der Selbstverständlichkeit die Mitarbeiterschulung auf der Firma mitmachen ohne zu meckern, ohne zu murren, ohne einen Versuch sich da raus zu schleichen – können mit Selbstverständlichkeit in der Gemeinde mit Abwesenheit glänzen.

Das heißt, wir haben weniger Respekt vor Gott als vor unseren irdischen Chefs. Da stimmt etwas mit unserer Haltung Gott gegenüber nicht.

Wenn dich das jetzt alles nicht betrifft, entspann dich, ich bin hier nicht dabei, dich zu verdammen, ich will einfach nur den Status Quo erklären. Das ist mein Ziel, damit wir nachdenken, und dass wir dann sagen: Hej, das ist ja wahr. Das kann doch so nicht normal sein. Das kann so nicht weitergehen.

Apg 14,21
Und als sie jener Stadt das Evangelium verkündigt und viele zu Jüngern gemacht hatten, kehrten sie nach Lystra und Ikonion und Antiochia zurück.

So, Apostel Paulus und seine Mitarbeiter, die da reisten und von Stadt zu Stadt gingen, sie haben zwei Dinge getan: Sie haben das Evangelium verkündigt, und dann die, die darauf reagiert haben, versucht, zu Jüngern zu machen. Die waren nicht damit zufrieden, dass die jetzt bekehrt sind und haben gesagt: So, jetzt gehört ihr zur Gemeinde, und alles ist gut. Nein, das war der Anfang einer Arbeit.

Die hatten das Verständnis, wir müssen mit diesen Leuten jetzt arbeiten, und wir haben ein Ziel: Wir wollen sie zu Jüngern machen. Und bitte achte darauf, dass hier steht: Paulus und seine Mitarbeiter, sie haben die Menschen zu Jüngern gemacht.

Die haben nicht gebetet: Herr, jetzt haben wir diese wunderbaren Bekehrten, jetzt wirke du doch und mache du aus ihnen jetzt Jünger.

Nein, die haben verstanden, das ist unser Job. Das müssen wir tun! In der Weisheit Gottes, in der Liebe Gottes, in der Geduld Gottes, in der Klarheit Gottes – aber wir müssen diese Menschen jetzt zu Jüngern machen. Wieso haben die das gewusst? Ich sagte schon am Anfang: Die Instruktionen für den Gemeindebau haben die Apostel von Jesus bekommen. Und was hat Jesus gesagt: Geht hin, predigt das Evangelium, macht zu Jüngern.

Mt 28,19a
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern

Ihr macht zu Jüngern! Und dann wird das sehr deutlich definiert im Worte Gottes, was Jünger sind: Jünger sind nicht nur Gottesdienstbesucher, Jünger sind nicht einfach Gemeindemitglieder, sondern Jünger kennzeichnen sich durch eine bestimmte Haltung, durch eine bestimmte Einstellung. Es ist eine Sache des Herzens.

Dieses Wort „Jünger“ vom Griechischen bedeutet „ein Schüler“ („disciple“, 3101. mathétés), ein Lernender, ein Lehrling.

Strongs Lexikon:
ein Lehrling, der von seinem Meister durch Zusschauen und Nachmachen lernt

Das bedeutet „Jünger“. Er ist ein Lehrling. Was lernt er? Er lernt den Lebensstil im Reiche Gottes.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (10:00 bis 15:00)

Und sagt, hej, wir müssen alles noch einmal auf den Prüfstand stellen. Wir noch einmal genau überlegen, welche Art von Gemeinde bauen wir eigentlich? Was wollen wir eigentlich? Wollen wir so einen Kuschel-Club, so einen sozialen Treffpunkt oder wollen wir wirklich entschieden und klar Jesus nachfolgen?

Jeder, der mit offenen Augen und der Fähigkeit zu lesen die Bibel studiert und mit dieser einen Frage sich beschäftigt „Was ist der Unterschied zwischen den Gemeinden heute und den Gemeinden im Neuen Testament?“ entdeckt viele, viele Dinge, die sie damals hatten, die wir heute nicht mehr haben. Oder wir entdecken viele Dinge, die wir heute haben, die sie damals nicht gehabt haben. Da ist eine große Diskrepanz zwischen der apostolischen neutestamentlichen Gemeinde wie sie in der Heiligen Schrift beschrieben wird und zwischen dem, was wir uns heute erlauben. Ein großer Unterschied.

Und über einen wesentlichen Unterschied, vielleicht den grundlegenden Unterschied, möchte ich jetzt sprechen. Und wahrscheinlich werde ich den ganzen Tag bei diesem einen Punkt bleiben: Und das ist das ganze Konzept aus dem Neuen Testament über Jüngerschaft.

Wie viele Gespräche habe ich gehabt mit Pastoren. Und sie alle singen dasselbe Lied: „Wir haben Mitarbeiter-Mangel, wir haben Probleme. Und sogar die Mitarbeiter, die da sind, die sind nicht zuverlässig. Mal kommen sie, mal kommen sie nicht, wir wissen nie – und die machen das irgendwie so wie nebenbei und halbherzig. Und wir haben Riesen-Probleme, wir haben ein Mitarbeiter-Problem“.

Und ich sage: Weißt du, ihr habt kein Mitarbeiter-Problem, ihr habt ein Jüngerschaftsproblem. Wenn ihr eure Leute durch Jüngerschaft genommen hättet für drei, vier, fünf Jahre, dann hättet ihr diese Probleme nicht, weil Jünger haben gelernt, zuverlässig zu sein, haben gelernt, treu zu sein, haben gelernt zu dienen für Gott und nicht für die Ehre von Menschen und für Ansehen. Und man kann sich auf sie verlassen. Und sie sind stabil. Und sie haben gelernt zu herrschen. Und sie haben nicht diese Geistlichen Aufs und Abs und Tiefs – und wenn sie einen Tief haben, dann sind sie für Wochen nicht zu gebrauchen und sind nicht da und sind irgendwie „außer Dienst“ und man weiß nicht, was mit ihnen überhaupt ist.

Jünger haben ein Fundament. Und wer durch Jüngerschaft gegangen ist, der kann dann wirklich Mitarbeiter werden. Und wer über Jahre durch Mitarbeiterschaft gegangen ist, der kann dann in Leiterschaft gehen. Das ist die Reihenfolge im Worte Gottes. Aber wir machen das heute alles anders. Wir haben das Ziel, wir möchten Menschen, dass sie sich wohlfühlen in der Gemeinde. Wir möchten, dass Menschen irgendwie schnell ihren Platz finden in der Gemeinde. Bevor jemand seinen Platz findet in der Gemeinde, muss er seinen Platz finden in Christus, muss er eine neue Identität bekommen, muss er eine neue Gesinnung bekommen. Und nur dann kann er wirklich ein produktives Mitglied der Gemeinde sein. Heute ist diese Gesinnung da und das siehst du an allen Ecken und Enden: „Gemeindemitarbeit – das ist ja alles freiwillig“.

Na klar ist die freiwillig – natürlich! Niemand hat dich gezwungen, Teil einer Gemeinde zu sein, niemand hat dich gezwungen, da mitzumachen. Aber was wir meinen, wenn wir sagen, es ist ja alles freiwillig, dann meinen wir: Ich darf auch die Bedingungen bestimmen.

Ich war in einer Gemeinde, habe ein Mitarbeiterseminar gemacht, und es war klar angesagt von der Leitung: Das ist ein Seminar für alle Mitarbeiter. Also Hauskreisleiter, Lobpreis, Kinderdienst, Verwaltung, aus allen Bereichen alle Mitarbeiter sollten kommen. Bestimmt über ein gutes Drittel der Mitarbeiter war gar nicht da. Und ich habe die Leitung gefragt: Haben die sich abgemeldet mit triftigen Gründen? – Nö.

Ich sage: Gibt es so etwas auf deiner Firma?

Da sagt die Firmenleitung: Wir haben ein Fortbildungsseminar für alle Abteilungsleiter und das findet dann und dann statt von … bis … und wir erwarten vollständige Anwesenheit.

Wieviel von den Mitarbeitern sind da?

Die Hälfte? 2/3? Wie viele? Alle! Und warum sind die alle da? Weil die wissen, dass es anders nicht geht und weil sie wissen, das ist mein Platz und ich habe „Ja“ gesagt zu Teil dieser Firma und ich habe meine Verantwortung wahrzunehmen und da gibt’s überhaupt keine Überlegungen: Ja, aber wie ist das jetzt mit Onkel Willis Geburtstag und das Wetter ist so schön, und wir wollen endlich mal wieder Grillsaison starten …

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (0:00 bis 10:00)

Ja, guten Morgen. Es sieht aus als wenn ich schon den Saal gestern halb leer gepredigt habe. Aber die ganz Taffen haben sich doch nochmal hergewagt – super.

Wir sind ja beim Thema Gemeinde, Gottes Plan für Gemeinde. Ich habe ein sehr eindrückliches Erlebnis gehabt. Vor über 20 Jahren war ich auf einer großen Konferenz. Und da gab es ein prophetisches Wort. Und durch dieses Wort sprach der Herr. Und er sagte einen sehr, sehr prägnanten Satz, der mir nie wieder aus dem Sinn gegangen ist. Und der Herr sagte dort: Gebt mir meine Gemeinde zurück.

Und gestern habe ich versucht zu zeigen wie leichtfertig wir umgehen mit der Tatsache, dass er der Herr ist, dass es sein Haus ist und dass es gebaut werden soll nach seiner Ordnung. Und dass wir sagen, ja, wir lieben dich, wir ehren dich, aber wir machen das ganze so wie es uns besser passt und wie wir meinen wie es doch richtig ist.

Wir brauchen Offenbarung darüber, dass Gott Gott ist und dass wir nicht Gott sind.

Und dass es eine Unverschämtheit ist, sich einfach jovial über sein Wort hinwegzusetzen und zu sagen: Ja, aus diesen und jenen Gründen müssen wir das heute eben anders machen.

Nein, wir müssen gar nicht! Wir müssen hören und gehorchen. Das ist, was er von uns verlangt als einzelne, und das ist, was er von uns verlangt als Gemeinde.

Und er will große Dinge tun mit der Gemeinde. Und die Gemeinde hat gewaltige Verheißungen und da sind gewaltige Absichten und Pläne Gottes mit der Gemeinde in der Endzeit. Aber wenn die Gemeinde nicht eine Gemeinde nach seinem Plan wird, dann kann es sehr gut sein, dass am Ende wir auf der falschen Seite landen. Und statt dass wir zur Braut gehören, gehören wir auf einmal zur Hure.

Weil wir über Jahre und Jahrzehnte uns erlaubt haben, nicht in dieser Furcht Gottes zu leben, nicht in dieser Ehrfurcht: „Was muss passieren, damit wir es nicht vergeblich alles tun?“

Gottes Wort ist der Standard, und in Seinem Wort wird die Gemeinde beschrieben wie Er sie haben will. Und wie Er sie geplant hat und wie sie auch am Anfang begonnen hat, sich in seine Ordnung hineinzubewegen. Und wir wissen dann von der Kirchengeschichte, schon ab dem zweiten Jahrhundert, drittes und dann ab dem vierten immer mehr kam etwas anderes hinein, was da nicht hineingehörte: Der Geist der Welt. Und die uralten babylonischen Religionen kamen wieder zurück. Und dann wurde das daraus, was wir heute Katholische Kirche nennen. Und es wurde schlimmer und schlimmer und schlimmer. Bis zum Schluss überhaupt kein Verständnis mehr vom Evangelium da war. Und Leute für Geld sich Sündenvergebung kaufen mussten. Und der Klerus in Saus und Braus gelebt hat und die Gläubigen missbraucht hat und ausgebeutet hat.

Und als es nicht mehr perverser und korrupter ging, da kam Gott. Und das Licht schien und das Licht brach durch die Finsternis. Und auf einmal war Offenbarung da für etwas, was schon immer in der Bibel ist: Der Gerechte wird aus Glauben leben.

Hab 2,4b
Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.

Röm 1,17b
Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.

Nicht durch seine Anstrengung, nicht durch Werke, nicht durch fromme Werke, die er tut. Man soll sich sein Heil erarbeiten und mühsam irgendwie sichern – sondern es ist ein Gnadengeschenk.

Und diese eine Wahrheit, die den Reformatoren geschenkt wurde, hat so eine Kraft gehabt, dass sie die geistliche und dann auch die politische Landschaft in Europa radikal verändert hat. Eine einzige Wahrheit, die durchbrach und eine Tür wurde aufgetan, und der Prozess der Wiederherstellung begann.

Und dieser Prozess ist noch lange nicht zuende. Wer ein bisschen das studiert hat, weiß, dass der gute Luther, den ich sehr, sehr schätze für seinen Mut, für seine Bereitschaft, sein Leben aufs Spiel zu setzen um der Wahrheit willen. Das ist, was er wirklich getan hat auf dem Reichstag zu Worms. Er hat gewusst, wenn er hier sich stellt gegen die päpstliche Obrigkeit, dann ist er ein toter Mann, das hat er gewusst.

Und trotzdem hat er gesagt, er ist der Wahrheit verpflichtet. Aber dieser gute Mann hat gut begonnen und dann aber auch viele Dinge dann im Fleisch gemacht und hat nur den Anfang gelegt.

Und seitdem geht es weiter und weiter. Und der Heilige Geist bringt Wahrheiten. Und jedes Mal wenn neue Wahrheiten kommen, gibt es Krieg in der Gemeinde. Und die Widerständler toben und sagen: „Wir haben doch alles so gemacht, ist doch alles richtig und so haben wir es von den Vätern, und so muss das weitergehen“. Und so geht das von einer Wahrheit zur nächsten. Und wir sind noch lange nicht am Ende in dieser Prozess der Wiederherstellung.

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Und dieser Prozess wird zuende geführt werden. Woher weiß ich das? Weil ich dieses Buch bis zu Ende gelesen habe. Und da lesen wir von einer herrlichen, überwindenden Gemeinde. In der tatsächlich Jesus den Glauben vollendet hat. Er ist der Anfänger und Vollender.

Hebr 12,2
indem wir dabei hinblicken auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens

Phil 1,6
ich hege eben deshalb auch die feste Zuversicht, daß der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat, es auch bis zum Tage Jesu Christi vollenden wird.

Und so wie es am Anfang war, so wird es am Ende sein. Dass die Gemeinde hingegeben ist an Christus und an Sein Wort. Und dass sie lieber bereit ist zu sterben als sein Wort zu ignorieren oder zu verleugnen.

Und das ist, was ich lese in diesem Buch. Und dieser Traum, diese Vision von Paulus, einer herrlichen, reinen, einen Gemeinde wird erfüllt werden, weil Gott Gott ist. Und im Moment ist alles durcheinander, und im Moment sind wir in einem Prozess. Und die einen gehen mit, mit dem, was der Heilige Geist aktuell beleuchtet und die anderen treten auf die Bremse und leisten Widerstand und haben sich damit, wenn sie nicht mehr umkehren, entschieden, Teil der „Hure“ zu werden. Am Ende gibt es nur Braut und Hure. Nichts dazwischen. Da gibt es keine Denominationen mehr, da gibt es zwei Gruppierungen – Braut und Hure. Und die Braut hängt an Jesus und liebt Jesus von ganzem Herzen und will ihn ehren, will ihn erfreuen, will in der Gesinnung Jesu leben: Ich tue allezeit, was dem Vater gefällt.

Joh 8,29
Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.

Und die Hure hat all den christlichen Jargon von Liebe und Einheit und Friede und all diesen Dingen, aber sie tritt das Wort Gottes mit Füßen und sie hat eine menschliche, teuflische Version daraus gemacht. Und die Hure verfolgt die Braut. Das ist, was wir lesen im Worte Gottes. Sie ist trunken vom Blut der Heiligen.

Offb 17,6
Und ich sah die Frau trunken vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich, als ich sie sah, mit großer Verwunderung.

Und was im Moment passiert: Der Heilige Geist geht von einer Gemeinde zur anderen, und er klopft an und sagt: Hallo. Genau zuhören, aufwachen! Jetzt werden die Entscheidungen gelegt, jetzt werden die Weichen gestellt, gehen wir Richtung Braut und werden immer klarer, immer radikaler, immer kompromissloser, immer Jesus-ähnlicher oder wählen wir den Weg der Menschen- und Teufel-gemachten Religion? Diese Entscheidung ist jetzt im Moment dran.

Und jeder einzelne Gläubige und jeder Verband und jede Organisation und jede Denomination wird von Gott konfrontiert mit dieser Frage. Das ist, was der Heilige Geist in dieser Zeit tut. Und deswegen sind wir gut beraten, zuzuhören und zu hören, was der Geist der Gemeinde HEUTE sagt.

Offb 2,7a
Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Was er heute sagt, ist was anderes als vor 30, 40, 50 Jahren. Es sind immer dieselben Dinge, die alle in diesem Buch stehen, aber das, was jetzt aktuell ist, das müssen wir verstehen, und das müssen wir ergreifen und da mitgehen. Und mit jedem Schritt des Gehorsams machen wir Raum für mehr von Gott. Mit jedem Schritt des Gehorsams machen wir Raum, dass mehr Licht kommt und dass wir noch mehr verstehen. Und mit jeder Verweigerung, mit einer Wahrheit Schritt zu halten, verschließen wir uns und verfinstern uns und bringen uns in eine Position, wo wir nicht mehr imstande sein werden, Gottes Stimme zu hören.

Und das geht so weit – Jesus sagt, da gibt es dann Leute, die haben einen Glauben, aber sie bringen die wahren Gläubigen um und sie meinen, dass sie Gott einen Gefallen tun.

Joh 16,2
Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, dass jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu tun.

Das ist für mich die ultimative religiöse Verblendung: Man meint, man dient Gott, aber man dient dem Teufel. Man Gott und Teufel nicht mehr unterscheiden.

Ist das nicht schrecklich, dass es überhaupt so etwas gibt? Und wir leben heute in Zeiten, wo geschätzte, groß angesehene Männer Gottes, das Werk des Teufels nicht mehr unterscheiden können vom Werk des Heiligen Geistes. Die Blindheit nimmt so rasant zu, und der humanistische Geist überschwemmt die Gemeinde, die jetzt sich nicht gründet auf das ewige, unfehlbare, heilige, unveränderliche Wort Gottes. Jetzt ist die Zeit der Entscheidung.

Und nicht weil ich mir irgendwas anmaße, aber mein Besuch hier ist eine Anrede Gottes. Es ist ein Anklopfen Gottes. Und was immer ihr damit tut, ich habe keinerlei Verantwortung dafür, ich bin Gastsprecher, ich bringe das Wort, und ihr macht damit, was ihr tun wollt. Aber was immer ihr damit tut, es hat Konsequenzen. Entweder ihr verwerft das als das Wort eines Fanatikers, eines Extremisten – oder ihr lasst euch wie das im Eingangswort war „zurechtbringen“.

2Kor 13,11
Im Übrigen, ihr Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden; so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (80:00 bis Ende)

 

Spr 28,1
Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt,aber die Gerechten sind furchtlos (kühn) wie ein junger Löwe.

Wir können kühn werden nur durch Gerechtigkeit. Wenn keine Gerechtigkeit da ist, wir werden Angsthasen bleiben.

Und dann eben wie ich das ganz zu Anfang ausgerührt habe: Gerechtigkeit aus Glauben ist die einzige Grundlage, auf der dieses Urproblem Stolz gelöst werden kann. Stolz, wo wir also unser Vertrauen in unsere Fähigkeiten, unsere Gaben, in unsere Geistlichkeit, in unsere geistlichen Errungenschaften, Einsichten, Leistungen und Opfer usw. setzen.

Nur, wer die Gerechtigkeit aus Glauben kennenlernt, der kann an dieser Stelle echte Ausheilung von Gott erleben.

Dann: Gerechtigkeit aus Glauben ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um erfolgreich gegen den Feind zu Felde zu ziehen. Wir können nicht den Feind überwinden, wenn wir bescholten sind, uns angeklagt fühlen, verdammt fühlen. Es ist nicht möglich.

Jes 54,17
Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen; und jede Zunge, die vor Gericht gegen dich aufsteht, wirst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des HERRN und ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der HERR.

Gott sagt: Diese Gerechtigkeit, die wir haben und die uns auch befähigt zu dieser Art von Widerstand gegen die Lügen des Feindes – diese Gerechtigkeit einfach ist die Grundlage unserer Autorität. Und auch in Eph 6,14 kannst du sehen, dass die Gerechtigkeit als unser Brustpanzer ein wichtiges Ausrüstungsstück ist, was eben unser Herz schützen soll und was unbedingt brauchen, um unverwundbar zu sein gegen den Feind.

Eph 6,14
So steht nun, eure Lenden8 umgürtet mit Wahrheit, bekleidet mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit

Okay, also hiermit dann will ich das zuende bringen. Ihr seht, dass das nicht irgendwie ein kleines Randthema ist, was man auch mal gehört haben sollte, sondern eigentlich, wenn man sich überlegt, was ist eigentlich das Evangelium? An dieser Stelle treffen wir wie selten sonst das Herz des Evangeliums. Was ist der Unterschied zwischen Religion und wirklichem Glauben und wie können wir Gott nahen auf eine Art und Weise, die nicht krampfig ist? Okay, ich bin fertig und das Wunder ist geschehen – 5 Minuten vor Ablauf der Zeit. Tschüss.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (75:00 bis 80:00)

 

Und je mehr wir das verstehen, um so mehr kommt das zustande eben, was die Psychologen „Urvertrauen“ nennen: Wir wissen, wir sind angenehm bei Gott und wir können zu Ihm kommen, Er ist nicht gegen uns. Und wenn tausend Mal die Gefühle sagen, das war’s jetzt, das war das allerletzte Mal, jetzt ist es vorbei, was denkst du, wie lange du die Geduld Gottes strapazieren kannst, das lässt es sich auch nicht bieten – das sind alles religiöse Lügen in unserer Seele – die wir durch klare Erkenntnis des Wortes Gottes allesamt zum Schweigen bringen können. Und dann spielt es auch keine Rolle, ob das unsere eigene Seele ist oder ob das vielleicht sogar ein religiöser Geist der Gesetzlichkeit und der Anklage ist, der über uns oder auf uns ist. Das spielt alles keine Rolle, weil wir eben durch unsere Dankbarkeit und durch unser Vertrauen in das Blut Jesu unser Gewissen beruhigen oder wie es einmal in 1 Joh heißt: „wir stillen unser Herz damit“.

1 Joh 3
19 Und daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und damit werden wir unsere Herzen vor Ihm stillen,
20 dass, wenn unser Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß.

Wenn uns unser Herz verdammt, dann wissen wir, Gott ist größer als unser Herz, und wir können vor Ihm unser Herz stillen.

Wir müssen das nicht naturgegeben hinnehmen, oh, heute spüre ich, dass Gott mit mir nicht besonders zufrieden ist, naja, ich hoffe auf morgen, dass vielleicht wieder besseres Wetter ist und dass er vergessen hat, was ich für ein schlimmer Kerl bin, und dann versuche ich es nochmal. Das sind Lügen in uns, und die müssen wir ausrotten!

Der Weg zu Gott ist offen! Durch das Blut, das Gott akzeptiert hat. Gott hat das Opfer von Golgatha ein für alle Mal akzeptiert und danach, seitdem, gibt es keine Opfer mehr. Hallelujah. Es gibt keine Opfer mehr. Du brauchst keine zu bringen, und der Priester braucht auch nicht für dich zu bringen, niemand braucht für dich zu bringen. Es gibt keine Opfer mehr, weil das alles schon erledigt ist und eingeschlossen ist in dieser einen Angelegenheit, dass Gott ein für alle Mal Schluss gemacht hat mit den Problemen Schuld und Sündenvergebung und Anklage des schlechten Gewissens.

Und so können wir dann wirklich eine Vertrauensbeziehung entwickeln, die immer stärker wird. Und unser Glaube an die Liebe Gottes wächst.

Und diese Erfahrung dann dazu führt, dass wirklich Gott zu einer Quelle der Lust und der Geborgenheit wird, und wo alles, was wir brauchen wirklich in Ihm ist. So lange Barrikaden von Schuld da sind, können wir nicht ungehindert in seine Nähe kommen. Und all das sind die Segnungen, die jeder Gläubige braucht. Wer das nicht hat, wird verbogen sein, wird immer krampfig sein, wird immer ungewiss sein über Gott und wird nie eine tiefe Liebe zu Gott, dem Vater entwickeln können, weil eine Unsicherheit und eine Angst da ist.

Und wenn diese Gerechtigkeit von uns erkannt wird, ergriffen wird, und sozusagen durch das Bekennen unseres Glaubens an das Blut Jesu aufgerichtet wird oder in Kraft gesetzt wird oder zur Wirkung, zur Anwendung kommt für uns, dann beschreibt das Neue Testament, dass eine ganze Reihe von anderen Segnungen dem dann auch noch folgen: Nur nach der Gerechtigkeit aus Glauben kommt Friede.

Man kann keinen Frieden haben mit Gott wenn nicht diese Gerechtigkeit da ist. Es ist nicht möglich. Friede kommt nach der Gerechtigkeit.

Genauso auch Freude. Freude setzt nämlich voraus, dass jemand zur Ruhe gekommen ist und Frieden hat. Ohne Frieden wiederum gibt es keine Freude. Ein angestrengter, gestresster Mensch – ich stell mir immer so einen Gewichtheber vor, ja? In dem kritischen Moment, wo er gerade stemmen will, er wird niemals entspannt lächeln! Es sei denn, er ist Statist oder irgendetwas in einem Witzfilm und das ist alles nur Pappe oder so. Aber wenn er wirkliche Gewichte hat, das ist ein angestrengter Moment. Und wer angestrengt ist, ist eben nicht entspannt, freudig lächelnd. Sondern er muss alles dransetzen, dass er es jetzt schafft.

Und so sind viele, viele Gläubige deswegen nicht entspannt. Weil sie immer alles dransetzen müssen, dass sie es jetzt wirklich schaffen. Und dieser Krampf hört auf wenn die Gerechtigkeit einzieht. Und eben, wie ich schon sagte, dann kommt die Liebe Gottes. Dann ist Bahn für die Liebe Gottes. Dann ist Bahn für Gebetserhörung.

1 Joh 3,19-22
19 Hieran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und wir werden vor ihm unser Herz zur Ruhe bringen,
20 dass, wenn das Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles kennt.
21 Geliebte, wenn das Herz uns nicht verurteilt, haben wir Freimütigkeit zu Gott,
22 und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun.

Das habe ich eben schon gesagt: Wenn uns unser Herz verdammt, dann können wir wissen, Gott ist größer und wir können unser Herz stillen. Wir bringen unser Herz wieder in die richtige Position. Kühnheit vor Gott haben wir auch schon genannt.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (70:00 bis 75:00)

 

Wo ich sozusagen mich selbst bestrafe wie in der Prägung unserer Kindheit: Warst du böse, gibt’s keine Liebe.

Und Liebesentzug ist die Folge von Übertretungen, ganz einfach. Stubenarrest oder die Mami redet nicht mehr drei Tag mit uns oder irgendwie solche Geschichten. Und unbewusst eben wenn wir opfern wollen, beweisen wir damit, dass wir Gnade nicht wirklich verstanden haben. Und dass wir immer noch unter dem Gesetz Gott dienen wollen und in Seine Nähe kommen wollen unter dem Gesetz.

Bitte, ich hab mit keinem Wort gesagt: Lasst uns sündigen, was das Zeug hält und Gott sieht das sowieso nicht! Das habe ich nicht gesagt. Das ist auch glaube ich nicht unser Problem. Sondern wenn Sünde gewesen ist, dass wir dann verkehrte Opfer bringen, indem wir verzichten.

Ich weiß, als ich das durchschaut habe, was für ein Denkfehler das ist, was für eine gnadenlose Denkweise das ist – zum allerersten Mal als ich das erlebt habe oder den Durchblick hatte, was da verkehrt läuft und wo da bei mir die Opfermentalität ist – ich hatte erlebt, wie der Heilige Geist mich von Sünde überführt hat und ich habe das in Ordnung gebracht und dann habe ich gesagt: „Herr, jetzt mehr als je zu vor, ich brauche deine Liebe“.

Das war eine Revolution in mir. „Was denn? Gerade hast du gesündigt – und jetzt im nächsten Moment traust du dich auch noch, Gott um Liebe zu bitten? Ist es nicht genug, dass er dich vor der Hölle verschont und dass er dich jetzt nicht irgendwie bestraft und sein Bannstrahl dich trifft – jetzt kommst du auch noch, hast Sündenvergebung, und jetzt willst du auch noch Liebe haben? Das ist ja wohl der Gipfel der Respektlosigkeit!“

Das ist die religiöse Prägung unserer Seele in uns, die uns sagen will: Jetzt musst du erst einmal kleine Brötchen backen, jetzt musst du dich erstmal zurückhalten für ein paar Tage oder Wochen und so und das wäre wirklich frevelhaft, einfach die Hände zu heben und deinem lieben Papi im Himmel zuzuwinken als wäre nichts gewesen.

Wenn Gott uns gereinigt hat, danach ist es wirklich als wäre nichts gewesen! Gott schaut uns an als wäre nichts gewesen. Und wenn ich das wirklich glaube, dann habe ich alle Grundlage unter den Füßen oder im Herzen mich auch so zu verhalten wie einer, dem vergeben wurde als wäre nichts gewesen – habe ich neu den Zugang zu Gott. Nicht aufgrund meiner Werke, nicht aufgrund meines Opfers, sondern aufgrund dessen, was er für mich getan hat.

Und wenn wir das sehen bei uns, wo es ein solches gesetzliches Denken gibt, wo wir freiwillig verzichten auf die Liebe Gottes, weil wir meinen, wir verdienen sie jetzt nicht. Wir sind jetzt ihrer nicht würdig, berauben wir uns.

Weil ich glaube, die erfahrene Liebe Gottes und Freundlichkeit Gottes, gerade nachdem wir gesündigt haben, ist etwas so heilsames, etwas so gutes. Zu sehen: Gott verdammt mich nicht. Gott verachtet mich nicht, Gott lehnt mich nicht ab. Gott bestraft mich nicht. Er schiebt mich nicht auf Distanz. Sondern ich bin sein liebes Kind – jetzt genau so wie zu allen anderen Zeiten.

Und wir werden bestimmte Durchbrüche erleben und Veränderungen erleben wenn wir dieses gesetzliche Denken abstreifen und wenn wir sagen: Mein Zugang zu Gott ist die Gnade. Und das steht mir offen, ob ich gesündigt habe, ob ich nicht gesündigt habe, ob ich weiß, dass ich gesündigt habe, ob ich nicht weiß, dass ich gesündigt habe – dieser Zugang zum Thron Gottes durch das Blut Jesu macht mich kühn. Und „kühn“ ist eben das Gegenteil von „verstohlen“ und „verschämt“ und halb-schüchtern und ängstlich irgendwie ein bisschen um die Ecke schauen und sehen, ob Gott vielleicht heute gnädig ist oder nicht. Diese Kühnheit kommt zustande nicht weil wir kühne Kerle sind, sondern weil das Blut Jesu uns eben Kühnheit vermittelt.

Und davon redet besonders der Hebräer-Brief. Ich hatte euch schon die Schriftstellen genannt – Heb 9,14 und auch Heb 10,19-22.

Heb 9,14
wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer11 Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dient12!

Heb 10
19 Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum,
20 den er uns eröffnet6 hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – das ist durch sein Fleisch -,
21 und einen großen Priester über das Haus Gottes,
22 so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit7 des Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.

So will also Gott, dass wir lernen, dass unsere Beziehung nur eine Grundlage hat: Das, was Er für uns getan hat. Nicht anderes. Und das schöne eben ist, diese Grundlage ist ewig, die ist unzerstörbar, diese Grundlage ändert sich nicht mit unserem Gehorsam oder unserem Ungehorsam. Diese Grundlage ist von Gott geschaffen und sie wird sich niemals verändern.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (65:00 bis 70:00)

 

Jemand sagte zu mir: Weißt du, ich musste die halbe Nacht – oder war es auch die ganze? Ich weiß nicht mehr genau. – Ich musste die halbe Nacht beten bis Gott mir vergeben hat.

Wenn man sich nicht auskennt in der Bibel, man denkt, wow, was für ein Glaubensheld, ich weiß nicht, ob ich das geschafft hätte, die ganze Nacht durchbeten wegen Vergebung. Aber was für ein Vorbild, was für ein Glaubensheld.

Aber wenn wir etwas wissen über Gnade, dann denken wir: Was für ein armer Mensch! Offensichtlich hat er das so einsortiert, dass seine Gebetsleistung irgendwann Gott weich gebetet hat und dann hat Gott gesagt: Okay, wollte ich eigentlich nicht, aber gut, dann vergebe ich dir doch.

Vergebung kommt aus Gnade, weil Gott gnädig ist und nicht, weil wir lange oder kurz beten. Das hat nichts mit beten zu tun. Es hat nur etwas mit Wahrheit zu tun, wir kehren um zur Wahrheit, das kann man in einer Sekunde tun, und dann haben wir zu glauben. Was dieser arme Mensch meinte, ist, er musste so lange beten bis er *gefühlt* hat, dass die Schuld weg ging, die Schuldgefühle.

Und ich kann mich erinnern als junger Gläubiger, als ich diese Dinge nicht gekannt habe, ich habe auch gemeint, viel beten hilft gegen viel Schuldgefühle. Beten ist nicht ein Mittel, die Schuldgefühle rauszukehren, sondern die Schuldgefühle gehen durch Glauben. Wenn ich wirklich glaube, Gott vergibt – eben aufgrund dieser Schriftstelle 1 Joh 1,9.

1 Joh 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Wenn ich das wirklich glaube, dass Gott vergibt, dann komme ich zu ihm und sage: Hier war ich nicht nett zu meiner Frau, das war nicht in Ordnung, vergib mir und sofort bei nächster Gelegenheit, dann werde ich zu ihr eilen und ihr dasselbe sagen, was ich dir gesagt habe und ihr gegenüber meine Sünde so nennen wie ich sie dir gegenüber gesagt habe. Und ich danke dir für Vergebung. Schluss, fertig, aus. Reinigung inklusive.

Wenn dann noch die Schuldgefühle danach da sind, dann sind sie nicht deswegen da, weil ich nicht ernsthaft genug gebetet habe oder weil ich zu wenig gebetet habe. Sondern sie sind einfach da, weil unsere Seele noch wenig trainiert ist in den neuen Wegen des Geistes. Und dann haben wir nicht zu sagen: „Ja, ich dachte, Gott hätte mir vergeben, aber die Schuldgefühle sind ein klarer Beweis, Gott hat mir nicht vergeben“. Das ist ein typisches Beispiel, dass wir „im Sichtbaren wandeln“ und nicht im Glauben wandeln. Und dann versuchen wir durch Fasten, durch Beten, durch Tränchen rausquetschen oder irgend so etwas, versuchen wir, uns dahin irgendwie zu überzeugen, dass Gott jetzt doch irgendwie uns vergeben hat. Und das ist der wichtige Punkt im Hebräer-Brief: Nach dem Opfer von Golgatha gibt es für unsere Sünde kein weiteres Opfer mehr.

Heb 10,18
Wo aber Vergebung dieser Sünden ist, gibt es kein Opfer für Sünde mehr.

Und ich sage dir: Es wird in neutestamentlichen Gemeinden sehr, sehr viel verkehrte Opfer gebracht, sehr, sehr viel verkehrte Opfer. Nicht, dass wir da alle mit blutbesudelten Schürzen als Pastoren rumlaufen würden und im Gottesdienst da die Lämmlein schlachten oder irgend so etwas. Aber was du sehr, sehr häufig siehst bei dir oder vielleicht auch bei anderen: Jemand ist in Sünde gefallen, hat Gott ernsthaft um Vergebung gebeten, hat auch irgendwie das auch in Anspruch genommen, aber dann in der Zeit der Anbetung, wo wir Gottes Nähe genießen wollen und sollen – wir wollen nicht nur, wir sollen auch! Weil Seine Liebe die einzige motivierende Schubkraft ist, die wir hier haben auf der Erde. So, wir sollen zu Ihm kommen – auch gerade als Gemeinde, als Volk Gottes, und sollen dort ihn erleben. Und der Heilige Geist will kommen und will uns Gott groß machen, dass wir das große Hallelujah singen.

Okay, und was tun wir dann oder der arme Mensch, der eben noch nicht richtig frei ist von diesem Opferdenken? Er sitzt dann hinten in der letzten Ecke hinter der Säule, ganz bedröppelt, und sagt sich: Naja, heute kann ich nicht mitfeiern, das wäre ja frivol, das wäre ja sozusagen ein Schlag in das Gesicht Gottes wenn ich jetzt aufstehen würde, würde die Hände heben und mich freuen – „mein lieber Papi, Hallelujah, ich bin so froh, dass du mich liebhast und dass alles zwischen uns in Ordnung ist, oh, du bist so gut, und ich brauche deine Liebe“ – das wäre wirklich schon fast wie Gotteslästerung, das kann man doch nicht tun! Eben noch gesündigt und jetzt willst du wieder die Freude am Herrn haben?! Wo kommen wir denn da hin?! Das ist ja ein bisschen zu billig!

Mit anderen Worten: Ich muss erstmal ein kleines oder wenn es eine größere Sünde war, auch ein größeres *Opfer* bringen. Was ist das Opfer, das ich bringe? Ein Verzicht auf Gottes Nähe, auf das ich meine, verzichten zu müssen!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (35:00 bis Ende)

Und die einen sagen: Hallelujah. Und die anderen sagen: Ohwe.

In diesen Zeiten leben wir, ihr Lieben.

Paulus sagt, dass der Teufel mit List hinter einer Sache her ist: Hinter der Aufrichtigkeit unseres Herzens.

2 Kor 11
2 Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen.
3 Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so vielleicht euer Sinn1 von der Einfalt und Lauterkeit2 Christus gegenüber abgewandt und verdorben wird.
4 Denn wenn der, welcher kommt, einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen anderen3 Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gut.

Das ist sein Ziel: Die Aufrichtigkeit des Herzen des Gläubigen zu stehlen. Wenn er das gestohlen hat, dann lässt er ihn in Ruhe. Das muss nicht dazu führen, dass man sagt: „Ich glaube nicht mehr, ich gehe nicht mehr zur Gemeinde. Ich bin nicht mehr hingegeben an dieses Buch“. Einfach nur ein Herz voller Kompromisse: „Sicher, das steht hier, klar, hier gibt es Verse, die sehen so aus als wenn Gott Homosexualität hasst, aber weißt du, man muss das ein bisschen differenzierter betrachten und kulturell gesehen …“ und bla bla bla bla bla. Und am Ende kommt das Gegenteil davon raus, was das Wort sagt.

Das ist ein korruptes Herz. Das ist ein Herz, das nicht aufrichtig aus. Ein aufrichtiges Herz sagt: Jesus ist die Wahrheit, und er sagt, und er lässt schreiben, was er meint. Und was er meint, steht in den Zeilen. Und wir müssen nicht versuchen, zu raten, was könnte zwischen den Zeilen vielleicht stehen, was den Sinn um 180 Grad dreht.

Gott ist klar. Gott ist nicht verworren. Jedes Kind kann ihn verstehen – aber Theologen haben Schwierigkeiten.

Gottes Wort ist klar und eindeutig und wahr und unveränderlich. Und Jesus betet: „Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit“.

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Ein Freisetzung, eine Absonderung für Gott, eine Veränderung in unserem Herzen und dann in unserem ganzen Charakter kommt nur zustande, indem wir das Schwert des Geistes zulassen und das mitten durch uns hindurch geht. Und die verborgenen Motive – so sagt es Hebräer 4 – das Sinnen des Herzens wird offenbar gemacht.

Heb 4,12
Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.

Und dann werden wir entdecken, dass nicht alles so ordentlich und sauber und so schön ist wie es scheint. Sondern da sind Motive: Wir wollen groß sein, wir wollen anerkannt sein, wir wollen gemocht werden, wir wollen keinen Konflikt haben, wir wollen mit allen gut haben.

Wenn du Christ bist, brich mit dieser Lüge: Du möchtest, dass alle mit dir gut sind.

Jesus hat versprochen: Verfolgung.

Joh 15,20b
Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.

Und alle, die wirklich auf seiner Seite sind, werden verfolgt werden.

2 Tim 3,12
Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.

Ist das wahr, was Paulus gesagt hat? Ist das so? Dann warum haben wir keine Verfolgung? Ich sag dir warum: Weil wir so angepasst sind an diese Kultur und mehr dem Zeitgeist glauben als dem Worte Gottes glauben. Wir glauben, dass wir glauben! Wir wollen uns einreden, dass wir glauben. Aber in Realität sieht es alles ganz anders aus.

Und ich könnte viele, viele Beispiele aus dem Alltag von Christen nehmen um zu zeigen, dass das nicht so ist: Es gibt lügende Christen, es gibt verleumdende Christen, es gibt betrügerische Christen, es gibt ehebrecherische Christen. Wo kommt das alles her? Weil sie glauben, dass sie glauben. Aber sie glauben nicht.

Wer Jesus glaubt, kann kein Ehebrecher sein, kann kein Lügner sein, kann kein Betrüger sein, kann nicht das Finanzamt mit der Steuererklärung betrügen, das geht überhaupt gar nicht. Weil die Furcht des Herrn da ist und weil er weiß, ich werde einmal zur Rechenschaft gezogen für das, was ich tue.

Das heißt, mein Betrug, den ich hier begehe, der kommt sowieso raus, also warum sollte ich das überhaupt tun? Um jetzt für kurze Zeit ein kleinen Vorteil zu haben und am Ende habe ich einen Riesen-Nachteil? Das ist ja dumm, das ist dumm!

Ich weiß, ihr seid nett, ihr seid lieb, ihr seid nicht gewohnt, dass man euch so anspricht, aber es ist höchste Zeit, dass man euch mal rüttelt und euch zum Nachdenken bringt. Und ihr überlegt, in welcher Zeit leben wir? Was ist mit unserem Verband eigentlich los? Was haben die da oben beschlossen? Was ist eigentlich da hinter? Was ist eigentlich „Ökumene“?

Ich sag dir, was meine Definition von Ökumene ist: Ökumene ist ein teuflisch-inspirierter Plan der Umerziehung von Gläubigen, dass sie Lüge und Wahrheit auf gleiche Weise anerkennen.

Das ist Ökumene: Wo Lüge und Wahrheit gleichberechtigt anerkannt werden nebeneinander. Es ist ein Prozess der Gehirnwäsche. Es ist ein Prozess der Verwirrung, es ist ein teuflischer Plan. Und wenn du Jesus nachfolgen willst, du musst dich positionieren, ob du Leiter bist oder nicht. Du musst dich positionieren. Und du musst deinen Platz einnehmen.

Und hier breche ich einfach ab.

Und Vater, ich bete, dass du ein heiliges Aufrütteln bringst in diese Gemeinde, ein heiliges Erschrecken, und dass die Menschen durch deine Gnade in der Lage sind, jenseits dessen zu gucken, was „ja, also sooo wird bei uns nicht gepredigt“ und das möchten mir nicht, so wollen wir nicht angesprochen werden. Sondern dahinter schauen, was der Eifer des Herrn ist. Dahinter schauen, was die Wahrheit, was die Warnung ist und was der Inhalt der Message ist.

Und ich segne diese Gemeinde mit großer Wahrhaftigkeit, mit großer Aufrichtigkeit. Und ich bete, dass der Geist der Wahrheit hier jede Lüge aufdeckt und auskehrt und Reinheit und Klarheit und Mut und Liebe zur Wahrheit entsteht.

Und ich danke Dir für dein Werk. Und ich danke dir für die Gelegenheit, die ich hier kurz haben konnte, einfach dein Bote zu sein. Hallelujah. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (30:00 bis 35:00)

Und der Tag wird kommen, und es wird euren Verband zerreissen. Es wird euren Verband zerreissen, weil es da viele Menschen gibt, ich will Jesus treu sein.

Und ich habe verstanden, treu sein zu Jesus, heißt treu sein zu seinem Wort. Wenn ich zu seinem Wort nicht treu bin: „Ihr habt meinen Namen nicht verleugnet“, sagt Jesus, „und habt mein Wort bewahrt“.

Off 3,8b
denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.

Wie verleugnet man nicht den Namen Jesu? Indem man das Wort bewahrt.

Und ich prophezeie einen riesigen unheilbaren Riss, der mitten durch euren Verband gehen wird. Zwischen denen, die sich anpassen, die sich ducken, die ihre Menschenfurcht verbergen mit „Weisheit“, mit „Liebe“ und zwischen denen, die sagen: Nein! Ich gehe auf der Seite Jesu, ich gehe mit Paulus.

Dieser Riss wird kommen und das dauert nicht mehr viele Jahre, glaubt es mir. Und es gärt schon.

Und das muss so sein, weil Gott baut seine Gemeinde, Gott macht eine reine Gemeinde, die ihn ehrt, die auf seiner Seite ist, die lieber blutet und leidet, aber nicht die Wahrheit verdreht.

Und auf der anderen Seite: Der Teufel baut die Hure. Und das geht jetzt auseinander, wir sind jetzt an der Weggabelung und jede Gemeinde, jeder Verband, und jeder einzelne Gläubige muss sich entscheiden, in welche Richtung gehe ich: Die Hure, die ein korruptes Herz hat, die viel von Liebe redet, von Einheit redet, die von Brüderlichkeit, von Versöhnung redet und von all diesen schönen Dingen. Aber sie meint etwas anderes als was Jesus gemeint hat und was die Apostel gemeint haben.

Und zwischen denen, die sagen: Gott ist Gott, und ich bin nicht Gott. Und ich hab das nicht geschrieben, aber ich bin verantwortlich, mit meinen Gedanken, mit meinen Worten, mit meinem Lebensstil, diesem Wort zu entsprechen.

Wir gehen sehr, sehr, sehr konfrontativen Zeiten entgegen, und darum ist es so notwendig, dass wir uns Gedanken machen über unseren Glauben. Haben wir den Glauben der Apostel? Oder haben wir einen selbstgemachten, netten, harmlosen, unverfänglichen Glauben, mit dem auch die, die dem Wort Gottes widersprechen und das Wort Gottes mit Füßen treten auch noch gut leben können?

Oder ist unser Evangelium immer noch ein Skandal, ein Anstoß? Wie es das am Anfang gewesen ist. Warum war das ein Skandal? Weil es jede Philosophie und jede Religiösität und jeden Kult und jede andere Glaubensrichtung ausgeschlossen hat. Darum war es ein Skandal. Und die Leute empören sich, sind trunken von dem Zeitgeist und wenn jemand sagt: „*Das* ist die Wahrheit“ – dann bäumt sich alles auf und sagt: Das kann nicht sein.

Wenn du sagst, Jesus hat Wahrheit – Okay – Jesus ist *eine* Wahrheit – okay – Jesus ist *ein* Weg zu Gott – wie das in diesem schrecklichen Roman „Die Hütte“ da dann steht. Okay, das können wir schlucken, das können sogar die Esoteriker noch akzeptieren.

Aber wenn du sagst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben und niemand kommt zum Vater als durch mich“ …

Joh 14,6
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

… dann geht die Granate hoch. Dann gibt’s den Konflikt. Dann auf einmal wird offenbar, wo die Herzen sind. Entweder in Hingabe zu Jesus oder in Feindschaft zu Jesus.

Und wie Paulus sagt: Es gibt unter den Gläubigen Feinde des Kreuzes.

Phil 3,18
Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes Christi sind;

So gibt es auch heute Feinde des Kreuzes. Und das wird nicht so bleiben. In der Brautgemeinde gibt es keine Feinde des Kreuzes mehr. Es wird sich sortieren, es wird klar werden, wer wo steht. Und das Schwert des Geistes wird kommen früher oder später und wird mitten durch euren Verband und eure Versammlung gehen und die Herzen werden offenbar werden. Das verspreche ich euch.

Woher weiß ich das? Weil ich Gottes Plan studiert habe. Und eine reine Gemeinde kann nur entstehen wenn die Unreinen zur Buße gerufen werden – und wenn sie nicht Buße tun wollen, dann werden sie die Gemeinde verlassen. Weil sie die heilige Gegenwart Gottes nicht ertragen können, und sie fliehen vor dem Licht. Wie die Kakerlaken im Keller – wenn du die Kellertür aufmachst und das Licht scheint – pfummm – dann sind sie alle weg. Sie scheuen das Licht.

Und die, die korrupt sind, die nicht wahrhaftig sind, die nicht gerade sind, die scheuen das Licht.

Wer Böses im Herzen hat, kommt nicht zum Licht, auf dass seine Werke offenbar werden.

Joh 3,20
Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden;

Und Jesus ist das Licht der Welt, das alle Menschen erleuchtet.

Joh 1,9
Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet.

Und dieses Licht wird scheinen. Und es hat ein bisschen angefangen zu scheinen, aber es wird mehr und mehr und mehr scheinen. Die Dunkelheit nimmt zu, aber die Klarheit des Evangelium nimmt auch zu.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (25:00 bis 30:00)

Wenn das Wort Gottes wahr ist, dann ist das, was Gott über Ehe sagt, wahr. Dann ist auch das wahr, was Gott über Homosexualität sagt. Dann ist auch das wahr, was Gott über die Irrlehrer sagt. Dann ist das wahr, was Gott über die Hure sagt, die die Braut verfolgen wird. Dann sind all diese Dinge wahr. Und das hat Konsequenzen für dein persönliches Leben.

Und Gottes Wort warnt uns: Die Feiglinge werden nicht das Reich Gottes ererben.

Off 21,8
Aber den Feigen und Ungläubigen7 und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Unzüchtigen8 und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Er ermahnt uns, stark zu sein, mutig zu sein, zur Wahrheit zu stehen, die Wahrheit in Liebe zu sprechen.

So, für die Apostel war die Schrift der Maßstab, der unveränderliche Maßstab. Und die Schrift sagt, dass der Glaube ein für allemal überliefert ist.

Jud 3
Geliebte, da ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen.

Als der Kanon fertig war, war er fertig. Da wurde nichts mehr hinzugefügt. Und nichts kam nachträglich noch als Offenbarung, als Ergänzung.

Und deswegen ist das eine riesige Unverschämtheit und ein Betrug an den Gläubigen, wenn Johannes Hartl so etwas schreibt wie: „Ja, das mit der Maria, da muss nicht in der Bibel stehen, das hat der Heilige Geist später gezeigt“.

Was für eine Idee vom Heiligen Geist! Erst verbietet er Götzendienst, dann ist das Buch fertig. Und später auf einmal dann zeigt er uns, wir dürfen doch die „Königin des Alls“ anrufen. Wir dürfen zu ihr beten, wir dürfen bei ihr Schutz suchen. Hallo? Ist Gott verwirrt oder was?

Aber wenn du solche Dinge ansprichst, dann bist du gleich ein „Katholikenhasser“. Nein, ich liebe Katholiken und ich weiß, dass nur die Wahrheit sie frei macht und deswegen konfrontiere ich sie mit der Wahrheit. Aber ich hasse ihr System, ihr Lügensystem, in das der Teufel sie versklavt hat. Und jeder Bote Gottes sollte diesen Hass in sich spüren, weil Gott hasst die Lüge. Gott hasst das Böse. Gott ist nicht so friedfertig wie wir uns das vorstellen. Jesus hat gesagt: Ich bin gekommen, das Schwert zu bringen, nicht Frieden – das Schwert!

Mt 10,34
Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Und da gibt es Trennung, mitten in der Familie, mitten in der Ehe, mitten in der Gemeinde. Es gibt Trennung zwischen Lüge und Wahrheit. Zwischen Heuchelei und Echtheit. Diese Dinge passen nicht zusammen. Und es gibt keine Heuchler im Himmel. Das gibt es nicht.

Und wenn wir da hin kommen wollen, dann besser werden wir hier echt und werden wir wahr und fangen an, Respekt zu suchen vor einem heiligen Gott und zu verstehen, wir werden an diesem Wort einmal gerichtet werden. Wir werden einmal zur Verantwortung gezogen werden mit diesem Wort.

Und dann können wir nicht sagen: Ja, das habe ich nicht gewusst, dass das so ernst ist.

Doch! Du hast es gelesen. Paulus hat gesagt: Das ist der Maßstab, und alles, was davon abweicht …

Und es gibt viele, viele, viele gravierende Punkte, wo die katholische Kirche von der Bibel abweicht. Und dann stellen wir uns da hin und dann bei der letzten oder vorletzten BuKo (= Bundeskonferenz des BFP) – einer eurer Leute macht einen Lobpreis auf den Papst. Er erzählt von seiner tollen Gemeinschaft mit dem [Thomas] Schirrmacher und der Schirrmacher ist ganz eng am Papst, hat ja auch ein Buch darüber geschrieben:

„Kaffeepausen mit dem Papst: Meine Begegnungen mit Franziskus“

Und dann fragt der Sprecher den Schirrmacher: „Und sag mal, der Franziskus, wie ist der denn so?“

Und dieser Pfingstpastor hat die geistliche Naivität – oder Bosheit, weiß ich nicht genau – zu behaupten: „Genauso wie du und wie ich. Das ist unser Bruder und alles ist gut“.

Ich nehme mir jetzt nicht die Zeit, all die Lügen Roms hier – kann ich auch gar nicht – aber es gibt genügend Literatur, die das klar zeigt und du kannst es in er Bibel selber studieren. Und studier den KKK (= Katechismus der Katholischen Kirche).

Wie kann das sein, dass auf einer großen Konferenz, wo hunderte von Pastoren sind, nicht ein Buhhh-Rufen und ein Pfeiff-Konzert entsteht, wenn er so etwas sagt: „Der Papst, das ist einer wie du, das ist unser Bruder, und alles ist gut“.

Warum gibt es da keinen Protest? Wir sind Protestanten – wir legen Zeugnis ab für die Wahrheit. Und wenn du das nicht tust, bist du kein Protestant und wenn dein Pastor, den du da zur BuKo schickst, wenn er das nicht tut – dann, warum stellst du ihn nicht zur Rede und sagst: Horch einmal, auf welcher Seite stehst du? Auf welcher Seite stehst du?

Aber wir sind ja untergeordnet und wir sind ja nett, wir schlucken ja jeden Mist, der uns erzählt wird. Und können und wollen nicht an der Schrift prüfen.

Ihr Lieben, es ist Zeit, dass wir aufwachen!

Huiuiui, ich wusste nicht, dass das so scharf wird. Nach dem Konzept sah das alles viel netter aus.

Aber so ist wie der Heilige Geist mich leitet, und ich fordere euch heraus, und ihr müsst Stellung beziehen, ihr müsst eine Antwort geben: Ist das, was die Bibel uns sagt, ist das Gottes Wort? Dann hat das Konsequenzen! Dann muss es Briefe geben, dann muss es Proteste geben und Worte wie: Wir sind mit dieser Kumpanei mit der Lüge nicht einverstanden. Und jeder, der schweigt, sagt damit, er ist doch einverstanden.

Eine heimliche Opposition, das gibt es nicht. Du musst sagen, was du glaubst.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (20:00 bis 25:00)

Und jeder ist verantwortlich. Und nicht nur Prediger. Auch wenn du mit deinem Bruder, deiner Schwester dich unterhältst und irgendwelche Sachen erzählst, du bist genau so verantwortlich.

Und weil er so schwarz-weiß war, deswegen haben die Leute sich an ihm gestoßen. Und die einen haben ihn geliebt und die anderen haben ihn gehasst. Da war nicht einer da, der gesagt hat: „Ja, doch, das ist auch ein Standpunkt, das finde ich auch irgendwie interessant, das sollte man mal bedenken. Ja, doch, wertvoller Beitrag in dem Blumenstrauß der vielen verschiedenen Möglichkeiten des Glaubens“, und dieses ganze ökumenische Geschwafel – kennst du das?

Das hängt mir zum Halse raus!

Wo Leute, die das Wort mit Füßen treten von uns anerkannt werden als unsere Brüder und Schwestern, die genau so mit Jesus unterwegs sind wie das im Wort geschrieben ist. Und sie verdrehen das Wort und sie erzählen Dinge wie: Die Babies werden besprenkelt und dadurch werden sie Kinder Gottes.

Und dann sollen wir das anerkennen.

Wenn du an Jesus glaubst, wenn du Paulus nachfolgen willst, du kannst niemals solchen Lügen zustimmen. Eine der größten religiösen Lügen in unserem Land, den Gläubige wie du und ich noch unterstützen, ist die Tauflüge: Dass man Kind Gottes wird durch die Wasserbesprenkelung.

Das ist nicht, was die Bibel sagt. Man wird Kind Gottes durch eine Geburt von oben. Und die Geburt von oben kommt nur für den, der Buße tut. Ohne Buße kein Glauben. Ohne Umkehr und sich unter die Herrschaft Christi stellen, gibt es keinen Glauben.

Und wo ist der Protest eurer Leiter, wenn sie in den ACK-Sitzungen („Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“) sind und sagen: Du, Priester, ich hab dich ja lieb als Mensch, aber was du da erzählst, ist eine Lüge und du verdummst die Lüge und du bist vor Gott verantwortlich. Wo sind die Leute, die „Hintern in der Hose“ haben, so etwas zu sagen?

Warum sich mit solchen Leuten treffen wenn man ihnen nicht die Wahrheit sagt? Um nett Kaffee zu trinken, Einheit zu feiern – für was? Der Kompromiss ist so tief drin und wenn ihr nicht aufwacht, werdet ihr in den Sog mit runtergezogen werden, das verspreche ich euch.

Wir sind verantwortlich – wenn wir schweigen bei religiösen Lügen über Jesus und über das Evangelium – wir sind verantwortlich.

Das Wort Gottes sagt: Wenn du deinen Bruder sündigen siehst, dann geh hin und bringe ihn zurecht im Geist der Sanftmut.

Mt 18,15
Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen.

Gal 6,1
Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht. Und dabei gib auf dich selbst acht, dass nicht auch du versucht wirst!

Das ist, was die Bibel sagt.

Warum passiert das nicht in der ACK? Weil wir möchten anerkannt werden, wir wollen nur nett sein, wir wollen nur eine gute Presse haben, wir wollen verhindern, dass wir verfolgt werden.

Weißt du, dass hinter den Kulissen die Pastoren genau gewusst haben, als sie die Entscheidung getroffen haben, in die ACK zu gehen – der wahre Grund ist nicht ein theologischer Grund. Der wahre Grund ist: Wir möchten verhindern, dass wir verfolgt werden und als Sekte angesehen werden.

Ein erbärmlicher Kompromiss!

Womit wir zeigen, wir vertrauen nicht Gott. Dass Gott die Gemeinde bewahren kann in allen Stürmen. Nein, wir müssen selber uns den Feinden anbiedern, um davon dann Schutz oder Hilfe oder Anerkennung zu bekommen. Das ist erbärmlich. Schau mal, was passiert mit Israel wenn sie bei Assur Hilfe gesucht haben statt sich auf Gott zu verlassen. Jedes Mal kam der Fluch.

Und wenn ihr nicht aufwacht und anfangt, das Wort Gottes ernst zu nehmen – ihr werdet es miterleben, wie – es hat schon begonnen – wie der Fluch über euren Verband kommt. Der Fluch Gottes kommt über euren Verband.

Ich weiß, das möchtet ihr nicht hören, ich möchtet etwas Auferbauendes, etwas Nettes, aber wenn man das ernst nimmt und glaubt, ist das sehr auferbauend. Weil mir nämlich dem Fluch entkommen und im Segen uns gründen.

Gott hat sich nicht geändert – wir ändern uns, aber für Gott ist Lüge nicht zu ertragen. Er ist der Gott der Wahrheit. Und Er will, dass wir wahr sind und dass wir die Wahrheit in Liebe SPRECHEN. Das ist ein Befehl.

Eph 4,15
Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.

Und nicht: Lass den reden, ich sehe das anders, aber ich werde mich nicht äußern, damit es hier keinen Stress gibt.

Erbärmliche Anpassung aus niederträchtigen selbstsüchtigen ekelhaften Motiven – und wir werden dafür zur Verantwortung gezogen werden – wir werden! Du wirst es sehen.

So, das alles steht nicht in meinem Konzept, aber das war auf dem Herzen Gottes.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (15:00 bis 20:00)

Und das hat Konsequenzen: Dann gibt es keinen Sex vor Ehe. Dann gibt es keine Drogen, dann gibt es keine Pornografie. Dann gibt es einen Haufen Dinge, die für viele Gläubige normal sind, nicht mehr.

Das hat Konsequenzen. Das ist nicht ein privater Glaube, der mit deinem Lebensstil und mit dem, was die anderen sagen in dein Leben hinein dann nichts zu tun hat – nein, dann auf einmal bist du im Licht. Und dann bist du bereit, Korrektur anzunehmen. Dann bist du bereit, mit den Heimlichkeiten aufzuhören und ans Licht zu kommen und dadurch frei zu werden.

Weil das Wort Gottes inspiriert ist von Gott selbst hat es Seine Natur. Deswegen ist es wahr.

Und deswegen ist es unveränderlich. Und deswegen ist es der gültige Maßstab heute.

Und dann hört man Christen sagen: „Ja, aber das ist ein altes Buch und wir haben heute eine andere Kultur und eine andere Zeit“. Sünde ist immer noch dasselbe Problem. Und Gottes Antwort auf Sünde ist immer noch die selbe: Und das ist das Blut Jesu und das ist Vergebung und das ist die Kraft des Heiligen Geistes, die uns befähigt zu überwinden und frei zu werden von der Sünde.

Hallelujah. Hallelujah.

Lasst uns zu Gal 1 gehen. Paulus war ein sehr extremer Mann und die Leute haben sich an ihm gestoßen. Und alle, die versuchen, ein bisschen ähnlich ihm zu werden, erleben dasselbe. Und sie polarisieren. Das ist, was Jesus getan hat. Und das haben die getan, die von ihm inspiriert waren.

Gal 1,11
Ich tue euch aber kund, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium […]

… überhaupt – was meint er mit „Evangelium“? Manche Leute sagen: Ja, Joh 3,16 – das ist das Evangelium.

Joh 3,16
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen11 Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Das Evangelium ist die Botschaft: Wer ist Jesus? Was hat er getan? Warum ist er gekommen? Was ist sein Werk der Erlösung? Was sind die Konsequenzen? Wie sollen wir darauf reagieren? Wie sieht jetzt unser Lebensstil nach dem Plan und nach dem Willen Gottes aus? All das gehört zum Evangelium. Nicht einfach nur: „Gott hat die Welt geliebt und fertig, aus.“

Das Evangelium ist der Plan, der Wille Gottes.

Gal 1
11 Ich tue euch aber kund, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von menschlicher Art ist.
12 Ich habe es nämlich weder von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.

So, und jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du glaubst ihm das, entweder du nimmst ihm das ab. Dann hat das weitreichende Konsequenzen für dein Glaubensleben. Oder du sagst: Was bildet der sich ein? Wie kommt der dazu zu sagen, ja, er hat das vom Herrn und er redet die Wahrheit? Wie kann er so etwas sagen?

Entweder Paulus ist größenwahnsinnig, entweder Paulus kann sich nicht einschätzen und er redet ein Zeug, was er selber nicht überblicken und verstehen kann – oder er redet die Wahrheit und du musst dich entscheiden.

Und wenn er die Wahrheit redet, dann hat das Konsequenzen für deine Fantasien, für deine Wünsche, für deine Lebensziele, für deinen Lebensstil, für deine Art wie du mit dem Internet umgehst, für deine Art wie du mit Filmen umgehst und mit Musik und mit allen möglichen anderen Dingen.

Wenn das wirklich wahr ist, hat das Konsequenzen.

Wir können nicht einfach nur zustimmen. Das ist nicht einfach irgendwie eine Idee und die nicken wir ab und sagen: Ja, die finde ich nett. Nein – das ist nicht Glaube.

Sondern Glaube ist Gehorchen – wie ich das versucht habe, die Tage hier aus der Bibel zu beschreiben. Glaube ist gehorchen. Der Wahrheit zu gehorchen, das ist Glaube.

Und er sagt, er hat bekommen vom Herrn. Das heißt, es ist 1:1 das, was Jesus gesagt haben wollte. Und deswegen, das ist die nachgeschobene Erklärung für etwas ganz, ganz Provokantes, was er am Anfang sagt dieses Briefes. Ich les einmal vor:

Gal 1
6 Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium,
7 wo es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus (das ist, was er verkündigt hat) umkehren.
8 Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!

Was sagt Paulus hier? Ich setze den Maßstab im Auftrag Gottes und ALLE Predigergenerationen aller kommenden Jahrhunderte werden alle an dem Maßstab, den ich gesetzt habe, gemessen werden. Das ist, was Paulus hier sagt. Das ist ganz schön scharf.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (0:00 bis 15:00)

Ich habe versucht, ein paar Highlights zu setzen die Tage – über die Gemeinde nach dem Plan Gottes. Und ich habe versucht, einige Dinge aufzuzeigen, wo wir mit aller Selbstverständlichkeit Dinge tun, die völlig neben und außerhalb oder gegen den Plan Gottes sind. Und dann war meine Betonung „Jüngerschaft“. Im Neuen Testament, eine Gemeinde ist eine Gemeinde, die Jünger macht. Die nicht irgendwie einfach Gläubige sammelt und irgendwie die betreut oder unterhält oder irgendwas, sondern es ist eine Gemeinde, die ein klares Ziel hat: Jesus will Jünger.

Jesus will nicht Christen, Jesus will nicht Gläubige, Jesus will Jünger haben. Das ist das einzige, was ihn interessiert. Und ein Jünger ist sehr, sehr anders als ein Christ. Sehr, sehr anders. Ein Jünger hat eine belehrbare Haltung. Er sagt: „Ich bin dafür da, für die Ehre Gottes zu leben, ich will den Willen Gottes tun und ich brauche Hilfe. Ich brauche Menschen, die weiter sind im Glauben, die mich anleiten“.

Er macht das nicht alles alleine, sondern er lässt sich etwas sagen. Er lässt sich korrigieren, er lässt in sein Leben hineinsprechen. Und er nimmt Ermutigung und Ermahnung an und ist nicht beleidigt und zieht gleich das erste Mal von dannen wenn ihm irgendwas gesagt wird, was nicht so angenehm ist.

Und nur Jüngerschaft garantiert, dass Menschen in den Plan Gottes hineinkommen. Nur Jüngerschaft ist der Weg wie Menschen frei werden. Und das ist Ziel von Jesus: Er ist gekommen, die Werke der Finsternis zu zerstören.

1 Joh 3,8b
Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.

Wie kann das sein, dass Gläubige jahrelang gläubig sind und sind immer noch gebunden – an Pornografie, an Rauchen, an Drogen, an Fresssucht, an sinnlos Geld ausgeben und ich weiß nicht, was es noch alles gibt. Das kann nicht sein, das macht Jesus keine Ehre.

Jesus bekommt Ehre wenn wir zeigen, wir sind ein Beispiel von dem, was er an Golgatha getan hat für uns. Wir verherrlichen ihn mit Freiheit, wir verherrlichen ihn mit Liebe, mit Wahrhaftigkeit, mit einem Lebensstil, der sehr, sehr anders ist als in dieser Welt.

Und ein solcher Lebensstil kommt nicht über Nacht, der kommt auch nicht mit Hände auflegen, sondern der kommt durch einen Prozess des Trainings. Und das nennt die Bibel „Jünger machen“. Jesus hat gesagt, wir sollen Jünger machen.

Mt 28,19a
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern

Und gestern war mein Schwerpunkt, die Einstellung und die Haltung des Jüngers zum Worte Gottes.

Und da will ich heute weitermachen, und ich spreche heute über den Glauben der Apostel.

Es gibt viele verschiedene Glaubensrichtungen. Baptistisch, pfingstlich, charismatisch, adventistisch, was weiß ich – lutherisch. Ja, was ist jetzt der richtige? Der richtige Glaube ist der Glaube, den die Apostel gelehrt haben. Denn sie haben ihn von Jesus bekommen aus erster Hand. Das ist der Glaube, der maßgeblich ist. Und jeder, der sich erlaubt, anders zu glauben, ist immer noch in Rebellion gegen Gott. Zwar auf fromme Art und Weise, aber er ist in Rebellion. Nicht agressiv, nicht aufbrausend, sondern einfach nur ganz ruhig: „Ne, das sehe ich nicht so, das mache ich anders, und das mache ich so, wie mir das gefällt“.

Wenn du Christ bist, dann tust du nicht mehr Dinge wie sie dir gefallen, dann tust du die Dinge wie sie Gott gefallen. Das ist ein Christ. Das ist jemand, der gesagt hat: Ich lebe für den Willen Gottes.

Und wie kannst du den Willen Gottes tun, wenn du dich überhaupt nicht damit beschäftigst? Also – es geht um das Wort.

Lasst uns Apg 24 aufschlagen, und da sehen wir ein wunderbares Bekenntnis von Paulus. Und er ist ja unser Vorbild. Er sagt: Seid meine Nachahmer.

1Kor 4,16
Ich bitte euch nun, seid meine Nachahmer!

1Kor 11,1
Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi Nachahmer bin!

Phil 3,17
Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt!

Das ist, was Paulus sagt. Er sagt einmal zu einer Gemeinde: Alles, was ihr an mir gesehen habt und was ihr von mir gehört habt – das tut, und Gott wird mit euch sein.

Phil 4,9
Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.

Was für eine Aussage! Entweder dieser Mann war größenwahnsinnig oder er war in der Wahrheit und Gott hat ein mächtiges Werk in ihm getan. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, auf so etwas zu reagieren.

Ich kann mich nicht hinstellen und sagen: „Alles, was ihr an mir seht, das müsst ihr tun, und Gott ist mit euch“. Das kann ich nicht. Und ich weiß nicht, ob es irgendjemanden hier gibt, der das könnte.

Aber Paulus sagt: Alles, was ihr an mir gesehen habt – und von mir gehört habt – das tut. Und Gott wird euch segnen, Gott wird mit euch sein.

Was für ein Mann, was für ein Werk hat Christus in ihm getan? Und hier ist ein Bekenntnis in Apg 24,14 – da steht er vor dem Felix.

Apg 24,14
Aber dies bekenne ich dir, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, so dem Gott meiner Väter diene, indem ich allem glaube, was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben steht,

Wie hat er Gott gedient? Indem er allem glaubt, was geschrieben steht.

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Und darum habe ich gesagt: Die Haltung des Jüngers zur Heiligen Schrift ist der Schlüssel. Und entweder die Haltung stimmt – dann wird sein Leben sich in die richtige Richtung entwickeln – oder seine Haltung stimmt nicht. Und je länger er Christ ist, um so religiöser wird er werden. Und wird den Plan Gottes verpassen und wird statt ein Teil von Gottes Antwort immer noch ein Teil bleiben von Gottes Problem.

Und das kann nicht sein, und das ist nicht der Wille Gottes. In der Gemeinde sollen alle danach streben, dass der Wille Gottes geschieht. Und dann werden wir ausgesandt und ausgestattet und bevollmächtigt, draußen Menschen zu dienen in der Kraft Gottes. Das ist unser Auftrag.

Ich glaube allem, was geschrieben steht.

Die heilige Schrift war für die Apostel die Grundlage ihres Glaubens. Das nennt man in der theologischen Fachsprache „sola scriptura“. Aber der Ausdruck ist unwichtig, aber wichtig ist, dass du verstehst, was das bedeutet: „Sola Scriptura“ bedeutet nicht, dass du dahergehst und sagst, also nur das, was in der Bibel ist. Also z.B. dann kommt jemand daher und sagt: Computer – du hast einen Computer? Das ist nicht biblisch – wo ist das in der Bibel?

„Sola scriptura“ bedeutet, das Wort Gottes setzt den Maßstab und regelt alle Fragen deines Glaubens – wer ist Jesus? Wie liebt man Jesus? Wie lebt man mit Jesus? Was ist Sünde? Was ist nicht Sünde? Wie ist Heiligung? All die Fragen des Glaubens werden durch die Schrift und nicht durch menschliche Weisheit und Philosophie bestimmt und beantwortet. Das ist „sola scriptura“.

Und das haben die Apostel gehabt, auch wenn du diesen Audruck nirgendwo in der Bibel findest. Und wo haben sie das her gehabt? Sie haben verstanden – 2 Tim 3 – ich muss ein bisschen schnell gehen heute, weil ich einige wichtige Dinge sagen will und die Zeit rennt. 2 Tim 3 – hier spricht Paulus zu seinem geistlichen Sohn.

2 Tim 3
14 Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du überzeugt bist7, da du weißt, von wem du gelernt hast,
15 und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung8 durch den Glauben, der in Christus Jesus ist9.

Das ist die Kraft der Heiligen Schrift. Die heilige Schrift, wenn du sie benutzt – zusammen in Freundschaft und Unterordnung unter den Heiligen Geist – dann ist das die Quelle deiner Kraft. Und da kommt alles her, was du brauchst in diesem Leben. Du brauchst nichts anderes als das.

2 Tim 3
16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben (ausgehaucht von Gott) und nützlich (und man könnte sagen: und DESHALB nützlich) zur Lehre

Christliche Lehre muss aus der Schrift kommen. Christliche Lehre, die nicht aus der Schrift kommt, ist ein dämonisches Imitat und wird dir Schaden bringen und denen Schaden bringen, denen du versuchst, das weiterzugeben.

Das ist so, so, so, so wichtig. Christus ist der Herr. Und er war das Vorbild für die Apostel und er glaubte an die Inspiration der heiligen Schrift. Er glaubt, dass die Schrift wahr ist, dass sie ewig ist, dass sie unveränderlich ist. Dass sie gültig ist, dass sie gegeben ist durch den Heiligen Geist. Und daher haben die Apostel das bekommen. Und die Apostel haben das an die anderen weitergegeben. Wie Paulus hier an seinen geistlichen Sohn.

In Vers 10 liest du …

2 Tim 3
10 Du aber bist meiner Lehre gefolgt, meinem Lebenswandel, meinem Vorsatz, meinem Glauben, meiner Langmut, meiner Liebe, meinem Ausharren,
11 meinen Verfolgungen, meinen Leiden

Was ist das erste in dieser Reihenfolge? Lehre. Du bist meiner Lehre gefolgt.

Und was meint er mit „seiner Lehre“? Damit meint er das Evangelium, das er von Christus bekommen hat. Das meint er damit. Aber er nennt es manchmal „seine Lehre“ oder „sein Evangelium“. Und sie haben verstanden, das Wort Gottes ist der Maßstab. Das Wort Gottes ist unsere verlässliche Quelle, aus der wir alle Informationen – aber nicht nur Informationen, auch Inspirationen, auch Überführung, auch Kraft, auch Motivation, Belebung, Erfrischung – alles kommt aus dem Wort Gottes.

Und wenn ein Jünger nicht diese – oder ein Christ nicht diese Haltung hat, das ist die einzige Quelle, aus der ich meinen Glauben schöpfe. Und wenn er nicht allen Ideologien und Philosophien und Prägungen seiner Zeit und seiner Kultur entsagt hat, dann wird er in Verwirrung bleiben. Und es wird keine Kraft in seinem Leben wirksam sein.

Woher weiß ich das? Weil Paulus das genau so gesagt hat.

1 Thess 2,13
13 Und darum danken auch wir Gott unablässig, dass, als ihr von uns das Wort der Kunde (was meint er? Das Evangelium! Das Wort Gottes!) von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt.

#00:10:24-0#

Warum wirkte das Wort Gottes in den Gläubigen von Thessaloniki und tat sein Werk? Weil sie es nicht genommen haben als „ach, da ist ja ein Prediger, der Paulus – na, hören wir mal, was der zu sagen hat? Ach, ja, ganz interessant, doch, nett, find ich gut, stimme ich zu“. Nein, sondern sie haben gesagt: Der Mann redet, aber was er redet, ist das Wort Gottes und es kommt von Gott und das hat er sich nicht selber ausgedacht.

Deswegen konnte das Wort Gottes in ihnen wirken, weil sie es als von Gott genommen haben.

Und so viele Gläubige erlauben sich die Haltung und sie hören nicht Gott in der Stimme des Predigers, sie hören nicht Gott wenn sie ihre Bibel lesen, sie hören nur einen Menschen und eine Menschenmeinung, und sie gehen dabei an dem Wichtigsten vorbei und empfangen nicht die Hilfe, die Gott ihnen geben will.

Alles, was wir brauchen, kommt durch das Wort. Der Heilige Geist benutzt das Wort. Es ist sein Instrument, es ist sein Schwert, das er benutzt an uns zu arbeiten. Und um dieses Werk zu tun, unsere Seele zu reinigen durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit – unsere Seele an den rechtmäßigen Platz zu bringen und diese notwendige Trennung von Seele und Geist zu bringen.

Wir haben so viel seelisches Imitat, so viele seelisches Christsein, und deswegen haben wir so viele seelische Beziehungen. Und seelische Beziehungen bedeutet nicht „besonders emotional“. Seelische Beziehungen bedeuten, da ist keine Wahrheit.

Da ist ein Ältester, der glaubt, dass Sex vor Ehe nicht in Ordnung ist, aber auf einmal betrifft es seine Tochter, und auf einmal sieht alles ganz anders aus. Das ist eine seelische Beziehung, eine Beziehung, wo nicht die Wahrheit regiert. Es gibt seelische Beziehungen in Ehen, in Freundschaften, in Leitungskreisen, in Hauskreisen, und seelischen Beziehungen sind ein Riesenproblem, weil sie ein Einfallstor sind für den religiösen Geist.

Und wenn wir keinen religiösen Geist in der Gemeinde haben wollen, dann müssen wir darauf achten, dass wir glauben wie die Schrift sagt.

Das ist der einzige Schutz, den wir haben. Glauben wie die Schrift sagt. Nicht wie du das denkst. Nicht wie der das denkt. Nicht wie Herr Bulkmann das denkt oder irgendwer anders. Sondern so wie es die Schrift sagt. So hat Jesus geglaubt, so hat Jesus den Aposteln das beigebracht. Und so haben die Apostel gesagt, müsst ihr auch glauben. Und das ist ein Jünger, der sagt: Die Schrift ist von Gott. Fertig. Punkt. Aus.

Und er ist sich dessen wohl bewusst, dass er damit schwimmt gegen den Strom, gegen den Zeitgeist, gegen die Kultur. Jesus glaubte an die Schöpfung. Wie kann es Christen geben, die an Evolution glauben? Wie kann das sein? Sie sind verwirrt. Sie haben nicht den Glauben der Apostel, sie haben einen menschen-gemachten Glauben, ein Imitat, wovor Paulus viele Male ernstlich gewarnt hat.

Jesus glaubte an die Ehe als eine von Gott geschaffene Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Wenn wir das glauben, werden wir in den nächsten Jahren – und wenn wir das verkündigen – wir werden heftigst Probleme bekommen. Und es ist hohe Zeit, dass wir Gott kennenlernen als unsere Quelle, als unseren Trost und dass wir von ihm gestärkt werden, damit wir ohne zu kneifen, ohne uns wegzuducken, ohne Kompromisse zu machen, aushalten können den Widerstand, den wir erleiden werden.

Ihr Lieben, Verfolgung ist um die Ecke. Es wird nicht mehr lange dauern und dann ist mit unserer schönen Freiheit für uns als Gläubige hier vorbei. Und wir werden Feinde der Demokratie sein. Wir werden Feinde der Einheit sein. Wir werden Feinde gegen Multikulti. Wir werden Feinde sein. Von allen Ecken werden wir angefeindet werden. Woher weiß ich das? Das ist, was die Bibel sagt: „Ihr werdet gehasst werden von allen Völkern“.

Mt 24,9
Dann werden sie euch in Bedrängnis überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen/Völkern gehasst werden um meines Namens willen.

Und wir sind nicht vorbereitet. Wir sind nicht frei von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit und wir sind wie ein Blatt im Wind und wir haben keinen Plan und keine Orientierung und wir werden hin und her geworfen, weil wir unmündige Kinder sind. Und jeder geistliche Betrag trifft uns und wir haben keinen Plan.

Das einzige, was uns hilft, ist, dass wir jetzt anfangen, unseren Glauben zu gründen in der heiligen Schrift und mit der Spielerei aufhören, mit der Harmlosigkeit aufhören, mit dem so-tun-als-ob aufhören und sagen: Nein, wir wollen diese Art von Glauben.

Das Wort Gottes kann nur wirken in mir und in dir unter einer Bedingung: Dass du es annimmst als Gottes Wort.