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Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (35:00 bis 40:00)

Das hängt damit zusammen, dass die Ideen und die Haltungen, die normal sind in der Welt auch in der Gemeinde regieren: „Wir wollen niemandem zu nahe treten, ist ja alles privat. Wir wollen ja nicht unsere Nase in persönliche Angelegenheiten hineinstecken“.

Aber genau das tut Jüngerschaft.

Da heißt es z.B.: In der neutestamentlichen Gemeinde, da lehren die Frauen, die älteren, reiferen Schwestern, lehren die jungen Frauen wie sie ihre Männer zu lieben haben. Das war Teil des Gemeindeprogramms.

Das holen sich die Frauen heute von „Brigitte“ und anderen Zeitschriften, die dieses ganze Gift der Unreinheit und der Emanzipation und all diese Dinge irgendwie verbreiten und Frauen aufhetzen.

Und die Gläubigen holen sich ihre Ratschläge für Familien- und Eheprobleme aus solchen Quellen. Und dann wundern wir uns, warum wir dann Teenager haben, die reihenweise während wir „die Stadt erreichen“ – reihenweise zur Hintertür rausgehen und sagen: Danke, mit dem möchte ich nichts mehr zu tun haben.

Warum ist das so? Warum interviewen wir nicht mal die weggelaufenen Teenager und sagen: Du, was hat dazu geführt, dass du der Gemeinde den Rücken gekehrt hast?

Da würden wir nämlich interessante Antworten bekommen: „Weißt du, mein Vater war Ältester, und ich konnte es nicht mehr ertragen – diese Diskrepanz, diese Heuchelei am Sonntagmorgen und dann zu Hause wie hergezogen wurde über die Leute in der Gemeinde – ich konnte das nicht mehr ertragen“.

Solche Antworten würden wir dann hören. Und meine Eltern spielen die heile Welt am Sonntagmorgen und zu Hause fetzen sie sich und schreien sich an.

Hallo?

Ich sage nicht, dass Rebellion gegen Eltern und gegen Gemeinde richtig ist. Ich rechtfertige nicht Rebellion. Aber ich sage, wo das herkommt.

Das Wort Gottes sagt: „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn“.

Eph 6,4
Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn!

Wo ist die Verantwortung? Bei den Kindern oder bei den Vätern? Bei den Vätern!

Ich kann das Richtige wollen und das Richtige sagen und anordnen bei meinem Sohn, aber in einer Haltung der Härte – ohne Liebe. Und alles, was ich sage und anordne, ist richtig, und ich erzeuge in ihm Rebellion. Wer ist verantwortlich? Rebellion ist Sünde – aber ich als Vater bin mehr veranwortlich.

Bevor ich jetzt detailliert diesen Prozess und die Lernziele und alles, was dazugehört, beschreibe, will ich noch einen Schritt zurückgehen und will kurz wiederholen oder in Erinnerung bringen, was denn die Voraussetzungen sind für Jüngerschaft. Man kann nicht einfach irgendjemanden einladen zu Jüngerschaft, sondern es gibt eine biblische Reihenfolge. Es gibt ein von Gott verordnetes Programm hinein in das Reich Gottes. Und wenn diese Schritte davor nicht gegangen sind oder meinetwegen nur ein Teil der Schritte, dann muss man zurückgehen und schauen, welche Schritte ausgelassen worden sind. Ein gutes Beispiel dafür ist Paulus – hatte ich gestern schon kurz erwähnt im Zusammenhang mit Heiligem Geist und Sprachengebet: Er kommt dort hin und findet dort eine Gruppe von 12 Männern, die sind gläubig, aber Paulus merkt sofort, irgendwas klemmt hier. Irgendwas ist hier nicht so, wie es sein sollte. Und er stellt Fragen.

Wenn wir später über Jüngerschaft reden, dann werden wir sehen: Die Kunst Fragen zu stellen, ist absolut wichtig. Der Gott, dem wir dienen, stellt Fragen. Und wir lernen von Ihm Fragen zu stellen. Warum stellt überhaupt Gott Fragen? Weil er ein Informationbedarf hat? Weil irgendwelche Dinge ihm nicht klar sind und Er muss jetzt Antworten haben von uns?

Gott stellt Fragen, um unser Herz zu offenbaren.

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