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Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (85:00 bis Ende)

Und wie man das so sagt in der Welt: In dem Restaurant, wo man isst, bezahlt man auch. So wirst du auch deine finanzielle Verpflichtung in der Gemeinde übernehmen und du wirst das nicht als eine Zumutung empfinden: „Was? Jetzt bin ich schon so nett und werde hier Gemeindemitglied und jetzt soll ich auch noch den Zehnten abdrücken?! Na, wo kommen wir denn da hin?! Na, ich glaube, ich werde doch mal den Herrn Sektenpfarrer benachrichtigen, was hier abgeht!“

Ja, solche Leute gibt es!

Kein Verständnis von was das Wort sagt. Keine Reinheit des Herzens, keine Hingabe an Wahrheit, machen, was sie wollen, kaum kommt irgendetwas, was ihnen nicht in den Kram passt, dann gehen sie irgendwo an die Zeitung oder irgendwo hin und beschweren sich da. Und denken, sie tun Gott noch einen Gefallen damit. Das gibt es wirklich.

Die Bibel sagt davon, dass der Zehnte unseres Ertrages in das Haus des Herrn gehört. Und sag nicht, das ist alttestamentlich, das kannst du mitten im Neuen Testament wiederfinden und das ist göttlich und das ist ein Ausdruck meiner Liebe, meiner Hingabe und meiner Ernsthaftigkeit in meiner Beziehung zum Herrn und zur Gemeinde. Du kannst nicht den Herrn mehr lieben als du deine Gemeinde liebst.

Jak 5,14a sagt:
Ist jemand krank unter euch? Er rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich.

So viele Christen können das nicht tun.

Warum nicht? Weil sie gar keine Ältesten haben. Warum haben sie keine Ältesten? Weil sie nicht tun, was das Wort sagt.

Das Wort sagt: Sie wurden hinzugetan als lebendige Steine.

Apg 2,41
Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Seelen hinzugetan.

1Petr 2,5
so lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

„Lasst euch einbauen zum heiligen Tempel“. Du hast dich nie einbauen lassen! Du wolltest immer ein unabhängiger Stein sein, hier mal ein bisschen, da mal n bisschen, da mal n bisschen.

Und Gott sagt: Finde deine Gemeinde. Finde heraus, besuche alle Gemeinden dieser Stadt und dann verschaff dir einen Überblick, wie viele es gibt und dann sag: Gott, jetzt rede zu mir, wo ist meine Gemeinde? Und wenn Gott sagt, das ist deine Gemeinde, dann sei dort treu, diene dem Pastor, diene den Ältesten, gib dein Geld da hinein, gib deine Kraft hinein und du wirst sehen, du wirst heile werden, du wirst gesund werden. Du wirst ein Mensch werden, der belastbar wird, der arbeitsfähig ist, der liebesfähig wird, der einfach etwas tun kann für Gott und den Gott segnen kann.

So viele Leute wollen auf ihre Art und Weise den Segen haben, wollen Heilung haben, aber nicht auf die ganz simple Art und Weise wie es die Bibel sagt – mit Demut und mit Sanftmut.

Und ihr seid klüger als das, ihr werdet welche werden, die sagen: Ich will den ganzen Segen, und das heißt, ich werde ein verbindlicher, treuer, hingegebener Christ, auf den man zählen kann, auf den Gott zählen kann, auf den die Geschwister zählen können, auf den die Gemeinde zählen kann.

Alles andere ist frommer Selbstbetrug und wird niemals zu echten Durchbrüchen in Familie, in Arbeit oder geistlichem Dienst führen. Niemals und nirgendwo. Okay, das ist der Weg: Verbindliches Leben in der Gemeinde. Hallelujah. Amen.

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Also ganz zum Schluss von unserem Seminar, was hoffentlich Hilfe gebracht hat und Antworten gegeben hat, Grundlagen des biblischen Lebensstils, will ich also noch einige Dinge sagen für unsere lieben Hörer und auch für euch hier – und zwar:

Es gibt zwei Themen, die in der alten Serie des Grundlagenseminars enthalten sind, die in der neuen nicht mehr drin sind – einfach aus Platzgründen, weil das alles immer mehr expandiert ist, haben wir das nicht mehr reingekriegt. Aber diese beiden Teile „Heilung gehört uns“, was eine kurze knappe Übersicht über körperliche Heilung ist, und auch „Evangelisation im Alltag“, also der missionarische Lebensstil sind jetzt als Einzelkassetten erhältlich und zwar „Heilung gehört uns“ als Nummer H111 und „Evangelisation im Alltag“ als H112.

Und außerdem gibt es ab November/Dezember ’95 ein neues, völlig neues, viel besseres, noch schöneres Grundlagenstudienheft eben zu dieser neuen Kassettenserie „Grundlagen des biblischen Lebensstils“. Also damit dann Gottes Segen und Tschüss, bis wir uns irgendwann mal sehen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (80:00 bis 85:00)

Und du gehst hin und sagst: Weißt du, ich will dir mal ganz ehrlich sagen, ich bin dir nicht böse und ich hab nichts gegen dich, aber das, was du da getan hast, hat mich tief verletzt.

Das ist Demut. Das ist Leben im Licht, Leben in Offenheit.

Und das kann sich nur erlauben, wer geschützt ist von Gott.

Du sagst: Meine Güte, ich werde doch nicht Schwester Friederike so etwas Intimes erzählen! Die nimmt das und die druckt das im Gemeindeblatt ab! Und wie stehe ich denn da vor der Gemeinde?

Wir haben Angst! Wir bauen Mauern auf! Wir machen religiöse Fassaden.

Warum hat man das erfunden – die Stuhlreihen hintereinander? Weil das viel sicherer ist, den Hinterkopf zu betrachten als den Vorderkopf.

Gemeinschaft – dazu müssen wir uns anschauen. Natürlich, wenn wir eine Riesenversammlung sind und wir haben jetzt „Wort-Gottesdienst“ – logisch! Ist klar, irgendwie vorne ist die Folie und wir gucken alle in eine Richtung. Vorne ist die Kanzel und da wird das Wort verkündigt, wir gucken in eine Richtung – kein Problem. Aber wenn unser ganzes Kirchenchristsein darin besteht, dass wir nur immer sonntags den Hinterkopf des Vordermanns anschauen – wie sollen wir da Gemeinschaft haben? Wie sollen wir da lernen, einander zu lieben, einander zu dienen? Wie können wir da ehrlich sein? Du siehst ihn ja nichtmal. Du sagst ihm nicht mal Guten Tag.

Also da sehen wir einfach, Leben in der Gemeinschaft – das braucht etwas. Dazu brauchen wir eine Hingabe an einander. Und wenn ich verstanden habe, im Hauskreis, das sind meine Brüder und Schwestern und da hat Gott mich hingestellt, in diesen Hauskreis, und ich habe Verantwortung, dann bin ich auch an dem Samstag, wo der Putzeinsatz ist, mit Freuden da und lass mir nicht irgendwas einfallen, warum ich da gerade an diesem Tag irgendwie meine Oma besuchen muss oder irgend so etwas.

Und dann weiß ich, sie brauchen mich. Und ich gehe hin. Ich gehe hin einfach, weil ich Teil der Gemeinschaft bin und Gott wird irgendetwas durch mich geben. Und sei es nur ein erlöstes Lächeln und das wird die Stimmung deutlich heben – Gott will etwas geben durch mich für die anderen. Und deswegen gehe ich hin.

Und nicht: Ach, ich habe heute mal keine Lust.

Und man geht mal und mal wieder nicht.

Wenn wir verstanden haben was Beziehungen in Verbindlichkeit sind, dann haben wir ein für allemal entschlossen: Ich gehe zum Hauskreis solange ich Krabbeln kann oder mich auf allen Vieren fortbewegen kann, bin ich im Hauskreis. Und es gibt Leute, die sagen: Naja, wir wollen mal nach der Arbeit sehen, wie fit ich noch bin, ob ich es noch schaffe zum Hauskreis.

Das hört sich irgendwie sehr verständlich an, aber ich sage dir eines: Es ist nichts anderes als Unabhängigkeit, nichts anderes als Unabhängigkeit! Das ist der alte Stil – nur in frommer Weise: Ich mache, was ich will.

Man könnte es nämlich ganz anders machen. Du sagst: Ja, willst du etwa erwarten, dass ich mich den Abend da rumquäle und bin total müde, mir fallen die Augen zu?

Nein! Wenn du sagst, ich liebe meine Geschwister, ich hab ein für alle mal entschlossen, auf mich werden sie nicht verzichten, ich bin viel zu wichtig für sie, ich gehe hin und ich bin ein Segen für sie – und du wirst sehen, du kommst da hin und vielleicht beim ersten Lied oder wenn du deinen Fuß über die Schwelle setzt, die Kraft Gottes kommt auf dich und du bist total fit!

Okay, verbindliche Gemeinschaft, ihr Lieben, heißt, ich erkläre mich.

Es gibt so viele, die schleichen rein in die Gemeinde und dann schleichen sie sich wieder raus.

Warum schleichen sie rein? Damit nachher das Rausschleichen nicht auffällt.

Ja, das ist der Grund.

Aber in einer Ehe schleichst du dich auch nicht hinein. Wie gehst du da hinein? Vor Zeugen!

In Gegenwart eines Staatsvertreters – und wenn du es richtig machst, auch noch in Gegenwart eines Pastors in der Gemeinde – erklärst du vor hunderten von Menschen: Das ist mein von Gott mir zugedachter Ehepartner, bei dem bleibe ich so lange bis der Tod mich scheidet.

Das ist nicht eine fromme Formel und wir haben noch einen Pastor dazugeholt, damit es recht nett ist fürs Familienalbum, sondern das ist ein heiliges Wort vor Gott.

Und ich habe manches Mal gesagt: Bist du dir im klaren – wenn du mich holst als Pastor, ich nehme dir das ab. Wenn du sagst „bis der Tod mich scheidet“ – ich sage dir, wenn ich eines Tage sehe, dass du das nicht mehr ernst meinst, ich komme hinter dir her! Und ich werde dir helfen, das Wort zu erfüllen. Weil ich nicht eine Staffage bin, nur um das irgendwie noch religiös abzurunden, sondern ich glaube, dass die Eheschließung eine heilige Angelegenheit ist.

Und seltsamerweise, unser Staat sagt: Hier ist ein Papier, unterschreibe das.

Und die Leute sagen: Na, die Ehe besteht ja nicht in dem Papier!

Ganz sicherlich nicht! Aber doch ist das Papier ein Dokument! Und ich verpflichte mich, es ist ein Vertrag, ich erkläre etwas. Und aus genau denselben Gründen haben wir eine Gemeindemitgliedschaft. Und wenn du wirklich klar im Kopf bist und wenn du verstanden hast, was du brauchst, dass du geistlichen Schutz brauchst, dass du Geschwister brauchst, die dir helfen, dass du verbindliche Gemeinde brauchst – dann sagst du nicht: Na, heute gehe ich mal in die „Gemeinde auf dem Weg“ und morgen bin ich wieder in dieser Gemeinde und nächsten Sonntag bin ich in der.

Sondern du sagst: Gott, wo ist meine Gemeinde? Und du gehst in diese Gemeinde, und dann sagst du: Pastor, hier bin ich, Gott hat mir gesagt, dies ist meine Gemeinde, ich bin nicht deswegen hier, weil hier der schärfste Lobpreis ist in der ganzen Stadt, sondern ich bin hier, weil Gott mir gesagt hat, das ist meine Gemeinde. Und hier bleibe ich. Hier ist mein Zuhause.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (75:00 bis 80:00)

Das ist ganz schön schockierend, nicht wahr?

Aber bitte keine Verdammnis! Wir können ja alle besser werden. Und wir können alle zulegen und wachsen – Gott hat Gemeinde gegeben und wenn wir Christen sind, dann will Er, dass wir hineinkommen in die Gemeinde.

Und zwar auf eine verbindliche Art und Weise, wo ich meinen Platz unter der Leitung Gottes finde, wo ich beginne, Verantwortung zu übernehmen, wo ich beginne, transparent zu sein – nicht im Sinne von „das gläserne Sektenmitglied“ oder so, was total durchleuchtet wird und elektronisch erfasst ist. Sondern wo ich ehrlich bin, wo ich offen bin, wo ich aufhöre, Spielchen zu spielen. Und wo ich sage: Ihr lieben Brüder, das sind meine Nöte, betet für mich.

Und wo wir wirklich lernen zu geben und zu nehmen. Und wo wir zusammen gehören.

Und wo wir eines kapieren, was irgendwie unsere ganze Haltung total verändern wird: Wenn wir Christ geworden sind, wir gehören als Kinder Gottes in eine Familie und in dieser Familie gehören wir einander!

Und wenn jemand mir so etwas erzählt: Ich brauche nicht mehr in den Hauskreis zu kommen, ich habe noch so viel zu tun mit der Predigt vom Sonntag und ich kann nicht am Mittwoch schon wieder was neues aufnehmen und immer mehr lernen und deswegen kann ich jetzt erstmal nicht in den Hauskreis kommen – ich weiß eines: Der hat überhaupt noch nicht verstanden, was „Leben in der Gemeinde“ bedeutet.

Ich sage: Wie wärs wenn du in den Hauskreis nicht kommst, um zu nehmen – sondern um zu geben?

Meinetwegen du kannst im Moment nichts nehmen, macht ja nichts, aber komm in den Hauskreis um zu geben!

Und ich habe das immer versucht und wir haben Bombenstimmung im Hauskreis gehabt, wir haben das eintrainiert: Wir gehören einander.

Da fängst du aber an deine Brüder und Schwestern anders zu behandeln wenn du kapierst, du gehörst ihnen, und sie gehören dir.

Und – oh Schreck – jetzt kommt’s noch dicker: Sie haben ein Recht darauf, am Mittwoch – und nicht nur am Mittwoch, auch am Sonntag und wann immer sonst sie dich so treffen würden, sie haben ein Recht darauf, dich fröhlich, freundlich und liebevoll zu erleben.

Bäm!

Das ist der Hammer!

Was? Soll das etwa behaupten, dass ich für die immer nur ein Lächeln auf den Lippen haben muss?!? Und nie mal meinen Zorn rauslassen kann?!

Dein Zorn kannst du dem Herrn übergeben. Und nicht deinen Geschwistern.

Und der Herr redet nicht von einem aufgetünchten charismatischen Lächeln und darunter brodelt der Vulkan. Sondern dass du deine Wut, deinen Zorn und dein ungerecht behandelt sein und all das dem Herrn übergibst und sagst: Gott, nimm das aus mir heraus, das ist ja furchtbar! Wenn du das nicht von mir nimmst, ich laufe Gefahr, dass das nächste Gemeindemitglied das abkriegt wenn es mit mir irgendwie zusammentrifft. Befrei mich von diesen negativen Dingen, die da in mir so brodeln und kochen und so sind.

Wir gehören einander! Und es ist nicht meine Privatsache, in welcher Stimmung ich am Mittwoch in den Hauskreis komme.

Denkt mal über sowas nach.

Das hat aber Konsequenzen, wenn man das wirklich übernimmt. Wir sollen einander zur gegenseitigen Auferbauung dienen. Und dein Bruder wird nicht davon aufgebaut, indem du ihm alles erzählst, was schreckliches Schwester Friederike alles dir negatives angetan hat und wie sie dich verletzt hat und beleidigt hat – davon wird er nicht aufgebaut.

Und wir sagen dann schnell: Ja, aber ist doch wahr!

Und die Schrift sagt: Du, dass etwas wahr ist, ist noch lange keine Berechtigung, dass du es weiter erzählst.

Alles, was wahr ist – und was aufbaut.

Phil 4,8
Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, das erwägt!

Das sollen wir reden.

Und indem du brühwarm weitererzählst, was Schwester Friederike an dir getan hat, beweist nur, dass du ihr noch gar nicht vergeben hast. Und da ist der Punkt: Die Liebe deckt zu.

1Petr 4,8
Vor allen Dingen habt untereinander beharrliche Liebe; denn »Liebe deckt der Sünden Menge zu« (Sprüche 10,12).

Du sagst: Ja, aber die Schwester muss doch auch mal merken, dass das so nicht geht.

Ja, bete doch für sie und segne sie. Und wenn du frei bist von deinem Groll, dann kannst du auch hingehen und kannst sagen: Weißt du, ist dir das eigentlich bewusst – die Art und Weise wie du mich behandelt hast, hat mich sehr verletzt?

Und das kannst du tun. Und viele Male wird Gott sagen: Mach das, geh hin und öffne dein Herz und zeige, was das wirklich in dir bewirkt hat. Aber dann auf einmal sind wir wieder superfromm: „Nein, das hat ja überhaupt nichts in mir bewirkt, ich hab ihr vergeben“.

Ja, nix hast du. Du hast nur irgendwie ein Pflästerchen drüber geklebt und bei der nächsten Gelegenheit geht das Ding wie eine Bombe hoch. Der Zeitzünder tickt schon.

Wenn du ohne Groll bist, dann kannst du hingehen zu jemandem und Gott will viele Male, dass wir das tun. Und viele sind solche Einzelkämpfer und sagen: Ach, das mach ich irgendwie mit Gott ab.

Nein, Gott will deine Ehrlichkeit benutzen, den Bruder, die Schwester zu lehren.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (70:00 bis 75:00)

Es gibt eine andere Formulierung, die auch im Neuen Testament vorkommt, wo unsere Aufgabe beschrieben wird. Aber es ist inhaltlich genau dasselbe. Es wird dort an mehreren Stellen gesagt, wir sollen „unsere Seele erretten“.

1 Petr 1,9
wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!

Wir sollen die Seele erretten. Und das ist eindeutig unsere Aufgabe: Die Rettung unserer Seele. Das ist, was wir tun sollen.

Und das bedeutet, wir sollen die Seele hineinführen in all das, was der Herr für uns hat. Und das ist zu allererst: Liebe.

Und Liebe geht immer zusammen mit Wahrheit. Wir können nicht Liebe erleben wenn wir uns in der Lüge bewegen. Wir können nicht sagen: Oh, ich bin so furchtbar, ich bin so schrecklich, ich bin unwürdig – und Liebe erleben. Das ist unmöglich. Und Gott will, dass wir unsere Gedanken ändern, dass wir eine neue Haltung einfach einnehmen.

Und eins ist mir wichtig: Dieser Prozess der Heiligung und der Änderung unseres Charakters, dieses Leben in der Wahrheit findet statt in einem Rahmen, den Gott verordnet hat und entweder wir erkennen das an oder wir werden es niemals erleben. Das ist total wichtig, dass wir das verstehen. Diese Segnungen, die ich jetzt so beschreibe, passieren nur in einem Leben in einer Gemeinde.

Nur! Nirgendwo sonst!

Wenn jemand aus Glaubensgründen für 20 Jahre im Gefängnis in Einzelhaft sitzt, das ist ein Fall für sich, dann gibt es spezielle Gnade.

Aber es ist das absolut normale und absolut notwendig, dass wir als Christen auf eine ganz bestimmte Art und Weise, die ich jetzt beschreiben will – deswegen heißt es auch hier „Verbindliches Leben in der Gemeinde – Gottes Weg zur Freiheit“. Über diesen Titel bin ich immer noch so begeistert, obwohl des schon sehr, sehr alt ist.

Dieses Leben in der Gemeinde ist ein Leben in der Verbindlichkeit. Du kannst es sehen: Am Anfang, als die Gemeinde geboren wurde zu Pfingsten, der Heilige Geist kam, 3000 Menschen haben den Herrn angenommen durch dieses Zeichen, durch das sie erschüttert wurden, dann die Verkündigung des Petrus. Und es ging ihnen durchs Herz.

Und dann heißt es: Sie wurden – nämlich diese 3000 – der Gemeinde hinzugetan.

Apg 2,41
Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Seelen hinzugetan.

Christsein ist das Ende der Unabhängigkeit, auch auf der menschlichen Ebene. Und das heißt nicht, sie fingen an, sonntags in die Gemeinde zu gehen und ihr Gesicht dem Herrn Pfarrer zu zeigen.

Sondern die Gemeinde ist ein Organismus, eine Beziehung von Menschen, in die wir hineinkommen, und in dem wir dann drin sind. Ob wir auf der Arbeit sind morgen – wir sind immer noch in der Gemeinde, wenn wir wirklich in der Gemeinde sind.

Und wenn wir nicht morgen alleine am Arbeitsplatz in der Gemeinde sind, dann sind wir auch nicht am Sonntagmorgen in der Gemeinde.

Wir sind körperlich in einem Gemeindehaus anwesend, aber ich rede nicht von „Haus“. Ich rede von der Gemeinde, und die Gemeinde ist unsichtbar und besteht aus einem Geflecht von Beziehungen, in das Gott uns – wollen wir oder nicht – hineinpflanzt.

Wir sind alle zu einem Leibe getauft, sagt das Wort Gottes.

Wir werden in den Leib Christi hineingetauft.

1Kor 12,13
Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist.

Und hier ist der entscheidende Punkt, auf den es mir ankommt: Die Qualität unserer Beziehung zum Herrn ist erkennbar an der Qualität unserer Beziehungen untereinander. Das ist immer in derselben Dimension.

Die Bibel sagt: Wie kann einer sagen, er liebt Gott, und er hasst den Bruder?!

1Joh 4,20
Wenn jemand sagt: »Ich liebe Gott«, und hasst doch seinen Bruder, so ist er ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht?

Er hat einen Fantasie-Jesus! Und es gibt sehr viele, die sind sehr begeisert, aber dann, wenn der Pastor sagt: Ich brauche Hilfe, wer kann kommen und kann hier Schwester Berta beim Gardine aufhängen helfen oder so? Fehlanzeige! Keiner meldet sich. Alle sind nur begeistert.

Ich sage dir: Es ist eine selbstgemachte religiöse eingebildete Begeisterung, die nichts mit wirklichem Leben im Geist zu tun hat. Nicht, dass dann natürlich alle 500 Leute kommen, um Schwester Berta zu helfen. Das könnte sie ja gar nicht – so viel Kuchen backen oder so. Aber – wenn da ein solches Anliegen ist und wir nicht bereit sind, etwas zu geben von unserer Zeit, von unserer Kraft, dann sind wir in einer dicken Täuschung.

Die Qualität meiner Hingabe zu Jesus wird sichtbar an der Qualität meiner Hingabe zu Menschen.

So, wenn wir wissen wollen, wie sehr lieben wir den Herrn wirklich? Dann lasst uns nicht nur auf die Lieder hören, die wir singen. Lasst uns schauen auf das, was wir tun. Dann wissen ganz genau, wo wir stehen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (85:00 bis Ende)

„Durchs Feuer gehen“, sagt die Bibel.

Da kannst du heutzutage Kurse zu an Wochenenden machen an der Uni. In zwei Tagen kannst du lernen wie du durchs Feuer gehst.

„Tote befragen“. Sagte ich schon.

Meditation, Mantras. Irgendwelche kosmischen Kräfte anrufen. Eurythmie aus der Anthroposophie. Du denkst: Ja, wieso? Was ist denn gegen Musik und Gymnastik einzuwenden?

Du, wenn du die Weltanschauung anschaust, die dahinter steht – und ich kenne jemanden, der das jahrelang gemacht hat aus bestimmten therapeutischen Gründen. Und erst in höheren Sphären dann dieser Praxis wurde ihm erklärt, was er da eigentlich tut und welche Kräfte er da einlädt. Heilende, kosmische Kräfte werden dann da angerufen, bestimmten Bewegungen und Worten usw. Das ist eine Grenzüberschreitung. Die einzige heilende Kraft, die es gibt im ganzen Universum, die wir anrufen dürfen, ist der Name Jesu.

Ich sage es noch einmal: Die einzige heilende Kraft, keine Geister, Gurus, Götter, Verstorbene, Lebende oder Halbtote oder Verweste oder irgendetwas.

Jetzt hatte ich zu tun mit Afrika. Die haben die Knochen der Ahnen. Sie buddeln die Knochen aus und stellen sie dann in ihr Wohnzimmer. Sie nehmen die Knochen mit als Schutz gegen die Angriffe von bösen Geistern.

So ist der Teufel: Er sagt: Hier, nehmt meine Mittelchen um euch zu schützen. Und was passiert? Die Leute werden noch kaputter und noch kränker.

Und dann wundern sie sich, warum so viel Selbstmord ist, so viel Drogen, so viel kaputte Ehen und soviel Depressionen und Finsternis, Umnachtung, Wahnsinn und was alles für Dinge sich einstellen!

Die einzige heilsame Kraft, die wir anrufen sollen – und die reicht auch aus! Du sagst: Warum nur die eine?

Weil die ausreicht!

… ist der Name Jesu!

Und wir können uns Schriftstellen anschauen, ich habe es jetzt leider aus Zeitgründen nicht mehr geschafft:

5 Mose 18,10-14 – da wird es beschrieben.
10 Es soll unter dir niemand gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, keiner, der Wahrsagerei treibt, kein Zauberer oder Beschwörer oder Magier 11 oder Bannsprecher oder Totenbeschwörer oder Wahrsager oder der die Toten befragt. 12 Denn ein Gräuel für den HERRN ist jeder, der diese Dinge tut. Und um dieser Gräuel willen treibt der HERR, dein Gott, sie vor dir aus. 13 Du sollst dich ungeteilt an den HERRN, deinen Gott, halten.14 Denn diese Nationen, die du austreiben wirst, hören auf Zauberer und auf Wahrsager. Du aber – so etwas hat der HERR, dein Gott, dir nicht gestattet!

Besprechen, pendeln, Hypnose, Akupunktur, Homöopathie, Drogen, Yoga, Meditation, Eurythmie, östliche Religionen, christliche Sekten, Kontakt mit dem Teufel, mit Geistern, Spiritismus, Totenbefragung usw.

Da haben wir eine ganze Liste von Dingen.

Okay, die sind teilweise modern und die stehen nicht so in diesem Sinne da beschrieben in der Bibel, aber doch haben wir ein Grundverständnis von dem ganzen.

Es gibt noch andere Bereiche, die in ähnlicher Weise – diese werden „Gräuelsünden“ genannt in der Bibel. Und Gräuelsünden sind Sünden, die uns in Kontakt mit dem Dämonischen bringen. Durch die Gräuelsünden begehen wir eine Grenzüberschreitung. Wir kommen in den übernatürlichen Bereich Satans hinein und diese Kräfte kriegen Raum in unserem Leben. Gräuelsünden.

Und es gibt andere Gräuelsünden ebenfalls, die uns in solcher Weise verbinden mit der Finsternis.

Und leider geht die Zeit aus, aber ich weiß einen guten Ausweg. Wir tun das in den nächsten Vortrag mit hinein, weil ich möchte, dass ihr unbedingt – wenn auch nicht vollständig, aber doch so von den Grundzügen versteht: Was hat sexuelle Perversion mit Dämonen zu tun? Was hat Kriminalität mit Dämonen zu tun?

Nun, aus dem Worte Gottes eine ganze Menge! Eine ganze Menge!

Aber ich will nur eines betonen: Wenn wir, egal, was wir getan haben, unsere Sünde bekennen, wird dieser Vertrag, den wir eingegangen sind mit der Finsternis, gebrochen. Was immer wir gemacht haben. Und ich habe Gurus gehabt und habe stundenlang wie ein Wahnsinniger nach Mantra meditiert und habe die dollsten Erleuchtungen gehabt und alles mögliche ist in meinem Leben passiert. Wenn wir bekennen, was wir getan haben und rückwirkend Verantwortung übernehmen, und das ist entscheidend: „Sünde bekennen“ heißt nicht nur „Sünde nennen“, sondern zu sagen: Das und das habe ich gemacht, und es war nicht richtig! Es war Hilfe suchen beim Feind, beim Teufel, Gott, vergib mir, ich wende mich davon ab, ich mache Schluss damit!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (80:00 bis 85:00)

Du kannst nur eins, und zwar sagen: Gut, wenn es so ist – dann will ich, dass dieses Gesetz für mich arbeitet, nicht gegen mich.

Wie kann ich meine Eltern ehren? Wie kann ich eine neue Einstellung gewinnen?

Und bei einigen kocht es jetzt schon.

„Bei dem, was mein Alter mir angetan hat, sagst du mir noch, ich soll ihn ehren?!“

Halt die Luft an. Das Wort Gottes sagt es so, und am übernächsten Donnerstag, wenn wir wieder zusammenkommen, erkläre ich, wie wir diese Wut, diesen Hass, diese Dinge, die wir da haben gegen Menschen, die uns verletzt haben, wie wir das loswerden können.

Aber bitte notiere dir schon jetzt das eine: Egal, was dir angetan wurde, du bist immer noch verpflichtet zu lieben und zu vergeben. Egal, wer dir irgendwas angetan hat.

Du sagst: Du weißt nicht, was mit mir passiert ist!?

Nein, weiß ich nicht. Aber ich weiß, was das Wort Gottes sagt.

Und wir sollen auch denen, die gegenüber uns gnadenlos waren, wir sollen Gnade geben.

Okay, ganz schnell will ich noch einige andere Dinge nennen hier, die wichtig sind zu beachten.

Wir werden also heute und dann beim nächsten Mal und wahrscheinlich auch noch ein bisschen das übernächste Mal darüber reden, was das bedeutet: Dem Teufel keinen Raum zu geben.

Und wir werden uns dann anschauen, heute noch ein bisschen, und dann weiter, wie man die Türen zu macht. Die Bibel redet davon, dass Sünden einfach uns in eine Beziehung setzen mit der Finsternis.

Z.B. vorhin hatte ich das mit der Faulheit angesprochen. Es gibt ein Wort, da heißt es: Der Faule ist ein Bruder des Verderbers.

Spr 18,9
Wer sich auch nur lässig zeigt bei seiner Arbeit, der ist ein Bruder des Verderbers.

Der Faule begibt sich in eine Haltung, die eben auch der Teufel hat. Und dadurch kommt eine Nähe, sogar eine Verwandtschaft zustande. Und wenn der Teufel in unser Leben hineinkommt, dann bringt er eben all das Schreckliche mit, was eben er bringt.

Die Bibel redet davon, dass bestimmte Verhaltensweisen, bestimmte Sünden, bestimmte Grenzüberschreitungen, eine Tür auftun, und der Teufel Macht gewinnt, Zerstörung und Fluch und Finsternis zu bringen.

Und einer dieser Bereiche, ich hatte es vorhin schon kurz erwähnt, ist das Okkulte, das Übernatürliche.

Und du fragst: Ja, was meinst du damit? Nun, ganz einfach: Alles Übernatürliche ohne Jesus, ohne den Heiligen Geist, und außerhalb der sehr deutlich markierten Grenzen im Worte Gottes – alles das ist für uns nicht erlaubt.

Da hinein fällt der ganze esoterische Bereich. Alles arbeiten – heute versucht man das irgendwie dann im New Age irgendwie auf ein natürliches Niveau zu bringen und zu sagen: „Nein, das sind nicht übernatürliche Kräfte, weißt du, die Edelsteine … da ist tatsächlich etwas in den Edelsteinen, was dann heilt. Und deswegen dieses Heilen mit Edelsteinen – das ist doch keineswegs okkult, das hat mit dem Teufel gar nichts zu tun“.

Der Teufel ist sehr clever und er kann sich sehr modern gestalten und das New Age Gewand hat er sich sehr interessant geschneidert.

Steine, auch irgendwelche Mineralien haben keine heilsamen Kräfte in sich gespeichert, die Menschen heilen können. Das ist der größte Blödsinn aller Zeiten.

Und ich werde noch ein paar Dinge aufzählen und die Liste wird sicherlich nicht vollständig sein und ich hoffe, dass wir alle noch ruhig behalten können – dass es keine Aufschreie des Protestes gibt und keine Tomaten von hinten irgendwie fliegen – sonst krieche ich hinter diese Kanzel da. Weil man kann über vieles predigen, aber wenn du sagst, was vom Teufel ist, dann geht die Stimmung hoch, dann gibt es interessante Reaktionen.

Jede übernatürliche Erfahrung, die Menschen suchen außerhalb von Gott ohne wiedergeboren zu sein, ohne die Kraft des Heiligen Geistes, außerhalb der engen Linien der Bibel – sind eine Grenzüberschreitung und bringen uns geradewegs in Kontakt mit dem Dämonischen.

Wahrsagen, Handlinien lesen, Pendeln und andere Formen von Wahrsagerei.

Und besonders diese ganzen Bereiche von sogenannter „Weißer Magie“, die man dann anwendet, um sich gegen die schwarze Magie von der Gegenseite zu schützen. Das ist ein beliebtes Spiel im New Age – da gibt es das okkulte, böse, negative – aber dann der Zauber der weißen Gegenseite, der hilft dann dagegen.

Und es gibt keine weiße Magie! Es gibt einen Teufel, der hat schwarze Magie und er hat weiße Magie. Für die einen nimmt er das, und für die anderen nimmt er das. Je nach dem.

All diese ganze Zauberei mit Gegenständen, mit Drogen, mit all diesen Dingen ist etwas, was eine klare Grenzüberschreitung ist.

Tote befragen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (75:00 bis 80:00)

Ich glaube, dass es eine bestimmte biografische Komponente gibt, dass man erklären kann, wo also Einfallstore sind und wo dämonische Mächte gekommen sind. Manchmal zieht sich das schon wie ein roter Faden durch die Familie durch – Vater war Alkoholiker und der Sohn hat den Vater total verachtet und hat gesagt: Das ist ja furchtbar, so ein Leben! Alles werde ich, aber nicht Alkoholiker!

20 Jahre später ist er in der Seelsorge und sagt: Ich hab mir geschworen, nie das zu tun. Und jetzt entdecke ich, ich tue genau dasselbe!

Menschen in der Seelsorge haben erlebt, wie ihr Vater die Mutter geschlagen hat, also die Ehefrau – und sie haben totales Entsetzen gehabt. 20 Jahre später in der Seelsorge – und sie sagen: Ich verstehe es nicht! Alles wollte ich, aber nicht so ein Mensch werden, und ich bin genau das geworden, was ich nie werden wollte.

Und du siehst manchmal, dass solche Linien sich durch die Familie ziehen. Die Mutter ist dominant, aggressiv, beherrscht ihren Mann – die Tochter ist total entsetzt. Später ist sie verheiratet und siehe da – sie tut genau dasselbe mit ihrem Mann. Und sie hat sich auch genau so einen Schwächling und Hampelmann zum Mann ausgesucht, von dem sie von vornherein instinktiv wusste, mit dem schaffe ich es.

Das läuft nicht bewusst ab. Man sagt sich nicht, ich werde einen Mann heiraten, den ich dann immer so irgendwie im Griff habe. Aber es läuft so ab! Wenn ich eine Person habe in der Seelsorge, eine Frau, die ihren Mann beherrscht. Ich sage: Erzähl mir, wie deine Mutter mit deinem Vater umgegangen ist.

Und wenn du erstmal ein Gespür für so etwas bekommst, du entdeckst, wie es sozusagen „Familiensünden“ gibt. Die gehen von einer Generation in die nächste. Nicht durch den genetischen Code, sondern durch die Prägung, durch das, was man erlebt und erlitten hat – und vorallendingen wie man darauf reagiert hat. Und Dinge kehren immer, immer wieder – bis das gebrochen ist, bis man wirklich erkennt, was hat das mit mir zu tun? Und wie kann ich jetzt mich dagegen schützen?

Es gibt bestimmte seltsame Krankheiten, die von einer Generation in der Familie – oder manchmal wird eine Generation übersprungen und dann geht’s wieder in der nächsten Generation weiter – die sich so durch die Generationen in der Familie sich hindurchziehen. So etwas gibt es.

Und das Entscheidende ist nicht so sehr: Durch welche Sünden haben meine Vorfahren dem Feind Raum gegeben? Ich glaube, das hat auch eine gewisse Berechtigung, um etwas zu verstehen. Aber dann ist das Entscheidende: Ich bin heute Christ, ich bin erfüllt vom Heiligen Geist, ich gehöre Jesus, ich bin in der Gemeinde – und ich habe das selbe Problem – warum ist das noch da? Nicht: Wo kommt das her? Wie ist das in mein Leben gekommen? Sondern die Frage ist: Warum ist das heute noch da?

Das ist die entscheidende Frage!

Wir haben Vollmacht im Namen Jesu über die Werke der Finsternis, über die bösen Geister, wir haben Autorität.

Lk 10,19
Siehe, ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch schaden.

Und wenn jemand geplagt wird von Zwängen, von Ängsten, von irgendetwas – du kannst mir glauben, er hat tausende von Male gesagt: Im Namen Jesu – du Ding, geh raus aus meinem Leben! – und nichts ist passiert!

Und die Frage ist: Warum ist nichts passiert? Warum? Wo doch die Schrift sagt: Wir haben in Christus Vollmacht? Warum ist die Vollmacht tatsächlich nicht verfügbar oder einsatzbereit? Das ist die entscheidende Frage!

Und darüber müssen wir einfach uns Gedanken machen. Und das Wort Gottes sagt: Wir geben dem Teufel Raum!

Eph 4,27
und gebt dem Teufel keinen Raum!

Und wenn wir ihm Raum gegeben haben – das nächste Mal dann, wie gesagt, werden wir ein dramatisches Beispiel sehen in der Schrift, wo jemand ins Gefängnis kam aufgrund seiner eigenen Dummheit – es war völlig überflüssig! Im Gefängnis – und er wurde gequält im Gefängnis aufgrund seiner eigenen Dummheit.

Und Jesus sagt: Er bleibt solange drin bis das wieder in Ordnung kommt.

Kein Seelsorger und kein Pastor – niemand wird ihn da rausholen. Er bleibt da so lange drin bis er den Grund beseitigt, weswegen er ins Gefängnis gekommen ist.

Und da kannst sagen: Das kann nicht der Gott der Liebe sein!

Schätzchen, du musst deine Gedanken über Gott ändern!

Gott hat klare Regeln für das Leben! Und wenn du diese Regeln übertrittst, dann bist du verantwortlich, nicht Gott! Und wir denken immer so: Ach, nein, Gott ist sooo lieb – und bei uns verbindet sich dann „Liebe“ mit „Schrankenlosigkeit“ oder mit einer Willkür oder einer verantwortungslosen Freiheit, die wir missbrauchen können, wie wir wollen. Nein, es gibt klare Regeln im Worte Gottes. Und die zu missachten kann tödlich sein. Wie ich vorhin gesagt habe – Eph 6,2.

Eph 6, 2-3
„Ehre deinen Vater und deine Mutter“ – das ist das erste Gebot mit Verheißung -, „damit es dir wohlgehe und du lange lebst auf der Erde.“

Du kannst sagen: Ich finde das ungerecht! Wieso soll die Qualität meines Lebens etwas zu tun haben mit meiner Haltung oder mit meiner Einstellung zu meinen Eltern? Du kannst dagegen rebellieren, aber du kannst dieses geistliches Prinzip nicht außer Kraft setzen!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (70:00 bis 75:00)

Und viele, viele Menschen sagen: Ja, das würde ich doch nie tun! Das habe ich doch nicht so gemeint!

Z.B. wenn wir dann gleich zu sprechen kommen auf diesen ganzen Bereich der okkulten Sünden, wo Menschen also eine verbotene Linie übertreten und in übernatürliche Bereiche hineingehen, die Gott strengstens verboten hat. Nicht, weil Er uns herrliche Freiheiten vorenthalten will, sondern weil das lebensgefährlich ist, da hineinzugehen.

Und dann hörst du Leute und du fragst sie dann in der Seelsorge: Ja, bist du beim Wahrsager gewesen? – Jaaaa, aber weißt du, das hab ich nur aus Spaß gemacht. Das hab ich nicht so gemeint. Das war nur ein Jux.

Ich sage: Liebes Kind, nimm einmal eine Stange Dynamit in die Hand, nur so aus Spaß, und ich zünde die an. Wie gesagt – nur aus Spaß.

Welche Motive du dabei hast, ob du sagst, aus Spaß oder mit vollem Ernst – das spielt keine Rolle – Dynamit ist Dynamit und die Lunte brennt und du wirfst es besser schnell weg, sonst hast du keine Hand mehr.

Und wir sind so naiv, wir denken, ja, unsere Motive entscheiden darüber, ob der Teufel daraus Vorteile ziehen kann oder nicht.

So viele Male habe ich das erlebt in der Seelsorge – Menschen entschuldigen diese okkulte Grenzüberschreitung und sagen: Nein, das haben wir nur so gemacht, dieses Pendeln oder da irgendwelche Geister angerufen. Du, das war nur mehr so ein Partyspaß.

Das ist dem Teufel egal, aus welchen Gründen du ihn rufst, Hauptsache, du rufst ihn.

Und ich sage: Er hört sehr, sehr schnell und er ist, wenn er auch sonst faul ist, an dieser Stelle wird er sehr, sehr flink sein und wird kommen.

Also, es gibt eine ganze Reihe von Dingen und auf diese komme ich gleich noch zu sprechen. Aber vorher die Dinge, die viel, viel unscheinbarer und harmloser aussehen, womit wir dem Teufel Raum geben – und deswegen brauchen wir mindestens den nächsten Abend noch.

Eph 4,31
Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan, samt aller Bosheit!

Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei, Lästerung – das sind Verhaltensweisen, mit denen wir, ob wir das wollen oder nicht, ob wir das glauben oder nicht, ob wir das ernst meinen oder nicht, mit denen wir, dem Teufel eine Tür auftun in unserem Leben.

Und deswegen werden wir das nächste Mal dann reden über Bitterkeit – was ist Bitterkeit? Woran erkenne ich das? Habe ich etwa auch das Problem? Was kann ich tun, um das loszuwerden?

An dieser Stelle ist die größte Not. Dass wir, ohne dass wir das wirklich wahrnehmen und uns dessen bewusst sind, dass wir noch alte Verhaltensweisen mitschleppen und durch diese Verhaltensweisen geben wir dem Feind Raum. Und du kannst eines wissen: Den Raum, den wir in unserem Leben dem Feind geben, den nimmt er auch. Den besetzt er auch.

Und wenn wir dem Teufel Raum geben, dann kann kein Seelsorger, und sei Reinhard Bonnke mit all seiner Heilig-Geist-Power oder sonst irgendwer hier, keiner kann dich da rausboxen.

Nun, was wir früher versucht haben, eine ganze Nacht dranzugeben und dann zu viert auf einen kleinen Dämon und so lange auf dem rumhämmern bis der dann mürbe und müde wird und dann irgendwann so im Morgengrauen dann: Okay, gut – dann zieht er von dannen, diese Macht der Finsternis.

Und wir dachten: Ah, ein schwerer Kampf, aber ein großartiger Sieg.

Und was passiert? Kaum ist dieser armer Mensch zu Hause, zack, springt der Dämon auch wieder rein, der fährt in der U-Bahn mit. Und zack ist er wieder da.

Und so kannst du Sonntag für Sonntag denselben Geist aus jemandem austreiben. Und du denkst: Wow, das sind ja Hunderte! Wow, das ist ja wie in der Bibel – da waren 2000.

Aber was passiert, ist dieser „Drehtür-Effekt“ – wie bei diesen großen Hotels. Mit viel Schwung raus und wenn du nicht aufpasst, bist du wieder drin. Und es gibt diese „Drehtür-Befreiung“, wo tatsächlich durch enormen Einsatz von außen, die dämonischen Mächte gezwungen werden, irgendwann zu gehen. Aber sie sind nicht wirklich gezwungen, weil der Grund – und das ist das Entscheidende – warum sie da ein Recht hatten zu bleiben, immer noch besteht. Sondern nur kurzfristig geben sie nach, weil sie es auf die Dauer auch nicht ertragen können, gedemütigt zu werden. Sie geben nach und dann zack springen sie wieder rein.

Und die entscheidende Frage ist eben die: Durch welche Haltungen und welchen Lebensstil, welche Verhaltensweisen geben wir – oder jemand, der halt geplagt wird – dem Teufel Raum? Das ist das entscheidende.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (65:00 bis 70:00)

Hier ist ein erster interessanter wichtiger Aspekt: Die Bibel redet von der Notwendigkeit der Arbeit.

Und ich glaube, dass es jedem Seelsorger früher oder später aufgehen wird: Wenn du einen arbeitsscheuen Menschen hast, der Seelsorge braucht – und ich rede nicht davon, jemand hat eine spezielle Ausbildung und er bemüht sich und es ist eine enorme Arbeitslosigkeit in seiner Stadt und er findet keine Arbeit – ich erkläre gleich, woran man erkennen kann, ob einer arbeitsscheu ist oder wirklich die richtige Einstellung hat zur Arbeit.

Ich rede nicht von dieser Situation, dass einer beim besten Willen keine Arbeit finden kann, sondern ich rede davon, dass einer sich weigert, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und der sich drückt, wo er kann, und wenn du ihn auf „Arbeit“ ansprichst, dann sagt er: Wieso? Ich lebe von der Stütze, ich habe einen Anspruch darauf, es gibt ein Sozialgesetz, und das sagt, ich muss so und so viel Geld pro Monat kriegen und deswegen gehe ich da hin und Vater Staat soll schön bezahlen.

Wenn wir diese Einstellung haben, sind wir in Problemen – geistlich gesprochen. Weil wir uns weigern, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen.

Und wir da eine bestimmte Haltung an den Tag legen, die wir dann später noch mehr beleuchten werden, aber die ungefähr so geht: Ich hab doch nicht nötig, was alle anderen nötig haben. Ich finde einen Weg, der viel eleganter ist. Ich werde immer irgendwie durchkommen, und ich finde immer die Schlupflöcher. Lass die anderen ackern und schuften und früh aufstehen und sich rühren – ich werde das anders machen. Ich schränke meinen Konsum ein bisschen ein, aber dann gehe ich zur Stütze, halte die Hand auf und dann stimmt die Kohle und habe einen herrlichen Tag und kann schon früh morgens um 9 Uhr in den Schöneberger Volkspark gehen.

Hier haben wir ein Problem.

Weil da jemand eine Gesinnung an den Tag legt, die er eben geborgt hat von dem, der der Oberfaule ist, nämlich der Teufel. Verantwortung abzulehnen, auf Kosten anderer leben zu wollen – ich rede nicht von dem echten Notfall, dass jemand aus irgendwelchen Umständen kurzfristig oder wie auch immer seine Arbeit verloren hat, aber den Wert von Arbeit versteht und arbeiten möchte. Erkennbar daran, dass er, auch wenn er keine Arbeit hat, er sich nützlich macht.

Hallo?! Seid ihr noch da?!

Jedes Jahr um die Weihnachtszeit kommen hier die Leute an, die irgendwie gehört haben, die Christen müssen sozial sein und die kommen dann an und haben dann eine Wahnsinnsstory, die sind immer sehr interessant zu hören, warum ausgerechnet ganz kurzfristig sie in einem totalen Notfall sind und sie erwarten noch ein paar 1000 DM von diesem Freund und Geld von der Stütze und die können das im Moment nicht zahlen und jetzt sind sie ganz blank und sie brauchen auf einmal ganz viel Geld. Witzigerweise immer Weihnachten.

Und statt einfach diese Leute wegzuschicken – ich sage: Weißt du, wenn du Geld brauchst …

Wisst ihr was interessantes? So lange wie diese Gemeinde besteht – ich glaube, nur das erste Jahr nicht – wir sind immer am renovieren. Wir haben immer Umbauten. So lange wie die Gemeinde besteht, nur die ersten zwei Jahre glaube ich nicht.

Ich sage: Komm du morgen um 8 Uhr, stehe auf der Matte, ich geb dir eine Kelle und einen Besen oder was immer, einen Pinsel oder irgendwas – und dann arbeitest du mal richtig volle Pulle. Und wenn du gearbeitet hast, mittags, geb ich dir ein dickes Mittagessen. Und nächsten Tag, wenn du wieder gut arbeitest, dann können wir schön über eine kleines Geld reden.

Noch nie ist einer von diesen Brüdern gekommen. Noch nie! Noch nie!

Du sollst mal sehen, wie die beschäftigt sind. Was die alles zu tun haben. Es ist erstaunlich.

Und ich glaube wirklich daran, die Armen zu unterstützen, aber ich glaube nicht daran, Leute, die auf Kosten von anderen schnorren wollen und von deren Geld leben wollen und keinen Finger krumm machen wollen, dass wir die unterstützen sollen. Ich glaube nicht daran. Und ich glaube, dass es dumm ist, wenn wir das tun. Wir bestätigen sie in diesem Lebensstil und dann wird es immer so weitergehen.

Oder Leute auf der Straße: Ej, hast du mal ne Mark?

Sie haben noch nicht gefrühstückt. Du gibst ihnen eine Mark und hier ne Mark und da ne Mark – und dann ist die 2 Liter Flasche Rotwein wieder fällig.

Dann nimm ihn lieber und sag: Komm, wir gehen mal rüber zu Burger King und dann lade ich dich ein zum Big Mac mit Doppelwhop oder irgendso ein Zeugs da. Und dann hast du Gelegenheit, mit demjenigen auch zu reden. Und du wirst sehen, die Leute wollen meistens kein Frühstück.

Viele, viele Leute wollen kein Frühstück, weil sie was ganz anderes suchen. Mit anderen Worten: Sie haben dich schon mal angeschmiert. Sie haben dir irgendwas erzählt, was gar nicht stimmt.

Und manchmal, wir Christen, wir denken: Oh ja, ein Christ muss geben, muss sich um die Armen kümmern – und wir sind da manchmal so naiv. So naiv! Lasst uns unterscheiden, wo echt etwas dran ist, und wo jemand einfach nur ausnutzen will.

Okay, gut.

Also das ist ein wichtiger Punkt: Wer Verantwortung für sein Leben nicht übernehmen will, geht eine Beziehung ein, ob er das weiß oder nicht, das ist ein ganz wichtiger Punkt – er geht unsichtbar eine Beziehung ein mit dem Teufel. Ob er Christ ist oder nicht.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (60:00 bis 65:00)

Und das möchte Gott so gerne! Hör mal wie hier Sein Herz wirklich sich bemerkbar macht:

Psalm 81,14-15a
14 Oh, dass mein Volk auf mich hörte, Israel in meinen Wegen wandelte!
15a Bald würde ich …

… mit anderen Worten: Ich kann nicht! Ich werde gehindert, weil auf ihrer Seite eine Voraussetzung fehlt. Siehst du das im Wort?

Gott sagt: Wenn sie das und das nur tun würden – dann würde ich kommen, sehr, sehr schnell und würde handeln! Siehst du das? Bitte schau noch einmal genau hin. Keiner schaut jetzt auf mich, jeder schaut auf Psalm 81-14-15.

Hallelujah. Ist das nicht gut?

Gott möchte wirklich aufstehen gegen unsere Feinde. Er möchte das wirklich.

Er hat kein Gefallen daran, dass an irgendeiner Stelle wir belästigt werden, beraubt werden vom Feind. Es gibt noch manche andere Schriftstellen – vielleicht die nenne ich einfach nur jetzt einmal:

Psalm 107 – fast der ganze Psalm, aber hauptsächlich 10-16.

Psalm 107,10-16
10 Die Bewohner des Dunkels und der Finsternis lagen gefesselt in Elend und Eisen:
11 denn sie waren widerspenstig gewesen gegen die Worte Gottes und hatten verachtet den Rat des Höchsten;
12 und er hatte ihr Herz gebeugt durch Unheil. Sie waren gestürzt, und kein Helfer war da.
13 Da schrien sie zum HERRN um Hilfe in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen rettete er sie.
14 Er führte sie heraus aus Dunkel und Finsternis, er zerriss ihre Fesseln.
15 Sie sollen den HERRN preisen für seine Gnade, für seine Wunder an den Menschenkindern!
16 Denn er hat eherne[3] Türen zerbrochen, und eiserne Riegel hat er zerschlagen.

5 Mose 28,15-18
15 Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorchst, so dass du nicht darauf achtest, all seine Gebote und seine Ordnungen zu tun, die ich dir heute gebiete, dann werden all diese Flüche über dich kommen und dich erreichen.
16 Verflucht wirst du sein in der Stadt, und verflucht wirst du sein auf dem Feld.
17 Verflucht wird sein dein Korb und dein Backtrog.
18 Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Ackerlandes, der Wurf deiner Rinder und der Zuwachs deiner Schafe.

5 Mose 30,1-3a
1 Und es wird geschehen, wenn all diese Worte über dich kommen, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Nationen, wohin der HERR, dein Gott, dich verstoßen hat,
2 und du umkehrst zum HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst nach allem, was ich dir heute befehle, du und deine Kinder, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele,
3 dann wird der HERR, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen.

Hallelujah.

Und so gibt es so viele Schriftstellen, auch im Neuen Testament.

Eph 6,2 ist eine meiner Lieblingsschriftstellen, die alle meine Kinder auswendig können: Ehre Vater und Mutter, auf dass es dir wohlgehe und du lange lebst auf Erden.

Eph 6,2-3
„Ehre deinen Vater und deine Mutter“ – das ist das erste Gebot mit Verheißung -, „damit es dir wohlgehe und du lange lebst auf der Erde.“

Ich sag: Ihr Lieben, das tut ihr nicht für mich, aber eure Einstellung den Eltern gegenüber entscheidet darüber, was für ein Leben und wie lange auch dieses Leben sein wird. Hier ist ein Zusammenhang – wir kommen dann später wenn wir über Bitterkeit reden auf das Thema „Beziehung zu den Eltern“ zu sprechen. Die Bibel sagt hier etwas, was heute die Psychologen auch anfangen herauszufinden: Dass die Qualität deiner Beziehung zu deiner Verwandtschaft, und hauptsächlich deiner Eltern, ein sehr, sehr entscheidender Schlüssel ist. „Ehre Vater und Mutter“ – warum? Damit die es leicht haben und nicht genervt sind? Nein – damit es DIR gut geht! Damit es dir gut geht und du lange lebst auf Erden.

Und du sagst: Och, Mensch, meiner Alter ist schon lange unter der Erde.

Wir werden später, wenn wir über Bitterkeit reden, sagen: Dein Vater mag tot sein, aber in deinem Herzen, in deinem Denken kann er noch ganz schön lebendig sein. Und wir können voller Bitterkeit und Anklage und Hass und Rebellion sein gegen jemanden, der längst gestorben ist. Nicht der andere ist das Problem, sondern das, was da in uns drin ist, das ist das Problem. Und darum geht es. Und das muss heraus aus unserem Leben.

Paulus, Eph 4,27, bringt eine ganz bemerkenswerte Aussage.

Eph 4,27 – ganz kleiner, aber sehr, sehr folgenreicher Vers, der es wirklich in sich hat, wo eine Wahrheit, ein biblisches Prinzip beschrieben wird, was wirklich von großer Bedeutung ist.

Eph 4,27
und gebt dem Teufel keinen Raum!

Wir würden so denken als zivilisierte Christen so: Naja, das ist doch vollkommen überflüssig – wer würde denn das tun, wer würde denn als Christ dem Teufel Raum geben? Das ist doch wirklich etwas, was vollkommen überflüssig ist überhaupt zu sagen. Wir kommen aus der Finsternis und wir haben uns bekehrt und jetzt leben wir für Gott – wer würde denn dem Teufel noch Raum geben?

Aber erstens einmal – ich glaube, Paulus war ein sparsamer Mensch, und er hätte bestimmt nicht die Tinte verschwendet, wenn es keinen Anlass dafür gibt.

Und er sagt dann im nächsten Vers, wie man dem Teufel Raum gibt – und da kriegen wir schon das helle Erstaunen: Ja, wie denn? Das sollen Verhaltensweisen sein, mit denen wir dem Teufel Raum geben?!

Ja, richtig, Schätzchen! Genau!

Eph 4,28
Wer gestohlen hat[20], stehle nicht mehr, sondern mühe sich vielmehr und wirke mit seinen Händen das Gute, damit er dem Bedürftigen etwas mitzugeben habe!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (55:00 bis 60:00)

Und ich glaube an den Befreiungsdienst und ich glaube, dass er seinen legitimen Platz hat in der Gemeinde – ganz sicher! Aber wir müssen eines verstehen: Die Betonung im Worte Gottes wie wir als Christen frei werden und auch frei bleiben – ist nicht die Handauflegung und das vollmächtige Gebet im Namen Jesu. Sondern es ist ein ganz anderer Schlüssel, der so einfach ist, dass wir ihn überlesen und übersehen und dass wir denken, ja, irgendwo muss doch da jetzt mal etwas passieren.

Ich will euch einige solche Worte hier bringen.

Joh 8,31-32
Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.

Bitte mach hier ein ganz genaues Bibelstudium: Nicht der vollmächtige Seelsorger wird dich freimachen. Was macht dich frei? Die Wahrheit.

Die Wahrheit macht frei. Hallelujah.

Nicht die Wahrheit zwischen den Buchdeckeln deiner Bibel, sondern die Wahrheit, die du in dein Herz hineinnimmst und die du beginnst, anzuwenden, die du beginnst, auszuleben.

Ein Großteil von Befreiung geschieht sehr, sehr unmerklich und sozusagen „im Vorübergehen“, fast nebenbei, indem einfach wir angeleitet werden durch die Verkündigung, durch persönliches Bibelstudium, durch die Überführung des Heiligen Geistes, einfach angeleitet werden, ein Leben zu führen, was den Standards des Wortes Gottes entspricht.

Ein Großteil von Befreiung geschieht ganz von alleine. Ganz von alleine!

Wir konzentrieren uns nicht auf die Dämonen, wir konzentrieren uns auf Jesus, auf die Wahrheit. Wir konzentrieren uns darauf, dass unser Lebensstil verändert wird. Das ist das Entscheidende. Die Wahrheit, die wir annehmen, die wir aufnehmen, die wir praktizieren, die macht uns frei.

Jetzt gehen wir nochmal zu 2. Tim zurück. 2 Tim 2 – die selbe Schriftstelle. Und dann seht ihr auch hier, wie hier die gleiche Strategie angewandt wird. Wir haben gesehen in Vers 26, es redet hier von Menschen, die gebunden sind vom Teufel, um seinen Willen zu tun. So, und was soll mit denen geschehen? Was soll man mit denen machen? Man soll sie zurechtweisen – was nicht heißt „anschreien“ oder „beleidigen“ oder „bespucken“. Sondern sie lehren und ihnen klar den Weg weisen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe (Umkehr, eine neue Gesinnung) – das ist, was mit Buße gemeint ist.

Wenn wir Buße hören, wir denken immer an Bußgeld oder „büßen“ oder so etwas. Aber es ist einfach nur eine neue Haltung. Eine neue Gesinnung.

Wozu eine neue Haltung?

Zur Erkenntnis der Wahrheit.

2 Tim 2
24 Ein Knecht[16] des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam,
25 und die Widersacher in Sanftmut zurechtweisen[17] und hoffen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit

Mit anderen Worten: Was diesen Leuten fehlt, ist Wahrheit in ihrem Leben. Sie sind gebunden, weil Wahrheit fehlt in ihrem Leben.

Und Paulus sagt nicht: Timotheus, also dann trommel die Gemeinde zusammen, fastet und dann betet und seht zu, was passiert und schreit die Dämonen an und verbringt eine Nacht auf dem Teppicht mit dem armen, geplagten Menschen und rollt euch da und macht irgendwelche seltsamen Dinge.

Das hat er nicht gesagt. Sondern er sagt: Lehre sie, weise sie zurecht, ermahne sie. Aber in einem ermutigenden Sinne, dass sie jetzt wirklich anfangen, an den entscheidenden Stellen nach dem Wort Gottes ihr Leben auszurichten, so dass Erkenntnis der Wahrheit kommt.

Und die Erkenntnis kommt wenn die innere Einstellung stimmt, das ist das Entscheidende – die innere Haltung. Und darüber werden wir dann heute und vorallendingen auch das nächste Mal dann sehr, sehr viel hören – über die innere Einstellung und was die mit Freiheit und Befreiung zu tun hat.

Aber ich will noch mehr solcher Schriftstellen uns zeigen, die uns den Zusammenhang zwischen Leben in der Wahrheit oder Gehorsam auf der einen Seite und Freiheit auf der anderen Seite zeigen.

Psalm 81,14-15 – Gott sagt hier:
14 Oh, dass mein Volk auf mich hörte, Israel in meinen Wegen wandelte!
15 Bald würde ich (Gott sagt das!) ihre Feinde beugen, meine Hand wenden gegen ihre Bedränger.

Das ist Befreiung! Wenn Gott Seine Hand erhebt gegen unsere Bedränger, dann sind wir frei. Dann ist eine Ende mit der Bedrängnis, mit der Belagerung, mit der Belästigung.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (50:00 bis 55:00)

Also was ich noch hier erwähnen wollte, bitte fühlt euch jetzt hier nicht auf den Schlips getreten, aber es gibt bestimmte zwanghafte Charaktereigenschaften, die auch Hinweis sein können auf dämonische Einflüsse.

Es gibt Menschen, die sind krankhaft eifersüchtig.

Es gibt überhaupt keinen Grund dafür und sie wissen das auch ganz genau und sie wissen, dass sie ihrem Partner total vertrauen könen und trotzdem, sie kriegen es nicht fertig sich zu schützen gegen solche Gedanken und Fantasien usw. und haben dann seltsame Konfrontationszwänge und müssen dann ihren Partner also konfrontieren oder beobachten und überprüfen und die absurdesten Dinge da dann anstellen, um irgendwie sicher zu gehen – während sie dann gleichzeitig oder ein bisschen später dann wieder genau wissen: Mensch, das ist doch alles Quatsch, das stimmt doch alles nicht, das spielt sich alles nur in meinem Kopf ab!

Oder es gibt Leute, die sind so wahnsinnig agressiv, dass sie also wirklich von einer negativen Energie förmlich wie aufgeladen sind. Also das meine ich jetzt. Ich sage nicht: Ja, irgendwie, jemand hat dich mal total genervt und genervt und genervt und irgendwann ist dir dann ein unfreundliches Wort über die Lippen gerutscht – davon rede ich nicht.

Sondern wirklich jemand, der bei der leisesten Anspannung oder Belastung oder so hochgeht wie eine Rakete oder wie ein Vulkan und sich nicht mehr kontrollieren kann und dessen Reaktion in überhaupt keinem Verhältnis zum Anlass stehen. Davon rede ich.

Diese Dämonische ist immer erkennbar daran, dass es so irrational ist, dass es so außerhalb der Norm ist und einfach extrem ist und auch von demjenigen dann wirklich so total zwanghaft erlebt wird. Okay.

Soviel genug – Punkt jetzt hier, was die Liste angeht. Schrecklich ist sie genug. Aber ihr habt eine Vorstellung.

Wir denken immer so: Ja, also wenn einer Schaum vorm Mund hat und sie gebärdet wie ein wilder Tiger und die Haare irgendwie so elektrisch in alle Richtungen stehen und er schon so ganz lange Fingernägel hat – dann ist möglicherweise der Teufel im Spiel.

Aber ich sage dir: Er ist viel viel kultivierter und viel viel zivilisierter. Und wir müssen nicht nur an irgendwie solche extreme Dinge denken: Ja, einer fliegt dann irgendwie so waagerecht durchs Zimmer – Aha! Da muss wahrscheinlich Befreiung ran oder so.

Also, das wir ein bisschen präziser irgendwie die Dinge verstehen, darum geht es mir.

Okay, jetzt will ich auf ein zentralen Punkt kommen, nachdem wir also hier so erstmal wissen, worüber wir überhaupt reden wollen – einen zentralen Punkt, und das ist der, dass ich herausstellen will vom Worte Gottes, was die Begründung ist oder was der Schlüssel ist, um Menschen in die Freiheit zu führen. Ganz, ganz entscheidend!

Und ich habe das erlebt, wenn man unter Christen über dieses Thema redet, über den Teufel und über Wirkungen der Dämonie, dann gibt es so irgendwie eine komische Tendenz, dass dieses Thema sich so verselbstständigt und dass man auf einmal dann mehr auf Dämonen schaut als auf Jesus. Und dann sind wir außerhalb der Balance!

Und wir wollen nicht irgendwie überall Dämonen suchen, sondern wir wollen die Freiheit suchen. Das ist, was wir wollen. Wir wollen Menschen in die Freiheit führen.

Menschen, die hören von dämonischen Belastungen kommen dann schnell, besonders wenn es junge Christen sind, die kommen dann schnell irgendwie so auf diese Schiene: Ja, alles, was ich brauche, ist den vollmächtigen Seelsorger – wenn der die Hände auflegt und wenn der vollmächtig betet, möglichst die Gemeinde noch drei Tage fastet und einen geistlichen Kampf führt – dann werde ich frei.

Und so kenne ich Leute, das ist wirklich kein Witz, die seit Jahren in extremer Weise geplagt werden und gebunden werden und sie auf dieser Schiene laufen. Und sie suchen seit Jahren den vollmächtigen Seelsorger und sie pilgern von einer Gemeinde zur anderen. Und am Schluss ist es immer die Gemeinde, die nicht vollmächtig ist und die verkehrt ist und die daneben ist oder die ihr Problem nicht richtig ernst nimmt usw.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (45:00 bis 50:00)

Jesus ist der Fürst des Lebens. Und er ist gekommen, Leben zu geben.

Andere Formen von Todessehnsucht sind: Beziehung zum Tod – das wären z.B. Menschen, die wie durch Drogen sich so scheibchenweise umbringen. Viele Heroinsüchtige, wenn du mit denen mal zu tun hast, haben solche Todessehnsüchte und Tod spielt eine ganz große Rolle in ihrer Fantasie.

Oder Formen von Gewalt gegen sich selbst. Es gibt Menschen, die haben Zwänge sich weh zu tun. Sich zu kratzen, sich, was noch relativ harmlos erscheint, die Haare kurz zu schneiden.

Du sagst: Naja, gut, der eine hat kurze Haare, der andere hat lange Haare.

Ja, aber wenn da jemand Probleme kriegt sobald die Haare länger als ein Streichholz lang sind und obwohl er weiß, es ist eigentlich blödsinnig, aber von Scheren magisch angezogen wird und sich die Haare immer kurz schneidet. Da ist ein Problem dahinter.

Oder, was auch häufig verbreitet ist: Sich die Fingernägel bis zum Anschlag runterkauen. Das ist eine Form von Selbstverstümmelung.

Ärger wird’s dann schon wenn einer mit dem Rasiermesser sich irgendwelche Initialen in den Arm ritzt oder solche Geschichten macht.

Das sind verschiedene Formen wie Menschen einfach irgendwie einen merkwürdigen Zwang verspüren, sich selbst zu verstümmeln und sich weh zu tun.

Natürlich in ähnlicher Weise dieser Gewaltaspekt dann auch in sexueller Beziehung: Sex mit Gewalt ist zwanghaft. Das ist zwanghaft. Und Menschen machen sich kaputt damit. Du sagst: Lass doch jeden so wie er möchte.

Gott hat einen bestimmten Standard und Er weiß, was gut ist und was richtig ist und was heilsam ist und was nicht heilsam ist. Und glücklicherweise ist es nicht so, dass Er gesagt hat: Nun, im Bereich von Sexualität – findet mal selbst raus, was heilsam ist, was gut ist.

Es gibt klare Standards. Und das ist ein weiterer Bereich, wo Menschen dann Zwänge erleben, wo sie also auf die extremsten, absurdesten Dinge kommen und wo dann Sexualität mit Gewalt verbunden wird. Wo Sexualität mit Tod verbunden wird. Mit Tieren, mit Geistern, wo es die extremsten Dinge gibt, über die man normalerweise nie redet. Nur in der Seelsorge hörst du das. Oder wenn du meinetwegen nach irgendwo, nach Afrika gehst oder nach Zentralasien.

Weißt du, dass es Frauen gibt, die belästigt werden von dämonischen Geistern und die sexuellen Verkehr haben mit dämonischen Geistern?

So etwas gibt es! Und das ist totaler Horror!

Aber Jesus macht frei! Ich möchte euch hier nicht irgendwie jetzt in eine Depression hineinführen, ja? Aber ich muss einmal ein paar Beispiele geben und damit ihr versteht, was Befreiung wirklich bedeutet.

Etwas fiel mir jetzt eben ein, dass ich bei den Zwängen etwas ganz wichtiges vergessen habe:

Magersucht – ist ein Zwang.

Die Heilungsquote normalerweise ist sehr, sehr, sehr gering. Normalerweise, diese Menschen, meistens Frauen, neuerdings befällt es auch Männer, rein in die Klinik – raus aus der Klinik – rein in die Klinik – raus aus der Klinik.

Ich hab mit einer Frau gesprochen aus unserer Gemeinde, die in einer solchen Station arbeitet für psychosomatische Erkrankungen. Es ist ein Trauerspiel. Und die Rate derer, die buchstäblich dann sich zu Tode hungern ist gar nicht mal so gering. Das sollte man nicht denken.

Verbunden dann oftmals die andere Form: Bulimie – zwanghaftes Erbrechen. Essen wie ein sonst irgendwas und dann also zwanghaft Erbrechen. Auch das sind wirklich Werke der Finsternis und wir müssen so nicht leben. Und solche Menschen versuchen das sehr zu verheimlichen, weil das so peinlich ist und so extrem irgendwie ist, dass sie es niemandem sagen dürfen. Und sie haben das Gefühl, also wenn meine Freunde wüssten, was mit mir los ist, dann wären das nicht mehr meine Freunde oder ich wäre nicht mehr ihr Freund.

Diese Zwänge gehen einher mit Scham, mit Selbstablehnung, mit Schuldgefühlen, mit Verdammnis usw.

Und Jesus will von dem Zwang und von all dem, was dieser Zwang in unserem Leben angerichtet hat, uns frei setzen.

Und als letztes will ich noch erwähnen, das ist besonders defizil, und ich habe nicht gesagt, wenn also eine Spur davon in unserem Leben vorhanden ist – wir sind irgendwie dämonisiert oder so etwas, davon kann keine Rede sein. Ich mache auch eine solche Liste nicht, um zu sagen: Aha, jetzt habe ich entdeckt: Dieser oder jener Mensch hat einen Dämon! Darum geht es überhaupt nicht.

Wie gesagt, ob der in ihm, um ihn, an ihm, über ihm ist oder wo auch immer – spielt keine Rolle. Es sind Werke der Finsternis, erkennbar daran, dass sie berauben, würgen und umbringen – und Jesus will helfen. Das ist alles. Das ist das entscheidende.

Und wie das dann im eigentlichen Befreiungsgeschehen dann abläuft, ob der quiekt oder schreit oder still und heimlich geht oder irgendwie durch andere Maßnahmen einfach abspringt von diesem Menschen, diese dämonische Macht, das ist doch letztenendes vollkommen egal, ist völlig unwichtig. Wichtig ist, nachher ist er oder sie frei! Das ist das entscheidende, okay? Gut.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 2 – Die Kirche und Weihnachten (15:00 bis 20:00)

Und wenn die ganze Welt verrückt ist nach einer kleinen Krippe und einer Puppe da drin, dann sagt Jesus: „Ich bin so nicht mehr. Ich will eine reale Beziehung zu Dir haben – zwischen dir und mir, so wie ich wirklich bin“.

Und ich habe das mit der Versammlung geteilt, weil ich diesen Eindruck hatte als ich dort auf der Bühne saß.

Die andere Sache, die einen großen Einfluss auf mein Denken bezüglich Weihnachten hatte, war, dass ich vor einigen Jahren mich mit christlichen Leitern dieses Landes getroffen hatte. Und wir entschieden dort gemeinsam, dass wir ein „fragendes Gebet“ abhalten wollten, um mehr von unserem Herrn herauszufinden. Also beteten wir: „Herr, wir wollen Dich besser kennenlernen. Kannst Du uns Deine Gefühle mitteilen?“ Und dann machten wir es ziemlich konkret: „Gibt es irgendetwas, dass Du nicht ausstehen kannst?“ – was doch eine eher ungewöhnliche Frage ist.

Und ich werde diesen Moment niemals vergessen, ich bekomme auch jetzt fast eine Gänsehaut dabei. Plötzlich kam zu mehr als einer Person in dieser Gebetsrunde nur dieses eine Wort: „Weihnachten“.

Und ich denke von diesem Moment an hatte ich ernsthafte Bedenken wegen Weihnachten. Also, da ist nichts einzuwenden gegen ein Familientreffen, nichts einzuwenden gegen eine Familienvereinigung. Nichts dagegen einzuwenden, dass man eine gute Zeit miteinander verbringt. Und wenn ihr so den kalten, dunklen Winter feiern wollt, dann macht das so. Aber benutzt Jesus nicht als Rechtfertigung für sowas. Das ist mein Appell an euch. Mach dir nicht vor, dass er Weihnachten etwas abgewinnen kann. Wie wichtig ist es für Christen nicht danach zu urteilen, was die Kirche richtig oder falsch findet – sondern danach, was Christus selber darüber denkt und fühlt.

Versucht mal IHN zu fragen und prüft, ob er euch dieselbe Antwort gibt wie uns bei der Gelegenheit. Findet heraus, was SEINE Gedanken sind. Wusstet ihr dass, viel weniger Leute sich an Weihnachten bekehren als zu jeder anderen Zeit im Jahr? Das liegt daran, dass die meisten Evangelisten nicht arbeiten an Weihnachten. Die sind zu Hause bei ihren Familien. Es gibt über Weihnachten keine Termine für Evangelisationseinsätze, also nutzen die Evangelisten die Gelegenheit, um ein bisschen Familienleben zu praktizieren. Da sind also weniger Leute, die sich bekehren. Es gibt zwar mehr Leute, die Brot und Wein nehmen und in den Gottesdienst kommen, aber viel weniger kommen wirklich zu Christus und bekehren sich. Er kommt an Weihnachten wirklich zu kurz.

Ich überlasse euch mal mit diesem Gedanken, weil jeder Christ heutzutage, so denke ich, sich mit Weihnachten auseinander setzen muss. Wir kommen da nicht drum herum, es ist ja überall ums uns herum. Also müssen wir entscheiden, was mir damit machen sollen.

Okay, vor dem Hintergrund von all dem, lasst uns mal neu die christliche Geschichte hinter Weihnachten beleuchten. Das ist ja viel mehr als ein Krippenspiel in der Schule.

Also will ich nun in dieser zweiten Predigt anfangen, das biblische Weihnachten zu betrachten, so wie es in den Evangelien steht. Und diese Geschichte ist eine erstaunliche Mischung aus Natürlichem und Übernatürlichem, und je nach dem wie ernst du diesen übernatürlichen Teil nimmst, entsprechend wirst du Weihnachten feiern.

Der natürliche Teil lief ziemlich normal ab. Da gab es nichts besonderes an der Geburt von Jesus – mit Ausnahme von einer Besonderheit. Nach ein paar Stunden voller Schmerzen und Anstrengung brachte Maria ihren erstgeborenen Sohn zur Welt. Die Geburt war recht normal, mit Ausnahme einer Sache. Und ich erwähne das hier, weil wir erwachsene Menschen sind: Marias Jungfernhäutchen, die ihre Gebärmutter beschützt hatte, wurde von einem Mann durchstochen, allerdings von innen nach außen. Während es normalerweise so ist, dass das Jungfernhäutchen von einem Mann von außen nach innen durchstoßen wird. Das ist der einzige Unterschied, den ich bezüglich der Geburt herausgefunden habe.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 2 – Die Kirche und Weihnachten (10:00 bis 15:00)

Das bringt die Frage auf: Wo stehen heutige Christen dazu und wie sollte ihre Einstellung zu Weihnachten sein?

Und da haben wir eine Wahl zu treffen: Entweder nehmen wir Weihnachten rein in die Kirche und versuchen, dass es halbwegs angepasst abläuft – oder wir lassen es ganz draußen und versuchen es gar nicht erst.

Oder um es ganz direkt zu sagen: Entweder versuchen wir Weihnachten so zu feiern, dass Christus auch in Weihnachten drin ist – oder wir „befreien“ Christus von Weihnachten und überlassen Weihnachten sich selbst – als ein heidnisches Fest, was es war.

Das immer mehr verweltlichende England hat nach Japan die gottloseste Gesellschaft weltweit. Das hat eine weltweite Umfrage ergeben. Und das ist mehr als einfach „nicht religiös“ – sondern eben gottlos. D.h. wir als Christen stehen einer sich verändernden Gesellschaft gegenüber, die immer gottloser wird. Und der Trend geht dahin, dass Weihnachten genauso immer verweltlichter und gottloser wird, so dass das Weihnachten mehr gemeinsam hat mit dem heidnischen Original als mit irgendetwas „Christlichem“.

Und ich will ehrlich mit euch sein. Ich bin da in der zweiten Gruppe: Ich beachte Weihnachten nicht und ich predige auch nicht darüber. Ich spreche darüber. Ich rede jetzt z.B. darüber.

Aber ich glaube, dass es der bessere Weg ist, wenn man Christus aus all dem, was sich heutzutage um Weihnachten angesiedelt hat, raus hält. Ich erzähle euch auch wie ich zu dieser Schlussfolgerung gekommen bin. Das ist vielleicht ein bisschen überraschend. Aber diese Pfingstkirche in Croydon, wo ich in der Weihnachtszeit gepredigt hatte, obwohl ich erschrocken war über den Weihnachtsbaum und die Dekorationen mitten in der Kirche – da habe ich eine Sache gemacht, die ich schon öfter getan habe. Ich habe dem Herrn Fragen gestellt. Ich nenne das „fragendes Gebet“. Ich hoffe, dass ihr das auch praktiziert. Ihr kennt bestimmt „Fürbitte-Gebete“, wo man für andere Leute betet. Aber „fragendes Gebet“ bedeutet, dass man dem Herrn Fragen stellt und auf eine Antwort wartet.

Ich habe festgestellt, dass das eine sehr hilfreiche Art von Gebet ist, aber auch eine sehr überraschende Art, wenn dann nämlich die Antwort kommt. In der Mitte dieses Gottesdienstes betete ich also: „Herr, wie fühlst Du über Weihnachten?“

Und Er erinnerte mich, dass ich ein Fotoalbum zu Hause habe, das meine Mutter gemacht hat. Sie war eine leidenschaftliche Fotografin. Sie hat auch Wettbewerbe gewonnen.

Das Fotoalbum handelt von mir und meinem Leben, von mir als kleinem Baby bis zu einem kleinen Jungen. Wenn ich das Album Leuten zeige, dann sagen sie normalerweise: „Oh, was für ein süßes Baby“.

Ich hasse das! Ich will dann sagen: „Ich bin kein Baby mehr!“ Du sollst eine Beziehung zu mir haben wie ich jetzt bin – nicht wie ich damals war.

Aber es ist ja viel einfacher, eine Beziehung zu einem Baby zu haben, die geben ja keine Antwort. Du kannst Babylaute machen, sie aufnehmen und knuddeln – und sie wehren sich nicht, also normalerweise nicht.

Also da war dieses Fotoalbum, das ich zu Hause hatte. Und ich dachte: Wieso sollte der Herr mich an dieses Album erinnern?

Dann habe ich es verstanden: Er wollte den Leuten sagen: „Ich bin kein Baby – nicht mehr. Ihr müsst eine Beziehung zu mir haben wie ich jetzt bin, sonst ist es keine echte Beziehung!“

Also habe ich verstanden, dass über einer Krippe Babylaute zu produzieren keine richtige Beziehung ist, denn es ist keine Beziehung zu einer echten Person. Es ist ja nur mit einer Puppe.

Wenn du eine echte Beziehung zu Jesus haben willst, dann musst du eine Beziehung suchen zu dem Jesus, der er jetzt ist: Ein erwachsener Mann, mit eben seinem ganzen Charakter.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 2 – Die Kirche und Weihnachten (5:00 bis 10:00)

Im 19ten Jahrhundert, wie ich schon vorher ausgeführt hatte, entstand diese Art von Weihnachten, die wir heute kennen. So mit den Bäumen und der ganzen Dekoration. Und allmählich haben sich diese Dinge in die Kirche eingeschlichen bis Ende des 19ten Jahrhundert. So dass es im 20ten Jahrhundert ganz normal war für eine Kirche, einen Weihnachtsbaum mitten auf der Bühne zu haben, wo Anbetung passiert. Ich war erstaunt vor ein paar Jahren an Weihnachten eine Pfingstkirche zu sehen, die einen riesigen Weihnachtsbaum hatte und die Kirche war dekoriert mit weihnachtlichen Luftschlangen und so weiter.

Also, langsam haben die Kirchen kapituliert vor dem Wusch der breiten Masse, Weihnachten weiterhin zu feiern.

Tatsächlich haben die Kirche auch angefangen, dadurch mehr Einnahmen zu erhalten. Zum Beispiel haben sie die übliche christliche Messe am Weihnachtsmorgen ersetzt mit Gemeinschaft am Vorabend. Und haben festgestellt, dass viel mehr Leute kommen und Brot und Wein am Weihnachtsabend nehmen als irgendwann anders im ganzen Jahr. Und auch evangelikale Kirchen heute machen eine Versammlung am Vorabend. Kirchen halten dort Gottesdienste mit Weihnachtsliedern und singen keine Anbetungslieder.

Also allmählich gab die Kirche nach und was begann, war der sogenannte „Kult der Krippe“. Das bedeutete, dass die Kirchen eine Krippe mit Jesus als Baby hatten und Josef und Maria und Esel und Kamele und alle Arten von Kreaturen. Und sie stellten die Krippe zur Schau und machten das zu einem Ort der Andacht und Verehrung.

Und von da an breitete sich dieser „Kult der Krippe“ in die Gesellschaft aus und das „Krippenspiel“ entstand. So dass von Kindern erwartet wurde, dass sie die Geburt von Jesus darstellen, was ja häufig zu lustigen Situationen führt. Denn wenn man dafür sorgt, dass kleine Kinder sich wie Erwachsene verhalten sollen, dann kann man Probleme erwarten.
Ich muss an ein Krippenspiel in einer Grundschule denken, wo die drei Könige kamen und der erste sagte: „Hier ist Gold für das Baby Jesus“. Der zweite sagte: „Hier ist Myrrhe für das Baby Jesus“. Und der dritte sagte: „Und von Frank soll ich das hier mitbringen“ und präsentierte Baby Jesus das dritte Geschenk.

Bei einem anderen Krippenspiel erinnere ich, dass Josef und Maria, die mit einem Kissen schwanger war, bei der Herberge ankamen und fragten, ob es Platz für sie gebe. Der kleine Josef sagte: „Du siehst, dass meine Frau kurz davor ist, ein Kind zu bekommen. Wir brauchen eine Unterkunft“. Der Junge, der den Hausherren gespielt hat, hatte seinen Text vergessen und sagte: „Klar! Kommt rein. Ihr könnt das beste Zimmer für Maria haben!“

Das ganze Spiel drohte sich in eine falsche Richtung zu entwickeln. Aber glücklicherweise war der Junge, der Josef gespielt hat, sehr geistesgegenwärtig. Und er guckte nur in das Haus rein, kam dann wieder raus und sagte zu Maria: „Du solltest mal den Zustand dieser Herberge sehen! Das passt nicht zu dir. Da sind wir mit einem Stall besser dran! Komm weiter!“ Und so lenkte er das Stück wieder in die richtige Richtung – zur Freude der Eltern, die zugeguckt haben.

Die Weihnachtsgeschichte ist nicht für Kinder. Es ist eine Geschichte für Erwachsene. Die Bibel wurde geschrieben für erwachsene Gläubige. Wie auch immer, so kam es, dass Christen in Weihnachten verwickelt wurden.
Und das hat zu einer anderen Krise geführt. In Amerika waren die Kirchen stark gespalten bezüglich „Santa Claus“ und Weihnachten. Zusammen haben die Presbyterianer von Calvin und die Baptisten und die Quäker einen Protestschrei erhoben gegen die Kirchen, die Weihnachten akzeptiert haben. Heutzutage kommt aus deren Reihen immer noch Widerstand. Die großen Denominationen neigten aber dazu Weihnachten in die Kirche zu bringen. Die Freikirchen wollten sie zuerst draußen lassen, aber die meisten, Methodisten, „Kongregationalisten“ gaben dann nach. Und ich muss sagen, Baptisten, Heilsarmee und auch Pfingstler haben nachgegeben und feiern normalerweise Weihnachten in der einen oder anderen Weise.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 2 – Die Kirche und Weihnachten (0:00 bis 5:00)

Okay, also wir haben gesehen, dass im Mittelalter Weihnachten ein offizielles christliches Fest wurde und die Kirche dazu die volle Unterstützung gab. Bezeichnenderweise ging vieles von den heidnischen Praktiken von Weihnachten weiter. Bis ins 14te Jahrhundert haben sie noch „Hofnarren“ gewählt, die in diesen 12 Tagen regieren durften.

Also gab es diese Zeit, in der die heidnischen Bräuche und die Anerkennung durch die Christen vermischt wurden und nebenher existierten. Mit der Reformation, konkret mit Luther und Calvin, kam da eine große Veränderung. Luther kämpfte mit allem was römisch-katholisch war, und natürlich war Weihnachten eine römisch-katholische Erfindung. Genauso kämpfte er gegen die heidnischen Wurzeln von Weihnachten. Nichtsdestotrotz gab Luther nach, so wie die meisten staatlichen Kirchen es taten. Denn eine staatliche Kirche muss alle Leute berücksichtigen. Eine staatliche Kirche „hütet“ ein Land, und deswegen ist die Tendenz bei staatlichen Kirchen die öffentliche Meinung zu berücksichtigen und keinen Anstoß zu erregen. Also hat Luther Weihnachten gefeiert, zwar ungern, aber er liebte seine Gitarre und liebte es, Lieder zu singen, insbesondere Weihnachtslieder für Kinder. Also hat Luther Weihnachten beibehalten.

Calvin in Genf auf der anderen Seite hat das Gegenteil getan. Calvin hat sich stark gegen Weihnachten und Ostern aufgelehnt, weil die Bibel gegen Festivals jeder Art ist (Kolosser 3 – wenn du das nachlesen willst).

Also wollte Calvin in Genf mit Weihnachten nichts zu tun haben. Und der Calvinismus, in Form des Presbyterianismus, kam nach England, hauptsächlich nach Schottland. Das Ergebnis ist: In Schottland feiert man kein Weihnachten. Sie feiern „Hogmanay“ (eine Art Silvester), aber sie feiern kein Weihnachten. Presbyterianer machen das nicht, sie folgen Calvin.

John Knox war Calvins Mitarbeiter in Schottland. Und er hat die Schotten überzeugt, Weihnachten komplett fallen zu lassen. Genauso später als die Presbyterianer beinahe England komplett übernommen haben, genau wie Schottland während des englischen Bürgerkriegs. Als Cromwell an die Macht kam und die königliche Familie abgeschafft wurde und König Karl I. in einer Krise die Nerven verloren hat, hat das britische Parlament rechtens Weihnachten komplett abgeschafft. Natürlich kann man die öffentliche Meinung nicht so einfach ändern und insbesondere in den ländlichen Gegenden haben sie eine Art Weihnachtsfeier aufrecht erhalten. Aber offiziell war es jetzt abgeschafft – in England und in Schottland.

Wie auch immer, der englische Bürgerkrieg führte zu einer britischen Republik mit Cromwell als dem ersten „Protektor“ oder „Kopf“ des Ganzen. Aber das dauerte nur ein paar Jahre und das Volk wollte wieder einen König. Und sie wollten Karl II. wieder auf dem Thron sehen, und sie haben ihn wieder auf den Thron gesetzt und er hat wieder königliche Unterstützung geliefert für solche Karneval-Aktivitäten. Insofern stand Weihnachten wieder auf dem Programm.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 1 – Die Ursprünge von Weihnachten (20:00 bis Ende)

So, das sind die geschichtlichen Bestandteile von Weihnachten. Davon ist natürlich gar nichts „christlich“, und alle diese Bestandteile haben die allgemeine Stimmung so eingespannt, dass der Gedanke daran, das alles abschaffen zu wollen, die britische und amerikanische Allgemeinheit sehr erschrecken würde.

Oh, ein weiterer Bestandteil von Weihnachten aus dem 20ten Jahrhundert ist „Rudolf, the Red Nosed Reindeer“ – mit seiner glänzenden Nase. Und auch das ist inzwischen ein wichtiger Teil von Weihnachten geworden. Insofern ist alles zusammen eine witzige Mischung.

Jetzt will ich damit anfangen zu beschreiben wie die Christen mit diesem jährlichen heidnischen Fruchtbarkeitsfest umgegangen sind. In den ersten vier Jahrhunderten haben gute Christen es einfach ignoriert. Und sie waren wirklich davon überzeugt, dass Christen bei so einem maßlosen Fest nicht mitmachen sollten. Insbesondere dieser Karneval-Teil hat sie beunruhigt.

Im vierten Jahrhundert hat Papst Gregor einen Missionar nach England geschickt, der hieß Augustinus. Nicht der Augustinus, der „Bekenntnisse“ (Confessiones) geschrieben hat – der andere. Es gab einen Augustinus in Afrika, den kennt man. Aber der andere Augustinus wurde nach England gesendet. Und der hat ein oder zwei Jahre später berichtet, was er für Fortschritte erzielt hat: Er hat den König von Kent getauft, er hat eine Anzahl von Leuten, die zu einer Kirche gehen. Diese wurde später die „Canterbury Cathedral“. Aber er hat gesagt: „Ich war bislang nicht in der Lage, den Briten ihr jährliches Fruchtbarkeitsfest abzugewöhnen“ – also Weihnachten, wobei es damals so nicht genannt wurde.

Obwohl er es mit aller Anstrengung versucht hat, er konnte sie von diesen maßlosen Aktivitäten nicht losgekommen. Also hat er Papst Gregor gefragt: „Was soll ich machen?“

Papst Gregor hat gewissermaßen gesagt: Wenn du sie nicht besiegen kannst, dann schließ dich ihnen an.

Konkret hat er gesagt: Taufe das Fest in Christus. Bring es in die Kirche, und mache das Fest „im Namen Christi“.

Ferner hat er vorgeschlagen: „Wenn sie das Fest der Sonne feiern, dann feiern wir eben die „Sonne der Gerechtigkeit“. Das ist ein Zital aus dem Alten Testament: Mal 3,20.

Mal 3,20 Aber euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung ist unter ihren Flügeln

Also wurde der 25ste Dezember der offizielle Geburtstag von Jesus. Natürlich war der Geburtstag von Jesus überhaupt nicht im Dezember! Hirten hüten nicht die Schafe nachts im Dezember!

Lukas 2,8 Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem Feld blieben und des Nachts Wache hielten über ihre Herde.

Da gibt es oft Schnee auf den Hügeln Israels im Dezember!

Uns wird in der Bibel gesagt, wann er in Wahrheit geboren wurde. Und das war nicht im Dezember.

Aber genauso wie die Königin ihren Geburtstag hat, so hat sie auch noch einen weiteren „offiziellen“ Geburtstag. Da gibt es die alljährliche Militärparade („Trooping the Colour“). Genauso hat Christus einen „offiziellen“ Geburtstag bekommen, der nicht sein Geburtstag war, aber so gefeiert wurde als wäre es seiner.

Das war also der folgenschwere Beginn eines „christlichen“ Weihnachtens. Und was dann noch hinzugefügt wurde, um es besonders christlich zu machen, war eine römisch-katholische Messe (englisch „mass“). So entstand dann der Name „Christ-Mas“. Und so wird es seitdem bezeichnet.

Insofern war das ganze eine Strategie der römisch-katholischen Kirche um zu missionieren: Wenn du Leute nicht davon abhalten kannst, bestimmte Dinge zu tun, dann bring diese Dinge in die Kirche und mache sie zu einem Teil des kirchlichen Programms, so dass alle zufrieden sind und bleiben.

Ich selber bin davon überhaupt nicht überzeugt. Aber ich habe festgestellt, dass Katholiken auf den Philippinen in Lateinamerika immer noch Naturglauben und Spiritismus praktizieren, weil das dort die ursprüngliche Religion war. Also hat die Katholische Kirche angeregt, das mit in die Kirche zu bringen. Es ist ziemlich verstörend herauszufinden, dass diese alten Dinge immer noch tief verwurzelt sind.

So, das war also der Anfang. Und es war Papst Julius, der Nachfolger von Papst Gregor, der dafür gesorgt hat, dass das ganze ein offizieller Teil der kompletten Kirche wurde, wobei es ursprünglich für Britannien war und dafür gedacht war, dass die Briten bestimmte Dinge aufgeben sollten.

Während des Mittelalters hat das Interesse an Weihnachten stetig abgenommen, wobei Weihnachten immer noch ein leichtes mittelalterliches „Feeling“ hat: Postkutschen auf Weihnachtskarten, alte Reetdach-Häuser – ihr kennt diese Bilder. Das ist eine Art Nostalgie, „die guten alten Zeiten“. Die Zeiten war natürlich nicht so gut, aber die Nostalgie führt dazu, dass man sie durch eine rosarote Brille betrachtet.

All das hat sich radikal gewandelt als die protestantische Reformation kam.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 1 – Die Ursprünge von Weihnachten (15:00 bis 20:00)

Diese Geschichte hat wirklich die holländische Phantasie beflügelt und Sankt Nikolaus wäre beinahe der Schutzpatron von Holland geworden. Sie haben ihn „Santa Klaus“ genannt, was die Kurzform von Sankt Nikolaus ist. So wurde in New York „Santa Claus“, so wie wir ihn kennen, geboren. Und ihm wurde eine rotes Gewand gegeben, gesäumt mit weißem Pelz, und Stiefel und einen langen weißen Bart – und so kommen wir auf „Santa Claus“ so wie wir ihn kennen.

Ich erinnere mich daran, als wir unsere drei kleinen Kinder hatten, in Buckinghamshire. Eines Morgens sind wir mit dem Auto rausgefahren, um Sankt Nikolaus zu sehen in einem großen Laden. Aber auf dem Weg sahen wir einen anderen Sankt Nikolaus in den Bus steigen, und wir haben noch einen dritten Sankt Nikolaus am Straßenrand gesehen. Ich erinnere mich daran, dass das die Kinder ziemlich verwirrt hat: Sankt Nikolaus schien überall zu sein. Und natürlich ist er jetzt auch überall, denn er ist Teil von Weihnachten.

So, all dies passierte im 19ten Jahrhundert. Ich erzähle euch gleich über die Christen, die stark dagegen protestiert haben, aber die öffentliche, allgemeine Meinung war zu stark für die Protestanten. Ich komme später darauf zurück.

Was wurde im 20sten Jahrhundert zu all dem hinzugetan? Nun, keine Frage, das größte ist der ganze Kommerz. Bereits jetzt – wir haben gerade Oktober – gibt es Werbung für Weihnachten – im Fernsehen. Und die Geschäfte fangen damit an Inventur zu machen und aufzustocken für Weihnachten usw. Es ist interessant, dass diese Masse an Werbung hauptsächlich an Kinder gerichtet ist: Sehr teure Spielsachen z.B. Die Werbung ist an Kinder gerichtet, mittlerweile ist es nicht mehr an die Familie gerichtet, sondern an Kinder. Das gab es im Viktorianischen Zeitalter nicht. Kinder wurden damals gesehen, aber nicht angehört. Aber heute sind die Kinder zum Fokus von Weihnachten geworden in vielen Familien.

Eine andere Sache, die neue dazugekommen ist, ist die Weihnachtsansprache der Königin. Das ist ein Ritual geworden, und man kann sich Weihnachten ohne das nicht mehr vorstellen. Aber ihr Großvater, George V, hat damit begonnen. Er machte die erste Weihnachtsansprache and zitierte dabei aus einem Gedicht. Er sagte:

I said to the man who stood at the Gate of the Year,
‘Give me a light that I may tread safely into the unknown.’
And he replied, ‘Go out into the darkness, and put your hand into the Hand of God.
That shall be better than light, and safer than a known way.’
Das hat wirklich das Volk damals berührt als George V das zitiert hat. Und seitdem gab es jedes Jahr diese Weihnachtsansprache.
Aber sein Sohn, George VI, hörte damit auf, weil er fürchterlich gestottert hat. Und ich denke, ihr habt alle den Film gesehen „The King’s Speech“ oder habt davon gehört. Und so wisst ihr von seinem Stottern. Also hat er gesagt: „Ich werde nicht diese Ansprache jedes Jahr halten“.

Wie dem auch sei, im ersten Jahr des zweiten Weltkrieges, den Soldaten zuliebe, die weit weg von zu Hause waren, konnte man ihn doch überreden, eine Rede zu halten. Und er hat es hinbekommen und damit bis zum Ende des Krieges weitergemacht.

Also muss seine Tochter, unsere jetzige Königin, eine jährliche Ansprache an Weihnachten halten – normalerweise direkt vor „Morecambe and Wise“ (britische Comedy). Aber das ist halt mittlerweile Teil von Weihnachten, genau so wie Fernsehunterhaltung. Und es ist interessant, dass alle Massenmedien Einnahmen machen an Weihnachten. So wie ich das sehe, hat die Times bis 1900 niemals Weihnachten erwähnt in den Dezemberausgaben. Aber wenn man sich heutzutage Zeitungen und Zeitschriften angucken, hat Weihnachten deutlich an Macht gewonnen und ist mittlerweile das Hauptthema.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 1 – Die Ursprünge von Weihnachten (10:00 bis 15:00)

So hat sich das moderne Weihnachten auf beiden Seiten des Atlantiks in einer Art gegenseitiger Befruchtung entwickelt, was mit diesen beiden Autoren begonnen hat. Und ihre Geschichten haben wirklich das Interesse geweckt. Aber ich denke, dass der größte Faktor auf dieser Seite des Teiches Königin Victoria war. Und ihr Ehemann, Prince Albert aus Deutschland. Unsere Könige hatten eine starke Vorliebe für das Deutsche und hatten schon Weihnachten rübergebracht. Manche von unseren Königen und Königinnen waren sehr interessiert an dieser Feier, an dem Aspekt des Karnevals, dem Aspekt des Possenreissens. Henry VIII hat das gefeiert, Elizabeth I war bekannt dafür zu tanzen und Glücksspiel zu treiben an Weihnachten. In den Zeiten von Stuart und Tudor wurde Weihnachten insbesondere von den Royals gefeiert. Aber es waren Victoria und Albert, die vor allem die eigene Familie als Feiergemeinschaft etabliert haben. Also nicht die Gesellschaft, sondern die Familie. Und sie haben das Familienleben in England geprägt. Und Albert hat den Weihnachtsbaum nach England gebracht. Deutschland, voll von Wäldern, quasi als Nation mit vielen Bäumen – so hat Albert den Weihnachtsbaum nach England importiert als Wahrzeichen von Weihnachten. Während des Regierungszeit von Victoria wurde das ein sehr wichtiger Teil: Jede Familie musste einen Weihnachtsbaum haben.

Während des 19ten Jahrhunderts erfand jemand das „Weihnachtskarten versenden“ an die Verwandten und Freunde. Und so eine Karte war relativ einfach und günstig. Für einen halben Penny. Die normale Briefpost kostete damals einen Penny. Und dieser Preisunterschied zwischen Briefpost und Kartenpost blieb lange Zeit erhalten – bis heute. So das war ein schneller Weg, eine einfacher Weg, um Verwandte und Freunde zu grüßen. Im Gegensatz zum Schreiben von langen Briefen, konnte man so einfach eine Karte unterschreiben und diese für einen halben Penny verschicken. Und das startete richtig durch im 19ten Jahrhundert. So diesem Jahrhundert verdanken wir wirklich unser modernes Weihnachten. Insbesondere einem Gentleman, der auf dieser Seite des Atlantiks „Father Christmas“ genannt wird – aber auf der anderen Seite „Santa Claus“ heißt. Und der Name kam aus Holland, weil New York, dort wo dieser Name zuerst auftauchte, eine holländische Kolonie war. Das hieß damals noch nicht „New York“, sondern „New Amsterdam“. Und in Holland gab es eine starke Betonung auf einen Heiligen von lange her, der hieß „Sankt Nikolaus“. Und dieser Sankt Nikolaus war ein Mann aus der Türkei und ein Bischof und sehr gütig, kümmerte sich um die Armen. Und es gab in der Türkei einen Vater, der drei Töchter hatte, die keine Chance hatten, um verheiratet zu werden, obwohl sie gut aussahen. Das Problem war, dass sie kein Geld hatten als Hochzeitsmitgift. Und es war so üblich, dass die Braut Geld mit in die Ehe bringt oder der Vater der Braut. Und diese Bauersfrauen hatten aber nichts. So schmuggelte der gute Sankt Nikolaus Goldmünzen, eingewickelt in ein Tuch, in das Häuschen von dem Bauern. Er ist nicht den Schornstein runtergeklettert und hat es auch nicht in Socken reingestopft, aber er wickelte die Goldmünzen in ein Tuch und hat sie durchs Fenster geworfen. Und die drei Töchter konnten nun heiraten.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 1 – Die Ursprünge von Weihnachten (5:00 bis 10:00)

Sich zu küssen unter dem Mistelzweig geht zurück auf diese Feiern, wo sie ihre Häuser dekoriert haben mit Immergrün, wie z.B. Tannen und Stechpalmen (Ilex), und eben auch Mistelzweigen. All diese Immergrün-Pflanzen wurden genutzt um die Häuser zu schmücken und zu dekorieren. Man hat einen Kranz aus Stechpalme vor die Haustür gelegt – das geht zurück auf diese vorchristlichen Feste. Eine Besonderheit dieser Feste war sehr amüsant: In diesem Karneval konnten sie sich anziehen wie sie wollten. Und sie haben die Geschlechter getauscht, d.h. Männer haben sich als Frauen angezogen und Frauen wie Männer gekleidet. Und das haben wir auch heute noch. Bei der Pantomime: Der Junge vom Chef ist ein Mädchen mit langen Beinen. Und die Frau vom Chef ist eine „Dame“, gespielt von einem Mann. Dieser Kleidertausch geht zurück auf diese Karnevals von diesem Winterfest.

Und es gibt ein paar andere Dinge, die ich erwähnen möchte. Es war eine Zeit des Fressens und Prassens. Es spielte keine Rolle wie viel man gegessen hat. Man konnte sich selbst unter den Tisch essen und das war in Ordnung an Weihnachten. Das passiert heute auch noch, mit dem Truthahn und dem Plumpudding. Da essen wir viel mehr als wir sonst zum Abendbrot essen. Das ist ein Überbleibsel aus dem alten Fruchtbarkeitsfest.

Genauso mit dem Trinken: Man konnte so viel trinken wie man wollte und sich unter den Tisch saufen. Das hat auch überlebt. So ist das auch bei den Weihnachtsfeiern oder in den Kneipen an Weihnachten – die meisten Leute sind betrunken.

Was hat noch überlebt? Die sozialen Ordnungen sind umgedreht, die sexuellen Regeln sind umgedreht, die Regeln für Essen und Trinken sind aufgehoben. Und interessanterweise – Glücksspiel, was normalerweise verpönt war während des Jahres – während Weihnachten konnte man so viel Glücksspiel betreiben wie man wollte. Und da gibt es sicherlich auch ein modernes Gegenstück zu in der Art und Weise wie Geld ausgegeben wird über die Weihnachtszeit. Viele Menschen machen Schulden und müssen im nächsten Jahr dann zurückzahlen, was sie Weihnachten zu viel gekauft haben.

So, alle diese Dinge gehen zurück auf diese zwölf Tage von Weihnachten. Viele Gemeinden wählten eine Art König Hofnarr, der an diesen zwölf Tagen regiert hat. Der durfte innerhalb dieser zwölf Tage frei über jede Frau innerhalb der Gemeinschaft verfügen. Und das ist der Ursprung dieser zwölf Tage von Weihnachten („twelve days of christmas“, when my true love sent to me – Lied von Roger Whittaker).

Also haben wir ein sehr maßloses Festival, wo Leute sich einfach gehen lassen konnten und tun konnten, was sie wollten. Es war ein maßloses Festival. Aber es gab auch eine gute Seite und das war, dass von den Reichen erwartet wurde, dass sie den Armen helfen über Weihnachten. Die, die etwas hatten haben sich um die, die nichts hatten, gekümmert. Im Besonderen wurde sich bemüht um die Armen, die Einsamen und die Behinderten. Und das war eine gute Eigenschaft dieses jährlichen Winterfestes, und das hat auch überlebt. „Boxing Day“ (2ter Weihnachtsfeiertag) bedeutet, dass die Kästen in der Kirche für die Armen geleert wurden und am Boxing Day wurde an die Armen verteilt, was an Weihnachten in die Kästen für die Bedürftigen gelegt wurde.

So, das war, wie es angefangen hat. Und da gab es im Verlauf der Zeitalter Aufs und Abs. Ich erwähne davon nun ein bis zwei Abs und ein bis zwei Aufs: Während des Mittelalters war Weihnachten nicht sonderlich populär, mit Ausnahme der Adelsgeschlechter und der oberen Klassen. Diese Feiern haben dann stetig abgenommen über die Jahrhunderte bis zum 19ten Jahrhundert. Und dann begann das Weihnachten so wie wir es heute kennen. Das gab es nicht vor dem 19ten Jahrhundert, denn hier haben zwei Schriftsteller Geschichten über Weihnachten geschrieben. Auf dieser Seite des Atlantiks war das Charles Dickens. Und viel von dem, was wir heute über Weihnachten wissen, verdanken wir Charles Dickens. Nicht nur durch das Buch „Eine Weihnachtsgeschichte / A Christmas Carol“ und die Verfilmung „Scrooge“ – der Truthahn in der Geschichte kam aus den Vereinigten Staaten. Da drüben gab es auch einen Schriftsteller – Washinton Irving, und er war der Charles Dickens der USA.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 1 – Die Ursprünge von Weihnachten (0:00 bis 5:00)

Herzlich Willkommen. Ich wurde gebeten, einige Gedanken über Weihnachten wiederzugeben. Ich möchte dazu zwei Predigten halten (Anmerkung: Es wurden dann drei Predigten). Bei der ersten geht es um das Geschichtliche: Wo alles begonnen hat und wo es herkommt. In der zweiten Predigt schauen wir in die Bibel und gucken uns dort die Geschichte der Geburt Christi an – und wie das alles zusammenpasst bzw. ob es überhaupt zusammenpasst.

Wie die meisten von euch bereits wissen, Weihnachten ist kein christlicher Feiertag. Das gab es bereits lange bevor Jesus Christus geboren wurde. Weihnachten war ursprünglich ein heidnisches Fruchtbarkeitsfest und es war die Feier der Wintersonnenwende. Es wurde dabei gefeiert, dass die Sonne ab diesem Zeitpunkt langsam wieder stärker wurde. Man hat gewartet, dass die Sonnenwende am 21. Dezember vorüber war, und dann wurde gefeiert, dass die Sonne „wiedergeboren“ wurde und dass der Frühling wieder auf dem Weg ist.

Die Leute damals lebten einfach viel näher an der Natur als wir es heutzutage tun, sie waren insgesamt viel abhängiger von den Jahreszeiten. Ihr Essen kam nicht das ganze Jahr über aus dem Kühlschrank oder aus der Kühltruhe – sie waren abhängig von den Jahreszeiten, was das Essen angeht. Deswegen gab es da einen Grund zu feiern. Besonders während des kalten, dunklen Winters war es gut, so etwas wie „Karneval“ zu haben, was es auch wirklich war.

Hauptsächlich hat das in Europa angefangen, in Nordeuropa war es das Jul-Fest, der Ursprung des „Julklotzes“ oder „Julklapp“ oder „Yule-tide“. Eines der Hauptpunkte bei dieser Feier war ein großes Lagerfeuer, dass die Leute warm gehalten hat. Dafür haben die einen großen Baum gefällt und haben den Stamm als „Julklotz“ verbrannt, und dieses Lagerfeuer mit diesem großen Klotz in der Mitte war das zentrale Element des Julfestes in Nordeuropa.

In Südeuropa hieß das Fest „Saturnalia“ nach dem Gott „Saturn“. Die Römer haben Saturnalia gefeiert und haben damit dem Sonnengott „Mithras“ gehuldigt. Insofern war das Ganze ursprünglich eine Feier der Natur. Das war Teil eines Fruchtbarkeitskultes, denn Fruchtbarkeit war damals sehr wichtig: Fruchtbarkeit der Felder, Fruchtbarkeit der Tiere und der Menschen.

Also gab es diesen jährlichen Karneval oder diese Feiertage, welches sich bedauerlicherweise in eine sehr maßlose Feier entwickelt hat, weil die normalen Regeln des Lebens während der Feiertage aufgehoben wurden. Und das war nicht nur ein Tage, es waren 12 Tage. Es dauerte bis zum 6. Januar.

Selbst heute erinnere ich noch, dass der Weihnachtsschmuck zu Hause am 6. Januar spätestens abgenommen werden musste, dem zwölften Tag. Ich hatte keine Ahnung wieso, ich wusste damals nichts über die 12 Tage von Weihnachten.

Und das gibt uns einen Hinweis, was da zwölf Tage vor sich ging: Die normalen Beschränkungen wurden aufgehoben und alles Mögliche konnte deswegen passieren. Zum Beispiel wurden die normalen Regeln von sozialen Beziehungen ausgehebelt. Zum einen bedeutete dies, dass es nicht mehr obere und untere „Klassen“ gab über Weihnachten. Die haben oftmals die Rollen getauscht. Die Herren haben dort den Sklaven ihre Mahlzeiten an dem Tag gebracht. Und das gibt es heute auch noch in der Britischen Armee. Das ist immer noch der Brauch in Sandhurst für die oberen Offiziere den unteren Gefreiten das Weihnachtsessen zu servieren. Das ist also eine Umkehr der sozialen Ordnung für eine gewisse Zeit.

Aber hauptsächlich im Bereich der sexuellen Beziehungen kam „Freiheit“ und Verbote wurden aufgehoben. Und das sieht man heute noch auf Weihnachtsfeiern.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (40:00 bis 45:00)

Es gibt Leute, denen passieren so komische Dinge. Und das hat bestimmte Gründe. Und das quält die ganze Familie.

Und Jesus ist der, der frei macht. Und niemand muss mit so etwas leben. Wenn du irgendjemanden kennst, der belästigt wird und geplagt wird, dann gib ihm diese Kassette. Und sag: Die herrliche Botschaft ist die: Jesus macht wirklich frei. Er ist stärker!

1 Joh 3,8 – ich sag’s nochmal, weil’s so schön ist:
Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

Das gefällt mir so. Er diskutiert nicht darüber. Er stellt keine langen Analysen an, die zu nichts führen. Oder versucht irgendwie zu verhandeln. Sondern an der Stelle ist Jesus, der ja sonst „so lieb ist und so verständnisvoll und so tolerant ist“ – an der Stelle ist er knallhart!

Und das ist auch notwendig so. Weil der Teufel recht primitiv ist und nur diese eine Sprache versteht. Dass man wirklich mit aller Entschiedenheit gegen ihn sein muss. Jesus hat niemals gesagt: Teufel, dürfte ich vielleicht dich bitten, ein bisschen Platz zu machen – jetzt komme ich und mein Reich. Sondern er ist massiv, mit allem, was in ihm war, dagegen vorgegangen. Und wenn du einmal mit Dämonen zu tun gehabt hast, dann weißt du, das ist die einzige Art und Weise wie man mit ihnen umgehen kann. Die einzige Art und Weise!

Und wir sind manchmal so leisetreterisch, ja, wir möchten ja nicht irgendwie den Teufel auf uns aufmerksam machen.

Ich sage dir: Er ist schon längs auf dich aufmerksam geworden. Und dein einziger Schutz besteht darin, dass du nach vorne gehst und dass du wirklich deine Position einnimmst in Christus, und dass du von dem Gebrauch machst, was der Herr für dich hat.

Okay, also Wahnvorstellungen, Halluzinationen – Leute sehen irgendwelche furchtbaren Dinge, die überhaupt nicht da sind.

Dann aber auch – jetzt wird’s ein bisschen subtiler – chronische, zwanghafte, negative Stimmungen, Seelen-Zustände:

Abnorme Traurigkeit oder Verzweiflung.

Nun, ich rede nicht von dem Teenie mit 14 1/2 Jahren zum ersten Mal verliebt und er hat sie sitzen gelassen, ist mit der Klassenkameradin zu „Eis Hennig“ gezogen statt mit ihr.

Und dann kommt die große Traurigkeit und der Weltschmerz – davon rede ich nicht.

Sondern ich rede davon, dass jemand ohne Begründung über Wochen, über Monate, über Jahre als Dauerzustand eine Traurigkeit in sich hat ohne zu sagen, warum eigentlich. Und es gibt keinen Anlass. Und du sagst: Mensch, eigentlich alles läuft prima und es ist eigentlich alles gut, und es gibt gar keinen Anlass.

Das ist ein solches Werk des Feindes.

Depressionen. Menschen sind depressiv ohne irgendeinen Grund. Ich weiß nicht, ob ich hier schon erzählt habe: Früher – jeden Herbst, wenn die letzten Blätter gefallen sind, wurde ich schwerst depressiv. Jeden Herbst. Ich wußte genau, wann das passiert. In den letzten Oktobertagen kommt normalerweise ein Wind – wusch – und dann sind die letzten Blätter unten – und dann kam’s.

Dann kam’s. Nicht so lange sie schön bunt waren, sondern wenn die Blätter unten waren, dann kam’s. Jeden Herbst. Und es ist so gut wenn die Depression nicht mehr wiederkommt, ich sage dir. Wie man so schön sagt: Es ist so schön wenn der Schmerz nachlässt. Das ist so ein wunderbares Gefühl. Es ist wirklich schön, wenn die Bedrückung, die Belastung, die Beraubung zuende ist.

Und darum geht es hier: Wir können in die Freiheit hineinkommen.

Nun, was haben wir denn noch alles hier? Traurigkeit also als diese Grundstimmung.

Bitte nicht jetzt wenn dein Hamster gestorben ist und du bist jetzt ein paar Tage traurig – davon rede ich nicht. Sondern jemand sagt mir: Ja, vor 20 Jahren habe ich jemanden, einen lieben Menschen aus der Familie verloren, und seitdem kann ich nicht mehr glücklich sein. Da ist ein Problem.

Und man sollte dem auf den Grund gehen und man sollte wirklich dort einfach die Freiheit beanspruchen.

Oh, dann gibt’s hier noch ganz üble Dinge: Todessehnsucht.

Es gibt Menschen, die freunden sich in ihrer Fantasie mit dem Tod an. Und sehen überall Tod, malen sich Tod an die Tapete und haben eine Sehnsucht nach Tod. Ich weiß nicht, ob du mal Georg Büchner gelesen hast. Da wird oft so eine Gruftstimmung inszeniert. Das war diese dekadente Dichtung, die waren alle von diesem Todesgeist irgendwie angehaucht. Und wenn du diese Dichtung liest, da kommt dir etwas entgegen und du denkst: „Hilfe“.

Da spürst du schon den Modergeruch. Und es gibt Leute, die können nur „Trakl“ lesen – ich sage, dann hast du ein Problem. Immer nähren sie sich von dieser Todesstimmung und kleiden sich dann auch entsprechend und irgendwie alles, was schön ist und was Spaß macht und alles Gute irgendwie – das meiden sie irgendwie. Und sie haben Todesfantasien, überlegen sich schon, auf welche Art sie sterben möchten, wie der Sarg aussehen soll, wie der Grabstein ist und alles dreht sich nur immer um Tod.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (35:00 bis 40:00)

Aber wenn wir ohne eine äußere Begründung solche Probleme haben, dann liegt da etwas vor.

Es gibt Menschen, die haben – manche Nacht für Nacht, manche drei Mal die Woche oder fünf Mal die Woche oder wie auch immer – sie haben Alpträume. Manche haben einen bestimmten Traum, den haben sie Jahr für Jahr, Woche für Woche wieder. Und sie träumen immer dasselbe und das ist furchtbar und sie wachen auf und sind schweißgebadet.

Das ist ein solches Werk des Teufels, wovon ich heute hier rede und wiederum – damit das nicht alles so düster wird und wir alle so in die Knie gehen und sagen: Meine Güte! Wie mächtig ist der Teufel?!

Jesus ist der Befreier! Und ich habe Menschen gesehen in unserer Gemeinde und ich könnte dir viele nennen, die mit solchen Problemen hier ankamen und Jesus hat sie wirklich freigemacht. Es gibt Menschen, die hören Stimmen. Stimmen, die überhaupt nicht da sind. Die sie in den Wahnsinn treiben, die ihnen die blödesten Dinge einreden wollen, die sie jagen, die sie anklagen oder die sie verführen wollen und so etwas.

Und wenn solche Menschen dann Christen werden, dann wird diese Stimme irgendwie auf einmal ganz religiös und sie denken, es ist der Heilige Geist.

Ich kannte einen Menschen, der kriegte dann die seltsamsten Aufträge und hat dann für die ganze Gemeinde weiße Kleider bestellt.

Was natürlich eine ziemlich teure Angelegenheit war. Und dann ging er nach Jerusalem und hat dort die teure Präsidentensuite in einem First Class Hotel gemietet und hatte irgendwelche wunderbaren Offenbarungen vom Heiligen Geist – und das war alles total dämonisch.

Menschen können in die Irre geleitet werden. Wenn jemand solche Probleme hat, und er wird dann Christ, dann muss er wissen, das sind dämonische Probleme und der Geist wird dann sich entsprechend anpassen und wird dann ganz fromm werden. Und wird dir dann sagen: Du sollst 40 Tage fasten oder so etwas. Oder du liest von morgens bis abends nur noch in der Bibel oder irgendwelche solch total extreme Dinge.

Weil dir das eingeredet wurde und weil du weißt, also wenn du das nicht tust, wenn du Gott nicht gehorsam bist, dann kommt was ganz, ganz Schlimmes in dein Leben usw.

Das sind religiöse Zwänge. Wo der Teufel auf einmal ganz fromm wird. Ja, er weiß, wenn du als Christ daherkommst und er redet dir ins Ohr, du sollst die Berliner Bank ausrauben – du bist auf dem Ohr nicht gerade sehr empfänglich.

Aber dann kommt er und gibt dir Offenbarung: Du bist der kommende große Apostel oder Prophet, hast noch nicht mal das Grundlagenseminar absolviert, aber der Teufel sagt dir, du bist der Prophet und sollst jetzt mal die Gemeindeleitung richtig zusammen niesen, und dann stehst du das im Gottesdienst auf bringst da ein vollmächtiges Gebet.

Ich sage: Sowas haben wir alle schon erlebt. Das sind arme, irregeleitete Menschen. Wo der Teufel kommt und wo er sie total treibt und auf ihnen reitet und die wildesten Dinge macht. So etwas gibt es wirklich.

Und wir brauchen Klarheit und wir müssen erkennen, den Unterschied zwischen dem Heiligen Geist und dämonischen Geistern. Alles, was zwingt …

Neulich hab ich mit einem gebetet und er hat auf einmal die bizarrsten Dinge da getan. Also das kann ich gar nicht nachmachen, will ich auch nicht, will euch nicht den Abend verderben. Während ich also für ihn betete und die Hände auflegte, hat er in einer Art und Weise sich bewegt, dass ich erstmal total erschrocken war. „Huch, was ist denn das jetzt?!“

Und er sagte: Das ist der Heilige Geist.

Ich sage: Das ist nicht der Heilige Geist, das kann nicht sein. Wenn das der Heilige Geist ist, dann kenne ich den Heiligen Geist nicht.

Und Leute sind irregeleitet, was bestimmte Gründe hat. Und wir werden die Hintergründe anschauen, warum sind Menschen irregeleitet, warum kriechen sie dem Teufel auf den Leim und was können sie tun, um da wieder herauszukommen?

Also: Stimmen hören z.B.

Oder andere Formen von Halluzinationen. Ich hatte eine Person in der Seelsorge, die hat furchtbare, schreckliche Dinge, die ich jetzt hier nicht beschreiben will, gerochen, die aber gar nicht objektiv vorhanden waren.

Das sind Geruchs-Halluzinationen, was relativ selten vorkommt. Meistens sehen die Leute etwas. Wie ein Alkoholiker in der Klinik: Irgendwann ab einem bestimmten Tage des Entzuges fängt der an die weißen Mäuse und alles mögliche dann zu sehen. Und er sieht die dann wirklich, ich war im Krankenhaus, ich habe viele Jahre im Krankenhaus gearbeitet, und der kann dir ganz genau sagen, wie die aussehen. Und wenn du hörst, wie die das beschreiben, was das für Fratzen und für Dinger sind – und du schon im okkulten Bereich mal gewesen bist oder sonst mit Dämonen zu tun hast, dann weißt du, was der sieht. Dann hast du sehr präzise Vorstellungen, was der da sieht. Und das macht die Leute total fertig.

Und besonders wenn wir dann da hinkommen als aufgeklärte Mitteleuropäer: Ach, das ist doch alles gar nicht da, das bildest du dir bloß ein.

Der weiß mehr darüber und wird dann seinen Mund halten.

Es gibt Leute, bei denen passieren zu Hause die komischsten Dinge. Da fliegt eine Vase durchs Wohnzimmer oder solche Geschichten. Ja, du sagst vielleicht als aufgeklärter Mitteleuropäer: Das kann doch gar nicht sein, also ich bitte dich, lass uns doch vernünftig sein.

Da passieren Dinge – die Leute haben Anst sich zu offenbaren, weil sie Angst haben, am nächsten Morgen stehen sie in der Bild-Zeitung auf der ersten Seite als total übergeschnappt und durchgedreht.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (30:00 bis 35:00)

Also, diese Kontrollzwänge: Viele, viele Menschen haben solche Dinge.

Okay, dann hier ein ganz wichtiges Thema. Gerade gestern las ich einen alten Focus-Artikel, und ich hab die Zahl vergessen, wie viele Millionen von Menschen von solchen Problemen – Angst und Phobien usw. gequält werden. Es war eine ungeheure Zahl, die da genannt wurde. Selbst wenn nur 10% davon stimmen würden, dann müsste man sagen: Armes Deutschland.

Menschen werden geplagt von den absurdesten, abnormsten Ängsten. Ich rede jetzt nicht davon, dass Du am hellichten Tage durch den Schöneberger Volkspark gehst und plötzlich hörst du ein Löwengebrüll und hinter dem Busch, auf einmal springt ein ausgewachsener Löwe hervor und du sagst: Pastor, ich muss in die Seelsorge, ich hatte echt Angst.

Ich würde sagen: Hallelujah. Das war sehr gesund, das hat dir einen Adrenalin-Stoß versetzt und du klettertest auf die Bäume wie die Affen. Und du wusstest gar nicht, dass du so sportlich bist. Das war sehr hilfreich, das war Gott, der hat dein Leben gerettet. Das war super.

Ich rede nicht von dieser „real begründeten Angst in einer wirklichen bedrohlichen Situation“.

Aber wenn du sagst: Jedes Mal wenn ich beim schönsten Sonnenschein durch den Volkspark laufe, habe ich Angst, hinter dem nächsten Busch könnte ein Löwe hervorkommen. Und das ist so furchtbar für mich, dass ich mich schon gar nicht mehr traue, durch den Volkpark zu gehen. Dann hast du ein Problem. Verstehst du den Unterschied?

Und so gibt es Menschen, die von Angstfantasien gejagt und gequält werden. Es gibt Menschen, für die ist die Vorstellung in einen Fahrstuhl zu steigen ein Horror. Die haben Angst vor geschlossenen Räumen, die haben Angst über einen offenen Platz zu gehen. Sie haben Angst, irgendwelche normalen Dinge zu tun, die vielleicht für jeden von uns völlig selbstverständlich sind, aber sie sind gebunden. Und nur die Vorstellung, sie würden da ausbrechen, erzeugt für sie also wirkliche Todesängste.

Ich habe das viele, viele Male erlebt, und ich könnte dir eine ganze Reihe von Leuten in der Gemeinde sagen, was ich natürlich nicht tue wegen Datenschutz, die solche Probleme gehabt haben: Die nicht in die U-Bahn gehen konnten, die nicht im Auto durch den Straßenverkehr fahren konnten, die alles mögliche nicht konnten, die umgekippt sind und die x-mal in die Klinik gekommen sind und da gelandet sind.

Du denkst, irgendwann gibt es eine neue Fernsehsendung mit jemandem aus unserer Gemeinde, der von Beruf Busfahrer ist. Und deswegen darf ich das so sagen, weil die Sendung könnt ihr dann alle sehen. Und der erzählt wie er kollabiert ist und wie oftmals der Bus rechts ran musste und dann kam die Feuerwehr und hat ihn abgeholt und in die Klinik – Herzrasen, Flattermann und Umkippen und lauter solche Geschichten, das gehörte zum Alltag. Die Frau war schon ganz durch den Wind. Jedesmal hörte sie dann die Sirene und dann kam wieder irgendwie die Feuerwehr daher oder irgendwas passierte andauernd. Es war ein Horror im Leben dieser Familie.

Und Jesus macht von solchen Geschichten frei. Das ist meine Betonung. Das ist, was ich euch hier sagen möchte. Und wenn du, wie gesagt, keinerlei Bedarf siehst dafür, dann wisse, es gibt viele, viele, viele Menschen, die solchen Bedarf haben. Und die sollen das wissen. Und du sollst mit Überzeugung rausgehen: Jawohl! Es gibt Befreiung. Es gibt wirklich Durchbrüche von diesen Dingen!

Viele Menschen habe ich erlebt, die solche Ängste gehabt haben. Ich kannte einmal eine Frau, die hatte Angst vor Krankheitserregern. Zugegeben in dem Krankenhaus, in dem ich da gearbeitet habe, natürlich wie in jedem Krankenhaus, gibt es auch viele Krankheitserreger. Aber diese Angst war so panisch bei der Frau. Was sie getan hat: Wenn sie durch die Räume gegangen ist, sie hatte immer ein großes Taschentuch in ihrer Kitteltasche, und wenn sie eine Tür aufmachen wollte, dann nahm sie ihr Taschentuch raus, legte es auf die Klinke und dann legte sie die Hand auf die Klinke, drückte die Klinke runter, machte die Tür auf, nahm das Taschentuch, ging auf die andere Seite, legte das Taschentuch auf die Klinke, drückte die Klinke runter, und machte die Tür zu. Und du kannst dir vorstellen: Eine Krankenschwester – wie viele Türen die Tag für Tag in jeder Schicht aufmachen muss – was das für eine Energieverschwendung ist!

Außerdem sieht das ziemlich blöde aus gegenüber den Arbeitskollegen, das ist ja peinlich. Aber diese Ängste sind größer als Peinlichkeit. Man sagt: Mir ist alles egal, Hauptsache, diese Keime erwischen mich nicht. Und wenn meine Arbeitskollegen über mich lachen, ist mir ganz egal. Aber man ist doch wirklich geplagt von etwas!

Das sind so einige Beispiele. Es gibt noch vieles, vieles andere. Und bitte auch hier jedes Mal immer so erkennen, was ist wirklich pathologisch oder krankhaft – und was ist einfach normal?

Wenn du bei diesem Raum hier ein bisschen so sagst: Meine Güte, das ist alles so eng hier, ich fürchte, ich ersticke – dann hast du möglichweise ein Problem.

Aber wenn du irgendwie als Kind in den Schuhkarton fällst und die anderen Kinder stellen sich drauf und sagen „Haha, wir haben ihn gefangen“ – und du kriegst da drinnen Ängste, weil es eng und weil es dunkel ist – das ist relativ normal.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (25:00 bis 30:00)

Es gibt ganz andere Formen der Zwänge. Zwänge in den Gedanken, wie ich vorhin schon mit dem „Zählen“ sagte. Zwänge in der Fantasie: Sich zerstörerische, böse oder auch unreine Dinge vorstellen zu müssen. Gedanken zu haben, die einfach nicht in Ordnung sind, die nicht mit dem Standard der Bibel übereinstimmen – und nichts dagegen tun zu können.

Du sagst, ja, was heißt „der Standard der Bibel“?

Nun, zum Beispiel, Jesus sagt: Wer eine Frau ansieht und ihrer begiert, bricht die Ehe.

Mt 5,28
Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen.

Da ist ein biblische Standard von Reinheit. Und Gott möchte, und das ist offensichtlich möglich, sonst würde es solche Gebote nicht geben, es ist offensichtlich möglich, rein zu leben in seinen Gedanken, in seinen Fantasien, sogar bis hinein in die Träume – es ist möglich. Es gibt keine Gebote Gottes, Gott richtet nicht einen Standard auf, und dann sagt er: Jetzt bin ich ja mal gespannt, wer das halten kann.

Das ist nicht Gott. Und manche Christen denken so. Sie halten die Sünde für normal und wenn sie das Wort Gottes hören, dann sagen sie: Ja, aber Pastor, wir sind doch alle Sünder.

Deswegen haben wir die neue Geburt, deswegen haben wir den Namen Jesu, deswegen haben wir die Kraft des Heiligen Geistes – um frei zu werden aus all diesen Dingen und ein anderes Leben zu führen.

Paulus sagt zu den Korinthern: Ihr lebt ja nur als bloße Menschen.

1 Kor 3,3
denn ihr seid noch fleischlich. Denn wo Eifersucht und Streit unter euch ist, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise?

Das war kein Kompliment. Das war ein Vorwurf!

Mit anderen Worten: Ihr nutzt ja überhaupt nicht all das Herrliche, was ihr seit Golgatha oder durch Golgatha habt. Sondern ihr lebt wie euer Nachbar nebenan – genauso. Und das war ein Vorwurf.

Wir sollen und wir brauchen nicht zu leben wie alle anderen Leute, die das Evangelium nicht kennen und die von Erlösung nichts wissen.

Und es gibt da Menschen, die sind versklavt in ihren Gedanken, in ihrer Fantasie. Sie sind versklavt an unreine Dinge, müssen auch immer zwanghaft sich unreine Dinge anschauen. Und dann hat man, egal bei diesem oder auch bei allen möglichen anderen Zwängen, man hat ein Problem: Nicht nur dieses eine Problem, dass man diesen Zwang hat, irgendetwas tun zu müssen, irgendetwas sich anschauen zu müssen, sondern es kommt dazu dann noch das Schuldgefühl und die Selbstverachtung.

Du verlierst die Achtung vor dir selbst wenn du merkst, du bist wie eine Marionette. Irgendwas treibt dich und zwingt dich und zieht dich und du musst was tun, von dem du genau weißt, du solltest es nicht tun und du willst es gar nicht tun und du wirst gezwungen, das zu tun. Du verlierst – und das ist ein großes Problem. Das trifft zu auf zwanghafte Selbstbefriedigung oder an den Glücksspielautomaten gehen, zwanghafte Kaufräusche oder irgendetwas anderes – du verlierst die Achtung vor dir selbst.

Du kannst vor dir selbst nicht mehr bestehen. Und wenn das ein Dauerzustand wird – du wirst ein Mensch sein, der sehr, sehr, sehr gedrückt lebt und auch in seiner Person sehr gespalten ist.

Und all das möchte der Herr nicht! Er möchte nicht, dass wir gespalten sind. Er möchte nicht, dass wir von Schuldgefühlen runtergezogen werden. Genau was die Leute draußen denken: „Ja, die Kirche! Die Kirche gibt den Leuten nur Schuldgefühle!“

Nein! Die wahre Kirche Jesu Christi befreit Menschen von Schuldgefühlen.

Aber die Welt denkt, bereits einen Standard zu haben und diesen als kompromisslos, eindeutig als Willen Gottes und als Norm zu verkündigen – würde Schuldgefühle hervorrufen. Das ist nicht der Fall – wenn dazu die Lehre kommt wie man die Kraft des Heiligen Geistes anwenden kann, wie man auf diesem Niveau leben kann, dann ist es etwas sehr herrliches und in keiner Weise irgendwie etwas Bedrohliches.

Oder sehe ich das verkehrt? Bin ich der einzige, der diese Meinung hat?

Ahja, danke für die kleine Bestätigung, vereinzelt. Ich hoffe, dass es im Laufe des Abends noch mehr zunimmt.

Also, da gibt es noch eine ganze Reihe von anderen – ohja, hier etwas sehr bekanntes, häufiges: Kontrollzwänge.

Ein kleines Ansatz von Kontrollzwang kann sein: Du gehst aus dem Haus, du hast den Gashahn abgedreht oder den Herd nochmal gecheckt, und dann gehst du raus, und dann kommt der Gedanke: Habe ich ihn wirklich abgedreht?

Ach, ne, das ist Blödsinn, ich weiß ja, dass ich den Hahn abgedreht habe!

Und dann gehst du nochmal zurück.

Und ich sage dir: Das ist ein kleiner, zarter Anfang. Du solltest sehr aufpassen, was du mit deinen Gedanken tust, und wie du das durchbrichst. Wenn du an der Stelle nicht lernst, dich wieder freizuschwimmen, dann sag ich dir, das kann darin enden, dass du hin und hergehst – du gehst aus dem Haus und du weißt, du hast nachgeschaut. Und der Herd ist ausgedreht, und du bist 5 Meter weg vom Haus und sagst: Ja, aber zu Sicherheit sollte ich doch nochmal gucken!

Und dann wird es wirklich lästig. An der Stelle siehst du das. Ein Zwang bringt Energieverschwendung! Wieviel Kalorien verschwendest du sinnlos, weil du hin und herläuft, Treppenhaus rauf und runter, nur um dich zu vergewissern, wiewohl du doch genau weißt, du hast das Ding zugemacht oder abgedreht oder was auch immer!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (20:00 bis 25:00)

Diese Gefangenschaft oder diese Bindungen kann sehr, sehr unterschiedliche Formen annehmen. Da gibt es eine große Bandbreite von Dingen, die Menschen so erleiden und erleben können und sicherlich kann man da gar keine vollständige Liste von aufstellen. Aber so einige Dinge will ich doch einmal nennen. Ihr findet auch hier in diesem Studienheft so einiges aufgezählt.

Als allererstes dann – buchstäblich in diesem Sinne, wie es hier auch beschrieben ist: Die sogenannten Zwänge. Wo also Menschen gefangen sind, etwas zu tun gegen ihren eigenen Willen. Sie wissen ganz genau, das ist nicht richtig oder es muss auch nicht unbedingt in sich verkehrt sein, ja? Es gibt z.B. Zähl-Zwänge. Die sind nicht unbedingt sündig, ja? Wenn einer jetzt den ganzen Abend hier sitzt und zählt alle Karos an der Decke hier oder so. Das ist jetzt nicht sündig oder so, aber ich kannte mal einen Menschen, der kam in einen Raum und andauernd fing er an, irgendwas zu zählen: Die Lampen zu zählen oder die Deckenbalken zu zählen oder irgendwas. Er hat permanent gezählt, er konnte dir ganz genau sagen, welche Nummer der Bus hatte, mit dem er vor zwei Tagen gefahren ist. Er hat alles mögliche an unnützen Details zwanghaft aufgenommen. Nicht, weil er Statistiker war, sondern weil er einfach gezwungen war, von irgendetwas, was seinen Verstand kontrolliert hat, sich mit allem möglichen blödsinnigen, überflüssigen, unnützen Details irgendwie anzufüllen.

Ja, also mit den Zwängen – ich will damit nicht sagen, dass jeder Zwang in sich Sünde ist, aber was es auf jeden Fall ist, ist eine Energieverschwendung und es ist eine Beraubung. Statt also dass jemand die schöne Anbetung genießt, zählt er die Karos und versucht irgendwelche Gesetzmäßigkeiten hier herauszukriegnen und warum die Lampen so angeordnet sind und warum diese Lampe nicht in diesen Karos … oder solche Geschichten. Und verpasst die herrliche Anbetung, verpasst die Gegenwart Gottes, verpasst die Salbung und all das, nur weil er immer am zählen ist.

Es gibt Leute, die haben Waschzwänge. Die müssen sich x-mal am Tag waschen. Und nichts gegen „waschen“, ja? Aber wenn du nach drei Mal duschen noch das Gefühl hast, du bist nicht richtig sauber – ich glaube, du hast ein Problem. So gibt es verschiedene Zwänge, die in sich nicht Sünde sind, aber die äußerst lästig sind. Und das ist das entscheidende bei diesen Zwängen – und überhaupt bei all diesen Werken der Finsternis: Dass sie eines zum Ziel haben: Glück zu mindern, Freiheit zu nehmen, Menschen zu berauben, Menschen zu bedrücken, Menschen unnötige Lasten aufzubürden, Menschen einfach ins Unglück zu führen. Das ist, was der Feind beabsichtigt.

Und das kann sehr, sehr vielfältige Formen annehmen. Manchmal sehr, sehr bizarr. Also da sind Zwänge. Natürlich, wenn einer regelmäßig Alkohol trinken muss – wohlgemerkt „muss“ – ich sage nichts dagegen, dass man sich zu Feierabend mal ein Bierchen genehmigt – aber wenn jemand zittrige Hände kriegt, weil er seit einigen Stunden keinen Alkohol mehr getrunken hat, ich glaube, du hast ein Problem.

Oder Drogen. Oder Zigaretten. Oder man kann von irgendwas süchtig sein, man kann auch von Schokolade süchtig sein.

Oder man kann süchtig sein, kaufen gehen zu müssen. Auch das gibt es. Es gibt Leute, die sind total süchtig nach Zeug ansammeln und kaufen und Dinge irgendwie zwanghaft. Ich meine jetzt nicht also deine Frau – im Katalog sieht sie und sagt: Guck mal, dieses schöne Kleid hier.

Und du sagst: Schatzi, was soll das? Vor 10 Jahren hab ich dir schon mal ein Kleid gekauft.

Dann liegt das nicht vor. Das ist relativ normal oder man muss erstaunen, wieviel Sanftmut sie die 10 Jahre mit dir gehabt hat. Okay.

Aber wenn jemand exzessiv Geld ausgibt über seine Verhältnisse und immer irgendwas kaufen muss und die Schränke voll sind von Schuhen und einer Hunderte von Paaren Schuhe hat, dann sage ich dir: Da liegt ein seelsorgerliches Problem vor. Ich rede nicht davon, dass du ein Paar Winterstiefel hast und Sommersandalen und noch ein Paar Halbschuhe und die schwarzen Pumps – das ist alles in Ordnung.

Aber wenn du Hunderte von Schuhen hast und du musst sie kaufen und nachdem du sie gekaut hast, ziehst du sie nie an, und du weißt nicht, wohin mit den ganzen Sachen – dann hast du ein Problem. Und das kann in allen möglichen Bereichen der Fall sein. Dass man einfach süchtig ist, dass man abhängig ist und Sucht ist immer dann erkennbar: Ohne dieses Dingsbums – was immer das ist – kannst du nicht leben. Das ist ein echtes Zeichen von „Sucht“. Und dir geht es seelisch oder meinetwegen dann auch sogar darüber hinaus körperlich schlecht wenn du dieses Dingsbums (Kaugummi, Schokolade oder Wodka oder irgendetwas) nicht hast. Das ist ein echtes Zeichen von Abhängikeit und von Sucht.

Und dann ist es einfach realistisch anzuerkennen: Hoppla, ich habe ein Problem, ich brauche Befreiung.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (15:00 bis 20:00)

Und weil das so ein großes Thema ist, reicht dieser Abend nicht aus, sondern sogar mindestens der nächste Abend muss auch noch unter dieser großen Überschrift „Befreiung von der Vergangenheit“ dann stehen – wiewohl das dann wieder ein eigenes Unterthema hat, aber eigentlich dazu gehört.

Das ist doch das Entscheidende: Dass ein Mensch seine Ketten los wird und dass er in die Freiheit hinein kommt und das Leben dann genießt.

Also es geht nicht darum, irgendjemandem zu unterstellen, er sei besessen. Das ist sowieso ein sehr ungesundes Wort, weil das immer – Besessenheit redet ja von „Besitz“. Wenn du Jesus angehörst, dann bist du ein Kind Gottes, du bist Gottes Eigentum, und du bist ein Besitz von Gott! Wir reden hier nicht von Besessenheit. Das Neue Testament gebraucht auch diesen Terminus gar nicht, sondern dort wenn man das von Griechischen übersetzen würde, würde das sowas heißen wie „dämonisiert sein“.

Menschen haben ein bösen Geist.

Aber das heißt nicht in jedem Falle, dass der böse Geist „sie hat“.

Sondern wir gehören zu Gott, wir sind Kinder Gottes, und wir gehören Ihm.

Und es ist keine Schande! Manche fühlen sich da so unter Druck: Hilfe, ja, was ist denn das? Da vorne, da wird gebetet und dann auf einmal quiekt es da – was ist denn das? Ist das denn noch anständig? Ist das in Ordnung?

Dieselbe Frage haben sie bei Jesus im Gottesdienst auch gefragt.

Mk 1 – Jesus kommt in den Gottesdienst und da ist ein Dämonisierter, und Jesus kommt hinein, und der schreit auf!

Mk 1,23-26
23 Und sogleich war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist; und er schrie auf 24 und sagte: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, Nazarener? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich kenne dich, wer du bist: der Heilige Gottes. 25 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! 26 Und der unreine Geist zerrte ihn und rief mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.

Und Leute sagen: Ja, bitte, wir müssen doch hier alles ordentlich! Es muss doch alles irgendwie in Ordnung sein, und alles irgendwie gut sein.

Der Teufel ist weder ordentlich noch anständig. Und als Jesus kam und die Macht Gottes offenbar wurde – was passierte? Manchmal Dämonen – wie sagt die Schrift – mit lautem Geschrei fuhren sie aus!

Lk 4,41
Und auch Dämonen fuhren von vielen aus, indem sie schrien und sprachen: Du bist der Sohn Gottes.

Und dann war Schluss mit der Vorstellung. Dann war Ende.

Und manche haben schon gesagt, ja, wenn das passiert wäre in einer anderen Kirche, da auf einmal mitten im Gottesdienst – ein Mann schreit, sie hätten den Mann aus der Kirche getragen! Jesus hat nicht den Mann aus der Kirche getan, er hat den Dämon aus dem Mann getan! Was viel, viel besser war für alle Beteiligten. Besonders für den Mann. Das ist die Art und Weise wie Jesus handelt und wenn dann für einen kurzen Moment es ein bisschen unordentlich oder chaotisch oder unästhetisch zugeht – es kommt darauf an, was kommt unterm Strich dabei heraus? Das ist das Entscheidende.

Und diese Befreiung, über die wollen wir also heute etwas hören.

Spr 5,22 hab ich gebracht.

Spr 5,22
Seine eigenen Sünden fangen ihn, den Gottlosen, und in den Stricken seiner Sünde wird er festgehalten.

2 Tim 2,26 – nächste wichtige Schriftstelle – gibt uns einen klaren Hinweis darauf, dass eben in der gleichen Weise auch Christen gebunden sein können.

Ich les mal ab Vers 24, damit wir den ganzen Zusammenhang haben.

2 Tim 2,24-26
24 Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam,
25 und die Widersacher in Sanftmut zurechtweisen

Das sind jetzt hier in diesem Falle Menschen, sonst wird „Widersacher“ eben auch gebraucht in Bezug auf den Teufel. Aber das sind hier Menschen, die widerstreben, die argumentieren wollen, die der Wahrheit nicht gehorsam sein wollen, die ihre eigenen Dinge durchsetzten wollen. Die Widersacher, die es offensichtlich auch da schon in der Gemeinde gab.

2 Tim 2,25-26
die Widersacher in Sanftmut zurechtweisen und hoffen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit
26 und sie wieder aus dem Fallstrick des Teufels heraus nüchtern werden, nachdem sie von ihm gefangen worden sind für seinen Willen.

Vielleicht beschränken wir uns nur jetzt mal auf Vers 26. Den Teil davor, der ist nachher auch nochmal sehr, sehr wichtig, aber jetzt erstmal hier: Menschen, die herauskommen sollen aus dem Fallstrick des Teufels. In diesem Fallstrick sind sie zu welchem Zwecke? Nun, es heißt hier, sie sind gefangen für seinen Willen! Sie sind gefangen für den Willen des Teufels. Und das redet von Christen – eindeutig.

Und dieselbe Formulierung eben: „Stricke“. Mit Stricken sind sie gefangen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (10:00 bis 15:00)

Und darüber wollen wir hören. Wir wollen lernen, was das Wort Gottes sagt über Schutz und Befreiung im Herrn.

Spr 5,22 redet davon, dass es möglich ist, dass bestimmte negative, zerstörerische Verhaltensweisen sich so festsetzen können in unserem Leben, dass wir tatsächlich gegen unseren Willen gezwungen sind und gefangen sind, Dinge zu tun, die wir gar nicht tun wollen.

Spr 5,22
Seine eigenen Sünden fangen ihn, den Gottlosen, und in den Stricken seiner Sünde wird er festgehalten.

Stricke der Sünde, heißt es hier. Das heißt also, es ist möglich, dass Menschen so von negativen Haltungen und Verhaltensweisen geprägt werden, dass das wie Stricke sind, die sie also festhalten. Sie erkennen längst, dass das, was sie da tun, nicht gut ist für sie selbst und für ihre Umgebung, und sie wollen frei werden, und sie merken, dass sie keine Kraft haben, durchzubrechen und in die Freiheit hinein zu kommen.

Und deswegen – so ein seelsorgerlicher Fachausdruck – redet man eben von „Bindungen“, die Menschen haben können.

Und du sagst: Ja, das ist ja eindeutig hier auf die Gottlosen bezogen – wir sind ja Kinder Gottes, und dann wird oftmals dieser Vers zitiert: Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei.

Joh 8,36
Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.

Und ich bin ja Kind Gottes, ich glaube an Jesus – und damit ist das Thema beendet.

Ich mache seit vielen, vielen Jahren Beratung an Menschen, die in Problemen sind und weiß es aus eigener Erfahrung, weiß es aus meinem eigenen Leben, weiß es von vielen anderen Seelsorgern: Das ist eine schöne, nette Theorie, zu meinen, Christen, weil sie Christen sind, würden in keiner Weise mehr solche Bindungen mit sich herumschleppen. Das hat mit der Realität manchmal sehr, sehr wenig zu tun.

Und es ist nicht gerade hilfreich wenn es in bestimmten christlichen Kreisen dann eine Lehre gibt: Ein Christ kann in keiner Weise irgendwie vom Feind gebunden sein – und das ist unmöglich, dass er solche Belastungen und Bindungen mit sich herumschleppt.

Dann haben solche Leute ein doppeltes Problem: Erstens haben sie das eigentliche Problem und darüber hinaus haben sie ein zweites Problem: Nämlich: Sie kriegen Schuldgefühle und sie wissen, sie sollten das gar nicht haben! Und das sind dann die, die dann aus der Provinz angereist kommen und sagen: In meiner Gemeinde wird nicht gebetet für Befreiung und das dürfen die gar nicht wissen, dass ich jetzt hier bin, weil nach der Lehre meines Pastors darf ich diese Probleme gar nicht haben – aber ich habe sie nun einmal. Und die einzige theologische Erklärung ist die: Ja, wer wirklich Christ ist, der ist wirklich frei – aber ich weiß, dass ich Christ bin, und ich bin nicht frei?! Und ich sehe das an diesen und jenen Symptomen in meinem Leben – und sie kommen dann her wie Nikodemus – heimlich in der Nacht. Damit niemand wisse, dass sie hier sind und dass sie hier für sich beten lassen, dass sie Befreiung suchen.

Eine solche Theologie geht an den Realitäten und auch vorallendingen am Worte Gottes total vorbei!

Und wir reden hier nicht von „Besessenheit“ oder von solchen Dingen. Sondern wir reden einfach davon, dass der Teufel im Leben von Menschen Festungen und Bollwerke und Bindungen aufgebaut hat, und die können durchaus noch da sein, wenn jemand auch wiedergeboren ist und geisterfüllt ist. Sehr wohl!

Und dabei ist es für mich vollkommen unerheblich, und das macht auch in der Praxis wenig Unterschied, die Frage zu beleuchten: Ja, sind die bösen Geist jetzt IN ihm oder AN ihm oder UM ihn oder UNTER ihm oder ÜBER ihm oder wo? Oder ist dieses Problem überhaupt dämonisch? Ist das nicht extrem zu sagen, das wäre dämonisch und vielleicht ist es ja doch irgendwie was anderes?

Darum geht es letzten Endes überhaupt nicht! Sondern es geht darum: Erlebt dieser Mensch Knechtschaft und Bindung und Beraubung? Und wenn er das erlebt, dann weiß ich eins: Das kommt nicht von Gott. Und das kommt auch nicht von ihm selbst. Wer würde sich schon gerne selbst berauben?

Sondern wenn wir Beraubung feststellen – Jesus sagt ganz klar, wo kommt das her? Der Teufel, der Dieb kommt zu rauben, zu würgen und umzubringen.

Joh 10,10a
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben.

So, wenn wir solche Merkmale in unserem oder im Leben von anderen finden, dann wissen wir eines: Hier ist der Teufel am Werke. So einfach ist das. Ohne die Gabe der Geisterunterscheidung kannst du erkennen, wo der Teufel wirkt. Ganz einfach.

Und das ist letzten Endes völlig uninteressant, wie tut der Teufel das ganz genau? Wichtig ist: Dieser Mensch soll frei werden – und er wird frei – eben auf einer ganz bestimmten Art und Weise, die die Bibel beschreibt. Und über die wir heute abend hier reden werden.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (5:00 bis 10:00)

Natürlich wollen wir den Teufel nicht verherrlichen! Wir wollen Jesus verherrlichen. Aber Jesus wird verherrlicht, indem wir selbst Klarheit darüber bekommen und dann möglichst auch ausgerüstet werden, diese Klarheit anderen zu vermitteln.

Jesus wird verherrlicht wenn der Teufel gedemütigt wird, wenn die Werke des Teufels – 1 Joh 3,8 – zerstört werden.

1 Joh 3,8
Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an. Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.

Dazu ist erscheinen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

Es reicht nicht aus für Gott, dass da Menschen sich für Jesus entscheiden und dann also die Kindschaft bekommen und wissen, jawoll, eines Tages kommen sie in den Himmel – sondern die Liebe Gottes ist so persönlich und so intensiv und so ausgerichtet auf eins: Möglichst viel Gutes dem Einzelnen zu tun, und den Einzelnen so weit er eben Beeinträchtigungen, Beraubungen, Deformationen und andere Dinge aus seiner Vergangenheit durch den Teufel erlebt hat, so weit wie möglich hier jetzt in diesem Leben den Menschen davon freizusetzen und ihn zu befähigen, wirklich ein gutes, schönes Leben zu führen.

Und wenn ich gleich so einige von diesen Werken des Teufels so aufzähle aus der seelsorgerlichen Erfahrung, auch aus meiner persönlichen Erfahrung, dann werden wir alle schnell begreifen: Niemand kann wirklich glücklich leben, der diese Dinge mit sich herumschleppt, das ist nicht möglich. Und Gott hat ein Verlangen und hier und jetzt den Segen zu geben, der darin besteht, dass es unser Seele wohlgeht. Das ist, was Gott möchte. Unserer Seele soll es wohlgehen, und wir sollen Seinen Schutz erleben und wir sollen uns als solche erleben, die mit Kraft ausgerüstet sind und dem Feind, dem Teufel wirklich widerstehen können.

Wir laufen hier nicht wie so ein paar angsterfüllte Kaninchen rum und schlagen nur Haken und hoffen, der Teufel würde uns nicht erwischen. Das ist nicht der neutestamentliche Lebensstil.

Sondern wir sind freigesetzt, wir haben Autorität, und wir sollen in dieser Freiheit gehen und wenn der Feind uns in die Quere kommt, dann sind wir nicht die, die sich verstecken, sondern er hat sich zu verstecken! Und wir sollen darüber hinaus ausgerüstet sein, anderen, die noch in Problemen sind, zu helfen und den Weg zu weisen, wie sie aus diesen Dingen, die sie belasten, die sie kaputt machen, die sie unterdrücken, die sie knechten, wie sie daraus frei werden können.

Also wenn du heute abend hier sitzt und sagst, also zum Thema „Freiheit“ fällt mir überhaupt nichts mehr ein, ich wüsste keine Bereiche, wo ich noch Durchbrüche brauche, na, Preis dem Herrn – aber dann sitze wenigstens hier und höre mit der Gewissheit: Gott will dich senden, Gott will mich senden, anderen Freiheit zu bringen. Das, was der Auftrag von Jesus war, „der Geist des Herrn ist auf mir“ – Lukas 4, dort die Verkündigung von Nazareth: Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen gute Botschaft zu bringen, den Gefangenen zu verkündigen, dass sie frei sein sollen, den Blinden, dass sie sehen sollen, den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen – der selbe Auftrag, den haben auch wir als Gemeinde und als einzelne Gläubige.

Lk 4,17b-19
Und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht (Jesaja 61,1-2): »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«

Und wir sollen verkündigen, und wir sollen das ausleben, wir sollen Menschen ermutigen: Du musst nicht von diesen Dingen dich runterziehen lassen, du musst nicht in der Niederlage leben, du musst nicht all das, was ich gleich im einzelnen ein bisschen beschreiben werde, du musst das nicht tragen. Sondern Erlösung bedeutet: Du kannst frei sein von alledem.

Und in unserer Gesellschaft erleben wir in einem erschreckenden Maße wie Probleme im seelischen Bereich in einer ungeheuren Dimension zunehmen. Der Bedarf an psychotherapeutischer Begleitung und Behandlung und Beratung wächst so immens, dass ein solches Heer von Psychatern und Psychotherapeuten gebräucht würde eigentlich, um nur das Notdürftigste zu reparieren, was kaputt ist in unserer Nation. Es ist erschreckend, was sich dort tut. Und das nimmt immer mehr zu aus bestimmten Gründen: Weil der Teufel immer mehr Menschen verführt sozusagen einen Lebensstil zu leben, der ihm erlaubt, diese zerstörerischen Dinge zu tun. Es ist nicht das Problem „Der Teufel“, das werden wir sehr stark heute herausstellen, es geht nicht darum, dass da ein böser Teufel alleine ist, sondern da ist eine unwissende Menschheit und oftmals sogar eine unwissende Christenheit, die nicht weiß, was sie tun soll und wie sie sich schützen soll und die nicht weiß, wie soll ich denn leben, dass der Feind einfach diese Dinge nicht mehr in mein Leben hineingießen und schütten und bringen kann.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (0:00 bis 5:00)

Ja, wir haben die letzten beiden Male sehr, denke ich, ausführlich gesprochen über das Wort Gottes und wie das Wort Gottes von uns angewandt werden soll, wie wir dem Wort Raum geben sollen in uns, damit wir einfach Veränderungen erleben. Gott wirkt auf vielfältige Art und Weise, aber alles beginnt damit, dass wir sein Wort hören und dass wir dem Wort dann in uns Raum geben. Und das Wort ist eine lebendige Kraft, die in uns wirkt.

Und wenn wir so angefüllt sind mit dem Worte Gottes, dann ist das die richtige Vorbereitung für uns persönlich, um dann auch an den schwierigen Stellen, an den Mauern, die vielleicht seit Jahren oder seit Jahrzehnten schon irgendwie uns umgeben, wir dann Durchbrüche erleben können, Veränderungen erleben können und sehen können wirklich wie Gott uns auch von uralten Geschichten aus der Vergangenheit befreit und freisetzt und verändert und wir dann einfach uns in neue Bereiche unseres Charakters, unseres Lebensstils entwickeln können.

Und darüber möchte ich also heute abend sprechen, und insofern ist da also auch wirklich eine Reihenfolge: Wer nicht weiß, was „Wandel im Geist“ ist, was Anbetung bedeutet, der Lebensstil der Anbetung, wer nicht weiß, wie das Wort in uns Raum haben soll – der wird mit diesen Dingen von heute abend möglicherweise gar nicht so viel anfangen können.

Okay, ich fange an mit einer Schriftstelle: Joh 10,10 – das ist ein schöner Vers im Neuen Testament, weil hier Jesus etwas sehr, sehr grundsätzliches erklärt. Manche Leute werfen uns Christen ja vor und vielleicht auch besonders uns charismatisch oder geisterfüllten Christen – wir wären irgendwie „schwarz-weiß“, ja? Aber hör dir mal an, wie Jesus hier die Dinge sieht. Er redet hier von einem Dieb – und ganz eindeutig, wer biblische Terminologie kennt, der weiß, wer der Dieb ist. Der Dieb ist der Teufel.

Joh 10,10a
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben.

In einer anderen Übersetzung heißt es: zu rauben, zu würgen und umzubringen.

Das ist die Absicht des Teufels. Und zwar nicht in einer globalen Art uns Weise nur, ja? Dass wir sagen: Ja, wir sehen das Ozon-Loch und Kriege und dies und das und jenes, die Erde kommt immer mehr unter den Einfluss von zerstörerischen Kräften, sondern der Teufel ist ein persönlicher Teufel. Und es reicht ihm nicht aus, dass er nur voller Hass ist auf die Menschheit, sondern er hat ein unbändiges, verrücktes, perverses, böses Verlangen danach, so viel Schaden wie möglich zuzufügen – und zwar jedem einzelnen.

Und die Antwort darauf ist nicht irgendwie den Kopf einziehen oder möglichst sich in der Masse zu verstecken und ja nicht sich zu exponieren, weil der Teufel könnte auf uns aufmerksam werden und dann es besonders auf uns irgendwie abzielen, sondern die Antwort ist ein totaler Schutz im Herrn. Das ist die Antwort.

Dass wir wirklich geschützt sind, und darüber soll es gehen: Wie haben wir diesen Schutz im Herrn und wie können wir Dinge, die einfach aus unserer Vergangenheit wir noch so mit uns herum schleppen – wie können wir die beenden und loswerden?

Also da ist der Teufel mit seinen Aktivitäten beschrieben. Wahrscheinlich wie kaum jemand sonst in der Bibel hat Jesus sich nicht gescheut über den Teufel zu reden. Und er hat auch nicht Angst, dass man ihn als mittelalterlich irgendwie oder rückständig einstufen würde.

Jetzt kommt also die Gegenposition: Das Programm Gottes verkörpert in Christus und damit auch verkörpert eben in dem Auftrag der Gemeinde.

Joh 10,10b-11
Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben. Ich bin der gute Hirte;

Hallelujah. Das ist ein Kontrastprogramm! Der Teufel kommt zu rauben, zu würgen und umzubringen. Und Jesus kommt, Leben zu geben, überfließendes Leben. Das ist, was ihn erfüllt. Gott ist glücklich oder er emfindet Glück wenn er uns segnen kann, wenn er uns Gutes tun kann, wenn er uns helfen kann, wenn er uns einfach von den belastenden, negativen Dingen freisetzen kann.

Und an dieser Schriftstelle sehen wir schon, wir als Christen sind in einem Spannungsfeld. Wir sind in einem Konflikt, ob wir das wollen oder nicht. In dieser Welt herrscht und regiert der Teufel und er hat viele verschiedene Wege und Möglichkeiten zu arbeiten. Und das sage ich nicht, damit wir Angst haben vor ihm – wir finden keine einzige Schriftstelle im Worte Gottes, die uns irgendwie anleitet oder ermutigt, Angst zu haben vor dem Teufel.

Aber ein Schutz besteht nicht darin, indem wir die Augen zumachen und sagen: Naja, wollen wir nicht so viel vom Teufel reden, wir wollen ihn ja nicht verherrlichen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (85:00 bis Ende)

Jak 3 – das Wort aus unserem Munde ist ein Steuer, was unser Leben steuern kann. Wir bestimmen die Richtung. Es ist gewaltig, was da beschrieben steht.

Jak 3
4 Siehe, auch die Schiffe, die so groß und von heftigen Winden getrieben sind, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin das Trachten des Steuermanns will.
5 So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, welch kleines Feuer, welch einen großen Wald zündet es an!

Spr 18 – Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge.

Spr 18,21
Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt, wird ihre Frucht essen.

Denkt an diese Kundschafter: Zehn haben Tod gesprochen, und sie haben Tod geerntet. Zwei haben Leben gesprochen, und sie haben Leben geerntet.

Tod oder Leben sind in der Gewalt der Zunge.

Und ich kann mich erinnern, wie ich verstanden habe, dieses geistliche Gesetz und saß in einer windschiefen, brüchigen Hütte in Dänemark im kalten Spätsommer oder es war schon Herbst. Und das war das billigste Häuschen, was wir aus dem Katalog uns nur so leisten konnten. Es war voller Spinnen und voller Dreck und es war wirklich das allerletzte. Und ich hab dort kapiert, durch das Wort Gottes aus meinem Munde kann ich den Kurs meines Lebens bestimmen. Und ich habe gesehen, diese Umstände, die sind symbolisch. Ich habe immer das letzte gehabt, immer das ollste gehabt, immer furchtbare Dinge gehabt und nie konnten wir uns etwas leisten. Und dann haben wir gesagt: „Jetzt ist Schluss damit!“

Und wir haben das Ruder umgelegt und Gott hat uns gesegnet. Aus einer winzigen, kleinen Wohnung sind wir in die beste Gegend, wo wir früher sonntags spazieren gegangen sind, wo die reichen Leute wohnen, hat Gott uns ein Haus gegeben. Ohne dass wir überhaupt dafür gebetet haben, geglaubt haben. Weil wir gesagt haben: Gott ist mit uns und Gott wird uns segnen, und Gott wird uns Gutes geben.

Und Gott hat so viele Dinge getan in unserem Leben, in unserer Familie. Als wir begonnen haben, Ihm zu glauben. Und auch da, wo keine Möglichkeiten da waren, Ihm zu danken dafür: Es wird ein gutes Ende nehmen.

In den Schwierigkeiten – das ist der Test, und da halten wir fest, und da sprechen wir Sieg, da sprechen wir Leben, da sprechen wir den guten Ausgang. Da machen wir es wie Paulus: Wir halten fest, es wird uns geschehen, so wie Gott geredet hat. Auch wenn wir es im Moment noch nicht so sehen, das macht ja nichts. Aber wir halten fest an dem guten Bekenntnis.

Und studiert diese vielen, vielen Verse, die hier noch sind. Und die alle dasselbe reden. Und denkt nicht, nur im Alten Testament kommt das vor. Das geht durch die ganze Bibel hindurch, auch im Neuen Testament: Wir können die Ereignisse in unserem Leben umprägen und bestimmen und wir können einen neuen Kurs fahren, einen Kurs von Sieg, von Erfolg, von Durchbrüchen, von Veränderungen. Aber es beginnt in uns. Eine neue Atmosphäre durch das Wort Gottes. Und dann festhalten in den Schwierigkeiten, wo alles in dir danach schreit: Das ist Wahnsinn, lass los! Du bist ja verrückt, das geht doch gar nicht! Wie kannst du das tun?!

Wo alles uns drängen möchte, jetzt das Handtuch zu werfen. Aber du musst nicht hier in den „Grundlagen“ sitzen, um zu lernen wie man das Handtuch wirft, die Flinte ins Korn schleudert oder wie man so schön sagt. Das können wir alles schon von alleine. Aber wir müssen lernen, festzuhalten – das Wort in den Drucksituationen. Und dann werden wir Durchbrüche sehen, dann werden wir sehen, wie Gott neue Türen auftut und wie Sieg kommt – auch in den Außenumständen.

Hallelujah. Amen! Preis dem Herrn.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (80:00 bis 85:00)

Und wir können nicht glauben und uns im Glauben bewahren – ohne zu sprechen. Es ist nicht möglich, uns im Glauben zu halten, gegen Druck von Umständen, ohne zu sprechen. Wir müssen sprechen, was wir glauben! Das ist die einzige Möglichkeit, durch dieses Feuer hindurch zu gehen, gegen diesen Widerstand, der da kommt.

Wir müssen erklären, was wir glauben. Wir müssen erklären, wie wir die Dinge sehen. Und wir müssen den Ausgang der Schwierigkeiten erklären gemäß unseres Glaubens bevor wir es sehen. Denkt an Paulus in Apostelgeschichte 27. Dort ist die Situation, Paulus auf dem Schiff als Gefangener und ein riesiger Sturm kommt und das Schiff wird aufgegeben, sie werfen alles über Bord, das Schiff ist kaput, es geht nichts mehr, alle Experten der Seefahrt haben ihre Hoffnung aufgegeben – mit samt der Ladung über Bord geworfen, die Hoffnung. Und dann steht Paulus auf. Und er sagt: „Ein Engel war heute nacht bei mir und es wird nichts passieren, wir werden alle sicher gerettet werden, es wird nichts passieren“. In einem Moment, wo alle schon die Hoffnung aufgegeben haben.

Und dann sagt er hier:

Apg 27,25b
Denn ich vertraue Gott, dass es so sein wird, wie zu mir geredet worden ist.

Nichts sah danach aus, dass dieser Mann recht hat. Was verstand er von Seefahrt? Was verstand er davon, was mit diesem Schiff noch zu machen ist und was nicht? Die Experten haben die Hoffnung aufgegeben – so, was will dieser kleine religiöse Fanatiker uns hier erzählen?

Er steht auf und sagt: So wird es passieren! Ich vertraue Gott, es wird geschehen, so wie zu mir geredet worden ist.

Du sagst: Jaaaa, aber da war auch ein Engel, der ihm das gesagt hat!

Du hast keinen Engel, sondern Gott selbst kam vom Himmel und er hat dir ein ganzes Buch voll gegeben, voll Sachen, was er bereit ist, in deinem Leben zu tun. Du hast mehr als einen Engel! Du hast Gott selbst. Er hat sein Wort dir gegeben.

Und dazu ist notwendig, das, was wir am Anfang gehört haben: Dass wir erkennen müssen – das Wort ist die Wahrheit! Das Wort ist die Wahrheit! Und das Wort ist eine Kraft, die stärker ist als die Umstände, eine Kraft, die den Sturm bezwingen kann.

Die Jünger waren im Boot und dann haben sie Jesus geweckt, sie wussten nicht mehr weiter, aber sie wussten eines: Das Wort Gottes, Jesus, kann diesen Sturm stillen. Und er stand auf, sagt: Jungs, wo ist euer Glaube?

Mit anderen Worten: Dieses Problem hättet ihr selber lösen können.

Aber dann sagt er: „Sturm, sei still!“

Jeder Meteorologe wäre ausgeflippt wenn er das gehört hätte. „Wie kann man nur so naiv sein? Dies ist ein meteorologisches Ereignis – wie kann man denn dagegen sprechen? Das hat doch keine Ohren!“

Aber das interessante ist: Ob es ein Dämon ist, ob es eine Krankheit ist, ob es ein Sturm, ob es ein Baum ist oder ein Umstand ist – in dem Moment, wo wir im Glauben sprechen, kriegt das Ding Ohren. Das ist das interessante.

In dem Moment, wo Worte des Glaubens gesprochen werden, und wir haben viele, viele Male als Gemeinde und auch im persönlichen Leben solche Situationen gehabt, wo wir keinen Ausweg hatten, wo wir nicht mehr weiter wussten, wo wir in großen Problemen drin waren – überhaupt scheint das unser Los als Gemeindeleitung zu sein, konstant in Problemen zu sein. Wir sind jetzt 15 Jahre beieinander, 15 Jahre haben wir Probleme, nur nicht immer dieselben, sondern immer wieder andere. Konstant kommen Herausfoderungen und wir brauchen die Hilfe Gottes. Und Gott ist da und Gott gibt uns Sieg nach Sieg, aber nicht den kompletten Sieg auf einmal, sondern scheibchenweise.

Und viele sind zu faul, das Leben des Glaubens zu lernen. Sie möchten, dass Gott vom Himmel einmal Bing macht und all deine Probleme des Lebens sind gelöst. Nein – Riese nach Riese muss fallen. Erst der eine, dann der nächste, dann der nächste. Und Gott in seiner Güte lässt sie nach ihrer Größenordnung vorführen. Damit du bei den kleinen üben kannst, um dann mehr kühn zu sein und mehr gewiss zu sein wenn dann die größeren kommen. So war es bei David – er übte mit dem Löwen, übte mit dem Bär, und so war ausgerüstet dann für den Riesen. Das war nicht seine erste Konfrontation, wo er die Kraft Gottes angewandt hat.

Und Gott erlaubt die kleinen Widerwärtigkeiten des Alltags, die der Teufel bringt, um dich zu frustieren. Und Er sagt: Hier hast du eine neue Gelegenheit, meine Treue kennenzulernen. Nimm dieses Wort, hau drauf! Glaube, halte fest! Und du wirst sehen, wie du durchkommst.

Ihr Lieben, hier in diesem Studienheft findet ihr dutzende von Schriftstellen, die euch ermutigen, das Wort festzuhalten und es im Alltag wirklich zu gebrauchen. Ich müsste eigentlich all das hier irgendwie noch bringen, aber wieder Mal, ich weiß nicht, wie es kommt und wie lang die Serie noch werden soll …

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (75:00 bis 80:00)

Dieses händeringende „Ach, Herr, es ist alles so furchtbar, aber wir wissen ja, du bist bei uns – jetzt hilf doch und komm doch ganz schnell, ich weiß nicht, wie lange ich es noch aushalte!“ – das kannst du alles vergessen!

Wir weinen, wir sind depressiv, wir schluchzen und sagen: „Ach, Herr, hilf, ich weiß ja, dass einem alle Dinge zum Schluss ja zum Besten dienen müssen, aber jetzt ist alles so furchtbar“ – das kannst du vergessen!

Das sind keine biblischen Gebete.

Gott will, dass das Wort uns aufbaut. Und wir sagen: Ja, ich brauch nicht aufgebaut zu werden, ich will nur, dass die hässlichen Umstände verschwinden!

Sie werden nicht verschwinden bis du nicht innerlich in eine Verfassung des Sieges gekommen bist. Gott handelt in zwei Stufen: Erst in dir und dann außerhalb von dir.

Und wenn er nicht durch das Wort in dir wirken darf – er wird gehindert, außen zu wirken. Und sehr, sehr viele Christen versuchen, außen Siege zu erleben in den schwierigen Umständen ohne wirklich ein Siegesbewusstsein zu haben. Weil sie niemals fleißig waren, und sie erleben keinen Sieg.

Gott wirkt von innen nach außen!

Erst in uns drin. Und das ist, was die Bibel sagt: In Trübsalen sollen wir uns freuen.

Wie kann man das? Wenn alles so furchtbar ist? Es gibt nur eine Möglichkeit: Dass da in uns eine andere Realität ist, dass in uns die Verfassung unserer Seele geprägt wird vom Wort.

Und wir dann sagen können: Ich weiß nicht wie es gehen wird, aber ich weiß, es wird gehen.

Und das siehst du im Leben der Männer und Frauen Gottes. Das ist David wie er gegen Goliath ging. Er, dieser kleine Wicht, sagt: Ich komme zu dir mit dem Namen des Herrn und heute wird Gott dich in meine Hand geben und heute werde ich dir …

1 Sam 17,46
Heute wird der HERR dich in meine Hand ausliefern, und ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen.

Was für ein Bekenntnis! Heute wird Gott – und heute werde ich …

Nicht „Oh, der Herr möge Gnade schenken …“

Sondern er sagt: „Gott wird heute – und ich werde heute!“ Das war eins! Das war ein Paket. Gott wird, und ich werde! Gott wird ihn mir in die Hand geben und ich werde ihm den Kopf abschlagen. Das ist wie er gegen den Feind ging. Und er rannte auf ihn zu!

1 Sam 17,48
Und es geschah, als der Philister sich aufmachte und näher an David herankam, da lief David eilends von der Schlachtreihe aus dem Philister entgegen.

Er sagte nicht: „Oh, hoffentlich wird es gut gehen“. Sondern er war überzeugt davon, der Riese hat keine Chance. Der Riese muss fallen. Und dein Riese – ich weiß nicht, wie dein Riese heißt – Angst, Bedrückung, Depression oder ich weiß nicht, wie dein Riese heißt. Aber er muss fallen! Er muss fallen wenn du ausgerüstest bist und du richtig auf ihn zugehst. Und weißt wer du bist und weißt, er hat vor dir keine Chance.

Warum wusste David das? Weil dieser Riese sich letztenendes gar nicht gegen Israel und gegen die Soldaten gestellt hat, sondern gegen Gott. Und David wusste, wenn irgendwer aufsteht und sich gegen Gott erhebt, er muss fallen, er hat keine Chance. Und er konnte kühn sein und er konnte wissen, Gott wird das bestätigen.

Und du hast auch ein paar Riesen in deinem Leben, nicht Menschen, sondern Umstände, Probleme, Schwierigkeiten, vielleicht ein Krankheitsfall in der Familie oder irgendwelche anderen furchtbaren Umstände, die dich knebeln und die dich berauben und nach unten ziehen. Du sagst: Ja, wann wird Gott eingreifen?

Nun, frage dich: Ist Siegesbewusstsein in mir? Bin ich begeistert? Bin ich zuversichtlich?

Oder hoffe ich meine Begeisterung zu erleben wenn draußen der Riese fällt?

Er wird nicht fallen! Sondern erst kommt innerlich das Werk des Wortes und das baut uns auf und wir können wirklich solche sein, die dann die Hand Gottes erleben.

Also denkt daran, wir ergreifen das Wort und die Widerstände machen sich auf, uns das Wort wieder abzujagen. Das ist, wie es funktioniert. Und dann brauchen wir nur eines: Festzuhalten am Wort. Ohne wanken festhalten am Wort. Er ist der Hohepriester deines Bekenntnisses.

Viele Christen haben irgendwie da eine Schlagseite – indem sie sagen: „Ja, ihr lehrt ja, man kann das bekommen, was man sagt. Und ihr wünscht euch da Cadillacs oder irgendwelche Alpenschlösser oder irgendetwas“.

Das Bekennen des Wortes Gottes hat nichts damit zu tun, dass du dir irgendwas wünscht und sagst, wenn ich es nur lang genug rede, dann wird es mir Gott geben. Darum geht es überhaupt nicht! Und das hat auch im Hauptstrom dieser Lehre niemand jemals mit Ernsthaftigkeit gelehrt und behauptet. Es geht nicht um Dinge, die wir haben – es geht darum, eine Atmosphäre in uns zu erreichen und zu erhalten – des Sieges, der Zuversicht, der Freude, der Gewissheit – eben mit einem Wort: des Glaubens. Darum geht es.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (70:00 bis 75:00)

Und das ist nicht die biblische Perspektive! Die biblische ist, dass wir einen riesigen Jesus haben, dass wir einen Teufel haben, der besiegt ist und der unter unseren Füßen ist. Das ist, was die Bibel sagt. Und es ist eine Sache, das zu lesen im Wort – und es ist eine andere Sache, durch die Nahrung, die wir aufnehmen durch das Wort Gottes und den Dienst des Heiligen Geistes, dahin zu kommen, dass wir anfangen, innerlich uns so zu sehen wie solche, die Macht haben über den Feind.

Du wirst erst dann Macht ausüben und ihm die Schranken weisen können und ihn überwinden können wenn du innerlich durch das Wort Gottes und durch den Heiligen Geist ein Bewusstsein von Sieg hast. Vorher wird es nicht gelingen, du kannst nicht siegreich sein wenn du ein Versager-Bewusstsein hast.

Als ich ein junger Christ war, ich hörte zum ersten Mal etwas vom „geistlichen Kampf“. Ich hörte etwas von Epheser 6 – wir sollen die Waffenrüstung nehmen und wir sollen das Wort nehmen als Schwert des Geistes.

Eph 6,17
Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!

Ich hatte ein Bild in mir, und ich war wenig motiviert in die Praxis einzusteigen. Ich hatte ein Bild mir, dass ich so wie in Lilliput-Land so ein Winzling bin. Und ich hatte ein machtvolles Schwert in der Hand, und das war so ungefähr wie eine Stecknadel. Vor mir war ein Riesenberg, und das war die Stiefelspitze eines Riesen.

Und ich mit meiner kleinen Nähnadel, tapfer wie ich war, versuchte da irgendwie da gegen zu stechen. Gegen ein dickes Leder mit einer dünnen, dünnen kleinen Nähnadel. Und dann schaut dieser Riese von oben runter: „Na Kleiner, klappt es denn?“

Das war mein Verständnis: Ich habe die Waffen Gottes, und ich soll jetzt gegen einen Teufel kämpfen.

Es macht keinen Sinn und du wirst keine Motivation haben zu kämpfen wenn du dich als Versager siehst, wenn du einen riesengroßen Teufel hast und wenn du denkst, du bist nicht richtig ausgerüstet und wenn du denkst irgendwie, du musst da noch etwas tun mit dem Teufel – etwas wesentliches.

Wir brauchen bevor wir hinausziehen, bevor wir uns die Umstände anschauen, bevor wir uns mit den Problemen beschäftigen, wir brauchen ein inneres neues Bild! Dass wir uns sehen wie Gott uns sieht, dass wir uns sehen mit der Waffenrüstung, dass wir sehen, wir haben Waffen gegen die der Teufel machtlos ist. Wir haben den Namen Jesu, wir haben das Schwert des Geistes, wir haben wunderbare Waffen, die uns schützen, gegen die er nichts machen kann. Wir sind gekleidet in Gottes Gerechtigkeit. Wir haben den Panzer des Glaubens. Wir haben den Helm des Heils.

Und wenn wir gegen den Teufel gehen und unser Visier ist runter – sein Problem ist: Er weiß nicht, kommt da Jesus oder kommt da nur ein kleiner Christ? Weil wir das Visier runter haben. Und weil das alles Waffen Gottes sind. Er sieht nur die Waffen, er weiß ja nicht, wer da drin ist. Aber nur wenn du das innerlich so in deinem Herzen siehst und so erlebst und dich darüber freuen kannst, dann macht Antreten gegen den Feind Spaß. Siegen macht Spaß. Ihn unter unsere Füße zu treten wie die Bibel sagt: Ihn wie Kot auf die Gassen zu werfen und zu zertreten.

Mi 7,10
Wenn meine Feindin das sieht, wird Schamröte sie bedecken, sie, die zu mir sagt: »Wo ist der HERR, dein Gott?« Meine Augen werden es mit ansehen; nun wird sie zertreten werden wie Kot auf den Gassen.

Röm 16,20
Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze. Die Gnade unseres Herrn Jesus sei mit euch!

All diese Ausdrücke – das ist nicht irgendwie ein zäher Kampf: „Oh, wer weiß, wer gewinnt?“

Sondern es ist glorreicher Triumph! Und wirklich Sieg. Aber – Sieg kommt nicht durch Anstrengung zustande, Sieg kommt zustande durch ein Siegesbewusstsein. Was eine andere Ausdrucksweise ist von Glauben.

Du kannst nicht Gott glauben und dich als hilflosen Wicht sehen. Das geht nicht. Gott wirklich zu glauben, heißt, du weißt, wer du bist. Du weißt, was du hast. Du weißt, dass du ausgerüstet bist. Du weißt, dass du überwinden kannst. Du weißt, wenn du kommst mit den Waffen – der Teufel ist denen hilflos ausgeliefert und er hat wirklich Angst vor dir!

Solange du nicht dieses neue Bild hast, wer du bist in Christus und wie Gott dich ausgerüstet hat – du kannst nicht siegreich sein gegen den Teufel. Und auch die Umstände, die er baut um dich fertigzumachen – du kannst nicht. Du kannst alles machen, was du bei anderen Christen siehst: „Jaja, man muss da irgendwie so ein bisschen geistliches Karate machen oder so, ja? Und dann muss man da so ein paar Worte sprechen: Im Namen Jesu, im Namen Jesu“ …

Nanu, warum funktioniert das nicht? – „Im Namen Jesu! Im Namen Jesu!“

Das wird es alles nicht bringen! Der Teufel ist nicht beeindruckt von Worten, die wir sprechen, sondern nur von Worten wenn die Substanz in unserem Herzen ist!

Und wenn du nicht das wirklich glaubst – und du merkst, ob du das glaubst, indem du dich darüber *freust* – Freude im Herzen ist der Beweis, dass du es wirklich glaubst. Freude und dass dieses Wort dich aufbaut in der Mitte von Problemen – das ist der Beweis, dass du es wirklich glaubst.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (65:00 bis 70:00)

Dutzende und dutzende Male hat Gott gesagt: „Ich bin mit dir, fürchte dich nicht, du wirst Sieg haben. Ich werde das regeln für dich. Ich sorge für dich, ich bin dein Vater“.

Wenn das wirklich stimmt, dann müssen wir positiv sein!

Und wenn Gott obendrein noch gesagt hat: „Halte mein Wort fest, lass es nicht von deinem Munde weichen, höre nicht auf zu bekennen und zu erklären und festzuhalten, was ich dir gesagt habe“ – dann ist doch egal, wenn ein Imitat davon eben ohne all diese schönen Grundlagen, ohne eine machtvolle Person, ohne herrliche Verheißungen, wenn die auch sich üben in positivem Denken – das ist doch ihr Problem!

Und es ist noch so: Wir versuchen jetzt auch irgendwie als Christen ein bisschen positiver zu sein und ein bisschen psychologische Lebenshilfe a la Amerika zu bringen und Erfolgsdenken oder irgendso etwas. Das ist nichts neues – das kommt nicht aus Amerika …

Ich war früher so religiös: Man kann den Herrn stark erleben und dann kommt man doch in eine gewisse Prägung und dann kommt das wahre Evangelium – und man denkt, „Oh, das ist aus Amerika. Das kann ja gar nicht gut sein“.

Hier kommen manchmal Leute in den Gottesdienst und sagen, „oh, das ist aber amerikanisch bei euch“. Ich sage, es ist nicht amerikanisch – es ist neutestamentlich. Wir klatschen, wir sind fröhlich, wir sind aufgebaut, uns geht es gut. Weil das in der Bibel so ist. Das ist eben nun mal so wenn der Heilige Geist da ist – das hat nichts mit Amerika zu tun.

Und Gott hat gesagt: „Halte das Wort fest!“

Sogar werden wir aufgefordert, mehrere Male im Hebräer-Brief, mit einem ganz starken griechischen Wort für „Bekennen“. Wir sollen das Wort Gottes bekennen. Im Griechischen heißt es dort: „Das selbe sagen wie“. Homo-Logeo.

Eines der vier Worte, die ich auf Griechisch kann: Logos, Rhema, homologeo und Gyros. Das sind die vier Worte, die ich kenne.

Homo-logeo heißt: Das selbe sagen wie.

Du sollst genau dasselbe sagen wie … und Christus wird dort in Hebräer der Hohepriester unseres Bekenntnisses genannt.

Heb 3,1
Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus

Der Hohepriester unseres Bekenntnisses! Das heißt, er sorgt dafür mit der Autorität, die er hat, dass das, was wir bekennen, sich wirklich ereignen wird in unserem Leben. Und dann wird gesagt, wir sollen festhalten das Bekenntnis.

Heb 4,14
Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten!

Dann – noch stärker in Hebräer 10. Hier wird gesagt, wir sollen ohne Wanken festhalten. Das ist ein ganz starkes Wort im Griechischen, dieses Festhalten ist wirklich sich ganz aktiv dran klammern, es wirklich mit Kraft festhalten.

2722. katechó

Heb 10,23
Lasst uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken — denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat

Warum müssen wir das Wort mit Kraft festhalten? Weil eine gewisse Gegenkraft, nämlich die Kraft der Umstände kommt und sie möchte uns überreden loszulassen. Sie möchte uns dazu bringen, das Wort loszulassen.

Und der Sieg wird dann errungen, und der Widerstand des Feindes wird dann gebrochen wenn wir gelernt haben, mit Gottes Hilfe in den schwierigen Umständen das Wort Gottes festzuhalten und das Wort Gottes nicht nur in unserer Zeit, wo wir morgens uns Zeit nehmen, den Herrn anzubeten und die Schrift zu studieren und Ihm zu danken für das, was wir hier sehen – sondern wenn wir das Wort hinein nehmen in unseren Alltag. Und das ist die entscheidende Sache, die darüber befindet: Werden wir siegreich sein oder werden wir Versager bleiben?

Das Wort Gottes hat in uns die Aufgabe, erst einmal unsere Innenverfassung oder nennen wir es ein bisschen anders – unser Bewusstsein oder unser Selbstbild zu verändern. Diese 10 Leute hatten ein Versager-Bewusstsein, sie hatten ein Heuschrecken-Bewusstsein, sie fühlten sich wie Heuschrecken. Und natürlich, man lebt nicht sehr zuversichtlich wenn man Riesen um sich hat und man ist die kleine Heuschrecke. Man ist nicht sehr zuversichtlich, man ist nicht sehr siegesgewiss, nicht sehr dynamisch, sondern mehr defensiv und schleicht sich so um die Häuserecken und versucht möglichst nicht gesehen zu werden und versucht wirklich möglichst wenig irgendwie zu tun.

Und viele, viele Christen sind auch so – sie sehen sich wie kleine Wichte. Und sie sehen den Teufel riesengroß.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (60:00 bis 65:00)

Dem Herrn treu nachfolgen bedeutet sich eins zu machen und wenn der Druck der Schwierigkeiten kommt – eins zu bleiben mit seinen Verheißungen – das ist treue Nachfolge. Gott hat’s gesagt – ich kann mir nicht vorstellen wie es passiert, aber ich weiß eines: Es wird passieren! Es wird passieren! Ich hab keine Ahnung wie es gehen soll und glücklicherweise ist das nicht meine Aufgabe mir das auszudenken wie es gehen soll, ich weiß nur eines, es geht – Herr, ich danke dir dafür! Mir dir kann ich!

Sie haben gesagt: Wir können nicht!

Und der Mensch des Glaubens hat eine total entgegengesetzte Sprache: „Mir Dir kann ich!“

Wie es der Psalmist sagt: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.

Ps 18,30
Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott über Mauern springen.

Nicht ein Loch in die Mauer bohren, um ein bisschen durchzugucken, sondern drüber springen. Mit Gott drüber springen über die Mauer. Mit Gott kann ich! Wer kann denn über Mauern springen? Können wir alle nicht! Wir haben Mauern der Begrenzungen in unserem Leben, Mauern, die uns irgendwie einpferchen wollen, die uns klein halten, die unseren Horizont verhindern wollen ausgeweitet zu werden. Aber mit Gott können wir über die Mauern unserer Schwierigkeiten, unserer Begrenzungen, unserer Handicaps und Probleme – wir können mit Gott rüberspringen! Aber wir werden es dann tun wenn wir die entsprechenden Verheißungen gefunden haben und wir sie ergriffen haben und gesagt haben: Das ist mein Leben!

Das werde ich erleben! Und dann kommt das interessante: Dass wir dann erleben werden, der Druck nimmt zu. Warum nimmt der Druck zu? Jesus sagt: Wenn wir das Wort gehört haben, dann kommt der Feind und er raubt das Wort.

Mt 13,19
Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist.

Er raubt das Wort! Der Druck der Umstände kommt zu einem Zweck: Um dir das Wort zu rauben oder beziehungsweise um dich da hin zu bringen, dich wieder vom Wort zu trennen.

„Oh, ja, als ich ein junger Gläubiger war, da war ich ein Heißsporn, da war ich begeistert für Gott, da hab ich gebrannt für Gott, aber dann habe ich entdeckt, also als Christ, man kocht auch nur mit Wasser und mit 17 hatte ich noch Träume und da wuchsen die Bäume noch in den Himmel, aber jetzt bin ich irgendwie viel weiser“.

Ist das wirklich weise? Nicht begeistert zu sein? Nicht zu brennen? Nicht eine helle, klare, schöne, positive Zukunft zu sehen? Ist das wirklich weise? Ich glaube nicht! Weil meine Zukunft ist beschrieben in Gottes Wort. Und ich werde sie nur dann auch erleben in Realität so wenn ich zuvor, und zwar dann, wenn ich keinen Ausweg sehe, festhalte an dem Wort.

Und der Teufel, sobald du das Wort ergreifst, und da muss ich euch sehr, sehr vorbereiten darauf – wenn ihr sagt: Gut, also ich werde ein Mensch werden, der Gott treu nachfolgt, d.h. ich ergreife Verheißungen und halte sie fest! – dann mach dir eins gewiss: Es kommt Druck, es kommt Widerstand – sobald du Verheißungen ergriffen hast, kommt Widerstand.

Weil der Teufel dich motivieren möchte, wieder loszulassen. Also, wenn du den Druck spürst, dann weißt du, oh, ich bin auf dem richtigen Weg, alles läuft normal, alles ist nach Plan. Alles nach Plan – wunderbar, weiter!

Spürst du den Druck weißt du, du bist auf dem richtigen Wege.

Und erlaube nicht, dass der Druck dich dazu führt, das Wort loszulassen: „Achja, ich war ein bisschen zu überschäumend, zu begeistert und irgendwie zu positiv“.

Wenn all das stimmt oder wenn nur ein Bruchteil dessen stimmt, was Gott gesagt hat über uns, über unser Leben, wer er ist und wie er mit uns sein will und was dann noch von unseren Feinden übrig bleibt – wenn nur ein Bruchteil dessen stimmen würde, wir müssen positiv sein. Oder sagen wir nicht „positiv“, sonst verwechselt man mich mit „Positivem Denken“ oder so, ja? Das gibt’s in der Welt auch.

Das ist wie aus der Philosophie das Prinzip „Hoffnung“: Es gibt nichts zu hoffen, aber wir haben jetzt das Prinzip Hoffnung. Was hoffen wir? Wir hoffen auf das Prinzip Hoffnung.

Und so gibt es das Positive Denken: Sei einfach positiv. Du musst einfach positiv sein. Mir geht es jeden Tag in jeder Hinsicht ein bisschen besser. Einfach positiv sein.

Das ist doch Unsinn!

Und manche Christen wenn du sie lehrst, das Wort Gottes festzuhalten, im Munde zu behalten und zu bekennen – sie kommen dann irgendwie aus der Welt und haben schon ein bisschen Psychologie gelesen oder so therapeutische Selbsthilfe, Schulungen und Schulen oder so irgendetwas – und dann sagen sie: Ja, das hab ich da alles schon kennengelernt, das ist die Kraft des Positiven Denkens.

Es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen dem weltlichen „Positiven Denken“ und dem, wovon wir hier reden. Hier haben wir einen machtvollen Gott, der gesagt hat, ich will mit dir sein.

Jes 43,2
Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen.

Und ich werde deine Feinde vor dir zu Kleinholz machen – oder ein bisschen anders biblisch ausgedrückt.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (55:00 bis 60:00)

Weil sie sooo „gläubig“ sind.

Und die Bibel sagt: Sich zu trennen von seinem Wort, gegen seine Verheißungen sich zu stellen, gegen seine Verheißungen zu reden, ist sich zu empören gegen Gott.

Und Josua und Kaleb, sie sagen: Macht das bloß nicht!

4 Mose 14,9b
Und fürchtet doch nicht das Volk des Landes

Und jetzt hör mal, was er für eine Mentalität hat:

4 Mose 14,9c
denn unser Brot werden sie sein!

Also unterschiedlicher konnten diese zwei Gruppen von Menschen ja nicht sein! Zehn sagen: Die werden uns auffressen. Die sind unser Untergang. Und zwei sagen: Die sind unser Frühstück!

Mit anderen Worten: Wenn wir mit ihnen fertig sind, sind wir stärker als vorher. Das führt uns noch Kalorien zu. Das baut uns auf.

Und hier hast du zwei verschiedene Sorten von Menschen. Die einen sagen: Ohwe, da kommt ein Problem! Und sie gehen schon parterre oder stecken den Kopf in den Sand oder planen irgendwie ein anderes inneres Exil oder irgendetwas, um sich zurückzuziehen. Auf jeden Fall: Das Problem ist etwas ganz schreckliches.

Und es gibt andere, die sagen: Da ist ein Problem. Aber Gott ist mir mir. Und ich werde Sieg sehen, ich werde sehen, wie Gott sich in diesem Problem erweist als MEIN Gott.

Und nur die erleben die rettende, helfende, eingreifende Hand des Herrn. Die Miesmacher, die Negativ-Menschen, die schon die Niederlage beschlossen haben, sie werden sie auch erleben.

In Vers 23 – Gott redet und er sagt:

4 Mose 14,23b
Alle, die mich verachtet haben, sollen es (das Land) nicht sehen.

Gottes Wort abzulehnen, sich gegen Gottes Wort zu stellen, sich der Angst zu überlassen oder überhaupt das Problem wahrzunehmen ohne zuvor gefüllt zu sein von Gottes Wort führt dazu, dass wir uns an Gott vergehen, dass wir Gott verachten!

Das ist, was hier geschrieben ist.

4 Mose 14
23b Alle, die mich verachtet haben, sollen es nicht sehen.
24 Aber meinen Knecht Kaleb – weil ein anderer Geist in ihm war und er mir völlig nachgefolgt ist -, ihn werde ich in das Land bringen.

Völlige Nachfolge heißt total festhalten am Wort Gottes. Und dann kommt noch hier echt ein Hammer! Gott sagt:

4 Mose 14,28
So wahr ich lebe, spricht der HERR7, wenn ich es nicht so mit euch machen werde, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt8!

Ja, diese negative Stimmung, diese Niederlage, all das, das haben sie ja nicht gebetet. Sie haben ja nicht Gott das gesagt, sie haben das nur untereinander gesagt. Und Gott sagt: Ihr habt das vor meinen Ohren geredet und ich werde mit euch tun wie ihr gesagt habt.

Was haben sie gesagt?

Oh, warum hat Gott uns aus Ägypten herausgeholt? Nur damit wir hier in der Wüste sterben?!

Sie waren entschieden, in der Wüste zu sterben. Das war ihr Untergang. Sie hatten beschlossen, sie werden nicht hineinkommen, weil der Feind zu mächtig ist. Und sie haben gesagt, wir müssen hier in der Wüste sterben. Und Gott sagt: Ich werde mit euch machen, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt.

Viele Jahre später, genauer genommen 40 Jahre später, kommt noch ein bisschen klarer heraus, warum Kaleb und Josua eine andere Haltung hatten. Lasst uns da noch schnell hingehen. Josua 14. Hier ist jetzt Kaleb, und er erklärt, warum er damals, obwohl er doch dieselben Riesen gesehen hat, dieselben befestigten Städte, dieselben Probleme – warum er etwas anderes gesagt hat als die zehn.

Josua 14,7a
Vierzig Jahre war ich alt, als Mose, der Knecht des HERRN, mich von Kadesch-Barnea aussandte, um das Land auszukundschaften; und ich brachte ihm Antwort

… nicht wie ich es mit meinen Augen gesehen habe, sondern:

Josua 14
7b wie es in meinem Herzen war2.
8 Meine Brüder aber, die mit mir hinaufgezogen waren, machten das Herz des Volkes verzagt3; ich aber bin dem HERRN, meinem Gott, treu nachgefolgt4.

Manche Leute denken, treue Nachfolge ist: Sonntag für Sonntag seinen Platz treu im Gottesdiest einzunehmen. Du kannst Sonntag für Sonntag auf deinem Stuhl sitzen und kannst schon abgefallen sein vom Herrn. Weißt du das? Weil Abfallen vom Herrn hat nichts damit zu tun, ob und wann du zu den Versammlungen gehst, womit ich nicht sagen will, dass es nicht gut ist, zu den Versammlungen zu gehen. Aber das entscheidende ist, was da drinnen für eine Haltung wir haben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (50:00 bis 55:00)

Und sie sind also sehr problemorientiert, wie du hier sehen kannst, ja? Einen halben Vers: Das ist die Frucht! Und dann kommt eine lange Ausführung über das Problem.

Jetzt Kaleb, das war einer von den beiden – Kaleb und Josua. Der war nicht von dieser Sorte.

4 Mose 13,30
Und Kaleb beschwichtigte das Volk, das gegenüber Mose murrte, und sagte: Lasst uns nur hinaufziehen und es in Besitz nehmen, denn wir werden es gewiss bezwingen!

Woher wusste er das? Weil Gott das zuvor viele Male gesagt hat! Gott hat gesagt, das ist euer Land und ihr werdet dort einziehen und ihr werdet dort wohnen und ihr werdet Sieg haben über die Feinde, weil ich mit euch bin.

Und dieser Mann – was tut er? Er bleibt felsenfest an dem, was Gott gesagt hat.

Und das regt diese Leute noch auf! Diese „Ja, aber …“ – Leute! Sie werden sogar irgendwie erbost darüber: Ja, wie kannst du das einfach so sagen?! Hast du denn immer noch nicht begriffen wie komplex das Problem ist?!

4 Mose 13,31a
Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sagten: Wir können nicht …

Sie hatten schon beschlossen: Wir können nicht!

Gott hat gesagt, ihr könnt! Und sie stellten sich gegen Gott und haben gesagt: „Wir können nicht!“

Wieso haben sie festgestellt, sie können nicht? Das werden wir uns gleich anschauen, warum das so gewesen ist. Und wieso überhaupt haben zwei die Meinung – und zehn haben eine total entgegengesetzte Meinung?

4 Mose 13
31b Wir können nicht gegen das Volk hinaufziehen, denn es ist stärker als wir.
32 Und sie brachten unter den Söhnen Israel ein böses Gerücht über das Land auf, das sie ausgekundschaftet hatten, und sagten: Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist ein Land, das seine Bewohner frisst; und alles Volk, das wir darin gesehen haben, sind Leute von hohem Wuchs;
33 auch haben wir dort die Riesen6 gesehen, die Söhne Enaks von den Riesen; und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und so waren wir auch in ihren Augen.

Hier sehen, was ihr Problem ist. Das ist der berühmte „Heuschrecken-Komplex“. Sie sahen sich als Heuschrecken. Sie hatten ein Heuschrecken-Bewusstsein. Was ist mit den Heuschrecken? Die kommen in Schwärmen, aber die einzelnen haben nicht viel Widerstandskraft. Da tritt man drauf, quatsch macht’s einmal und das war das Ende der Heuschrecke.

Und sie fliegen so in Schwärmen, keiner weiß, wo die Richtung lang geht, keiner bestimmt die Richtung, sie fliegen einfach irgendwie mit, wo die anderen fliegen. Und sie sind sehr orientierungslos und eben sehr klein und von kurzer Lebensdauer. Und sie hatten ein Heuschreckenbewusstsein. „Wir waren kleine Heuschrecken in den Augen der Riesen“. Und dann sagen sie etwas total Dummes: „Wir waren das auch in ihren Augen“.

Ja, sind sie denn hingegangen und haben sie Interviews gemacht? „Können wir gerne mal wissen, wie sie uns sehen? Wir würden das mal gerne erfahren“.

Sie haben doch die Feinde nicht interviewt! Vor denen haben sie doch viel zu viel Angst gehabt!

Ihr Problem war, dass sie die Außenumstände, die Schwierigkeiten angeschaut haben ohne sich vorher auf das Wort Gottes total zu verlassen. Sondern mit einem Minderwertigkeitsbewusstsein, mit einem Versager-Bewusstsein, mit einem negativen Bild von sich selbst gingen sie hinaus ins Leben und dachten, sie könnten es irgendwie schon schaffen. Und dann sahen sie die Probleme und sie waren total überwältigt von den Problemen und sie hatten einen großen Glauben. Woran? Dass sie scheitern würden!

Schaut einmal, mit welchem Respekt und welch eine Bedeutung sie diesen Riesen da geben!

Und Josua und Kaleb – was sagen die? Das waren interessante Leute.

4 Mose 14,9a
Nur empört euch nicht gegen den HERRN!

Hier haben wir eine interessante Definition: Sich gegen den Herrn empören heißt sich gegen sein Wort zu stellen.

Wenn du die gefragt hättest: Ja, empfindet ihr das jetzt als eine Empörung gegen euren Gott? – Oh nein, wir sind gläubige Israeliten, Er hat uns aus Ägypten geführt, das würden wir ja nie tun! Das würden wir nicht wagen, wir gehen jeden Sonntag in die Synagoge – oder Samstag. Ja, wir würden das niemals tun, uns gegen Gott empören – wie kannst du überhaupt so etwas von uns denken?

Es gibt viele Leute, die empören sich gegen Gott, aber sie würden empört sein darüber wenn du ihnen sagst, dass sie sich über Gott empören.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (45:00 bis 50:00)

Und hier ist also eine Zwischenphase: Sie kommen aus Ägypten heraus, müssen durch die Wüste und müssen in das gelobte Land hinein. Und sie senden 12 Leute, die erstmal das Land auskundschaften sollen und die offensichtlich die Aufgabe hatten, dann total begeistert zurück zu kommen und noch einmal zu schwärmen und zu schwelgen von dem, was Gott viele, viele Male schon ihnen beschrieben hatte und damit das Volk zu entzünden und zu sagen: Okay, gut, jetzt sind wir endlich wild und begeistert und heiss – jetzt wollen wir hinein!

Aber so ging es leider nicht, sondern sie sahen das Land dort und dann kamen sie zurück und dann sehen wir etwas ganz Interessantes – und das ist, worauf Hebr 4,2 anspielt.

Hebr 4,2b
aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband.

Und jetzt lernen, wie sieht es aus – oder was muss man tun, damit das Wort sich nicht mit Glauben verbindet? Und dann wissen wir, was wir nicht tun wollen. Also am negativen Beispiel lernen wir hier. Übrigens ist auch ein positives Beispiel dabei, weil nicht alle 12 in diesen Fehler gegangen sind, sondern von diesen 12 nur 10.

Was uns sagt: Selten hat die Mehrheit recht.

Auch in christlichen Kreisen – selten hat die Mehrheit recht. Je mehr Leute du fragst um Rat, so unwahrscheinlicher ist es, dass du die richtige Antwort findest. Frag das Wort, frag den Herrn und frag Leute, von denen du siehst an ihrem Leben, an den Früchten in ihrem Leben – sie könnten wohl kompetent sein. Aber frag nicht noch 20 weitere andere Leute bis endlich jemand dir das sagt, was du sowieso hören wolltest.

Amen? Gut. Sparst viel Telefongeld und auch sonst viel Lehrgeld.

So, diese kommen also jetzt wieder – alle 12 kommen zurück und jetzt hör mal.

4 Mose 13, 27a
Und sie erzählten ihm und sprachen: Wir sind in das Land gekommen, in das du uns gesandt hast.

Also – Mose – er hatte sie ausgesandt.

4 Mose 13, 27b
und wirklich, es fließt von Milch und Honig über, und das ist seine Frucht.

Nun, das klingt sehr begeistert. Wiewohl, wenn wir genauer hinschauen – dieses Wort „wirklich“ schon ein bisschen verräterisch ist. Was soll denn das heißen? Das hat Gott immer gesagt! Das Land ist ein reiches Land, es quillt über von Milch und Honig – und sie gehen da hin und sehen es und dann sagen sie: „wirklich“. Also mit anderen Worten, sie gingen ganz schön skeptisch da hin. Und erst das, was sie gesehen haben, das hat sie dann überzeugt, dass es wirklich so ist, wie Gott gesagt hat.

Also wir sehen, eine Begeisterung, die gar nicht mal so lobenswert ist.

Und jetzt kommt es noch ärger:

4 Mose 13, 27b
und das ist seine Frucht.

Da bringen sie also dann so eine Riesenrebe mit, die sie da an der Stange getragen haben. Ja, das ist bekannt, dieses Emblem.

Und das bringen sie mit und zeigen also, was da für herrliche Früchte wachsen. Und jetzt geht’s weiter, und da wird es schon sehr deutlich, wo das Problem ist:

4 Mose 13, 28a
Allerdings …

Oder ich glaube, Luther sagt auch: „Aber …“

Und das sind die „Ja, aber …“ – Leute. Vor denen muss man sich sehr in acht nehmen. Die „Ja, aber …“ – Leute.

„Jaaaaa…. Gott hat gesagt, ABER ….“

„Das kann man nicht so wörtlich nehmen“ oder „weißt du nicht, dass es viele Fälle gibt, wo das nicht so eintrifft?“

Das sind die „Ja, aber …“ – Leute.

Und was ist ihr Problem?

4 Mose 13
28 Allerdings ist das Volk stark, das in dem Land wohnt, und die Städte sind befestigt und sehr groß; und auch die Söhne Enaks haben wir dort gesehen.
29 Amalek wohnt im Lande des Südens, und die Hetiter und die Jebusiter und die Amoriter wohnen auf dem Gebirge, und die Kanaaniter wohnen am Meer und am Ufer des Jordan.

Mit anderen Worte: Das ganze Land ist besetzt!

Ja, das ist doch nichts neues.! Das hatte Gott ihnen schon gesagt: Da sind ein paar Feinde, um die werde ich mich kümmern, ihr geht rein und ihr nehmt das Land ein. Das hat Gott ihnen schon gesagt – als wenn sie hier etwas entdecken, was Gott ihnen verheimlicht hätte!

Gott hat gesagt: Wenn ihr in das Land kommt, ich werde euch Bahn machen, ich werde die Feinde vor euch vertreiben, macht euch keine Gedanken.

Jetzt tun sie so als wenn das ihre Entdeckung wäre. Und wieviel Respekt sie haben und wie sie das Problem beschreiben. Hier sagen sie: Das ist die Frucht, ABER … und dann reden sie über die Probleme und die Probleme und wie schwierig alles ist und es doch nicht alles so einfach und wir dürfen das nicht so simplifizieren und irgendwie müssen wir schon die Komplexheit des Problems und die Vielschichtigkeit …

Kennst du solche Sprüche? Ja?

Du musst nur mal ein paar Psychologen hören oder so ein Soziologen-Gequake oder so etwas. Da ist alles soooo komplex und so vielschichtig, am Ende blickt kein Mensch mehr durch. Sowieso wurden gar keine Antworten gegeben – man kam auch nicht zusammen, um zu diskutieren, um Antworten zu finden, sondern man wollte nur die Vielschichtigkeit des Problems beleuchten.

In gewissen Kreisen, die heute weltanschaulich sich bemühen irgendwas zu ventilieren, da Antworten zu haben – übrigens auch in Theologenkreisen – da Antworten zu haben, gilt als sehr verdächtig! Man stellt heute Fragen! Man versucht irgendwie das Problem zu verstehen, ja? Aber eine Lösung zu haben, das ist sehr verdächtig! Sehr verdächtig!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (40:00 bis 45:00)

Johannes sagt:

1 Joh 4,16
Und wir haben ERKANNT und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.

Und viele wollen die Liebe fühlen bevor sie sie erkennen und bevor sie sie glauben, und das funktioniert nicht. Du musst Liebe erkennen – im Wort – was Gott getan hat, was er für dich getan hat – und du musst es glauben.

Ohne Glauben kannst du – das ist auch in Beziehungen mit den Menschen so – Liebe nicht fühlen.

Jemand kann dich lieben, dass es stärker gar nicht mehr geht – und wenn du denkst, der ist dein Feind – du wirst dich nicht geliebt fühlen.

Erfahrung der Liebe kommt erst wenn du sie glaubst.

Und genau so ist es auch in der Beziehung mit Gott. Wir haben *erkannt und geglaubt* die Liebe, die Gott zu uns hat (1 Joh 4,16).

Und diese Erkenntnis kommt durch das Wort. Und da habe ich das dann gelesen:

Fürchte dich nicht, Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein (Jes 43,1).

Wow! Und ich hab das gefühlt! Gott ist begeistert, dass er MICH hat. Er kennt mich. Und während ich das da lese und da etwas fühle, schaut er vom Himmel und lächelt: „Kapierst du es jetzt?“.

Und ich war total begeistert! Und das hat mir so viel gegeben. Das lernst du nicht aus einem Buch! Du brauchst die persönliche Berührung, die persönliche Offenbarung.

Ich kann dich lehren, wie du es machst mit dem Wort – aber dann musst *du* dich hinsetzen, und du musst es tun. Du musst fleissig sein. Niemand kann das für dich tun. Kein Mann Gottes kann dir die Hände auflegen und sagen: Das ist der Ersatz für dein Fleissig-Sein. Das gibt es nicht. Und viele, viele wollen das immer. Wir haben wieder einen neuen Gastsprecher, und dann kommen wieder die vielen, die schon alle Seelsorger ausgewrungen haben und zur Erschöpfung gebracht haben und nie gehört haben, was wir gesagt haben. Dann denken sie: Ja, aber der Gastsprecher – der wird vollmächtig sein, der legt mir die Hände auf, und dann passiert endlich das, worauf ich so lange warte und wofür ja hier niemand gesalbt ist.

Und deswegen rennen da immer dieselben Leute nach vorne!

Bestimmte Dinge kann niemand dir abnehmen.

Ich kann dich motivieren, ich kann dir sagen, was dabei herauskommen wird, und ich kann dich anleiten, dich bitten, dich anflehen oder auf die Knie gehen – was immer du möchtest – und sagen: „Bitte, bitte mach es!“. Aber danach, irgendwann musst du sagen: Okay, gut, ich mache es.

Und dann gehst du nach Hause. Und dann nimmst du deine Bibel und sagst: Jetzt will ich tun, was ich tun soll. Ich will nachsinnen. Und ich will fleissig sein mit dem Wort Gottes.

Okay? Ja? Werdet ihr fleissig sein? Wollt ihr euch was gutes tun? Super! Dann vertut ihr nicht eure Zeit hier und kommt nicht umsonst her und verfahrt das kostbare Geld hierher zu kommen.

Hebr 4,2b
aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband.

Hier haben wir eine Schriftstelle, wo von bestimmten Menschen, von denen wir gleich noch reden werden, hier geschrieben wird. Und diese Menschen haben das Wort auch gehört – und es hat ihnen nichts genützt!

Das kraftvolle, starke, lebendige, ermutigende Wort hat ihnen nichts genützt.

Ja, war das Wort nicht kraftvoll genug? Nein. Es lag nicht am Wort, sondern es lag an diesen Menschen. „Weil es bei ihnen sich nicht mit dem Glauben verband“.

Ja, was konnten sie denn dafür?

Weil sie nicht eine solche Hingabe hatten an das Wort Gottes, nicht eine solche Verbindung und Verbindlichkeit eingegangen sind zum Worte Gottes, dass das Wort, das ja in sich die Kraft hat, Glauben entstehen zu lassen, es bei ihnen nicht tun konnte, weil sie das Wort nicht richtig in ihrem Herzen angenommen haben.

Und wir werden jetzt einmal dort hingehen und uns das anschauen, damit wir genau wissen, wie man es nicht macht. Das Wort Gottes sagt, dass viele, viele Dinge aufgeschrieben sind, was andere erlebt haben, für uns als Vorbild oder auch, wenn es bei denen schief ging, als Warnung.

Und hier können wir eine Menge lernen von diesen Leuten. Lasst uns einmal zu 4 Mose gehen. 4 Mose 13 – das ist Situation der Kundschafter. Gott hat sein Volk mit gewaltiger Kraft herausgeführt aus der Sklaverei, aus Ägypten und hat ihnen gesagt: Ich führe euch in ein wunderbares Land, wo Milch und Honig fließt, wo es große Fruchtbarkeit gibt und wo es auch gutgehen wird und wo ihr ein wunderbares Leben haben werdet. Das ist das alttestamentliche Gegenstück zu der Errettung, ja?

Ägypten: Die Welt.
Pharao: Der Teufel.
Aus der Knechtschaft heraus in das gelobte Land: Das ist das Leben im Sieg wie es beschrieben wird dann in Römer 8. Das Leben im Sieg über die Sünde und die negativen Umstände des Lebens.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (35:00 bis 40:00)

Und ich kann mich heute noch entsinnen, wo ich zum ersten Mal mit bestimmten Worten Gottes diese lebensschaffende Kraft erlebt habe. Da ist lebensschaffende Kraft! Mir fällt dazu immer dieses Beispiel ein: Stellen wir uns da irgendso einen Marsmenschen vor oder so – nicht, dass ich an Marsmenschen glaube, ja ? – vom anderen Planeten irgendetwas, der keine Ahnung hat. Und dann erzählen wir ihm: Ja, Nüsse! Nüsse, hmmm, das ist überhaupt das Nonplusultra – die sind sehr energiereich, die schmecken sehr, sehr gut und die sind wirklich spitze. Und auf seinem Planeten, sagen wir mal, gibt es keine Nüsse! Also – er geht in den nächsten Supermarkt und kauft sich so eine Tüte Haselnüsse oder irgendso etwas und ist voller Begeisterung – jetzt werden die kostbaren, energiereichen Nüsse irgendwie auch ihn beglücken.

Und er nimmt eine Nuss und lutscht darauf rum und wartet, dass die Power irgendwie kommt oder das Süße sich irgendwie entfaltet, aber es entfaltet sich nichts. Warum?

Weil er auf dem Ding nur rumlutscht! Weil er vergessen hat, dass andere noch zu hören, aber da war er schon auf dem Weg in den Supermarkt: „Du musst die erstmal knacken!“

Du musst sie erstmal knacken, um an den Kern ranzukommen.

Und so sind viele Christen: Die hören was über das gute, heilsame, kraftvolle Wort Gottes, und dann tigern sie los. Und du rufst ihnen noch hinterher: „Ja, aber pass auf, ich will dir noch beibringen, wie du an den Kern rankommst“. Aber sie sind schon auf und davon. Und dann gehen sie nach Hause, stürzen sich in ihre Bibel, holen da irgendwas raus – und dann passiert nichts und sie erleben nichts. Und dann sagen sie: Das ist ja alles Quatsch, was redet denn der da? Das ist doch Unsinn, da kommt ja gar nichts.

Deswegen sagt Sprüche 4: „Denen, die es finden“.

Spr 4,22
Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leib.

Du musst es erstmal finden! Das liegt nicht auf der Hand! Du nimmst die Nuss nicht in den Mund und lutscht da ein bisschen drauf rum und sagst, das bringt nichts und spuckst sie wieder aus. Sondern du musst lernen, sie zu knacken, du musst an den Kern heran.

Und das Wort wird seine Kraft nicht entfalten wenn wir nicht eine solche Hingabe vollziehen an das Wort wie Gott das vorschreibt. Ohne Fleiss, was auch ein gewisser Zeitfaktor ist, werden wir niemals erleben, dass das Wort sich aufschließt und dass diese Energie, diese Ermutigung, dieser Strom von Liebe, dass das daraus hervorkommt. Wir werden das niemals erleben.

Sondern das ist für uns nur irgendwie Druckerschwärze oder wir lesen das oder irgendwie – also, was ich sagen wollte: Es gibt einige Worte, obwohl das viele Jahre her ist, als ich das zum ersten Mal so mit bestimmten Aussagen erlebt habe – ich habe dann so einige Bereiche mir vorgenommen, dazu gute Worte gefunden, und dann hab ich mich damit beschäftigt. Und eines dieser Worte war aus Jesaja, wo dann Gott sagt:

Jes 43,1b
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.

Und dieses Worte habe ich, weiß nicht, wie viele, zig Male gelesen und ausgesprochen und darüber nachgedacht. Und eines Tages entfaltete sich das und öffnete sich das und ich habe es gefühlt, was das eigentlich ausdrückt, was Gott damit sagen will und wie Gott begeistert ist, darüber, dass er mich hat.

Ich habe ein Stückchen den Vaterstolz Gottes gespürt: Du bist mein.

Das hat Gott nicht so gesagt: Naja, du gehörst zu mir, leider kann ich daran nichts ändern – sondern mit großer Liebe und Begeisterung: Du bist mein!

Er ist begeistert, dass er mich hat. Nicht weil ich Abitur habe! Nicht deswegen oder weil ich sonst irgendwie ein ganz netter Mensch bin, sondern er ist begeistert, dass er mich hat, weil ich sein Kind bin. Das ist es. Dazu habe ich nichts getan.

Das ist die Liebe Gottes, die er hat zu uns. Und wir können sagen: Ja, ich weiß das irgendwie, Gott hat uns lieb und irgendwie schließe ich daraus mathematisch, wenn er alle Christen lieb hat, muss er auch mich lieb haben, also Gott liebt mich – irgendwie so, ja? Das reicht nicht aus! Davon kannst du nicht leben. Was du brauchst, ist die Erfahrung: Gott meint MICH, Gott liebt MICH und Gott ist zufrieden mit mir.

Er ist nicht zufrieden mit manchen Dingen, die ich tue. Aber irgendwie – oh Wunder – kann Gott das trennen: Meine Person und meine Taten. Und er sagt: Jetzt beschäftigen wir uns erstmal mit der Person, über die Taten reden wir später.

Niemand wird – ich weiß nicht, ob ich das schon gesagt habe – erleben, wie Gott anfängt, uns zu erziehen, und zu prägen und uns zu lehren, uns zu unterweisen und bestimmte Eigenarten irgendwie uns wegzunehmen, der nicht zuvor die bedingungslose Annahme und Liebe des Vaters erlebt hat. Das ist nicht möglich.

Also das kommt zuerst – und es kommt durch das Wort.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (30:00 bis 35:00)

Sie haben Probleme mit den Kindern und dann fragen sie irgendwelche Psychologen oder weltliche Pädagogen – anstatt in das Wort Gottes zu schauen, wo so wunderbare Abweisungen enthalten sind.

Ps 1,2
(Glücklich der Mensch, der seine) Lust hat am Gesetz des HERRN

Das findest du einige Male in der Bibel beschrieben – in Psalm 112 findest du das, in Psalm 119 – ein langer Psalm nur über die Liebe zum Wort Gottes und all die Segnungen, die das Wort Gottes freisetzt. Und ich möchte euch sehr ermutigen, da einmal hineinzugehen. Psalm 119.

Ps 112,1
Halleluja! Glücklich der Mann, der den HERRN fürchtet, der große Freude an seinen Geboten hat!

Ps 119,16
Ich habe meine Lust an deinen Anweisungen; dein Wort vergesse ich nicht.

Lust am Wort Gottes! Das Wort Gottes – wenn wir uns in der Weise damit beschäftigen – Nachsinnen, Lesen, es betrachten, darüber dankbar sind, es hineinnehmen in unsere Gebete, Gott dafür danken, dass das alles die Wahrheit ist, auch die biblischen Aussagen, die wir noch nicht erleben!

Auch die! Es ist die Wahrheit. Und das ist der beste Weg hineinzukommen! Du sagst: „Herr, das hab ich bis jetzt noch nicht erlebt, aber ich danke dir, dass es so ist“.

Und nicht immer wieder das Wort zu entmachten und dem Wort zu widersprechen. Sondern wenn Gott etwas sagt, dann meint Er es so und es ist gültig für uns.

Und wenn wir so mit dem Wort umgehen, dann wird es eine Lust für uns. Das Wort Gottes in uns entfaltet sich als etwas, was schön ist, was sehr, sehr aufbauend ist, was motivierend ist, was uns enorme Schubkraft gibt und was uns einfach hilft, wirklich stabil zu leben.

Niemand kann Herrschaft nehmen über seine Seele, der nicht sich füllt mit dem Worte Gottes. Das ist nicht möglich.

Du sagst: Ja, aber wir haben jetzt die Salbung des Heiligen Geistes, der Heilige Geist berührt mich!

Wenn das nicht kombiniert wird mit einem fleißigen Umgang mit dem Wort Gottes – du wirst im Chaos bleiben. Wir brauchen beides: Das Wort und den Heiligen Geist. Und der Geist wirkt da, wo das Wort ist. Willst du voll sein vom Heiligen Geist – was Paulus sagt:

Eph 5,18
Werdet voll Geistes …

… dann kommt die Anbetung: Singen im Psalmen usw.

Dann ist es notwendig, voll zu sein vom Wort. Die Parallelstelle dazu: Kol 3,16 redet davon: Lasst das Wort reichlich in euch wohnen.

Kol 3,16a
Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen in aller Weisheit;

Reichlich soll es wohnen in dir. Nicht nur so ab und zu zu Besuch kommen, sondern es soll wirklich wohnen. Wirklich in dir wohnen. Und dann wirst du Lust haben am Wort Gottes. Schon bevor das Wort Gottes seine nächste Kraft entfaltet hat und Außenumstände, sagen wir mal: Krankheit, andere Defizite, Mängel, Probleme, Engpässe gelöst hat außen – schon davor – und nur dann auch wird das funktionieren außen – schon davor ist es innerlich eine Erfahrung, die lustvoll ist.

Das Wort Gottes, das uns aufbaut, das uns ermutigt.

Und viele Leute wollen das überspringen und sie möchten schnell mit Handauflegung oder anderen Maßnahmen äußerlich eine Hilfe erleben, aber Gott weist uns den Weg: Wir haben wirklich fleißig zu sein im Wort.

Ps 1,2b
… Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!

Da haben wir es wieder. Und jetzt wird beschrieben: Warum ist dieser Mensch glücklich?

Ps 1,3
Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm.

Das ist ja stark! Alles, was er tut, gelingt ihm!

Ich möchte ein solcher Mensch werden, dessen Laub nicht verwelkt.

Das ist für mich ein Bild von Müdigkeit. Manche Christen werden müde oder schlapp oder Burn-Out-Syndrom oder Midlife-Crisis oder irgend so etwas.

Das kannst du dir alles schenken, wenn du im Wort bleibst. Du brauchst keine Midlife-Crisis, du brauchst auch kein Burn-Out. Es gibt keine Energiekrise im Heiligen Geist wenn du ihm das Wort als Nahrung gibst. Er brennt und lodert hell und du wirst nicht ausbrennen, sondern du wirst brennen für Gott.

Hallelujah. Sag doch mal Amen.

Okay, und so gibt es so viele andere gute Worte, die alle eine ähnliche Aussage haben: Das Wort muss von uns fleißig genommen werden – was keine Arbeit ist! Was keine Anstrengung ist, was nicht irgendwie langweilig ist und wo man sagt, ja, gut, da müssen wir uns jetzt durchquälen, aber dann irgendwann wird Gott uns dann belohnen – sondern schon dieser Schritt des Nehmens des Wortes Gottes ist etwas, was uns wirklich aufbaut.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (25:00 bis 30:00)

Ich meine nicht die Art von Leuten, die du dann morgens triffst: „Bruder, wie geht’s dir heute?“ – und er fängt sofort an, Psalme zu zitieren oder so etwas. Das ist nicht, was ich meine. Und vorallendingen wenn es dann noch in Luther-Deutsch ist oder so – das ist nicht irgendwie das geeignete.

Das Wort sprechen, auf das Wort schauen, darüber nachsinnen, heißt es hier. „Nachsinnen“ ist genau das Gegenteil von „so schnell wie möglich so viel wie möglich in der Bibel lesen“. Das ist genau das Gegenteil: So wenig Verse wie möglich so lange wie möglich betrachten.

Einen einzigen Vers oder vielleicht nur einen halben Vers nehmen und anschauen und darüber nachsinnen.

Denkt an Psalm 23 – ich hab das versucht an diesem einen Beispiel irgendwie ein bisschen plastisch zu machen – und so könnt ihr nachsinnen lernen.

Man muss lernen! Man wird entdecken wie schnell die Gedanken in irgendwelche Richtungen gehen wollen und sich mit allem möglichen beschäftigen wollen. Aber du zähme deine wilde Mustang-Herde. Beklage nicht, dass du so viele Gedanken hast, die alle kreuz und quer schießen und die davon galoppieren über die Prärie und du siehst sie nur von ferne: Ach, da kommt schon wieder die nächste Horde, wo laufen sie denn?

Sondern schaffe du da oben Ordnung. Niemand kann erfolgreich sein, der seine Gedanken nicht unter Kontrolle bringt. Weil wenn du deine Gedanken nicht unter Kontrolle bringst, wirst du niemals deine Gefühle unter Kontrolle bringen. Und wenn du deine Gefühle nicht unter Kontrolle bringst, du wirst niemals deine innere Stimmung, deine Seele, deine Motivation und wohl auch kaum deine Beziehungen stabilisieren können zu anderen Menschen.

Es fängt mit Gedanken an, und da haben wir dann den Schlüssel, um mehr und mehr zu erobern in uns selbst.

Nachsinnen! Tag und Nacht darüber nachsinnen.

Du sagst: Ja, bitte, also da geht’s ja nun zu weit, irgendwann muss ich auch schlafen!

Weißt du, dass du so dich verbinden kannst mit dem Wort, dass du das Wort auch nachts in deinen Träumen parat hast? Und sogar nachts im Traum, wenn der Teufel kommt und versucht, dich zu verführen zur Sünde, wo du tagsüber „nein“ sagen würdest – nachts bist du nicht beurlaubt. Christsein ist ein Vollzeitjob, 24 Stunden. Du legst dich nicht abends ins Bett und sagst: Herr, Tschüss, am morgen machen wir weiter – sondern auch in der Nacht ist der Herr bei dir. Und auch in der Nacht gelten dieselben Gebote. In der Nacht gilt genau dasselbe, was am Tage gilt.

Wenn etwas am Tage unrein ist, dasselbe ist in der Nacht unrein. Nimm das Wort Gottes, und im Traum kannst du genau so sagen: „Teufel, es läuft nicht mehr, mit mir nicht! Ich widerstehe im Namen Jesu! Diese Sünde kaufe ich nicht bei Tag und auch nicht bei Nacht“ – und du schaltest in einen anderen Kanal und träumst was anderes.

Das ist wirklich möglich. Das ist wirklich möglich. Du kannst das Wort bei dir haben und kannst nachts genau so clean sein wie du tagsüber bist. Amen! Es ist möglich.

Je intensiver wir in dem Wort leben tagsüber und auch diese Entschlossenheit haben: „Es soll mich prägen, es soll mich bestimmen“ – um so einfacher wird es sein.

Oder manche kriegen nachts Alpträume, ja? Tagsüber ist es schon ganz gut unter Kontrolle, die Angst – und dann kommt sie nachts. Du kannst nachts widerstehen und diese komischen Tiere oder Geister oder was auch immer im Traum hinter dir her sind – du hast darüber genauso Autorität im Traum wie tagsüber. Genauso. Alles, was nicht von Gott ist, alles, was Angst, Unruhe, Negatives erzeugt, ist nicht von Gott, und da hast darüber Autorität. Du kannst sagen: „Nein! Im Namen Jesu!“

Und das muss gehen. Du hast Autorität. Durch das Wort. Nimm das Wort und lerne das Wort zu gebrauchen. Nur wenn unsere Hingabe richtig ist an das Wort, dann entfaltet sich das Wort auch als Waffe.

Okay, ich glaube Psalm 1 haben wir das letzte Mal uns kurz angeschaut, das will ich nur nochmal kurz beleuchten.

Hier ist wieder dieser Gedanke des Erfolges. Und ich erwarte, dass wir, wenn wir diese herrliche Kombination haben: Das Wort und den Heiligen Geist – dass wir wirklich gewaltige Entfaltungen unseres Potentials, unserer Kraft noch erleben und dass wir auf sehr kreative Gedanken kommen und dass wir auch in praktischer Hinsicht beruflich und in materiellen Aspekten wirklich aufsteigen. Das ist, was Gott vorhat.

Ps 1,1
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt,

Viele Christen sitzen im Kreis der Spötter und sie befolgen den Rat der Gottlosen. Sie haben Probleme in ihrer Ehe und dann wenden sie sich an irgenwelche Bekannten und Verwandten, die selber schon drei kaputte Ehen hinter sich haben und versuchen, sich da Rat zu holen anstatt zu sagen: „Was ist mein Problem? Was sagt Gott dazu? Und was ist die Lösung aus Gottes Wort zu meinem Problem?“

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (20:00 bis 25:00)

Aber es heißt hier: Dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen. Dann! Ja – wann „dann“?

Wenn wir handeln nach allem, was geschrieben ist.

Ohne dass wir lernen, das Wort Gottes zu tun und auszuführen, werden wir niemals zum Ziel gelangen und erfolgreich sein. Das ist unmöglich.

Aber achtet da drauf, dass vor diesem Handeln noch etwas anderes steht, was sehr, sehr wichtig ist und was wir auf keinen Fall übergehen dürfen: Es heißt nämlich hier:

*Damit du darauf achtest* nach allem zu handeln.

Bevor du handelst, musst du achten. Bevor du bestimmte Gehorsamsschritte in deinem Leben gehst, musst du erkennen, dass sie dran sind.

Später dann wenn wir über Befreiung und innere Heilung sprechen, dann werde ich auch lehren über Bitterkeit und das ist ein gutes Beispiel. Du kannst erst dann dich von deiner Bitterkeit trennen, du kannst erst dann Gegenmaßnahmen gegen Bitterkeit ergreifen, wenn du entdeckst, dass Bitterkeit ein Problem ist. Vorher ist es ein Wort für dich und du hast vielleicht eine Lehre über Bitterkeit, aber es wird keinerlei praktische Konsequenzen haben für dich.

Erst wenn du entdeckt: Oh Mensch, das ist ja hier bei mir! Das ist bei mir eine bittere Wurzel, eine negative Haltung, ein Bodensatz von Groll und Enttäuschung und Bitterkeit – erst wenn du das entdeckst, kannst du sagen: Hier gegen werde ich etwas tun!

So – vor dem Gehorsam muss das Achten kommen. Du musst etwas entdecken. Sonst sind das nur Worthülsen.

Ich kenne in der Seelsorge so Leute, die sind so Bekennungskünstler. Die sind bereit alles zu bekennen. Die sagen: Ja, Pastor, was siehst du in meinem Leben? Ich bin bereit sofort das zu bekennen.

Ich könnte sagen: Ja, ich sehe Stolz. – „Herr, vergib mir meinen Stolz“.

Sie bringen nicht ihren Stolz dem Herrn. Sie bringen nur das Wort „Stolz“, aber nicht den Stolz. Verstehst du den Unterschied?

Gott will nicht Worte haben – Gott will die Sache selbst haben. Und das ist ein Unterschied.

Und du kannst nicht irgendetwas bringen in deinem Leben an negativen Dingen, was du selbst nicht siehst. Du kannst nicht. Du kannst darüber Worte bringen, du kannst prophylaktisch irgendwie Buße tun, aber das ist nicht, was die Bibel meint. Es nützt nichts zu sagen: Ja, wenn ich stolz bin und wenn ich rebellisch bin, wenn ich bitter bin, Herr, dann vergib mir das alles, Amen.

Solche Gebete nützen überhaupt nichts. Das sind nur fromme Worte, die du da rüberreichst ohne Substanz und ohne dass irgendetwas passiert in unserem Leben.

Erst müssen wir etwas sehen und dann können wir handeln. Bevor wir nicht sehen, können wir nichts handeln. Das ist doch ganz klar.

Und um eben „acht zu geben“, um etwas zu sehen, wo konkrete Maßnahmen und Schritte dran sind – davor muss das Wort her.

Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen. Du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen.

Warum?

Damit du darauf achtest.

Das Wort ist Licht. Und wenn du dir das Wort zuführst, kommt Licht in dein Inneres. Wie es heißt: Du machst meine Finsternis hell.

Ps 18,29
Ja, du zündest meine Leuchte an; der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht;

Eine Stelle sagt: So hell wie den Mittag.

Ps 37,6
Ja, er wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den hellen Mittag.

Das ist das hellste, was es gibt. Am Mittag ist es am allerhellsten.

Wenn du sagst: Oh, da ist so viel Finsternis in mir – okay, gut, jetzt hast du es bekannt und erkannt, gut, aber jetzt tu etwas dagegen. Die Finsternis wird nicht weggehen, indem du dir oder anderen Leuten sagst, da ist zu viel Finsternis in mir. Darüber kannst du weinen, versuchen, Tränen zu vergießen oder irgendetwas anderes zu machen – das wird nichts nützen.

Die Finsternis wird weichen wenn du Licht machst.

Und dein Wort, sagt es, ist Licht auf meinem Wege. Es ist Licht!

Ps 119,105
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Lass das Licht hinein. Kümmer dich nicht darum, dass so viel Finsternis da ist, lass das Licht hinein. Das Licht muss in deine Seele und dann fängst du an, Dinge zu erkennen, die du vorher nicht gekannt hast. Es reicht doch nicht aus, nur zu hören, was andere vielleicht irgendwie sehen bei dir. Das muss ich doch selber sehen!

Natürlich kann das ein Anreiz sein, den Herrn zu suchen, wenn alle mir immer wieder dasselbe sagen – und besonders meine Frau, die ich sehr schätze und der ich sehr viel glaube. Wenn sie etwas sagt, was ich nicht sehe, ich nehme das sehr ernst und dann sage ich nicht abschätzig: Ja, Herr, wenn es so ist, dann zeig es mir.

Sondern ich sage: Herr, sie sieht das, und ich weiß, sie hat einen messerscharfen Blick, gepaart mit sehr viel Gnade und Erbarmen. Und wenn sie sagt: Es ist da – und ich seh das nicht – dann will ich eher glauben, ich bin blind als dass sie die falsche Optik hat. Zeig mir, wo das ist.

Aber erst wenn ich es selber sehe, dann kann der Herr mich motivieren und mir konkret zeigen, welche Schritte ich gehen kann. Erst wenn ich es selber sehe. Du musst sehen! Wie wirst du seh-fähig? Indem das Wort hineinkommt, indem du dem Wort Raum gibst. Das Wort entfaltet seine Kraft, dir Licht zu geben, indem du dich ununterbrochen mit dem Wort beschäftigst – so wird es da ausgedrückt:

Jos 1,8
Lass das Wort nicht von deinem Mund weichen

Mit anderen Worten ausgedrückt: Sprich das Wort! Sprich das Wort! Sprich es! Führe es in deinem Munde.

Und das will ich heute erklären wie wir das Wort Gottes sprechen können, so dass Wirkungen da sind und trotzdem wir nicht irgendwie religiös werden.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (15:00 bis 20:00)

Du kannst ein Wort äußerlich anschauen, aber hast doch nicht den Zugang zu dieser enormen Kraft von Heilung und Motivation und Liebe und Zuwendung und Bestätigung, die dort enthalten ist – und das möchte ich euch heute lehren hier: Wie können wir das knacken? Wie können wir erlauben, dass diese Kraft herauskommt, die in dem Wort enthalten ist?

Spr 4,22
Leben sind sie denen, die sie *finden* und Heilung für ihr ganzes Fleisch.

Und so könnten wir sagen: Indem wir so mit dem Wort umgehen, so bewahren wir uns Herz! So bewahren wir unser Herz. Du bewahrst dein Herz, indem du dem Wort Raum gibst und dem Wort erlaubst, die Haltung, die Verfassung deines Herzens zu bestimmen.

Josua 1,8 ist ein ganz ähnliches Wort, ihr werdet gleich entdecken, dass ganz starke Parallelen enthalten sind. Wir wollen es uns aber trotzdem anschauen.

Jos 1,8 – hier redet Gott zu Josua und er gibt ihm Anleitung wie er erfolgreich sein kann nachdem der große Staatsmann und Führer, geistlicher Leiter Mose dann verstorben ist und Josua diese Aufgabe übernehmen soll.

Ich nehme mal nur Jos 1,8 – auch die Verse davor sind sehr, sehr schön.

Jos 1,8
Dieses Buch des Gesetzes (das waren die 5 Bücher Mose) soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist2; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben.

Hallelujah.

Der Gott, dem wir dienen, ist ein äußerst erfolgreicher Gott und er möchte, dass wir als seine Nachfolger auch erfolgreich sind. Erfolgreich im biblischen Sinne – nicht, dass du drei dicke Mercedesse vor der Tür hast und ein Verhältnis mit deiner Sekretärin und kurz vorm Herzinfarkt stehst, das ist nicht Erfolg nach der Bibel. Sondern dass du die Segnungen Gottes hast: Dass du Frieden im Herzen hast, dass du gute, harmonische, intakte Beziehungen hast mit deinen Mitmenschen, Frieden in deinem Hause ist und dass du die Kraft hast zu tun, was Gott dir aufgetragen hat zu tun und du in seinen Wegen wandelst. Das ist biblischer Erfolg. Und du sollst erfolgreich sein. Du sollst erfolgreich sein.

Und man kann nicht erfolgreich sein, für und mit Gott, und dabei unglücklich sein – das ist nicht möglich. Halleujah. Das ist das Schöne. Gott will, dass wir erfolgreich sind.

Und lasst uns einmal diesen Vers von hinten nach vorne lesen. Das ist sehr interessant.

Also – du wirst Erfolg haben. Preis dem Herrn. Sehr gut. Ich werde Erfolg haben. Gut.

Und ich werde auf meinen Wegen zum Ziel gelangen. Das ist auch ein ganz starkes Wort. Du kannst nur auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, wenn du wirklich ein Ziel hast. Sehr viele Christen sind ziellos, sie sind jahrelang Christen und sie wissen immer noch nicht wofür sie hier sind. Es gibt einen einzigen Grund dafür wenn man jahrelang Christ ist und man immer noch nicht weiß, warum man hier ist: Weil man faul war.

Weil man nie wirklich in biblischer Weise den Herrn gesucht hat: „Was ist meine Bestimmung? Warum bin ich hier? Was willst du mit meinem Leben tun, was willst du durch mich und mit mir tun?

Wir werden niemals zum Ziel gelangen, wenn wir kein Ziel haben. Wer kein Ziel hat, kommt auch nicht an. Das ist doch ganz einfach.

Manche Christen machen es so: Die schießen erst mit Pfeil und Bogen, die schießen auf eine Holzwand, und wenn sie dann den Pfeil in die Wand geschossen haben, dann gehen sie hin und dann machen sie einen kleinen Kreis und dann einen großen Kreis und dann noch einen größeren Kreis. Und ihr Pfeil steckt witzigerweise genau im Zentrum. Und dann sagen sie: Volltreffer.

Manche Christen sind so. Da, wo sie ankommen, sagen sie dann hinterher: Das war mein Ziel.

Das ist Selbstbetrug.

Gott will, dass du ein Ziel hast, dass du ansteuerst über Jahre, über Jahrzehnte, dass du weißt, wo du hingehst, und du weißt, warum du es tust und wie du es machst und Gott ist wirklich mit dir und das ist eine fantastische Sache zu sehen, ich tue etwas mit Gott, was ich ohne ihn niemals tun könnte. Das ist über meinen Intellekt, das ist über meine Fähigkeiten, über meine Qualifikationen, über meine Möglichkeiten, jenseits dessen wozu ich alleine imstande wäre – es ist Gott, der mit mir ist. Das ist etwas ganz ganz Fantastisches und ich möchte euch sehr, sehr ermutigen – wenn dich das getroffen hat – du bist jahrelang vielleicht schon Christ und weißt immer noch nicht, warum du lebst und es hat dich jetzt getroffen, dass du faul warst – bitte vergib mir, ich wollte dich nicht beleidigen, ich wollte dich nur ermutigen, dass du von jetzt nach vorne schaust und sagst: Ich werde nicht mehr faul sein, nein, ich werde jetzt den Herrn suchen und herausfinden, was er für mich hat.

Zum Ziel sollst du gelangen, und es ist wunderschön, zum Ziel zu gelangen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (10:00 bis 15:00)

Es gibt sehr, sehr viele Menschen, die sich täuschen lassen, die irgendetwas hören, was sich fromm anhört, und dann wundern sie sich, warum die Segnungen, die das Wort Gottes beschreibt, für sie einfach in unerreichbarer Ferne bleiben. Wir müssen wirklich genau achten, dass wir das Wort hören, das Wort des Herrn, und nicht menschliche Wörter über das Wort.

Das ist ein Unterschied: Das Wort oder menschliche Wörter über das Wort.

Das ist ein Unterschied – bitte glaubt mir das.

Spr 4,20a
Auf meine Worte achte!

Und wir sollen wirklich eine Hingabe oder eine Unterordnung unter das Wort vollziehen.

Spr 4,20b
Meinen Reden neige dein Ohr zu!

Da ist das Bild von „sich neigen“, sich belehren lassen, anerkennen, ich brauche Hilfe, ich brauche Belehrung, also auch Eingeständnis meiner Schwachheit. Und sich hingeben und sich unterordnen und auch völlig dem hingeben.

Achtet nun darauf, sagt Jesus, wie ihr hört.

Und manches mal wenn man so im Gottesdienst ist, nicht nur bei den Bekanntmachungen, auch bei der Predigt, man merkt, die Leute sind mit etwas ganz anderem beschäftigt – oder in der Bibelschule manchmal, sie lesen Comics oder schreiben sich nette kleine Liebesbriefchen oder irgendwelche anderen lebenswichtigen Dinge oder so – sie sind mit irgendetwas beschäftigt. Und sie denken, ja, wenn ich körperlich anwesend bin, das wird ja schon irgendwie reichen. Nein, das reicht nicht aus. Das reicht nicht aus.

Sondern wenn ich da sitze, dann sitze ich da und sage: Gott, rede du heute zu mir. Und ich bete: Herr, Segne du den Pastor, den Lehrer, den wer auch immer dran ist, das Wort zu bringen – und ich glaube, Heiliger Geist, dass du durch diese Person heute redest und ich will etwas hören.

Wenn wir eine Umfrage machen würden nach einem Gottesdienst: „Wer hat heute das Wort des Herrn gehört? Wer hat heute eine Antwort von Gott bekommen?“ – du wirst feststellen, die Leute, die sich melden, das sind genau die, die gekommen sind nicht aus Routine, weil Sonntag war oder weil Gottesdienst war, sondern die gekommen sind und haben gesagt: Gott, ich brauche Antwort. Hilf du mir, rede zu mir, ich will weiterkommen, ich will, dass die Dinge in meinem Leben sich verändern, gebrauche diesen Gottesdienst um heute zu mir zu reden.

Das sind die Leute, die das Wort des Herrn hören.

Genau die, die eine Erwartung haben. Und wenn wir da nur sitzen, weil Sonntag ist oder weil Donnerstag ist oder weil Mittwoch ist, das reicht einfach nicht aus.

Wir sitzen da und wir gehen schon unsere Einkaufsliste von morgen durch. Oder wir gehen den Einkauf von heute Nachmittag durch und überlegen, was wir alles vergessen haben, was wir dann morgen nachholen wollen. Wenn wir da sitzen, dann lasst uns sagen: „Gedanken, Ruhe da oben! Jetzt höre ich! Jetzt produziere ich nicht wieder irgendwelche Programme und beschäftige mich mit meinen Terminen und morgen!“

Auch wenn du morgen viel zu tun hast, ja? Wir können sagen „Nein, Ruhe, jezt schalte ich auf Empfang, ich will hören, ich will lernen, ich will etwas bekommen heute, ich will, dass Gott zu mir redet!“

Wenn wir mit eigenen Aktivitäten, eigenen Plänen und Programmen und Dingen beschäftigt sind, wir können nicht das Wort Gottes hören.

Wir hören akustisch irgendetwas, aber es erreicht uns innerlich nicht. Und das ist das entscheidende – das Wort muss uns wirklich treffen. Und es trifft nur den, der es hören will, der es begehrt, der es sucht, der sich danach ausstreckt und der weiß, das ist mein Leben. Nur den trifft das Wort Gottes. Das hängt von der Haltung unseres Herzens ab.

Und darauf können wir Einfluss nehmen. Wir können sagen: Ich will hören, ich will aufmerksam mich dem Wort Gottes zuwenden.

Und dann, wenn ich es gehört habe, dann sollen wir es festhalten.

Spr 4,21a
Lass sie nicht aus deinen Augen weichen

Sondern darauf schauen und sie sozusagen festhalten und nicht wieder etwas anderes, was diese Aussage außer Kraft setzen würde, dann daneben zulassen.

Spr 4,21b
bewahre sie im Innern deines Herzens!

Nachher werden wir uns ein schönes Beispiel anschauen, wo wir sehen, wo eine Gruppe von Menschen geteilt war ins zwei Hälften, und die einen haben das befolgt und sie waren gesegnet und die anderen haben das nur formal irgendwie so vollzogen und sie haben großen Schaden genommen.

Spr 4,21b-22
Bewahre sie im Innern deines Herzens!
Denn Leben sind sie denen, die sie finden

Hier haben wir ein starkes Wort. Das Wort Gottes oder die einzelnen Worte des Herrn müssen von dir gefunden werden!

Das bedeutet nicht, dass du die Bibel aufschlägst und sagst: Ach, da ist es ja, jetzt hab ich’s gefunden.

Sondern dass du den Zugang erlaubt hast, wo das Wort wirklich in dein Herz kommen kann.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (5:00 bis 10:00)

Und das Großartige ist: Du hast Zugriff oder du hast die Möglichkeit, den Zustand deines Herzens zu verändern! Du kannst nicht automatisch deinen sozialen Stand, deine Wohnmöglichkeiten, deinen Beruf oder Beziehungen oder deine finanzielle Situation oder manches andere verändern. Aber du kannst in dir drinnen Veränderungen schaffen, und die werden sich außen dann nach einer gewissen Zeit dann niederschlagen.

Aus deinem Herzen! Und ich habe noch nie jemanden gesehen, der ein Leben voller Bekümmernis, voller Trübsal, Traurigkeit, Minderwertigkeit, Enttäuschung – eine solche Verfassung in sich trägt, und dann ein siegreiches, schönes, entschlossenes, tatkräftiges, glorreiches Leben führt. Das hab ich noch niemals gesehen und ich mache jetzt seit vielen, vielen Jahres Seelsorge. Einen solchen Menschen habe ich noch nicht gesehen.

Wer unglücklich ist in seinem Herzen wird auch von Misserfolg gekennzeichnet sein.

Wir haben Zugang und Zugriff und Möglichkeit, die Verfassung unseres Herzens zu verändern. Und das Wort Gottes sagt es ganz klar: „Behüte dein Herz“. Mehr als deinen Rembrandt im Safe oder irgendetwas anderes, was du da hast, irgendwelche Klunker oder so hinter dem Rembrandt im Wandtresor – mehr als alles, was du sonst behütest, behüte dein Herz!

Warum?

Du kannst außen alles mögliche verlieren, aber wenn du den Zustand deines Herzens dir entgleiten lässt oder ihn nicht selbst bestimmst, dann werden die Umstände dein Herz bestimmen.

Und du hast nach der Aussage des Wortes Gottes die Möglichkeit und die Verantwortung deine Herzensverfassung selbst zu bestimmen.

Und diese Aussage hier, dass wir selbst wachen sollen über unser Herz, ist eigentlich nur die Begründung für das, was davor gesagt ist. Und hier hat es eben mit dem Thema zu tun, wie wir mit dem Worte Gottes umgehen sollen.

Unsere Haltung zum Worte Gottes ist der Schlüssel auf unser Herz Einfluss zu nehmen.

Ich sag es noch einmal, weil das so schön ist und so kompakt ist zum Mitschreiben: Unsere Haltung zum Worte Gottes ist der Schlüssel auf unser Herz Einfluss zu nehmen.

Spr 4,20-22
20 Mein Sohn, auf meine Worte achte, meinen Reden neige dein Ohr zu!
21 Lass sie nicht aus deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens!
22 Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Heilung für ihr ganzes Fleisch.

Es gibt sehr, sehr viele Schriftstellen, die davon reden, was für Segnungen wir erwarten können wenn das Wort in unserem Herzen ist. Das Wort Gottes muss in unser Herz hinein. Und dort kommt es nicht einfach so von alleine hinein, sondern wir haben von unserer Seite aus einige weniger, aber ganz ganz wichtige Dinge zu tun. Es fällt nicht allein in dein Herz, nur, weil du heute abend hier sitzt oder weil du Sonntag für Sonntag sitzt oder am Mittwoch sitzt oder etwas im Fernsehen oder im Radio hörst oder auf Kassette. Das alleine reicht nicht aus, sondern das Entscheidende ist die innere Haltung, die wir dazu haben.

Spr 4,20a
Mein Sohn – natürlich die Töchter des Herrn sind genauso angesprochen – auf meine Worte achte.

Das können wir in verschiedener Weise betonen und holen verschiedene Aussagen daraus:

Gott will, das du auf SEINE Worte achtest. Es gibt so viele andere Worte. Die Worte des Arztes, die Worte deines Steuerberaters oder die Worte von Freunden oder von Nachbarn oder von Zeitungen oder von irgendetwas. Es gibt viele verschiedene Worte und Gott sagt: Wir sollen auf SEINE Worte achten.

Und es gibt sehr, sehr viele Christen, die meinen, es genügt, dass sie irgendwo hin gehen, wo ein paar christliche Vokabeln gesagt werden. Aber Jesus hat einmal als er über das Hören gelehrt hat, da hat er zwei Dinge gesagt:

Habt nun Acht, was ihr hört – und an einer Parallelstelle in dem selben Zusammenhang sagt er: Achtet nun ganz genau darauf, WIE ihr hört.

Mk 4,24
Und er sprach zu ihnen: Seht zu, was ihr hört!

Lk 8,18
So habt nun acht, wie ihr hört!

Das sind die beiden Dinge beim Hören. Erstmal musst du sicher sein, was du hörst. Und es reicht nicht aus, irgendwo hin zu gehen, wo auch die Vokabeln „Bibel“ und „Gott“ und „Gottesdienst“ oder so gebraucht werden, sondern wir müssen sicher sein – ist das wirklich das Wort Gottes?

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (0:00 bis 5:00)

Wir haben das letzte Mal gesprochen über das Wort Gottes. Und in einer Weise muss dieses Thema unbedingt noch fortgesetzt werden, weil es so viel Schönes und Gutes gibt, was dazu noch zu sagen ist. Vorallendingen dann die praktischen Aspekte wie wir das umsetzen: Ich sprach über die verschiedenen Eigenschaften und Merkmale des Wortes Gottes und wie dieses Bibelstudium „Was sagt Gott über Sein Wort?“ – wie das mein Leben nachdem ich viele Jahre Christ war, erfüllt vom Heiligen Geist, noch einmal ganz neu verändert hat.

Das war übrigens ein Satz, als ich so gebetet habe und den Herrn gesucht habe und spürte, es war so wie eine Trockenheitsperiode, wo einfach nichts mehr weiterging, und ich fastete und suchte den Herrn. Und dann gab es einen Satz bei Derek Prince, einem Bibellehrer, den ich sehr schätze. Und dort stand geschrieben: „Satan will dich in Unwissenheit lassen/halten – über die wahre Natur des Wortes Gottes“.

Über diesen Satz bin ich gestolpert und ich fing an über die Natur des Wortes Gottes nachzudenken und merkte, dass ich darüber nichts wusste. Und ich merkte, dass wovor er warnt, das ist bei mir schon voll eingetroffen. Und dann hab ich gesagt: So geht’s nicht weiter und dann hab ich angefangen zu studieren.

Und einiges von diesen Dinge habe ich euch dann so ein bisschen mitgeteilt, wiewohl es noch viel, viel mehr gibt.

Das Wort Gottes ist voller Leben, es ist Heilung, es ist Nahrung, es ist ein schöpferischer Same, es ist eine Waffe, es ist ein Schutz, den wir haben, es ist wirklich sehr, sehr vieles. Das habe ich versucht darzustellen.

Und jetzt kommt es darauf an, dass wir das Wort auch tatsächlich so erleben. Wie würde unser Leben doch geändert sein wenn diese Kräfte und diese Qualitäten sich tatsächlich auswirken würden. Dass es uns Freude gibt, dass es uns motiviert, dass es uns Klarheit gibt, dass es uns Orientierung gibt, Führung gibt, Gewissheit gibt, Festigkeit gibt, Sieg gibt. Das Wort Gottes im Herzen gibt uns Sieg über die Sünde, Sieg über den Teufel.

Was würde da nicht alles Schönes, Gutes geschehen? Wie kann das Wort seine Kraft, sein Leben, seine Segnungen wirklich in uns entfalten? Es gibt nur einen einzigen Weg: Indem wir so mit dem Worte Gottes umgehen wie Gott selbst das vorgeschrieben hat!

Alles andere funktioniert nicht. Nur wenn wir das Wort Gottes so schätzen und ihm den Platz geben und damit umgehen genau so wie Gott beschrieben hat – nur dann werden wir erleben, dass diese Eigenschaften sich beginnen zu entfalten.

Und darauf bin ich nur ganz kurz eingegangen und muss unbedingt mehr darüber sagen, damit wir wirklich praktisch verstehen, was das bedeutet.

Beginnen wir einmal mit Sprüche 4 – das ist eins von mehreren Worten. Und wenn man die so nebeneinander stellt, dann wird man entdecken, dass die sehr viel Ähnliches enthalten oder sogar dasselbe noch einmal etwas anders sagen.

Ach, beginne ich einmal hier jetzt mit Vers 23.

Spr 4,23
Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle4 des Lebens.

Das ist ein ganz, ganz starkes Wort, was sehr, sehr viel Hoffnung freisetzt wenn wir es richtig verstehen. Die Bibel sagt, das Leben, das wir führen werden, kommt aus unserem Herzen. Das Leben, das wir führen, kommt aus unserem Herzen. Wenn das Richtige in unserem Herzen ist, es muss im Sichtbaren dann auch das Richtige sich ereignen. Weil alles Sichtbare eine Folge des Unsichtbaren ist, und das Sichtbare abhängig ist vom Unsichtbaren. Wie am Anfang auch – wir haben das schon gehört – bei der Schöpfung, da war Gott und kein Universum, keine Welt, keine Erde, keine Tiere, kein gar nichts – und Gott sprach.

Also alles, was wir sehen, ist entstanden vom Unsichtbaren. Das Unsichtbare ist dem Sichtbaren überlegen. Das Sichtbare ist im Veränderungsprozess, und wenn wir jetzt ganz anders als die Welt nicht mehr versuchen, im Sichtbaren das Sichtbare zu verändern – das ist ja das Problem der Welt! Sie versucht immer die Probleme zu lösen, da, wo sie gar nicht entstanden sind. Und wir haben die Möglichkeit zurück zu gehen zu den Ursprüngen, zum Unsichtbaren und von dort her Veränderungen zu bewirken und Veränderungen oder neue Weichenstellungen, neue Prägung im Unsichtbaren müssen unbedingt, unweigerlich sich niederschlagen im sichtbaren Leben. Es gibt keine andere Möglichkeit.

Aus deinem eigenen Herzen – oder aus der Füllung deines Herzens, aus der Verfassung deines Herzens, aus der Atmosphäre deines Herzens, dem Zustand deines Herzens – daraus kommt dein Leben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (95:00 bis Ende)

Und Gott hat mir einige Dinge gegeben. Da ist mir schwindelig geworden, und ich hab gesagt: Ne, Herr, hier bin ich, Herr, sende meinen Bruder!

Kennst du diese Gesinnung? „Herr, hier bin ich, sende meinen Bruder“ – bitte, suche dir einen anderen aus, aber nicht ich, das ist too much, das kostet zu viel, das überlebe ich nicht.

Aber siehe da, du überlebst das, nur dein elendes … deine Angst vor der Meinung der Menschen, das stirbt. Und je mehr das stirbt, um so freier wirst du. Wie der Berliner sagt: Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt sich’s ungeniert.

Das heißt nicht, dass wir respektlos werden. Das heisst nicht, dass wir frech werden. Das heisst nicht, dass wir aus eigenen Motiven heraus – sondern das heißt einfach, wir stellen uns Gott zur Verfügung.

Ich staune immer wieder darüber, wie unterschiedlich das ist: Ich kann dasselbe Konzept nehmen, ich kann in eine Gemeinde gehen, und ich bin dort butterweich, und so soft, dass ich mich selber wunder und frage: Bin ich das?

Und ich sage zu meiner Frau: Ich war heute so soft, ich konnte es nicht glauben.

Und zwei Wochen später komme ich in die nächste Gemeinde und da kommt die Bulldozer-Salbung und ich reiße alles runter und breche die ganzen Lügen in Fetzen. Und da: „Boahh“, ich denke, oh Hilfe, Herr. Und bin selber ergriffen und erstaunt über wie Gott ist und wow, ein ehrfurchtgebietender Gott, wo jeder Gedanke „ich könnte ein bisschen Spielchen spielen“ zuende kommt.

Und das *macht* man nicht, man entscheidet sich nicht, ich geh nicht hinein und sage: Heute spiele ich den Softie.

Es hat etwas mit den Herzen zu tun!

Und Gott hat verschiedene Arten, Menschen zu begegnen. Und er kommt dem Willigen, dem Zerbrochenen, dem, der nach Antworten fragt und der sagt: Gott, was immer es braucht,ich will deinen Willen tun – Er kommt dem so soft entgegen und streckt seine Hand aus. Und sagt: Ich kenn all deine Schwächen, aber ich helfe dir. Und ich bin bei dir und ich hol dich da raus.

Aber dem Stolzen, der sagt: Was will denn der überhaupt, und das kennen wir alles schon, und das brauchen wir gar nicht und hoffentlich ist das hier bald zuende – da kommt Gott mit dem Rammbock. Mit der Bulldozer-Salbung. Und keiner schläft interessanterweise. Auch wenn es 1 1/2 Stunden geht. Und wenn es manchmal 2 Stunden geht, keiner schläft, weil sie alle den Atem anhalten – was kommt als nächstes? Noch ein Hammer. Hilfe.

Ich habe bei weiter nicht gesagt, was ich heute sagen wollte. Aber ich habe viele Dinge gesagt, die nicht in meinem Programm standen. Aber ich empfinde, hier ist jetzt erstmal der Zeitpunkt gekommen für ein kleines Päuschen und morgen gibt es noch einen Nachschlag. Wahrscheinlich wesentlich kürzer als heute. Morgen haben wir Gottesdienst und da ist das alles anders.

Abschlussgebet:

Vater, Gott der Weisheit, Gott, der Herzenskenner, Gott, der sich erbarmt über uns, wir rufen dich an. Wir sind überwältigt von all dem, was du hast für uns und wie du willst, dass wir leben sollen. Aber gleichzeitig ist unser Trost: Du wirkst all das in uns. Du hilfst uns. Du schaffst das Neue in uns. Du bringst hervor, was Dir gefällt durch dein schöpferisches Wort in uns. Und wir wollen uns Dir hingeben und wir wollen unsere Herzen hinhalten und erlauben, dass Dein Heiliger Geist uns trifft, uns durchdringt, durchbohrt und prägt und ausreisst und ermutigt und baut und pflanzt und all das gibt, was uns als deine Kinder zusteht.

Vater, gib uns Weisheit, wie wir wirklich in Jüngerschaft hineinkommen und wie wir mit aller Freundlichkeit, mit aller Dringlichkeit, mit aller Liebe, in aller Kühnheit, in aller Freiheit Menschen rufen zu Jüngerschaft und sie ausbilden und dranbleiben über Jahre. Und sie zu Jüngern machen und ihnen helfen, Dich kennenzulernen, die Furcht Gottes zu erlangen und dadurch Raum zu machen, Dich zu erkennen.

Du sagst, die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Und Herr, all das, was um uns herum passiert, in unserem Leben, in unseren Gemeinden, das beweist eines so dringlich: Wir kennen dich so wenig.

Und wir haben so wenig realen Zugang zu den Schätzen, die du uns erworben hast durch deinen Sohn. Aber Vater, wir sagen dir heute: Wir wollen lernen! Wir wollen belehrbar sein. Wir wollen uns demütigen. Wir wollen uns dir hingeben. Und wir wollen erlauben, dass dein Wort unsere Herzen neu prägt und formt.

Und das Licht soll scheinen. Und das Licht deiner Wahrheit wird uns freisetzen von allem Verkehrten. Von allen falschen Absichten und Plänen und Motiven – lass dein Schwert scharf sein.

Und ich bete auch für diese Gemeinde: Ich bete, dass Fürbitter aufstehen und ermutigt sind, im Heiligen Geist zu beten und sich hinter die zu stellen, die den Dienst am Wort haben, und dafür sorgen, dass durch ihre Fürbitte das Wort scharf wird, das Wort mächtig wird, das Wort lebendig wird, das Wort etwas bewirkt in den Herzen der Menschen und sie entdecken: Gott reisst nicht nur aus, Gott pflanzt ein und Er gibt neue Gelüste, neues Verlangen.

Ich bete, dass du ein tiefes Werk tust in dieser Gemeinde, und dass sie mit Volldampf hineingeht und entschieden ist: Wir wollen eine Gemeinde nach dem Herzen Gottes werden. Wir wollen eine neutestamentliche Gemeinde werden. Wir wollen Gott gefallen. Wir wollen Eifer entwickeln für Seine Ehre. Wir wollen, dass Er sich an dieser Gemeinde freuen kann, dass Er wirklich verherrlicht wird.

Und wir wollen lernen mit Ihm überein zu stimmen und wir wollen lernen zu lieben, was Er liebt. Wir wollen lernen zu hassen, was Er hasst, damit Du dich wohlfühlen kannst und damit du Raum bekommst in unseren Herzen.

Vater, danke für den Heiligen Geist, danke für Dein Wort. Danke für dieses geniale Instrument „Jüngerschaft“, was du etablieren möchtest in der Gemeinde. Wir danken dir für all die Segnungen, die dadurch kommen werden. Möge Dein Wille geschehen in unserem Leben, in unseren Gemeinden, und wir danken Dir, Vater, für deine große Geduld, für deine Liebe. Wir danken Dir, Vater. Wir ehren dich und lieben dich. Amen. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (90:00 bis 95:00)

Nicht unbedingt alle möglichen Bücher zu lesen – in erster Linie: Was sagt die Bibel über … Sünde? Was ist die Natur von Sünde? Warum hasst Gott Sünde? Was bedeutet das überhaupt, dass Gott Sünde hasst? Usw. Wir haben viele, viele Aufgaben, die wir geben. Und wenn er die gewissenhaft erfüllt, er wird lernen. Weil sein Denken sich verändert. Und er kommt immer mehr in Übereinstimmung mit Gott. Ein wichtiges Thema wäre z.B.: Wie sieht die Liebe Gottes aus?

Und die ist sehr, sehr anders als viele Christen sich vorstellen. Die Liebe Gottes wird uns gezeigt im Wesen, im Auftreten, im Handeln von Jesus. Er ist das perfekte Abbild Gottes. Alles, was du siehst im Leben von Jesus – das ist Liebe.

Wenn wir das glauben würden, wäre unser Verhalten gegenüber bestimmten Leuten, die christlich auftreten, aber das Wort Gottes verdrehen, total anders.

Aber weil wir an eine menschliche Liebe glauben, die vorallendingen erstmal „nett sein muss“ – herzliche Verständigung … Wo siehst du bei Jesus herzliche Verständigung mit den Pharisäern? Wo siehst du das?

Er ist sehr schroff mit diesen Leuten! Warum? Weil er sich ärgert? Nein! Weil er hofft, dass dadurch die noch eine Chance bekommen aufzuwachen. Wie kann dieser Mann, der so gut ist, der so viel geheilt hat, der so viel Segen verbreitet hat, der so viel Liebe versprüht hat und so viel Barmherzigkeit gezeigt hat – wie kann der zu mir sagen: „Du getünchte Wand!“

Mt 23,27
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern14, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinheit sind.

Vielleicht hat der Recht?! Vielleicht bin ich wirklich ein elender Heuchler! Gott, hilf du mir! An Jesus glaube ich nicht, aber – ich spiele jetzt mal den frommen Juden, ja? – aber Gott im Himmel, du bist da, und schon im Alten Testament – du erforscht die Herzen – dann zeige mir mein Herz!

Jer 17,10
Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem Einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten.

Und da wäre eine Chance zur Unkehr!

Jesus hat Menschen schroff behandelt aus lauter Liebe. Und er hat sich haufenweise Dinge erlaubt, die politisch nicht korrekt waren – haufenweise! Er kommt in das Haus eines Pharisäers, und das erste, was er sagt: Du Heuchler!

Ich meine, sowas macht man doch nicht? Erstmal sagt man: „Danke für die Einladung – und die Suppe – die ist so gut!“

Man sagt erstmal Gutes, man muss erstmal irgendwie sich ein bisschen näher kommen. Aber wir haben nicht Knigge als Handbuch, wir haben die Bibel als Handbuch! Und Jesus ist unser Vorbild. Und wir sollen seine Nachahmer sein. Und wenn Jesus uns zeigt wie man fromme Heuchler konfrontiert, dann will er, dass wir das auch lernen.

Und du sagst: Hilfe, das ist nicht meine Natur.

Dann schmeiss deine alte Natur weg und ergreife die neue Natur! Und werde ein Nachahmer Christi. Hallelujah. Wie wäre das?

Das Problem ist: Wir denken, wir wissen, was Liebe ist. Und dann sind wir nett. Jesus war nie „nett“. Jesus war immer hilfreich. Und er ist immer zum Punkt gekommen und er hat Fragen gefragt, die mit einer einzigen Frage den ganzen Zustand des Menschen offenbart hat. So einer Weisheit. So ein Herzenskenner war er.

Und das sollen wir auch lernen von ihm. Und ich sage es zum x-ten Male: Wenn wir von dieser elenden Menschenfurcht und Menschengefälligkeit nicht befreit werden, wir können niemals Nachahmer Jesu werden. Wir können nicht. Wir sind gefangen in Knigge und in „seid nett zueinander“.

Das ist eines der ersten Dinge, was ein Leiter lernen muss: Gott, hilf mir freizuwerden von Menschenfurcht!

Als ich mich bekehrt habe, eines meiner ganz großen Probleme war Menschenfurcht. Das war eines meiner dicksten Probleme.

Und ich habe erkannt, was Paulus darüber gelehrt hat, und ich hab mich gesehen und ich hab gesagt: Gott, bitte, hilf du mir, setz du mich frei davon!

Und weißt du, wie Gott dich freisetzt von Menschenfurcht? Das geschieht nicht am Schreibtisch. Sondern du sagst: Herr, ich will deinem Heiligen Geist gehorchen, was immer er sagt. Und dann gibt er dir Aufträge, wo du das Gefühl hast, du gehst zu deiner eigenen Hinrichtung. Und du sagst: Das überlebe ich nicht.

Aber mit schlotternden Knien gehst du hin und siehe da – du überlebst, aber deine Menschenfurcht überlebt das nicht.

Und durch Gehorsamsschritte wirst du frei.

1 Petr 1,22a
Da ihr eure Seelen gereinigt habt …

Wie? Durch Lauschen von Predigten? Falsch!

1 Petr 1,22a
… durch durch den Gehorsam gegenüber der Wahrheit.

So wird die Seele gereinigt. Durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (85:00 bis 90:00)

Wir sagen ihm, er soll Themen studieren – und „das Kreuz“ ist nur ein Vorschlag. „Gnade“ wär ein anderer guter Vorschlag, oder ein noch besserer Vorschlag wäre zum Start: Das Wesen, die Natur, die Arbeitsweise des Wortes Gottes.

Wenn wir begreifen, wenn unser Jünger begreift, was ist eigentlich das Wort, was tut das Wort Gottes? Wie funktioniert das Wort Gottes? Unter welchen Bedingungen kann es seine Arbeit tun? Wenn er das studiert in der Bibel, wird er so viel mehr motiviert sein, sich mit der Bibel zu beschäftigen, weil er weiß, was alles daraus kommt. Und weil er dieses momentane „oh neee, jetzt keine Lust“ kann er übergehen, indem er sagt: Aber das wird gut sein. Die Ergebnisse werden kommen. Es lohnt sich hier zu investieren, ein bisschen Mühe, ein bisschen Schweiß zu versprühen, um Gott und Seine Absichten kennenzulernen.

Jesus sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes.

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Und heute irren so viele, weil sie auch die Schriften nicht kennen, und weil sie immer wieder den gleichen Fehler machen: Sie finden einen Bibelvers und der scheint etwas zu sagen, was ihnen jetzt besonders gefällt, ja? Vorhin hatten wir in der Fragestunde: „Die Frau soll schweigen in der Gemeinde!“.

Das ist ein Lieblingsvers von bestimmten Männern mit einer bestimmten Charakterstruktur. Das ist so.

Ich habe noch nie Frauen erlebt, die kämpfen für diesen Vers. Habe ich noch nie erlebt, aber Männer mit einer bestimmten Charakterstruktur, die immer nur darauf pochen: „Ich bin hier der Mann, und ich hab das Sagen und du musst dich unterordnen“. Und jedes dritte Wort ist „Unterordnung“.

Aber das sie die Frau lieben sollen wie Christus die Gemeinde – diesen Vers, den kennen sie nicht.

Eph 5,25
Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat

Aber die Frau muss schweigen!

So, wir geben unserem Jünger Hausaufgaben. Und wir erwarten, dass er die tut. Und wie gesagt – wir sind gnädig. Und da kann mal was dazwischen kommen, und er hat zum Termin seine Sachen nicht fertig. Kein Problem. Dann kriegt er noch ein paar Tage. Aber grundsätzlich gilt wie in der Lehre – denk immer an das Bild Geselle und Lehrling – der Geselle gibt Aufgaben und der Lehrling hat die zu tun. Und die muss er dann vorlegen und das ist völlig normal, das ist nicht Unterdrückung oder Freiheitsberaubung. Das ist Förderung.

Und jeder versteht das auch. Aber als Gemeinde: Hej, dürfen wir das? Können wir so in das Privatleben eindringen?

Du, wir gehen noch viel, viel weiter als das! Das ist erst der Anfang. Wir werden sagen: Du, bitte, mach mal eine Liste der letzten 14 Tage, was hast du im Internet angeschaut? Mach mal eine Liste, welche Filme hast du in den letzten Wochen angeschaut? Mach mir eine Liste. Ich möchte sehen, womit du dich füllst.

Und dann könnten wir vielleicht irgendeine Trash-Sendung, irgendeine sinnlose Fernsehsendung, die einfach nur Dreck und Respektlosigkeit und hässliches Benehmen fördert – hast du mal reingeschaut in diese Shows, wo Menschen aufeinander gehetzt werden und sich mit hässlichen Worten traktieren und zerstören? Und das läuft zu Zeiten, wo Teenager fernsehen.

Und wir sagen: Was sagt das Wort Gottes zu diesen Dingen? Was bedeutet es, wenn unsere Rede „wahr, aufrichtig, auferbauend, ermutigend“ sein soll?

Eph 4,29
Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören.

Was hast du mit solchen Dingen zu tun? Wie beurteilt Gott solche Programme auf der Grundlage des Wortes Gottes? Das ist was anderes als: „Sei heilig und beflecke dich nicht mit der Welt“.

Nein, durchschaue diesen Schmutz und erkenne, wo das hinführt und erkenne, wie heilsam und wie gut die Ordnungen Gottes sind. Und alle Gebote sind gegeben aus Liebe. Nicht weil Gott uns was wegnehmen will, uns den Spaß verderben will – weil Gott uns bewahren will!

Paulus sagt zu Timotheus: Bewahre dich rein.

1Tim 5,22
Die Hände lege niemand schnell auf, und habe nicht teil an fremden Sünden! Bewahre dich selbst rein!

Das bedeutet auch Internet und Fernsehen. Bewahre dich rein! Was lässt du in dein Leben hinein? Das, was du reinlässt, kommt auch wieder raus. Womit füllen wir uns?

So, wir ermutigen unseren Jünger, sich zu vertiefen im Wort Gottes und Themen zu studieren.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (80:00 bis 85:00)

So, wo waren wir?

Die Welt ist das Reich der Finsternis, und darin waren wir. Und die hat uns geprägt. Und die hat uns Werte und Lebensphilosophien beigebracht. Jeder von uns ist ein Philosoph und hat eine Lebensphilosophie. Vielleicht nicht so hoch entwickelt wie Kant oder Fichte oder Hegel oder so etwas, aber jeder hat eine Lebensphilosophie.

Und die ist verkehrt! Und die hat er gelernt. Und jetzt hat er sich bekehrt und er bringt seine Lebensweisheiten in die Gemeinde.

Und was jetzt? Wenn wir ihm das durchgehen lassen würden, er würde alles durcheinander bringen. Also: Er muss das ablegen. Und davon redet das Wort Gottes.

Röm 12,2a
Seid nicht angepasst an diese Welt.

An die Standards und die Werte und die Ideen dieser Welt.

Röm 12,2b
sondern werdet verwandelt2 durch die Erneuerung des Sinnes3, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Hier steht, warum ist Erneuerung des Sinnes so wichtig: Weil nur wenn wir unseren Sinn erneuern, sind wir überhaupt imstande den Willen Gottes zu erkennen. Und dafür sind wir ja da! Wir sind geschaffen, den Willen Gottes zu tun. Wenn wir nicht den Willen Gottes erkennen können, dann wird es so nach dem Prinzip: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.

Aber das ist nicht ein Lebensprinzip, das ist nicht unsere Maxime, das ist nicht, was unser Leben wirklich ausmacht.

Erneuerung des Sinnes bedeutet: Wir lernen über irgendwelche Bereiche des Lebens zu denken wie Gott denkt.

Hat Gott Gedanken über Ehe? Ja! Hat Gott Gedanken über Sexualität? Ja! Hat Gott Gedanken über Finanzen? Ja! Hat Gott Gedanken über Kindererziehung? Ja! Hat Gott Gedanken über Freundschaft? Ja? Hat Gott Gedanken über Gemeinde? Ja! Hat Gott Gedanken über den Teufel, über Dämonen? Ja, ja, ja, ja!

Gott hat Antworten, die er uns gibt in seinem Wort für alle Dinge in diesem Leben. Es gibt haufenweise Dinge, die Gott weiß, die in diesem Buch nicht stehen. „Sola scriptura“ bedeutet nicht: Alles, was gültig ist, ist in diesem Wort. Es gibt viele, viele Dinge, von denen wir keine Ahnung haben und von denen wir auch jetzt keine Ahnung haben müssen. Wofür musst du wissen, wie man Galaxien in der Bahn hält?

Für was brauchst du das? Du musst dein Leben in die Bahn bekommen! Wie man Galaxien lenkt, das kannst du später dann von Jesus lernen. Und so gibt es tausende von Dingen, von denen wir keine Ahnung haben und Gott sagt: Ich belaste euch damit nicht, weil ihr das nicht braucht.

Aber wie man seine Frau lernt zu lieben nach Jahrzehnten, das bringe ich euch Männern bei.

Und, und, und, und, und. Und wie man mit Finanzen gesegnet umgeht. Und wie man das und wie man das und wie man das. Und wie man mit seinen Augen umgeht. Wie man mit seinen Ohren umgeht. All das bringe ich euch bei, weil ihr das braucht hier für das Leben auf dieser Erde. Und der Rest, da haben wir dann die Ewigkeit Zeit dann von Gott zu lernen. Und da werden wir bestimmt interessante Physikstunden haben und Chemie und Bio und der wird uns Dinge erzählen – wir sagen: Das ist ja alles noch viel großartiger und fantastischer als wir uns das überhaupt je träumen könnten! Was für ein Genie ist unser Gott! Wow!

Wir werden die Ewigkeit brauchen um Gott kennenzulernen.

Aber jetzt gibt er uns die Dinge, die wir brauchen für Hier. Und Erneuerung des Denkens, das ist …

Amos 3,3
Wie können zwei miteinander gehen, sie seien denn einig zuvor?

Weil Gott sich nicht verändert, wir sollen aber mit ihm gehen, bleiben nicht mehr viele übrig, die sich ändern müssen. Das sind wir! Wir müssen uns ändern, unsere Denkweise, unsere Sichtweise, unser Verständnis, was ist richtig, was ist falsch, was ist dies, was ist das? All das finden wir im Worte Gottes und wir werden den Jünger anweisen, indem wir ihm Hausaufgaben geben. Und sagen: So, pass auf, lieber Jünger, du kriegst jetzt 4 Wochen Zeit und du machst mir ein Bibelstudium z.B. über das Kreuz. Was sagt die Bibel über das Kreuz? 4 Wochen hast du Zeit, zeig mir deine Ausarbeitung. Was hast du gefunden in der Bibel und vorallendingen was sind deine Konsequenzen aus dem, was du gefunden hast?

Und wir sind gnädig. Und wenn er sagt: Du, ich habe viele Überstunden im Moment, also 4 Wochen ist ein bisschen knapp – kein Problem, 6 Wochen. Aber in 6 Wochen liegt das Ding auf dem Tisch.

Wir geben ihm Hausaufgaben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (75:00 bis 80:00)

Das ist auch mehr als jeden Tag ein Kapitel lesen oder zwei Kapitel lesen oder drei Kapitel lesen, sondern es ist etwas ganz, ganz Praktisches und Tiefergehendes.

Lasst uns einmal zu Röm 12 gehen und inzwischen kann ich schon mal bemerken, es wird etwas länger dauern heute. Aber ihr seid freiwillig da, und jeder darf zu jeder Zeit aufstehen, sich strecken, Dehnübungen machen. Bloß nicht schwatzen mit dem Nachbarn, aber sich hinstellen und mal Lockerungsübungen machen, da hab ich kein Problem, zwischendurch mal rausgehen, auf Toilette, mach, was du möchtest, du bist frei, ich hab dich nicht gezwungen, hier her zu kommen.

Röm 12. Aber was du nicht solltest: „Der hat aber lange gemacht!“ – Hej, ich bin hier an diesem Wochenende, und ich versuche so viel wie es geht reinzupacken. Und ihr werdet Jahre brauchen, das zu verdauen und umzusetzen, wovon ich hier geredet habe. Jahre wird das dauern! Aber schon nach ein paar Monaten, wenn ihr es umsetzt, werdet ihr sehen: neue Freiheit, neues Licht, neue Dimensionen, neue Dimensionen der Gegenwart Gottes, die ich alleine zu Hause erleben darf.

Röm 12,2a
Seid nicht gleichförmig (oder angepasst) dieser Welt.

Welt ist ein geistliches System, in dem wir gelebt haben. Und dieses System ist ein böses System. Dieses System wird gelenkt und geleitet vom Gott dieser Welt, und das ist der Teufel.

2 Kor 4,4
den Ungläubigen, bei denen der Gott dieser Welt5 den Sinn6 verblendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist, nicht sehen.

Und bitte beachte: Nach Ostern, nach dem Kreuz, nach dem Sieg Christi auf Golgatha nennt Paulus den Teufel immer noch „Gott dieser Welt“. Er ist jetzt illegal, er ist entmachtet, und wir dürfen lernen zu herrschen als Christen über ihn, aber er ist immer noch Gott dieser Welt. Und bis Jesus wiederkommt, und wie es in Offenbarung dann heißt – „seine Macht antritt“ – wird der Teufel bleiben. Aber dann tritt Jesus seine Macht an und der Teufel wird gebunden werden und er kommt ins Gefängnis für 1000 Jahre. Und Gott wird regieren durch Christus hier auf der Erde.

Und das wird die herrlichste und befreiendste und heilsamste und kreativste Phase der Menschheit auf diesem Planeten sein. Für 1000 Jahre. Und alle werden – wir sind ja noch kundig und wissen, was ist im Jahre 2018 passiert und was ist dann und dann passiert, die sind ja nicht irgendwie – die haben ja noch ein Geschichtsbuch, und es gibt noch Archive, es gibt noch ein Verständnis, was war vor 100 Jahren, was war vor 200 Jahren usw. Und die werden sagen: Was begonnen hat mit der Wiederkunft Christi, das hat es auf der Erde noch niemals gegeben. So eine Freiheit, so eine Reinheit.

Machst du dir eigentlich Gedanken über Tausendjährige Reich?

Wie sieht das Internet aus im Tausendjährigen Reich? Du sagst: Internet?

Ja, vielleicht eine Fortentwicklung von dem primitiven, was wir heute haben, aber es wird doch Kommunikation geben! Es wird Erziehung geben, es wird Schule geben, es wird Wissenschaft geben, es wird Gesetze geben. Wir regieren mit Christus über Ungläubige – das ist, was die Bibel sagt!

Hallo?

Und deswegen gibt es Universitäten, deswegen gibt es Ausbildungen, deswegen gibt es Unterhaltung – die sehr anders aussehen wird als Hollywood heute. Sehr, sehr anders. Und es gibt bestimmte Dinge, die werden nicht genannt. Bestimmte Dinge, die werden nicht gezeigt. Es gibt Gesetze, die werden nicht erlassen, weil Christus regiert. Was denkst du, was mit Abtreibungsgesetzen passiert?

Alles weg!

220 Regierungen in einem Schlag gewaltsam abgesetzt – das ist Revolution!

Die größte Revolution steht noch bevor, dagegen war die Wende in der kommunistischen Welt, das war harmlos. Und Christus wird regieren und er wird die Gerechtigkeit aufrichten in den Nationen. Das ist, was die Bibel sagt.

Aber wir sind so verhaftet im Diesseits, das wir noch nicht mal imstande sind, uns von heute 200 Jahre in die Zukunft zu versetzen und das ernst zu nehmen, was die Bibel über das Tausendjährige Reich sagt. Geschweige denn von der Ewigkeit, von dem Himmel.

Unser Erbe ist im Himmel, wir sinnen nicht auf das Irdische, wir sinnen auf das Himmlische, von wo wir Christus erwarten, das ist, was Paulus sagt.

Aber unsere ganze Gesinnung ist zugemüllt von diesem ganzen Werbezeugs und von Hollywood und von all diesen Sachen. Und wenn einer von diesen Dingen dann anfängt zu reden: „Hä? Das finde ich jetzt aber strange? Internet im Tausendjährigen Reich!? Wo hat der denn das her? Wo ist denn das in der Bibel?“

Ja, so reagieren Leute! Und sagen: Ja, das ist aber jetzt sehr weit hergeholt!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (70:00 bis 75:00)

Und das wollen wir dem Jünger beibringen. Dass das Wort vom Heiligen Geist in aller Freiheit benutzt werden kann zu überführen und zu motivieren und neue Wünsche und neue Gelüste in uns entstehen zu lassen.

Gott handelt durch das gesprochene Wort. Das ist am Anfang als die Galaxien entstanden sind durch das Wort Gottes. Als Gott sprach: „Licht sei!“

Und nur durch Sein Wort ist das Licht entstanden. Und seit diesem Moment rast es mit der bekannten Lichtgeschwindigkeit durch das All. Und das sind 330.000 km pro Sekunde. Das ist ziemlich schnell. Schneller als die Polizei erlaubt.

Und die Sterne sind entstanden, weil Gott gesprochen hat. Der hat die nicht geknetet mit den Händen. Er spricht und es steht da. Und du bist als neue Schöpfung entstanden, weil Gott Sein Wort gesandt hat und du hast dieses Wort angenommen und deswegen bist du von neuem geboren.

Und nicht nur handelt Gott durch das gesprochene Wort – Er will, dass wir Seine Nachahmer sind und dass wir lernen durch das gesprochene Wort zu handeln.

Was ist der neue Bund?

Jes 59, 21a
[…] dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der HERR: Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe

Das ist der neue Bund. Und Jakobus sagt: Durch unsere Wort steuern wir unser Leben.

Jak 3,2
Denn wir alle straucheln oft3. Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln.

Das ist die praktische Anwendung von diesem Geheimnis: Nicht nur Gott arbeitet durch das gesprochene Wort, wir arbeiten auch mit und durch das gesprochene Wort.

Der Heilige Geist braucht Worte, mit denen er arbeiten kann. Wenn er überführen soll, er braucht Worte. Geschriebene Worte oder noch besser: Worte, die in Kühnheit, in Liebe, in Erbarmen, in aller Klarheit gesprochen worden sind.

Weil wir sind alle mehr oder weniger deformiert und kaputt gemacht worden durch Worte. Ist dir das mal bewusst geworden?

Worte der harschen, lieblosen, zornigen, ungeduldigen Korrektur von unseren Eltern, wobei wir die nicht anklagen wollen, die haben es auch nicht besser gewusst. Durch unsere Lehrer, Kindergarten, Sonntagsschulonkel oder -Tante. Worte der Korrektur gemischt mit negativen Gefühlen wie Ablehnung, Verachtung, Beschämung, Verurteilung, Ausgrenzung – durch diese Worte sind wir kaputt gemacht worden.

Genau genommen nicht durch diese Worte, sondern durch unsere verkehrte Reaktion auf diese Worte.

Indem wir falsche Schlussfolgerungen gezogen haben: Wenn das Autorität ist, ich mach meine Herz zu, ich werde nie wieder erlauben, dass irgendjemand mir sagt, wo es lang geht.

Und diese Entscheidungen treffen wir in ganz frühen Jahren. Und dann bunkern wir die und speichern die tief ab und wir wissen nichts mehr davon, aber diese Entscheidungen sind da, und sie prägen unser ganzes Leben. Und wenn nicht der Heilige Geist kommt, wenn wir nicht Licht hinein lassen in unser Innerstes, dann werden wir mit dieser Haltung ins Grab gehen.

Aber wenn wir uns öffnen für den Heiligen Geist, wenn wir Leben mit dem Wort Gottes wie Gott geboten hat, dass man mit seinem Wort umgehen soll, dann kommt die Wahrheit. Und wir entdecken Lebenslügen, die uns verkrüppelt haben. Und wir entdecken wie schädlich sie sind. Sie waren so logisch, sie waren so einleuchtend.

Als ich anfing mit dem Wort Gottes zu leben, so wie Gott gebietet, dass man damit leben soll, eines der ersten Dinge, die mir bewusst geworden sind, ist diese Lüge, die hochgekommen ist, die ich irgendwann mal beschlossen habe. Das sind heilige Schwüre: Das Schlimmste im Leben ist verletzt zu werden. Und deswegen musst du alles dransetzen, nie wieder verletzt zu werden.

Das klingt so logisch, das klingt so einleuchtend, und es ist völlig verkehrt.

Das Schlimmste im Leben ist nicht verletzt zu werden, das Schlimmste im Leben ist verletzt zu werden, und nicht mit Vergebung zu reagieren. Das ist das Schlimmste.

Nicht was andere mit uns gemacht haben, macht uns krank und kaputt – sondern wie wir darauf reagiert haben: Härte, Gnadenlosigkeit, Rebellion, Stolz, Unabhängikeit – das sind die Dinge.

Und das Gefährliche an diesen Sachen ist, die sind in uns – und wir haben keine Ahnung.

Wir wissen das überhaupt nicht. Aber wir haben den Heiligen Geist, und Er arbeitet ins uns, und er arbeitet im Herzen unseres Jüngers, indem wir ihn einfach nur trainieren, wie er mit dem Wort umgehen soll. Und das ist weitaus mehr als das Kalenderblatt.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (65:00 bis 70:00)

Durch klare, mutige, leidenschaftliche, messerscharfe Verkündigung soll die Furcht Gottes auf die Gemeinde kommen – das ist die Aufgabe von Leiterschaft. Bitte merkt euch das. Das ist euer Job!

Und so kommt die Furcht Gottes in die Gemeinde.

Nicht mit „heititeiti“!

So.

Wieso können die nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen? Jetzt kommt der eigentliche Hammer:

2 Tim 3,8b
so widerstehen auch sie der Wahrheit

Die wollen gar nicht die Wahrheit! Die haben bei allen ihren christlichen Aktivitäten in ihrem Herzen noch nie den Schalter umgelegt: Christsein heißt, der Wahrheit verpflichtet zu sein, Christsein heißt, ich bin entschieden, ich werde jetzt lernen, der Wahrheit zu gehorchen. Das haben sie noch niemals vollzogen in ihrem Herzen, sondern sie haben die Haltung: Was ich mache und was ich für richtig halte und was ich für wahr halte, das bestimme immer noch ich – da kannst du predigen, was du willst. Am Ende bestimme ich.

Und das ist das Gegenteil von Jüngerschaft. Der Jünger sagt: Okay, sagt mir, wo es langgeht. Was soll ich tun? Wo geht’s lang? Was ist das Wort des Herrn für mich? Was brauche ich jetzt? Sag du mir, du bist weiter als ich, du kennst mehr von meinen Problemen als ich selber, sag du mir, wo ist der Weg raus aus diesen Dingen?

Das ist die Haltung der Belehrbarkeit, das ist ein Jünger.

Diese Leute widerstehen der Wahrheit. Sie sagen: Predige was du willst über sexuelle Reinheit, über Geld, über dies und das – am Ende entscheide immer noch ich! Und wenn mir deine Predigt nicht gefällt und wenn mir der Bibelvers nicht gefällt, ich mache, was ich will.

Und das nennt die Bibel „Stolz“.

Und wir haben schon gelernt: Gott widersteht dem Stolzen.

1 Petr 5,5b
Denn „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade“.

Da kann der von Gottesdienst zu Gottesdienst sich hangeln und kann zu Seminaren gehen und kann machen, was er will. Sein Kopf wird angefüllt mit viel, viel Wissen, und er kann andere volltexten, die auch keine Ahnung haben, was aus dem Geist ist und was aus dem Fleisch ist. Aber da ist keine Kraft da, da ist kein Leben da, da kommt nichts wirklich von Gott rüber, und es passiert überhaupt nichts. Sie sind verdorben in der Gesinnung.

2 Tim 3,8b
[…] verdorben in der Gesinnung (im Denken)

Ihre ganze Denkweise ist verkehrt. Das ist das Problem dieser Leute. Und deswegen sagt Paulus: Von diesen wende dich weg.

2 Tim 3,5b
Und von diesen wende dich weg!

So, warum habe ich diese Passage ausgewählt? Um zu zeigen, die Haltung zur Wahrheit entscheidet über alles! Wenn die Haltung zur Wahrheit falsch ist, kannst du Predigten hören, Bücher lesen noch und nöcher – es wird dir nicht wirklich helfen. Und es wird Zeit, dass wir einmal überlegen und prüfen, wie ist meine Haltung zur Wahrheit? Und warum ist das so grundlegend und so wichtig?

Der Gott, der uns gerettet hat, sagt von sich: Ich bin die Wahrheit.

Joh 14,6a
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Und dann sagt er: Ich gehe, und ich sende einen anderen, und der wird euer Lehrer sein, und der wird euch in alle Wahrheit führen.

Joh 16,13a
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten.

Und dann sagt er: Und ich gebe euch ein Buch, und das ist mein Wort, und dieses Wort ist die Wahrheit.

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Also, wo wir hingucken nur Wahrheit. Jesus die Wahrheit, der Heilige Geist ist der Geist der Wahrheit, das Wort Gottes ist die Wahrheit.

Und doch gibt es so viele Gläubige, die in dieser falsches Gesinnung leben: Sie stehen über dem Wort. Sie beurteilen das Wort Gottes und sie sehen hier hat der Paulus Probleme mit Frauen. Und hier das und hier das und sie beurteilen aus menschlicher Art und Weise.

Und jemand sagte: „Puh, also Wort Gottes. Ich bin auch durch die ganze Bibel gegangen, das hat mir nicht viel gebracht“. Und der Pastor sagt: „Okay, aber lass mal die Bibel durch dich gehen!“ Das macht den Unterschied.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (60:00 bis 65:00)

Oder wie Gemeinden sich einen Pastor suchen, die lassen welche vorkommen, sich vorstellen mit Casting und dann predigen die ihre schönste Predigt und dann wird abgestimmt und das ist jetzt unser neuer Pastor. Und der hat keine Beziehung zur Gemeinde, die Gemeinde hat keine Beziehung zu ihm, die wissen nicht, wie der tickt und nach einem halben Jahr kommt raus, was da alles noch nicht stimmt und was da alles kaputt und krank ist und nicht geheilt ist und da haben wir den Schlamassel. Und dann müssen wir den entlassen – und dann fängt das Spiel wieder von vorne an!

Wann hören wir mit diesem Zeug auf?!

Immer wieder lese ich Inserate und Stellenbeschreibungen, und sie denken, das ist wie eine Jöbbörse. Und so kann man einen geistlichen Dienst — ich sage: So funktioniert es: Komm in die Gemeinde, diene hier, fange hier ganz unten an, dein Diplom interessiert uns überhaupt nicht. Und dann wollen wir sehen, wie dein Herz für die Gemeinde ist. Und wir wollen sehen, wie dein Leben ist und daraus kommt dein Dienst.

Wenn wir das so tun würden, viele Katastrophen würden wir uns schenken und sparen. Aber wir haben eine weltliche Gesinnung und wir machen das wie in der Welt: „Na, wenn der 5 Jahre in XY war oder dieses Papier hat, dann muss der ja gut sein“.

Aber welche Probleme der hat, das erzählt der nicht in seiner Predigt! Und der holt die beste Konserve raus und frischt die nochmal auf in der Mikrowelle und präsentiert uns die dann und wir denken: Boah, was für eine tolle Predigt, den Mann brauchen wir.

Wir brauchen nicht den, der schön predigt. Wir brauchen den, der Fürbitte tun kann, der den Mut hat zu ermahnen, der den Mut hat, in das Leben hineinzusprechen, der dienen kann, der die Gemeinde tragen kann auf den Schultern. Das ist, was wir brauchen. Und nicht einen Entertainer, der da irgendwie coole Gesten machen kann und irgendwie uns beeindrucken kann. Wir brauchen solche Schaumschläger nicht. Wir brauchen Menschen mit Substanz, die Gott kennen. Das ist, was wir brauchen. Aber die Gemeinde wird wie ein Geschäft heute gehandhabt.

Okay, ich bin ab vom Thema. Ich bin ja noch gar nicht an dem heißen Punkt, wir müssen weiter in 2. Tim 3. Ich komme immer wieder davon ab. Wo waren wir? Begierden! Von Begierden getrieben.

2 Tim 3,6
Denn von diesen sind die, die sich in die Häuser schleichen und lose Frauen3 verführen – die4 mit Sünden beladen sind, von mancherlei Begierden getrieben werden,

Das ist aber noch nicht das Ende. Das ist noch nicht die eigentliche Wurzel. Dann sagt er erstmal etwas ganz schockierendes!

2 Tim 3,7a
[die] immer lernen

Wir denken, na, da ist doch jetzt mal endlich was Positives. Vorher haben ja viel Schrott gehört von diesen Leuten, aber jetzt hier: Die lernen, und zwar immer! Ja, Hallelujah! Ja, dann wird’s ja was, wenn sie lernen. Was sagt Paulus?

2 Tim 3,7
immer lernen und niemals zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können.

So wenn die wollen – die können nicht!

Und wir haben schon gelernt: Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Die können nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, d.h. die können nicht frei werden. Was immer sie plagt: Zwanghafte Selbstbefriedigung, Drogen, Alkohol, schmutzige Redeweisen, verseuchte Phantasie – was auch immer sie plagt, sie können nicht frei werden. Sie können nicht! Und wenn sie tausendmal wollen, sie können nicht!

Ja, wie geht denn das? Die lernen doch! Irgendwann muss doch mal der Groschen fallen? Wenn auch pfennigweise, aber irgendwann muss doch mal was ankommen?!

Paulus sagt: Null Chance.

Ist das nicht skandalös? Ist das nicht erschreckend? Ein Christ bemüht sich und dann kommt der Apostel Paulus und sagt: Kannst du alles vergessen!

Ja, der fährt zu Konferenzen, der geht zu Seminaren, der gibt viel Geld aus für sein geistliches Wohlergehen?!

Und Paulus guckt sich das an und sagt: Es ist alles umsonst!

Ist das nicht schockierend!

Paulus, wie kannst du so hart sein?!

Paulus ist nie „hart“, weil Paulus Jesus kannte und Jesus ist nicht „hart“. Jesus ist nur klar. Und viele Leute verwechseln Klarheit mit Härte. Und sie können ein klares Wort nicht ertragen. Und dann sagen sie: Das war aber jetzt „hart“.

Gott ist nicht hart – Gott ist barmherzig. Gott ist freundlich. Gott ist willig zu helfen. Seine Hand ist immer ausgestreckt. Aber die kommt nicht so wie wir uns das wünschen. Die kommt so wie Er meint, wie sie richtig ist. Gott ist nicht hart.

Aber weil wir uns so sehr mit unserem Fleisch identifizieren, das rebellieren will, das aufbegehren will, das seine Unabhängigkeit verteidigen will und durch diese Art von Führerschaft, durch diese Art von geistlicher Leitung und dieser Art von Verkündigung, da merkt das Fleisch: „Ja, also hallo, dann ist aber mit meiner Freiheit zuende. Da kann ich ja nicht mehr wie ich will“.

Und weil sie sich mit dem Fleisch identifizieren, darum sagen sie: Das ist hart.

Das ist die Stimme des Fleisches. Das Fleisch jammert: Ist das hart! Wenn so immer verkündigt wird, in dieser Gemeinde, ja, wo bleibe denn da noch ich?!

Hallo?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (55:00 bis 60:00)

Auch da wäre ein „Amen“ gut.

Amen.

Jetzt geht es mehr um das Innerliche dieser Leute: Vers 6 am Ende.

2 Tim 3,6b
von mancherlei Begierden getrieben …

Warum ist das so krass? Weil das Evangelium der Weg ist, wie wir nicht mehr beherrscht werden, sondern wie wir jetzt herrschen.

Nicht von Begierden getrieben werden, sondern wir herrschen über Begierden.

Röm 6,12
So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.

Egal was das ist. Ob das die Begierde ist: Ich will hier ganz groß rauskommen, ich will, dass alle mich liebhaben, ich will angesehen sein, ich will wertgeschätzt werden – oder ob das unreine Begierden sind oder Begierde nach Geld. Das Evangelium ist die Antwort Gottes oder der Weg Gottes wie ein Gläubiger lernt zu herrschen und nicht mehr beherrscht wird.

Röm 5,17
Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Wenn wir die Fülle der Gabe der Gerechtigkeit und der Gnade empfangen, dann herrschen wir in diesem Leben.

Und ich sag immer gerne, weil ich kenne es aus der Vergangenheit: Beherrscht zu werden von Verdammnis, von Depression, von Selbstzweifel, von Menschenfurcht, von unreinen Begierden – ich weiß, was es heißt, beherrscht zu sein. Und ich weiß, was es heißt, frei zu sein.

Und ich kann jedem von euch hier versichern, frei zu sein ist so viel schöner als beherrscht zu sein.

Weil wenn du beherrscht wirst, du läuft immer mit einem schlechten Gewissen rum und du denkst, wenn die rausfinden, was in meinem Leben los, wenn die wissen, wie es wirklich in mir aussieht, wenn die wissen, was ich zu Hause treibe, was ich mir da im Internet reinziehe, was ich für Dinge tue – wenn die das wüssten, die würden alle total umkippen.

Wie ich immer gerne sage: Zu viele Leute in der Gemeinde singen das Rumpelstilzchen-Lied: „Ach wie gut, dass niemand weiß …“

Und holen alle Kraft zusammen, um am Sonntagmorgen für 1,5 Stunden ein siegreiches Lächeln aufzusetzen. Deswegen darf der Gottesdienst nicht zu lange sein, weil 1,5 Stunden, da ist das Limit und dann bröckelt die Fassade und dann schnell nach Hause. Das ist doch nicht normal, ihr Lieben. Das ist nicht die Freiheit der Kinder Gottes. Und deswegen sind so viele Häuser verschlossen und deswegen gibt es so viele Leiter, die ihr Haus nicht öffnen und sie verstehen das völlig falsch, was das Wort sagt: Älteste sollen gastfrei sein.

1Tim 3,2
Der Aufseher nun muss untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfrei, lehrfähig

Sie meinen, das bedeutet „frei von Gästen“ – nein! Es bedeutet, das Haus ist offen und sie sind bereit, ihr Haus zu teilen und jeder kann einmal hineinschauen. Siehst du, was oberflächliche Exegese für Konsequenzen hat, wenn wir nicht richtig studieren, was das Wort meint.

So wichtig, dass wir offene Häuser haben und die Leute können kommen, wie wir im Alltag sind, wie wir da mit den Kindern umgehen, wie wir da mit dem Ehepartner umgehen. Die Leute sollen das sehen! Wir haben nichts zu verbergen. Und wir sind ein Vorbild. Das ist, was Leiterschaft ist: Vorbild der Herde.

1Petr 5,3
nicht als die, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet!

So leiten wir. Und unsere Autorität, die wir von Gott bekommen, kommt durch unser vorbildliches Leben. Nicht weil wir den Titel haben, weil wir studiert haben, weil wir ein Diplom haben, hängt im Büro – guck, da steht’s – ich bin jetzt der und der und ich habe das und das und ich habe diesen Titel und ich bin jetzt Pastor.

Ich sage immer: Möchtest du Gott beeindrucken mit Titeln? Meinst du der Teufel ist beeindruckt mit Diploma?

Ein junger Mann schreibt mir und sagt: Wo empfiehlst du mir, wo könnte ich irgendwie lernen, mich für den geistlichen Dienst vorzubereiten?

Ich sage: In Deutschland fällt mir nur eine Adresse ein: Gehe ins Glaubenszentrum nach Bad Gandersheim.

Ja, aber da kriegt man kein Diplom, das wird nicht anerkannt!

Ich sage: Für was brauchst du ein Diplom? Möchtest du damit Gott beeindrucken? Möchtest du den Teufel beeindrucken? Für was brauchst du ein Diplom? Was willst du?

Ende – kam nichts mehr – das war das Ende unserer Email-Konversation.

Leute wählen den geistlichen Dienst wie irgendeinen anderen Beruf! Und sie müssen einen Universitätsabschluss vorweisen und sie denken, das garantiert, dass sie ein gutes Gehalt kriegen. Jede Gemeinde, die klar im Kopf ist, ist überhaupt nichts von sowas beeindruckt. Sie sagt: Pass auf, wenn du denkst, du sollst in dieser Gemeinde dienen nach deinen drei oder fünf Jahren geistlicher Ausbildung – wunderbar! Komm in die Stadt, such dir eine Wohnung, such dir einen Halbtagsjob, fang an halbtags nebenbei ehrenamtlich in der Gemeinde mitzuarbeiten. Und dann schauen wir, wie sich alles entwickelt und dann schauen wir vom Herrn, wo dein Platz ist. Und vielleicht dann nach einem Jahr oder zwei, dann darfst du auch mal predigen oder vielleicht geben wir dir die Jugend oder du kommst in den Lobpreis – dann schauen wir mal.

Aber nicht: Hier bin ich, hier ist mein Diplom, und wo ist jetzt meine Position?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (50:00 bis 55:00)

Aber wenn ich dann sage: In der Jüngerschaft werden wir sagen, welche Bücher er liest und welche nicht.

„Ja, das find ich jetzt aber krass. Das riecht ja schon ganz schön nach Sekte!“

So reagieren dann Leute, weil sie ihre Unabhängigkeit verteidigen wollen, weil sie immer noch sagen im Herzen: Ich mache, was ich will und du hast mir gar nichts zu sagen.

Das ist Rebellion. Unbelehrbarkeit. „Ich mache am Schluss das, was ich für richtig halte“.

Nein, ein Jünger ist ein Belehrbarer. Und wir sagen: Pass auf, hier ist gute Literatur, die ist geprüft. Dein geistlicher Geschmack ist noch nicht entwickelt, du kannst Gefallen finden an Dingen, die schrecklich sind und die Gott für völlig zerstörerisch hält, aber wir haben ein bisschen mehr Erfahrung und wir sortieren für dich vor. Und hier ist unsere Liste von Büchern. Und das wirst du durcharbeiten in den nächsten Jahren. Und wenn du dann einmal groß bist, dann kannst du selber entscheiden, welche Bücher du liest.

Wie verantwortungsvolle Eltern auch sagen, welche Programme im Fernsehen die Kinder schauen und welche nicht.

Ist das ein Missbrauch unserer elterlichen Autorität? Ist das Unterjochung, Versklavung?

Nein, das ist unsere Liebe zu den Kindern, sie zu schützen vor Dingen, die Gift sind. Und Eltern, die ihre Kinder ins Internet und vor den Fernseher lassen ohne Aufsicht und ohne Raster, was geht und was nicht geht, sind extrem lieblose und verantwortungslose Eltern.

Da hätte ich jetzt mal gerne ein „Amen“ drauf. – Amen – Okay, gut, dann verstehen wir uns.

Wir sind noch immer bei 2 Tim 3 – wir sind ja noch nicht an der Wurzel des Problems angekommen.

Paulus geht von außen nach innen. Er beschreibt ihren Lebensstil. Das, was man von außen sehen kann. Und nachdem er gesagt hat, sie haben die „Form der Gottseligkeit, deren Kraft aber verleugnen“, sagt er schon mal vorab: Von diesen wende dich weg.

2 Tim 3,5
die eine Form der Gottseligkeit2 haben, deren Kraft aber verleugnen. Und von diesen wende dich weg!

Wir werden unserem Jünger sagen, mit wem er Gemeinschaft hat und mit wem nicht. Und er wird keine Gemeinschaft haben, so lange er bei uns in Jüngerschaft ist, mit Leuten, die Spötter sind und die das Wort Gottes mit Füßen treten und die sagen: Hej, ihr seid doch blöd und das muss man doch nicht wörtlich nehmen und das ist doch nicht gedacht fürs Leben, das ist nur, damit der Prediger was zu predigen hat, aber das kann man doch nicht wirklich umsetzen.

Spötter!

Und was sagt das Wort Gottes wenn wir bei den Spöttern sitzen? Es wird uns nicht gut gehen.

Ps 1,1
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt

Und deswegen werden wir sagen: Pass auf, ja, dein Kumpel, der sich auch bekehrt hat, der hat Riesenprobleme, aber du bist nicht der, der ihm helfen kann, weil du ganz ähnliche Probleme hast, und wir arbeiten an deinen Problemen. Und wenn er in Jüngerschaft gehen möchte, dann darf er das gerne tun, aber denk nicht, du hilfst ihm raus.

Schlechte Gemeinschaft verdirbt gute Sitten.

1 Kor 15,33
Irrt euch nicht: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.

So, wir werden genau darauf schauen: Mit wem hat der Gemeinschaft? Und für viele Leute ist das alles so krass, was ich hier erzähle. Aber es ist nur deswegen krass, weil das Wort dir nicht vertraut ist. Weil du noch so geprägt bist von Unabhängigkeit und „ich mache, was ich will“ und die Gemeinde ist doch kein KZ und kein Gefängnis.

Nein, die Gemeinde ist ein Ort, wo du heile wirst. Und du wirst heile, indem man dir beibringt, in den Bahnen des Wortes Gottes zu leben. Weil die Wahrheit frei macht, weil die Wahrheit segnet. Nirgendwo ist mehr Segen zu finden als in der Ordnung Gottes.

Und ich betone es immer wieder: Die Entscheidung für Jüngerschaft kommt freiwillig, weil wir Jüngerschaft gepredigt haben, den Segen der Jüngerschaft und Leute irgendwann aufwachen und sagen: Das wäre die Chance aus meinem Schlamassel rauszukommen – hier bin ich – ich möchte ein Jünger sein.

Mit denen arbeiten wir! Wir zwingen niemandem Jüngerschaft auf, das funktioniert nicht.

Und dann sagen wir: Pass auf, wenn du meinst, jetzt wird es zu krass – und wenn du meinst, wir greifen auf eine Art und Weise in dein Leben ein, die dir nicht gefällt, du hast die Freiheit, an jeder Stelle des Prozesses auszuchecken. Du bist frei. Aber so lange du dabei bist, bestimmen wir die Spielregeln.

Das habe ich von Jesus gelernt. Und viele Leiter zucken zusammen und sehen sich schon auf der Titelseite der Bildzeitung: „Sektenführer manipuliert seine Gläubigen“ – und erpresst ihnen das Geld und raubt ihnen jede persönliche Freiheit.

Menschenfurcht und Menschengefälligkeit hindert uns, unsere geistliche Autorität wahrzunehmen. Und deswegen sind wir die allerersten, die freigesetzt werden müssen, dass wir nicht von solchen Dingen eingeschüchtert werden. Einschüchterung ist eine massive Waffe des Teufels. Und wenn du noch nicht gelernt hast, diese Waffe zu brechen, dann wirst du nicht in der Freiheit dienen können.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (45:00 bis 50:00)

Joseph Prince lehrt tatsächlich: Bei der Bekehrung überführt der Heilige Geist den Ungläubigen über seine Sünde, und dann bekehrt der sich, und dann überführt der Heilige Geist nie mehr von Sünde.

Wir denken, wie kann jemand, der sagt, ich glaube an Jesus, ich glaube an die Bibel – wie kann der sich Zeit nehmen, einem solchen Menschen, ob in Videos, in Fernsehprogrammen oder in Büchern – überhaupt nur 5 Minuten zuzuhören? Wofür?

Er kennt Gott nicht, er kennt sein Wort nicht – warum soll ich meine Zeit verschwenden, von einem solchen Menschen, der andere irre leitet, weil er selber irre geleitet ist – warum soll ich von dem lernen? Warum? Was könnte ich von dem lernen?

Wenn jemand ein Mann Gottes ist, und ist im reifen Alter, und er kennt nicht mal solche elementaren Dinge – was willst du von dem lernen?

Und wenn da auch viele Dinge sind, die er schreibt, die gut sind, wenn jemand das nicht versteht, dass der Heilige Geist auf eine Art und Weise uns vorwärts bringt: Indem er immer wieder neu sein Licht scheinen lässt und uns überführt und uns Dinge zeigt, wo wir dachten, dass die bisher passen – und auf einmal verstehen wir: Die passen nicht! Die sind nicht Christus-gemäß, und Gott hat auch davon mich erlöst, und ich muss umkehren und muss das raustun aus meinem Leben, weil es Ihm nicht gefällt. Das ist Heiligung.

Heiligung ist: Das Licht Gottes scheint, und wir reagieren auf das Licht.

Joh 17,17a
Heilige sie in der Wahrheit!

Und er geht soweit zu sagen, da ist kein einziger Vers in der Bibel, den du benutzen könntest, um mir zu beweisen, dass Gott von Sünde überführt.

Dieser Mann kennt die Bibel nicht.

Und er ist einer der gefährlichsten Irrlehrer, und er erfüllt genau das, was Judas prophezeit hat: Leute schleichen sich ein, und sie missbrauchen die Gnade Gottes.

Judas 4
Denn gewisse Menschen haben sich heimlich eingeschlichen, die längst zu diesem Gericht4 vorher aufgezeichnet sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren und den alleinigen Gebieter und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.

Sie pervertieren die Gnade Gottes zu Ausschweifung. Die Gnade wird auf einmal eine Lizenz zu einem unbedenklichen, leichtsinnigen Leben ohne Besonnenheit. Weil es gibt ja Gnade – Gott hat vergeben. Gott hat alles vergeben. Hat sogar schon deine Sünden, die du noch gar nicht begangen hast, vergeben. Und deswegen ist es Sünde, deine Sünde zu bekennen.

Das sagt dieser Mann!

Ja, da muss doch jeder Neubekehrte sagen: Hallo?! Jetzt ist aber genug!

Und das ist ein Weltbestseller!

Und Leute kaufen dieses Zeug und sind begeistert und ernähren sich von diesem Zeug. Und wenn du dann versuchst, mit ihnen zu reden, die sind schon so intoxikiert, vergiftet durch dieses Zeug, dass sie nicht mehr normal ansprechbar sind.

Sie sind „die Gerechtigkeit Gottes“ – du kannst mir nix sagen.

Und sie verwechseln diesen wunderbaren Stand, den wir haben in Christus, dass wir gereinigt sind, dass wir frei sind und vor Gott stehen dürfen als hätten wir nie gesündigt – verwechseln das mit dem tatsächlichen Stand ihres Charakters und ihrer geistlichen Entwicklung und dass was jeder Mann von ihnen von außen sehen kann. Sie verwechseln das. Und sie sagen: Wir sind geheiligt in Christus und alles ist fertig.

Aber die Bibel sagt: Wir sind geheiligt, wir sind im Prozess, geheiligt zu werden und wir werden geheiligt sein. Das ist, was die Bibel sagt über Heiligung.

Natürlich gibt es Verse, die davon reden: Wir sind in Christus geheiligt.

Aber dann gibt es genau so Verse, die sagen: Jetzt heiligt euch! Vollendet die Heiligung in der Furcht Gottes!

Und sie sagen: Nein, Heiligung ist kein Prozess, Heiligung ist ein Geschenk und fertig, aus und nix.

Und Leute werden verwirrt mit sowas.

Und übrigens, das will ich mal zwischendurch sagen: Jüngerschaft heißt auch: Wir sagen unserem Jünger, was er in der Bibel zu studieren hat und wir sagen ihm, welche Bücher er zu lesen hat. Und welche Bücher er nicht zu lesen hat.

„Ja, das find ich aber krass! Das find ich ja schon ganz schön bevormundend. Ich meine, der hat ja auch seinen freien Willen“.

Nein! Das ist ein kleines Kind. Wenn du ein kleines Kind fragst, was möchtest du heute essen? – Haribo!

Was möchtest du morgen essen? – Haribo!

Was möchtest du übermorgen essen? – Haribo!

Und die Mama liebt das Kind zu sehr, so dass sie sagt: Wenn du jeden Tag Haribo isst, und das als Frühstück, als Mittag, als Abendessen, du wirst krank, armes Kind, das kann nicht funktionieren. Ich bin die Mama, ich weiß mehr als du, auch wenn du das nicht glaubst, aber ich weiß mehr als du, und ich bestimmte deine Diät.

Ist das eine missbrauchende Mama, eine autoritäre, unterdrückende, beherrschende Mama?

Nein, das ist eine liebevolle Mama!

Das verstehen wir alle.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (40:00 bis 45:00)

Sie verleugnen die Kraft Gottes! Das sind die Menschen, die z.B. solche Dinge sagen wie „Christen sind nicht besser, die haben’s nur besser“. Schon mal diesen Spruch gehört?

Christen sind nicht besser. Wir sind genau so wie alle anderen. Wir haben es nur besser. Unsere Zukunft ist heller und schöner usw.

Ist es das, was die Bibel sagt?

Die Bibel sagt: Wir leuchten wie Sterne am dunklen Himmel.

Dan 12,3
Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste; und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit gewiesen haben, leuchten wie die Sterne immer und ewig.

Wir sind Salz der Welt.

Mt 5,13a
Ihr seid das Salz der Erde

Wir sind Licht der Welt.

Mt 5,14a
Ihr seid das Licht der Welt

Maleachi, am Ende das Alten Testaments, er prophezeit, es wird wieder ein Tag kommen, wo man den Unterschied sieht zwischen denen, die Gott dienen und denen, die Ihm nicht dienen.

Mal 3,18
Und ihr werdet wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

Da ist ein Unterschied. Und der Unterschied besteht nicht darin: am Sonntagmorgen laufen die einen fromm mit der Bibel unterm Arm in den Gottesdienst und die anderen gehen auf den Sportplatz oder auf den Auto-Waschplatz.

Sondern der Unterschied ist: Ihre Redeweise. Ihre Verhaltensweisen untereinander. Womit unterhalten sie sich? Was sind die Dinge, die sie sich anschauen im Fernsehen und im Internet? Wie verhalten sie sich bei der Steuererklärung?

Da ist der Unterschied, ob Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit, ob Reinheit oder Unreinheit. Wenn ein Christ so einen Spruch benutzt: „Christen sind nicht besser, die haben’s nur besser“ – dann verrät er damit, er kennt überhaupt nicht das Evangelium. Er hat überhaupt nicht den Anspruch, unser Leben soll etwas zeigen, was die Heiden nicht haben, und wir leben zur Ehre Gottes. Er hat gar nicht den Anspruch.

Sie verleugnen die Kraft Gottes und sie sagen: Wir sind Menschen. Das ist nun mal so. Aber wir haben die Gnade!

Und für sie ist die Gnade wie ein weißes Tuch, was ihren ganzen Schlamassel zudeckt.

Aber Gnade ist nicht etwas, was Gott uns geschenkt hat, um unsere Kompromisse zuzudecken, Gnade ist die *Kraft*, unsere Kompromisse zu beenden! Das ist Gnade!

Der Lügner lügt nicht mehr. Der Ehebrecher bricht nicht mehr die Ehe. Der Betrüger betrügt nicht mehr. Der gestohlen hat, der stiehlt nicht mehr.

Das ist Gnade. Das ist die Kraft der Gnade, die verändert uns, dass wir zu einem Lebensstil kommen. Nämlich einem Lebensstil Christus gemäß. Weil unsere Berufung ist: Gott zu verherrlichen – nicht nur durch Lieder – sondern durch unser Herz. Und alles was aus dem Herzen kommt, und die Bibel sagt: Dein Leben wird von deinem Herzen bestimmt. Dein Leben kommt aus deinem Herzen.

Bewahre dein Herz mit allem Fleiß, weil daraus kommt dein Leben.

Spr 4,23
Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle4 des Lebens.

So, es geht Gott um das Herz.

Und es ist erstaunlich, wie langsam man sein kann im geistlichen Leben. Ich habe erzählt, dass ich eine dramatische Bekehrung erlebt habe. In einer Nacht von Finsternis zu Licht. Und fing an mit Jesus zu leben. Aber es hat ungefähr 15 Jahre gedauert, bis mir auf einmal – oder nicht „auf einmal“, aber es war ein Prozess – bis mir klar geworden ist, der Gott, der mich aus der Finsternis errettet hat, ist an meinem Herzen interessiert.

Es geht ihm um den Zustand meines Herzens. Darum geht es.

Und dann hab ich geforscht und studiert und erkannt: Der Gott, der „die Herzen erforscht“.

Jer 17,10
Ich, der HERR, bin es, der das Herz erforscht und die Nieren prüft, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Taten.

So haben sie in Apostelgeschichte Gott angebetet: „Du Herzenskenner aller, Du, der Du die Herzen erforscht“.

Apg 1,24
Und sie beteten und sprachen: Du, Herr, Herzenskenner aller, zeige von diesen beiden den einen an, den du auserwählt hast

So haben sie Ihn gekannt. Und das ist heute fast nirgendwo mehr vorhanden. Und darum gibt es kaum irgendeine Form von Gottesfurcht.

Und diese Leute haben einen äußeren Schein von Frömmigkeit, von Gottseligkeit, aber keine Kraft und sie sagen: Wie Kraft? Wir sind Menschen und wir sind nun mal so! Aber wir haben die Gnade, uns ist vergeben.

Ein völliger Missbrauch von Gnade! Und das ist sehr, sehr verbreitet in diesen Tagen.

Die Bücher von Joseph Prince sind Bestseller.

Und kaum einer vergleicht seine Idee von Gnade mit dem, was die Schrift sagt. Und kaum einer macht sich Mühe, wirklich in die Wahrheit hineinzukommen, die in der Schrift geschrieben ist.

Und wenn er solchen Blödsinn schreibt: „Der Heilige Geist überführt nicht mehr von Sünde“ – die Leute jubeln noch und sagen: Hallelujah, wunderbar!

Und merken nicht, dass das nicht der Heilige Geist der Bibel ist!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (35:00 bis 40:00)

Weil es von Gott ist, hat es die Natur Gottes. Und weil Gott der wahre Gott ist, deswegen ist auch Sein Wort wahr.

Und ich sagte es schon gestern: Die allermeisten Christen, wenn du sie fragst, ist die Bibel Gottes Wort? „Ja!“

Aber in der Praxis siehst du, sie stimmen Dingen zu, die gegen die Bibel sind, die gegen Gottes Ordnungen sind und sie kennen Gott nicht und sie sind getäuscht und verblendet über ihre eigenen Verhaltensweisen, über ihre eigenen Praktiken, und sie denken, das ist alles in Ordnung und wird abgewunken von Gott. Und das wird es nicht!

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.

Und wir werden viel, viel Zeit drauf verbringen, klar zu machen, welche Schlüsselrolle die Wahrheit im Leben des Gläubigen hat, und wie das aussieht, in der Wahrheit zu leben und mit der Wahrheit zu leben und von der Wahrheit wirklich geprägt zu werden.

Das Verhältnis, das der Jünger hat zum Wort, zur heiligen Schrift, entscheidet über Segen oder Fluch. Fleischliches Leben oder ein Leben zur Ehre Gottes. Über geistlichen Erfolg oder über Misserfolg – die Haltung zum Wort Gottes ist entscheidend.

Nicht das Wissen über die Bibel, sondern die Herzenshaltung.

Ich habe ja erwähnt, dass ich 12 Jahre Pastor war. Und etwas hat mich beschäftigt: Ich hab mich gefragt, wie ist das möglich, das sind zwei Leute in der Gemeinde, die kommen in dieselben Versammlungen, die hören dieselben Predigten, die sind in derselben Atmosphäre des Heiligen Geistes – singen dieselben Lieder – und der eine wächst und wächst und wächst und verändert sich und lässt Kindersachen hinter sich und wird reif und nach ein paar Jahren kannst du sehen, wie Segen von ihm immer mehr ausgeht und wie er ein Teil von Gottes Lösung und Gottes Antwort wird. Und der andere sitzt in derselben Atmosphäre und hat nach ein paar Jahren mehr Probleme als bei seiner Bekehrung, und 20 Jahre später hat er so viele Probleme und landet in der Klinik oder fällt vom Glauben ab oder alle möglichen Dinge in seinem Leben funktionieren nicht – mit Arbeit und Familie und Ehe usw.

Ich hab mich gefragt, wie kommt das zustande? Was ist die Antwort? Was kann man tun, um solche Katastrophen, die ich zuhauf erlebt habe, geistliche Katastrophen, wo Menschen Schiffbruch erlitten haben im Glauben – wie kann man das verhindern? Das war eine Frage, die mich umgetrieben hat.

Und der Heilige Geist hat eines Tages mir Licht gegeben.

2 Tim 3 – eine sehr, sehr wichtige, grundlegende Schriftstelle für das ganze Thema „Jüngerschaft“. Und Paulus beginnt damit, dass in den letzten Tagen bevor Jesus wiederkommt, schwere Zeiten eintreten werden.

2 Tim 3,1
Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere(1) Zeiten eintreten werden

Und dieses Wort „schwer“ wird eigentlich benutzt von „schwierigen Menschen“.

Elberfelder: (1)o. harte; o. böse; das griech. Wort bezieht sich sonst auf Menschen, mit denen schwer umzugehen ist; letztlich werden solche Menschen die „schweren“ Zeiten prägen

Schwierige! Es wird eigentlich nicht auf Zeiten normalerweise bezogen, sondern immer auf Menschen. Was will er sagen?

Die Zeiten werden schwer wegen schwieriger Menschen! Und dann beschreibt er:

2 Tim 3
2 denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig,
3 lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend,
4 Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, – Was für eine schreckliche Liste! – mehr das Vergnügen liebend als Gott

Hier kommen uns zum ersten Mal Zweifel, ob der überhaupt von der Welt spricht!

Wieso soll man von der Welt sagen, sie lieben das Vergnügen mehr als Gott? Die können Gott gar nicht lieben!

Und dann geht es weiter:

2 Tim 3,5a
die eine Form (eine äußere Form, einen Schein) der Gottseligkeit (der Frömmigkeit) haben, deren Kraft aber verleugnen.

Von was redet er hier? Er redet von Menschen, die beanspruchen, gläubig zu sein, und die aber einen Lebensstil der Welt führen, aber man soll sie für gläubig halten. Und sie sind in der Gemeinde. Und das macht die Probleme. Das macht die Zeiten so schwierig. Davon redet er.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (30:00 bis 35:00)

Und dieser arme Mann, der nicht von Gott abhängig ist, sondern von Menschen und von Umständen, hat „klein beigegeben“, hat sich erpressen lassen. Was hätte er tun sollen? Sagen: Passt auf, ihr tretet nicht morgen ab, ihr tretet heute ab, ihr seid alle abgesetzt. Wenn das eure Gesinnung ist – ihr verteidigt Sünde in der Gemeinde und wollt mich als Pastor unter Druck setzen und erpressen?! Ich habe keinerlei Vertrauen in eure Geistlichkeit, ihr seid alle abgesetzt. Lieber singe ich acapella mit der Gemeinde, aber nicht mit einem korrupten Lobpreisteam.

Schon mal im Alten Testament gelesen, welche Ansprüche an die Leviten da gelegt wurde? Das musste heilige Männer sein! Und wir sagen heute: Hauptsache, es funktioniert!

Ich kenne eine Gemeinde, die denken, das muss alles schön sein und rund sein und ansprechend sein – die haben keinen Drummer gehabt. Was haben die gemacht? Die haben einen ungläubigen Schlagzeuger engagiert. Der kommt dann kurz vor Gottesdienst, professioneller Schlagzeuger, spielt dann mit im Lobpreis – und jeder sieht, wie gelangweilt er ist. Und jeder sieht, dass ihm das alles keinen Spaß macht, aber wegen des Geldes kommt er. Wenn sein Dienst fertig ist und er sitzt da so müde und macht da seinen Schlag, und jeder erkennt, der betet nicht Gott an, der macht hier einfach nur ein bisschen Kohle.

Und wenn fertig ist, hält er die Hand auf, kriegt sein Geld und geht nach Hause und dann predigt der Pastor.

Wie fühlt sich Gott über sowas?

Verstehen wir da so etwa wie im Alten Testament: Ich kann das Geplärr eurer Lieder nicht mehr hören!

Amos 5
21 Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen!
22 Wenn ihr mir auch euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so habe ich doch kein Wohlgefallen daran, und das Dankopfer von euren Mastkälbern schaue ich gar nicht an.
23 Tue nur hinweg von mir den Lärm deiner Lieder, und dein Harfenspiel mag ich nicht hören!

Jes 1
13 Bringt nicht länger nichtige6 Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel. Neumond und Sabbat, das Einberufen von Versammlungen: Sünde7 und Festversammlung ertrage ich nicht.
14 Eure Neumonde und eure Feste hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen.
15 Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht – eure Hände sind voll Blut.
Wie würdest du dich fühlen wenn du Gott wärst?

„Ach wie schön, guck mal, einen Drummer haben sie jetzt auch. Jetzt ist die Sache rund“?

Du würdest sagen: Hallo, das soll Anbetung sein? Der betet hier sein Geld an, der macht das nur für Geld, der kennt mich überhaupt nicht. Und diese Leute haben kein Problem, aber ich hab damit ein Problem!

Wir kennen Gott nicht. Wir kennen die Heiligkeit Gottes nicht. Wir kennen die Furcht Gottes nicht. Wir lassen das laufen wie eine Show. Vielleicht nicht gerade diese Gemeinde – ich kenne diese Gemeinde nicht, aber das ist, was an vielen Orten im Lande passiert. Und dann wundern wir uns, warum keine Gegenwart Gottes kommt. Wenn du Gott wärst, du würdest in eine solche Gemeinde auch nicht kommen. Es ist eine Beleidigung, eine Majestätsbeleidigung. Eine Beleidigung der Heiligkeit Gottes.

Aber welche Prediger möchten solche Dinge predigen? Da kriegt man keine „Likes“, da kriegt man eher einen Daumen nach unten. Und das ist ja auch nicht gut fürs Geschäft. Hallo?

Wenn kriegen wir wieder Leute, die sagen: Gott ist Gott und ich setzt alles auf eine Karte und ob ich geliked werde oder disliked werde oder was die Leute mit mir machen, das ist mir alles so schnurzpiepegal – ich bin auf Gottes Seite und Gott ist mit mir und „wenn die ganze Welt voll Teufel wäre – es wird uns doch gelingen.“

Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.

Ein feste Burg ist unser Gott (Martin Luther)

Wenn Gott mit uns ist, wer kann gegen uns sein?

Röm 8,31
Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

Aber da bangen die Pastoren um ihre Gehälter, bangen im ihren Kram, dass der noch irgendwie funktioniert. Der funktioniert wenn wir alles auf Gott setzen! Und wenn wir Gott endlich Gott sein lassen. „Gebt mir meine Gemeinde zurück“, das ist, was Er sagt. Es ist Seine Gemeinde. Wer hat uns erlaubt, da reinzupfuschen und Dinge zu etablieren und Dinge zu dulden, die Ihm ein Greuel sind – um des Erfolges willen, um des guten Ansehens willen.

Ihr Lieben, diese Spiele müssen aufhören, diese Dinge müssen aufhören, und zwar sehr schnell.

Zurück zu Jüngerschaft.

Wir werden sehr stark betonen, was ist das Wort Gottes, warum braucht es das Wort Gottes, wie lebt man mit dem Wort Gottes, was muss er tun, tagtäglich zu Hause, damit durch das Wort Gottes der Heilige Geist ihn prägen kann, ihn erziehen kann, ihn motivieren kann, ihn formen kann, ihn verändern kann?

Jesus betet zum Vater:

Joh 17,17a
Heilige sie in der Wahrheit.

Was ist „Heiligung“? Heiligung ist: Absonderung für Gott, damit wir gebrauchsfähig sind, damit Er wirklich durch uns wirken kann und Er die Ehre bekommt. Heiligung ist unsere Berufung. Wir sind berufen zur Heiligung.

Wir werden viel darauf verbringen, dem Jünger einzupauken, was seine Berufung ist im geistlichen Leben.

Joh 17,17
Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.

Das Wort Gottes ist Wahrheit!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (25:00 bis 30:00)

Wir haben eine Kraftquelle, die uns ermutigt oder die uns befähigt, mitten in Schwierigkeiten ermutigt zu sein. Und da lernen wir ein bisschen, wie Gott ist, weil das ist, was Gott tut: In all den Problemen, die Er mit der Gemeinde hat – Gott ist nicht zornig, Gott ist nicht frustriert, Gott ist nicht enttäuscht, Gott ist nicht beleidigt, Gott zieht sich nicht zurück und sagt: Dann macht doch euren Kram alleine! Jetzt habe ich es satt mit euch!

Gott ist voller Geduld, voller Erbarmen, streckt immer wieder Seine Hand aus und sagt: Kommt! Und ich gebe euch. Und ich helfe euch. Und geht mit. Und kooperiert bitte – das ist Gott. Gott ist nicht ärgerlich und frustriert.

Er ist von großer Geduld. Und in all dem Schlamassel, den Er am Hacken hat mit der Gemeinde, ist Er ermutigt. Das ist das große Wunder. Gott ist nicht depressiv, muss nicht Anti-Depressiva schlucken. Er sitzt nicht im Himmel und sagt: Ja, meine Güte, wenn ich das alles gewusst hätte, was da am Ende rauskommt – das hätte ich mir doch alles schenken können.

Gott ist ermutigt. Und Gott weiß, am Ende wird der Plan gelingen. Am Ende wird Er Seinem Sohn eine herrliche Braut übergeben, an die der Sohn sich Seine Ewigkeit lang freuen kann. Das wird am Ende sein. Woher weiß ich das? Weil ich das Buch bis zu Ende gelesen habe.

Die Braut hat sich bereitet. Das Weib hat sich bereit gemacht. Und dann kommt die Hochzeit.

Und bis dahin haben wir einen weiten Weg. Und als erstes müssen wir sicher stellen, dass wir nicht noch weiter absacken und dass der Standard nicht noch niedriger wird als er schon ist. Ich kann jetzt 42 Jahre Christsein überblicken in Deutschland. Und ich sage dir: Vor 40 Jahren, der Standard an Hingabe, an Verbindlichkeit, an Ehrlichkeit, an Treue in den Ehen usw., ist vor 40 Jahren wesentlich höher gewesen als heute.

Wir sind im Moment auf keinem guten Weg und es ist höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen und zu sagen: Wir müssen wieder zurück in die Dinge, die wir verloren haben. Wir haben dem Feind erlaubt, uns zu berauben. Und warum konnte der Feind das tun? Weil wir ein falsches Evangelium über Jahrzehnte gepredigt haben. Und weil wir uns geweigert haben, auf die Stimme des Heiligen Geistes zu hören und weil wir gesagt haben: Wir wollen lieber groß und mächtig werden und zahlreich werden und wir benutzen irgendwelche Marketing-Strategien, die aus Amerika kommen – statt in dieses Buch zu gehen und zu tun, was dieses Buch sagt. Das ist unser Problem.

Und deswegen erlauben sich der Großteil der Gemeinden auf Jüngerschaft zu verzichten. Es ist nicht, weil sie noch nie was gelesen haben von Jüngerschaft. Es kostet ihnen zu viel, es ist zu mühsam. Und die Leiterschaft zuckt davor zurück, weil sie sagt: Wenn wir damit anfangen, dann läuft uns die Hälfte der Leute weg!

Okay. Dann lass sie laufen!

Aber das können wenige. Und die Leiterschaft lässt sich erpressen von der Idee, wenn wir tun, was die Bibel sagt, da laufen die Leute weg. Und wenn die Leute weglaufen, läuft das Geld weg. Und wenn das Geld wegläuft – wer wird dann hier noch das ganze finanzieren? Und die Gehälter und die Heizung und die Miete und das alles usw.? Und Pastoren lassen sich erpressen und merken nicht, wie erbärmlich das ist und wie sie damit in der Hand von Menschen sind. Anstatt wirklich zu sagen: Hej, das ist Gottes Gemeinde, der wird sich kümmern. Und wenn die Hälfte weggeht, dann wird Gott andere Leute schicken, aber wie auch immer – das Geld, was wir brauchen, um das alles am Laufen zu halten, das wird da sein, weil es ist Seine Gemeinde und Er kümmert sich um Seine Gemeinde.

Ich habe zu viele erpressbare Leiter kennengelernt.

In einer Gemeinde kam raus, dass Unzucht im Lobpreisteam ist. Zwei lebten miteinander wie Mann und Frau, die nicht verheiratet sind. Und der Lobpreisleiter wusste das und hat das gedeckt. Und dann kam das raus. Und der Pastor hat so viel Gottesfurcht gehabt, dass er verstanden hat, das kann er nicht dulden. Und er muss einschreiten. Und er wollte die beiden konfrontieren. Und dann hat der Lobpreisleiter sich vor diese beiden gestellt, die da in Sünde leben und hat dem Pastor gesagt: Pass auf, wenn du die antastest, dann tritt morgen das ganze Lobpreisteam ab.

Und da ist er zusammengezuckt und hat gesagt: Ja, meine Güte, das Lobpreisteam tritt ab – und was dann? Was machen wir dann? Wie soll denn der Gottesdienst funktionieren ohne Lobpreisteam?!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (20:00 bis 25:00)

Nicht: „Ich hab ein tolles Buch gelesen. Ich habe eine Serie gehört über das und probier das doch mal!“

Unsere Glaubwürdigkeit, unsere Autorität kommt aus der Tatsache, dass wir uns bemühen und schon ein Stückchen weiter sind, ein deutliches Stückchen weiter als die, die wir anleiten. Und wir sagen: Hej, das funktioniert! Und ich war in diesen Dingen und Gott hat mich freigemacht und ich kenne das aus eigener Erfahrung, und ich weiß, dass die Kraft Gottes imstande ist, das zu tun.

So, Jesus sagt: Das ist ein Jünger, der in seinem Wort bleibt.

Und dann kommt diese gewaltige Verheißung: Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.

Hallelujah!

Wie viele Menschen sind geplagt von Ablehnung und Selbstablehnung? Und haben kein gesundes Empfinden ihres Wertes in den Augen Gottes? Und sie fühlen sich nur schlecht über sich selber und sie strafen sich, sie spucken sich an, sie hassen sich. Und in manchen Kreisen sogar wird das noch als „Demut“ verkauft.

Die, die die Demut Christi nicht kennen und sie denken, das ist ein demütiger Mensch.

Das ist ein geplagter Mensch! Der freigesetzt werden muss! Und freigesetzt werden kann durch das Wort Gottes.

So.

Durch das Wort Gottes kommt *die* Wahrheit in das Leben eines Menschen.

Der Jünger muss begreifen: Gott hat einen Kanal, wie er dich erreichen will. Und das ist das Wort.

Und es ist der Heilige Geist, der das Wort nimmt und in dir arbeitet. Er benutzt das Wort als ein Schwert. Und was tut er? Er schneidet! Und schneidet Dinge raus. Das Wort Gottes ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und es dringt durch und es trennt Seele und Geist. Eines meiner kleinen Lieblingsbeschäftigungen ist, dass ich viele Male in Versammlungen – auch wesentlich größere Versammlungen als hier – ich frage: Wer hat schon einmal in seinem Leben Lehre gehört über die Trennung von Seele und Geist?

Und dann schauen die Leute mich an und fragen: Was bitte?

Sie haben noch nicht mal das Thema gehört! Geschweige denn etwas darüber gehört, was das ist und wie das funktioniert und warum es notwendig ist und wie Seele und Geist getrennt werden muss durch das Wort Gottes – wofür das da ist.

Das ist unser Zustand im Land! Manchmal hunderte von Leuten, und ich frage: Bitte, musst mir nicht jetzt sagen, was du da alles im einzelnen gehört hast – einfach nur: Wer hat schon mal eine Botschaft gehört?

Und dann gibt’s da manchmal hunderte, 200-300 Leute – und drei, vier Leute heben die Hand.

Und der Rest sind Jahre lang Christen und haben noch nie von Trennung von Seele und Geist gehört. Sie wissen gar nicht, dass das zwei verschiedene Dinge sind! Sie wissen nicht, was Seele ist, sie wissen nicht, was Geist ist und sie wissen nicht, wie und warum diese beiden getrennt werden müssen.

Und das ist der Grund für so viel Menschliches, für sie viel Durcheinander, für so viel Verwirrung, für so viel Unkklarheit. Paulus sagt: Der seelische Mensch – 1 Kor 2,14.

1 Kor 2,14
Ein natürlicher/seelischer Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt8 wird.

Der seelische Mensch! In deiner Bibel steht vielleicht: Der irdische Mensch. Das griechische Wort ist „seelisch“.

5591 psyxikós (an adjective, derived from 5590 /psyxḗ, „soul, natural identity“) – properly, soulish, i.e. what is natural, as it relates to physical (tangible) life alone (i.e. apart from God’s inworking of faith)

Der seelische Mensch – er empfängt nichts vom Geist Gottes! Es ist ihm ja alles „Torheit“. Er kann nicht gelehrt werden vom Heiligen Geist.

Und deswegen ist es so notwendig, dass wir geistlich werden, dass wir vom Geist geprägt werden, vom Geist geleitet werden und dass der Heilige Geist durch das Wort Gottes uns Offenbarung geben kann. Und mit Offenbarung meine ich nicht irgendwelche bunten Bildchen, die manche Menschen versuchen zu sehen wenn sie die Augen zukneifen und ja?

Da hab ich schon Sachen erlebt, da ist der Schlosser den ganzen Tag auf der Arbeit. Abends kommt er in den Hauskreis und sagt: Ich sehe eine Rohrzange.

Ja, logisch, sieht der eine Rohrzange! Weil der den ganzen Tag beim klempnern war und abends hat er noch nicht abgeschaltet und dann sieht er eine Rohrzange und „ich glaube, Gott möchte sagen …“ und dann wird da irgendwas rangedichtet. Das ist keine Gabe im Heiligen Geist. Das ist ein seelischer Eindruck, ihr Lieben. Das kommt nicht vom Heiligen Geist.

Aber der Heilige Geist möchte uns Offenbarung geben und das bedeutet, biblische Wahrheiten sollen lebendig werden in uns, sollen leuchten, sollen ihre Kraft freisetzen, sollen uns inspirieren, sollen uns motivieren.

Die Worte Jesu sind Geist und Leben.

Joh 6,63b
Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;

Und Gott baut uns auf durch Sein Wort. Paulus sagt zu den Ältesten von Ephesus:

Apg 20,32
Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (15:00 bis 20:00)

Und jeder, der Dienst tut in der Gemeinde, soll lernen, das zu tun im Heiligen Geist. Ob das Lobpreis ist, ob das Verkündigung ist, ob das Hauskreisleitung ist, ob das Seelsorge ist – es ist immer dasselbe Prinzip: Wir sind nur die Überbringer des Segens Gottens. Gott ist der, der segnet. Gott ist der, der hilft. Gott ist der, der freisetzt. Gott ist der, der ermutigt und der zurechtbringt und der warnt. Und Er tut das durch Menschen, die sich dem Heiligen Geist zur Verfügung stellen. Das ist das Ziel: Dass mehr der Heilige Geist durch uns fließen kann – um das geht es.

Und es beginnt damit, dass wir lernen, uns hinzugeben, diesem wunderbaren Gott und Ihm erlauben an uns und in uns zu wirken.

Das verstehen wir alle, dass es keinen Sinn macht: Da haben wir den Kettenraucher, aber der stellt sich auf den Marktplatz und sagt: „Leute, ich hab gute Nachrichten – Jesus macht frei“. Und zwischendurch muss er immer eine qualmen.

Da gibt es hoffentlich ein paar clevere Passanten, die sagen: Pass mal auf, mein Freundchen, bevor du hier dich hinstellst und von Freiheit redest – wie wär’s, wenn du mal das vormachst und mit Rauchen aufhörst? Dann könnten wir so viel leichter deine Botschaft annehmen.

Wie jemand mal gesagt hat: „Ich kann deine Worte nicht hören, weil deine Taten so laut sprechen“.

Vor Evangelisation für eine Gemeinde kommt ein heiliger, Gott wohlgefälliger Lebensstil. Ohne diesen Lebensstil macht Evangelisation keinen Sinn. Zu was laden wir denn die Leute ein? Wir müssen doch etwas haben, was die nicht haben, wonach die lechzen: Freiheit von Sorge, von schlaflosen Nächten, von Bedrückung, von Depression, von Selbstzweifel und Unsicherheit und Menschenfurcht und Stress und all diesen Dingen. Wenn wir in diesen Bereichen nichts vorzuweisen haben, für was laden wir die denn ein? Zu was?

Wir müssen glaubwürdig werden.

Und Evangelisation fängt nicht mit einem Programm an, und wir laden den Evangelisten ein, und wir machen jetzt mal so eine stadtweite Aktion. Evangelisation fängt an, wenn die Gemeinde die Segnungen Gottes erfährt, erlebt – und dann die Arbeitskollegen sehen können: Also irgendwas ist bei dem anders. Hier gibt’s so viel Stress und wir flippen alle aus und regen uns auf, und du bleibst immer ruhig und du bist immer gelassen und du hast solche guten Ideen und du bist so kreativ und kannst uns hier so viel helfen. Wo kommt das alles her? Wie machst du das?

So wird evangelisiert. Indem wir etwas haben, was die anderen sehen dürfen. Und sie sagen: Das will ich auch haben.

So, das ist das Fernziel. Und es beginnt damit, dass wir dem Jünger beibringen, sich auf richtige Art und Weise mit dem Wort Gottes zu befassen. Jesus sagt in …

Joh 8,31
Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger

So, was ist ein Jünger? Ein Jünger ist jemand, der gelernt hat, im Wort zu bleiben.

Das ist ein Jünger. Und was passiert dann – und das sind die gewaltigen Segnungen, die Dinge, die auf uns warten und die uns motivieren sollen.

Joh 8,32
und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Was macht frei? Die Wahrheit!

Die aber meine Wahrheit wird, die in mein Leben kommt. Nicht die Wahrheit, die ich höre in Predigten – und nicht anwende oder kritisiere und sage: Das gefällt mir nicht und das mag ich nicht und darüber hat er gesprochen – und das finde ich auch nicht gut.

Nein, die Wahrheit Gottes, die unsere Wahrheit wird, die macht frei.

Frei von was immer unfrei macht – ob das Minderwertigkeit ist, Menschenfurcht oder selbstsüchtige Bestrebungen, andere beeindrucken zu wollen oder irgendwelche Zwänge oder was auch immer. Und die Bibel redet von Stricken der Sünde.

Spr 5,22
Den Frevler werden seine Missetaten fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gebunden.

Menschen sind gebunden an Sünde. Und sie kommen aus ihrem Zorn nicht heraus, sie kommen aus ihrer Sucht nach Unreinheit und unreinen Bildern – sie kommen nicht heraus und sind gebunden an Pornografie. Das ist ein Riesenthema in der Gemeinde! Und die allermeisten Gemeinden weigern sich, darüber zu sprechen und sie tun so, als wenn das kein Problem wäre.

Und das kann nicht so weitergehen.

Und natürlich – wenn wir Jünger machen wollen, ist das immer eine Herausforderung für uns: Wir müssen ein paar Schritte weiter sein als die anderen. Und wir müssen aus Erfahrung sagen können: Hej, diese Dinge funktionieren!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (10:00 bis 15:00)

Und Jesus sagt: Seine Wort sind Geist und Leben.

Joh 6,63b
Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;

Da ist göttliche Lebenskraft im Wort. Wenn Jesus oder Paulus das Wort „Leben“ benutzt – er meint etwas total anderes als wir dadrunter verstehen. Und das ist unser Problem. Dass wir eine Denkweise haben, und Gott hat eine andere. Und deswegen verpassen wir so viele wunderbare Dinge. Die Bibel lehrt, dass wir bevor zu Jesus kamen, bevor wir von neuem geboren sind, wir waren „tot“.

Eph 2,1
Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden

Aus Gottes Sicht waren wir „tot“, d.h. wir hatten keinerlei Verbindung mit Gott. Und wir waren unter der Knute, unter der Herrschaft, der Macht der Finsternis. Das ist, was Paulus sagt: Jeder Ungläubige ist unter dem Geist der Finsternis – Eph 2.

Das ist, was die Bibel sagt. Und er ist „tot“ in seinen Sünden, er hat kein Leben aus Gott. Und Jesus ist gekommen, um die Werke der Finsternis zu zerstören und um uns Leben zu geben. Leben aus Gott. Und deswegen wenn wir von neuem geboren sind, dann fangen wir an zu leben und dann bekommen wir eine Art von Leben, die total anders ist als das, was wir vorher gehabt haben. Und mit diesem Leben kommt Sieg, kommt Verbindung mit Gott, kommt Kraft, kommt Inspiration, kommt die Fähigkeit jetzt zu überwinden und vieles, vieles andere mehr. All das ist enthalten in dem Leben, das wir empfangen haben durch Christus.

Und nur durch das Wort Gottes werden uns die Augen aufgetan, dass wir verstehen, was wir bekommen haben. Und das ist der große Mangel, den wir haben, dass wir gewaltige Reichtümer und Segnungen bekommen haben – und nicht wissen, was wir bekommen haben. Und deswegen nicht an diese Dinge glauben und deswegen diese Dinge nicht erleben. Das ist das große Problem.

Und Paulus spricht davon in Phlm 6 – von wirksamem Glauben durch die Erkenntnis all des Guten, das wir haben.

Philemon 6
dass2 die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.

Nicht „hoffen zu bekommen“, das wir *haben* im Hinblick auf Christus. Glaube wird wirksam wenn wir erkennen, was uns geschenkt worden ist in Christus. Und das sind gewaltige Dinge, und das ist viel, viel mehr als das für uns der Zugang zum Himmel garantiert ist und wir nicht in der Hölle landen wenn wir körperlich sterben. Es ist so viel mehr uns gegeben worden. Und die Gemeinde lebt in einer solchen geistlichen Armut, weil sie die Schätze nicht erkennt und weil sie den Weg zu den Schätzen nicht kennt. Und deswegen gibt es so viele Dinge, die Gott für uns hat, aber die nicht funktionieren.

Und der Jünger wird angeleitet mit dem Wort Gottes zu leben, so dass das Wort Gottes in ihm sein Werk tun kann.

Viele Leute denken, ich hab mich bekehrt, jetzt muss ich was tun für Gott. Nein! Jetzt endlich mal hat Gott die Gelegenheit an dir und in dir etwas zu tun!

Darum geht es. Dass der Jünger lernt, von Gott jetzt beschenkt zu werden, von Gott berührt zu werden, von Gott geprägt zu werden und von Gott gesegnet zu werden, erzogen zu werden. Dass Gott sein Werk in ihm tun kann – um das geht es. Und in dem Maße wie ein Mensch das erlebt, dass Gott in ihm wirkt, kann auch der Heilige Geist durch ihn wirken. Und das nennt man „Dienst“. Egal, ob das dann der Dienst an den Kranken ist oder Dienst an Gebundenen oder ob das einfach Wort der Ermutigung, der Hilfe im Heiligen Geist sind – oder Worte der Warnung, der Korrektur, der Ermahnung, was auch immer – Gott möchte Segen geben und Er tut das durch Menschen, die er trainieren konnte, die auf seiner Seite sind und die Raum machen für den Heiligen Geist, durch ihn zu fließen.

Jesus spricht von Strömen lebendigen Wassers, die aus der Mitte unseres Leibes, wo die Gedärme sind. Aus der Mitte unseres Leibes sollen Ströme lebendigen Wassers fließen.

Joh 7,38
Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Und damit meinte er den Heiligen Geist.

Aber bevor das geschieht, müssen wir kommen und trinken. Und was trinken wir? Wir trinken „Heiligen Geist“. Und das ist für unseren Verstand schwer zu verstehen.

Jesus sagt: Wen dürstet, der soll kommen und trinken.

Joh 7,37
An dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke!

Und wenn wir trinken und wir trinken eine Überdosis, dann wird das eine Quelle in uns, und dann fließt das aus uns heraus zu anderen. Und das nennt man Dienst.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (5:00 bis 10:00)

Verstehen wir das? Wenn jemand nicht sagt: „Das ist meine Gemeinde und ich möchte, dass es hier warm ist im Winter und ich möchte, dass alles andere funktioniert, dass wir einen ordentlichen Teppich haben, schöne Stühle haben usw.“ Ja – wo kommt denn das her? Das fällt ja nicht vom Himmel. Das muss gekauft werden. Da können wir nicht zu Ikea gehen und sagen: „Wir sind eine Gemeinde und bitte beschenkt uns“. Dann kommt als Antwort: „Wir sind ein Unternehmen, das Profit macht. So – bitte bezahle.“

Ganz, ganz wichtig!

Andere Dinge:

– Vergeben
– Um Vergebung bitten
– Dienen
– Dankbarkeit
– Den Glauben bekennen

Das sind alles Dinge, die wir etablieren wollen im Leben dieses Menschen. Wir betonen diese Dinge. Wir erklären aus dem Wort Gottes, warum sind diese Dinge wichtig. Es ist nicht so so, dass wir sagen: Du musst das tun! – Sondern wir erklären, warum sagt die Bibel, diese Dinge seien wichtig.

Wenn jemand versteht, warum er diese Dinge tun soll, ist er viel mehr motiviert als wenn wir einfach sagen: Du musst das tun. Wir wollen ihm helfen, das Wort wirklich anzuwenden ganz praktisch und eine Bereitschaft zu haben. Und deswegen erklären wir, wir geben nicht nur Anweisungen, wir erklären, wie das funktioniert und warum.

Und jetzt möchte ich auf den ersten und wichtigsten Aspekt – alle anderen kommen praktisch daraus – große Betonung legen, und das ist unser Umgang, das Leben mit dem Wort Gottes.

Die Sichtweise, die der Jünger hat vom Worte Gottes, von der Bibel, von der Heiligen Schrift, ist absolut grundlegend. Wenn die verkehrt ist, kann der Jahrzehnte in der Gemeinde sein, das Wort hat keine Chance in ihm sein Werk zu tun. Deswegen die Art und Weise wie er das Wort sieht und dann auch damit umgeht, ist absolut grundlegend. Und wir werden viel Zeit damit verbringen zu betonen, was ist das Wort Gottes, was tut das Wort Gottes, unter welchen Voraussetzungen tut das Wort Gottes sein Werk, wie sollst du als Jünger mit dem Wort Gottes leben? Und das ist etwas viel weitergehendes als wie die allermeisten Christen verstehen, diese Kalenderzettel-Mentalität – schnell noch bevor man in den Alltag zur Arbeit düst, noch schnell den Kalenderzettel abreissen und unterwegs dann irgendwie lesen und denken, das ist dann „sich ernähren vom Worte Gottes“. Nein, da braucht es etwas mehr dazu. Da braucht es vorallendingen Zeit zu und Hingabe.

Und er muss verstehen, wie wirkt das Wort Gottes und was ist meine Haltung zum Worte Gottes. Darum geht es, das ist so, so, so wichtig.

Die Apostel haben geglaubt, dass die Bibel, die Heilige Schrift von Gott ist. Sie haben nicht geglaubt, David hat da ein paar nette religiöse Gedichte gedichtet. Sondern sie haben das geglaubt, was auch Jesus geglaubt hat. Jesus zitiert David und sagt: David sprach im Heiligen Geist.

Mk 12,36a
David selbst sprach doch im Heiligen Geist: …

So, Jesus hat geglaubt, das waren nicht Davids private Ideen, das war der Heilige Geist, der ihn inspiriert hat. Deswegen gibt es so viele prophetische Dinge in den Psalmen, die auch gerade sich auf Jesus beziehen. Weil er geleitet war beim Schreiben vom Heiligen Geist.

Und Jesus hat viele andere Passagen aus dem Alten Testament zitiert, aus Mose, aus Jesaja – und es heißt immer wieder: „Der Heilige Geist sprach“ oder Jesus sagt an einer Stelle: „Habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist“ – und dann zitiert er aus 2. Mose.

Mt 22
31 Habt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht (2. Mose 3,6):
32 »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.

So, Jesus hat geglaubt – im Gegensatz zu heutigen, modernen Theologen – Jesus hat geglaubt, die Schrift ist tatsächlich eingegeben von Gott selber. Das ist, was Jesus geglaubt hat. Und so hat er sich verhalten. Und deswegen natürlich haben die Apostel das genauso gesehen. Weil sie ja von Jesus gelehrt waren. Und sie waren seine Nachahmer. Und sie haben diese Sicht gehabt. Und deswegen schreibt Paulus in 2 Tim 3,15-17 dann, dass alle Schrift ist von Gott eingegeben,

2 Tim 3,16a
Alle Schrift ist von Gott eingegeben

Ausgehaucht durch den Heiligen Geist.

Und weil die Schrift von Gott ist, hat sie seine Natur. Sie ist wahr. Und weil sie wahr ist, ist sie unveränderlich. Die Schrift ist ewig.

Mt 24,35
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (0:00 bis 5:00)

Okay, für die, die vielleicht jetzt dazugekommen sind: Es geht immer noch um das Thema „Jüngerschaft“ oder bzw. wir haben gerade erst ein bisschen reingerochen. Und das ist das entscheidende Element, das uns als Gemeinde in den Strom, in den Fluss des Heiligen Geistes hineinbringt, das sicherstellt, dass die einzelnen Gläubigen in einen kontinuierlichen Prozess der Veränderung sind und dass die Ehre Gottes zunimmt und damit auch die Freude. Um das geht es.

Und es gibt klare Anweisungen im Wort Gottes: Jüngerschaft ist nicht ein modernes Konzept irgendwie von Gemeindewachstum oder irgendwie eine neue Idee – es ist die uralte Idee, der Plan Gottes und nach Gottes Plan soll jede Gemeinde ein solches Jüngerschaftsprogramm oder ein Leben in Jüngerschaft einfach entwickeln und praktizieren. Eine neutestamentliche Gemeinde besteht aus Jüngern. Und das Verstandnis eines Jüngers ist sehr, sehr anders als das allgemeine Verständnis von „ich bin halt Christ“ – sehr, sehr anders!

Und was Jesus will, sind nicht Gottesdienstbesucher, auch nicht mal Gemeindemitglieder, auch nicht Mitarbeiter in der Gemeinde – was Jesus haben möchte, ist Jünger. Er will Jünger haben. Um das geht es.

Und Jünger werden gemacht, Jünger fallen nicht vom Himmel und plötzlich sind wir völlig überrascht. Wir kommen eines sonntags und die Gemeinde ist voller Menschen, die jetzt auf einmal Jünger sind. Das wird nicht passieren. Jünger werden gemacht, aber wir machen Jünger Jesu. Wir machen nicht unsere Jünger – das ist ganz, ganz wichtig. Wir helfen Menschen, wirklich ganz konkret in der Nachfolge.

Und so habe ich einige Dinge aufgezählt. Die will ich nochmal kurz wiederholen, die wir etablieren wollen als regelmäßige Dinge, als regelmäßigen Lebensstil im Leben eines Jüngers.

– Leben mit dem Wort Gottes
– Gemeinschaft mit Gott
– Gott suchen
– Gott anbeten
– Beten im Heiligen Geist
– Fasten
– Geben

Und zu „Geben“, das hatte ich vergessen zu erwähnen, gehört auch das ganze Thema „Gott ehren mit unseren Finanzen und den Zehnten zu geben“. Wir werden dem Jünger beibringen, wirklich Gott zu ehren und den Zehnten zu geben zum Herrn.

Gerade vor kurzen habe ich wieder eine traurige Geschichte gehört. Jemand hat eine Lobpreisleiterin und die war dort, weiß ich nicht, mehrere Jahre, und dann ist irgendwas vorgefallen und Knall auf Fall hat sie ihren Dienst hingeschmissen und ist weggelaufen. Und ich fragte ihn: War die wirklich belehrbar, war die wirklich in Jüngerschaft? Hast du die jemand gefragt, ob die überhaupt ihren Zehnten gibt?

Ja, sowas fragt man ja nicht?!

Und es stellt sich heraus, die war jahrelang in der Gemeinde, die hat einen so verantwortungsvollen Dienst wie Lobpreis gehabt und die hat nie den Zehnten in die Gemeinde gegeben. Und ich sage: Bruder, du hast einen Kapitalfehler gemacht! Du gibst jemandem einen geistlichen Dienst, der nicht einmal mit normalen, irdischen Dingen wie Geld zeigt seine Hingabe und seine Verpflichtung an die Gemeinde.

Wer das nicht tut – warum soll der einen geistlichen Dienst haben – warum?

So, jetzt hast du etwas wichtiges gelernt. Und das ist eine der Grundregeln in unserem Dienst: Niemand bekommt einen geistlichen Dienst, von dem wir nicht mit Sicherheit sagen können, weil wir ihn gefragt haben, ins Auge geschaut haben: „Gibst du deinen Zehnten?“ – und der sagt: „Na klar!“ – wer das nicht klipp und klar beantworten kann, der kriegt keinen Dienst, der darf in den Toiletten sich bewähren oder irgendwelche anderen praktischen Dinge, aber keinerlei geistlichen Dienst – nicht die drei großen „K“s in der Gemeinde: Klavier, Kasse, Kanzel. Völlig tabu! Völlig tabu! Überhaupt gar nicht dran zu denken! Keinerlei Verantwortung als Hauskreisleiter oder sonst irgendwie. Das geht gar nicht.

Warum? Weil Jesus sagt: Wer im Irdischen nicht treu ist, wer wird dann in himmlischen Dingen dann treu sein?

Wenn wir in diesen Dingen wie Geld nicht treu sein können, dann Gott wird uns keinen Dienst anvertrauen. Und wenn Gott einem Menschen keinen Dienst anvertraut, warum sollten wir so dumm sein und das versuchen? Wenn Gott nichtmal bereit ist, das zu tun?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (65:00 bis Ende)

Deswegen sehen wir in Apg 6: Die Arbeit ist so viel geworden. Und was sagen sie dann? Wir müssen die praktische Arbeit delegieren. Und wir bleiben in zwei Dingen: Im Gebet und im Amt des Wortes.

Apg 6,4
Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren.

„Amt des Wortes“ ist was anderes als Samstag abend während der Sportschau sich ein paar nette Dinge auszudenken für die Predigt. „Amt des Wortes“ ist mit dem Wort zu leben. Und wenn unsere Prediger endlich einmal begreifen würden, dass das Wort Gottes, das sie verkündigen, durch sie hindurch, kann nur das bewirken, was es zuvor in ihnen bewirkt hat. Wenn wir das endlich einmal begreifen würden, würden unsere Predigten und unsere Lehrvorträge eine andere Dimension bekommen.

Weil man nicht aus dem Fundus seines Wissens, das man auf irgendwelchen theologischen Seminaren angesammelt hat, irgendwas weitergibt, und aus hohlen Köpfen in hohle Köpfe transportiert, sondern aus einem Herzen, wo Eifer ist, wo Leidenschaft ist, wo Liebe ist, wo Klarheit ist, wo Mut ist, wo Demut ist, wo Barmherzigkeit ist. Aus diesem heraus zu sprechen mit dem Versuch, die Gewissen, die stumpfen, toten Gewissen wieder aufzuwecken. Das ist Predigtdienst!

Und das hat man vor 40-50 Jahren noch gekannt. Und heute, was die Leute lernen in den Ausbildungsstätten, es ist ein Jammer! Und man kann nur sagen: „Herr, erbarme dich über diesen Müll, der da produziert wird“.

Und diese Leute werden auf uns losgelassen und sie denken, nur weil sie 4-5 Jahre das studiert haben, deswegen sind sie imstande jetzt einen effektiven Dienst zu machen. Sie lernen Methoden wie man „erfolgreich“ sein kann, aber das Problem ist: Erfolg haben sie falsch definiert. Erfolg ist nicht mehr den Willen Gottes zu tun, Erfolg ist nicht mehr, ein reines, heiliges Leben, ein Herz, das Gott gefällt. „Erfolg“ sind jetzt Zahlen – wie groß ist die Gemeinde? Das ist jetzt der Erfolg. Erfolg ist: Wie viele gehorsame Leute hast du?

Die Pastoren brüsten sich: „Oh, am Sonntag, wir haben so und so viele Leute!“. Und sie überbieten sich mit den Zahlen. Ich sage: „Und wie viele Leute hast du, die regelmäßig fasten?“

Wie viele Leute hast du, die zur Gebetsnacht kommen? Wie viele Leute hast du, die wirklich ein persönliches, tiefes Gebetsleben haben?

Das sind die Zahlen, die mich interessieren.

Stattdessen zählt man die besetzten Stühle, weil das das Billigste ist. Weil das das Einfachste ist. Und man brüstet sich mit Zahlen. Und ein Pastor, der ein paar hundert Leute hat, gilt mehr als ein Pastor, der nur 30 Leute hat. Wir sind krank! Wir haben den Zeitgeist inhaliert! Und wir messen Erfolg nicht, wie Gott Erfolg misst, sondern wir messen Erfolg nach den Methoden und Maßstäben der Welt.

Und wo kommt das alles her? Weil die Leiterschaft nicht mehr im Wort ist!

Und wenn du sagst, ich kenn aber ein paar Leiter, die anders sind – dank sei Gott und mögen sie noch lange leben und uns inspirieren, uns herausfordern und uns zeigen, dass diese Hingabe an den Zeitgeist, dass das nur Betrug ist und niemals dazu führt, dass eine starke, kämpfende, siegreiche Gemeinde hervorkommt, die in Reinheit lebt.

Und während unsere jungen Leute von den Seminaren kommen und uns beglücken mit all ihren Theorien, die sie gelernt haben – das Maß der Sünde, Pornografie, Unzucht, Unreinheit, Abhängigkeit, Drogen usw. – das Maß der Sündenbindungen nimmt immer mehr zu. Das ist der wahre Zustand in der Gemeinde.

Und als ich vor 42 Jahren zum Glauben gekommen bin, dass ein Mann Gottes sich scheiden ließ und dann mit der Lobpreisleiterin oder mit der Sekretärin losgezogen ist, solche Geschichten hast du fast nicht gehört. Und heute hörst du es von allen Ecken und Enden.

Woran liegt das? Die Kraft fehlt! Nicht die Kraft für Zeichen und Wunder. Die Kraft, Sünde zu überwinden! Die Kraft für ein heiliges Leben – das fehlt. Und wenn das nicht da ist, da brauchen wir auf Zeichen und Wunder gar nicht erst zu warten.

Das ist Gott wichtiger. Und das ist das Fundament, und um das geht es. Und nur durch Jüngerschaft, indem wir wieder Jünger machen in der Gemeinde, werden wir diesem Trend entgegen steuern. Und welche Gemeinde das ausschlägt und sagt: „Ne, Jüngerschaft, das wollen unsere Leute nicht, das passt nicht, das ist nicht angesagt“ – die vor diesem Element jetzt einen Bogen machen, werden dafür teuer bezahlen in den nächsten 10-20 Jahren, glaubt es mir. Eine Tsunami-Welle von esoterischer, New-Age Verführung ist am Heranrollen über die Gemeinde, und die Gemeinde hat dem nichts entgegen zu setzen. Es sei denn, sie nutzt jetzt die Zeit und sagt: Wir müssen wieder ins Wort Gottes. Und Gottes Wort muss der Maßstab werden. Das wollen wir den Jüngern beibringen, um das geht es.

Gib uns Gnade, Herr, nüchtern zu werden, aufzuwachen, die Zeichen der Zeit zu deuten, zu verstehen, was der Feind da plant gegen die Gemeinde, sie auszuschalten und sie zu paralysieren, sie in die Irre zu führen – hilf uns, nüchtern zu sein, wachsam zu sein. Hilf uns, echt zu werden und Menschen des Wortes zu werden. Danke für Deine Gnade. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (60:00 bis 65:00)

Der Heilige Geist arbeitet an unserem Herzen durch das Wort. Und deswegen ist das geschriebene Wort so wichtig. Und was er lernen soll, ist, dass das geschriebene Wort, was er hier in seiner Bibel entdeckt – die Druckerschwärze – Saft und Kraft und Power wird in seinem Herzen. Das muss er lernen.

Also 30 cm sind zu überbrücken, mehr nicht. Aber das ist der entscheidende Punkt. Und wenn wir ihm beibringen, auf die Art und Weise wie Gott geboten hat, dass man mit Seinem Wort umgehen soll, zu leben, dann ist Tor und Tür offen und Gott kann an seinem Herzen arbeiten und Gott kann Licht leben und Gott kann ihm Motivation geben. Gott kann Dinge töten in ihm oder er lernt sie zu töten in sich selber. Wie Paulus das sagt:

Röm 8,13
wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben.

Und er lernt Raum zu machen für neue Dinge, die Gott in ihm schafft.

So, das ist das Entscheidende: Wie lebt der Jünger mit dem Worte Gottes?

Und das scheint irgendwie sehr in Vergessenheit geraten zu sein und viele, viele Christen, gerade auch Leute, die Erfahrung mit dem Heiligen Geist gemacht haben, leben in Langeweile und sie erleben keine neuen Dinge mit Gott. Sie haben keine tiefen Begegnungen mit dem Herrn und es passiert nichts neues. Und sie erleben keine Veränderungen. Und dann fangen sie an, sich für fragwürdige Dinge zu öffnen, weil sie einen Hunger haben, irgendwas zu erleben.

Und, ihr Lieben, das New-Age und die Esoterik drängt mit Macht hinein in das pfingstlich-charismatische Lager – mit Macht! Und wenn wir das Wort Gottes jetzt nicht kennenlernen, wenn wir nicht geschärfte Sinne bekommen, wenn wir nicht sensibel werden für den Heiligen Geist, dann werden wir auf alle möglichen Täuschungen und Tricks des Feindes hereinfallen, die uns abziehen wollen vom geraden, klaren Weg.

Und ich bin extrem erschrocken über das Maß von geistlicher Blindheit in unserem Land – gerade in der Leiterschaft. Ich habe euch gestern ein Zitat vorgelesen, wo du denkst, „wie kann jemand, der seine Bibel kennt, der Jesus kennt, wie kann der solchen humanistischen Schwachsinn schreiben?“

Und das war nicht ein Neubekehrter, das ist jemand, der Jahrzehnte mit dem Herrn lebt und Amt und Würde bekleidet und der bekannt ist. Und er schreibt solche Dinge und du merkst, er kennt Jesus, den Jesus der Schrift aus Erfahrung überhaupt nicht.

Und er faselt den Zeitgeist und gibt die Ideen aus dem Zeitgeist wieder und denkt, das ist christliche Liebe. Und er kennt nicht die Liebe Gottes, die so anders ist als die humanistische Liebe. Nur durch das Wort Gottes können wir lernen zu unterscheiden, was ist von Gott, was kommt von Christus, und was gebärdet sich „christlich“, aber es kommt nicht von Christus, sondern es kommt vom Feind.

Und es ist höchste Zeit, und da warten Gefahren und Angriffe auf die Gemeinde Jesu. Durch Jahrzehnte wurden wir sozusagen weichgespült und haben ein falsches Evangelium gehört und inhaliert und jetzt sind wir so machtlos und so kraftlos und so blind, dass es jetzt einen massiven Angriff geben wird.

Paulus sagt: Falsche Jesusse, falsche Evangelien. Christus warnt auch davor: Falsche Christusse.

Wie können wir die falschen erkennen wenn wir nicht das Original kennen? Nur wenn du das Original kennst, dann kannst du imstande sein, die Fälschung als Fälschung zu erkennen. Und wir müssen Jesus kennenlernen. Und es geht nur über das Wort.

Und deswegen halte ich überhaupt nichts von diesen Trends, die Predigten immer kürzer zu machen und dann viel mit Videos und mit Gags und mit allen möglichen Dingen, die Gottesdienste irgendwie aufpeppen, dass die Leute da ihren Spaß dran haben. Was wir brauchen, ist, das Wort Gottes gepredigt in der Kraft und Klarheit des Heiligen Geistes – das ist das einzige Mittel, das Gott verordnet hat, um Gläubige zu überführen, zu motivieren, zu reinigen und zu stärken.

Die Kraft kommt durch das verkündigte Wort. Der Glaube kommt aus dem gesprochenen Wort, das lebendig gemacht ist im Herzen des Predigers.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (55:00 bis 60:00)

Das heißt nicht, der muss sich auf den Marktplatz stellen und muss da jetzt jeden Samstag vormittag predigen, sondern das heißt: In seiner Nachbarschaft, in seinem Alltag, auf der Arbeit – alle Leute wissen, dass er ein Christ ist. Und er steht für die Wahrheit. Er predigt nicht die Leute voll, aber er nutzt normale Gelegenheiten des Alltags, um klar zu machen, wer er ist und wo er steht und an was er glaubt.

Ich halte nichts davon, Leute vollzupredigen, die das gar nicht hören wollen. Ich glaube nicht, dass das unser Auftrag ist. Sondern wir sollen wirklich für den Herrn da sein und sein Reich repräsentieren und wenn Leute fragen, dann können wir sagen, warum wir so leben. Aber zunächst mal geht es darum, wir lassen sie wissen, auf eine natürliche Art und Weise – nicht irgendwie gekünstelt und komisch und „entschuldigung, ich wollte das mal sagen, ich bin jetzt gläubig“ – bitte nicht so.

Lasst das normaler rüberkommen und freu dich an deinem Glauben und lass das eine ganz normale Sache sein. Dank sein Gott, dass du den Schrott von früher nicht mehr tun musst und dass du jetzt das richtige tun kannst: Du bist jetzt Kind Gottes und du lebst mit Jesus und du lebst mit dem Wort Gottes.

Okay, so das sind die Dinge, die wir etabliert sehen wollen im Leben des Jüngers. Diese Dinge sollen regelmäßig in seinem Leben stattfinden – regelmäßig!

Was haben diese Dinge gemeinsam? Diese Dinge sind alle verschiedene Formen der Demütigung.

Wenn du nicht weißt, wieso Fasten eine Form der Demütigung ist, dann rate ich dir, dass du einfach mal anfängst zu fasten und dann wirst du schnell verstehen, dass das eine extreme Form der Demütigung ist. Und wenn du noch nie jemanden um Vergebung gebeten hast und weißt nicht, was das mit Demut zu tun hat, dann tu es einfach mal und dann wirst du feststellen, wie dich das demütigt.

Alle diese Dinge sind Formen der Demütigung. Warum ist das so wichtig? Weil wir demütigen uns, und Gott erhöht uns. Gott gibt dem Demütigen Gnade, und jeder Schritt, jede Veränderung unseres Charakters, jeder Schritt vorwärts in mehr Jesus-Ähnlichkeit ist nur Gnade. Es ist nicht Willenskraft. Wir verändern uns nicht mit Willenskraft, sondern es ist die Gnade Gottes, die uns verändert. Willenskraft brauchst du, um Disziplin einzuüben. Dafür brauchst du Willenskraft. Aber Disziplin verändert dich nicht.

Aber du bringst dich an den Platz der Demütigung, wo Gott dir Gnade geben kann – weil Gott widersteht dem Stolzen und er gibt dem Demütigen Gnade.

1Petr 5,5b
denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Und was wir ja sehen wollen im Leben des Jüngers: Dass er verändert wird. Paulus sagt: Was ich bin, bin ich durch die Gnade Gottes!

1Kor 15,10
Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.

Er sagt nicht: Das hat meine Disziplin eingebracht, die ich schon gelernt habe in den ersten Tagen meines Pharisäertums. Nein! Nicht Disziplin, sondern die Gnade Gottes. Und wenn unser Jünger jemals eine Chance hat, anders zu werden, dann nur durch Gnade. So, er braucht Gnade. Und die Gnade kommt, indem er Platz macht für die Gnade, Raum macht für die Gnade. Deswegen diese verschiedenen Disziplinen, diese verschiedenen Übungen, diese Dinge, die er dort immer wieder tun soll.

Um einfach sich vor Gott zu positionieren und sich verfügbar zu machen, beschenkt zu werden durch die Gnade Gottes. Das ist der entscheidende Punkt.

Und was wir jetzt in der nächsten Einheit dann heute abend uns anschauen werden, ist nur den ersten Punkt. Auf die anderen werde ich aus Zeitgründen gar nicht eingehen, aber nur diesen einen Punkt werde ich erklären. Und der heißt hier bei mir: „Leben mit dem Wort Gottes“.

Wir bringen dem Jünger bei, wie man mit dem Wort Gottes lebt.

Weil: Das Wort Gottes ist der Kanal, durch den die Kraft Gottes in das Leben eines Menschen hineinkommt.

Du sagst: Ja, wieso? Es könnte ja auch irgendwie auf andere Art und Weise – dann z.B. durch den Heiligen Geist?!

Der Heilige Geist kommt in unser Leben wenn wir sein Wort, die Schrift, respektieren als von ihm! Dann kommt der Heilige Geist in unser Leben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (50:00 bis 55:00)

Betest du, dass Gott richtig streng sein soll mit Dir? Dass Er dir nichts durchgehen lässt? Betest du, dass Er dir jeden Kompromiss zeigt und dass Er ganz klar den Finger drauf legt? Ist das dein Gebet? Möchtest Du klar sein, möchtest Du „gerade“ sein? Möchtest du wahr sein? Oder sagst du: Herr, bleib noch ein bisschen weiter weg und lass mich in meinem eigenen Betrug irgendwie weiter machen?

Was möchtest du? Den Gott der Wahrheit? Den Gott der Klarheit? Den Gott der Transparenz? Des Lichtes? Möchtest du als Kind Gottes im Licht leben – wie Paulus sagt? Er sagt: Ihr seid Kinder des Lichts, jetzt wandelt im Licht!

Eph 5,8
Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts

Und „Wandeln im Licht“ heißt, keine krumme, korrupte Sache in uns zu dulden und zu akzeptieren, sondern es ans Licht zu bringen.

Dann noch ein paar Dinge: Dienen.

Ein Jünger ist jemand, der ein Diener ist, der die Gesinnung eines Dieners einnimmt. Und er hat diese Haltung: Ich trage bei zum Wohl der Gemeinschaft, der Menschen um mich herum, und zwar Christen und auch Nichtchristen – auf der Arbeit und wo auch immer. „Ich bin ein Diener, ich diene Menschen“. Das sehen wir bei Jesus als unserem großen Vorbild.

Noch einen Punkt habe ich, und zwei, die auch mit dazu gehören.

Dankbarkeit.

Nach der Lehre der Bibel: Rebellion gegen Gott fängt an mit Undankbarkeit. Und wir kommen wieder in unsere Position als bedürftige, abhängige Kinder Gottes, die ohne Gott überhaupt nicht können und nichts auf die Reihe kriegen, indem wir eine Haltung der Dankbarkeit kultivieren.

Ich weiß noch, als ganz junger Christ, wie der Herr diese Dinge mir beigebracht hat und zu mir geredet hat. Das erste, was Er gesagt hat, als ich gesehen habe, in welchem Chaos mein Leben ist. Er hat gesagt: „Du brauchst Therapie“.

Hat Jesus zu mir gesagt. „Du brauchst Therapie“. Und ich hab gesagt: Ja, das verstehe ich.

Jeder Drogenabhängiger braucht Therapie. Gut, ich war jetzt fertig mit den Drogen, aber die Nachwirkungen und die Folgewirkungen davon, die waren immer noch da. Und Chaos im Verstand und Durcheinander und alles mögliche und diese extreme Sucht nach Gefühlen. Drogenabhängige sind extrem gefühlsabhängige Menschen und müssen sich andauernd den Puls fühlen, wie es ihnen geht.

Und das ist extrem wichtig. Morgens der erste Gedanke ist: Wie fühle ich mich? Wie geht’s mir?

Man kann richtig süchtig werden nach guten Gefühlen. So, der Herr sagt: Du brauchst Therapie.

Ich hab gesagt: Ja, das weiß ich.

Und er sagt: Ich bin der Herr, dein Arzt.

Und ich hab gesagt: Okay, ich geh in Therapie. Und seitdem bin ich bei Doktor Jesus in Therapie. 42 Jahre, also Langzeittherapie könnte man das nennen.

Und er kümmert sich um mich und er hilft mir. Und ich übe heute nicht dieselben Dinge wie vor 40 Jahren, glaubt mir das. Da gibt’s schon gewisse Fortschritte und ich komme weiter, komme vorwärts, bestätigt mir auch meine Frau. Aber dann im Nachsatz sagt sie: Aber da gibt’s noch viel, was du lernen musst.

So, sie hat recht. Ich muss lernen, und ich will lernen, und ich bin willig und ich mache Forschritte. Hallelujah.

Dankbarkeit. So, der Herr sagt zu mir: Dankbarkeit. Ich möchte, dass du dir jetzt 5 Minuten Zeit nimmst, dankbar zu sein für deine Eltern.

Ich hab gesagt: 5 Minuten, das überlebe ich nicht – 5 Minuten! Jetzt dankbar sein für meine Eltern?! Wo die doch das und das und das! Und dann fiel mir das alles gleich wieder ein, was mir so im Fokus war.

Und ich musste mich richtig anstrengen. Und das ist nicht so: Das fließt so von Herzen. Du musst dich disziplinieren! Du musst darum kämpfen!

Und so hat der Herr mich gelehrt einfach. Und ich hab im Wort Gottes gesehen: Dankbarkeit bahnt einen Weg in deinem Herzen. Dankbarkeit ist der Weg wie der Segen Gottes in dein Leben kommt, weil Dankbarkeit Ihm so wichtig ist. Und mit Dankbarkeit erkennen wir an unsere Hilflosigkeit, unsere Abhängigkeit, und das ist so gut für unseren Stolz, dass wir da aus dieser Lüge herauskommen, wir stehen über allem und wir sind unabhängig.

Noch ein Punkt: Gemeinschaft mit dem Herrn, also Gott suchen, Gott anbeten. Dazu gehört auch Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, Beten in Sprachen. Viel beten in Sprachen ist extrem wichtig.

Paulus sagt: Wer in Sprachen betet, baut sich selbst auf.

1Kor 14,4a
Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst;

Dieses Wort bedeutet: „Stein auf Stein ein Haus bauen“.

oikodomeó (3618): to build a house

Ein Stein nach dem anderen, und wir bauen ein Haus. Du baust an deinem geistlichen Lebenshaus.

So, hier haben wir diese Dinge. Ich zähle sie nochmal auf:

Gemeinschaft mit dem Herrn.
Beten.
Anbetung.
Leben mit dem Wort.
Fasten.
Geben.
Vergeben.
Um Vergebung bitten.
Dienen.
Dankbarkeit.

Als letzten Punkt noch:

Den Glauben bekennen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (45:00 bis 50:00)

Klar, wenn du in der U-Bahn bist, unterwegs zur Arbeit oder so, dann betest du lieber im Herzen, obwohl heutzutage mit den Freisprechanlagen im Auto – hej, wir sind ja jetzt sowas von befreit, wir können jetzt anders noch als vor 10 Jahren, da betest du im Auto, stehst an der Ampel und einer guckt ganz komisch: Hej, was ist denn mit dem, der redet mit sich selber?! Jetzt hast du Freisprechanlagen und jeder wird denken, du bist am telefonieren. Hallelujah, die Technik kommt uns noch entgegen und hilft uns, unsere jämmerliche Menschenfurcht zu überwinden.

So, was hab ich gesagt? Vergeben – und dazu gehört auch als zweiter Punkt: Um Vergebung bitten.

Wir werden dem Jünger erklären, wann immer du erkennst, wann immer der Heilige Geist dir zeigt, dass du „daneben warst“, dass du dich verkehrt benommen hast, du wirst hingehen sobald du es realisierst und sobald du die Möglichkeit hast, du wirst hingehen zu den Leuten und ihnen klipp und klar sagen, was du gemacht hast: Deine Sünde bekennen – und um Vergebung bitten und klar sagen: „Ich hätte das nicht tun dürfen, es war nicht richtig, ich hatte kein Recht dazu, bitte vergib mir“.

Diesen Satz muss er lernen, auswendig lernen: „Bitte vergib mir“. Das ist extrem wichtig. Nicht nur vergeben denen, die uns unrecht tun, sondern auch um Vergebung bitten.

Mir fällt dazu gerade ein Situation ein: Ich war in einer Versammlung, ich hatte dort ein Seminar zu halten, mehrere hundert Leute waren da. Und an irgendeiner Stelle, das war so ziemlich am Anfang dieses Seminars, zweiter, dritter Tag oder so, ich weiß nicht genau, habe ich eine Story aus meinem Leben erzählt. Und dann habe ich aus irgendeinem blödsinnigen Grund ein kleines lustiges, witziges Detail dazu erfunden in meiner Geschichte. Die Geschichte ist so passiert, aber ich habe etwas zugefügt, was überhaupt nicht der Wahrheit entsprach. Und als ich das erzählt habe, als es raus war, hat’s mich getroffen wie ein Blitz und ich stand da und dachte: Meine Güte, was hast du hier gemacht?

Und ich hab irgendwie mich berappelt und versucht, mein Teaching zuende zu bringen, aber als ich dann auf dem Zimmer war, es war furchtbar. Ich wusste, das geht nicht, das ist nicht akzeptabel, du kannst nicht Dinge erfinden, was nichts anderes ist als „Lüge“. Wir können sagen: „Ja, ein bisschen netter erzählt“ – nein, ich habe einen Fakt erfunden und gelogen.

Und ich wollte mit dem Herrn darüber reden und dann wollte ich um Vergebung bitten, und der Himmel war wie aus Beton.

Da war kein Gott, der meine Gebete gehört hat und ich habe getrickst und versucht und „kommt nie wieder vor“ und „verspreche“ und „ich werd’s nie wieder machen“. Da kam nicht mal eine Antwort vom Himmel – null, nix.

Und nach einer ganzen Weile habe ich gewusst, ohne dass Gott irgendwas gesagt hätte, ich wusste, was ich tun musste: Ich wusste, am nächsten Morgen, wenn meine Lehre weitergeht, ich muss diesen hunderten von Leuten sagen, dass ich an dieser Stelle sie angelogen habe und dass ich kein Recht dazu habe und dass es verkehrt ist, dass es böse ist und dass es mir leid tut und sie um Vergebung bitten.

Und ich habe gesagt: Herr, ich weiß, das ist notwendig, das entspricht dem, was ich verstanden habe aus deinem Wort Gottes, das ist auch, was ich anderen schon erzählt habe und das muss ich jetzt auch tun. Und ich lege mich fest, am nächsten Morgen, wenn mein Teaching anfängt, bevor irgendwas anderes passiert, werde ich den Leuten sagen, was ich gemacht habe und um Vergebung bitten.

Und als ich das gemacht habe und gesagt habe: Herr, ich lege mich fest, morgen früh werde ich das tun – der Himmel ging auf, das Angesicht Gottes leuchtete wieder, der Beton war verschwunden und ich hatte wieder Frieden mit Gott und alles war gut.

Und das habe ich gemacht dann am nächsten Morgen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (40:00 bis 45:00)

Für Jesus war das normaler Bestandteil. Lies Matthäus 6. Normaler Bestandteil!

Und ich weiß nicht, ob du und wieviel du schon mal Austausch gehabt hast mit unseren Geschwistern aus der dritten Welt. Afrika, Südamerika, aus Asien. Für die ist Fasten etwas total normales. Und das ist mit einer der Hauptgründe, warum sie dort Zeichen und Wunder haben und wir nicht hier haben. Und wenn die hier herkommen von Afrika oder von Südamerika und sehen unser Land und sehen den Zustand der Gemeinden – dann fragen sie: Sagt mal, wie sieht denn das bei euch mit Fasten aus?

Dann machen wir ein langes Gesicht – und dann sagen sie: Du, jetzt verstehen wir, warum ihr in dieser Misere seid. Und ihr habt viel Wissen, aber keine Power.

Nicht mal Power, die eigene Sünde zu überwinden und auch keine Power, Menschen wirklich die Kraft Gottes zu demonstrieren. Und das hat etwas mit Fasten zu tun.

Jesus sagt: Wenn der Bräutigam genommen ist – und das ist die Zeit, wo er jetzt nicht da ist – dann werden sie … Wer sind „sie“? Wir! Dann werden sie fasten.

Mk 2,20
Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen ist; dann werden sie fasten, an jenem Tage.

So, Jesus schaut schon über die Himmelfahrt hinaus und sieht dort ein Christsein und sagt: Fasten ist normal. Fasten gehört zum christlichen Leben dazu.

Und da ist unser Problem! Wir sagen: „Ja, aber Fasten macht keinen Spaß!“

Deswegen habe ich die Sache mit dem Spaß-Gott vorher schon geklärt. Die Antwort kannst du streichen, die ist nicht akzeptabel. Es geht nicht darum, ob etwas Spaß macht, es geht darum, ob etwas richtig ist. Ob etwas notwendig ist. Ob etwas dem Worte Gottes entspricht – darum geht es. Und nicht, ob das Spaß macht.

Oder so Ausreden wie: Du, wenn ich faste, dann bin ich immer so gereizt und dann benehme ich mich irgendwie sehr unschön und das will ja der Herr auch nicht, ich soll ja nett sein. Also dann lieber nicht fasten, damit ich nett bin.

Ist gut gemeint, aber auch einfach nur Selbsttäuschung.

„Ja, und wenn ich faste, dann geht’s mir gar nicht gut, da hab ich Kopfschmerzen!“

Und hier ist meine Empfehlung: Lerne gleich von Anfang an, mindestens drei Tage am Stück zu fasten, weil ab dem dritten Tag macht’s nämlich Spaß, wenn der Hunger vorbei ist, dann macht es Spaß und dann kannst du fliegen und dann wirst du erleben aus eigener Erfahrung, dass du in eine Nähe mit Gott kommst, dass du sensibel wirst im Heiligen Geist, dass du viel schneller Antworten bekommst und auf eine tiefere Art und Weise der Herr zu dir reden kann und das Wort lebendig machen kann.

Eine Gemeinde oder ein Christ, der nicht fastet, entspricht nicht dem Standard Gottes. Punkt, fertig, aus.

Und das werden wir unserem Jünger erklären – aus der Schrift. Nicht einfach: „du musst fasten“, sondern wir erklären ihm, welche Bedeutung und welche Wirkungsweise Fasten hat und was das Wort Gottes über Fasten sagt. Und dass fasten normal ist.

Das ist ja jetzt die Ausgangslage: Jetzt darf Gott durch sein Wort definieren, was normal ist. Nicht mehr wir definieren, was normal ist.

„Ja, ich kenne keinen, der fastet, warum soll ich fasten?“

Weil du dich entschieden hast, du willst Gott gehorchen, ganz einfach deswegen. Und verweise nicht auf die vielen anderen, die es nicht tun. Du vergleichst dich nicht mit denen, die noch fleischlicher sind als du. Du vergleichst dich mit dem Standard des Wortes Gottes.

Also: Beten, Geben, Vergeben, Fasten.

Das sind die vier Dinge, die Jesus erwähnt. Und er benutzt immer das Wort „wenn“ – zeitlich! „Immer dann, wenn …“.

Griechisch:
3752. hotan

Matthäus 6
2a Wenn du nun Almosen gibst
5a Und wenn ihr betet
16a Wenn ihr fastet

Und ich will noch einige andere Dinge hinzufügen, die wir dem Jünger beibringen wollen. Das wird Bestandteil seines Lebens werden. Das wird regelmäßig in seinem Leben zu finden sein:

Das ist Leben mit dem Wort Gottes.

Das ist Gemeinschaft mit Gott. Gott suchen, Zeit haben mit Gott. Manche nennen das auch „Stille Zeit“. Ob der so glücklich ist, der Begriff, weiß ich nicht, weil die sollte schon nicht zu still sein. Da muss man auch was hören. Wir wollen, dass er seine Gebete spricht, nicht denkt. Das ist der schnellste Weg, Ordnung in die Gedanken zu bringen: Gebete zu sprechen – und nicht zu denken. Es geht nicht um Lautstärke, es geht einfach darum, dass seine eigenen Ohren hören, was aus seinem eigenen Mund kommt. Und das ist extrem wichtig, dass wir laut beten.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (35:00 bis 40:00)

Und Leute werden ermutigt und es wird ihnen leicht gemacht und es wird ihnen als „normal“ beigebracht, der Schrift nicht zu gehorchen. Und ich rede jetzt von Gläubigen, ich rede nicht von „der Welt“, sondern von Gläubigen. Und das ist Verzauberung. Und du findest dasselbe im Klartext, aber dann in der Elberfelder auch nochmal – dank sei Gott, dass Paulus das zwei Mal reingeschrieben hat – dort heißt es in Vers 7.

Gal 5,7
Ihr lieft gut – wer hat euch gehindert, der Wahrheit zu gehorchen?

Da hast du es. Worin bestand das „gut laufen am Anfang“? Ganz offensichtlich, indem sie der Wahrheit gehorchten. Dann kam etwas dazwischen. Was war es, was dazwischen kam? Falsche Lehre, die von außen hereinkam. Verdrehung des Evangeliums, Fälschung des Evangeliums. Und aus Gnade wurden dann Werke. Und damit haben die Leute aufgehört, der Wahrheit zu gehorchen.

So, du hast hier drei Schriftstellen, die uns definieren – und dann gibt’s noch die anderen mit „Freund sein von Jesus“ und „Jesus lieben“, die uns klar definieren: Glaube an Jesus, Jesus zu lieben ist gleichbedeutend mit der Bereitschaft, ihm zu gehorchen. Das ist der wahre Glaube. Und wo immer du Botschaften hörst, wo das weggelassen wird – und wir haben heute viele Botschaften über die „Liebe des Vaters“ und „Kuscheln beim Papa“ und „Freund Gottes sein“, wo dieser Aspekt, dass bei aller Vaterschaft, bei aller Liebe, bei aller Freundschaft zu Gott, Gott immer noch ein Recht hat und auch tatsächlich erwartet, dass wir ihm gehorchen – das wird weggelassen. Und Menschen werden verdreht.

Und du kannst dann Menschen erleben, die in großer Illusion leben, in einer selbstgemachten, sich ausgedachten Beziehung zu Jesus, wo sie ihm ganz nahe sind, aber die Sünde in ihrem Leben übersehen sie. Wenn wir nahe sind bei Jesus, dann öffnet er uns die Augen und er führt uns immer wieder neu in die Buße. Und er zeigt uns immer wieder neue Dinge, wo wir uns ändern sollen, wo wir alte Denkweisen, alte Verhaltensweisen ablegen sollen usw.

So, jetzt erwähne ich noch ein paar ganz praktische Dinge, die ich dann später weiter ausführen werde: Die Ausbildung des Jüngers.

Es gibt ein paar Dinge, die wir ihm beibringen werden, die ein regelmäßiger Bestandteil seines Lebens werden sollen. Diese Dinge wird er immer und immer und immer wieder tun. Ein paar von diesen grundlegenden Dingen finden wir auch in einer Passage in Matthäus 6. Jesus erwähnt dort vier grundlegende Verhaltensweisen oder ich nenne sie „Disziplinen“ im Reiche Gottes.

Und diese vier sind nicht verhandelbar. Und diese vier gehören alle zu einem normalen Christenleben dazu. Und Jesus zeigt das, indem er, wenn er das Wort „wenn“ benutzt“ – „wenn ihr diese Dinge tut“ – dann meint das griechische dort ein „zeitliches wenn“. Nicht „falls“ sondern „wenn“.

Und er redet dort von „beten“. Und wir alle verstehen: Wenn wir jemanden finden, der sagt: Ich bin Christ und ich liebe Gott und ich lebe mit Jesus, aber mit dem Beten hab ich’s nicht so, und Beten finde ich nicht so gut und das mache ich eigentlich nicht – dann sagen wir „Hallo?! Du bist kein Christ! Wenn du sagst, beten gibt es nicht bei dir – du bist kein Christ“.

Christsein ohne beten ist kein Christsein – darin stimmen wir alle überein, nicht wahr? Oder gibt’s hier jemanden, der sagt: Doch, man kann Christ sein, aber Beten kann völlig fehlen in seinem Leben, trotzdem ist er Christ!

Das gibt es nicht! Das ist eine Täuschung.

Aber in derselben Weise erwähnt Jesus andere Dinge, und da sieht’s schon ganz anders aus. Z.B. „Fasten“.

Und mit aller Selbstverständlichkeit würden da viele, viele Leute heute pfingstlich-charismatischer Prägung sagen: „Ja, aber man kann Christ sein, aber das hat doch nichts mit Fasten zu tun?! Fasten sind gesetzliche Werke, das ist Selbstkasteiung, das ist nicht notwendig, das ist Gesetzlichkeit usw.“

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (30:00 bis 35:00)

Es bleiben die alten Begriffe, aber der Inhalt wird geändert. Es wird ein neuer Inhalt dazu getan. Ich geb euch auch gleich ein Beispiel, aber erstmal die Schriftstelle hier:

Joh 3,36
Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben. Wer aber dem Sohn – und jetzt kommt das Gegenteil von „glauben“ und dann steht dort – *nicht* gehorcht […]

Es gibt übrigens Bibelübersetzungen heutzutage, die bringen hier das zweite Mal wieder das Wort „glauben“. Und das ist eine echte Fälschung, weil das erste Mal heißt es „glauben“ und das zweite Mal ist: apeitheó [544] – „ungehorsam sein“.

So, das Gegenteil von glauben ist „ungehorsam sein“, nicht gehorchen wollen. Da hast du eine Definition, was Glaube ist. Glaube ist gehorchen.

Und das wird heute an vielen, vielen Stellen nicht mehr so verstanden. Und man kann offensichtlich an Jesus glauben – oder Leute meinen, dass man das könnte – man kann an Jesus glauben ohne seinem Wort zu gehorchen. Man trennt das und sagt: Ich glaube an Jesus – Gehorsam ist eine andere Sache, aber ich glaube an Jesus.

Und das wird uns von höchster Stelle vorgemacht. Und wir werden dort infiltriert und indoktriniert und Gehirn gewaschen und wir sollen neue Inhalte lernen.

Denk an dieses Beispiel: Vor einigen Jahren hat ein weltbekannter Mann Gottes [Anm.: Rick Joyner, MorningStar], der sehr populär ist, der sogar gilt als Prophet, hat einen Nachruf geschrieben und veröffentlicht auf seiner Webseite in Bezug auf den verstorbenen Papst Johannes Paul II. So, und dann schreibt der als Nachruf: „Er war ein großer Mann Gottes und er liebte den Heiligen Geist“.

Das ist Propaganda. Das ist Gehirnwäsche. Also hier kannst du den Heiligen Geist lieben und gleichzeitig das Wort Gottes mit Füßen treten. Aber du liebst den Heiligen Geist, bloß sein Buch kannst du nicht ausstehen und musst es umschreiben und musst es verdrehen. Das ist nicht eine gesunde Definition. Gott zu lieben, heißt, bereit zu sein, ihm zu gehorchen.

Und das schreibt er auf seiner Webseite und das große Wunder ist, dass da nicht hunderttausende von Leuten den bombardieren mit Emails und sagen, „Horch einmal, was erzählst du hier? Du verdrehst hier das Denken der Menschen – du gibst neue Definitionen. Die Bibel definiert, was es heißt, Gott zu lieben – du gibst uns eine neue Definiton und das darfst du nicht! Und du bist verantwortlich vor Gott für so etwas!“

Nirgendwo in der Bibel finden wir eine Idee, man könnte Gott lieben, man könnte an Gott glauben und gleichzeitig in der Haltung sein, „aber mit Gehorsam, das sehe ich nicht so – das ist „gesetzlich“, das ist von früher, das haben die Alten so gelehrt, aber das passt nicht mehr in unsere Zeit“ und all diese Dinge.

Wir ändern uns, die Kultur ändert sich, der Zeitgeist ändert sich – Gott ändert sich nicht und sein Wort ändert sich nicht. Und wir werden gemessen eines Tages an seinem Wort. Nicht am Zeitgeist. Vergiss das bitte nie.

Gal 3 – eine weitere Stelle, die uns diese Definition gibt, dass Glaube identisch ist mit der inneren Bereitschaft zu gehorchen.

Gal 3,1 (Elberfelder)
Unverständige Galater! Wer hat euch bezaubert (oder verhext), denen Jesus Christus als gekreuzigt vor Augen gemalt wurde?

Und wenn du jetzt eine Schlachter-Übersetzung hast, dann heißt der Text ein bisschen anders:

Gal 3,1 (Schlachter)
O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch, denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt vor die Augen gemalt worden ist?

Und es hat bestimmte Gründe, auf die ich jetzt nicht eingehen will, die ich aber nicht akzeptiere, dass die Elberfelder, die ich sonst sehr liebe, an dieser Stelle diesen wichtigen Teil *weglässt*.

Denn hier wird uns erklärt: Die Verzauberung findet statt, indem Leute überredet werden, nicht mehr zu gehorchen.

Vielleicht hast du deine eigenen Definitionen von „Verzauberung“. Vielleicht denkst du, Zauber, das ist irgendwas in Afrika, aber das hat ja mit unserer Kultur nichts zu tun.

Unser Land ist hochgradig verseucht mit christlicher Zauberei – hochgradig!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (25:00 bis 30:00)

Und zwar nicht so auf so eine christliche Art und Weise – kennst du das? „Falls ich dich verletzt haben sollte, täte es mir leid“.

Ja, was denn? Hast du mich verletzt oder nicht?

Und wenn du das nicht weißt, dann halt deinen Mund und bete und lass dich vom Heiligen Geist überführen und wenn du weißt, was du gemacht hast, dann kommst du nochmal.

Was ist denn das für eine Art? „Falls ich dich verletzt haben sollte“. Ja, wie denn?

Aber das ist sehr typisch!

Oder man sagt: „Ich möchte mich entschuldigen“. Ja, hallo, wenn du Schuld auf dich geladen hast – du kannst dich gar nicht entschuldigen! WIR können dich entschuldigen.

Du kannst nur sagen: „Ich bitte um Entschuldigung“ oder „ich bitte um Vergebung“. Aber wenn du schuldig geworden bist, *du* kannst dich nicht entschuldigen! Wo willst du denn hin mit deiner Schuld? Verstehst du?

So, die Redensweisen verraten sehr viel über wie echt wir sind. Wie Jesus sagt: Aus der Fülle des Herzens redet der Mund.

Mt 12,34b, Lk 6,45b
Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund.

So, der Jünger verpflichtet sich, diese Bereiche unter die Herrschaft Christi zu stellen. Und das bedeutet, er hat entschieden, der Wahrheit des Wortes Gottes zu gehorchen.

Das ist die Essenz von Nachfolge: Der Wahrheit zu gehorchen.

Und ich sagte es schon: Seit über 20 Jahren reise ich durch die Gemeinden und die Gemeinden sind voll von Menschen, die denken, die sind seit Jahren und Jahrzehnten gläubig und die haben noch niemals verstanden, dass Gott von ihnen möchte, dass sie eine Entscheidung treffen, sie sollen jetzt lernen, der Wahrheit zu gehorchen.

Sie stimmen dem zu! Aber das in ihrem eigenen Leben wirklich umzusetzen, diese Entscheidung ist überhaupt noch nicht getroffen. Das heißt, die haben ein falsches Evangelium angenommen und geglaubt.

Ein Freund von mir, der auch unterwegs ist als Diener Gottes, als Bote des Herrn – er kommt in eine Gemeinde und er spricht mit einem Bruder dort, der ihm viel erzählt und ihn da viel volltextet, was er alles kann und was er alles weiß und ganz offensichtlich ist dieser Bruder, das war unverkennbar an dem stechenden Geruch in der Nase, ein extremer Raucher. Und er versucht diesen Lehrvortrag zu unterbrechen und sagt: Du, ich hab mal eine Frage – du bist ja schon so erfahren und du bist schon so lange Christ: Und wann wirst du aufhören zu rauchen?!

Und weißt du, was dieser Mann sagt? – Wieso? Jesus liebt mich auch so.

Hier hat jemand das Evangelium überhaupt nicht verstanden.

Ja, Jesus nimmt uns an wie wir sind. Okay. Aber dann kommt ein Komma und nicht ein Punkt und das war’s dann. Dann kommt ein Komma. Und aus lauter Liebe zu uns und aus lauter Liebe zu den anderen lässt er uns nicht so wie wir sind. Das ist das Evangelium: Er nimmt uns an wie wir sind. Okay. Aber dann sagt er: Diese Sachen kommen aus deinem Leben raus und ich garantiere dir, ich werde dir helfen, diese Dinge kommen aus deinem Leben raus, weil ich dich erziehen werde, weil ich dich prägen werde, weil ich dir neue Gelüste geben werde und du selber verlangen bekommst, rein zu werden und raus zu kommen aus diesen verkehrten Dingen.

Joh 3 lesen wir mal. Und da hast du eine Definition. Und wir brauchen immer Definitionen. Das heißt, wir müssen Begriffe genau definieren und genau beschreiben. Dann kommt Klarheit. Und das ist überhaupt die Taktik des Feindes in dieser Zeit der religiösen Verführung, in der wir leben – dass Begriffe umgedeutet werden!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (20:00 bis 25:00)

Nicht gleich „das Leben lassen“ – das kommt ganz am Ende. Das ist die hohe Schule des Leidens. Das ist die für Fortgeschrittene.

Aber es fängt erstmal mit diesen Dingen an: Ich soll Dinge tun, die keinen Spaß machen. Und ich soll das aushalten.

So, das ist unsere Berufung. Und wenn du, was ich jetzt aus Zeitgründen weglasse, einmal ein Bibelstudium machst, im Neuen Testament, „Leiden“ und „Glauben“ oder „Leiden und Wort Gottes“ – dann wirst du feststellen: Jesus und die Apostel haben sehr viel darüber gesagt. Sehr viel.

Aber das wird heute großenteils verschwiegen, mit der falschen Idee: Wir wollen ja die Leute nicht verschrecken. Das werden wir ihnen dann später sagen – aber dieses „später“ kommt nie.

Und wir wollen gleich am Anfang klare Linien legen und sagen, worum es geht.

So, Leidensbereitschaft ist eine Bereitschaft zum Gehorsam, auch wenn’s dich etwas kostet, auch wenn es schwierig wird, auch vielleicht sogar wenn es wirklich an die Substanz geht. Hier gibt es solche Beispiele:

Joh 9,22 – die Eltern von dem Geheilten …

Joh 9,22
Dies sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, dass, wenn jemand ihn (Jesus) als Christus bekennen würde, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte.

Meschenfurcht! „Wir werden ausgeschlossen“ – aber das ist uns verheißen! Wir werden gemieden. Vielleicht auf der Arbeit. Jemand anders, der nicht so qualifiziert ist und nicht so gut ist wie du, wird vorgezogen, weil du klare Kante zeigst, weil du sagst, wofür du stehst und was du glaubst.

Joh 12,42
Dennoch aber glaubten auch von den Obersten viele an ihn; doch wegen der Pharisäer bekannten sie ihn nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden

Ich habe mit etlichen Pfingst-Pastoren gesprochen, und die jammern und schütten ihr Herz aus und klagen, dass sie frustriert sind über ihren Verband und dass sie überhaupt nicht einverstanden sind mit der ganzen Sache mit der Ökumene und dass sie das ganz schrecklich finden, und die können lange und lange und breit mit mir darüber reden.

Und ich sage: Und als es zur Abstimmung kam, hast du deine Stimme erhoben? Hast du gesagt, wo du stehst und hast du gesagt, was das Wort Gottes?!

„Ja, neee, ich hab ja gesehen, was die mit den alten Haudegen gemacht haben, die noch für die Wahrheit gestanden haben, und da hab ich mir gedacht, das tu ich mir jetzt nicht an, und habe geschwiegen“.

Angst ausgeschlossen zu werden. Angst nicht mehr anerkannt zu werden.

Aber von wem möchtest du anerkannt werden? Ich möchte vom Vater im Himmel anerkannt werden. Und ich möchte, dass der Vater sich freut, dass ich zu seinem Sohn stehe – das ist mein Ziel, dafür habe ich mich entschieden. Und ob Menschen mich anerkennen und mich wunderbar finden oder mich schrecklich finden – das ist mir sowas von egal. Und ich habe einen Preis dafür bezahlt, für diese Freiheit, aber ich genieße diese Freiheit. Und ich möchte nie wieder in das charismatische Gefängnis zurück, in dem ich war. Und ich muss nicht auf irgendwelche Leute, weil ich von denen was will, Rücksicht nehmen. Sondern ich muss Rücksicht nehmen auf Jesus, den ich liebe, auf den Heiligen Geist und auf den Vater im Himmel – und auf sonst niemanden. Hallelujah.

Noch ein paar andere Versuche, diese Lernziele so ein bisschen zu umreissen bevor wir dann ins Detail gehen:

Ein Jünger muss lernen, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Für seine Worte, für seine Gedanken, für seine Fantasie, für seine Herzenshaltungen, für seine Verhaltensweisen. Und er hat sich hingegeben, alle diese Bereiche, die ich jetzt genannt habe, unter die Herrschaft Christi zu stellen. Christus regiert unsere Gedanken. Christus regiert unsere Fantasie. Christus regiert unsere Worte. Christus regiert unser Verhalten. Und Verantwortung zu übernehmen heißt auch, da, wo ich daneben bin, wo ich versagt habe, dass ich das nicht ignoriere, dass ich das nicht rechtfertige, dass ich das nicht schön rede, dass ich nicht anderen dafür die Schuld gebe und alles irgendwie umdrehe. Sondern einfach sage: Ja, das stimmt, das war nicht in Ordnung, ich hatte kein Recht, das zu tun. Und da, wo es Menschen betrifft und Menschen darunter gelitten haben, weil sie das erlebt haben, dass ich das „versagt“ habe – Verantwortung für mein Leben bedeutet: Ich gehe hin zu diesen Leuten und sage ganz klar, was gewesen ist, was ich gemacht habe, dass es nicht in Ordnung ist und ich bitte diese Leute um Vergebung.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (15:00 bis 20:00)

Und wenn einer das machen würde, wahrscheinlich, würde das Seminar aus Mangel von Teilnehmern ausfallen, weil die Leute denken, „Leidensbereitschaft?! Willigkeit zu Leiden?! Lass mich in Ruhe! Ich hab schon genug Stress!“

Aber wenn du das Evangelium studierst und das werden wir unserem Jünger in vielfältiger Weise als Aufgabe machen, dann mach ein Bibelstudium über „Leiden“. Was sagt die Bibel über Leiden, und dann wirst du feststellen: Leiden ist untrennbar mit Nachfolge verbunden. Und Leiden beginnt nicht da, wo jemand jetzt als Märtyrer stirbt, sondern Leiden bedeutet, etwas zu tun gegen sein eigenes Lustgefühl.

Und wie Peter Hahne das so schön gesagt hat: „Schluss mit Lustig“ – wir dienen hier dem Spaß-Gott.

Peter Hahne: Schluss mit lustig!: Das Ende der Spaßgesellschaft
https://www.amazon.de/Schluss-mit-lustig-Ende-Spa%C3%9Fgesellschaft/dp/3501051808

Und das ist das große Problem: Dass wir nicht verstanden haben, dieser mächtige Götze in unserer Kultur – wenn der nicht gestürzt wird im Leben des Jüngers, wird sich nichts ereignen. Die Leute tun das, wozu sie „Lust haben“.

Treffen Entscheidungen nach „das macht mir Spaß“ oder „das macht keinen Spaß“. Das siehst du ganz, ganz praktisch – mach eine Großreinemach-Aktion in der Gemeinde und kündige das an. Und dann merk dir die Namen derer, die nicht da sind. Und dann wiederhole das Ding das nächste Jahr und vergleiche die Listen. Und du wirst feststellen, es gibt bestimmte Leute, die sind immer nicht da zu solchen Aktionen.

Warum sind die nicht da? Weil die eine bestimmte Einstellung haben. „Ach, es ist so schönes Wetter. Das kam ja ganz spontan das schöne Wetter als ihr den Termin vor 6 Wochen angesetzt habt, da war ich ja noch einigermaßen bereit, aber dann am Samstag morgen war so ein schönes Wetter und da hatten wir uns doch vorgenommen, endlich mal den Garten oder grillen oder dies oder das – und dann kommt diese Reinmachaktion und das macht ja wirklich keinen Spaß“.

Entscheidungen danach zu treffen, heißt, ich lebe in Verantwortungslosigkeit. Ich will allen Segen mitnehmen von der Gemeinde, aber investieren und dafür etwas geben und Mitverantwortung übernehmen und Teil sein der Gemeinschaft und etwas geben – das brauche ich nicht.

Diese Gesinnung ist ein Greuel in Gottes Augen. Und eine Leiterschaft nach dem Herzen Gottes, die befreit ist von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit, wird das sehr klar ansprechen und wird sagen, was die Bibel über Faulheit zu sagen hat. Dass nämlich Faulheit die Tür aufmacht für den Fresser, für den Feind, für den Verderber, für Fluch, der ins Leben kommt.

So.

Apg 14,22
Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich6 Gottes hineingehen müssen.

Überleg einmal, das haben die den Neubekehrten erzählt! Wir würden sagen: Hej, mit solchem harten Tobak müssen wir noch ein bisschen warten. Die müssen erstmal „gegründet“ sein, die müssen erstmal wirklich voll angebissen haben, die müssen dabei sein – und dann später können wir vielleicht sowas sagen. Aber am Anfang einem Neubekehrten das zu erzählen, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich? Neee, dann läuft der weg! Dann hat der Angst, dann sagt der: Ne, das habe ich nicht gesucht, das wollte ich nicht.

Aber sie haben eine andere Sichtweise gehabt und sie haben ganz klar gesagt: Für den Glauben musst du leiden. Das gehört dazu. Und mach dich damit eins. Wie Petrus das sagt: Du bewaffnest dich – das ist eine Waffe – die Gesinnung, wie Christus gelitten hat, so werden wir auch leiden. Das ist eine Waffe, sagt Petrus.

1Petr 4,1
Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung

Warum ist das eine Waffe? Weil du aus deiner Angst „hoffentlich muss ich nicht leiden“ oder „ich könnte vielleicht leiden“ – aus der Angst machst du eine Gewissheit! Du wirst leiden! Gott wird dir helfen! Gott wird dir Gnade geben, aber vergiss jede Illusion, „vielleicht schaff ich es ja ohne Leiden irgendwie durchzukommen“ – du wirst nicht.

Wer Leiden vermeiden möchte um des Evangeliums willen, und das fängt ja an bei Entscheidungen treffen gegen das Lustgefühl, Entscheidungen treffen gegen „was ist populär?“ und nicht mehr darauf einzugehen, was werden die anderen denken? Was werden die anderen sagen? Wie stehe ich dann da?

Da fängt es ja an mit dem „Leiden“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (10:00 bis 15:00)

Und in welchen Bereichen dann die Treue ausgelebt wird, das kommt dann alles noch ein bisschen später. Jetzt einmal nur erstmal so allgemein.

Wenn wir Zeit hätten, aber ich erwähne es nur kurz und gehe jetzt nicht darauf ein, dann wäre 2.Petrus 1,1-10 eine exzellente Schriftstelle, um diesen ganzen geistlichen Entwicklungsprozess zu beschreiben.

2 Petr 1,1-10
1 Simon Petrus, Knecht1 und Apostel Jesu Christi, an die, welche den gleichen kostbaren Glauben wie wir empfangen haben an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus:
2 Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil in der Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus!
3 Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel in] Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch [seine] Herrlichkeit und Tugend,
4 durch welche er uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht,
5 so setzt eben deshalb allen Eifer daran und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis,
6 in der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Ausharren, im standhaften Ausharren aber die Gottesfurcht,
7 in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe.
8 Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, so lassen sie euch nicht träge noch unfruchtbar sein für die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.
9 Wem dagegen diese Dinge fehlen, der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen.
10 Darum, Brüder, seid umso eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung fest zu machen; denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen

Diese Textpassage ist aufgeteilt in zwei Bereich. Und zwar so wie auch viele Gemeindebriefe aufgeteilt sind: Teil 1 beschreibt das Werk der Erlösung: Was hat Jesus getan? Was bedeutet es, dass wir das Heil in Christus haben? Was hat er für uns getan? Und Teil 2 dann beschreibt, wie wir jetzt darauf zu reagieren haben, was auf unserer Seite notwendig ist, damit wir wirklich wachsen in der Gnade – so nennt es z.B. Petrus.

2Petr 3,18
Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen.

Und der Transfer der Segnungen, die uns schon geschenkt sind – sozusagen auf unserem himmlischen Konto sind – in unser Leben hinein, kommt durch Fleiss.

Wenn du diese Passage dir in Ruhe anschaust und das lohnt sich wirklich darüber nachzudenken, dann siehst du, was alles uns geschenkt ist, was wir haben, alles, was wir brauchen, ist da in Christus zur Verfügung, und jetzt entwickeln wir Fleiss. Wir entwickeln Fleiss. Und zu allererst, und das beschreib ich dann später, wahrscheinlich komme ich heute abend erst richtig dazu: Fleiss im Hinblick auf unseren Umgang mit dem Worte Gottes.

Das ist der Kanal, durch den der Segen Gottes fließt. Und wir geben uns hin, von diesem Wort jetzt geprägt zu werden. Und so kommt eins zum anderen. Aber es beginnt dieser ganze Prozess der Veränderung, beginnt mit Fleiss.

Und das heißt, wir werden unserem Jünger, den wir jetzt da trainieren, der gesagt hat: Du, ich komm mit meinem Christsein nicht weiter, ich hab nie Jüngerschaft gehabt, ich will jetzt in Jüngerschaft – wir werden ihm erklären: Bestimmte Dinge jeden Tag zu tun.

Und wir werden da sehr präzise, wir sagen nicht allgemein: „Du musst mehr Wort Gottes lesen“ oder irgendwas. Sondern wir erklären ganz genau, was und wie der das zu machen hat. Das ist unser Problem: Dass wir so in allgemeinen christlichen Klischees irgendwie uns äußern und wir denken, der versteht das ja schon. Definiere immer, was du meinst. Sag ganz genau, was du meinst. Statt zu sagen: „Ja, du musst Gott suchen“ – wir als Gläubige hoffentlich verstehen, was das bedeutet. Aber wenn da ein Neubekehrter ist, und du erzählst dem, du musst Gott suchen – der versteht überhaupt nicht, was du willst. Der denkt: Ja, wie – Gott suchen? Spielt der jetzt mit mir Verstecken oder wie soll ich ihn denn suchen? Wie soll das funktionieren?

So, wir werden ganz genau erklären, was da passiert und was er zu machen hat.

Und das ist das schöne an Jüngerschaft: Du bist gezwungen, Dinge präzise zu erklären und da merkst du oftmals, wie wenig du selber verstanden hast. Weil das, was du nicht verstanden hast, kannst du auch nicht erklären. Was du verstanden hast, kannst du erklären. Und Jüngerschaft ist immer eine wunderbare Gelegenheit selber zu wachsen und selber einfach zuzunehmen in der Gnade.

Okay, ein weiteres Lernziel, was wir haben, was wir sehen wollen, was wir entwickeln wollen, wozu wir den Jünger motivieren wollen, was hervorkommen soll in seinem Leben, ist etwas ganz, ganz unpopuläres bei uns Menschen, aber etwas ganz kostbares und wichtiges für Gott – und das nenne ich „Leidensbereitschaft“.

Darüber wird heute wenig gesprochen, schau einmal in die ganzen Ankündigungen von Konferenzen und Seminaren. Wie viele Seminare hast du schon gesehen, die angeboten worden sind, wo gesagt wird: Wir in diesem Seminar vermitteln wie man bereit wird, willig wird, für das Evangelium zu leiden?

Das macht keiner.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (5:00 bis 10:00)

So, ihr Lieben jetzt geht es weiter mit Jüngerschaft. Also nach diesen vorbereitenden Schritten ist dann unser Kandidat soweit und sagt: So, ich melde mich, ich will wirklich jetzt in Jüngerschaft genommen werden.

Okay, worum geht’s denn da überhaupt? Was wollen wir da tun? Und wir haben ein klares Ziel, das finden wir im Worte Gottes eben in dem bekannten Missionsbefehl. Und da hat Jesus die Apostel beauftragt, Jünger zu machen und sie zu lehren, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.

Mt 28
19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Und dann kommt diese wunderbare Verheißung. „Und siehe, ich bin bei euch bis zur Vollendung des Zeitalters“.

So, es geht darum, wir wollen hier nicht einen Menschen heranbilden, der viel, viel Bibelwissen hat, sondern der sich hingegeben hat und der praktisch dabei ist, diese Dinge, die er gehört hat, in sein Leben zu integrieren. „Alles zu bewahren“ – das bedeutet einfach, darauf zu achten, dass diese Dinge wirklich in seinem Leben sind.

So, einige grob formulierte Lernziele, die wir haben für den Jünger:

1) Ein Jünger soll – oder das macht einen Jünger aus – er hat eine Haltung der Belehrbarkeit. Er lässt sich etwas sagen.

Jes 50,40
Der Herr, HERR, hat mir die Zunge eines Jüngers1 gegeben, damit ich erkenne, den Müden durch ein Wort aufzurichten2. Er weckt mich, ja Morgen für Morgen weckt er mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören.

Das ist also eine Bereitschaft: Ich bin bereit, den Willen Gottes zu tun. Ich bin offen, und ich empfange das Wort des Herrn. Und Jünger hören ganz, ganz anders als andere Gläubige. Jeder Jünger ist ein Gläubiger, aber nicht alle Gläubige sind Jünger. Und es gibt Leute, die hören eine Botschaft in der Gemeinde und denken sofort: Ah, das könnte jetzt für den sein. Und das passt gut für den …

Und sie können sehr gut irgendwie alle Teile der Predigt verteilen und wissen immer für wen das ist. Aber komischerweise vergessen sie da eine Person dabei. Und das sind sie selber.

Denkt an diese Eingangsfrage, so wie die Gemeinde entstand: Mit Menschen, die hilflos sind und die sagen: „Was sollen wir tun?“

Apg 2,37
Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?

Die sagen nicht: Was sollen wir wissen?

„Was sollen wir tun?“ – es geht um das praktische Umsetzen des Evangeliums, um das geht es.

2) Dann ein zweiter Bereich: Den umschreib ich mal mit „Fleiß, Ausdauer, Beständigkeit, Treue“.

Das sind alles nicht so Vokabeln, die so besonders in Mode sind bei uns, aber das zeigt nur, dass wir andere Prioritäten haben als der Herr selber. Für den Herrn sind alle diese Eigenschaften extrem wichtig.

Und Fleiß bedeutet, sich hinzugeben, regelmäßig, täglich, bestimmte Schritte immer wieder zu tun und Ausdauer zu entwickeln, nicht müde zu werden, sondern das einfach zu einem Lebensstil werden zu lassen.

Treue ist ein Merkmal des Wesens Gottes. Gott schätzt Treue. Gott liebt Treue. Und Er möchte in unserem Leben Treue sehen. Und Treue kommt in unser Leben durch Entscheidung. Und das ist das Geniale. Wir sind als Kinder Gottes jetzt befreit und wir können in jede Richtung gehen, die wir wollen. Und wenn wir klug sind, dann sagen wir, wir wollen in die Richtung gehen, die Gott für uns hat. Und man kann so gebunden sein wie man will, man kann in so viel Kompromissen sein und so durcheinander sein in seinem Leben wie man will – nichts kann einen hindern zu sagen: Okay, ich entscheide mich, ich werde ein Mensch der Treue.

Niemand kann dich hindern. Da können Sündenbindungen sein, Abhängigkeiten, Süchte, da kann alles sein, aber trotzdem – niemand kann dich hindern zu sagen: Ich wähle jetzt die Treue.

Und aus dem wir viel, viel, viel Segen kommen. David sagt: Den Weg der Treue habe ich vor mich hingestellt.

Ps 119,30
Den Weg der Treue habe ich erwählt und deine Bestimmungen vor mich hingestellt.

Der hat genau überlegt, was will er für Werte kultivieren in seinem Leben und er hat sich für Treue entschieden. Und Treue ist etwas, was in den Augen Gottes extrem kostbar ist und wichtig ist und Treue wird, wenn das etwas ist, wofür wir uns entscheiden und wo wir sagen: Das wird Bestandteil meines Lebens und das kultiviere ich und das wird in 20, 30 Jahren immer noch Teil meines Lebens sein – das wird immer langfristig enormen Segen absetzen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (95:00 bis Ende)

Ist das nicht irre? Und was mich so schockiert, weil es eine Freikirche war: Es gab keinerlei seelsorgerliche Bemühungen. Es gab kein Beten, kein Fasten, kein Ringen, kein Kämpfen, dass dieser Mann aus den Klauen des Teufels rauskommt und wieder zur Wahrheit kommt und vernünftig wird. Sondern die ganze Gemeinde hat das akzeptiert – stell dir das einmal vor.

Da ist Bruder X, der geht jahrelang auf die Männertoilette, jetzt ist er eine Frau, jetzt geht er auf die Frauentoilette!

Wenn die Welt verrückt ist, verstehe ich das. Aber wenn die Gemeinde verrückt wird, da habe ich kein Verständnis mehr für. Und dann muss die Gemeinde umkehren. Und diese Probleme kommen auf uns zu, ihr Lieben. Das sind jetzt Einzelfälle. Die kommen auf uns zu und wir werden in Teufels Küche kommen wenn wir nicht klar sind im Worte Gottes. Wir werden in totale Probleme kommen.

So. Das sind die vier Schritte, die es braucht, dass jemand wirklich in Jüngerschaft genommen werden kann: Buße, Glauben, Taufe und Empfang des Heiligen Geistes mit nachfolgendem Reden in Sprachen. Das ist der Standard. Und wer da ist, den können wir jetzt herzlich einladen zur Jüngerschaft. Und die anderen laden wir ein, die fehlenden Schritte zu gehen, damit wir dann ihnen Jüngerschaft anbieten können. Aber wir gehen nicht diesen Prozess mit Menschen, die das noch nicht als Voraussetzung haben.

Und danach dann geht es los. Und was sagt die Bibel als die Gemeinde geboren wurde und die Leute sich bekehrt haben, getauft wurden, den Heiligen Geist empfangen haben? Was sagt es dann? Sie blieben in der Lehre der Apostel.

Apg 2,42
Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.

Das ist das Merkmal von Jüngerschaft: Sie blieben in der Lehre der Apostel. Und wie das aussieht und wie das praktisch funktioniert und was das alles beinhaltet, das geht dann heute Nachmittag dann.

Und ich will nochmal erinnern: Nach dem Nachmittagsteaching gibt es Gelegenheit für Fragen. Zu diesem Komplex hier und zum herrlichen weiten Thema Gemeinde und Christsein in dieser Zeit und im Allgemeinen.

Vater, wir danken Dir für Dein Wort, das schneidet, das klar ist, das schockiert, aber auch das Bewunderung und Dankbarkeit hervorbringt, dass Du unser Gott bist, der sich nicht wandelt, auf den wir uns verlassen können, der sein Wort hält. Vater, wir danken dir für Jesus. Wir danken dir für das heilige Wort. Wir danken dir für den Heiligen Geist, der sich um uns bemüht und der uns in alle Wahrheit führen will. Wir danken dir. Und hilf uns zu verstehen, was du sagst und damit richtig umzugehen. Danke für deine Geduld. Danke für deine Gnade. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (90:00 bis 95:00)

Ich stelle mich über das Wort. Ich stelle mich über Gott. „Ja, in der Bibel steht, ich weiß, ABER …“ – und dann kommen irgendwelche Begründungen. „So haben mir das meine Eltern beigebracht“, „so glaubt das meine Gemeinde“, „so wurde das immer gemacht“.

Das sind alles Dinge, die nicht stichhaltig sind. Und die eines Tages zusammenbrechen werden.

So, nach diesen vier Schritten …

1) Buße/Umkehr
2) Glauben
3) Wassertaufe
4) Geistestaufe inkl. Sprachenreden

… ist jemand bereit für Jüngerschaft. Und wenn einer von diesen Schritten fehlt, und das siehst du bei Paulus, dann geht er zurück und sagt, wie ist es denn mit dem Schritt davor? Er merkt, die sind gar nicht geisterfüllt. Er weiß aber, das sollte so sein. Also fragt er nach: Ja, wie ist es denn mit Taufe?

Und dann stellt er fest, Taufe im Sinne der Lehre der Apostel, also Taufe auf den Tod Jesu und diese Identifikation mit dem Begraben-Sein und Auferstanden-Sein mit Christus hat nicht stattgefunden. Die haben nur die Taufe des Johannes. Das war eine Taufe zur Buße. Das wurde für eine kurze Zeit verkündigt und war eine Vorbereitung für das Kommen des Messias in Israel.

Aber als Jesus gekommen war, war fertig mit der Taufe von Johannes. Und das spielte keine Rolle mehr. Nur weil sie noch nicht diese Kommunikation hatten, deswegen gab es auch Christen wie Apollos, die haben an diesen Dingen festgehalten, weil die das nicht besser gewusst haben.

Und was macht jetzt Paulus? Das ist ja sehr interessant, weil die Taufe des Johannes ist von der Form her das selbe wie die Taufe auf den Name Jesu: Untertauchen im Wasser. Das ist dasselbe. So, Paulus hätte doch klugerweise und um umweltfreundlich zu denken, um Wasser zu sparen, der hätte doch jetzt sagen können: Pass auf, ihr habt’s ja schon, nur ihr habt das fälschlicherweise Taufe des Johannes genannt, jetzt stelle ich euch ein neues Dokument aus, ihr kriegt jetzt einen Taufschein und ihr seid jetzt getauft, so rückwirkend deklarieren wir das Ding um, und ihr seid jetzt getauft.“

Wär doch cool gewesen, oder?

Ne! Er hat gesagt: Ihr seid gar nicht getauft, ihr müsst jetzt getauft werden.

„Ja, aber wir haben doch die Taufe des Johannes!?“

Ich rede von Gehorsam gegenüber Christus, ihr müsst getauft werden, jetzt ist die Gelegenheit.

Der ließ da nicht mit sich diskutieren, der hat nicht gesagt, okay, wenn ihr unbedingt wollt. Heute gibt es schon Diskussionen, dass wir Leute als Mitglied aufnehmen, die aus der evangelischen Kirche kommen und die da besprenkelt sind und die darauf bestehen, dass das ihre Taufe ist. – Na, dann lassen wir sie zu ihren Bedingungen, warum denn nicht?

Im freikirchlichen Bereich gibt es schon solche Überlegungen. Die Baptisten sind da schon sehr weit fortgeschritten.

Warum tun die das? Weil sie keinen Respekt haben vor einem heiligen Gott. Weil sie keinen Respekt haben vor dem Wort Gottes. Weil sie nicht wirklich glauben, dass das der Wille Gottes ist. – „Das ist nur eine Empfehlung, das ist nur Geschichte“. Das ist der Grund, warum sie sich so etwas trauen. Und dafür plädieren – stell dir mal vor, die Baptisten geben ihre Taufe auf! Das ist ja, was die ausmacht! Die haben ja nichts, womit sie sich identifizieren außer die Taufe.

Und die sind bereit, das aufzugeben.

Johann Gerhard Oncken hat sich mit Eiern bewerfen lassen auf der Straße für die Taufe. Die sind ins Gefängnis gegangen, weil sie sich haben taufen lassen. So rigide war Preußen damals. Wer ausbricht aus der landeskirchlichen Vorstellung, der geht ins Gefängnis. Das war damals und das ist noch nicht lange her.

Und heute biedern sie sich an an die Landeskirche und plädieren dafür: Du, wenn der das unbedingt so sieht und wenn er sagt, das hat Gott mir so gezeigt und Gott akzeptiert das und deswegen müsst ihr das auch akzeptieren.

Siehst du diese Denke? „Ich stelle neue Regeln auf“. Das ist dasselbe wie: Ein Junge sagt: Ich bin aber ein Mädchen und ihr müsst mich jetzt alle als Mädchen ansehen und ihr müsst mir erlauben, auf die Mädchentoilette zu gehen.

Weil er im Irrtum ist, müssen wir jetzt alle seinen Irrtum mitmachen oder wie?

Das kann doch nicht wahr sein! Der Junge braucht Hilfe. Und es ist eine Tatsache, dass ein Großteil von Kindern, die diese Idee haben, sie sind im falschen Körper geboren worden – nach ein paar Jahren ergibt sich das alles.

Und heute plädieren Leute schon für Geschlechtsumwandlung von Minderjährigen. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf!

Aber nicht nur draußen. Ich kenne eine Gemeinde und da war ein Mann und der hat eines Tages seiner Familie erzählt, er wird sich jetzt umoperieren lassen als Frau. Seine Teenagerkinder waren geschockt, waren in Tränen. Haben gesagt: Aber Papa, dann haben wir dich ja nicht mehr als Papa!

Und weißt du, was er sagt? Da siehst du den Irrsinn! „Ich werde immer euer Papa sein“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (85:00 bis 90:00)

Wie können wir uns anmaßen, etwas, was Gott nicht „Taufe“ nennt, nennen wir „Taufe“? Und damit wir dann nicht anecken und den Frieden in der Stadt nicht stören und den ökumenischen Einheitsprozess – deswegen treffen wir uns dann mit dem Pfarrer und wir akzeptieren sein Verständnis von Taufe, dass die Bibel ablehnt? Hallo, wo gibt’s denn sowas?

Wo gibt’s denn sowas?

Um Frieden zu haben, verzichten wir darauf, zu sagen, „du, weißt du, was ich für dich bete, ist, dass der Herr dir die Augen auftut und dass du Buße tust über diese Irrlehre, über diesen religiösen Betrug, den du glaubst und den du praktizierst, indem du andere besprenkelst und ihnen dann hinterher ein Papier in die Hand drückst und sagst, sie sind jetzt Kinder Gottes und sie gehören zur Familie Gottes. Ich bete, dass Gott dich schockiert über die Anmaßung und dass das Wort endlich mal das Wort sein darf in deinem Leben“.

Aber da ist natürlich Schluss mit Ökumene. Da wirst du nicht mehr eingeladen. Dank sei Gott: Einen lästigen, sinnlosen, fruchtlosen Termin weniger!

Aber wir wollen es allen recht machen. Schließlich sagst ja das Evangelium: „Seid nett zueinander“.

Nein, das sagt es eben nicht! Jesus ist nicht gekommen, Frieden zu bringen. Jesus ist gekommen, um das Schwert zu bringen.

Mt 10,34
Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Ja, wie? Das versteh ich nicht – er ist doch der „Friedefürst“?!

Jes 9,5
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst

Und der Friedefürst sagt: Denkt nicht, ich bin gekommen, Frieden zu bringen – ich bin gekommen, das Schwert zu bringen.

Ja, wie jetzt? Schwert oder Frieden?

Wenn das Schwert Gottes in unserem Herzen und mit denen, mit denen wir Gemeinschaft haben, sein Werk getan hat, dann kommt Friede.

Der Friede kommt, NACHDEM das Schwert zugeschlagen hat. Und das Schwert schlägt erbarmungslos zu – auf alle religiösen und teuflischen Lügen, die überhaupt nur auf dem Markt zu finden sind. Das ist das Schwert des Geistes.

Das macht keine Verbeugung und sagt: Achja, ich hab Respekt vor deinem Glauben wie das heute so gefordert wird.

Und lasst mich das einmal sagen: Ich sehe es jetzt schon, obwohl es erst wenige Jahre her ist: Seid der BfP diese Entscheidung getroffen hat, zur Gastmitgliedschaft in der ACK, geht es mit dem BfP bergab – und zwar steil und rasant.

Damit kannst du machen, was du willst, mit dieser Aussage.

Und lasst uns nicht sagen: Ja, wir haben ja mit der Entscheidung, die da oben getroffen – wir haben ja damit nichts zu tun. Doch, ihr sitzt im selben Boot! Ihr sitzt im selben Boot! – Ja, aber ich hab die Entscheidung nicht getroffen! – Aber du trägst sie mit! – Ja, wie? – Indem du mit dabei bist.

Was heißt es nachher? An den Gläubigen, die denken, sie können noch einen Dienst tun in der Hure? Und sie können da noch Leute erretten und sie können da noch Leute erreichen? Gott sagt: Geht raus aus Babylon, damit ihr nicht der Sünden von Babylon teilhaftig werdet. Damit ihr nicht unter dieses Gericht kommt.

Off 18,4
Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt!

Ja, aber warte mal, Gott, wir waren ja nicht da drin, weil wir das geglaubt haben, wir waren da nur drin, um die anderen zu retten! – Ach, dann geht das Gericht an dir vorbei. – Ist das so?

Die müssen raus, weil sonst das Gericht Gottes sie trifft! So, da siehst du, bloße Zugehörigkeit kann fatal sein.

Hallo.

Also, machen wir mal unsere Reihenfolge weiter – wir müssen ja endlich mal zu „Jüngerschaft“ kommen.

Punkt 3 ist Taufe.

Was hat Petrus dann als nächstes gesagt?

Apg 2,38
Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Das ist Punkt 4.

So, wenn ein Mensch sich wirklich bekehrt hat, göttlichen Glauben empfangen hat, sich hat taufen lassen und den Heiligen Geist mit der ersten und anfänglichen Erfahrung des Redens in neuen Zungen – und ich spare mir das jetzt, aus dem Wort Gottes jetzt zu beweisen, dass es so sein muss – wer das erlebt hat, der ist bereit für Jüngerschaft.

Und versuche niemals Seelsorge zu machen, versuche niemals Jüngerschaft zu machen mit jemandem, der diese 4 Schritte nicht gegangen ist. Weil die Verweigerung einen dieser Schritte zu gehen, heißt: Dieser Mensch ist immer noch in Unabhängigkeit. Ist immer noch: Ich weiß es besser. Ist immer noch in der Haltung, „was das Wort sagt, ist mir egal – ich mache es so wie ich will“.

Und wie heißt das biblisch?

Stolz.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (80:00 bis 85:00)

Wie sagt das Paulus? „Ihr seid teuer erkauft!“, „ihr gehört euch nicht mehr selber“.

1Kor 6,20
Denn ihr seid teuer erkauft

1Kor 6,19
Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?

Das theologische Problem der Raucher, die wir haben in der Christenheit – und mir scheint, es werden immer mehr, und immer mehr Gemeinden sind von Erbarmen gepackt und stellen da Aschenbecher hin. Aber das ist kein Erbarmen, das ist erbärmlich! Das theologische Problem der Raucher ist, sie glauben nicht, dass ihr Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Sie glauben das nicht.

Sie glauben nicht, dass sie sich nicht mehr selber gehören, sie glauben das nicht.

Weil wenn sie das glauben würden, dass ihr Körper jetzt Gott gehört, sie müssten für jede Zigarette beten um eine Erlaubnis. Das tun sie aber nicht. Mit aller Selbstverständlichkeit rennen die in die Pause im Seminar und holen ihre Zigaretten raus und qualmen da draußen. Und dann kommen sie wieder rein und dann singen wir das Hallelujah, Teil 2.

Ja, hallo?!

Und ich hacke nicht immer nur auf Rauchern rum, mir geht’s genau so, aber das ist halt nicht so sichtbar – Pornografie und so viel anderes. Und die Gier nach Geld und nach Reichtum und all diese Dinge. Und das ist, warum man nicht vorwärts kommt. Das ist, warum man nicht wachsen kann. Das ist, warum Gott keinen Raum hat in uns. Weil dieser Raum schon belegt ist. Vorhin haben wir gesungen – oder war es gestern? „Füll diesen Raum“.

Ja, welchen Raum soll Gott füllen? Den Raum in unserem Herzen! Wenn Gott da nicht alles ausfüllt – er ist nicht an diesem Gebäude interessiert. Er ist an unseren Herzen interessiert. Und ich sage es immer: Das Maß der Gegenwart Gottes – und gestern habe ich ein bisschen gesprochen über die Gegenwart Gottes, die spürbar sich manifestieren will, so dass wir in Ehrfurcht vor Gott stehen, in Anbetung versunken sind, Zeit und Raum vergessen, vergessen, dass wir in einer Versammlung sind, aber wir sind in der himmlischen Sphäre und wir stehen vor Gott und wir atmen diese kristallklare, erfrischende, belebende Himmelsluft ein. Weiß jemand, wovon ich spreche?

Wahrscheinlich viele nicht.

Das ist die Gegenwart Gottes. Und jetzt: Das Maß, die Intensität der Gegenwart Gottes in einer Gemeinde hängt von einer einzigen Sache ab: Und das ist das Maß der Reinheit der Herzen. Davon hängt das Maß der Gegenwart Gottes ab.

Wie kann man das erklären? Ich bin in einer Stadt, bin in einer Gemeinde, diene dort und sagen wir mal, da ist der Himmel offen und die Gegenwart Gottes ist da. Und am Abend bin ich in der Nachbargemeinde in derselben Stadt und der Himmel ist wie aus Beton. Und es ist kalt, es ist leblos, es ist mechanisch, es ist runtergespult – eine leblose Routine, und kein Gott ist da. Wie kommt das? In derselben Stadt? Ich meine, für Gott wäre es doch nur ein Schritt oder vielleicht noch weniger als ein Schritt. Warum ist Er da und warum ist Er da nicht?

Die Herzen!

Mt 5,8
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

Und das ist nicht im Himmel – hier, jetzt sollen wir Jesus und Seine Herrlichkeit sehen. Das ist, was das Wort sagt.

Also …

1.) Buße, das heißt: Umkehr. Und 2.) Glauben. Gott schenkt Glaube, dass Jesus für mich bezahlt hat, dass Er meinen Platz eingenommen hat.

Dann der dritte Punkt: Taufe.

„Ja, aber warte mal, ich bin ja als Kind schon besprenkelt“. Wer das sagt, hängt in Religion, aber nicht an Christus.

Was interessiert Gott deine Babybesprenkelung, die Ihm nichts bedeutet. Die ein lebloses Ritual war, vermutlich der Pfarrer, der das durchgeführt hat, hat selber auch nicht geglaubt. Und wo ist das im Worte Gottes, dass Babies besprenkelt werden und das nennt man „Taufe“?

Wenn Gott Gott ist und Gott hat Christsein erfunden, dann hat doch Gott das Recht zu sagen, was Taufe ist, nicht wahr?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (75:00 bis 80:00)

Lies einmal Bücher von vor 200-300 Jahren. Lies mal was von den Puritanern (z.B. John Owen, John Bunyan, Richard Baxter, [Wikipedia-Liste]), lies mal was von Charles Finney (1792-1875) oder anderen Leuten wie die Evangelium verstanden haben. Oder nur ein bisschen zurück: Charles Spurgeon (1834-1892). Ihr Verständnis von Glauben ist so anders als unser Verständnis von Glauben heute. Und das meiste Zeugs auf unseren pfingstlich-charismatischen Büchertischen, was da heute liegt, spielt in 5 Jahren schon keine Rolle mehr und neues Zeug liegt da. Aber es gibt Klassiker, die Menschen geschrieben haben, die tiefe Erfahrungen mit Gott gemacht haben und diese Bücher wird es auch noch in 50 Jahren geben wenn Jesus nicht wiedergekommen ist, und die sind uralt. Und sie sind so klar und so kraftvoll, aber wir mögen lieber das inhaltslose, moderne, neumodische Zeugs.

Und überhaupt, mach mal eine Analyse, geh mal durch diese Kataloge, die da immer so kommen und schau mal, was da angeboten wird. Wie wenig gibt es da über „Heiligung“, wie wenig gibt es da über „Demut“. Ich meine, dass ich mich recht gut auskenne im christlichen Büchermarkt, und ich kenne 3 bis 4 verwertbare, empfehlenswerte Bücher über Demut. Und doch ist das das einzige, was Jesus sagt, was wir von ihm lernen sollen.

Mt 11,29
Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und „ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen“;

Und der Markt ist voll: „wie werde ich glücklich?“, „wie werde ich reich?“, „wie werde ich erfolgreich?“, und wie kann ich das, und wie kann ich das, und wie kann ich meine Träume erfüllt sehen und wie kann ich ein gutes Leben führen und dieses ganze Zeugs – der Büchermarkt ist voll davon.

Und dann: Romane über Romane!

Und ich sage immer zu Jüngerschaft dann, später kommt ein Punkt: Was liest der überhaupt? Und was soll der jetzt lesen? Romane abgesetzt!

Warum bin ich gegen Romane? Romane handeln von erfundenen Personen, die es nie gegeben habt, die Geschichten erlebt haben mit einem Gott, die sie nie erlebt haben.

Und deswegen kann ich Roman niemals dazu führen: „Gott! Da lese ich, was der mit Dir erlebt hat und was Du für den getan hast – Du bist derselbe heute, gestern und in alle Ewigkeit – und ich bin auch dein Kind, und jetzt tue etwas für mich und komm in mein Leben und änder mein Leben und erweise dich und gib mir etwas, was echt ist vom Himmel – so wie dieser Mensch das erlebt hat!“

Kannst du nicht machen nach einem Roman. Wenn du aber eine Biografie liest, das ist eine andere Geschichte. Da kannst du sagen: Diese Person hat existiert, diese Person hat wirklich mit Gott gelebt und Gott ist keiner, der die Person ansieht – Gott, hier bin ich, tue etwas mit meinem Leben!

Und wahrscheinlich das erste, was Er sagen würde: „Jetzt tust du erstmal was mit deinem Leben“ – und dann geht’s ans Aufräumen. Da geht’s ans Eingemachte.

Hallelujah. So, wenn der Anfang verkehrt ist, ist alles, was man darauf aufbaut, verkehrt. Du kannst morgens schlaftrunken aus dem Bett torkeln und kannst irgendwie noch im Halbschlaf dein Hemd irgendwie knöpfen. Mir ist egal wie perfekt deine Knöpftechnik ist, wenn du mit dem falschen Knopf in dem falschen Knopfloch anfängst, spätestens oben merkst du, dass irgendwas nicht passt. Da kannst du nicht sagen: Ja, aber die dazwischen habe ich gut geknöpft.

Du hast falsch angefangen und alles, was du darauf aufbaust, ist verkehrt. Und viele Leute müssen noch einmal ganz von vorne anfangen und brauchen eine Begegnung mit Gott und müssen fragen: „Was sagt Gott wirklich, was ist sein Wille?“

Und das ist mein Gebet, dass Gott eine ganze Armee von Predigern aufweckt im Geist des Elias, die durch die Gemeinden gehen werden und Leute herausfordern mit dem wahren Evangelium und die ganzen modernen, falschen, flachen, seichten Versionen von Christsein, die diesem Wort widersprechen, zerfetzen. Das ist mein Gebet. Das ist auch mein Gebet für den BfP und für andere pfingstlich-charismatische Gemeinden, dass wir den Unterschied erkennen zwischen dem echten und dem menschlich-seelischen-teuflischen Imitat. Dass wir den Unterschied kennen aus Erfahrung, weil der Heilige Geist uns die Augen aufgetan hat.

Und Menschen, die das erlebt haben: Kapitulation – „ich bin total unwürdig, wenn Gott mich in die Hölle werfen würde, es wäre absolut gerecht, und ich könnte ihn nicht anklagen und ich verdiene gar nichts. Aber Jesus hat für mich bezahlt, und ich gehöre jetzt ihm“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (70:00 bis 75:00)

„Ja, aber mein Vater erwartet, dass ich die Firma übernehme?!“

Du gehörst jetzt Jesus! Und du bist nicht dafür da, die Erwartungen deines Vaters zu erfüllen. Du bist dafür da, die Erwartungen deines Vaters im Himmel zu erfüllen! Das ist Bekehrung.

Und so lange Leute Bedingungen haben, so lange Leute auf die Bremse treten: „Ich will schon, ABER …“ – sind sie in den Augen Gottes noch nicht bekehrt. Aber geliebt! Und wir predigen ihnen das Evangelium und wir laden sie ein. Aber wir laden sie ein zu der Nachfolge wie sie in der Schrift verkündigt wird und wie Jesus es gelehrt hat.

Was war die Botschaft?

Apg 2,38
Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen14 auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Das ist, was Petrus geantwortet hat auf die Frage: Was sollen wir tun?

Petrus hat genau gewusst, was diese Leute zu tun haben und hat es ihnen auch klipp und klar gesagt. Und es fängt an mit Buße. Was er hier nicht gesagt hat, weil das eine Sache ist, die Gott gibt, wie Gott reagiert auf die Buße – das ist Glauben. Jesus hat gesagt: Tut Buße und glaubt an das Evangelium.

Mk 1,15b
Tut Buße und glaubt an das Evangelium!

Wer wirklich Buße tut, wer umkehrt, wer kapituliert, wer alles loslässt, dem schenkt Gott die übernatürliche Gabe zu glauben. Alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt – unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

1Joh 5,4
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.

Wirklicher Glaube ist etwas übernatürliches. Nichts dramatisches nach außen, aber es ist absolut übernatürlich und es ist sehr, sehr durchgreifend oder transformierend im Herzen. Gott schenkt übernatürlichen Glauben. Und viele Leute versuchen auf menschlicher Ebene sich einen Glauben zusammen zu basteln – nach der Art: „Die haben gesagt, wenn ich das Übergabegebet spreche, dann bin ich Kind Gottes. Ich hab das Übergabegebet gesprochen, also schließe ich jetzt daraus, ich bin Kind Gottes“. Was ist das? Eine logische Schlussfolgerung. Aber das ist kein Glaube. Das ist eine Konstruktion im Hirn, aber das ist nicht Glaube. Glaube ist im Herzen: Ich weiß, ich bin Kind Gottes. Ich weiß, ich gehöre Ihm.

Als Jesus erschienen ist in meinem Leben und mich gepackt hat und herausgerissen hat aus diesem Dreck, ich kannte keine christliche Sprache, gar nichts. Aber als ich durch war in dieser Nacht, ich wusste, dass ich wusste, ich bin angekommen. Ich gehöre jetzt zu Gott. Wonach ich immer gesucht habe – habe ich gefunden. Ich weiss jetzt, wofür ich lebe. Und den Rest meines Lebens werde ich jetzt für Jesus leben. Das wusste ich vor 42 Jahren. Das Alte ist vorbei – ich werde nie wieder in diesen Schmutz gehen, in diese schrecklichen Dinge, ich werde das nie wieder anrühren, ich will nichts mehr damit zu tun haben, jetzt heisst es nach vorne schauen – ich gehöre Gott und mein Leben.

Ich hab keine Ahnung gehabt, was das bedeutet, und wie das aussehen wird, aber mein Leben gehört Jesus. Das habe ich gewusst. Und das ist Bekehrung. Und das fehlt so vielen Leuten.

Du sagst: Ja, was können die dafür?!

Ich würde sie anleiten zu beten, dass der Heilige Geist sie überführt von ihrer Sünde. Und ich würde auf der Grundlage des Wortes – wenn ich in der Leitung wäre – über Sünde predigen. Und der Heilige Geist benutzt das Wort Gottes und Menschen werden überführt. Und dann verstehen sie, was Jesus für sie getan hat.

Wer die gute Botschaft ergreifen will, muss zuvor die schlechte Botschaft hören.

Geh auf die Straße: „Jesus ist für dich gestorben“ – „Na und?“

Das bedeutet den Leuten nichts. Warum bedeutet ihnen das nichts? Weil sie nicht verstehen, sie sind verloren. Wenn sie verstehen, sie sind verloren und Gott als gerechter Gott muss sie und wird sie in die Hölle werfen – wenn sie das verstehen – und dann sagst du: „Und Jesus hat deine Schuld auf sich genommen, er hat die Strafe getragen, damit du Frieden haben kannst“ – dann ist das eine gute Botschaft.

Wer seine Sünden nicht sieht, dem kannst du sagen: Jesus ist für dich gestorben – das nützt ihm überhaupt gar nichts. Da sagt er: Okay, so what? Viele Leute sind gestorben. Und wenn sie auch für mich sterben – interessiert mich nicht.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (65:00 bis 70:00)

Siehst du, dass das was anderes ist als „wer möchte bitte Jesus annehmen?“ – Orgelspiel noch ein bisschen – und ich frage noch einmal, und ich frage jetzt zum letzten Mal: „Und wer möchte denn gerne – heb doch mal deine Hand, es ist auch gar nicht schwer“ – oder wir sprechen alle zusammen das Übergabegebet noch einmal, und jeder, der sich jetzt neu bekehren will, der spricht das mit uns mit, es ist ganz einfach, kostet doch gar nichts.

Siehst du den Unterschied? Und viele Leute sind hineingerutscht mit einer halben oder Viertel oder 2/3-Bekehrung, aber nie wirklich durchgebrochen, nie einen Schnitt gemacht, nie das Alte hinter sich gelassen.

Und du sagst: Ja, aber du hast eine radikale Bekehrung, du warst in Finsternis, du warst in Okkultiusmus, das verstehen wir ja, aber unsere Gemeinde-Kids, das ist eine andere Sache.

Mein Sohn ist aufgewachsen in unserer Familie und er brennt und er ist radikal und er hat gebrochen mit allem Alten und ist das nicht irgendwie so reingewachsen und macht das einfach so mit wie die Familie ihm das vorgemacht hat. Und die anderen Kinder – sie lieben Jesus, sind erfüllt vom Heiligen Geist und die wissen, worum es geht.

Natürlich ist seine Bekehrungsgeschichte eine andere als meine, ganz klar, aber er weiß, worum es geht. Und er weiß, es geht um Hingabe, es geht um Gehorsam, es geht um Furcht des Herrn, es geht darum, Gott kennen zu lernen und Gott zu lieben von ganzem Herzen. Und das weiß er wiewohl er christlich erzogen worden ist.

Apg 26,17 – hier beschreibt Paulus, was er für eine Berufung bekommen hat.

Apg 26
17 Ich werde dich herausnehmen aus dem Volk und den Nationen, zu denen ich dich sende,
18 ihre Augen zu öffnen

Guck mal, was da steht. Er nimmt ihn heraus aus den Nationen, aus dem Volk und den Nationen, zu denen ich dich sende.

Ja, wie? Er nimmt ihn heraus und dann zu denselben sendet er ihn zurück?! Ganz genau! Da ist ein Schnitt, da ist ein Bruch – wir sind nicht von der Welt, wir sind nur in der Welt. Also „zu denen ich dich sende“ – was war sein Auftrag?

Apg 26,18
ihre Augen zu öffnen, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Macht des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der Sünden empfangen und ein Erbe unter denen, die durch den Glauben an mich geheiligt sind.

Hier siehst du wieder: Von der Macht Satans bekehren zu Gott. Und damit das geschehen kann, muss man ihnen die Augen auftun. Das redet von Fürbitte und geistlichem Kampf. Die Leute können sich nicht bekehren, weil ihre Augen zu sind, weil sie hören, aber sie verstehen nichts, sie sehen, aber sie sehen nichts.

Und das ist der Auftrag der Gemeinde: Menschen in der Kraft des Heiligen Geistes in vollmächtigem, offensiven Gebet, in Autorität über die Mächte der Finsternis herauszureißen aus dieser Welt – das ist die Aufgabe der Gemeinde. Und ohne intensive Fürbitte, ohne Glauben, ohne heiligen Lebensstil und ohne Fasten funktioniert so etwas nicht! Das ist die Wahrheit der Bibel.

Es braucht Bekehrungen, dass Menschen wirklich sagen: Das war das alte Leben und das ist das neue Leben. Und nicht dieses so Hineinschleichen in die Gemeinde. Wir haben so viele Leute, die hineingeschlichen sind in die Gemeinde, die noch nie konfrontiert worden sind mit einem heiligen Gott. Die noch nie zusammengebrochen sind vor Ihm, die noch nie kapituliert haben, die noch nie gesagt haben: Du bist Gott, ich bin nicht Gott – hilf mir, nicht wieder in Selbstvertrauen und in die eigene Besserwisserei hineinzukommen – hilf du mir, wirklich Dich ernst zu nehmen.

Und das ist, warum es klemmt in den allermeisten Gemeinden. Und dieses Problem wird gelöst durch Jüngerschaft. Durch Jüngerschaft, in dem Leute angeleitet werden jetzt zu einem neuen Lebensstil, wird diese halbe oder vielleicht nie stattgefundene Bekehrung endlich passieren. So, es beginnt mit Kapitulation: „Du bist Gott, meine Karrierepläne lege ich hin, meine Heiratspläne lege ich hin. Wenn du willst, dass ich ledig bleibe, bleibe ich ledig.“ Oder wenn Ehe für dich ein Horror ist: „Wenn du willst, dass ich heirate, ich werde auch heiraten. Du bist Gott, ich bin nicht Gott. Du bestimmst jetzt in meinem Leben. Wenn du mich in andere Nationen senden willst, du kannst machen, was du willst, mit meinem Leben. Ich gehöre dir“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (60:00 bis 65:00)

Und nach Wochen von Gebet ist diese Frau zum ersten Mal in die Gemeinde gekommen. Und die Gegenwart Gottes war so stark da, und sie sagt: So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich weiß nicht, was das ist, aber ich spüre hier etwas – das ist eine Power, die ich nie gekannt habe.

Sie war berührt von Gott, sie hat sogar Tränen vergossen. Wir denken – Hallelujah, jetzt schnell das Übergabegebet und zack und fertig und wieder einen gewonnen.

Sie kam zum zweiten Mal und die wollte sich bekehren und die Leiterschaft hat gesagt: Nein. Du bekehrst dich noch nicht, wir beten nicht mit dir. Du kommst weiter, du liest jetzt Johannes-Evangelium. Du betest, dass Gott dir deinen Sünden offenbart. Du betest darüber, was es bedeutet, wenn du Jesus nachfolgst und was das für Veränderungen mit sich bringt, was das mit deinem Hexenladen zu tun hat und wie das alles weitergehen soll – du überschlägst die Kosten.

Und das hat vier Wochen gedauert, wo man sie hingehalten hat und gesagt hat: Noch nicht. Noch nicht. – Überlege wie geht es mit diesen Sachen, überlege das, überlege das. Verwandtschaft, dies und das. Bist du bereit?

Und nach vier Wochen war die bereit und dann haben sie mit der gebetet und die hat sich bekehrt und die haben ein Haus geräumt, den ganzen Müll, die ganzen Bücher, die ganzen Zaubersachen, alles verbrannt bis auf so ein paar Klangschalen, die konnte man nicht verbrennen, die musste man dann zerdeppert mit einem Hammer kaputt schlagen.

Die hätte die noch für tausende von Euro bei Ebay verkaufen können! Und was hat die Leiterschaft gesagt? – Vernichten! Alles vernichten!

Ja, ist das nicht ein bisschen krass? Ich meine, jetzt habe ich schon alles aufgegeben und ich gebe meinen Laden auf, ich könnte doch wenigstens ein paar tausend Euro noch aus dem irgendwie noch ein bisschen Gewinn ziehen und das kann ich ja auch dann verzehnten und …

Es muss ein radikaler Schnitt vollzogen werden mit der Vergangenheit, ein radikaler Bruch!

Als ich mich bekehrt habe, da gab es noch LPs. Kennst du die? Solche großen Scheiben? Und dutzende von Scheiben von dieser Teufelsmusik habe ich eigenhändig über meinem Knie zerbrochen. Da gab es noch nicht Ebay, aber da war auch die Idee: Hej, das kann ich doch meinen Kumpels verkaufen für einen guten Preis.

Nein – das muss weg! Ich kann doch nicht Teufelsmusik, von der ich weiß, die macht Leute irre im Kopf, noch anderen Leuten verkaufen, das kann ich doch nicht machen.

Jedenfalls – diese Frau und ihr Mann haben einen radikalen Schnitt vollzogen. Und das ist letzten Sommer passiert. Und sie berichten mir, und ich hab sie auch schon gesehen und werd sie in drei Wochen wiedersehen – die geht ab wie eine Rakete. Sie wächst und sie hat schon viele Leute in der Gemeinde in den Schatten gestellt durch ihre Hingabe, durch ihre Entschiedenheit, durch ihre Radikalität, durch ihre Klarheit. Und der Heilige Geist ist mir ihr und gebraucht sie. Und sie hat schon eine andere Frau, eine Kollegin aus ihren Esoterik-Kreis schon in die Gemeinde gebracht, die vor ein paar Wochen getauft worde. Und sie hatte das Vorrecht als Neubekehrte – noch nicht mal ein Jahr gläubig – sie durfte diese Frau taufen im Swimming Pool. Und das war ein Freudenfest.

Und warum wächst die so? – „Ja, das schenkt Gott so, das ist so – beim einen geht’s schnell, beim anderen geht’s langsam“.

Nein, ich glaube nicht. Da war das Haus gereinigt, da war das Fundament gesund gelegt. Das war nicht irgendwie aus Emotionen heraus: Ach, ich will mich auch bekehren, wo soll ich unterschreiben?

Sondern die hat genau gewusst, was auf sie zukommt bevor die sich bekehrt hat – hat genau gewusst, meinen Hexenladen muss ich zu machen.

Was sollte ich vorlesen? 1 Thess – Definition von Bekehrung.

1 Thess 1,9
9 Denn sie selbst (die anderen aus anderen Gemeinden) erzählen von uns (Paulus und seine Leute), welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen

„Wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen“. Man kann Gott nicht dienen wenn man sich zuvor nicht von den Götzen abgekehrt hat, das ist nicht möglich. Gott zu dienen heißt, alle anderen Götter wegzuschicken und sich davon zu distanzieren. Anders kann man Gott nicht dienen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (55:00 bis 60:00)

Wer nicht allem entsagt, der kann nicht. Das ist nicht eine harte Bedingung quasi als Eintrittpreis, sondern der kann dann gar nicht nachfolgen, weil Nachfolge heißt ja: Jesus geht voran, und ich gehe hinterher. Wenn ich aber noch diese Haltung habe: Ich/meiner/mir/mich und „ich zuerst“ – wie kann ich nachfolgen? Und Jesus macht das ganz klar: Jemand kommt zu ihm und sagt: Ich will dir nachfolgen – wir würden sagen: Hallelujah, schon wieder einer, wunderbar!

… aber erlaube mir zuerst …

und was wollte der? Sein Vater war gestorben. Und er sagt: Erlaube mir zuerst noch einmal zurückzugehen, meinen Vater zu beerdigen und dann komme ich und dann folge ich dir nach.

Wir würden denken: Kein Problem, kein Thema.

Für Jesus war das ein Problem. Und was war das Problem? Ich meine, wieso hat Jesus Probleme mit der Tatsache, der will seinen Vater beerdigen, das ist doch wohl normal, das ist doch wohl anständig, dagegen hat doch keiner was zu sagen?!

Der Punkt ist nicht das „Vater beerdigen“. Der Punkt ist diese Haltung: „ich zuerst“.

Ich bin absolut sicher, so kenne ich das Herz Gottes: Wenn dieser Mann gesagt hätte: „So, ich hab mich entschieden, ich habe verstanden, wer du bist, ich will dir nachfolgen, ich gehöre dir, die Sache ist entschieden. Aber Jesus, jetzt habe ich eine Frage: Mein Vater ist gestorben, würdest du mir erlauben, zurück zu gehen, ihn zu beerdigen und dann dir nach zu folgen? Wenn du sagst, nein – kein Thema, ich tue es nicht. Wenn du sagst, ja – tue ich es, aber die Entscheidung, dir nachzufolgen, die steht“.

Was hätte Jesus gesagt? – „Na klar“.

Das Problem war nicht die Beerdigung. Das Problem war: „Erlaube mir“ / „ich zuerst“.

Das ist das Problem. Und das ist das Gegenteil von Jüngerschaft. Weil dann geht er voran und sagt: „Jesus, komm mit und segne mich. Segne du mein Leben“.

Nein, Jüngerschaft ist: Jesus, du gehst voran und ich gehe hinter dir her. Und ich tue, was du sagst. Und du bist der, der die Richtung angibt.

Und deswegen ist im Sinne des Neuen Testamentes Bekehrung sehr klar definiert. Und wir finden in der Bibel nirgendwo etwas wie Bekehrung ist eine Karte ausfüllen, eine Hand heben oder ein Gebet der „Übergabe“ zu sprechen.

Das findest du in der Bibel gar nicht. Und wenn du ein bisschen zurückgehst in der Kirchengeschichte, vor 100, 150, 200 Jahren – niemand hat diesen Blödsinn gekannt. Kein Evangelist hat so gepredigt vor 200 Jahren, keiner!

„Wer möchte Jesus annehmen? Bitte! Das wird alles schön und er macht alles gut und komm doch zu Jesus“ – und das wird wie so ein Schnäppchen verschleudert.

Keiner hat vor 200 Jahren so etwas gepredigt. Was haben die da gepredigt? Hast du mal gelesen, was (Charles Grandison) Finney gepredigt hat? Und niemand hat mehr Seelen zum Herrn gebracht als Finney. Wie der gepredigt hat? Hat der gesagt: Komm zu Jesus, der liebt dich, ist alles gut, komm doch – und dann spielt noch die Orgel und dann singen wir „so wie ich bin“.

Kennst du diese Evangelisation?

Das hat man damals nicht gekannt. Was haben die gepredigt? Die haben den heiligen Gott gepredigt. Die haben gesagt: Das ist der Wille Gottes! Die haben Sünde beim Namen genannt. Die haben über Sünde gepredigt. Und dann sind Leute vom Heiligen Geist überführt worden – meine Güte, ich mach das ja auch, das ist ja auch in meinem Leben, das ist ja auch in meinem Herzen – und sie waren erschrocken über ihren Zustand.

Manchmal bei Finney ist es passiert, der hat gepredigt und Leute sind nach vorne gerannt ohne Altarruf, während er gepredigt hat. Wenn das heute passieren würde, wir predigen und jemand kommt nach vorne: „ich bin soweit, ich bin soweit, ich will mich bekehren“ – wir würden sagen: Hallelujah, Erweckung bricht aus.

Weißt du, was Finney gemacht hat? Der schaut den an und sagt: Du bist noch lange nicht so weit, setz dich wieder hin und hör zu!

In einer der Gemeinden, mit der wir verbunden sind und arbeiten, haben sie wochenlang gebetet für eine Frau, die in der Esoterik war, wochenlang. Intensiv, mit Fasten. Weil dies eine Gemeinde ist, die sagt: Wir wollen eine neutestamentliche Gemeinde sein und wir verstehen, Fasten spielt eine wesentliche Rolle im Gemeindeleben. Wo haben sie das her? Aus dem Wort.

So, sie haben gebetet mit fasten für diese Frau, die in Esoterik, in Zauberei war. Die hat eine Praxis gehabt, die hat Leute behext und versucht zu heilen und dafür Geld bekommen und all diese Dinge.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (50:00 bis 55:00)

Die Leute wollen einander nicht kennenlernen, wollen auch nicht, dass andere hinter die Fassade schauen, dass andere vielleicht sogar noch in ihr Leben sprechen. Einfach nur „nett sein“. Das ist nicht Gemeinde! Gemeinde ist etwas ganz, ganz anderes. Gemeinde ist: Wir wollen Jesus verherrlichen.

Und wie verherrlichen wir Jesus? Indem wir einander helfen, in die Ordnungen Gottes zu kommen. Das ist Gemeinde.

Wenn ich es schaffe, werde ich am Sonntagmorgen ein bisschen noch etwas über Beziehungen sagen, habe ich ja schon einmal angekündigt.

So, Gemeinde beginnt mit zerbrochenen Menschen. Mit unzerbrochenen Menschen, die voller Selbstvertrauen sind, was sie sich mühsam angeeignet haben im Laufe ihres Lebens – vielleicht sogar teure Seminare besucht haben, um endlich ein bisschen Selbstvertrauen zu haben.

Mit solchen Leuten kann Jesus nicht seine Gemeinde bauen.

Petrus sagt: Wir sind alle Steine.

1Petr 2,5a
lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen

Und wie ist es mit der Mitbestimmung der Steine auf dem Bau? Fragt da der Maurer: Also, lieber Stein, ich will dich jetzt vermauern, möchtest du gerne rechts vom Fenster oder da drüber oder mehr im Keller oder was wäre so deine Idealvorstellung?

Wie ein blödes Bild – das weiß ich. Ich mach immer blöde Bilder. Das weiß ich schon. Aber ich habe eine Idee, ich will etwas vermitteln: Das ist absurd, die Idee, die Bausteine zu fragen, wo denn im Gebäude sie verbaut werden wollen. Das ist völlig absurd.

Aber in der Gemeinde nehmen wir Rücksicht auf Leute, die kraft ihrer Persönlichkeit die erste Posaune spielen wollen oder die erste Geige spielen wollen oder die immer auf die Pauke hauen wollen. Wir nehmen Rücksicht auf diese Leute.

Und Leute, die niemals zerbrochen sind, die niemals freigesetzt sind von Gott von diesem Drang etwas sein zu wollen und anerkennt zu werden und etwas darstellen wollen. Diese Leute kriegen dann oft Positionen.

Aber da ist keine Zerbrochenheit. Und deswegen wird das auch nie Frucht bringen, weil da keine Echtheit da ist, keine Demut. Und vieles, was wir Dienst nennen, ist nichts anderes als „sich zur Schau stellen“, sich zu präsentieren und Leute beeindrucken wollen mit einer witzigen, charmanten, sprühenden Persönlichkeit.

Das ist nicht Dienst. Und dahinter ist: „Habt mich doch ein bisschen lieb“. Applaudiert doch mal! Zeigt mir, dass ich ein toller Mensch bin.

Das ist nicht Dienst, das ist Beraubung. Man täuscht die Leute. Man tut so als würde man dienen, aber in Wirklichkeit will man etwas haben. Dienen heißt ja „geben“. Aber man will etwas haben. Das ist nicht Dienst.

Und deswegen ist die biblische Reihenfolge: Dienst kommt nach einem Prozess von Jahren der Jüngerschaft. Das ist die biblische Ordnung.

Also, es beginnt mit: Das Schwert des Herrn kommt, der Wille Gottes wird klar verkündigt, es wird klar gesagt, was ist Nachfolge – wie sieht das aus? Was will Jesus? Worum geht es überhaupt?

Jesus hat mit solchen drastischen Worten Menschen gerufen. Wir würden heute mit unserer Weisheit denken: Ja, meine Güte, wenn man das so ankündigt – da kommt doch keiner?!

Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst. Er nehme sein Kreuz auf sich täglich. Wer nicht sein Kreuz nimmt, kann nicht mein Jünger sein.

Mk 8,34b
Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach!

Lk 9,23
Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach!

Die Leute damals haben genau verstanden, was er meinte, wenn er gesagt hat „das Kreuz nehmen“. Die haben alle paar Wochen Leute gesehen mit einem Kreuz, die durch die Straße gezogen sind außerhalb der Stadt, wo sie dann gekreuzigt wurden. Sahst du einen mit einem Kreuz, hast du gewusst, das ist ein toter Mann. Der läuft zwar noch, aber nicht mehr lange. Sobald er sein Kreuz hat, sein Leben ist zuende. Jeder hat das verstanden.

Und so lädt Jesus Leute ein ihm nachzufolgen?! Das ist ja Wahnsinn. Welche Berater hat denn der gehabt? Das macht man doch nicht. Man macht das „Komm zu Jesus und alles wird gut“. Alle deine Probleme werden gelöst, alles wird wunderbar und du hast nie wieder Probleme und alles ist wunderbar.

Und Jesus sagt: Wer nicht allem entsagt, was er hat – also sein materieller Besitz, seine Ziele, seine Prioritäten, seine Werte – wer nicht allem entsagt, was er hat, kann nicht mein Jünger sein.

Lk 14,33
So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (45:00 bis 50:00)

Das Glaubensleben der Juden kreist um ein Ding, und das ist: Der Messias muss kommen. Der Messias ist unsere Hoffnung.

Und dann sagt Petrus und er beweist es ihnen in der Kraft des Heiligen Geistes: Dieser Messias, auf den ihr wartet, ist gekommen. Und ihr habt ihn nicht erkannt und ihr habt ihn ermordet!

Und als sie das gehört haben, durchdrang es ihr Herz. Und das heißt, ihre ganze Überzeugtheit von ihrem Glauben ist in Stücke zerborsten und sie haben verstanden, das war kein echter Glaube. Der hat nichts bewirkt in meinem Leben. Ich sage, ich warte auf den Messias – und dann kommt der Messias und ich verkenne ihn und ich erhebe meine Stimme und rufe mit „kreuzigt ihn“.

Was ist mein Glaube wert wenn ich auf den Messias warte und ich kann ihn gar nicht erkennen? Sie haben mit einem Augenblick durch das Schwert des Geistes diesen ganzen Kokon, dieses Lügengespinst einer selbstgemachten Religion zerfetzt bekommen.

Und deswegen sind sie so erschrocken und deswegen sagen sie: Ja, was sollen wir jetzt tun?

Gemeinde beginnt mit zerbrochenen Menschen, die diese Frage stellen: Was soll ich tun?

Und wie viele Male erleben wir das: Leute kommen von einer anderen Gemeinde, sie sind noch gar nicht hier angekommen und erzählen uns schon, was wir jetzt zu tun haben und sagen: Ja, aber in unserer alten Gemeinde haben wir das so gemacht – warum macht ihr das nicht auch so und so?

Sie kommen nicht als Lernende, sondern sie kommen als Besserwisser. Und sie wissen alles besser. Was beweist, dass sie nicht zerbrochen sind. Ein zerbrochener Mensch sagt: Okay, ich habe keine Antworten, bitte leite mich, nimm mich an die Hand und jetzt zeige du mir, worum es geht. Zeige du mir, wie ich jetzt leben soll. Das ist Zerbrochenheit. Und so beginnt Gemeinde.

Und viele, viele Pastoren habe ich kennengelernt in meinem über 20jährigen Reisedienst, die verzweifeln im Gemeindebau an Menschen, die alles besser wissen und die immer im Wege stehen und die immer opponieren müssen. Und ich sage: Weißt du was, du versuchst etwas, was nicht einmal Jesus schaffen konnte und auch gar nicht erst versucht hat – du versuchst mit störrischen, rebellischen, unabhängigen Menschen Gemeinde zu bauen – das kann nicht funktionieren und das wird nicht funktionieren. Du musst deine ganze Arbeitsweise umstellen.

Gemeinde kann nur gebaut werden mit willigen Menschen, mit Menschen, die bereit sind, in ihr Leben sprechen zu lassen. Die bereit sind, sich zu ändern. Die bereit sind, Wahrheit über ihren Charakter zu hören. Die bereit sind, an sich arbeiten zu lassen oder Gott an sich arbeiten zu lassen. Gemeinde kann nicht funktionieren mit lauter kleinen Königen: Ich und mein Reich und komm mir nicht zu nah und hier ist privat und da darfst du überhaupt nicht.

So kann Gemeinde nicht gebaut werden. Wir können Gottesdienst machen – ja. Versammlungen möglichst störungsfrei abhalten, das können wir hinkriegen. Aber das hat nichts mit Gemeinde zu tun, Gemeinde ist nicht eine Reihe von vier Veranstaltungen pro Woche, Gemeinde ist eine Gemeinschaft von Menschen, die einander gehört, die einander verpflichtet ist, die gemeinsam lernen unter der Herrschaft Christi zu leben. Das ist Gemeinde. Es ist eine Lebensschule.

Und nebenbei eine Lebensproblemebewältigungsanstalt. Das ist Gemeinde.

Und das heutige Verständnis von Gemeinde ist sehr ähnlich, und ich finde es interessant – man spricht ja auch von „Theatergemeinde“. Schon mal in der Zeitung gelesen, den Begriff „Theatergemeinde“? Das sind so die Verschworenen, die zu jeder neuen Uraufführung kommen irgendwie, und die treu sind zu diesem Theater und die interessieren die Stücke und die kommen da. Und warum kommen die? Die kommen wegen des Programms auf der Bühne. Die kommen nicht um die Leute rechts und links und vor ihnen und hinter ihnen kennenzulernen. Da haben die gar nichts mit zu tun. Die haben ein Abo und die kommen zu jeder Aufführung und dann nennt man das Theatergemeinde.

Und in dieser Mentalität funktionieren heute ein Großteil der Gemeinden.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (40:00 bis 45:00)

Durch die Bibel – ich könnte jetzt eine gute Stunde predigen über den Gott, der fragen stellt – an Elia, an Kain, an David – so viele Situationen in der Bibel, wo Gott Fragen stellt, um das Herz zu offenbaren, um demjenigen zu zeigen: Ja, schau mal, das ist deine Herzenshaltung. Wie passt das zusammen mit deinem Entschluss, du glaubst an Gott, du willst Gott lieben, du willst für seine Ehre leben – wie passt das zusammen? Wenn du das wirklich willst, dann muss das aufhören. Das nennt man Buße.

Okay, gehen wir kurz durch. Vier Schritte hinein ins Glaubensleben – vier Schritte zum Start ins Reich Gottes. Und wer diese vier Schritte absolviert hat, der kann sich melden für Jüngerschaft. Und bitte versuche niemals, niemals Seelsorge oder Jüngerschaft zu machen mit einem Menschen, der diese vier Schritte nicht gegangen ist. Versuch das bitte nicht, weil das nicht Gottes Plan ist. Diese Schritte sind absolut notwendig.

So, natürlich, ach, lesen wir mal Apg 2,38. Das ist die Situation. Ist übrigens das erste Mal im Neuen Testament, wo wir jetzt etwas über Gemeinde lesen. Und irgendwelche klugen Leute haben festgestellt, und ich glaube, dass da sehr viel dran ist, und ich wüsste einige Beispiele, um das zu belegen – wann immer ein Thema zum ersten Mal auftritt in der Bibel, dann findest du ganz wesentliche, grundlegende Aussagen schon gleich bei der ersten Erwähnung.

Und hier ist Gemeinde. Pfingsten ist die Geburt der Gemeinde. Und was ist passiert zu Pfingsten? Die Apostel und die anderen Jünger, die 120 haben den Heiligen Geist empfangen, und dann kommen die Leute zusammen, die dort zu diesem Fest waren. Aus allen Himmelsrichtungen waren die frommen Juden angereist für diesen hochheiligen Feiertag dort, dieses Festival. Und Petrus predigt dann. Und er predigt auf eine solche Art und Weise, dass das Schwert des Geistes ihre Herzen durchdringt und sie aus der Täuschung, aus der frommen Täuschung rausholt in die Realität. Das tut der Heilige Geist, weil er ist der Geist der Wahrheit und er kann Lüge, auch Heuchelei und sich-selber-was-vormachen – er kann das nicht ertragen. Und er weiß, es braucht die Wahrheit, um Menschen zu helfen. Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

1 Tim 2,4
welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Das bedeutet nicht, Gott will zwei Dinge: Gott will Menschen helfen und Gott will Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit bringen. Das zweite erklärt, wie das erste gemeint ist. Die Hilfe Gottes kommt durch Erkenntnis der Wahrheit.

Gott will, dass allen Menschen geholfen wird. Wie wird ihnen geholfen? Indem sie die Wahrheit erkennen. Und wenn sie die Wahrheit erkennen, dann was? Dann können sie auf die Wahrheit reagieren. Und das nennt die Bibel: Buße tun.

Erst muss das Licht scheinen, erst muss die Wahrheit klar, hell scheinen und dann sieht jemand, hej, das ist, was Gott will. – Ja, aber das passt ja nicht mit mir. Also muss ich jetzt mich ändern.

Wenn wir mit Gott zusammen gehen wollen, wenn wir ihn haben wollen in unserem Leben, in unserer Familie, in unseren Finanzen, in unserer Sexualität, dann müssen wir in die Ordnung Gottes hinein. Weil Gott ändert sich nicht. Wir sollen aber mit ihm zusammen gehen.

Wie können denn zwei miteinander gehen – Amos 3,3 – sie seien denn einig zuvor?

Amos 3,3
Gehen auch zwei miteinander, ohne dass sie übereingekommen sind?

Wenn wir mit Gott gehen wollen, wir müssen mit Ihm einig werden.

Und das nennt man Umkehr, das nennt man Buße, das nennt man Erneuerung des Sinnes. Das nennt man Sich-Anpassen an Seine Standards. Diese Leute wurden durch das Schwert des Geistes – das waren ja alles fromme Leute, dürfen wir nicht vergessen. Das waren nicht irgendwie Leute, die gesagt haben: „Also, altes Testament, also die jüdische Bibel – interessiert uns gar nicht“ – das waren fromme Leute! Die kamen dort, um Gott anzubeten. Wenn wir die interviewt hätten vor der Predigt vom Petrus: Wie siehst du denn dein Glaubensleben? – Ich bin Kind Abrahams!

Die hätten dir tolle Dinge erzählt über ihren Glauben: Wir gehören zum auserwählten Volk, wir haben den wahren Gott. Die Heiden beten Götter an, wir haben den wahren Gott – die hätten dir wunderbare Dinge über ihren Glauben erzählt.

Und dann kommt Petrus und predigt das Evangelium, predigt Jesus, und wer Jesus ist und warum Jesus gekommen ist und dass Jesus der ist, auf den sie alle Jahre und Jahrhunderte gewartet haben – der Messias.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (35:00 bis 40:00)

Das hängt damit zusammen, dass die Ideen und die Haltungen, die normal sind in der Welt auch in der Gemeinde regieren: „Wir wollen niemandem zu nahe treten, ist ja alles privat. Wir wollen ja nicht unsere Nase in persönliche Angelegenheiten hineinstecken“.

Aber genau das tut Jüngerschaft.

Da heißt es z.B.: In der neutestamentlichen Gemeinde, da lehren die Frauen, die älteren, reiferen Schwestern, lehren die jungen Frauen wie sie ihre Männer zu lieben haben. Das war Teil des Gemeindeprogramms.

Das holen sich die Frauen heute von „Brigitte“ und anderen Zeitschriften, die dieses ganze Gift der Unreinheit und der Emanzipation und all diese Dinge irgendwie verbreiten und Frauen aufhetzen.

Und die Gläubigen holen sich ihre Ratschläge für Familien- und Eheprobleme aus solchen Quellen. Und dann wundern wir uns, warum wir dann Teenager haben, die reihenweise während wir „die Stadt erreichen“ – reihenweise zur Hintertür rausgehen und sagen: Danke, mit dem möchte ich nichts mehr zu tun haben.

Warum ist das so? Warum interviewen wir nicht mal die weggelaufenen Teenager und sagen: Du, was hat dazu geführt, dass du der Gemeinde den Rücken gekehrt hast?

Da würden wir nämlich interessante Antworten bekommen: „Weißt du, mein Vater war Ältester, und ich konnte es nicht mehr ertragen – diese Diskrepanz, diese Heuchelei am Sonntagmorgen und dann zu Hause wie hergezogen wurde über die Leute in der Gemeinde – ich konnte das nicht mehr ertragen“.

Solche Antworten würden wir dann hören. Und meine Eltern spielen die heile Welt am Sonntagmorgen und zu Hause fetzen sie sich und schreien sich an.

Hallo?

Ich sage nicht, dass Rebellion gegen Eltern und gegen Gemeinde richtig ist. Ich rechtfertige nicht Rebellion. Aber ich sage, wo das herkommt.

Das Wort Gottes sagt: „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn“.

Eph 6,4
Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn!

Wo ist die Verantwortung? Bei den Kindern oder bei den Vätern? Bei den Vätern!

Ich kann das Richtige wollen und das Richtige sagen und anordnen bei meinem Sohn, aber in einer Haltung der Härte – ohne Liebe. Und alles, was ich sage und anordne, ist richtig, und ich erzeuge in ihm Rebellion. Wer ist verantwortlich? Rebellion ist Sünde – aber ich als Vater bin mehr veranwortlich.

Bevor ich jetzt detailliert diesen Prozess und die Lernziele und alles, was dazugehört, beschreibe, will ich noch einen Schritt zurückgehen und will kurz wiederholen oder in Erinnerung bringen, was denn die Voraussetzungen sind für Jüngerschaft. Man kann nicht einfach irgendjemanden einladen zu Jüngerschaft, sondern es gibt eine biblische Reihenfolge. Es gibt ein von Gott verordnetes Programm hinein in das Reich Gottes. Und wenn diese Schritte davor nicht gegangen sind oder meinetwegen nur ein Teil der Schritte, dann muss man zurückgehen und schauen, welche Schritte ausgelassen worden sind. Ein gutes Beispiel dafür ist Paulus – hatte ich gestern schon kurz erwähnt im Zusammenhang mit Heiligem Geist und Sprachengebet: Er kommt dort hin und findet dort eine Gruppe von 12 Männern, die sind gläubig, aber Paulus merkt sofort, irgendwas klemmt hier. Irgendwas ist hier nicht so, wie es sein sollte. Und er stellt Fragen.

Wenn wir später über Jüngerschaft reden, dann werden wir sehen: Die Kunst Fragen zu stellen, ist absolut wichtig. Der Gott, dem wir dienen, stellt Fragen. Und wir lernen von Ihm Fragen zu stellen. Warum stellt überhaupt Gott Fragen? Weil er ein Informationbedarf hat? Weil irgendwelche Dinge ihm nicht klar sind und Er muss jetzt Antworten haben von uns?

Gott stellt Fragen, um unser Herz zu offenbaren.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (30:00 bis 35:00)

Der Wille Gottes soll runterkommen und die Gemeinde ist eine Repräsentanz des Himmels. Und sie soll auf eine sehr, sehr sichtbare Art und Weise die Schönheit, die Harmonie, den Frieden, die Kreativität und die Freiheit des Himmels wiederspiegeln. Das ist Gemeinde. Das ist der Auftrag der Gemeinde.

So dass die Leute kommen und sagen: Das ist ja nicht möglich, wie könnt ihr so miteinander leben? Wie könnt ihr solche Ehen haben? Wie könnt ihr solche Familien haben? Wie könnt ihr so eure Kids erziehen? Wie könnt ihr so miteinander umgehen? Das ist ja fantastisch! Das ist ja traumhaft!

Wie Israel: Mit dem Segen, den Gott ihnen gegeben hat – unter der Bedingung des Gehorsams – sollen sie die Nationen eifersüchtig machen.

So dass die sagen: Jetzt guck dir das mal an wie die gesegnet sind. Jetzt guck dir an was ihr Gott für die macht alles. Und was machen unsere Götter für uns? Wäre es nicht klug, wir laufen über zu diesem Gott?

Das war die Aufgabe von Israel: Die Nationen zur Eifersucht zu reizen durch den Segen Gottes. Und wo sollte der Segen Gottes herkommen? Von den Ordnungen Gottes – sprich vom Gehorsam.

Das war der Plan Gottes. Und das ist der Plan Gottes für Gemeinde. Evangelisation ist nicht: Einmal im Monat machen wir eine Aktion und stellen uns mit Gitarre auf den Marktplatz und singen da ein paar Lieder und predigen zu Leuten, die gar nicht stehen bleiben. Aber dann haben wir es abgehakt und wieder mal waren wir draußen und haben evangelisiert.

Evangelisation ist: Wir sind Zeugen eines neuen Reiches. Wir sind Repräsentanten! Und unsere Leute auf der Arbeit, unsere Nachbarn, die sehen: Hej, die ticken anders – die leben anders!

Das ist unsere Aufgabe: Salz und Licht zu sein.

Mt 5
13 Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.
14 Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein.

Aber wenn unser Lebensstil nicht anders ist als der des ungläubigen Nachbarn, wenn unsere Fernsehprogramm und unsere Filme und unsere Unterhaltung auf demselben Niveau sind wie die Ungläubigen, wenn die Art wie wir Konflikte miteinander austragen und wie wir miteinander umgehen – wenn das dasselbe ist wie draußen in der Welt – warum sollen die Leute kommen? Warum?

Wir sagen: Kommt zu uns! – Ich sag: Ich war mal da, ich hab gesehehn, was ihr habt, danke, das brauche ich nicht!

Das ist, was kluge Heiden sagen. „Danke, sowas brauche ich nicht – solche Streitereien, solche Unehrlichkeiten, solche Hinten-Rum-Tricks und solche Schauspielereien am Sonntagmorgen für 1 1/2 Stunden, so ein freundliches Lächeln aufsetzen und ansonsten werden die Messer gezückt – ich brauche sowas nicht, danke. Ehrlich, ich hab schon genug Stress mit meiner Verwandtschaft. Da muss ich nicht noch eine ganze Gemeinde dabei haben“.

Das ist, was die Leute da draußen sagen. Und deswegen bleiben sie weg in Massen. Weil sie genau wissen: Gemeinde – da brauchen wir gar nicht hinzugehen, die haben keine Antworten. Die haben keine Antworten auf „Ehe“, die haben keine Antworten auf „Kindererziehung“, die haben keine Antworten auf das „Schuldenproblem“, die haben überhaupt keine Antwort.

Deswegen bleiben die Leute weg.

Und Jüngerschaft ist ein Prozess, wo Menschen, die das wollen, freiwillig, in eine Umformung hineingenommen werden, und wo sie den Lebensstil des Reiches Gottes lernen dürfen, weil sie das wollen.

Und als unvermeidbares Abfallprodukt werden alle ihre Probleme, die sie durch Sünde in ihrem Leben angesammelt haben, – Ablehnung, Missbrauch, Selbstablehnung, Zwänge, Fresssucht, Bulimie, Drogen, Pornografie, nimm was du willst, oder einfach nur schlichte Profilierungssucht, was ein interessantes Wort ist, und die biblische Übersetzung wäre „Stolz“ – wo all diese Probleme gelöst werden als Folge einer Umstellung der Verhaltensweisen, der Prioriäten und dann der Herzenshaltung und Herzenseinstellung.

Man kann einen Charakter nicht verändern ohne dass man den Lebensstil verändert, das ist unmöglich.

Und deswegen geht es sehr, sehr konkret zur Sache in der Jüngerschaft. Ein Jünger ist ein Lernender. Und er lernt die Ordnungen im Reiche Gottes. Und darüber will ich sprechen. Und was die Hindernisse sein könnten – warum haben wir das eigentlich? Haben wir das überlesen? Haben wir diesen Punkt gar nicht gesehen im Neuen Testament? Oder gibt es vielleicht andere Gründe, warum wir wahrscheinlich in mehr als 95% der Gemeinde in der westlichen Welt ohne Jüngerschaft auskommen?

Warum ist das so?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (25:00 bis 30:00)

„Ja, aber ich bin Krawattenmuffel!“ – Prima! Jetzt kannst du entscheiden: Möchtest du Krawattenmuffel bleiben, dann ist Sparkassenangestellter nicht das richtige für dich. Oder möchtest du deine alten Ideen verwerfen und möchtest du dich jetzt anfreuden mit der Tatsache, dass du von jetzt an so lange du in der Sparkasse bist, Krawatte trägst? Diese beiden Entscheidungen hast du.

So funktioniert’s. Da kannst du jeden Beruf nehmen, was immer du willst, da gibt es klare Ordnungen und da gibt es ein klares Commitment (Sich Verpflichten, Sich Bekennen): Das ist meine Hingabe, dazu bin ich bereit. Und wer dazu nicht bereit ist, kann jederzeit auschecken, sogar mitten in der Lehre kann er sagen: Jetzt gibt es neue Themen, die soll ich hier lernen, die gefallen mir überhaupt nicht, ich glaube, ich steige aus. – Okay! Kein Problem, steigst aus!

Aber was nicht geht: Pro forma drin bleiben und boykottieren und sagen: Diese Sachen nicht, und das nicht und das nicht.

Ja, verstehen wir dieses Prinzip?

Es sollte so sein. Wenn wir in dieser Gesellschaft leben, dann verstehen wir das alle.

Und genauso ist es in der Gemeinde. Jesus ist der Herr. Jesus hat Menschen gesetzt und ausgebildet und trainiert und gesalbt, und die haben die Aufgabe, jetzt die Neubekehrten – und nicht nur die Neubekehrten – wenn das wirklich durchkommt, sondern auch die alten Hasen, die 20,30 Jahre Christ sind und nie durch Jüngerschaft gegangen sind – jetzt anzuleiten in diesem Prozess der Jüngerschaft. Das ist, was Gott will.

Eine Gemeinde ohne Jüngerschaft ist keine neutestamentliche Gemeinde und wird früher oder später, und damit meine ich nicht 100 Jahre, von der Bildfläche verschwinden. Und „verschwinden“, damit meine ich, sie wird keinerlei geistliche Bedeutung mehr haben. Die katholische Kirche gibt es sein 1500 Jahren und die wird auch so weiter bestehen, die wird nicht verschwinden, aber sie ist Teil eines Systems, was gegen Gott ist. Ich rede von: Wir wollen relevant sein für Gott, wir wollen Gemeinde bauen, wir wollen die ganze Entwicklung nach vorne bringen, wir wollen Teil sein von Gottes Antwort. Und nicht Teil von Gottes Problem. Das ist doch was wir wollen als Christen. Und das ist auch was wir wollen als Gemeinde.

Und da könnt ihr machen, was ihr wollt. Früher oder später wird der Heilige Geist, nicht der Gastsprecher, der Heilige Geist den Finger drauflegen und sagen: Wie ist es jetzt? Wollt ihr jetzt mit Jüngerschaft beginnen? Selbst auf die Gefahr hin, dass 2/3 auswandern, weil ihnen das alles viel zu straff ist? Oder wollt ihr eine Gemeinde sein nach eurem Belieben und nach euren Vorstellungen und damit dann habt ihr die Weichen gestellt für etwas, womit Gott dann große Probleme hat.

Mit dieser Frage werdet ihr euch beschäftigen müssen, garantiert, das verspreche ich euch. Woher weiß ich das? Jesus baut seine Gemeinde. Und er baut sie so wie er sie haben will. Und all das, was ihm wichtig ist, das muss Element sein dieser Gemeinde. Ohne Jüngerschaft gibt es keine durchgreifenden, bleibenden Charakterveränderungen, das gibt es nicht.

Es ist nicht: „Du und deine Bibel und der Herr“ – und dann läuft schon alles. Das ist nicht so. Alles, was schwer ist im Leben, ob das Blockflöte lernen ist oder Orgel spielen oder Schreibmaschine – alles, was anspruchsvoll ist, verlangt Zeit und Disziplin.

Die anspruchsvollen Dinge kommen nicht einfach so. Und Charakterveränderung ist das Anspruchsvollste, was es gibt im ganzen Leben. Dagegen ist Orgel spielen oder schwimmen lernen oder Fahrradfahren lernen, das sind ja Peanuts. Und um das geht es! Dazu sind wir gerufen. Unsere Berufung als Christen ist: In das Bild Jesu umgestaltet zu werden. Das ist unsere Berufung. Das ist unser Vorrecht. Und wir lernen hier den Lebensstil des Reiches Gottes, den wir von dann an bis in alle Ewigkeit weiterleben werden. Das ist nicht ein kleines Kurzzeitprogramm, „das brauchen wir jetzt für die kurze Zeit auf der Erde“, sondern das, was wir da lernen, brauchen wir für die Ewigkeit.

Das ist der Lebensstil, den Gott selber lebt. Das ist der schönste, befreiendste, heilsamste, erfrischenste, glückselig machstenste Lebensstil, den man sich überhaupt vorstellen kann. Das ist, was sie im Himmel leben. Darum geht’s denen da oben so gut. Und darum sollen wir beten: „Wie im Himmel, so auch auf Erden“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (20:00 bis 25:00)

Warum muss er den lernen? Weil der so anders ist als der Lebensstil, den er Jahrzehnte lang vorher, vor seiner Bekehrung, gelebt hat und eingeübt hat. All die Ideen, all die Werte, all die Vorstellungen, was ist „normal“, was ist „richtig“, was hat jetzt Priorität? All diese Dinge sind völlig anders im Leben eines Jüngers als vorher.

Und da war ganz klar die Idee, das muss ein zielgerichtetes Unternehmen sein, ein Programm sein, das muss ein Prozess sein, wo wir Menschen formen und ihnen diesen Lebensstil des Reiches Gottes beibringen.

Denk einmal an einen Azubi, an einen Lehrling. Wie ist das? Der möchte gerne diesen Beruf lernen, was weiß ich? Der will jetzt Bäcker werden oder KFZ-Mechatroniker oder keine Ahnung. Das ist sein Wunsch. Er möchte diesen Beruf erlernen. So, dann geht er hin, macht Vorstellunggespräch, da wird er interviewt, am Schluss dann entscheiden sie sich: Okay, wir nehmen diesen jungen Mann.

Dann was? Sagt dann der Bäckermeister: Pass auf, du musst einfach nur jeden Tag kommen und dich ein paar Stunden hier in der Backstube aufhalten. Und wenn du das treu machst, drei Jahre, dann kriegst du ein Zertifikat und dann bist du ein Bäckergeselle und dann darfst du andere ausbilden. Was du da machst in der Zeit ist eigentlich nicht so wichtig, hauptsache, du bist da, du machst dein Häkchen oder mit der Zeitkarte oder wie auch immer – du belegst deine Anwesenheit und was du da tust, ist unwichtig. Aber nach drei Jahren kriegst du dein Dokument, und dann bist du ein Geselle im Bäckerhandwerk.

Ihr guckt mich an als wie „hat der noch alle, oder wie?“. Natürlich funktioniert es nicht so! Es gibt einen Ausbildungsplan, es gibt konkrete Lernziele, und es gibt die Idee, ich Geselle – du Lehrling. Und ich bringe dir bei, was du zu tun hast. Ich bin jetzt dein Vorgesetzter und ich sage dir, was und wie du hier Dinge tust. Und der Lehrling hat das vorher verstanden und hat unterschrieben.

Wer hat ihn gezwungen dazu? Der Geselle? Nein, er hat gesagt: Ich will diesen Beruf lernen.

Und mit seiner Unterschrift hat er erklärt, ich stimme überein mit den Bedingungen des Lehrplans. Er kann nicht hinterher sagen: Ich habe mich ja jetzt angemeldet, ich hab auch unterschrieben, die Lehre läuft also jetzt, aber da gibt’s ein paar Punkte, da müssen wir nochmal drüber reden. Also, 3:30 Uhr in der Backstube stehen? Das ist ehrlichgesagt für mich ein bisschen ungewohnt und ich schlage vor: 7 Uhr, 8 Uhr – das könnte ich schaffen. Okay?

Ne – der Geselle sagt: Nicht okay! Es wird nicht nachverhandelt! Du hast vorher alles gewusst, du hast unterschrieben. Was du jetzt noch machen kannst, du kannst von deiner Unterschrift zurücktreten, kannst sagen: Ja, bei Lichte betrachtet – eigentlich ist Bäckerhandwerk doch nicht so das. Außerdem habe ich eine Mehlstauballergie. Wenn ich dann vielleicht noch sogar in Berührung kommen würde mit Mehl – das geht ja überhaupt nicht.

Und er kann zurücktreten, es ist alles freiwillig. Aber solange er nicht zurücktritt, hat er ein volles „Ja“, 100%iges „Ja“ gegeben zu den einzelnen Maßnahmen, die dort praktiziert und gelehrt werden und in die er hineingebracht werden soll.

Den Inhalt des Lehrvertrages kann er nicht verändern. Ist das so im Leben? War schon jemand mal in einer Ausbildung oder ist vielleicht Ausbilder? Ist es da so? Oder ist da so der Ausbilder und der Lehrling auf Augenhöhe und die können da nochmal verhandeln und der kann dann so seine Wünsche geben? „Also das Lehrlingsgehalt müsste erstmal um das dreifache erhöht werden und die Zeiten sollten reduziert werden“ – ist das so?

Da gibt es ein System und der Lehrling kommt dort hinein, fertig, aus. So ist es. So funktioniert es im Leben.

Und da steht nicht zigtausende von jungen Leuten auf der Straße: Wir protestieren gegen dieses ungerechte, autoritäre Ausbildungssystem! Da gibt es Gesellen, die wollen uns sagen, was wir zu machen haben und wie wir uns zu benehmen haben!

Die Sparkassenangestellten stehen auf der Straße und demonstrieren: Wir sind gegen den Schlips-Zwang.

Nein, wenn du Sparkassenangestellter werden willst, dann wird von dir verlangt, vom ersten Tag an, in der Sparkasse trägst du eine Krawatte.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (15:00 bis 20:00)

Das interessiert die Firmenleitung alles überhaupt nicht! Ist die deswegen „autoritär“? Ist die deswegen „missbrauchend“? Ist die deswegen irgendwie „gewalttätig“? Nein, die hat einfach das Ziel, wir wollen eine effektive Firma haben, und du hast „Ja“ gesagt zu dieser Firma, und wir als Chefs, wir sagen, was geht und was nicht geht.

Und jeder, der im Berufsleben ist, versteht das und hat das akzeptiert. Und warum funktioniert das nicht in der Gemeinde? Warum ist das so?

Weil du weißt, auf der Firma, wenn du da wegbleibst unentschuldigt, du hast ein Gespräch mit dem Chef und du kriegst eine Abmahnung.

Aber in der Gemeinde hat das ja keine Konsequenzen, die können ja froh sein, dass ich überhaupt ab und zu komme. Ist alles „freiwillig“.

Wenn wir sagen, es ist alles freiwillig, wir meinen: Verbindlichkeit definiere ich!

Und was ist das? Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber 1) Gott und 2) der Gemeinde. Also, das ist ein Haltungsproblem. Das ist kein Terminproblem. Es ist ein Haltungsproblem. Dieselben Leute, die mit der Selbstverständlichkeit die Mitarbeiterschulung auf der Firma mitmachen ohne zu meckern, ohne zu murren, ohne einen Versuch sich da raus zu schleichen – können mit Selbstverständlichkeit in der Gemeinde mit Abwesenheit glänzen.

Das heißt, wir haben weniger Respekt vor Gott als vor unseren irdischen Chefs. Da stimmt etwas mit unserer Haltung Gott gegenüber nicht.

Wenn dich das jetzt alles nicht betrifft, entspann dich, ich bin hier nicht dabei, dich zu verdammen, ich will einfach nur den Status Quo erklären. Das ist mein Ziel, damit wir nachdenken, und dass wir dann sagen: Hej, das ist ja wahr. Das kann doch so nicht normal sein. Das kann so nicht weitergehen.

Apg 14,21
Und als sie jener Stadt das Evangelium verkündigt und viele zu Jüngern gemacht hatten, kehrten sie nach Lystra und Ikonion und Antiochia zurück.

So, Apostel Paulus und seine Mitarbeiter, die da reisten und von Stadt zu Stadt gingen, sie haben zwei Dinge getan: Sie haben das Evangelium verkündigt, und dann die, die darauf reagiert haben, versucht, zu Jüngern zu machen. Die waren nicht damit zufrieden, dass die jetzt bekehrt sind und haben gesagt: So, jetzt gehört ihr zur Gemeinde, und alles ist gut. Nein, das war der Anfang einer Arbeit.

Die hatten das Verständnis, wir müssen mit diesen Leuten jetzt arbeiten, und wir haben ein Ziel: Wir wollen sie zu Jüngern machen. Und bitte achte darauf, dass hier steht: Paulus und seine Mitarbeiter, sie haben die Menschen zu Jüngern gemacht.

Die haben nicht gebetet: Herr, jetzt haben wir diese wunderbaren Bekehrten, jetzt wirke du doch und mache du aus ihnen jetzt Jünger.

Nein, die haben verstanden, das ist unser Job. Das müssen wir tun! In der Weisheit Gottes, in der Liebe Gottes, in der Geduld Gottes, in der Klarheit Gottes – aber wir müssen diese Menschen jetzt zu Jüngern machen. Wieso haben die das gewusst? Ich sagte schon am Anfang: Die Instruktionen für den Gemeindebau haben die Apostel von Jesus bekommen. Und was hat Jesus gesagt: Geht hin, predigt das Evangelium, macht zu Jüngern.

Mt 28,19a
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern

Ihr macht zu Jüngern! Und dann wird das sehr deutlich definiert im Worte Gottes, was Jünger sind: Jünger sind nicht nur Gottesdienstbesucher, Jünger sind nicht einfach Gemeindemitglieder, sondern Jünger kennzeichnen sich durch eine bestimmte Haltung, durch eine bestimmte Einstellung. Es ist eine Sache des Herzens.

Dieses Wort „Jünger“ vom Griechischen bedeutet „ein Schüler“ („disciple“, 3101. mathétés), ein Lernender, ein Lehrling.

Strongs Lexikon:
ein Lehrling, der von seinem Meister durch Zusschauen und Nachmachen lernt

Das bedeutet „Jünger“. Er ist ein Lehrling. Was lernt er? Er lernt den Lebensstil im Reiche Gottes.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (10:00 bis 15:00)

Und sagt, hej, wir müssen alles noch einmal auf den Prüfstand stellen. Wir noch einmal genau überlegen, welche Art von Gemeinde bauen wir eigentlich? Was wollen wir eigentlich? Wollen wir so einen Kuschel-Club, so einen sozialen Treffpunkt oder wollen wir wirklich entschieden und klar Jesus nachfolgen?

Jeder, der mit offenen Augen und der Fähigkeit zu lesen die Bibel studiert und mit dieser einen Frage sich beschäftigt „Was ist der Unterschied zwischen den Gemeinden heute und den Gemeinden im Neuen Testament?“ entdeckt viele, viele Dinge, die sie damals hatten, die wir heute nicht mehr haben. Oder wir entdecken viele Dinge, die wir heute haben, die sie damals nicht gehabt haben. Da ist eine große Diskrepanz zwischen der apostolischen neutestamentlichen Gemeinde wie sie in der Heiligen Schrift beschrieben wird und zwischen dem, was wir uns heute erlauben. Ein großer Unterschied.

Und über einen wesentlichen Unterschied, vielleicht den grundlegenden Unterschied, möchte ich jetzt sprechen. Und wahrscheinlich werde ich den ganzen Tag bei diesem einen Punkt bleiben: Und das ist das ganze Konzept aus dem Neuen Testament über Jüngerschaft.

Wie viele Gespräche habe ich gehabt mit Pastoren. Und sie alle singen dasselbe Lied: „Wir haben Mitarbeiter-Mangel, wir haben Probleme. Und sogar die Mitarbeiter, die da sind, die sind nicht zuverlässig. Mal kommen sie, mal kommen sie nicht, wir wissen nie – und die machen das irgendwie so wie nebenbei und halbherzig. Und wir haben Riesen-Probleme, wir haben ein Mitarbeiter-Problem“.

Und ich sage: Weißt du, ihr habt kein Mitarbeiter-Problem, ihr habt ein Jüngerschaftsproblem. Wenn ihr eure Leute durch Jüngerschaft genommen hättet für drei, vier, fünf Jahre, dann hättet ihr diese Probleme nicht, weil Jünger haben gelernt, zuverlässig zu sein, haben gelernt, treu zu sein, haben gelernt zu dienen für Gott und nicht für die Ehre von Menschen und für Ansehen. Und man kann sich auf sie verlassen. Und sie sind stabil. Und sie haben gelernt zu herrschen. Und sie haben nicht diese Geistlichen Aufs und Abs und Tiefs – und wenn sie einen Tief haben, dann sind sie für Wochen nicht zu gebrauchen und sind nicht da und sind irgendwie „außer Dienst“ und man weiß nicht, was mit ihnen überhaupt ist.

Jünger haben ein Fundament. Und wer durch Jüngerschaft gegangen ist, der kann dann wirklich Mitarbeiter werden. Und wer über Jahre durch Mitarbeiterschaft gegangen ist, der kann dann in Leiterschaft gehen. Das ist die Reihenfolge im Worte Gottes. Aber wir machen das heute alles anders. Wir haben das Ziel, wir möchten Menschen, dass sie sich wohlfühlen in der Gemeinde. Wir möchten, dass Menschen irgendwie schnell ihren Platz finden in der Gemeinde. Bevor jemand seinen Platz findet in der Gemeinde, muss er seinen Platz finden in Christus, muss er eine neue Identität bekommen, muss er eine neue Gesinnung bekommen. Und nur dann kann er wirklich ein produktives Mitglied der Gemeinde sein. Heute ist diese Gesinnung da und das siehst du an allen Ecken und Enden: „Gemeindemitarbeit – das ist ja alles freiwillig“.

Na klar ist die freiwillig – natürlich! Niemand hat dich gezwungen, Teil einer Gemeinde zu sein, niemand hat dich gezwungen, da mitzumachen. Aber was wir meinen, wenn wir sagen, es ist ja alles freiwillig, dann meinen wir: Ich darf auch die Bedingungen bestimmen.

Ich war in einer Gemeinde, habe ein Mitarbeiterseminar gemacht, und es war klar angesagt von der Leitung: Das ist ein Seminar für alle Mitarbeiter. Also Hauskreisleiter, Lobpreis, Kinderdienst, Verwaltung, aus allen Bereichen alle Mitarbeiter sollten kommen. Bestimmt über ein gutes Drittel der Mitarbeiter war gar nicht da. Und ich habe die Leitung gefragt: Haben die sich abgemeldet mit triftigen Gründen? – Nö.

Ich sage: Gibt es so etwas auf deiner Firma?

Da sagt die Firmenleitung: Wir haben ein Fortbildungsseminar für alle Abteilungsleiter und das findet dann und dann statt von … bis … und wir erwarten vollständige Anwesenheit.

Wieviel von den Mitarbeitern sind da?

Die Hälfte? 2/3? Wie viele? Alle! Und warum sind die alle da? Weil die wissen, dass es anders nicht geht und weil sie wissen, das ist mein Platz und ich habe „Ja“ gesagt zu Teil dieser Firma und ich habe meine Verantwortung wahrzunehmen und da gibt’s überhaupt keine Überlegungen: Ja, aber wie ist das jetzt mit Onkel Willis Geburtstag und das Wetter ist so schön, und wir wollen endlich mal wieder Grillsaison starten …