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Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (25:00 bis 30:00)

Ich meine nicht die Art von Leuten, die du dann morgens triffst: „Bruder, wie geht’s dir heute?“ – und er fängt sofort an, Psalme zu zitieren oder so etwas. Das ist nicht, was ich meine. Und vorallendingen wenn es dann noch in Luther-Deutsch ist oder so – das ist nicht irgendwie das geeignete.

Das Wort sprechen, auf das Wort schauen, darüber nachsinnen, heißt es hier. „Nachsinnen“ ist genau das Gegenteil von „so schnell wie möglich so viel wie möglich in der Bibel lesen“. Das ist genau das Gegenteil: So wenig Verse wie möglich so lange wie möglich betrachten.

Einen einzigen Vers oder vielleicht nur einen halben Vers nehmen und anschauen und darüber nachsinnen.

Denkt an Psalm 23 – ich hab das versucht an diesem einen Beispiel irgendwie ein bisschen plastisch zu machen – und so könnt ihr nachsinnen lernen.

Man muss lernen! Man wird entdecken wie schnell die Gedanken in irgendwelche Richtungen gehen wollen und sich mit allem möglichen beschäftigen wollen. Aber du zähme deine wilde Mustang-Herde. Beklage nicht, dass du so viele Gedanken hast, die alle kreuz und quer schießen und die davon galoppieren über die Prärie und du siehst sie nur von ferne: Ach, da kommt schon wieder die nächste Horde, wo laufen sie denn?

Sondern schaffe du da oben Ordnung. Niemand kann erfolgreich sein, der seine Gedanken nicht unter Kontrolle bringt. Weil wenn du deine Gedanken nicht unter Kontrolle bringst, wirst du niemals deine Gefühle unter Kontrolle bringen. Und wenn du deine Gefühle nicht unter Kontrolle bringst, du wirst niemals deine innere Stimmung, deine Seele, deine Motivation und wohl auch kaum deine Beziehungen stabilisieren können zu anderen Menschen.

Es fängt mit Gedanken an, und da haben wir dann den Schlüssel, um mehr und mehr zu erobern in uns selbst.

Nachsinnen! Tag und Nacht darüber nachsinnen.

Du sagst: Ja, bitte, also da geht’s ja nun zu weit, irgendwann muss ich auch schlafen!

Weißt du, dass du so dich verbinden kannst mit dem Wort, dass du das Wort auch nachts in deinen Träumen parat hast? Und sogar nachts im Traum, wenn der Teufel kommt und versucht, dich zu verführen zur Sünde, wo du tagsüber „nein“ sagen würdest – nachts bist du nicht beurlaubt. Christsein ist ein Vollzeitjob, 24 Stunden. Du legst dich nicht abends ins Bett und sagst: Herr, Tschüss, am morgen machen wir weiter – sondern auch in der Nacht ist der Herr bei dir. Und auch in der Nacht gelten dieselben Gebote. In der Nacht gilt genau dasselbe, was am Tage gilt.

Wenn etwas am Tage unrein ist, dasselbe ist in der Nacht unrein. Nimm das Wort Gottes, und im Traum kannst du genau so sagen: „Teufel, es läuft nicht mehr, mit mir nicht! Ich widerstehe im Namen Jesu! Diese Sünde kaufe ich nicht bei Tag und auch nicht bei Nacht“ – und du schaltest in einen anderen Kanal und träumst was anderes.

Das ist wirklich möglich. Das ist wirklich möglich. Du kannst das Wort bei dir haben und kannst nachts genau so clean sein wie du tagsüber bist. Amen! Es ist möglich.

Je intensiver wir in dem Wort leben tagsüber und auch diese Entschlossenheit haben: „Es soll mich prägen, es soll mich bestimmen“ – um so einfacher wird es sein.

Oder manche kriegen nachts Alpträume, ja? Tagsüber ist es schon ganz gut unter Kontrolle, die Angst – und dann kommt sie nachts. Du kannst nachts widerstehen und diese komischen Tiere oder Geister oder was auch immer im Traum hinter dir her sind – du hast darüber genauso Autorität im Traum wie tagsüber. Genauso. Alles, was nicht von Gott ist, alles, was Angst, Unruhe, Negatives erzeugt, ist nicht von Gott, und da hast darüber Autorität. Du kannst sagen: „Nein! Im Namen Jesu!“

Und das muss gehen. Du hast Autorität. Durch das Wort. Nimm das Wort und lerne das Wort zu gebrauchen. Nur wenn unsere Hingabe richtig ist an das Wort, dann entfaltet sich das Wort auch als Waffe.

Okay, ich glaube Psalm 1 haben wir das letzte Mal uns kurz angeschaut, das will ich nur nochmal kurz beleuchten.

Hier ist wieder dieser Gedanke des Erfolges. Und ich erwarte, dass wir, wenn wir diese herrliche Kombination haben: Das Wort und den Heiligen Geist – dass wir wirklich gewaltige Entfaltungen unseres Potentials, unserer Kraft noch erleben und dass wir auf sehr kreative Gedanken kommen und dass wir auch in praktischer Hinsicht beruflich und in materiellen Aspekten wirklich aufsteigen. Das ist, was Gott vorhat.

Ps 1,1
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt,

Viele Christen sitzen im Kreis der Spötter und sie befolgen den Rat der Gottlosen. Sie haben Probleme in ihrer Ehe und dann wenden sie sich an irgenwelche Bekannten und Verwandten, die selber schon drei kaputte Ehen hinter sich haben und versuchen, sich da Rat zu holen anstatt zu sagen: „Was ist mein Problem? Was sagt Gott dazu? Und was ist die Lösung aus Gottes Wort zu meinem Problem?“

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (20:00 bis 25:00)

Aber es heißt hier: Dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen. Dann! Ja – wann „dann“?

Wenn wir handeln nach allem, was geschrieben ist.

Ohne dass wir lernen, das Wort Gottes zu tun und auszuführen, werden wir niemals zum Ziel gelangen und erfolgreich sein. Das ist unmöglich.

Aber achtet da drauf, dass vor diesem Handeln noch etwas anderes steht, was sehr, sehr wichtig ist und was wir auf keinen Fall übergehen dürfen: Es heißt nämlich hier:

*Damit du darauf achtest* nach allem zu handeln.

Bevor du handelst, musst du achten. Bevor du bestimmte Gehorsamsschritte in deinem Leben gehst, musst du erkennen, dass sie dran sind.

Später dann wenn wir über Befreiung und innere Heilung sprechen, dann werde ich auch lehren über Bitterkeit und das ist ein gutes Beispiel. Du kannst erst dann dich von deiner Bitterkeit trennen, du kannst erst dann Gegenmaßnahmen gegen Bitterkeit ergreifen, wenn du entdeckst, dass Bitterkeit ein Problem ist. Vorher ist es ein Wort für dich und du hast vielleicht eine Lehre über Bitterkeit, aber es wird keinerlei praktische Konsequenzen haben für dich.

Erst wenn du entdeckt: Oh Mensch, das ist ja hier bei mir! Das ist bei mir eine bittere Wurzel, eine negative Haltung, ein Bodensatz von Groll und Enttäuschung und Bitterkeit – erst wenn du das entdeckst, kannst du sagen: Hier gegen werde ich etwas tun!

So – vor dem Gehorsam muss das Achten kommen. Du musst etwas entdecken. Sonst sind das nur Worthülsen.

Ich kenne in der Seelsorge so Leute, die sind so Bekennungskünstler. Die sind bereit alles zu bekennen. Die sagen: Ja, Pastor, was siehst du in meinem Leben? Ich bin bereit sofort das zu bekennen.

Ich könnte sagen: Ja, ich sehe Stolz. – „Herr, vergib mir meinen Stolz“.

Sie bringen nicht ihren Stolz dem Herrn. Sie bringen nur das Wort „Stolz“, aber nicht den Stolz. Verstehst du den Unterschied?

Gott will nicht Worte haben – Gott will die Sache selbst haben. Und das ist ein Unterschied.

Und du kannst nicht irgendetwas bringen in deinem Leben an negativen Dingen, was du selbst nicht siehst. Du kannst nicht. Du kannst darüber Worte bringen, du kannst prophylaktisch irgendwie Buße tun, aber das ist nicht, was die Bibel meint. Es nützt nichts zu sagen: Ja, wenn ich stolz bin und wenn ich rebellisch bin, wenn ich bitter bin, Herr, dann vergib mir das alles, Amen.

Solche Gebete nützen überhaupt nichts. Das sind nur fromme Worte, die du da rüberreichst ohne Substanz und ohne dass irgendetwas passiert in unserem Leben.

Erst müssen wir etwas sehen und dann können wir handeln. Bevor wir nicht sehen, können wir nichts handeln. Das ist doch ganz klar.

Und um eben „acht zu geben“, um etwas zu sehen, wo konkrete Maßnahmen und Schritte dran sind – davor muss das Wort her.

Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen. Du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen.

Warum?

Damit du darauf achtest.

Das Wort ist Licht. Und wenn du dir das Wort zuführst, kommt Licht in dein Inneres. Wie es heißt: Du machst meine Finsternis hell.

Ps 18,29
Ja, du zündest meine Leuchte an; der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht;

Eine Stelle sagt: So hell wie den Mittag.

Ps 37,6
Ja, er wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den hellen Mittag.

Das ist das hellste, was es gibt. Am Mittag ist es am allerhellsten.

Wenn du sagst: Oh, da ist so viel Finsternis in mir – okay, gut, jetzt hast du es bekannt und erkannt, gut, aber jetzt tu etwas dagegen. Die Finsternis wird nicht weggehen, indem du dir oder anderen Leuten sagst, da ist zu viel Finsternis in mir. Darüber kannst du weinen, versuchen, Tränen zu vergießen oder irgendetwas anderes zu machen – das wird nichts nützen.

Die Finsternis wird weichen wenn du Licht machst.

Und dein Wort, sagt es, ist Licht auf meinem Wege. Es ist Licht!

Ps 119,105
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Lass das Licht hinein. Kümmer dich nicht darum, dass so viel Finsternis da ist, lass das Licht hinein. Das Licht muss in deine Seele und dann fängst du an, Dinge zu erkennen, die du vorher nicht gekannt hast. Es reicht doch nicht aus, nur zu hören, was andere vielleicht irgendwie sehen bei dir. Das muss ich doch selber sehen!

Natürlich kann das ein Anreiz sein, den Herrn zu suchen, wenn alle mir immer wieder dasselbe sagen – und besonders meine Frau, die ich sehr schätze und der ich sehr viel glaube. Wenn sie etwas sagt, was ich nicht sehe, ich nehme das sehr ernst und dann sage ich nicht abschätzig: Ja, Herr, wenn es so ist, dann zeig es mir.

Sondern ich sage: Herr, sie sieht das, und ich weiß, sie hat einen messerscharfen Blick, gepaart mit sehr viel Gnade und Erbarmen. Und wenn sie sagt: Es ist da – und ich seh das nicht – dann will ich eher glauben, ich bin blind als dass sie die falsche Optik hat. Zeig mir, wo das ist.

Aber erst wenn ich es selber sehe, dann kann der Herr mich motivieren und mir konkret zeigen, welche Schritte ich gehen kann. Erst wenn ich es selber sehe. Du musst sehen! Wie wirst du seh-fähig? Indem das Wort hineinkommt, indem du dem Wort Raum gibst. Das Wort entfaltet seine Kraft, dir Licht zu geben, indem du dich ununterbrochen mit dem Wort beschäftigst – so wird es da ausgedrückt:

Jos 1,8
Lass das Wort nicht von deinem Mund weichen

Mit anderen Worten ausgedrückt: Sprich das Wort! Sprich das Wort! Sprich es! Führe es in deinem Munde.

Und das will ich heute erklären wie wir das Wort Gottes sprechen können, so dass Wirkungen da sind und trotzdem wir nicht irgendwie religiös werden.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (15:00 bis 20:00)

Du kannst ein Wort äußerlich anschauen, aber hast doch nicht den Zugang zu dieser enormen Kraft von Heilung und Motivation und Liebe und Zuwendung und Bestätigung, die dort enthalten ist – und das möchte ich euch heute lehren hier: Wie können wir das knacken? Wie können wir erlauben, dass diese Kraft herauskommt, die in dem Wort enthalten ist?

Spr 4,22
Leben sind sie denen, die sie *finden* und Heilung für ihr ganzes Fleisch.

Und so könnten wir sagen: Indem wir so mit dem Wort umgehen, so bewahren wir uns Herz! So bewahren wir unser Herz. Du bewahrst dein Herz, indem du dem Wort Raum gibst und dem Wort erlaubst, die Haltung, die Verfassung deines Herzens zu bestimmen.

Josua 1,8 ist ein ganz ähnliches Wort, ihr werdet gleich entdecken, dass ganz starke Parallelen enthalten sind. Wir wollen es uns aber trotzdem anschauen.

Jos 1,8 – hier redet Gott zu Josua und er gibt ihm Anleitung wie er erfolgreich sein kann nachdem der große Staatsmann und Führer, geistlicher Leiter Mose dann verstorben ist und Josua diese Aufgabe übernehmen soll.

Ich nehme mal nur Jos 1,8 – auch die Verse davor sind sehr, sehr schön.

Jos 1,8
Dieses Buch des Gesetzes (das waren die 5 Bücher Mose) soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist2; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben.

Hallelujah.

Der Gott, dem wir dienen, ist ein äußerst erfolgreicher Gott und er möchte, dass wir als seine Nachfolger auch erfolgreich sind. Erfolgreich im biblischen Sinne – nicht, dass du drei dicke Mercedesse vor der Tür hast und ein Verhältnis mit deiner Sekretärin und kurz vorm Herzinfarkt stehst, das ist nicht Erfolg nach der Bibel. Sondern dass du die Segnungen Gottes hast: Dass du Frieden im Herzen hast, dass du gute, harmonische, intakte Beziehungen hast mit deinen Mitmenschen, Frieden in deinem Hause ist und dass du die Kraft hast zu tun, was Gott dir aufgetragen hat zu tun und du in seinen Wegen wandelst. Das ist biblischer Erfolg. Und du sollst erfolgreich sein. Du sollst erfolgreich sein.

Und man kann nicht erfolgreich sein, für und mit Gott, und dabei unglücklich sein – das ist nicht möglich. Halleujah. Das ist das Schöne. Gott will, dass wir erfolgreich sind.

Und lasst uns einmal diesen Vers von hinten nach vorne lesen. Das ist sehr interessant.

Also – du wirst Erfolg haben. Preis dem Herrn. Sehr gut. Ich werde Erfolg haben. Gut.

Und ich werde auf meinen Wegen zum Ziel gelangen. Das ist auch ein ganz starkes Wort. Du kannst nur auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, wenn du wirklich ein Ziel hast. Sehr viele Christen sind ziellos, sie sind jahrelang Christen und sie wissen immer noch nicht wofür sie hier sind. Es gibt einen einzigen Grund dafür wenn man jahrelang Christ ist und man immer noch nicht weiß, warum man hier ist: Weil man faul war.

Weil man nie wirklich in biblischer Weise den Herrn gesucht hat: „Was ist meine Bestimmung? Warum bin ich hier? Was willst du mit meinem Leben tun, was willst du durch mich und mit mir tun?

Wir werden niemals zum Ziel gelangen, wenn wir kein Ziel haben. Wer kein Ziel hat, kommt auch nicht an. Das ist doch ganz einfach.

Manche Christen machen es so: Die schießen erst mit Pfeil und Bogen, die schießen auf eine Holzwand, und wenn sie dann den Pfeil in die Wand geschossen haben, dann gehen sie hin und dann machen sie einen kleinen Kreis und dann einen großen Kreis und dann noch einen größeren Kreis. Und ihr Pfeil steckt witzigerweise genau im Zentrum. Und dann sagen sie: Volltreffer.

Manche Christen sind so. Da, wo sie ankommen, sagen sie dann hinterher: Das war mein Ziel.

Das ist Selbstbetrug.

Gott will, dass du ein Ziel hast, dass du ansteuerst über Jahre, über Jahrzehnte, dass du weißt, wo du hingehst, und du weißt, warum du es tust und wie du es machst und Gott ist wirklich mit dir und das ist eine fantastische Sache zu sehen, ich tue etwas mit Gott, was ich ohne ihn niemals tun könnte. Das ist über meinen Intellekt, das ist über meine Fähigkeiten, über meine Qualifikationen, über meine Möglichkeiten, jenseits dessen wozu ich alleine imstande wäre – es ist Gott, der mit mir ist. Das ist etwas ganz ganz Fantastisches und ich möchte euch sehr, sehr ermutigen – wenn dich das getroffen hat – du bist jahrelang vielleicht schon Christ und weißt immer noch nicht, warum du lebst und es hat dich jetzt getroffen, dass du faul warst – bitte vergib mir, ich wollte dich nicht beleidigen, ich wollte dich nur ermutigen, dass du von jetzt nach vorne schaust und sagst: Ich werde nicht mehr faul sein, nein, ich werde jetzt den Herrn suchen und herausfinden, was er für mich hat.

Zum Ziel sollst du gelangen, und es ist wunderschön, zum Ziel zu gelangen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (10:00 bis 15:00)

Es gibt sehr, sehr viele Menschen, die sich täuschen lassen, die irgendetwas hören, was sich fromm anhört, und dann wundern sie sich, warum die Segnungen, die das Wort Gottes beschreibt, für sie einfach in unerreichbarer Ferne bleiben. Wir müssen wirklich genau achten, dass wir das Wort hören, das Wort des Herrn, und nicht menschliche Wörter über das Wort.

Das ist ein Unterschied: Das Wort oder menschliche Wörter über das Wort.

Das ist ein Unterschied – bitte glaubt mir das.

Spr 4,20a
Auf meine Worte achte!

Und wir sollen wirklich eine Hingabe oder eine Unterordnung unter das Wort vollziehen.

Spr 4,20b
Meinen Reden neige dein Ohr zu!

Da ist das Bild von „sich neigen“, sich belehren lassen, anerkennen, ich brauche Hilfe, ich brauche Belehrung, also auch Eingeständnis meiner Schwachheit. Und sich hingeben und sich unterordnen und auch völlig dem hingeben.

Achtet nun darauf, sagt Jesus, wie ihr hört.

Und manches mal wenn man so im Gottesdienst ist, nicht nur bei den Bekanntmachungen, auch bei der Predigt, man merkt, die Leute sind mit etwas ganz anderem beschäftigt – oder in der Bibelschule manchmal, sie lesen Comics oder schreiben sich nette kleine Liebesbriefchen oder irgendwelche anderen lebenswichtigen Dinge oder so – sie sind mit irgendetwas beschäftigt. Und sie denken, ja, wenn ich körperlich anwesend bin, das wird ja schon irgendwie reichen. Nein, das reicht nicht aus. Das reicht nicht aus.

Sondern wenn ich da sitze, dann sitze ich da und sage: Gott, rede du heute zu mir. Und ich bete: Herr, Segne du den Pastor, den Lehrer, den wer auch immer dran ist, das Wort zu bringen – und ich glaube, Heiliger Geist, dass du durch diese Person heute redest und ich will etwas hören.

Wenn wir eine Umfrage machen würden nach einem Gottesdienst: „Wer hat heute das Wort des Herrn gehört? Wer hat heute eine Antwort von Gott bekommen?“ – du wirst feststellen, die Leute, die sich melden, das sind genau die, die gekommen sind nicht aus Routine, weil Sonntag war oder weil Gottesdienst war, sondern die gekommen sind und haben gesagt: Gott, ich brauche Antwort. Hilf du mir, rede zu mir, ich will weiterkommen, ich will, dass die Dinge in meinem Leben sich verändern, gebrauche diesen Gottesdienst um heute zu mir zu reden.

Das sind die Leute, die das Wort des Herrn hören.

Genau die, die eine Erwartung haben. Und wenn wir da nur sitzen, weil Sonntag ist oder weil Donnerstag ist oder weil Mittwoch ist, das reicht einfach nicht aus.

Wir sitzen da und wir gehen schon unsere Einkaufsliste von morgen durch. Oder wir gehen den Einkauf von heute Nachmittag durch und überlegen, was wir alles vergessen haben, was wir dann morgen nachholen wollen. Wenn wir da sitzen, dann lasst uns sagen: „Gedanken, Ruhe da oben! Jetzt höre ich! Jetzt produziere ich nicht wieder irgendwelche Programme und beschäftige mich mit meinen Terminen und morgen!“

Auch wenn du morgen viel zu tun hast, ja? Wir können sagen „Nein, Ruhe, jezt schalte ich auf Empfang, ich will hören, ich will lernen, ich will etwas bekommen heute, ich will, dass Gott zu mir redet!“

Wenn wir mit eigenen Aktivitäten, eigenen Plänen und Programmen und Dingen beschäftigt sind, wir können nicht das Wort Gottes hören.

Wir hören akustisch irgendetwas, aber es erreicht uns innerlich nicht. Und das ist das entscheidende – das Wort muss uns wirklich treffen. Und es trifft nur den, der es hören will, der es begehrt, der es sucht, der sich danach ausstreckt und der weiß, das ist mein Leben. Nur den trifft das Wort Gottes. Das hängt von der Haltung unseres Herzens ab.

Und darauf können wir Einfluss nehmen. Wir können sagen: Ich will hören, ich will aufmerksam mich dem Wort Gottes zuwenden.

Und dann, wenn ich es gehört habe, dann sollen wir es festhalten.

Spr 4,21a
Lass sie nicht aus deinen Augen weichen

Sondern darauf schauen und sie sozusagen festhalten und nicht wieder etwas anderes, was diese Aussage außer Kraft setzen würde, dann daneben zulassen.

Spr 4,21b
bewahre sie im Innern deines Herzens!

Nachher werden wir uns ein schönes Beispiel anschauen, wo wir sehen, wo eine Gruppe von Menschen geteilt war ins zwei Hälften, und die einen haben das befolgt und sie waren gesegnet und die anderen haben das nur formal irgendwie so vollzogen und sie haben großen Schaden genommen.

Spr 4,21b-22
Bewahre sie im Innern deines Herzens!
Denn Leben sind sie denen, die sie finden

Hier haben wir ein starkes Wort. Das Wort Gottes oder die einzelnen Worte des Herrn müssen von dir gefunden werden!

Das bedeutet nicht, dass du die Bibel aufschlägst und sagst: Ach, da ist es ja, jetzt hab ich’s gefunden.

Sondern dass du den Zugang erlaubt hast, wo das Wort wirklich in dein Herz kommen kann.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (5:00 bis 10:00)

Und das Großartige ist: Du hast Zugriff oder du hast die Möglichkeit, den Zustand deines Herzens zu verändern! Du kannst nicht automatisch deinen sozialen Stand, deine Wohnmöglichkeiten, deinen Beruf oder Beziehungen oder deine finanzielle Situation oder manches andere verändern. Aber du kannst in dir drinnen Veränderungen schaffen, und die werden sich außen dann nach einer gewissen Zeit dann niederschlagen.

Aus deinem Herzen! Und ich habe noch nie jemanden gesehen, der ein Leben voller Bekümmernis, voller Trübsal, Traurigkeit, Minderwertigkeit, Enttäuschung – eine solche Verfassung in sich trägt, und dann ein siegreiches, schönes, entschlossenes, tatkräftiges, glorreiches Leben führt. Das hab ich noch niemals gesehen und ich mache jetzt seit vielen, vielen Jahres Seelsorge. Einen solchen Menschen habe ich noch nicht gesehen.

Wer unglücklich ist in seinem Herzen wird auch von Misserfolg gekennzeichnet sein.

Wir haben Zugang und Zugriff und Möglichkeit, die Verfassung unseres Herzens zu verändern. Und das Wort Gottes sagt es ganz klar: „Behüte dein Herz“. Mehr als deinen Rembrandt im Safe oder irgendetwas anderes, was du da hast, irgendwelche Klunker oder so hinter dem Rembrandt im Wandtresor – mehr als alles, was du sonst behütest, behüte dein Herz!

Warum?

Du kannst außen alles mögliche verlieren, aber wenn du den Zustand deines Herzens dir entgleiten lässt oder ihn nicht selbst bestimmst, dann werden die Umstände dein Herz bestimmen.

Und du hast nach der Aussage des Wortes Gottes die Möglichkeit und die Verantwortung deine Herzensverfassung selbst zu bestimmen.

Und diese Aussage hier, dass wir selbst wachen sollen über unser Herz, ist eigentlich nur die Begründung für das, was davor gesagt ist. Und hier hat es eben mit dem Thema zu tun, wie wir mit dem Worte Gottes umgehen sollen.

Unsere Haltung zum Worte Gottes ist der Schlüssel auf unser Herz Einfluss zu nehmen.

Ich sag es noch einmal, weil das so schön ist und so kompakt ist zum Mitschreiben: Unsere Haltung zum Worte Gottes ist der Schlüssel auf unser Herz Einfluss zu nehmen.

Spr 4,20-22
20 Mein Sohn, auf meine Worte achte, meinen Reden neige dein Ohr zu!
21 Lass sie nicht aus deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens!
22 Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Heilung für ihr ganzes Fleisch.

Es gibt sehr, sehr viele Schriftstellen, die davon reden, was für Segnungen wir erwarten können wenn das Wort in unserem Herzen ist. Das Wort Gottes muss in unser Herz hinein. Und dort kommt es nicht einfach so von alleine hinein, sondern wir haben von unserer Seite aus einige weniger, aber ganz ganz wichtige Dinge zu tun. Es fällt nicht allein in dein Herz, nur, weil du heute abend hier sitzt oder weil du Sonntag für Sonntag sitzt oder am Mittwoch sitzt oder etwas im Fernsehen oder im Radio hörst oder auf Kassette. Das alleine reicht nicht aus, sondern das Entscheidende ist die innere Haltung, die wir dazu haben.

Spr 4,20a
Mein Sohn – natürlich die Töchter des Herrn sind genauso angesprochen – auf meine Worte achte.

Das können wir in verschiedener Weise betonen und holen verschiedene Aussagen daraus:

Gott will, das du auf SEINE Worte achtest. Es gibt so viele andere Worte. Die Worte des Arztes, die Worte deines Steuerberaters oder die Worte von Freunden oder von Nachbarn oder von Zeitungen oder von irgendetwas. Es gibt viele verschiedene Worte und Gott sagt: Wir sollen auf SEINE Worte achten.

Und es gibt sehr, sehr viele Christen, die meinen, es genügt, dass sie irgendwo hin gehen, wo ein paar christliche Vokabeln gesagt werden. Aber Jesus hat einmal als er über das Hören gelehrt hat, da hat er zwei Dinge gesagt:

Habt nun Acht, was ihr hört – und an einer Parallelstelle in dem selben Zusammenhang sagt er: Achtet nun ganz genau darauf, WIE ihr hört.

Mk 4,24
Und er sprach zu ihnen: Seht zu, was ihr hört!

Lk 8,18
So habt nun acht, wie ihr hört!

Das sind die beiden Dinge beim Hören. Erstmal musst du sicher sein, was du hörst. Und es reicht nicht aus, irgendwo hin zu gehen, wo auch die Vokabeln „Bibel“ und „Gott“ und „Gottesdienst“ oder so gebraucht werden, sondern wir müssen sicher sein – ist das wirklich das Wort Gottes?

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (0:00 bis 5:00)

Wir haben das letzte Mal gesprochen über das Wort Gottes. Und in einer Weise muss dieses Thema unbedingt noch fortgesetzt werden, weil es so viel Schönes und Gutes gibt, was dazu noch zu sagen ist. Vorallendingen dann die praktischen Aspekte wie wir das umsetzen: Ich sprach über die verschiedenen Eigenschaften und Merkmale des Wortes Gottes und wie dieses Bibelstudium „Was sagt Gott über Sein Wort?“ – wie das mein Leben nachdem ich viele Jahre Christ war, erfüllt vom Heiligen Geist, noch einmal ganz neu verändert hat.

Das war übrigens ein Satz, als ich so gebetet habe und den Herrn gesucht habe und spürte, es war so wie eine Trockenheitsperiode, wo einfach nichts mehr weiterging, und ich fastete und suchte den Herrn. Und dann gab es einen Satz bei Derek Prince, einem Bibellehrer, den ich sehr schätze. Und dort stand geschrieben: „Satan will dich in Unwissenheit lassen/halten – über die wahre Natur des Wortes Gottes“.

Über diesen Satz bin ich gestolpert und ich fing an über die Natur des Wortes Gottes nachzudenken und merkte, dass ich darüber nichts wusste. Und ich merkte, dass wovor er warnt, das ist bei mir schon voll eingetroffen. Und dann hab ich gesagt: So geht’s nicht weiter und dann hab ich angefangen zu studieren.

Und einiges von diesen Dinge habe ich euch dann so ein bisschen mitgeteilt, wiewohl es noch viel, viel mehr gibt.

Das Wort Gottes ist voller Leben, es ist Heilung, es ist Nahrung, es ist ein schöpferischer Same, es ist eine Waffe, es ist ein Schutz, den wir haben, es ist wirklich sehr, sehr vieles. Das habe ich versucht darzustellen.

Und jetzt kommt es darauf an, dass wir das Wort auch tatsächlich so erleben. Wie würde unser Leben doch geändert sein wenn diese Kräfte und diese Qualitäten sich tatsächlich auswirken würden. Dass es uns Freude gibt, dass es uns motiviert, dass es uns Klarheit gibt, dass es uns Orientierung gibt, Führung gibt, Gewissheit gibt, Festigkeit gibt, Sieg gibt. Das Wort Gottes im Herzen gibt uns Sieg über die Sünde, Sieg über den Teufel.

Was würde da nicht alles Schönes, Gutes geschehen? Wie kann das Wort seine Kraft, sein Leben, seine Segnungen wirklich in uns entfalten? Es gibt nur einen einzigen Weg: Indem wir so mit dem Worte Gottes umgehen wie Gott selbst das vorgeschrieben hat!

Alles andere funktioniert nicht. Nur wenn wir das Wort Gottes so schätzen und ihm den Platz geben und damit umgehen genau so wie Gott beschrieben hat – nur dann werden wir erleben, dass diese Eigenschaften sich beginnen zu entfalten.

Und darauf bin ich nur ganz kurz eingegangen und muss unbedingt mehr darüber sagen, damit wir wirklich praktisch verstehen, was das bedeutet.

Beginnen wir einmal mit Sprüche 4 – das ist eins von mehreren Worten. Und wenn man die so nebeneinander stellt, dann wird man entdecken, dass die sehr viel Ähnliches enthalten oder sogar dasselbe noch einmal etwas anders sagen.

Ach, beginne ich einmal hier jetzt mit Vers 23.

Spr 4,23
Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle4 des Lebens.

Das ist ein ganz, ganz starkes Wort, was sehr, sehr viel Hoffnung freisetzt wenn wir es richtig verstehen. Die Bibel sagt, das Leben, das wir führen werden, kommt aus unserem Herzen. Das Leben, das wir führen, kommt aus unserem Herzen. Wenn das Richtige in unserem Herzen ist, es muss im Sichtbaren dann auch das Richtige sich ereignen. Weil alles Sichtbare eine Folge des Unsichtbaren ist, und das Sichtbare abhängig ist vom Unsichtbaren. Wie am Anfang auch – wir haben das schon gehört – bei der Schöpfung, da war Gott und kein Universum, keine Welt, keine Erde, keine Tiere, kein gar nichts – und Gott sprach.

Also alles, was wir sehen, ist entstanden vom Unsichtbaren. Das Unsichtbare ist dem Sichtbaren überlegen. Das Sichtbare ist im Veränderungsprozess, und wenn wir jetzt ganz anders als die Welt nicht mehr versuchen, im Sichtbaren das Sichtbare zu verändern – das ist ja das Problem der Welt! Sie versucht immer die Probleme zu lösen, da, wo sie gar nicht entstanden sind. Und wir haben die Möglichkeit zurück zu gehen zu den Ursprüngen, zum Unsichtbaren und von dort her Veränderungen zu bewirken und Veränderungen oder neue Weichenstellungen, neue Prägung im Unsichtbaren müssen unbedingt, unweigerlich sich niederschlagen im sichtbaren Leben. Es gibt keine andere Möglichkeit.

Aus deinem eigenen Herzen – oder aus der Füllung deines Herzens, aus der Verfassung deines Herzens, aus der Atmosphäre deines Herzens, dem Zustand deines Herzens – daraus kommt dein Leben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (95:00 bis Ende)

Und Gott hat mir einige Dinge gegeben. Da ist mir schwindelig geworden, und ich hab gesagt: Ne, Herr, hier bin ich, Herr, sende meinen Bruder!

Kennst du diese Gesinnung? „Herr, hier bin ich, sende meinen Bruder“ – bitte, suche dir einen anderen aus, aber nicht ich, das ist too much, das kostet zu viel, das überlebe ich nicht.

Aber siehe da, du überlebst das, nur dein elendes … deine Angst vor der Meinung der Menschen, das stirbt. Und je mehr das stirbt, um so freier wirst du. Wie der Berliner sagt: Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt sich’s ungeniert.

Das heißt nicht, dass wir respektlos werden. Das heisst nicht, dass wir frech werden. Das heisst nicht, dass wir aus eigenen Motiven heraus – sondern das heißt einfach, wir stellen uns Gott zur Verfügung.

Ich staune immer wieder darüber, wie unterschiedlich das ist: Ich kann dasselbe Konzept nehmen, ich kann in eine Gemeinde gehen, und ich bin dort butterweich, und so soft, dass ich mich selber wunder und frage: Bin ich das?

Und ich sage zu meiner Frau: Ich war heute so soft, ich konnte es nicht glauben.

Und zwei Wochen später komme ich in die nächste Gemeinde und da kommt die Bulldozer-Salbung und ich reiße alles runter und breche die ganzen Lügen in Fetzen. Und da: „Boahh“, ich denke, oh Hilfe, Herr. Und bin selber ergriffen und erstaunt über wie Gott ist und wow, ein ehrfurchtgebietender Gott, wo jeder Gedanke „ich könnte ein bisschen Spielchen spielen“ zuende kommt.

Und das *macht* man nicht, man entscheidet sich nicht, ich geh nicht hinein und sage: Heute spiele ich den Softie.

Es hat etwas mit den Herzen zu tun!

Und Gott hat verschiedene Arten, Menschen zu begegnen. Und er kommt dem Willigen, dem Zerbrochenen, dem, der nach Antworten fragt und der sagt: Gott, was immer es braucht,ich will deinen Willen tun – Er kommt dem so soft entgegen und streckt seine Hand aus. Und sagt: Ich kenn all deine Schwächen, aber ich helfe dir. Und ich bin bei dir und ich hol dich da raus.

Aber dem Stolzen, der sagt: Was will denn der überhaupt, und das kennen wir alles schon, und das brauchen wir gar nicht und hoffentlich ist das hier bald zuende – da kommt Gott mit dem Rammbock. Mit der Bulldozer-Salbung. Und keiner schläft interessanterweise. Auch wenn es 1 1/2 Stunden geht. Und wenn es manchmal 2 Stunden geht, keiner schläft, weil sie alle den Atem anhalten – was kommt als nächstes? Noch ein Hammer. Hilfe.

Ich habe bei weiter nicht gesagt, was ich heute sagen wollte. Aber ich habe viele Dinge gesagt, die nicht in meinem Programm standen. Aber ich empfinde, hier ist jetzt erstmal der Zeitpunkt gekommen für ein kleines Päuschen und morgen gibt es noch einen Nachschlag. Wahrscheinlich wesentlich kürzer als heute. Morgen haben wir Gottesdienst und da ist das alles anders.

Abschlussgebet:

Vater, Gott der Weisheit, Gott, der Herzenskenner, Gott, der sich erbarmt über uns, wir rufen dich an. Wir sind überwältigt von all dem, was du hast für uns und wie du willst, dass wir leben sollen. Aber gleichzeitig ist unser Trost: Du wirkst all das in uns. Du hilfst uns. Du schaffst das Neue in uns. Du bringst hervor, was Dir gefällt durch dein schöpferisches Wort in uns. Und wir wollen uns Dir hingeben und wir wollen unsere Herzen hinhalten und erlauben, dass Dein Heiliger Geist uns trifft, uns durchdringt, durchbohrt und prägt und ausreisst und ermutigt und baut und pflanzt und all das gibt, was uns als deine Kinder zusteht.

Vater, gib uns Weisheit, wie wir wirklich in Jüngerschaft hineinkommen und wie wir mit aller Freundlichkeit, mit aller Dringlichkeit, mit aller Liebe, in aller Kühnheit, in aller Freiheit Menschen rufen zu Jüngerschaft und sie ausbilden und dranbleiben über Jahre. Und sie zu Jüngern machen und ihnen helfen, Dich kennenzulernen, die Furcht Gottes zu erlangen und dadurch Raum zu machen, Dich zu erkennen.

Du sagst, die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Und Herr, all das, was um uns herum passiert, in unserem Leben, in unseren Gemeinden, das beweist eines so dringlich: Wir kennen dich so wenig.

Und wir haben so wenig realen Zugang zu den Schätzen, die du uns erworben hast durch deinen Sohn. Aber Vater, wir sagen dir heute: Wir wollen lernen! Wir wollen belehrbar sein. Wir wollen uns demütigen. Wir wollen uns dir hingeben. Und wir wollen erlauben, dass dein Wort unsere Herzen neu prägt und formt.

Und das Licht soll scheinen. Und das Licht deiner Wahrheit wird uns freisetzen von allem Verkehrten. Von allen falschen Absichten und Plänen und Motiven – lass dein Schwert scharf sein.

Und ich bete auch für diese Gemeinde: Ich bete, dass Fürbitter aufstehen und ermutigt sind, im Heiligen Geist zu beten und sich hinter die zu stellen, die den Dienst am Wort haben, und dafür sorgen, dass durch ihre Fürbitte das Wort scharf wird, das Wort mächtig wird, das Wort lebendig wird, das Wort etwas bewirkt in den Herzen der Menschen und sie entdecken: Gott reisst nicht nur aus, Gott pflanzt ein und Er gibt neue Gelüste, neues Verlangen.

Ich bete, dass du ein tiefes Werk tust in dieser Gemeinde, und dass sie mit Volldampf hineingeht und entschieden ist: Wir wollen eine Gemeinde nach dem Herzen Gottes werden. Wir wollen eine neutestamentliche Gemeinde werden. Wir wollen Gott gefallen. Wir wollen Eifer entwickeln für Seine Ehre. Wir wollen, dass Er sich an dieser Gemeinde freuen kann, dass Er wirklich verherrlicht wird.

Und wir wollen lernen mit Ihm überein zu stimmen und wir wollen lernen zu lieben, was Er liebt. Wir wollen lernen zu hassen, was Er hasst, damit Du dich wohlfühlen kannst und damit du Raum bekommst in unseren Herzen.

Vater, danke für den Heiligen Geist, danke für Dein Wort. Danke für dieses geniale Instrument „Jüngerschaft“, was du etablieren möchtest in der Gemeinde. Wir danken dir für all die Segnungen, die dadurch kommen werden. Möge Dein Wille geschehen in unserem Leben, in unseren Gemeinden, und wir danken Dir, Vater, für deine große Geduld, für deine Liebe. Wir danken Dir, Vater. Wir ehren dich und lieben dich. Amen. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (90:00 bis 95:00)

Nicht unbedingt alle möglichen Bücher zu lesen – in erster Linie: Was sagt die Bibel über … Sünde? Was ist die Natur von Sünde? Warum hasst Gott Sünde? Was bedeutet das überhaupt, dass Gott Sünde hasst? Usw. Wir haben viele, viele Aufgaben, die wir geben. Und wenn er die gewissenhaft erfüllt, er wird lernen. Weil sein Denken sich verändert. Und er kommt immer mehr in Übereinstimmung mit Gott. Ein wichtiges Thema wäre z.B.: Wie sieht die Liebe Gottes aus?

Und die ist sehr, sehr anders als viele Christen sich vorstellen. Die Liebe Gottes wird uns gezeigt im Wesen, im Auftreten, im Handeln von Jesus. Er ist das perfekte Abbild Gottes. Alles, was du siehst im Leben von Jesus – das ist Liebe.

Wenn wir das glauben würden, wäre unser Verhalten gegenüber bestimmten Leuten, die christlich auftreten, aber das Wort Gottes verdrehen, total anders.

Aber weil wir an eine menschliche Liebe glauben, die vorallendingen erstmal „nett sein muss“ – herzliche Verständigung … Wo siehst du bei Jesus herzliche Verständigung mit den Pharisäern? Wo siehst du das?

Er ist sehr schroff mit diesen Leuten! Warum? Weil er sich ärgert? Nein! Weil er hofft, dass dadurch die noch eine Chance bekommen aufzuwachen. Wie kann dieser Mann, der so gut ist, der so viel geheilt hat, der so viel Segen verbreitet hat, der so viel Liebe versprüht hat und so viel Barmherzigkeit gezeigt hat – wie kann der zu mir sagen: „Du getünchte Wand!“

Mt 23,27
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern14, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinheit sind.

Vielleicht hat der Recht?! Vielleicht bin ich wirklich ein elender Heuchler! Gott, hilf du mir! An Jesus glaube ich nicht, aber – ich spiele jetzt mal den frommen Juden, ja? – aber Gott im Himmel, du bist da, und schon im Alten Testament – du erforscht die Herzen – dann zeige mir mein Herz!

Jer 17,10
Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem Einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten.

Und da wäre eine Chance zur Unkehr!

Jesus hat Menschen schroff behandelt aus lauter Liebe. Und er hat sich haufenweise Dinge erlaubt, die politisch nicht korrekt waren – haufenweise! Er kommt in das Haus eines Pharisäers, und das erste, was er sagt: Du Heuchler!

Ich meine, sowas macht man doch nicht? Erstmal sagt man: „Danke für die Einladung – und die Suppe – die ist so gut!“

Man sagt erstmal Gutes, man muss erstmal irgendwie sich ein bisschen näher kommen. Aber wir haben nicht Knigge als Handbuch, wir haben die Bibel als Handbuch! Und Jesus ist unser Vorbild. Und wir sollen seine Nachahmer sein. Und wenn Jesus uns zeigt wie man fromme Heuchler konfrontiert, dann will er, dass wir das auch lernen.

Und du sagst: Hilfe, das ist nicht meine Natur.

Dann schmeiss deine alte Natur weg und ergreife die neue Natur! Und werde ein Nachahmer Christi. Hallelujah. Wie wäre das?

Das Problem ist: Wir denken, wir wissen, was Liebe ist. Und dann sind wir nett. Jesus war nie „nett“. Jesus war immer hilfreich. Und er ist immer zum Punkt gekommen und er hat Fragen gefragt, die mit einer einzigen Frage den ganzen Zustand des Menschen offenbart hat. So einer Weisheit. So ein Herzenskenner war er.

Und das sollen wir auch lernen von ihm. Und ich sage es zum x-ten Male: Wenn wir von dieser elenden Menschenfurcht und Menschengefälligkeit nicht befreit werden, wir können niemals Nachahmer Jesu werden. Wir können nicht. Wir sind gefangen in Knigge und in „seid nett zueinander“.

Das ist eines der ersten Dinge, was ein Leiter lernen muss: Gott, hilf mir freizuwerden von Menschenfurcht!

Als ich mich bekehrt habe, eines meiner ganz großen Probleme war Menschenfurcht. Das war eines meiner dicksten Probleme.

Und ich habe erkannt, was Paulus darüber gelehrt hat, und ich hab mich gesehen und ich hab gesagt: Gott, bitte, hilf du mir, setz du mich frei davon!

Und weißt du, wie Gott dich freisetzt von Menschenfurcht? Das geschieht nicht am Schreibtisch. Sondern du sagst: Herr, ich will deinem Heiligen Geist gehorchen, was immer er sagt. Und dann gibt er dir Aufträge, wo du das Gefühl hast, du gehst zu deiner eigenen Hinrichtung. Und du sagst: Das überlebe ich nicht.

Aber mit schlotternden Knien gehst du hin und siehe da – du überlebst, aber deine Menschenfurcht überlebt das nicht.

Und durch Gehorsamsschritte wirst du frei.

1 Petr 1,22a
Da ihr eure Seelen gereinigt habt …

Wie? Durch Lauschen von Predigten? Falsch!

1 Petr 1,22a
… durch durch den Gehorsam gegenüber der Wahrheit.

So wird die Seele gereinigt. Durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (85:00 bis 90:00)

Wir sagen ihm, er soll Themen studieren – und „das Kreuz“ ist nur ein Vorschlag. „Gnade“ wär ein anderer guter Vorschlag, oder ein noch besserer Vorschlag wäre zum Start: Das Wesen, die Natur, die Arbeitsweise des Wortes Gottes.

Wenn wir begreifen, wenn unser Jünger begreift, was ist eigentlich das Wort, was tut das Wort Gottes? Wie funktioniert das Wort Gottes? Unter welchen Bedingungen kann es seine Arbeit tun? Wenn er das studiert in der Bibel, wird er so viel mehr motiviert sein, sich mit der Bibel zu beschäftigen, weil er weiß, was alles daraus kommt. Und weil er dieses momentane „oh neee, jetzt keine Lust“ kann er übergehen, indem er sagt: Aber das wird gut sein. Die Ergebnisse werden kommen. Es lohnt sich hier zu investieren, ein bisschen Mühe, ein bisschen Schweiß zu versprühen, um Gott und Seine Absichten kennenzulernen.

Jesus sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes.

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Und heute irren so viele, weil sie auch die Schriften nicht kennen, und weil sie immer wieder den gleichen Fehler machen: Sie finden einen Bibelvers und der scheint etwas zu sagen, was ihnen jetzt besonders gefällt, ja? Vorhin hatten wir in der Fragestunde: „Die Frau soll schweigen in der Gemeinde!“.

Das ist ein Lieblingsvers von bestimmten Männern mit einer bestimmten Charakterstruktur. Das ist so.

Ich habe noch nie Frauen erlebt, die kämpfen für diesen Vers. Habe ich noch nie erlebt, aber Männer mit einer bestimmten Charakterstruktur, die immer nur darauf pochen: „Ich bin hier der Mann, und ich hab das Sagen und du musst dich unterordnen“. Und jedes dritte Wort ist „Unterordnung“.

Aber das sie die Frau lieben sollen wie Christus die Gemeinde – diesen Vers, den kennen sie nicht.

Eph 5,25
Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat

Aber die Frau muss schweigen!

So, wir geben unserem Jünger Hausaufgaben. Und wir erwarten, dass er die tut. Und wie gesagt – wir sind gnädig. Und da kann mal was dazwischen kommen, und er hat zum Termin seine Sachen nicht fertig. Kein Problem. Dann kriegt er noch ein paar Tage. Aber grundsätzlich gilt wie in der Lehre – denk immer an das Bild Geselle und Lehrling – der Geselle gibt Aufgaben und der Lehrling hat die zu tun. Und die muss er dann vorlegen und das ist völlig normal, das ist nicht Unterdrückung oder Freiheitsberaubung. Das ist Förderung.

Und jeder versteht das auch. Aber als Gemeinde: Hej, dürfen wir das? Können wir so in das Privatleben eindringen?

Du, wir gehen noch viel, viel weiter als das! Das ist erst der Anfang. Wir werden sagen: Du, bitte, mach mal eine Liste der letzten 14 Tage, was hast du im Internet angeschaut? Mach mal eine Liste, welche Filme hast du in den letzten Wochen angeschaut? Mach mir eine Liste. Ich möchte sehen, womit du dich füllst.

Und dann könnten wir vielleicht irgendeine Trash-Sendung, irgendeine sinnlose Fernsehsendung, die einfach nur Dreck und Respektlosigkeit und hässliches Benehmen fördert – hast du mal reingeschaut in diese Shows, wo Menschen aufeinander gehetzt werden und sich mit hässlichen Worten traktieren und zerstören? Und das läuft zu Zeiten, wo Teenager fernsehen.

Und wir sagen: Was sagt das Wort Gottes zu diesen Dingen? Was bedeutet es, wenn unsere Rede „wahr, aufrichtig, auferbauend, ermutigend“ sein soll?

Eph 4,29
Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören.

Was hast du mit solchen Dingen zu tun? Wie beurteilt Gott solche Programme auf der Grundlage des Wortes Gottes? Das ist was anderes als: „Sei heilig und beflecke dich nicht mit der Welt“.

Nein, durchschaue diesen Schmutz und erkenne, wo das hinführt und erkenne, wie heilsam und wie gut die Ordnungen Gottes sind. Und alle Gebote sind gegeben aus Liebe. Nicht weil Gott uns was wegnehmen will, uns den Spaß verderben will – weil Gott uns bewahren will!

Paulus sagt zu Timotheus: Bewahre dich rein.

1Tim 5,22
Die Hände lege niemand schnell auf, und habe nicht teil an fremden Sünden! Bewahre dich selbst rein!

Das bedeutet auch Internet und Fernsehen. Bewahre dich rein! Was lässt du in dein Leben hinein? Das, was du reinlässt, kommt auch wieder raus. Womit füllen wir uns?

So, wir ermutigen unseren Jünger, sich zu vertiefen im Wort Gottes und Themen zu studieren.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (80:00 bis 85:00)

So, wo waren wir?

Die Welt ist das Reich der Finsternis, und darin waren wir. Und die hat uns geprägt. Und die hat uns Werte und Lebensphilosophien beigebracht. Jeder von uns ist ein Philosoph und hat eine Lebensphilosophie. Vielleicht nicht so hoch entwickelt wie Kant oder Fichte oder Hegel oder so etwas, aber jeder hat eine Lebensphilosophie.

Und die ist verkehrt! Und die hat er gelernt. Und jetzt hat er sich bekehrt und er bringt seine Lebensweisheiten in die Gemeinde.

Und was jetzt? Wenn wir ihm das durchgehen lassen würden, er würde alles durcheinander bringen. Also: Er muss das ablegen. Und davon redet das Wort Gottes.

Röm 12,2a
Seid nicht angepasst an diese Welt.

An die Standards und die Werte und die Ideen dieser Welt.

Röm 12,2b
sondern werdet verwandelt2 durch die Erneuerung des Sinnes3, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Hier steht, warum ist Erneuerung des Sinnes so wichtig: Weil nur wenn wir unseren Sinn erneuern, sind wir überhaupt imstande den Willen Gottes zu erkennen. Und dafür sind wir ja da! Wir sind geschaffen, den Willen Gottes zu tun. Wenn wir nicht den Willen Gottes erkennen können, dann wird es so nach dem Prinzip: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.

Aber das ist nicht ein Lebensprinzip, das ist nicht unsere Maxime, das ist nicht, was unser Leben wirklich ausmacht.

Erneuerung des Sinnes bedeutet: Wir lernen über irgendwelche Bereiche des Lebens zu denken wie Gott denkt.

Hat Gott Gedanken über Ehe? Ja! Hat Gott Gedanken über Sexualität? Ja! Hat Gott Gedanken über Finanzen? Ja! Hat Gott Gedanken über Kindererziehung? Ja! Hat Gott Gedanken über Freundschaft? Ja? Hat Gott Gedanken über Gemeinde? Ja! Hat Gott Gedanken über den Teufel, über Dämonen? Ja, ja, ja, ja!

Gott hat Antworten, die er uns gibt in seinem Wort für alle Dinge in diesem Leben. Es gibt haufenweise Dinge, die Gott weiß, die in diesem Buch nicht stehen. „Sola scriptura“ bedeutet nicht: Alles, was gültig ist, ist in diesem Wort. Es gibt viele, viele Dinge, von denen wir keine Ahnung haben und von denen wir auch jetzt keine Ahnung haben müssen. Wofür musst du wissen, wie man Galaxien in der Bahn hält?

Für was brauchst du das? Du musst dein Leben in die Bahn bekommen! Wie man Galaxien lenkt, das kannst du später dann von Jesus lernen. Und so gibt es tausende von Dingen, von denen wir keine Ahnung haben und Gott sagt: Ich belaste euch damit nicht, weil ihr das nicht braucht.

Aber wie man seine Frau lernt zu lieben nach Jahrzehnten, das bringe ich euch Männern bei.

Und, und, und, und, und. Und wie man mit Finanzen gesegnet umgeht. Und wie man das und wie man das und wie man das. Und wie man mit seinen Augen umgeht. Wie man mit seinen Ohren umgeht. All das bringe ich euch bei, weil ihr das braucht hier für das Leben auf dieser Erde. Und der Rest, da haben wir dann die Ewigkeit Zeit dann von Gott zu lernen. Und da werden wir bestimmt interessante Physikstunden haben und Chemie und Bio und der wird uns Dinge erzählen – wir sagen: Das ist ja alles noch viel großartiger und fantastischer als wir uns das überhaupt je träumen könnten! Was für ein Genie ist unser Gott! Wow!

Wir werden die Ewigkeit brauchen um Gott kennenzulernen.

Aber jetzt gibt er uns die Dinge, die wir brauchen für Hier. Und Erneuerung des Denkens, das ist …

Amos 3,3
Wie können zwei miteinander gehen, sie seien denn einig zuvor?

Weil Gott sich nicht verändert, wir sollen aber mit ihm gehen, bleiben nicht mehr viele übrig, die sich ändern müssen. Das sind wir! Wir müssen uns ändern, unsere Denkweise, unsere Sichtweise, unser Verständnis, was ist richtig, was ist falsch, was ist dies, was ist das? All das finden wir im Worte Gottes und wir werden den Jünger anweisen, indem wir ihm Hausaufgaben geben. Und sagen: So, pass auf, lieber Jünger, du kriegst jetzt 4 Wochen Zeit und du machst mir ein Bibelstudium z.B. über das Kreuz. Was sagt die Bibel über das Kreuz? 4 Wochen hast du Zeit, zeig mir deine Ausarbeitung. Was hast du gefunden in der Bibel und vorallendingen was sind deine Konsequenzen aus dem, was du gefunden hast?

Und wir sind gnädig. Und wenn er sagt: Du, ich habe viele Überstunden im Moment, also 4 Wochen ist ein bisschen knapp – kein Problem, 6 Wochen. Aber in 6 Wochen liegt das Ding auf dem Tisch.

Wir geben ihm Hausaufgaben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (75:00 bis 80:00)

Das ist auch mehr als jeden Tag ein Kapitel lesen oder zwei Kapitel lesen oder drei Kapitel lesen, sondern es ist etwas ganz, ganz Praktisches und Tiefergehendes.

Lasst uns einmal zu Röm 12 gehen und inzwischen kann ich schon mal bemerken, es wird etwas länger dauern heute. Aber ihr seid freiwillig da, und jeder darf zu jeder Zeit aufstehen, sich strecken, Dehnübungen machen. Bloß nicht schwatzen mit dem Nachbarn, aber sich hinstellen und mal Lockerungsübungen machen, da hab ich kein Problem, zwischendurch mal rausgehen, auf Toilette, mach, was du möchtest, du bist frei, ich hab dich nicht gezwungen, hier her zu kommen.

Röm 12. Aber was du nicht solltest: „Der hat aber lange gemacht!“ – Hej, ich bin hier an diesem Wochenende, und ich versuche so viel wie es geht reinzupacken. Und ihr werdet Jahre brauchen, das zu verdauen und umzusetzen, wovon ich hier geredet habe. Jahre wird das dauern! Aber schon nach ein paar Monaten, wenn ihr es umsetzt, werdet ihr sehen: neue Freiheit, neues Licht, neue Dimensionen, neue Dimensionen der Gegenwart Gottes, die ich alleine zu Hause erleben darf.

Röm 12,2a
Seid nicht gleichförmig (oder angepasst) dieser Welt.

Welt ist ein geistliches System, in dem wir gelebt haben. Und dieses System ist ein böses System. Dieses System wird gelenkt und geleitet vom Gott dieser Welt, und das ist der Teufel.

2 Kor 4,4
den Ungläubigen, bei denen der Gott dieser Welt5 den Sinn6 verblendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist, nicht sehen.

Und bitte beachte: Nach Ostern, nach dem Kreuz, nach dem Sieg Christi auf Golgatha nennt Paulus den Teufel immer noch „Gott dieser Welt“. Er ist jetzt illegal, er ist entmachtet, und wir dürfen lernen zu herrschen als Christen über ihn, aber er ist immer noch Gott dieser Welt. Und bis Jesus wiederkommt, und wie es in Offenbarung dann heißt – „seine Macht antritt“ – wird der Teufel bleiben. Aber dann tritt Jesus seine Macht an und der Teufel wird gebunden werden und er kommt ins Gefängnis für 1000 Jahre. Und Gott wird regieren durch Christus hier auf der Erde.

Und das wird die herrlichste und befreiendste und heilsamste und kreativste Phase der Menschheit auf diesem Planeten sein. Für 1000 Jahre. Und alle werden – wir sind ja noch kundig und wissen, was ist im Jahre 2018 passiert und was ist dann und dann passiert, die sind ja nicht irgendwie – die haben ja noch ein Geschichtsbuch, und es gibt noch Archive, es gibt noch ein Verständnis, was war vor 100 Jahren, was war vor 200 Jahren usw. Und die werden sagen: Was begonnen hat mit der Wiederkunft Christi, das hat es auf der Erde noch niemals gegeben. So eine Freiheit, so eine Reinheit.

Machst du dir eigentlich Gedanken über Tausendjährige Reich?

Wie sieht das Internet aus im Tausendjährigen Reich? Du sagst: Internet?

Ja, vielleicht eine Fortentwicklung von dem primitiven, was wir heute haben, aber es wird doch Kommunikation geben! Es wird Erziehung geben, es wird Schule geben, es wird Wissenschaft geben, es wird Gesetze geben. Wir regieren mit Christus über Ungläubige – das ist, was die Bibel sagt!

Hallo?

Und deswegen gibt es Universitäten, deswegen gibt es Ausbildungen, deswegen gibt es Unterhaltung – die sehr anders aussehen wird als Hollywood heute. Sehr, sehr anders. Und es gibt bestimmte Dinge, die werden nicht genannt. Bestimmte Dinge, die werden nicht gezeigt. Es gibt Gesetze, die werden nicht erlassen, weil Christus regiert. Was denkst du, was mit Abtreibungsgesetzen passiert?

Alles weg!

220 Regierungen in einem Schlag gewaltsam abgesetzt – das ist Revolution!

Die größte Revolution steht noch bevor, dagegen war die Wende in der kommunistischen Welt, das war harmlos. Und Christus wird regieren und er wird die Gerechtigkeit aufrichten in den Nationen. Das ist, was die Bibel sagt.

Aber wir sind so verhaftet im Diesseits, das wir noch nicht mal imstande sind, uns von heute 200 Jahre in die Zukunft zu versetzen und das ernst zu nehmen, was die Bibel über das Tausendjährige Reich sagt. Geschweige denn von der Ewigkeit, von dem Himmel.

Unser Erbe ist im Himmel, wir sinnen nicht auf das Irdische, wir sinnen auf das Himmlische, von wo wir Christus erwarten, das ist, was Paulus sagt.

Aber unsere ganze Gesinnung ist zugemüllt von diesem ganzen Werbezeugs und von Hollywood und von all diesen Sachen. Und wenn einer von diesen Dingen dann anfängt zu reden: „Hä? Das finde ich jetzt aber strange? Internet im Tausendjährigen Reich!? Wo hat der denn das her? Wo ist denn das in der Bibel?“

Ja, so reagieren Leute! Und sagen: Ja, das ist aber jetzt sehr weit hergeholt!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (70:00 bis 75:00)

Und das wollen wir dem Jünger beibringen. Dass das Wort vom Heiligen Geist in aller Freiheit benutzt werden kann zu überführen und zu motivieren und neue Wünsche und neue Gelüste in uns entstehen zu lassen.

Gott handelt durch das gesprochene Wort. Das ist am Anfang als die Galaxien entstanden sind durch das Wort Gottes. Als Gott sprach: „Licht sei!“

Und nur durch Sein Wort ist das Licht entstanden. Und seit diesem Moment rast es mit der bekannten Lichtgeschwindigkeit durch das All. Und das sind 330.000 km pro Sekunde. Das ist ziemlich schnell. Schneller als die Polizei erlaubt.

Und die Sterne sind entstanden, weil Gott gesprochen hat. Der hat die nicht geknetet mit den Händen. Er spricht und es steht da. Und du bist als neue Schöpfung entstanden, weil Gott Sein Wort gesandt hat und du hast dieses Wort angenommen und deswegen bist du von neuem geboren.

Und nicht nur handelt Gott durch das gesprochene Wort – Er will, dass wir Seine Nachahmer sind und dass wir lernen durch das gesprochene Wort zu handeln.

Was ist der neue Bund?

Jes 59, 21a
[…] dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der HERR: Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe

Das ist der neue Bund. Und Jakobus sagt: Durch unsere Wort steuern wir unser Leben.

Jak 3,2
Denn wir alle straucheln oft3. Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln.

Das ist die praktische Anwendung von diesem Geheimnis: Nicht nur Gott arbeitet durch das gesprochene Wort, wir arbeiten auch mit und durch das gesprochene Wort.

Der Heilige Geist braucht Worte, mit denen er arbeiten kann. Wenn er überführen soll, er braucht Worte. Geschriebene Worte oder noch besser: Worte, die in Kühnheit, in Liebe, in Erbarmen, in aller Klarheit gesprochen worden sind.

Weil wir sind alle mehr oder weniger deformiert und kaputt gemacht worden durch Worte. Ist dir das mal bewusst geworden?

Worte der harschen, lieblosen, zornigen, ungeduldigen Korrektur von unseren Eltern, wobei wir die nicht anklagen wollen, die haben es auch nicht besser gewusst. Durch unsere Lehrer, Kindergarten, Sonntagsschulonkel oder -Tante. Worte der Korrektur gemischt mit negativen Gefühlen wie Ablehnung, Verachtung, Beschämung, Verurteilung, Ausgrenzung – durch diese Worte sind wir kaputt gemacht worden.

Genau genommen nicht durch diese Worte, sondern durch unsere verkehrte Reaktion auf diese Worte.

Indem wir falsche Schlussfolgerungen gezogen haben: Wenn das Autorität ist, ich mach meine Herz zu, ich werde nie wieder erlauben, dass irgendjemand mir sagt, wo es lang geht.

Und diese Entscheidungen treffen wir in ganz frühen Jahren. Und dann bunkern wir die und speichern die tief ab und wir wissen nichts mehr davon, aber diese Entscheidungen sind da, und sie prägen unser ganzes Leben. Und wenn nicht der Heilige Geist kommt, wenn wir nicht Licht hinein lassen in unser Innerstes, dann werden wir mit dieser Haltung ins Grab gehen.

Aber wenn wir uns öffnen für den Heiligen Geist, wenn wir Leben mit dem Wort Gottes wie Gott geboten hat, dass man mit seinem Wort umgehen soll, dann kommt die Wahrheit. Und wir entdecken Lebenslügen, die uns verkrüppelt haben. Und wir entdecken wie schädlich sie sind. Sie waren so logisch, sie waren so einleuchtend.

Als ich anfing mit dem Wort Gottes zu leben, so wie Gott gebietet, dass man damit leben soll, eines der ersten Dinge, die mir bewusst geworden sind, ist diese Lüge, die hochgekommen ist, die ich irgendwann mal beschlossen habe. Das sind heilige Schwüre: Das Schlimmste im Leben ist verletzt zu werden. Und deswegen musst du alles dransetzen, nie wieder verletzt zu werden.

Das klingt so logisch, das klingt so einleuchtend, und es ist völlig verkehrt.

Das Schlimmste im Leben ist nicht verletzt zu werden, das Schlimmste im Leben ist verletzt zu werden, und nicht mit Vergebung zu reagieren. Das ist das Schlimmste.

Nicht was andere mit uns gemacht haben, macht uns krank und kaputt – sondern wie wir darauf reagiert haben: Härte, Gnadenlosigkeit, Rebellion, Stolz, Unabhängikeit – das sind die Dinge.

Und das Gefährliche an diesen Sachen ist, die sind in uns – und wir haben keine Ahnung.

Wir wissen das überhaupt nicht. Aber wir haben den Heiligen Geist, und Er arbeitet ins uns, und er arbeitet im Herzen unseres Jüngers, indem wir ihn einfach nur trainieren, wie er mit dem Wort umgehen soll. Und das ist weitaus mehr als das Kalenderblatt.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (65:00 bis 70:00)

Durch klare, mutige, leidenschaftliche, messerscharfe Verkündigung soll die Furcht Gottes auf die Gemeinde kommen – das ist die Aufgabe von Leiterschaft. Bitte merkt euch das. Das ist euer Job!

Und so kommt die Furcht Gottes in die Gemeinde.

Nicht mit „heititeiti“!

So.

Wieso können die nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen? Jetzt kommt der eigentliche Hammer:

2 Tim 3,8b
so widerstehen auch sie der Wahrheit

Die wollen gar nicht die Wahrheit! Die haben bei allen ihren christlichen Aktivitäten in ihrem Herzen noch nie den Schalter umgelegt: Christsein heißt, der Wahrheit verpflichtet zu sein, Christsein heißt, ich bin entschieden, ich werde jetzt lernen, der Wahrheit zu gehorchen. Das haben sie noch niemals vollzogen in ihrem Herzen, sondern sie haben die Haltung: Was ich mache und was ich für richtig halte und was ich für wahr halte, das bestimme immer noch ich – da kannst du predigen, was du willst. Am Ende bestimme ich.

Und das ist das Gegenteil von Jüngerschaft. Der Jünger sagt: Okay, sagt mir, wo es langgeht. Was soll ich tun? Wo geht’s lang? Was ist das Wort des Herrn für mich? Was brauche ich jetzt? Sag du mir, du bist weiter als ich, du kennst mehr von meinen Problemen als ich selber, sag du mir, wo ist der Weg raus aus diesen Dingen?

Das ist die Haltung der Belehrbarkeit, das ist ein Jünger.

Diese Leute widerstehen der Wahrheit. Sie sagen: Predige was du willst über sexuelle Reinheit, über Geld, über dies und das – am Ende entscheide immer noch ich! Und wenn mir deine Predigt nicht gefällt und wenn mir der Bibelvers nicht gefällt, ich mache, was ich will.

Und das nennt die Bibel „Stolz“.

Und wir haben schon gelernt: Gott widersteht dem Stolzen.

1 Petr 5,5b
Denn „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade“.

Da kann der von Gottesdienst zu Gottesdienst sich hangeln und kann zu Seminaren gehen und kann machen, was er will. Sein Kopf wird angefüllt mit viel, viel Wissen, und er kann andere volltexten, die auch keine Ahnung haben, was aus dem Geist ist und was aus dem Fleisch ist. Aber da ist keine Kraft da, da ist kein Leben da, da kommt nichts wirklich von Gott rüber, und es passiert überhaupt nichts. Sie sind verdorben in der Gesinnung.

2 Tim 3,8b
[…] verdorben in der Gesinnung (im Denken)

Ihre ganze Denkweise ist verkehrt. Das ist das Problem dieser Leute. Und deswegen sagt Paulus: Von diesen wende dich weg.

2 Tim 3,5b
Und von diesen wende dich weg!

So, warum habe ich diese Passage ausgewählt? Um zu zeigen, die Haltung zur Wahrheit entscheidet über alles! Wenn die Haltung zur Wahrheit falsch ist, kannst du Predigten hören, Bücher lesen noch und nöcher – es wird dir nicht wirklich helfen. Und es wird Zeit, dass wir einmal überlegen und prüfen, wie ist meine Haltung zur Wahrheit? Und warum ist das so grundlegend und so wichtig?

Der Gott, der uns gerettet hat, sagt von sich: Ich bin die Wahrheit.

Joh 14,6a
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Und dann sagt er: Ich gehe, und ich sende einen anderen, und der wird euer Lehrer sein, und der wird euch in alle Wahrheit führen.

Joh 16,13a
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten.

Und dann sagt er: Und ich gebe euch ein Buch, und das ist mein Wort, und dieses Wort ist die Wahrheit.

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Also, wo wir hingucken nur Wahrheit. Jesus die Wahrheit, der Heilige Geist ist der Geist der Wahrheit, das Wort Gottes ist die Wahrheit.

Und doch gibt es so viele Gläubige, die in dieser falsches Gesinnung leben: Sie stehen über dem Wort. Sie beurteilen das Wort Gottes und sie sehen hier hat der Paulus Probleme mit Frauen. Und hier das und hier das und sie beurteilen aus menschlicher Art und Weise.

Und jemand sagte: „Puh, also Wort Gottes. Ich bin auch durch die ganze Bibel gegangen, das hat mir nicht viel gebracht“. Und der Pastor sagt: „Okay, aber lass mal die Bibel durch dich gehen!“ Das macht den Unterschied.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (60:00 bis 65:00)

Oder wie Gemeinden sich einen Pastor suchen, die lassen welche vorkommen, sich vorstellen mit Casting und dann predigen die ihre schönste Predigt und dann wird abgestimmt und das ist jetzt unser neuer Pastor. Und der hat keine Beziehung zur Gemeinde, die Gemeinde hat keine Beziehung zu ihm, die wissen nicht, wie der tickt und nach einem halben Jahr kommt raus, was da alles noch nicht stimmt und was da alles kaputt und krank ist und nicht geheilt ist und da haben wir den Schlamassel. Und dann müssen wir den entlassen – und dann fängt das Spiel wieder von vorne an!

Wann hören wir mit diesem Zeug auf?!

Immer wieder lese ich Inserate und Stellenbeschreibungen, und sie denken, das ist wie eine Jöbbörse. Und so kann man einen geistlichen Dienst — ich sage: So funktioniert es: Komm in die Gemeinde, diene hier, fange hier ganz unten an, dein Diplom interessiert uns überhaupt nicht. Und dann wollen wir sehen, wie dein Herz für die Gemeinde ist. Und wir wollen sehen, wie dein Leben ist und daraus kommt dein Dienst.

Wenn wir das so tun würden, viele Katastrophen würden wir uns schenken und sparen. Aber wir haben eine weltliche Gesinnung und wir machen das wie in der Welt: „Na, wenn der 5 Jahre in XY war oder dieses Papier hat, dann muss der ja gut sein“.

Aber welche Probleme der hat, das erzählt der nicht in seiner Predigt! Und der holt die beste Konserve raus und frischt die nochmal auf in der Mikrowelle und präsentiert uns die dann und wir denken: Boah, was für eine tolle Predigt, den Mann brauchen wir.

Wir brauchen nicht den, der schön predigt. Wir brauchen den, der Fürbitte tun kann, der den Mut hat zu ermahnen, der den Mut hat, in das Leben hineinzusprechen, der dienen kann, der die Gemeinde tragen kann auf den Schultern. Das ist, was wir brauchen. Und nicht einen Entertainer, der da irgendwie coole Gesten machen kann und irgendwie uns beeindrucken kann. Wir brauchen solche Schaumschläger nicht. Wir brauchen Menschen mit Substanz, die Gott kennen. Das ist, was wir brauchen. Aber die Gemeinde wird wie ein Geschäft heute gehandhabt.

Okay, ich bin ab vom Thema. Ich bin ja noch gar nicht an dem heißen Punkt, wir müssen weiter in 2. Tim 3. Ich komme immer wieder davon ab. Wo waren wir? Begierden! Von Begierden getrieben.

2 Tim 3,6
Denn von diesen sind die, die sich in die Häuser schleichen und lose Frauen3 verführen – die4 mit Sünden beladen sind, von mancherlei Begierden getrieben werden,

Das ist aber noch nicht das Ende. Das ist noch nicht die eigentliche Wurzel. Dann sagt er erstmal etwas ganz schockierendes!

2 Tim 3,7a
[die] immer lernen

Wir denken, na, da ist doch jetzt mal endlich was Positives. Vorher haben ja viel Schrott gehört von diesen Leuten, aber jetzt hier: Die lernen, und zwar immer! Ja, Hallelujah! Ja, dann wird’s ja was, wenn sie lernen. Was sagt Paulus?

2 Tim 3,7
immer lernen und niemals zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können.

So wenn die wollen – die können nicht!

Und wir haben schon gelernt: Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Die können nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, d.h. die können nicht frei werden. Was immer sie plagt: Zwanghafte Selbstbefriedigung, Drogen, Alkohol, schmutzige Redeweisen, verseuchte Phantasie – was auch immer sie plagt, sie können nicht frei werden. Sie können nicht! Und wenn sie tausendmal wollen, sie können nicht!

Ja, wie geht denn das? Die lernen doch! Irgendwann muss doch mal der Groschen fallen? Wenn auch pfennigweise, aber irgendwann muss doch mal was ankommen?!

Paulus sagt: Null Chance.

Ist das nicht skandalös? Ist das nicht erschreckend? Ein Christ bemüht sich und dann kommt der Apostel Paulus und sagt: Kannst du alles vergessen!

Ja, der fährt zu Konferenzen, der geht zu Seminaren, der gibt viel Geld aus für sein geistliches Wohlergehen?!

Und Paulus guckt sich das an und sagt: Es ist alles umsonst!

Ist das nicht schockierend!

Paulus, wie kannst du so hart sein?!

Paulus ist nie „hart“, weil Paulus Jesus kannte und Jesus ist nicht „hart“. Jesus ist nur klar. Und viele Leute verwechseln Klarheit mit Härte. Und sie können ein klares Wort nicht ertragen. Und dann sagen sie: Das war aber jetzt „hart“.

Gott ist nicht hart – Gott ist barmherzig. Gott ist freundlich. Gott ist willig zu helfen. Seine Hand ist immer ausgestreckt. Aber die kommt nicht so wie wir uns das wünschen. Die kommt so wie Er meint, wie sie richtig ist. Gott ist nicht hart.

Aber weil wir uns so sehr mit unserem Fleisch identifizieren, das rebellieren will, das aufbegehren will, das seine Unabhängigkeit verteidigen will und durch diese Art von Führerschaft, durch diese Art von geistlicher Leitung und dieser Art von Verkündigung, da merkt das Fleisch: „Ja, also hallo, dann ist aber mit meiner Freiheit zuende. Da kann ich ja nicht mehr wie ich will“.

Und weil sie sich mit dem Fleisch identifizieren, darum sagen sie: Das ist hart.

Das ist die Stimme des Fleisches. Das Fleisch jammert: Ist das hart! Wenn so immer verkündigt wird, in dieser Gemeinde, ja, wo bleibe denn da noch ich?!

Hallo?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (55:00 bis 60:00)

Auch da wäre ein „Amen“ gut.

Amen.

Jetzt geht es mehr um das Innerliche dieser Leute: Vers 6 am Ende.

2 Tim 3,6b
von mancherlei Begierden getrieben …

Warum ist das so krass? Weil das Evangelium der Weg ist, wie wir nicht mehr beherrscht werden, sondern wie wir jetzt herrschen.

Nicht von Begierden getrieben werden, sondern wir herrschen über Begierden.

Röm 6,12
So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.

Egal was das ist. Ob das die Begierde ist: Ich will hier ganz groß rauskommen, ich will, dass alle mich liebhaben, ich will angesehen sein, ich will wertgeschätzt werden – oder ob das unreine Begierden sind oder Begierde nach Geld. Das Evangelium ist die Antwort Gottes oder der Weg Gottes wie ein Gläubiger lernt zu herrschen und nicht mehr beherrscht wird.

Röm 5,17
Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Wenn wir die Fülle der Gabe der Gerechtigkeit und der Gnade empfangen, dann herrschen wir in diesem Leben.

Und ich sag immer gerne, weil ich kenne es aus der Vergangenheit: Beherrscht zu werden von Verdammnis, von Depression, von Selbstzweifel, von Menschenfurcht, von unreinen Begierden – ich weiß, was es heißt, beherrscht zu sein. Und ich weiß, was es heißt, frei zu sein.

Und ich kann jedem von euch hier versichern, frei zu sein ist so viel schöner als beherrscht zu sein.

Weil wenn du beherrscht wirst, du läuft immer mit einem schlechten Gewissen rum und du denkst, wenn die rausfinden, was in meinem Leben los, wenn die wissen, wie es wirklich in mir aussieht, wenn die wissen, was ich zu Hause treibe, was ich mir da im Internet reinziehe, was ich für Dinge tue – wenn die das wüssten, die würden alle total umkippen.

Wie ich immer gerne sage: Zu viele Leute in der Gemeinde singen das Rumpelstilzchen-Lied: „Ach wie gut, dass niemand weiß …“

Und holen alle Kraft zusammen, um am Sonntagmorgen für 1,5 Stunden ein siegreiches Lächeln aufzusetzen. Deswegen darf der Gottesdienst nicht zu lange sein, weil 1,5 Stunden, da ist das Limit und dann bröckelt die Fassade und dann schnell nach Hause. Das ist doch nicht normal, ihr Lieben. Das ist nicht die Freiheit der Kinder Gottes. Und deswegen sind so viele Häuser verschlossen und deswegen gibt es so viele Leiter, die ihr Haus nicht öffnen und sie verstehen das völlig falsch, was das Wort sagt: Älteste sollen gastfrei sein.

1Tim 3,2
Der Aufseher nun muss untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfrei, lehrfähig

Sie meinen, das bedeutet „frei von Gästen“ – nein! Es bedeutet, das Haus ist offen und sie sind bereit, ihr Haus zu teilen und jeder kann einmal hineinschauen. Siehst du, was oberflächliche Exegese für Konsequenzen hat, wenn wir nicht richtig studieren, was das Wort meint.

So wichtig, dass wir offene Häuser haben und die Leute können kommen, wie wir im Alltag sind, wie wir da mit den Kindern umgehen, wie wir da mit dem Ehepartner umgehen. Die Leute sollen das sehen! Wir haben nichts zu verbergen. Und wir sind ein Vorbild. Das ist, was Leiterschaft ist: Vorbild der Herde.

1Petr 5,3
nicht als die, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet!

So leiten wir. Und unsere Autorität, die wir von Gott bekommen, kommt durch unser vorbildliches Leben. Nicht weil wir den Titel haben, weil wir studiert haben, weil wir ein Diplom haben, hängt im Büro – guck, da steht’s – ich bin jetzt der und der und ich habe das und das und ich habe diesen Titel und ich bin jetzt Pastor.

Ich sage immer: Möchtest du Gott beeindrucken mit Titeln? Meinst du der Teufel ist beeindruckt mit Diploma?

Ein junger Mann schreibt mir und sagt: Wo empfiehlst du mir, wo könnte ich irgendwie lernen, mich für den geistlichen Dienst vorzubereiten?

Ich sage: In Deutschland fällt mir nur eine Adresse ein: Gehe ins Glaubenszentrum nach Bad Gandersheim.

Ja, aber da kriegt man kein Diplom, das wird nicht anerkannt!

Ich sage: Für was brauchst du ein Diplom? Möchtest du damit Gott beeindrucken? Möchtest du den Teufel beeindrucken? Für was brauchst du ein Diplom? Was willst du?

Ende – kam nichts mehr – das war das Ende unserer Email-Konversation.

Leute wählen den geistlichen Dienst wie irgendeinen anderen Beruf! Und sie müssen einen Universitätsabschluss vorweisen und sie denken, das garantiert, dass sie ein gutes Gehalt kriegen. Jede Gemeinde, die klar im Kopf ist, ist überhaupt nichts von sowas beeindruckt. Sie sagt: Pass auf, wenn du denkst, du sollst in dieser Gemeinde dienen nach deinen drei oder fünf Jahren geistlicher Ausbildung – wunderbar! Komm in die Stadt, such dir eine Wohnung, such dir einen Halbtagsjob, fang an halbtags nebenbei ehrenamtlich in der Gemeinde mitzuarbeiten. Und dann schauen wir, wie sich alles entwickelt und dann schauen wir vom Herrn, wo dein Platz ist. Und vielleicht dann nach einem Jahr oder zwei, dann darfst du auch mal predigen oder vielleicht geben wir dir die Jugend oder du kommst in den Lobpreis – dann schauen wir mal.

Aber nicht: Hier bin ich, hier ist mein Diplom, und wo ist jetzt meine Position?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (50:00 bis 55:00)

Aber wenn ich dann sage: In der Jüngerschaft werden wir sagen, welche Bücher er liest und welche nicht.

„Ja, das find ich jetzt aber krass. Das riecht ja schon ganz schön nach Sekte!“

So reagieren dann Leute, weil sie ihre Unabhängigkeit verteidigen wollen, weil sie immer noch sagen im Herzen: Ich mache, was ich will und du hast mir gar nichts zu sagen.

Das ist Rebellion. Unbelehrbarkeit. „Ich mache am Schluss das, was ich für richtig halte“.

Nein, ein Jünger ist ein Belehrbarer. Und wir sagen: Pass auf, hier ist gute Literatur, die ist geprüft. Dein geistlicher Geschmack ist noch nicht entwickelt, du kannst Gefallen finden an Dingen, die schrecklich sind und die Gott für völlig zerstörerisch hält, aber wir haben ein bisschen mehr Erfahrung und wir sortieren für dich vor. Und hier ist unsere Liste von Büchern. Und das wirst du durcharbeiten in den nächsten Jahren. Und wenn du dann einmal groß bist, dann kannst du selber entscheiden, welche Bücher du liest.

Wie verantwortungsvolle Eltern auch sagen, welche Programme im Fernsehen die Kinder schauen und welche nicht.

Ist das ein Missbrauch unserer elterlichen Autorität? Ist das Unterjochung, Versklavung?

Nein, das ist unsere Liebe zu den Kindern, sie zu schützen vor Dingen, die Gift sind. Und Eltern, die ihre Kinder ins Internet und vor den Fernseher lassen ohne Aufsicht und ohne Raster, was geht und was nicht geht, sind extrem lieblose und verantwortungslose Eltern.

Da hätte ich jetzt mal gerne ein „Amen“ drauf. – Amen – Okay, gut, dann verstehen wir uns.

Wir sind noch immer bei 2 Tim 3 – wir sind ja noch nicht an der Wurzel des Problems angekommen.

Paulus geht von außen nach innen. Er beschreibt ihren Lebensstil. Das, was man von außen sehen kann. Und nachdem er gesagt hat, sie haben die „Form der Gottseligkeit, deren Kraft aber verleugnen“, sagt er schon mal vorab: Von diesen wende dich weg.

2 Tim 3,5
die eine Form der Gottseligkeit2 haben, deren Kraft aber verleugnen. Und von diesen wende dich weg!

Wir werden unserem Jünger sagen, mit wem er Gemeinschaft hat und mit wem nicht. Und er wird keine Gemeinschaft haben, so lange er bei uns in Jüngerschaft ist, mit Leuten, die Spötter sind und die das Wort Gottes mit Füßen treten und die sagen: Hej, ihr seid doch blöd und das muss man doch nicht wörtlich nehmen und das ist doch nicht gedacht fürs Leben, das ist nur, damit der Prediger was zu predigen hat, aber das kann man doch nicht wirklich umsetzen.

Spötter!

Und was sagt das Wort Gottes wenn wir bei den Spöttern sitzen? Es wird uns nicht gut gehen.

Ps 1,1
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt

Und deswegen werden wir sagen: Pass auf, ja, dein Kumpel, der sich auch bekehrt hat, der hat Riesenprobleme, aber du bist nicht der, der ihm helfen kann, weil du ganz ähnliche Probleme hast, und wir arbeiten an deinen Problemen. Und wenn er in Jüngerschaft gehen möchte, dann darf er das gerne tun, aber denk nicht, du hilfst ihm raus.

Schlechte Gemeinschaft verdirbt gute Sitten.

1 Kor 15,33
Irrt euch nicht: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.

So, wir werden genau darauf schauen: Mit wem hat der Gemeinschaft? Und für viele Leute ist das alles so krass, was ich hier erzähle. Aber es ist nur deswegen krass, weil das Wort dir nicht vertraut ist. Weil du noch so geprägt bist von Unabhängigkeit und „ich mache, was ich will“ und die Gemeinde ist doch kein KZ und kein Gefängnis.

Nein, die Gemeinde ist ein Ort, wo du heile wirst. Und du wirst heile, indem man dir beibringt, in den Bahnen des Wortes Gottes zu leben. Weil die Wahrheit frei macht, weil die Wahrheit segnet. Nirgendwo ist mehr Segen zu finden als in der Ordnung Gottes.

Und ich betone es immer wieder: Die Entscheidung für Jüngerschaft kommt freiwillig, weil wir Jüngerschaft gepredigt haben, den Segen der Jüngerschaft und Leute irgendwann aufwachen und sagen: Das wäre die Chance aus meinem Schlamassel rauszukommen – hier bin ich – ich möchte ein Jünger sein.

Mit denen arbeiten wir! Wir zwingen niemandem Jüngerschaft auf, das funktioniert nicht.

Und dann sagen wir: Pass auf, wenn du meinst, jetzt wird es zu krass – und wenn du meinst, wir greifen auf eine Art und Weise in dein Leben ein, die dir nicht gefällt, du hast die Freiheit, an jeder Stelle des Prozesses auszuchecken. Du bist frei. Aber so lange du dabei bist, bestimmen wir die Spielregeln.

Das habe ich von Jesus gelernt. Und viele Leiter zucken zusammen und sehen sich schon auf der Titelseite der Bildzeitung: „Sektenführer manipuliert seine Gläubigen“ – und erpresst ihnen das Geld und raubt ihnen jede persönliche Freiheit.

Menschenfurcht und Menschengefälligkeit hindert uns, unsere geistliche Autorität wahrzunehmen. Und deswegen sind wir die allerersten, die freigesetzt werden müssen, dass wir nicht von solchen Dingen eingeschüchtert werden. Einschüchterung ist eine massive Waffe des Teufels. Und wenn du noch nicht gelernt hast, diese Waffe zu brechen, dann wirst du nicht in der Freiheit dienen können.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (45:00 bis 50:00)

Joseph Prince lehrt tatsächlich: Bei der Bekehrung überführt der Heilige Geist den Ungläubigen über seine Sünde, und dann bekehrt der sich, und dann überführt der Heilige Geist nie mehr von Sünde.

Wir denken, wie kann jemand, der sagt, ich glaube an Jesus, ich glaube an die Bibel – wie kann der sich Zeit nehmen, einem solchen Menschen, ob in Videos, in Fernsehprogrammen oder in Büchern – überhaupt nur 5 Minuten zuzuhören? Wofür?

Er kennt Gott nicht, er kennt sein Wort nicht – warum soll ich meine Zeit verschwenden, von einem solchen Menschen, der andere irre leitet, weil er selber irre geleitet ist – warum soll ich von dem lernen? Warum? Was könnte ich von dem lernen?

Wenn jemand ein Mann Gottes ist, und ist im reifen Alter, und er kennt nicht mal solche elementaren Dinge – was willst du von dem lernen?

Und wenn da auch viele Dinge sind, die er schreibt, die gut sind, wenn jemand das nicht versteht, dass der Heilige Geist auf eine Art und Weise uns vorwärts bringt: Indem er immer wieder neu sein Licht scheinen lässt und uns überführt und uns Dinge zeigt, wo wir dachten, dass die bisher passen – und auf einmal verstehen wir: Die passen nicht! Die sind nicht Christus-gemäß, und Gott hat auch davon mich erlöst, und ich muss umkehren und muss das raustun aus meinem Leben, weil es Ihm nicht gefällt. Das ist Heiligung.

Heiligung ist: Das Licht Gottes scheint, und wir reagieren auf das Licht.

Joh 17,17a
Heilige sie in der Wahrheit!

Und er geht soweit zu sagen, da ist kein einziger Vers in der Bibel, den du benutzen könntest, um mir zu beweisen, dass Gott von Sünde überführt.

Dieser Mann kennt die Bibel nicht.

Und er ist einer der gefährlichsten Irrlehrer, und er erfüllt genau das, was Judas prophezeit hat: Leute schleichen sich ein, und sie missbrauchen die Gnade Gottes.

Judas 4
Denn gewisse Menschen haben sich heimlich eingeschlichen, die längst zu diesem Gericht4 vorher aufgezeichnet sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren und den alleinigen Gebieter und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.

Sie pervertieren die Gnade Gottes zu Ausschweifung. Die Gnade wird auf einmal eine Lizenz zu einem unbedenklichen, leichtsinnigen Leben ohne Besonnenheit. Weil es gibt ja Gnade – Gott hat vergeben. Gott hat alles vergeben. Hat sogar schon deine Sünden, die du noch gar nicht begangen hast, vergeben. Und deswegen ist es Sünde, deine Sünde zu bekennen.

Das sagt dieser Mann!

Ja, da muss doch jeder Neubekehrte sagen: Hallo?! Jetzt ist aber genug!

Und das ist ein Weltbestseller!

Und Leute kaufen dieses Zeug und sind begeistert und ernähren sich von diesem Zeug. Und wenn du dann versuchst, mit ihnen zu reden, die sind schon so intoxikiert, vergiftet durch dieses Zeug, dass sie nicht mehr normal ansprechbar sind.

Sie sind „die Gerechtigkeit Gottes“ – du kannst mir nix sagen.

Und sie verwechseln diesen wunderbaren Stand, den wir haben in Christus, dass wir gereinigt sind, dass wir frei sind und vor Gott stehen dürfen als hätten wir nie gesündigt – verwechseln das mit dem tatsächlichen Stand ihres Charakters und ihrer geistlichen Entwicklung und dass was jeder Mann von ihnen von außen sehen kann. Sie verwechseln das. Und sie sagen: Wir sind geheiligt in Christus und alles ist fertig.

Aber die Bibel sagt: Wir sind geheiligt, wir sind im Prozess, geheiligt zu werden und wir werden geheiligt sein. Das ist, was die Bibel sagt über Heiligung.

Natürlich gibt es Verse, die davon reden: Wir sind in Christus geheiligt.

Aber dann gibt es genau so Verse, die sagen: Jetzt heiligt euch! Vollendet die Heiligung in der Furcht Gottes!

Und sie sagen: Nein, Heiligung ist kein Prozess, Heiligung ist ein Geschenk und fertig, aus und nix.

Und Leute werden verwirrt mit sowas.

Und übrigens, das will ich mal zwischendurch sagen: Jüngerschaft heißt auch: Wir sagen unserem Jünger, was er in der Bibel zu studieren hat und wir sagen ihm, welche Bücher er zu lesen hat. Und welche Bücher er nicht zu lesen hat.

„Ja, das find ich aber krass! Das find ich ja schon ganz schön bevormundend. Ich meine, der hat ja auch seinen freien Willen“.

Nein! Das ist ein kleines Kind. Wenn du ein kleines Kind fragst, was möchtest du heute essen? – Haribo!

Was möchtest du morgen essen? – Haribo!

Was möchtest du übermorgen essen? – Haribo!

Und die Mama liebt das Kind zu sehr, so dass sie sagt: Wenn du jeden Tag Haribo isst, und das als Frühstück, als Mittag, als Abendessen, du wirst krank, armes Kind, das kann nicht funktionieren. Ich bin die Mama, ich weiß mehr als du, auch wenn du das nicht glaubst, aber ich weiß mehr als du, und ich bestimmte deine Diät.

Ist das eine missbrauchende Mama, eine autoritäre, unterdrückende, beherrschende Mama?

Nein, das ist eine liebevolle Mama!

Das verstehen wir alle.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (40:00 bis 45:00)

Sie verleugnen die Kraft Gottes! Das sind die Menschen, die z.B. solche Dinge sagen wie „Christen sind nicht besser, die haben’s nur besser“. Schon mal diesen Spruch gehört?

Christen sind nicht besser. Wir sind genau so wie alle anderen. Wir haben es nur besser. Unsere Zukunft ist heller und schöner usw.

Ist es das, was die Bibel sagt?

Die Bibel sagt: Wir leuchten wie Sterne am dunklen Himmel.

Dan 12,3
Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste; und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit gewiesen haben, leuchten wie die Sterne immer und ewig.

Wir sind Salz der Welt.

Mt 5,13a
Ihr seid das Salz der Erde

Wir sind Licht der Welt.

Mt 5,14a
Ihr seid das Licht der Welt

Maleachi, am Ende das Alten Testaments, er prophezeit, es wird wieder ein Tag kommen, wo man den Unterschied sieht zwischen denen, die Gott dienen und denen, die Ihm nicht dienen.

Mal 3,18
Und ihr werdet wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

Da ist ein Unterschied. Und der Unterschied besteht nicht darin: am Sonntagmorgen laufen die einen fromm mit der Bibel unterm Arm in den Gottesdienst und die anderen gehen auf den Sportplatz oder auf den Auto-Waschplatz.

Sondern der Unterschied ist: Ihre Redeweise. Ihre Verhaltensweisen untereinander. Womit unterhalten sie sich? Was sind die Dinge, die sie sich anschauen im Fernsehen und im Internet? Wie verhalten sie sich bei der Steuererklärung?

Da ist der Unterschied, ob Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit, ob Reinheit oder Unreinheit. Wenn ein Christ so einen Spruch benutzt: „Christen sind nicht besser, die haben’s nur besser“ – dann verrät er damit, er kennt überhaupt nicht das Evangelium. Er hat überhaupt nicht den Anspruch, unser Leben soll etwas zeigen, was die Heiden nicht haben, und wir leben zur Ehre Gottes. Er hat gar nicht den Anspruch.

Sie verleugnen die Kraft Gottes und sie sagen: Wir sind Menschen. Das ist nun mal so. Aber wir haben die Gnade!

Und für sie ist die Gnade wie ein weißes Tuch, was ihren ganzen Schlamassel zudeckt.

Aber Gnade ist nicht etwas, was Gott uns geschenkt hat, um unsere Kompromisse zuzudecken, Gnade ist die *Kraft*, unsere Kompromisse zu beenden! Das ist Gnade!

Der Lügner lügt nicht mehr. Der Ehebrecher bricht nicht mehr die Ehe. Der Betrüger betrügt nicht mehr. Der gestohlen hat, der stiehlt nicht mehr.

Das ist Gnade. Das ist die Kraft der Gnade, die verändert uns, dass wir zu einem Lebensstil kommen. Nämlich einem Lebensstil Christus gemäß. Weil unsere Berufung ist: Gott zu verherrlichen – nicht nur durch Lieder – sondern durch unser Herz. Und alles was aus dem Herzen kommt, und die Bibel sagt: Dein Leben wird von deinem Herzen bestimmt. Dein Leben kommt aus deinem Herzen.

Bewahre dein Herz mit allem Fleiß, weil daraus kommt dein Leben.

Spr 4,23
Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle4 des Lebens.

So, es geht Gott um das Herz.

Und es ist erstaunlich, wie langsam man sein kann im geistlichen Leben. Ich habe erzählt, dass ich eine dramatische Bekehrung erlebt habe. In einer Nacht von Finsternis zu Licht. Und fing an mit Jesus zu leben. Aber es hat ungefähr 15 Jahre gedauert, bis mir auf einmal – oder nicht „auf einmal“, aber es war ein Prozess – bis mir klar geworden ist, der Gott, der mich aus der Finsternis errettet hat, ist an meinem Herzen interessiert.

Es geht ihm um den Zustand meines Herzens. Darum geht es.

Und dann hab ich geforscht und studiert und erkannt: Der Gott, der „die Herzen erforscht“.

Jer 17,10
Ich, der HERR, bin es, der das Herz erforscht und die Nieren prüft, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Taten.

So haben sie in Apostelgeschichte Gott angebetet: „Du Herzenskenner aller, Du, der Du die Herzen erforscht“.

Apg 1,24
Und sie beteten und sprachen: Du, Herr, Herzenskenner aller, zeige von diesen beiden den einen an, den du auserwählt hast

So haben sie Ihn gekannt. Und das ist heute fast nirgendwo mehr vorhanden. Und darum gibt es kaum irgendeine Form von Gottesfurcht.

Und diese Leute haben einen äußeren Schein von Frömmigkeit, von Gottseligkeit, aber keine Kraft und sie sagen: Wie Kraft? Wir sind Menschen und wir sind nun mal so! Aber wir haben die Gnade, uns ist vergeben.

Ein völliger Missbrauch von Gnade! Und das ist sehr, sehr verbreitet in diesen Tagen.

Die Bücher von Joseph Prince sind Bestseller.

Und kaum einer vergleicht seine Idee von Gnade mit dem, was die Schrift sagt. Und kaum einer macht sich Mühe, wirklich in die Wahrheit hineinzukommen, die in der Schrift geschrieben ist.

Und wenn er solchen Blödsinn schreibt: „Der Heilige Geist überführt nicht mehr von Sünde“ – die Leute jubeln noch und sagen: Hallelujah, wunderbar!

Und merken nicht, dass das nicht der Heilige Geist der Bibel ist!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (35:00 bis 40:00)

Weil es von Gott ist, hat es die Natur Gottes. Und weil Gott der wahre Gott ist, deswegen ist auch Sein Wort wahr.

Und ich sagte es schon gestern: Die allermeisten Christen, wenn du sie fragst, ist die Bibel Gottes Wort? „Ja!“

Aber in der Praxis siehst du, sie stimmen Dingen zu, die gegen die Bibel sind, die gegen Gottes Ordnungen sind und sie kennen Gott nicht und sie sind getäuscht und verblendet über ihre eigenen Verhaltensweisen, über ihre eigenen Praktiken, und sie denken, das ist alles in Ordnung und wird abgewunken von Gott. Und das wird es nicht!

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.

Und wir werden viel, viel Zeit drauf verbringen, klar zu machen, welche Schlüsselrolle die Wahrheit im Leben des Gläubigen hat, und wie das aussieht, in der Wahrheit zu leben und mit der Wahrheit zu leben und von der Wahrheit wirklich geprägt zu werden.

Das Verhältnis, das der Jünger hat zum Wort, zur heiligen Schrift, entscheidet über Segen oder Fluch. Fleischliches Leben oder ein Leben zur Ehre Gottes. Über geistlichen Erfolg oder über Misserfolg – die Haltung zum Wort Gottes ist entscheidend.

Nicht das Wissen über die Bibel, sondern die Herzenshaltung.

Ich habe ja erwähnt, dass ich 12 Jahre Pastor war. Und etwas hat mich beschäftigt: Ich hab mich gefragt, wie ist das möglich, das sind zwei Leute in der Gemeinde, die kommen in dieselben Versammlungen, die hören dieselben Predigten, die sind in derselben Atmosphäre des Heiligen Geistes – singen dieselben Lieder – und der eine wächst und wächst und wächst und verändert sich und lässt Kindersachen hinter sich und wird reif und nach ein paar Jahren kannst du sehen, wie Segen von ihm immer mehr ausgeht und wie er ein Teil von Gottes Lösung und Gottes Antwort wird. Und der andere sitzt in derselben Atmosphäre und hat nach ein paar Jahren mehr Probleme als bei seiner Bekehrung, und 20 Jahre später hat er so viele Probleme und landet in der Klinik oder fällt vom Glauben ab oder alle möglichen Dinge in seinem Leben funktionieren nicht – mit Arbeit und Familie und Ehe usw.

Ich hab mich gefragt, wie kommt das zustande? Was ist die Antwort? Was kann man tun, um solche Katastrophen, die ich zuhauf erlebt habe, geistliche Katastrophen, wo Menschen Schiffbruch erlitten haben im Glauben – wie kann man das verhindern? Das war eine Frage, die mich umgetrieben hat.

Und der Heilige Geist hat eines Tages mir Licht gegeben.

2 Tim 3 – eine sehr, sehr wichtige, grundlegende Schriftstelle für das ganze Thema „Jüngerschaft“. Und Paulus beginnt damit, dass in den letzten Tagen bevor Jesus wiederkommt, schwere Zeiten eintreten werden.

2 Tim 3,1
Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere(1) Zeiten eintreten werden

Und dieses Wort „schwer“ wird eigentlich benutzt von „schwierigen Menschen“.

Elberfelder: (1)o. harte; o. böse; das griech. Wort bezieht sich sonst auf Menschen, mit denen schwer umzugehen ist; letztlich werden solche Menschen die „schweren“ Zeiten prägen

Schwierige! Es wird eigentlich nicht auf Zeiten normalerweise bezogen, sondern immer auf Menschen. Was will er sagen?

Die Zeiten werden schwer wegen schwieriger Menschen! Und dann beschreibt er:

2 Tim 3
2 denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig,
3 lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend,
4 Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, – Was für eine schreckliche Liste! – mehr das Vergnügen liebend als Gott

Hier kommen uns zum ersten Mal Zweifel, ob der überhaupt von der Welt spricht!

Wieso soll man von der Welt sagen, sie lieben das Vergnügen mehr als Gott? Die können Gott gar nicht lieben!

Und dann geht es weiter:

2 Tim 3,5a
die eine Form (eine äußere Form, einen Schein) der Gottseligkeit (der Frömmigkeit) haben, deren Kraft aber verleugnen.

Von was redet er hier? Er redet von Menschen, die beanspruchen, gläubig zu sein, und die aber einen Lebensstil der Welt führen, aber man soll sie für gläubig halten. Und sie sind in der Gemeinde. Und das macht die Probleme. Das macht die Zeiten so schwierig. Davon redet er.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (30:00 bis 35:00)

Und dieser arme Mann, der nicht von Gott abhängig ist, sondern von Menschen und von Umständen, hat „klein beigegeben“, hat sich erpressen lassen. Was hätte er tun sollen? Sagen: Passt auf, ihr tretet nicht morgen ab, ihr tretet heute ab, ihr seid alle abgesetzt. Wenn das eure Gesinnung ist – ihr verteidigt Sünde in der Gemeinde und wollt mich als Pastor unter Druck setzen und erpressen?! Ich habe keinerlei Vertrauen in eure Geistlichkeit, ihr seid alle abgesetzt. Lieber singe ich acapella mit der Gemeinde, aber nicht mit einem korrupten Lobpreisteam.

Schon mal im Alten Testament gelesen, welche Ansprüche an die Leviten da gelegt wurde? Das musste heilige Männer sein! Und wir sagen heute: Hauptsache, es funktioniert!

Ich kenne eine Gemeinde, die denken, das muss alles schön sein und rund sein und ansprechend sein – die haben keinen Drummer gehabt. Was haben die gemacht? Die haben einen ungläubigen Schlagzeuger engagiert. Der kommt dann kurz vor Gottesdienst, professioneller Schlagzeuger, spielt dann mit im Lobpreis – und jeder sieht, wie gelangweilt er ist. Und jeder sieht, dass ihm das alles keinen Spaß macht, aber wegen des Geldes kommt er. Wenn sein Dienst fertig ist und er sitzt da so müde und macht da seinen Schlag, und jeder erkennt, der betet nicht Gott an, der macht hier einfach nur ein bisschen Kohle.

Und wenn fertig ist, hält er die Hand auf, kriegt sein Geld und geht nach Hause und dann predigt der Pastor.

Wie fühlt sich Gott über sowas?

Verstehen wir da so etwa wie im Alten Testament: Ich kann das Geplärr eurer Lieder nicht mehr hören!

Amos 5
21 Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen!
22 Wenn ihr mir auch euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so habe ich doch kein Wohlgefallen daran, und das Dankopfer von euren Mastkälbern schaue ich gar nicht an.
23 Tue nur hinweg von mir den Lärm deiner Lieder, und dein Harfenspiel mag ich nicht hören!

Jes 1
13 Bringt nicht länger nichtige6 Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel. Neumond und Sabbat, das Einberufen von Versammlungen: Sünde7 und Festversammlung ertrage ich nicht.
14 Eure Neumonde und eure Feste hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen.
15 Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht – eure Hände sind voll Blut.
Wie würdest du dich fühlen wenn du Gott wärst?

„Ach wie schön, guck mal, einen Drummer haben sie jetzt auch. Jetzt ist die Sache rund“?

Du würdest sagen: Hallo, das soll Anbetung sein? Der betet hier sein Geld an, der macht das nur für Geld, der kennt mich überhaupt nicht. Und diese Leute haben kein Problem, aber ich hab damit ein Problem!

Wir kennen Gott nicht. Wir kennen die Heiligkeit Gottes nicht. Wir kennen die Furcht Gottes nicht. Wir lassen das laufen wie eine Show. Vielleicht nicht gerade diese Gemeinde – ich kenne diese Gemeinde nicht, aber das ist, was an vielen Orten im Lande passiert. Und dann wundern wir uns, warum keine Gegenwart Gottes kommt. Wenn du Gott wärst, du würdest in eine solche Gemeinde auch nicht kommen. Es ist eine Beleidigung, eine Majestätsbeleidigung. Eine Beleidigung der Heiligkeit Gottes.

Aber welche Prediger möchten solche Dinge predigen? Da kriegt man keine „Likes“, da kriegt man eher einen Daumen nach unten. Und das ist ja auch nicht gut fürs Geschäft. Hallo?

Wenn kriegen wir wieder Leute, die sagen: Gott ist Gott und ich setzt alles auf eine Karte und ob ich geliked werde oder disliked werde oder was die Leute mit mir machen, das ist mir alles so schnurzpiepegal – ich bin auf Gottes Seite und Gott ist mit mir und „wenn die ganze Welt voll Teufel wäre – es wird uns doch gelingen.“

Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.

Ein feste Burg ist unser Gott (Martin Luther)

Wenn Gott mit uns ist, wer kann gegen uns sein?

Röm 8,31
Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

Aber da bangen die Pastoren um ihre Gehälter, bangen im ihren Kram, dass der noch irgendwie funktioniert. Der funktioniert wenn wir alles auf Gott setzen! Und wenn wir Gott endlich Gott sein lassen. „Gebt mir meine Gemeinde zurück“, das ist, was Er sagt. Es ist Seine Gemeinde. Wer hat uns erlaubt, da reinzupfuschen und Dinge zu etablieren und Dinge zu dulden, die Ihm ein Greuel sind – um des Erfolges willen, um des guten Ansehens willen.

Ihr Lieben, diese Spiele müssen aufhören, diese Dinge müssen aufhören, und zwar sehr schnell.

Zurück zu Jüngerschaft.

Wir werden sehr stark betonen, was ist das Wort Gottes, warum braucht es das Wort Gottes, wie lebt man mit dem Wort Gottes, was muss er tun, tagtäglich zu Hause, damit durch das Wort Gottes der Heilige Geist ihn prägen kann, ihn erziehen kann, ihn motivieren kann, ihn formen kann, ihn verändern kann?

Jesus betet zum Vater:

Joh 17,17a
Heilige sie in der Wahrheit.

Was ist „Heiligung“? Heiligung ist: Absonderung für Gott, damit wir gebrauchsfähig sind, damit Er wirklich durch uns wirken kann und Er die Ehre bekommt. Heiligung ist unsere Berufung. Wir sind berufen zur Heiligung.

Wir werden viel darauf verbringen, dem Jünger einzupauken, was seine Berufung ist im geistlichen Leben.

Joh 17,17
Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.

Das Wort Gottes ist Wahrheit!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (25:00 bis 30:00)

Wir haben eine Kraftquelle, die uns ermutigt oder die uns befähigt, mitten in Schwierigkeiten ermutigt zu sein. Und da lernen wir ein bisschen, wie Gott ist, weil das ist, was Gott tut: In all den Problemen, die Er mit der Gemeinde hat – Gott ist nicht zornig, Gott ist nicht frustriert, Gott ist nicht enttäuscht, Gott ist nicht beleidigt, Gott zieht sich nicht zurück und sagt: Dann macht doch euren Kram alleine! Jetzt habe ich es satt mit euch!

Gott ist voller Geduld, voller Erbarmen, streckt immer wieder Seine Hand aus und sagt: Kommt! Und ich gebe euch. Und ich helfe euch. Und geht mit. Und kooperiert bitte – das ist Gott. Gott ist nicht ärgerlich und frustriert.

Er ist von großer Geduld. Und in all dem Schlamassel, den Er am Hacken hat mit der Gemeinde, ist Er ermutigt. Das ist das große Wunder. Gott ist nicht depressiv, muss nicht Anti-Depressiva schlucken. Er sitzt nicht im Himmel und sagt: Ja, meine Güte, wenn ich das alles gewusst hätte, was da am Ende rauskommt – das hätte ich mir doch alles schenken können.

Gott ist ermutigt. Und Gott weiß, am Ende wird der Plan gelingen. Am Ende wird Er Seinem Sohn eine herrliche Braut übergeben, an die der Sohn sich Seine Ewigkeit lang freuen kann. Das wird am Ende sein. Woher weiß ich das? Weil ich das Buch bis zu Ende gelesen habe.

Die Braut hat sich bereitet. Das Weib hat sich bereit gemacht. Und dann kommt die Hochzeit.

Und bis dahin haben wir einen weiten Weg. Und als erstes müssen wir sicher stellen, dass wir nicht noch weiter absacken und dass der Standard nicht noch niedriger wird als er schon ist. Ich kann jetzt 42 Jahre Christsein überblicken in Deutschland. Und ich sage dir: Vor 40 Jahren, der Standard an Hingabe, an Verbindlichkeit, an Ehrlichkeit, an Treue in den Ehen usw., ist vor 40 Jahren wesentlich höher gewesen als heute.

Wir sind im Moment auf keinem guten Weg und es ist höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen und zu sagen: Wir müssen wieder zurück in die Dinge, die wir verloren haben. Wir haben dem Feind erlaubt, uns zu berauben. Und warum konnte der Feind das tun? Weil wir ein falsches Evangelium über Jahrzehnte gepredigt haben. Und weil wir uns geweigert haben, auf die Stimme des Heiligen Geistes zu hören und weil wir gesagt haben: Wir wollen lieber groß und mächtig werden und zahlreich werden und wir benutzen irgendwelche Marketing-Strategien, die aus Amerika kommen – statt in dieses Buch zu gehen und zu tun, was dieses Buch sagt. Das ist unser Problem.

Und deswegen erlauben sich der Großteil der Gemeinden auf Jüngerschaft zu verzichten. Es ist nicht, weil sie noch nie was gelesen haben von Jüngerschaft. Es kostet ihnen zu viel, es ist zu mühsam. Und die Leiterschaft zuckt davor zurück, weil sie sagt: Wenn wir damit anfangen, dann läuft uns die Hälfte der Leute weg!

Okay. Dann lass sie laufen!

Aber das können wenige. Und die Leiterschaft lässt sich erpressen von der Idee, wenn wir tun, was die Bibel sagt, da laufen die Leute weg. Und wenn die Leute weglaufen, läuft das Geld weg. Und wenn das Geld wegläuft – wer wird dann hier noch das ganze finanzieren? Und die Gehälter und die Heizung und die Miete und das alles usw.? Und Pastoren lassen sich erpressen und merken nicht, wie erbärmlich das ist und wie sie damit in der Hand von Menschen sind. Anstatt wirklich zu sagen: Hej, das ist Gottes Gemeinde, der wird sich kümmern. Und wenn die Hälfte weggeht, dann wird Gott andere Leute schicken, aber wie auch immer – das Geld, was wir brauchen, um das alles am Laufen zu halten, das wird da sein, weil es ist Seine Gemeinde und Er kümmert sich um Seine Gemeinde.

Ich habe zu viele erpressbare Leiter kennengelernt.

In einer Gemeinde kam raus, dass Unzucht im Lobpreisteam ist. Zwei lebten miteinander wie Mann und Frau, die nicht verheiratet sind. Und der Lobpreisleiter wusste das und hat das gedeckt. Und dann kam das raus. Und der Pastor hat so viel Gottesfurcht gehabt, dass er verstanden hat, das kann er nicht dulden. Und er muss einschreiten. Und er wollte die beiden konfrontieren. Und dann hat der Lobpreisleiter sich vor diese beiden gestellt, die da in Sünde leben und hat dem Pastor gesagt: Pass auf, wenn du die antastest, dann tritt morgen das ganze Lobpreisteam ab.

Und da ist er zusammengezuckt und hat gesagt: Ja, meine Güte, das Lobpreisteam tritt ab – und was dann? Was machen wir dann? Wie soll denn der Gottesdienst funktionieren ohne Lobpreisteam?!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (20:00 bis 25:00)

Nicht: „Ich hab ein tolles Buch gelesen. Ich habe eine Serie gehört über das und probier das doch mal!“

Unsere Glaubwürdigkeit, unsere Autorität kommt aus der Tatsache, dass wir uns bemühen und schon ein Stückchen weiter sind, ein deutliches Stückchen weiter als die, die wir anleiten. Und wir sagen: Hej, das funktioniert! Und ich war in diesen Dingen und Gott hat mich freigemacht und ich kenne das aus eigener Erfahrung, und ich weiß, dass die Kraft Gottes imstande ist, das zu tun.

So, Jesus sagt: Das ist ein Jünger, der in seinem Wort bleibt.

Und dann kommt diese gewaltige Verheißung: Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.

Hallelujah!

Wie viele Menschen sind geplagt von Ablehnung und Selbstablehnung? Und haben kein gesundes Empfinden ihres Wertes in den Augen Gottes? Und sie fühlen sich nur schlecht über sich selber und sie strafen sich, sie spucken sich an, sie hassen sich. Und in manchen Kreisen sogar wird das noch als „Demut“ verkauft.

Die, die die Demut Christi nicht kennen und sie denken, das ist ein demütiger Mensch.

Das ist ein geplagter Mensch! Der freigesetzt werden muss! Und freigesetzt werden kann durch das Wort Gottes.

So.

Durch das Wort Gottes kommt *die* Wahrheit in das Leben eines Menschen.

Der Jünger muss begreifen: Gott hat einen Kanal, wie er dich erreichen will. Und das ist das Wort.

Und es ist der Heilige Geist, der das Wort nimmt und in dir arbeitet. Er benutzt das Wort als ein Schwert. Und was tut er? Er schneidet! Und schneidet Dinge raus. Das Wort Gottes ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und es dringt durch und es trennt Seele und Geist. Eines meiner kleinen Lieblingsbeschäftigungen ist, dass ich viele Male in Versammlungen – auch wesentlich größere Versammlungen als hier – ich frage: Wer hat schon einmal in seinem Leben Lehre gehört über die Trennung von Seele und Geist?

Und dann schauen die Leute mich an und fragen: Was bitte?

Sie haben noch nicht mal das Thema gehört! Geschweige denn etwas darüber gehört, was das ist und wie das funktioniert und warum es notwendig ist und wie Seele und Geist getrennt werden muss durch das Wort Gottes – wofür das da ist.

Das ist unser Zustand im Land! Manchmal hunderte von Leuten, und ich frage: Bitte, musst mir nicht jetzt sagen, was du da alles im einzelnen gehört hast – einfach nur: Wer hat schon mal eine Botschaft gehört?

Und dann gibt’s da manchmal hunderte, 200-300 Leute – und drei, vier Leute heben die Hand.

Und der Rest sind Jahre lang Christen und haben noch nie von Trennung von Seele und Geist gehört. Sie wissen gar nicht, dass das zwei verschiedene Dinge sind! Sie wissen nicht, was Seele ist, sie wissen nicht, was Geist ist und sie wissen nicht, wie und warum diese beiden getrennt werden müssen.

Und das ist der Grund für so viel Menschliches, für sie viel Durcheinander, für so viel Verwirrung, für so viel Unkklarheit. Paulus sagt: Der seelische Mensch – 1 Kor 2,14.

1 Kor 2,14
Ein natürlicher/seelischer Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt8 wird.

Der seelische Mensch! In deiner Bibel steht vielleicht: Der irdische Mensch. Das griechische Wort ist „seelisch“.

5591 psyxikós (an adjective, derived from 5590 /psyxḗ, „soul, natural identity“) – properly, soulish, i.e. what is natural, as it relates to physical (tangible) life alone (i.e. apart from God’s inworking of faith)

Der seelische Mensch – er empfängt nichts vom Geist Gottes! Es ist ihm ja alles „Torheit“. Er kann nicht gelehrt werden vom Heiligen Geist.

Und deswegen ist es so notwendig, dass wir geistlich werden, dass wir vom Geist geprägt werden, vom Geist geleitet werden und dass der Heilige Geist durch das Wort Gottes uns Offenbarung geben kann. Und mit Offenbarung meine ich nicht irgendwelche bunten Bildchen, die manche Menschen versuchen zu sehen wenn sie die Augen zukneifen und ja?

Da hab ich schon Sachen erlebt, da ist der Schlosser den ganzen Tag auf der Arbeit. Abends kommt er in den Hauskreis und sagt: Ich sehe eine Rohrzange.

Ja, logisch, sieht der eine Rohrzange! Weil der den ganzen Tag beim klempnern war und abends hat er noch nicht abgeschaltet und dann sieht er eine Rohrzange und „ich glaube, Gott möchte sagen …“ und dann wird da irgendwas rangedichtet. Das ist keine Gabe im Heiligen Geist. Das ist ein seelischer Eindruck, ihr Lieben. Das kommt nicht vom Heiligen Geist.

Aber der Heilige Geist möchte uns Offenbarung geben und das bedeutet, biblische Wahrheiten sollen lebendig werden in uns, sollen leuchten, sollen ihre Kraft freisetzen, sollen uns inspirieren, sollen uns motivieren.

Die Worte Jesu sind Geist und Leben.

Joh 6,63b
Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;

Und Gott baut uns auf durch Sein Wort. Paulus sagt zu den Ältesten von Ephesus:

Apg 20,32
Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (15:00 bis 20:00)

Und jeder, der Dienst tut in der Gemeinde, soll lernen, das zu tun im Heiligen Geist. Ob das Lobpreis ist, ob das Verkündigung ist, ob das Hauskreisleitung ist, ob das Seelsorge ist – es ist immer dasselbe Prinzip: Wir sind nur die Überbringer des Segens Gottens. Gott ist der, der segnet. Gott ist der, der hilft. Gott ist der, der freisetzt. Gott ist der, der ermutigt und der zurechtbringt und der warnt. Und Er tut das durch Menschen, die sich dem Heiligen Geist zur Verfügung stellen. Das ist das Ziel: Dass mehr der Heilige Geist durch uns fließen kann – um das geht es.

Und es beginnt damit, dass wir lernen, uns hinzugeben, diesem wunderbaren Gott und Ihm erlauben an uns und in uns zu wirken.

Das verstehen wir alle, dass es keinen Sinn macht: Da haben wir den Kettenraucher, aber der stellt sich auf den Marktplatz und sagt: „Leute, ich hab gute Nachrichten – Jesus macht frei“. Und zwischendurch muss er immer eine qualmen.

Da gibt es hoffentlich ein paar clevere Passanten, die sagen: Pass mal auf, mein Freundchen, bevor du hier dich hinstellst und von Freiheit redest – wie wär’s, wenn du mal das vormachst und mit Rauchen aufhörst? Dann könnten wir so viel leichter deine Botschaft annehmen.

Wie jemand mal gesagt hat: „Ich kann deine Worte nicht hören, weil deine Taten so laut sprechen“.

Vor Evangelisation für eine Gemeinde kommt ein heiliger, Gott wohlgefälliger Lebensstil. Ohne diesen Lebensstil macht Evangelisation keinen Sinn. Zu was laden wir denn die Leute ein? Wir müssen doch etwas haben, was die nicht haben, wonach die lechzen: Freiheit von Sorge, von schlaflosen Nächten, von Bedrückung, von Depression, von Selbstzweifel und Unsicherheit und Menschenfurcht und Stress und all diesen Dingen. Wenn wir in diesen Bereichen nichts vorzuweisen haben, für was laden wir die denn ein? Zu was?

Wir müssen glaubwürdig werden.

Und Evangelisation fängt nicht mit einem Programm an, und wir laden den Evangelisten ein, und wir machen jetzt mal so eine stadtweite Aktion. Evangelisation fängt an, wenn die Gemeinde die Segnungen Gottes erfährt, erlebt – und dann die Arbeitskollegen sehen können: Also irgendwas ist bei dem anders. Hier gibt’s so viel Stress und wir flippen alle aus und regen uns auf, und du bleibst immer ruhig und du bist immer gelassen und du hast solche guten Ideen und du bist so kreativ und kannst uns hier so viel helfen. Wo kommt das alles her? Wie machst du das?

So wird evangelisiert. Indem wir etwas haben, was die anderen sehen dürfen. Und sie sagen: Das will ich auch haben.

So, das ist das Fernziel. Und es beginnt damit, dass wir dem Jünger beibringen, sich auf richtige Art und Weise mit dem Wort Gottes zu befassen. Jesus sagt in …

Joh 8,31
Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger

So, was ist ein Jünger? Ein Jünger ist jemand, der gelernt hat, im Wort zu bleiben.

Das ist ein Jünger. Und was passiert dann – und das sind die gewaltigen Segnungen, die Dinge, die auf uns warten und die uns motivieren sollen.

Joh 8,32
und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Was macht frei? Die Wahrheit!

Die aber meine Wahrheit wird, die in mein Leben kommt. Nicht die Wahrheit, die ich höre in Predigten – und nicht anwende oder kritisiere und sage: Das gefällt mir nicht und das mag ich nicht und darüber hat er gesprochen – und das finde ich auch nicht gut.

Nein, die Wahrheit Gottes, die unsere Wahrheit wird, die macht frei.

Frei von was immer unfrei macht – ob das Minderwertigkeit ist, Menschenfurcht oder selbstsüchtige Bestrebungen, andere beeindrucken zu wollen oder irgendwelche Zwänge oder was auch immer. Und die Bibel redet von Stricken der Sünde.

Spr 5,22
Den Frevler werden seine Missetaten fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gebunden.

Menschen sind gebunden an Sünde. Und sie kommen aus ihrem Zorn nicht heraus, sie kommen aus ihrer Sucht nach Unreinheit und unreinen Bildern – sie kommen nicht heraus und sind gebunden an Pornografie. Das ist ein Riesenthema in der Gemeinde! Und die allermeisten Gemeinden weigern sich, darüber zu sprechen und sie tun so, als wenn das kein Problem wäre.

Und das kann nicht so weitergehen.

Und natürlich – wenn wir Jünger machen wollen, ist das immer eine Herausforderung für uns: Wir müssen ein paar Schritte weiter sein als die anderen. Und wir müssen aus Erfahrung sagen können: Hej, diese Dinge funktionieren!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (10:00 bis 15:00)

Und Jesus sagt: Seine Wort sind Geist und Leben.

Joh 6,63b
Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;

Da ist göttliche Lebenskraft im Wort. Wenn Jesus oder Paulus das Wort „Leben“ benutzt – er meint etwas total anderes als wir dadrunter verstehen. Und das ist unser Problem. Dass wir eine Denkweise haben, und Gott hat eine andere. Und deswegen verpassen wir so viele wunderbare Dinge. Die Bibel lehrt, dass wir bevor zu Jesus kamen, bevor wir von neuem geboren sind, wir waren „tot“.

Eph 2,1
Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden

Aus Gottes Sicht waren wir „tot“, d.h. wir hatten keinerlei Verbindung mit Gott. Und wir waren unter der Knute, unter der Herrschaft, der Macht der Finsternis. Das ist, was Paulus sagt: Jeder Ungläubige ist unter dem Geist der Finsternis – Eph 2.

Das ist, was die Bibel sagt. Und er ist „tot“ in seinen Sünden, er hat kein Leben aus Gott. Und Jesus ist gekommen, um die Werke der Finsternis zu zerstören und um uns Leben zu geben. Leben aus Gott. Und deswegen wenn wir von neuem geboren sind, dann fangen wir an zu leben und dann bekommen wir eine Art von Leben, die total anders ist als das, was wir vorher gehabt haben. Und mit diesem Leben kommt Sieg, kommt Verbindung mit Gott, kommt Kraft, kommt Inspiration, kommt die Fähigkeit jetzt zu überwinden und vieles, vieles andere mehr. All das ist enthalten in dem Leben, das wir empfangen haben durch Christus.

Und nur durch das Wort Gottes werden uns die Augen aufgetan, dass wir verstehen, was wir bekommen haben. Und das ist der große Mangel, den wir haben, dass wir gewaltige Reichtümer und Segnungen bekommen haben – und nicht wissen, was wir bekommen haben. Und deswegen nicht an diese Dinge glauben und deswegen diese Dinge nicht erleben. Das ist das große Problem.

Und Paulus spricht davon in Phlm 6 – von wirksamem Glauben durch die Erkenntnis all des Guten, das wir haben.

Philemon 6
dass2 die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.

Nicht „hoffen zu bekommen“, das wir *haben* im Hinblick auf Christus. Glaube wird wirksam wenn wir erkennen, was uns geschenkt worden ist in Christus. Und das sind gewaltige Dinge, und das ist viel, viel mehr als das für uns der Zugang zum Himmel garantiert ist und wir nicht in der Hölle landen wenn wir körperlich sterben. Es ist so viel mehr uns gegeben worden. Und die Gemeinde lebt in einer solchen geistlichen Armut, weil sie die Schätze nicht erkennt und weil sie den Weg zu den Schätzen nicht kennt. Und deswegen gibt es so viele Dinge, die Gott für uns hat, aber die nicht funktionieren.

Und der Jünger wird angeleitet mit dem Wort Gottes zu leben, so dass das Wort Gottes in ihm sein Werk tun kann.

Viele Leute denken, ich hab mich bekehrt, jetzt muss ich was tun für Gott. Nein! Jetzt endlich mal hat Gott die Gelegenheit an dir und in dir etwas zu tun!

Darum geht es. Dass der Jünger lernt, von Gott jetzt beschenkt zu werden, von Gott berührt zu werden, von Gott geprägt zu werden und von Gott gesegnet zu werden, erzogen zu werden. Dass Gott sein Werk in ihm tun kann – um das geht es. Und in dem Maße wie ein Mensch das erlebt, dass Gott in ihm wirkt, kann auch der Heilige Geist durch ihn wirken. Und das nennt man „Dienst“. Egal, ob das dann der Dienst an den Kranken ist oder Dienst an Gebundenen oder ob das einfach Wort der Ermutigung, der Hilfe im Heiligen Geist sind – oder Worte der Warnung, der Korrektur, der Ermahnung, was auch immer – Gott möchte Segen geben und Er tut das durch Menschen, die er trainieren konnte, die auf seiner Seite sind und die Raum machen für den Heiligen Geist, durch ihn zu fließen.

Jesus spricht von Strömen lebendigen Wassers, die aus der Mitte unseres Leibes, wo die Gedärme sind. Aus der Mitte unseres Leibes sollen Ströme lebendigen Wassers fließen.

Joh 7,38
Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Und damit meinte er den Heiligen Geist.

Aber bevor das geschieht, müssen wir kommen und trinken. Und was trinken wir? Wir trinken „Heiligen Geist“. Und das ist für unseren Verstand schwer zu verstehen.

Jesus sagt: Wen dürstet, der soll kommen und trinken.

Joh 7,37
An dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke!

Und wenn wir trinken und wir trinken eine Überdosis, dann wird das eine Quelle in uns, und dann fließt das aus uns heraus zu anderen. Und das nennt man Dienst.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (5:00 bis 10:00)

Verstehen wir das? Wenn jemand nicht sagt: „Das ist meine Gemeinde und ich möchte, dass es hier warm ist im Winter und ich möchte, dass alles andere funktioniert, dass wir einen ordentlichen Teppich haben, schöne Stühle haben usw.“ Ja – wo kommt denn das her? Das fällt ja nicht vom Himmel. Das muss gekauft werden. Da können wir nicht zu Ikea gehen und sagen: „Wir sind eine Gemeinde und bitte beschenkt uns“. Dann kommt als Antwort: „Wir sind ein Unternehmen, das Profit macht. So – bitte bezahle.“

Ganz, ganz wichtig!

Andere Dinge:

– Vergeben
– Um Vergebung bitten
– Dienen
– Dankbarkeit
– Den Glauben bekennen

Das sind alles Dinge, die wir etablieren wollen im Leben dieses Menschen. Wir betonen diese Dinge. Wir erklären aus dem Wort Gottes, warum sind diese Dinge wichtig. Es ist nicht so so, dass wir sagen: Du musst das tun! – Sondern wir erklären, warum sagt die Bibel, diese Dinge seien wichtig.

Wenn jemand versteht, warum er diese Dinge tun soll, ist er viel mehr motiviert als wenn wir einfach sagen: Du musst das tun. Wir wollen ihm helfen, das Wort wirklich anzuwenden ganz praktisch und eine Bereitschaft zu haben. Und deswegen erklären wir, wir geben nicht nur Anweisungen, wir erklären, wie das funktioniert und warum.

Und jetzt möchte ich auf den ersten und wichtigsten Aspekt – alle anderen kommen praktisch daraus – große Betonung legen, und das ist unser Umgang, das Leben mit dem Wort Gottes.

Die Sichtweise, die der Jünger hat vom Worte Gottes, von der Bibel, von der Heiligen Schrift, ist absolut grundlegend. Wenn die verkehrt ist, kann der Jahrzehnte in der Gemeinde sein, das Wort hat keine Chance in ihm sein Werk zu tun. Deswegen die Art und Weise wie er das Wort sieht und dann auch damit umgeht, ist absolut grundlegend. Und wir werden viel Zeit damit verbringen zu betonen, was ist das Wort Gottes, was tut das Wort Gottes, unter welchen Voraussetzungen tut das Wort Gottes sein Werk, wie sollst du als Jünger mit dem Wort Gottes leben? Und das ist etwas viel weitergehendes als wie die allermeisten Christen verstehen, diese Kalenderzettel-Mentalität – schnell noch bevor man in den Alltag zur Arbeit düst, noch schnell den Kalenderzettel abreissen und unterwegs dann irgendwie lesen und denken, das ist dann „sich ernähren vom Worte Gottes“. Nein, da braucht es etwas mehr dazu. Da braucht es vorallendingen Zeit zu und Hingabe.

Und er muss verstehen, wie wirkt das Wort Gottes und was ist meine Haltung zum Worte Gottes. Darum geht es, das ist so, so, so wichtig.

Die Apostel haben geglaubt, dass die Bibel, die Heilige Schrift von Gott ist. Sie haben nicht geglaubt, David hat da ein paar nette religiöse Gedichte gedichtet. Sondern sie haben das geglaubt, was auch Jesus geglaubt hat. Jesus zitiert David und sagt: David sprach im Heiligen Geist.

Mk 12,36a
David selbst sprach doch im Heiligen Geist: …

So, Jesus hat geglaubt, das waren nicht Davids private Ideen, das war der Heilige Geist, der ihn inspiriert hat. Deswegen gibt es so viele prophetische Dinge in den Psalmen, die auch gerade sich auf Jesus beziehen. Weil er geleitet war beim Schreiben vom Heiligen Geist.

Und Jesus hat viele andere Passagen aus dem Alten Testament zitiert, aus Mose, aus Jesaja – und es heißt immer wieder: „Der Heilige Geist sprach“ oder Jesus sagt an einer Stelle: „Habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist“ – und dann zitiert er aus 2. Mose.

Mt 22
31 Habt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht (2. Mose 3,6):
32 »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.

So, Jesus hat geglaubt – im Gegensatz zu heutigen, modernen Theologen – Jesus hat geglaubt, die Schrift ist tatsächlich eingegeben von Gott selber. Das ist, was Jesus geglaubt hat. Und so hat er sich verhalten. Und deswegen natürlich haben die Apostel das genauso gesehen. Weil sie ja von Jesus gelehrt waren. Und sie waren seine Nachahmer. Und sie haben diese Sicht gehabt. Und deswegen schreibt Paulus in 2 Tim 3,15-17 dann, dass alle Schrift ist von Gott eingegeben,

2 Tim 3,16a
Alle Schrift ist von Gott eingegeben

Ausgehaucht durch den Heiligen Geist.

Und weil die Schrift von Gott ist, hat sie seine Natur. Sie ist wahr. Und weil sie wahr ist, ist sie unveränderlich. Die Schrift ist ewig.

Mt 24,35
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (0:00 bis 5:00)

Okay, für die, die vielleicht jetzt dazugekommen sind: Es geht immer noch um das Thema „Jüngerschaft“ oder bzw. wir haben gerade erst ein bisschen reingerochen. Und das ist das entscheidende Element, das uns als Gemeinde in den Strom, in den Fluss des Heiligen Geistes hineinbringt, das sicherstellt, dass die einzelnen Gläubigen in einen kontinuierlichen Prozess der Veränderung sind und dass die Ehre Gottes zunimmt und damit auch die Freude. Um das geht es.

Und es gibt klare Anweisungen im Wort Gottes: Jüngerschaft ist nicht ein modernes Konzept irgendwie von Gemeindewachstum oder irgendwie eine neue Idee – es ist die uralte Idee, der Plan Gottes und nach Gottes Plan soll jede Gemeinde ein solches Jüngerschaftsprogramm oder ein Leben in Jüngerschaft einfach entwickeln und praktizieren. Eine neutestamentliche Gemeinde besteht aus Jüngern. Und das Verstandnis eines Jüngers ist sehr, sehr anders als das allgemeine Verständnis von „ich bin halt Christ“ – sehr, sehr anders!

Und was Jesus will, sind nicht Gottesdienstbesucher, auch nicht mal Gemeindemitglieder, auch nicht Mitarbeiter in der Gemeinde – was Jesus haben möchte, ist Jünger. Er will Jünger haben. Um das geht es.

Und Jünger werden gemacht, Jünger fallen nicht vom Himmel und plötzlich sind wir völlig überrascht. Wir kommen eines sonntags und die Gemeinde ist voller Menschen, die jetzt auf einmal Jünger sind. Das wird nicht passieren. Jünger werden gemacht, aber wir machen Jünger Jesu. Wir machen nicht unsere Jünger – das ist ganz, ganz wichtig. Wir helfen Menschen, wirklich ganz konkret in der Nachfolge.

Und so habe ich einige Dinge aufgezählt. Die will ich nochmal kurz wiederholen, die wir etablieren wollen als regelmäßige Dinge, als regelmäßigen Lebensstil im Leben eines Jüngers.

– Leben mit dem Wort Gottes
– Gemeinschaft mit Gott
– Gott suchen
– Gott anbeten
– Beten im Heiligen Geist
– Fasten
– Geben

Und zu „Geben“, das hatte ich vergessen zu erwähnen, gehört auch das ganze Thema „Gott ehren mit unseren Finanzen und den Zehnten zu geben“. Wir werden dem Jünger beibringen, wirklich Gott zu ehren und den Zehnten zu geben zum Herrn.

Gerade vor kurzen habe ich wieder eine traurige Geschichte gehört. Jemand hat eine Lobpreisleiterin und die war dort, weiß ich nicht, mehrere Jahre, und dann ist irgendwas vorgefallen und Knall auf Fall hat sie ihren Dienst hingeschmissen und ist weggelaufen. Und ich fragte ihn: War die wirklich belehrbar, war die wirklich in Jüngerschaft? Hast du die jemand gefragt, ob die überhaupt ihren Zehnten gibt?

Ja, sowas fragt man ja nicht?!

Und es stellt sich heraus, die war jahrelang in der Gemeinde, die hat einen so verantwortungsvollen Dienst wie Lobpreis gehabt und die hat nie den Zehnten in die Gemeinde gegeben. Und ich sage: Bruder, du hast einen Kapitalfehler gemacht! Du gibst jemandem einen geistlichen Dienst, der nicht einmal mit normalen, irdischen Dingen wie Geld zeigt seine Hingabe und seine Verpflichtung an die Gemeinde.

Wer das nicht tut – warum soll der einen geistlichen Dienst haben – warum?

So, jetzt hast du etwas wichtiges gelernt. Und das ist eine der Grundregeln in unserem Dienst: Niemand bekommt einen geistlichen Dienst, von dem wir nicht mit Sicherheit sagen können, weil wir ihn gefragt haben, ins Auge geschaut haben: „Gibst du deinen Zehnten?“ – und der sagt: „Na klar!“ – wer das nicht klipp und klar beantworten kann, der kriegt keinen Dienst, der darf in den Toiletten sich bewähren oder irgendwelche anderen praktischen Dinge, aber keinerlei geistlichen Dienst – nicht die drei großen „K“s in der Gemeinde: Klavier, Kasse, Kanzel. Völlig tabu! Völlig tabu! Überhaupt gar nicht dran zu denken! Keinerlei Verantwortung als Hauskreisleiter oder sonst irgendwie. Das geht gar nicht.

Warum? Weil Jesus sagt: Wer im Irdischen nicht treu ist, wer wird dann in himmlischen Dingen dann treu sein?

Wenn wir in diesen Dingen wie Geld nicht treu sein können, dann Gott wird uns keinen Dienst anvertrauen. Und wenn Gott einem Menschen keinen Dienst anvertraut, warum sollten wir so dumm sein und das versuchen? Wenn Gott nichtmal bereit ist, das zu tun?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (65:00 bis Ende)

Deswegen sehen wir in Apg 6: Die Arbeit ist so viel geworden. Und was sagen sie dann? Wir müssen die praktische Arbeit delegieren. Und wir bleiben in zwei Dingen: Im Gebet und im Amt des Wortes.

Apg 6,4
Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren.

„Amt des Wortes“ ist was anderes als Samstag abend während der Sportschau sich ein paar nette Dinge auszudenken für die Predigt. „Amt des Wortes“ ist mit dem Wort zu leben. Und wenn unsere Prediger endlich einmal begreifen würden, dass das Wort Gottes, das sie verkündigen, durch sie hindurch, kann nur das bewirken, was es zuvor in ihnen bewirkt hat. Wenn wir das endlich einmal begreifen würden, würden unsere Predigten und unsere Lehrvorträge eine andere Dimension bekommen.

Weil man nicht aus dem Fundus seines Wissens, das man auf irgendwelchen theologischen Seminaren angesammelt hat, irgendwas weitergibt, und aus hohlen Köpfen in hohle Köpfe transportiert, sondern aus einem Herzen, wo Eifer ist, wo Leidenschaft ist, wo Liebe ist, wo Klarheit ist, wo Mut ist, wo Demut ist, wo Barmherzigkeit ist. Aus diesem heraus zu sprechen mit dem Versuch, die Gewissen, die stumpfen, toten Gewissen wieder aufzuwecken. Das ist Predigtdienst!

Und das hat man vor 40-50 Jahren noch gekannt. Und heute, was die Leute lernen in den Ausbildungsstätten, es ist ein Jammer! Und man kann nur sagen: „Herr, erbarme dich über diesen Müll, der da produziert wird“.

Und diese Leute werden auf uns losgelassen und sie denken, nur weil sie 4-5 Jahre das studiert haben, deswegen sind sie imstande jetzt einen effektiven Dienst zu machen. Sie lernen Methoden wie man „erfolgreich“ sein kann, aber das Problem ist: Erfolg haben sie falsch definiert. Erfolg ist nicht mehr den Willen Gottes zu tun, Erfolg ist nicht mehr, ein reines, heiliges Leben, ein Herz, das Gott gefällt. „Erfolg“ sind jetzt Zahlen – wie groß ist die Gemeinde? Das ist jetzt der Erfolg. Erfolg ist: Wie viele gehorsame Leute hast du?

Die Pastoren brüsten sich: „Oh, am Sonntag, wir haben so und so viele Leute!“. Und sie überbieten sich mit den Zahlen. Ich sage: „Und wie viele Leute hast du, die regelmäßig fasten?“

Wie viele Leute hast du, die zur Gebetsnacht kommen? Wie viele Leute hast du, die wirklich ein persönliches, tiefes Gebetsleben haben?

Das sind die Zahlen, die mich interessieren.

Stattdessen zählt man die besetzten Stühle, weil das das Billigste ist. Weil das das Einfachste ist. Und man brüstet sich mit Zahlen. Und ein Pastor, der ein paar hundert Leute hat, gilt mehr als ein Pastor, der nur 30 Leute hat. Wir sind krank! Wir haben den Zeitgeist inhaliert! Und wir messen Erfolg nicht, wie Gott Erfolg misst, sondern wir messen Erfolg nach den Methoden und Maßstäben der Welt.

Und wo kommt das alles her? Weil die Leiterschaft nicht mehr im Wort ist!

Und wenn du sagst, ich kenn aber ein paar Leiter, die anders sind – dank sei Gott und mögen sie noch lange leben und uns inspirieren, uns herausfordern und uns zeigen, dass diese Hingabe an den Zeitgeist, dass das nur Betrug ist und niemals dazu führt, dass eine starke, kämpfende, siegreiche Gemeinde hervorkommt, die in Reinheit lebt.

Und während unsere jungen Leute von den Seminaren kommen und uns beglücken mit all ihren Theorien, die sie gelernt haben – das Maß der Sünde, Pornografie, Unzucht, Unreinheit, Abhängigkeit, Drogen usw. – das Maß der Sündenbindungen nimmt immer mehr zu. Das ist der wahre Zustand in der Gemeinde.

Und als ich vor 42 Jahren zum Glauben gekommen bin, dass ein Mann Gottes sich scheiden ließ und dann mit der Lobpreisleiterin oder mit der Sekretärin losgezogen ist, solche Geschichten hast du fast nicht gehört. Und heute hörst du es von allen Ecken und Enden.

Woran liegt das? Die Kraft fehlt! Nicht die Kraft für Zeichen und Wunder. Die Kraft, Sünde zu überwinden! Die Kraft für ein heiliges Leben – das fehlt. Und wenn das nicht da ist, da brauchen wir auf Zeichen und Wunder gar nicht erst zu warten.

Das ist Gott wichtiger. Und das ist das Fundament, und um das geht es. Und nur durch Jüngerschaft, indem wir wieder Jünger machen in der Gemeinde, werden wir diesem Trend entgegen steuern. Und welche Gemeinde das ausschlägt und sagt: „Ne, Jüngerschaft, das wollen unsere Leute nicht, das passt nicht, das ist nicht angesagt“ – die vor diesem Element jetzt einen Bogen machen, werden dafür teuer bezahlen in den nächsten 10-20 Jahren, glaubt es mir. Eine Tsunami-Welle von esoterischer, New-Age Verführung ist am Heranrollen über die Gemeinde, und die Gemeinde hat dem nichts entgegen zu setzen. Es sei denn, sie nutzt jetzt die Zeit und sagt: Wir müssen wieder ins Wort Gottes. Und Gottes Wort muss der Maßstab werden. Das wollen wir den Jüngern beibringen, um das geht es.

Gib uns Gnade, Herr, nüchtern zu werden, aufzuwachen, die Zeichen der Zeit zu deuten, zu verstehen, was der Feind da plant gegen die Gemeinde, sie auszuschalten und sie zu paralysieren, sie in die Irre zu führen – hilf uns, nüchtern zu sein, wachsam zu sein. Hilf uns, echt zu werden und Menschen des Wortes zu werden. Danke für Deine Gnade. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (60:00 bis 65:00)

Der Heilige Geist arbeitet an unserem Herzen durch das Wort. Und deswegen ist das geschriebene Wort so wichtig. Und was er lernen soll, ist, dass das geschriebene Wort, was er hier in seiner Bibel entdeckt – die Druckerschwärze – Saft und Kraft und Power wird in seinem Herzen. Das muss er lernen.

Also 30 cm sind zu überbrücken, mehr nicht. Aber das ist der entscheidende Punkt. Und wenn wir ihm beibringen, auf die Art und Weise wie Gott geboten hat, dass man mit Seinem Wort umgehen soll, zu leben, dann ist Tor und Tür offen und Gott kann an seinem Herzen arbeiten und Gott kann Licht leben und Gott kann ihm Motivation geben. Gott kann Dinge töten in ihm oder er lernt sie zu töten in sich selber. Wie Paulus das sagt:

Röm 8,13
wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben.

Und er lernt Raum zu machen für neue Dinge, die Gott in ihm schafft.

So, das ist das Entscheidende: Wie lebt der Jünger mit dem Worte Gottes?

Und das scheint irgendwie sehr in Vergessenheit geraten zu sein und viele, viele Christen, gerade auch Leute, die Erfahrung mit dem Heiligen Geist gemacht haben, leben in Langeweile und sie erleben keine neuen Dinge mit Gott. Sie haben keine tiefen Begegnungen mit dem Herrn und es passiert nichts neues. Und sie erleben keine Veränderungen. Und dann fangen sie an, sich für fragwürdige Dinge zu öffnen, weil sie einen Hunger haben, irgendwas zu erleben.

Und, ihr Lieben, das New-Age und die Esoterik drängt mit Macht hinein in das pfingstlich-charismatische Lager – mit Macht! Und wenn wir das Wort Gottes jetzt nicht kennenlernen, wenn wir nicht geschärfte Sinne bekommen, wenn wir nicht sensibel werden für den Heiligen Geist, dann werden wir auf alle möglichen Täuschungen und Tricks des Feindes hereinfallen, die uns abziehen wollen vom geraden, klaren Weg.

Und ich bin extrem erschrocken über das Maß von geistlicher Blindheit in unserem Land – gerade in der Leiterschaft. Ich habe euch gestern ein Zitat vorgelesen, wo du denkst, „wie kann jemand, der seine Bibel kennt, der Jesus kennt, wie kann der solchen humanistischen Schwachsinn schreiben?“

Und das war nicht ein Neubekehrter, das ist jemand, der Jahrzehnte mit dem Herrn lebt und Amt und Würde bekleidet und der bekannt ist. Und er schreibt solche Dinge und du merkst, er kennt Jesus, den Jesus der Schrift aus Erfahrung überhaupt nicht.

Und er faselt den Zeitgeist und gibt die Ideen aus dem Zeitgeist wieder und denkt, das ist christliche Liebe. Und er kennt nicht die Liebe Gottes, die so anders ist als die humanistische Liebe. Nur durch das Wort Gottes können wir lernen zu unterscheiden, was ist von Gott, was kommt von Christus, und was gebärdet sich „christlich“, aber es kommt nicht von Christus, sondern es kommt vom Feind.

Und es ist höchste Zeit, und da warten Gefahren und Angriffe auf die Gemeinde Jesu. Durch Jahrzehnte wurden wir sozusagen weichgespült und haben ein falsches Evangelium gehört und inhaliert und jetzt sind wir so machtlos und so kraftlos und so blind, dass es jetzt einen massiven Angriff geben wird.

Paulus sagt: Falsche Jesusse, falsche Evangelien. Christus warnt auch davor: Falsche Christusse.

Wie können wir die falschen erkennen wenn wir nicht das Original kennen? Nur wenn du das Original kennst, dann kannst du imstande sein, die Fälschung als Fälschung zu erkennen. Und wir müssen Jesus kennenlernen. Und es geht nur über das Wort.

Und deswegen halte ich überhaupt nichts von diesen Trends, die Predigten immer kürzer zu machen und dann viel mit Videos und mit Gags und mit allen möglichen Dingen, die Gottesdienste irgendwie aufpeppen, dass die Leute da ihren Spaß dran haben. Was wir brauchen, ist, das Wort Gottes gepredigt in der Kraft und Klarheit des Heiligen Geistes – das ist das einzige Mittel, das Gott verordnet hat, um Gläubige zu überführen, zu motivieren, zu reinigen und zu stärken.

Die Kraft kommt durch das verkündigte Wort. Der Glaube kommt aus dem gesprochenen Wort, das lebendig gemacht ist im Herzen des Predigers.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (55:00 bis 60:00)

Das heißt nicht, der muss sich auf den Marktplatz stellen und muss da jetzt jeden Samstag vormittag predigen, sondern das heißt: In seiner Nachbarschaft, in seinem Alltag, auf der Arbeit – alle Leute wissen, dass er ein Christ ist. Und er steht für die Wahrheit. Er predigt nicht die Leute voll, aber er nutzt normale Gelegenheiten des Alltags, um klar zu machen, wer er ist und wo er steht und an was er glaubt.

Ich halte nichts davon, Leute vollzupredigen, die das gar nicht hören wollen. Ich glaube nicht, dass das unser Auftrag ist. Sondern wir sollen wirklich für den Herrn da sein und sein Reich repräsentieren und wenn Leute fragen, dann können wir sagen, warum wir so leben. Aber zunächst mal geht es darum, wir lassen sie wissen, auf eine natürliche Art und Weise – nicht irgendwie gekünstelt und komisch und „entschuldigung, ich wollte das mal sagen, ich bin jetzt gläubig“ – bitte nicht so.

Lasst das normaler rüberkommen und freu dich an deinem Glauben und lass das eine ganz normale Sache sein. Dank sein Gott, dass du den Schrott von früher nicht mehr tun musst und dass du jetzt das richtige tun kannst: Du bist jetzt Kind Gottes und du lebst mit Jesus und du lebst mit dem Wort Gottes.

Okay, so das sind die Dinge, die wir etabliert sehen wollen im Leben des Jüngers. Diese Dinge sollen regelmäßig in seinem Leben stattfinden – regelmäßig!

Was haben diese Dinge gemeinsam? Diese Dinge sind alle verschiedene Formen der Demütigung.

Wenn du nicht weißt, wieso Fasten eine Form der Demütigung ist, dann rate ich dir, dass du einfach mal anfängst zu fasten und dann wirst du schnell verstehen, dass das eine extreme Form der Demütigung ist. Und wenn du noch nie jemanden um Vergebung gebeten hast und weißt nicht, was das mit Demut zu tun hat, dann tu es einfach mal und dann wirst du feststellen, wie dich das demütigt.

Alle diese Dinge sind Formen der Demütigung. Warum ist das so wichtig? Weil wir demütigen uns, und Gott erhöht uns. Gott gibt dem Demütigen Gnade, und jeder Schritt, jede Veränderung unseres Charakters, jeder Schritt vorwärts in mehr Jesus-Ähnlichkeit ist nur Gnade. Es ist nicht Willenskraft. Wir verändern uns nicht mit Willenskraft, sondern es ist die Gnade Gottes, die uns verändert. Willenskraft brauchst du, um Disziplin einzuüben. Dafür brauchst du Willenskraft. Aber Disziplin verändert dich nicht.

Aber du bringst dich an den Platz der Demütigung, wo Gott dir Gnade geben kann – weil Gott widersteht dem Stolzen und er gibt dem Demütigen Gnade.

1Petr 5,5b
denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Und was wir ja sehen wollen im Leben des Jüngers: Dass er verändert wird. Paulus sagt: Was ich bin, bin ich durch die Gnade Gottes!

1Kor 15,10
Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.

Er sagt nicht: Das hat meine Disziplin eingebracht, die ich schon gelernt habe in den ersten Tagen meines Pharisäertums. Nein! Nicht Disziplin, sondern die Gnade Gottes. Und wenn unser Jünger jemals eine Chance hat, anders zu werden, dann nur durch Gnade. So, er braucht Gnade. Und die Gnade kommt, indem er Platz macht für die Gnade, Raum macht für die Gnade. Deswegen diese verschiedenen Disziplinen, diese verschiedenen Übungen, diese Dinge, die er dort immer wieder tun soll.

Um einfach sich vor Gott zu positionieren und sich verfügbar zu machen, beschenkt zu werden durch die Gnade Gottes. Das ist der entscheidende Punkt.

Und was wir jetzt in der nächsten Einheit dann heute abend uns anschauen werden, ist nur den ersten Punkt. Auf die anderen werde ich aus Zeitgründen gar nicht eingehen, aber nur diesen einen Punkt werde ich erklären. Und der heißt hier bei mir: „Leben mit dem Wort Gottes“.

Wir bringen dem Jünger bei, wie man mit dem Wort Gottes lebt.

Weil: Das Wort Gottes ist der Kanal, durch den die Kraft Gottes in das Leben eines Menschen hineinkommt.

Du sagst: Ja, wieso? Es könnte ja auch irgendwie auf andere Art und Weise – dann z.B. durch den Heiligen Geist?!

Der Heilige Geist kommt in unser Leben wenn wir sein Wort, die Schrift, respektieren als von ihm! Dann kommt der Heilige Geist in unser Leben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (50:00 bis 55:00)

Betest du, dass Gott richtig streng sein soll mit Dir? Dass Er dir nichts durchgehen lässt? Betest du, dass Er dir jeden Kompromiss zeigt und dass Er ganz klar den Finger drauf legt? Ist das dein Gebet? Möchtest Du klar sein, möchtest Du „gerade“ sein? Möchtest du wahr sein? Oder sagst du: Herr, bleib noch ein bisschen weiter weg und lass mich in meinem eigenen Betrug irgendwie weiter machen?

Was möchtest du? Den Gott der Wahrheit? Den Gott der Klarheit? Den Gott der Transparenz? Des Lichtes? Möchtest du als Kind Gottes im Licht leben – wie Paulus sagt? Er sagt: Ihr seid Kinder des Lichts, jetzt wandelt im Licht!

Eph 5,8
Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts

Und „Wandeln im Licht“ heißt, keine krumme, korrupte Sache in uns zu dulden und zu akzeptieren, sondern es ans Licht zu bringen.

Dann noch ein paar Dinge: Dienen.

Ein Jünger ist jemand, der ein Diener ist, der die Gesinnung eines Dieners einnimmt. Und er hat diese Haltung: Ich trage bei zum Wohl der Gemeinschaft, der Menschen um mich herum, und zwar Christen und auch Nichtchristen – auf der Arbeit und wo auch immer. „Ich bin ein Diener, ich diene Menschen“. Das sehen wir bei Jesus als unserem großen Vorbild.

Noch einen Punkt habe ich, und zwei, die auch mit dazu gehören.

Dankbarkeit.

Nach der Lehre der Bibel: Rebellion gegen Gott fängt an mit Undankbarkeit. Und wir kommen wieder in unsere Position als bedürftige, abhängige Kinder Gottes, die ohne Gott überhaupt nicht können und nichts auf die Reihe kriegen, indem wir eine Haltung der Dankbarkeit kultivieren.

Ich weiß noch, als ganz junger Christ, wie der Herr diese Dinge mir beigebracht hat und zu mir geredet hat. Das erste, was Er gesagt hat, als ich gesehen habe, in welchem Chaos mein Leben ist. Er hat gesagt: „Du brauchst Therapie“.

Hat Jesus zu mir gesagt. „Du brauchst Therapie“. Und ich hab gesagt: Ja, das verstehe ich.

Jeder Drogenabhängiger braucht Therapie. Gut, ich war jetzt fertig mit den Drogen, aber die Nachwirkungen und die Folgewirkungen davon, die waren immer noch da. Und Chaos im Verstand und Durcheinander und alles mögliche und diese extreme Sucht nach Gefühlen. Drogenabhängige sind extrem gefühlsabhängige Menschen und müssen sich andauernd den Puls fühlen, wie es ihnen geht.

Und das ist extrem wichtig. Morgens der erste Gedanke ist: Wie fühle ich mich? Wie geht’s mir?

Man kann richtig süchtig werden nach guten Gefühlen. So, der Herr sagt: Du brauchst Therapie.

Ich hab gesagt: Ja, das weiß ich.

Und er sagt: Ich bin der Herr, dein Arzt.

Und ich hab gesagt: Okay, ich geh in Therapie. Und seitdem bin ich bei Doktor Jesus in Therapie. 42 Jahre, also Langzeittherapie könnte man das nennen.

Und er kümmert sich um mich und er hilft mir. Und ich übe heute nicht dieselben Dinge wie vor 40 Jahren, glaubt mir das. Da gibt’s schon gewisse Fortschritte und ich komme weiter, komme vorwärts, bestätigt mir auch meine Frau. Aber dann im Nachsatz sagt sie: Aber da gibt’s noch viel, was du lernen musst.

So, sie hat recht. Ich muss lernen, und ich will lernen, und ich bin willig und ich mache Forschritte. Hallelujah.

Dankbarkeit. So, der Herr sagt zu mir: Dankbarkeit. Ich möchte, dass du dir jetzt 5 Minuten Zeit nimmst, dankbar zu sein für deine Eltern.

Ich hab gesagt: 5 Minuten, das überlebe ich nicht – 5 Minuten! Jetzt dankbar sein für meine Eltern?! Wo die doch das und das und das! Und dann fiel mir das alles gleich wieder ein, was mir so im Fokus war.

Und ich musste mich richtig anstrengen. Und das ist nicht so: Das fließt so von Herzen. Du musst dich disziplinieren! Du musst darum kämpfen!

Und so hat der Herr mich gelehrt einfach. Und ich hab im Wort Gottes gesehen: Dankbarkeit bahnt einen Weg in deinem Herzen. Dankbarkeit ist der Weg wie der Segen Gottes in dein Leben kommt, weil Dankbarkeit Ihm so wichtig ist. Und mit Dankbarkeit erkennen wir an unsere Hilflosigkeit, unsere Abhängigkeit, und das ist so gut für unseren Stolz, dass wir da aus dieser Lüge herauskommen, wir stehen über allem und wir sind unabhängig.

Noch ein Punkt: Gemeinschaft mit dem Herrn, also Gott suchen, Gott anbeten. Dazu gehört auch Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, Beten in Sprachen. Viel beten in Sprachen ist extrem wichtig.

Paulus sagt: Wer in Sprachen betet, baut sich selbst auf.

1Kor 14,4a
Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst;

Dieses Wort bedeutet: „Stein auf Stein ein Haus bauen“.

oikodomeó (3618): to build a house

Ein Stein nach dem anderen, und wir bauen ein Haus. Du baust an deinem geistlichen Lebenshaus.

So, hier haben wir diese Dinge. Ich zähle sie nochmal auf:

Gemeinschaft mit dem Herrn.
Beten.
Anbetung.
Leben mit dem Wort.
Fasten.
Geben.
Vergeben.
Um Vergebung bitten.
Dienen.
Dankbarkeit.

Als letzten Punkt noch:

Den Glauben bekennen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (45:00 bis 50:00)

Klar, wenn du in der U-Bahn bist, unterwegs zur Arbeit oder so, dann betest du lieber im Herzen, obwohl heutzutage mit den Freisprechanlagen im Auto – hej, wir sind ja jetzt sowas von befreit, wir können jetzt anders noch als vor 10 Jahren, da betest du im Auto, stehst an der Ampel und einer guckt ganz komisch: Hej, was ist denn mit dem, der redet mit sich selber?! Jetzt hast du Freisprechanlagen und jeder wird denken, du bist am telefonieren. Hallelujah, die Technik kommt uns noch entgegen und hilft uns, unsere jämmerliche Menschenfurcht zu überwinden.

So, was hab ich gesagt? Vergeben – und dazu gehört auch als zweiter Punkt: Um Vergebung bitten.

Wir werden dem Jünger erklären, wann immer du erkennst, wann immer der Heilige Geist dir zeigt, dass du „daneben warst“, dass du dich verkehrt benommen hast, du wirst hingehen sobald du es realisierst und sobald du die Möglichkeit hast, du wirst hingehen zu den Leuten und ihnen klipp und klar sagen, was du gemacht hast: Deine Sünde bekennen – und um Vergebung bitten und klar sagen: „Ich hätte das nicht tun dürfen, es war nicht richtig, ich hatte kein Recht dazu, bitte vergib mir“.

Diesen Satz muss er lernen, auswendig lernen: „Bitte vergib mir“. Das ist extrem wichtig. Nicht nur vergeben denen, die uns unrecht tun, sondern auch um Vergebung bitten.

Mir fällt dazu gerade ein Situation ein: Ich war in einer Versammlung, ich hatte dort ein Seminar zu halten, mehrere hundert Leute waren da. Und an irgendeiner Stelle, das war so ziemlich am Anfang dieses Seminars, zweiter, dritter Tag oder so, ich weiß nicht genau, habe ich eine Story aus meinem Leben erzählt. Und dann habe ich aus irgendeinem blödsinnigen Grund ein kleines lustiges, witziges Detail dazu erfunden in meiner Geschichte. Die Geschichte ist so passiert, aber ich habe etwas zugefügt, was überhaupt nicht der Wahrheit entsprach. Und als ich das erzählt habe, als es raus war, hat’s mich getroffen wie ein Blitz und ich stand da und dachte: Meine Güte, was hast du hier gemacht?

Und ich hab irgendwie mich berappelt und versucht, mein Teaching zuende zu bringen, aber als ich dann auf dem Zimmer war, es war furchtbar. Ich wusste, das geht nicht, das ist nicht akzeptabel, du kannst nicht Dinge erfinden, was nichts anderes ist als „Lüge“. Wir können sagen: „Ja, ein bisschen netter erzählt“ – nein, ich habe einen Fakt erfunden und gelogen.

Und ich wollte mit dem Herrn darüber reden und dann wollte ich um Vergebung bitten, und der Himmel war wie aus Beton.

Da war kein Gott, der meine Gebete gehört hat und ich habe getrickst und versucht und „kommt nie wieder vor“ und „verspreche“ und „ich werd’s nie wieder machen“. Da kam nicht mal eine Antwort vom Himmel – null, nix.

Und nach einer ganzen Weile habe ich gewusst, ohne dass Gott irgendwas gesagt hätte, ich wusste, was ich tun musste: Ich wusste, am nächsten Morgen, wenn meine Lehre weitergeht, ich muss diesen hunderten von Leuten sagen, dass ich an dieser Stelle sie angelogen habe und dass ich kein Recht dazu habe und dass es verkehrt ist, dass es böse ist und dass es mir leid tut und sie um Vergebung bitten.

Und ich habe gesagt: Herr, ich weiß, das ist notwendig, das entspricht dem, was ich verstanden habe aus deinem Wort Gottes, das ist auch, was ich anderen schon erzählt habe und das muss ich jetzt auch tun. Und ich lege mich fest, am nächsten Morgen, wenn mein Teaching anfängt, bevor irgendwas anderes passiert, werde ich den Leuten sagen, was ich gemacht habe und um Vergebung bitten.

Und als ich das gemacht habe und gesagt habe: Herr, ich lege mich fest, morgen früh werde ich das tun – der Himmel ging auf, das Angesicht Gottes leuchtete wieder, der Beton war verschwunden und ich hatte wieder Frieden mit Gott und alles war gut.

Und das habe ich gemacht dann am nächsten Morgen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (40:00 bis 45:00)

Für Jesus war das normaler Bestandteil. Lies Matthäus 6. Normaler Bestandteil!

Und ich weiß nicht, ob du und wieviel du schon mal Austausch gehabt hast mit unseren Geschwistern aus der dritten Welt. Afrika, Südamerika, aus Asien. Für die ist Fasten etwas total normales. Und das ist mit einer der Hauptgründe, warum sie dort Zeichen und Wunder haben und wir nicht hier haben. Und wenn die hier herkommen von Afrika oder von Südamerika und sehen unser Land und sehen den Zustand der Gemeinden – dann fragen sie: Sagt mal, wie sieht denn das bei euch mit Fasten aus?

Dann machen wir ein langes Gesicht – und dann sagen sie: Du, jetzt verstehen wir, warum ihr in dieser Misere seid. Und ihr habt viel Wissen, aber keine Power.

Nicht mal Power, die eigene Sünde zu überwinden und auch keine Power, Menschen wirklich die Kraft Gottes zu demonstrieren. Und das hat etwas mit Fasten zu tun.

Jesus sagt: Wenn der Bräutigam genommen ist – und das ist die Zeit, wo er jetzt nicht da ist – dann werden sie … Wer sind „sie“? Wir! Dann werden sie fasten.

Mk 2,20
Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen ist; dann werden sie fasten, an jenem Tage.

So, Jesus schaut schon über die Himmelfahrt hinaus und sieht dort ein Christsein und sagt: Fasten ist normal. Fasten gehört zum christlichen Leben dazu.

Und da ist unser Problem! Wir sagen: „Ja, aber Fasten macht keinen Spaß!“

Deswegen habe ich die Sache mit dem Spaß-Gott vorher schon geklärt. Die Antwort kannst du streichen, die ist nicht akzeptabel. Es geht nicht darum, ob etwas Spaß macht, es geht darum, ob etwas richtig ist. Ob etwas notwendig ist. Ob etwas dem Worte Gottes entspricht – darum geht es. Und nicht, ob das Spaß macht.

Oder so Ausreden wie: Du, wenn ich faste, dann bin ich immer so gereizt und dann benehme ich mich irgendwie sehr unschön und das will ja der Herr auch nicht, ich soll ja nett sein. Also dann lieber nicht fasten, damit ich nett bin.

Ist gut gemeint, aber auch einfach nur Selbsttäuschung.

„Ja, und wenn ich faste, dann geht’s mir gar nicht gut, da hab ich Kopfschmerzen!“

Und hier ist meine Empfehlung: Lerne gleich von Anfang an, mindestens drei Tage am Stück zu fasten, weil ab dem dritten Tag macht’s nämlich Spaß, wenn der Hunger vorbei ist, dann macht es Spaß und dann kannst du fliegen und dann wirst du erleben aus eigener Erfahrung, dass du in eine Nähe mit Gott kommst, dass du sensibel wirst im Heiligen Geist, dass du viel schneller Antworten bekommst und auf eine tiefere Art und Weise der Herr zu dir reden kann und das Wort lebendig machen kann.

Eine Gemeinde oder ein Christ, der nicht fastet, entspricht nicht dem Standard Gottes. Punkt, fertig, aus.

Und das werden wir unserem Jünger erklären – aus der Schrift. Nicht einfach: „du musst fasten“, sondern wir erklären ihm, welche Bedeutung und welche Wirkungsweise Fasten hat und was das Wort Gottes über Fasten sagt. Und dass fasten normal ist.

Das ist ja jetzt die Ausgangslage: Jetzt darf Gott durch sein Wort definieren, was normal ist. Nicht mehr wir definieren, was normal ist.

„Ja, ich kenne keinen, der fastet, warum soll ich fasten?“

Weil du dich entschieden hast, du willst Gott gehorchen, ganz einfach deswegen. Und verweise nicht auf die vielen anderen, die es nicht tun. Du vergleichst dich nicht mit denen, die noch fleischlicher sind als du. Du vergleichst dich mit dem Standard des Wortes Gottes.

Also: Beten, Geben, Vergeben, Fasten.

Das sind die vier Dinge, die Jesus erwähnt. Und er benutzt immer das Wort „wenn“ – zeitlich! „Immer dann, wenn …“.

Griechisch:
3752. hotan

Matthäus 6
2a Wenn du nun Almosen gibst
5a Und wenn ihr betet
16a Wenn ihr fastet

Und ich will noch einige andere Dinge hinzufügen, die wir dem Jünger beibringen wollen. Das wird Bestandteil seines Lebens werden. Das wird regelmäßig in seinem Leben zu finden sein:

Das ist Leben mit dem Wort Gottes.

Das ist Gemeinschaft mit Gott. Gott suchen, Zeit haben mit Gott. Manche nennen das auch „Stille Zeit“. Ob der so glücklich ist, der Begriff, weiß ich nicht, weil die sollte schon nicht zu still sein. Da muss man auch was hören. Wir wollen, dass er seine Gebete spricht, nicht denkt. Das ist der schnellste Weg, Ordnung in die Gedanken zu bringen: Gebete zu sprechen – und nicht zu denken. Es geht nicht um Lautstärke, es geht einfach darum, dass seine eigenen Ohren hören, was aus seinem eigenen Mund kommt. Und das ist extrem wichtig, dass wir laut beten.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (35:00 bis 40:00)

Und Leute werden ermutigt und es wird ihnen leicht gemacht und es wird ihnen als „normal“ beigebracht, der Schrift nicht zu gehorchen. Und ich rede jetzt von Gläubigen, ich rede nicht von „der Welt“, sondern von Gläubigen. Und das ist Verzauberung. Und du findest dasselbe im Klartext, aber dann in der Elberfelder auch nochmal – dank sei Gott, dass Paulus das zwei Mal reingeschrieben hat – dort heißt es in Vers 7.

Gal 5,7
Ihr lieft gut – wer hat euch gehindert, der Wahrheit zu gehorchen?

Da hast du es. Worin bestand das „gut laufen am Anfang“? Ganz offensichtlich, indem sie der Wahrheit gehorchten. Dann kam etwas dazwischen. Was war es, was dazwischen kam? Falsche Lehre, die von außen hereinkam. Verdrehung des Evangeliums, Fälschung des Evangeliums. Und aus Gnade wurden dann Werke. Und damit haben die Leute aufgehört, der Wahrheit zu gehorchen.

So, du hast hier drei Schriftstellen, die uns definieren – und dann gibt’s noch die anderen mit „Freund sein von Jesus“ und „Jesus lieben“, die uns klar definieren: Glaube an Jesus, Jesus zu lieben ist gleichbedeutend mit der Bereitschaft, ihm zu gehorchen. Das ist der wahre Glaube. Und wo immer du Botschaften hörst, wo das weggelassen wird – und wir haben heute viele Botschaften über die „Liebe des Vaters“ und „Kuscheln beim Papa“ und „Freund Gottes sein“, wo dieser Aspekt, dass bei aller Vaterschaft, bei aller Liebe, bei aller Freundschaft zu Gott, Gott immer noch ein Recht hat und auch tatsächlich erwartet, dass wir ihm gehorchen – das wird weggelassen. Und Menschen werden verdreht.

Und du kannst dann Menschen erleben, die in großer Illusion leben, in einer selbstgemachten, sich ausgedachten Beziehung zu Jesus, wo sie ihm ganz nahe sind, aber die Sünde in ihrem Leben übersehen sie. Wenn wir nahe sind bei Jesus, dann öffnet er uns die Augen und er führt uns immer wieder neu in die Buße. Und er zeigt uns immer wieder neue Dinge, wo wir uns ändern sollen, wo wir alte Denkweisen, alte Verhaltensweisen ablegen sollen usw.

So, jetzt erwähne ich noch ein paar ganz praktische Dinge, die ich dann später weiter ausführen werde: Die Ausbildung des Jüngers.

Es gibt ein paar Dinge, die wir ihm beibringen werden, die ein regelmäßiger Bestandteil seines Lebens werden sollen. Diese Dinge wird er immer und immer und immer wieder tun. Ein paar von diesen grundlegenden Dingen finden wir auch in einer Passage in Matthäus 6. Jesus erwähnt dort vier grundlegende Verhaltensweisen oder ich nenne sie „Disziplinen“ im Reiche Gottes.

Und diese vier sind nicht verhandelbar. Und diese vier gehören alle zu einem normalen Christenleben dazu. Und Jesus zeigt das, indem er, wenn er das Wort „wenn“ benutzt“ – „wenn ihr diese Dinge tut“ – dann meint das griechische dort ein „zeitliches wenn“. Nicht „falls“ sondern „wenn“.

Und er redet dort von „beten“. Und wir alle verstehen: Wenn wir jemanden finden, der sagt: Ich bin Christ und ich liebe Gott und ich lebe mit Jesus, aber mit dem Beten hab ich’s nicht so, und Beten finde ich nicht so gut und das mache ich eigentlich nicht – dann sagen wir „Hallo?! Du bist kein Christ! Wenn du sagst, beten gibt es nicht bei dir – du bist kein Christ“.

Christsein ohne beten ist kein Christsein – darin stimmen wir alle überein, nicht wahr? Oder gibt’s hier jemanden, der sagt: Doch, man kann Christ sein, aber Beten kann völlig fehlen in seinem Leben, trotzdem ist er Christ!

Das gibt es nicht! Das ist eine Täuschung.

Aber in derselben Weise erwähnt Jesus andere Dinge, und da sieht’s schon ganz anders aus. Z.B. „Fasten“.

Und mit aller Selbstverständlichkeit würden da viele, viele Leute heute pfingstlich-charismatischer Prägung sagen: „Ja, aber man kann Christ sein, aber das hat doch nichts mit Fasten zu tun?! Fasten sind gesetzliche Werke, das ist Selbstkasteiung, das ist nicht notwendig, das ist Gesetzlichkeit usw.“

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (30:00 bis 35:00)

Es bleiben die alten Begriffe, aber der Inhalt wird geändert. Es wird ein neuer Inhalt dazu getan. Ich geb euch auch gleich ein Beispiel, aber erstmal die Schriftstelle hier:

Joh 3,36
Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben. Wer aber dem Sohn – und jetzt kommt das Gegenteil von „glauben“ und dann steht dort – *nicht* gehorcht […]

Es gibt übrigens Bibelübersetzungen heutzutage, die bringen hier das zweite Mal wieder das Wort „glauben“. Und das ist eine echte Fälschung, weil das erste Mal heißt es „glauben“ und das zweite Mal ist: apeitheó [544] – „ungehorsam sein“.

So, das Gegenteil von glauben ist „ungehorsam sein“, nicht gehorchen wollen. Da hast du eine Definition, was Glaube ist. Glaube ist gehorchen.

Und das wird heute an vielen, vielen Stellen nicht mehr so verstanden. Und man kann offensichtlich an Jesus glauben – oder Leute meinen, dass man das könnte – man kann an Jesus glauben ohne seinem Wort zu gehorchen. Man trennt das und sagt: Ich glaube an Jesus – Gehorsam ist eine andere Sache, aber ich glaube an Jesus.

Und das wird uns von höchster Stelle vorgemacht. Und wir werden dort infiltriert und indoktriniert und Gehirn gewaschen und wir sollen neue Inhalte lernen.

Denk an dieses Beispiel: Vor einigen Jahren hat ein weltbekannter Mann Gottes [Anm.: Rick Joyner, MorningStar], der sehr populär ist, der sogar gilt als Prophet, hat einen Nachruf geschrieben und veröffentlicht auf seiner Webseite in Bezug auf den verstorbenen Papst Johannes Paul II. So, und dann schreibt der als Nachruf: „Er war ein großer Mann Gottes und er liebte den Heiligen Geist“.

Das ist Propaganda. Das ist Gehirnwäsche. Also hier kannst du den Heiligen Geist lieben und gleichzeitig das Wort Gottes mit Füßen treten. Aber du liebst den Heiligen Geist, bloß sein Buch kannst du nicht ausstehen und musst es umschreiben und musst es verdrehen. Das ist nicht eine gesunde Definition. Gott zu lieben, heißt, bereit zu sein, ihm zu gehorchen.

Und das schreibt er auf seiner Webseite und das große Wunder ist, dass da nicht hunderttausende von Leuten den bombardieren mit Emails und sagen, „Horch einmal, was erzählst du hier? Du verdrehst hier das Denken der Menschen – du gibst neue Definitionen. Die Bibel definiert, was es heißt, Gott zu lieben – du gibst uns eine neue Definiton und das darfst du nicht! Und du bist verantwortlich vor Gott für so etwas!“

Nirgendwo in der Bibel finden wir eine Idee, man könnte Gott lieben, man könnte an Gott glauben und gleichzeitig in der Haltung sein, „aber mit Gehorsam, das sehe ich nicht so – das ist „gesetzlich“, das ist von früher, das haben die Alten so gelehrt, aber das passt nicht mehr in unsere Zeit“ und all diese Dinge.

Wir ändern uns, die Kultur ändert sich, der Zeitgeist ändert sich – Gott ändert sich nicht und sein Wort ändert sich nicht. Und wir werden gemessen eines Tages an seinem Wort. Nicht am Zeitgeist. Vergiss das bitte nie.

Gal 3 – eine weitere Stelle, die uns diese Definition gibt, dass Glaube identisch ist mit der inneren Bereitschaft zu gehorchen.

Gal 3,1 (Elberfelder)
Unverständige Galater! Wer hat euch bezaubert (oder verhext), denen Jesus Christus als gekreuzigt vor Augen gemalt wurde?

Und wenn du jetzt eine Schlachter-Übersetzung hast, dann heißt der Text ein bisschen anders:

Gal 3,1 (Schlachter)
O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch, denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt vor die Augen gemalt worden ist?

Und es hat bestimmte Gründe, auf die ich jetzt nicht eingehen will, die ich aber nicht akzeptiere, dass die Elberfelder, die ich sonst sehr liebe, an dieser Stelle diesen wichtigen Teil *weglässt*.

Denn hier wird uns erklärt: Die Verzauberung findet statt, indem Leute überredet werden, nicht mehr zu gehorchen.

Vielleicht hast du deine eigenen Definitionen von „Verzauberung“. Vielleicht denkst du, Zauber, das ist irgendwas in Afrika, aber das hat ja mit unserer Kultur nichts zu tun.

Unser Land ist hochgradig verseucht mit christlicher Zauberei – hochgradig!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (25:00 bis 30:00)

Und zwar nicht so auf so eine christliche Art und Weise – kennst du das? „Falls ich dich verletzt haben sollte, täte es mir leid“.

Ja, was denn? Hast du mich verletzt oder nicht?

Und wenn du das nicht weißt, dann halt deinen Mund und bete und lass dich vom Heiligen Geist überführen und wenn du weißt, was du gemacht hast, dann kommst du nochmal.

Was ist denn das für eine Art? „Falls ich dich verletzt haben sollte“. Ja, wie denn?

Aber das ist sehr typisch!

Oder man sagt: „Ich möchte mich entschuldigen“. Ja, hallo, wenn du Schuld auf dich geladen hast – du kannst dich gar nicht entschuldigen! WIR können dich entschuldigen.

Du kannst nur sagen: „Ich bitte um Entschuldigung“ oder „ich bitte um Vergebung“. Aber wenn du schuldig geworden bist, *du* kannst dich nicht entschuldigen! Wo willst du denn hin mit deiner Schuld? Verstehst du?

So, die Redensweisen verraten sehr viel über wie echt wir sind. Wie Jesus sagt: Aus der Fülle des Herzens redet der Mund.

Mt 12,34b, Lk 6,45b
Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund.

So, der Jünger verpflichtet sich, diese Bereiche unter die Herrschaft Christi zu stellen. Und das bedeutet, er hat entschieden, der Wahrheit des Wortes Gottes zu gehorchen.

Das ist die Essenz von Nachfolge: Der Wahrheit zu gehorchen.

Und ich sagte es schon: Seit über 20 Jahren reise ich durch die Gemeinden und die Gemeinden sind voll von Menschen, die denken, die sind seit Jahren und Jahrzehnten gläubig und die haben noch niemals verstanden, dass Gott von ihnen möchte, dass sie eine Entscheidung treffen, sie sollen jetzt lernen, der Wahrheit zu gehorchen.

Sie stimmen dem zu! Aber das in ihrem eigenen Leben wirklich umzusetzen, diese Entscheidung ist überhaupt noch nicht getroffen. Das heißt, die haben ein falsches Evangelium angenommen und geglaubt.

Ein Freund von mir, der auch unterwegs ist als Diener Gottes, als Bote des Herrn – er kommt in eine Gemeinde und er spricht mit einem Bruder dort, der ihm viel erzählt und ihn da viel volltextet, was er alles kann und was er alles weiß und ganz offensichtlich ist dieser Bruder, das war unverkennbar an dem stechenden Geruch in der Nase, ein extremer Raucher. Und er versucht diesen Lehrvortrag zu unterbrechen und sagt: Du, ich hab mal eine Frage – du bist ja schon so erfahren und du bist schon so lange Christ: Und wann wirst du aufhören zu rauchen?!

Und weißt du, was dieser Mann sagt? – Wieso? Jesus liebt mich auch so.

Hier hat jemand das Evangelium überhaupt nicht verstanden.

Ja, Jesus nimmt uns an wie wir sind. Okay. Aber dann kommt ein Komma und nicht ein Punkt und das war’s dann. Dann kommt ein Komma. Und aus lauter Liebe zu uns und aus lauter Liebe zu den anderen lässt er uns nicht so wie wir sind. Das ist das Evangelium: Er nimmt uns an wie wir sind. Okay. Aber dann sagt er: Diese Sachen kommen aus deinem Leben raus und ich garantiere dir, ich werde dir helfen, diese Dinge kommen aus deinem Leben raus, weil ich dich erziehen werde, weil ich dich prägen werde, weil ich dir neue Gelüste geben werde und du selber verlangen bekommst, rein zu werden und raus zu kommen aus diesen verkehrten Dingen.

Joh 3 lesen wir mal. Und da hast du eine Definition. Und wir brauchen immer Definitionen. Das heißt, wir müssen Begriffe genau definieren und genau beschreiben. Dann kommt Klarheit. Und das ist überhaupt die Taktik des Feindes in dieser Zeit der religiösen Verführung, in der wir leben – dass Begriffe umgedeutet werden!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (20:00 bis 25:00)

Nicht gleich „das Leben lassen“ – das kommt ganz am Ende. Das ist die hohe Schule des Leidens. Das ist die für Fortgeschrittene.

Aber es fängt erstmal mit diesen Dingen an: Ich soll Dinge tun, die keinen Spaß machen. Und ich soll das aushalten.

So, das ist unsere Berufung. Und wenn du, was ich jetzt aus Zeitgründen weglasse, einmal ein Bibelstudium machst, im Neuen Testament, „Leiden“ und „Glauben“ oder „Leiden und Wort Gottes“ – dann wirst du feststellen: Jesus und die Apostel haben sehr viel darüber gesagt. Sehr viel.

Aber das wird heute großenteils verschwiegen, mit der falschen Idee: Wir wollen ja die Leute nicht verschrecken. Das werden wir ihnen dann später sagen – aber dieses „später“ kommt nie.

Und wir wollen gleich am Anfang klare Linien legen und sagen, worum es geht.

So, Leidensbereitschaft ist eine Bereitschaft zum Gehorsam, auch wenn’s dich etwas kostet, auch wenn es schwierig wird, auch vielleicht sogar wenn es wirklich an die Substanz geht. Hier gibt es solche Beispiele:

Joh 9,22 – die Eltern von dem Geheilten …

Joh 9,22
Dies sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, dass, wenn jemand ihn (Jesus) als Christus bekennen würde, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte.

Meschenfurcht! „Wir werden ausgeschlossen“ – aber das ist uns verheißen! Wir werden gemieden. Vielleicht auf der Arbeit. Jemand anders, der nicht so qualifiziert ist und nicht so gut ist wie du, wird vorgezogen, weil du klare Kante zeigst, weil du sagst, wofür du stehst und was du glaubst.

Joh 12,42
Dennoch aber glaubten auch von den Obersten viele an ihn; doch wegen der Pharisäer bekannten sie ihn nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden

Ich habe mit etlichen Pfingst-Pastoren gesprochen, und die jammern und schütten ihr Herz aus und klagen, dass sie frustriert sind über ihren Verband und dass sie überhaupt nicht einverstanden sind mit der ganzen Sache mit der Ökumene und dass sie das ganz schrecklich finden, und die können lange und lange und breit mit mir darüber reden.

Und ich sage: Und als es zur Abstimmung kam, hast du deine Stimme erhoben? Hast du gesagt, wo du stehst und hast du gesagt, was das Wort Gottes?!

„Ja, neee, ich hab ja gesehen, was die mit den alten Haudegen gemacht haben, die noch für die Wahrheit gestanden haben, und da hab ich mir gedacht, das tu ich mir jetzt nicht an, und habe geschwiegen“.

Angst ausgeschlossen zu werden. Angst nicht mehr anerkannt zu werden.

Aber von wem möchtest du anerkannt werden? Ich möchte vom Vater im Himmel anerkannt werden. Und ich möchte, dass der Vater sich freut, dass ich zu seinem Sohn stehe – das ist mein Ziel, dafür habe ich mich entschieden. Und ob Menschen mich anerkennen und mich wunderbar finden oder mich schrecklich finden – das ist mir sowas von egal. Und ich habe einen Preis dafür bezahlt, für diese Freiheit, aber ich genieße diese Freiheit. Und ich möchte nie wieder in das charismatische Gefängnis zurück, in dem ich war. Und ich muss nicht auf irgendwelche Leute, weil ich von denen was will, Rücksicht nehmen. Sondern ich muss Rücksicht nehmen auf Jesus, den ich liebe, auf den Heiligen Geist und auf den Vater im Himmel – und auf sonst niemanden. Hallelujah.

Noch ein paar andere Versuche, diese Lernziele so ein bisschen zu umreissen bevor wir dann ins Detail gehen:

Ein Jünger muss lernen, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Für seine Worte, für seine Gedanken, für seine Fantasie, für seine Herzenshaltungen, für seine Verhaltensweisen. Und er hat sich hingegeben, alle diese Bereiche, die ich jetzt genannt habe, unter die Herrschaft Christi zu stellen. Christus regiert unsere Gedanken. Christus regiert unsere Fantasie. Christus regiert unsere Worte. Christus regiert unser Verhalten. Und Verantwortung zu übernehmen heißt auch, da, wo ich daneben bin, wo ich versagt habe, dass ich das nicht ignoriere, dass ich das nicht rechtfertige, dass ich das nicht schön rede, dass ich nicht anderen dafür die Schuld gebe und alles irgendwie umdrehe. Sondern einfach sage: Ja, das stimmt, das war nicht in Ordnung, ich hatte kein Recht, das zu tun. Und da, wo es Menschen betrifft und Menschen darunter gelitten haben, weil sie das erlebt haben, dass ich das „versagt“ habe – Verantwortung für mein Leben bedeutet: Ich gehe hin zu diesen Leuten und sage ganz klar, was gewesen ist, was ich gemacht habe, dass es nicht in Ordnung ist und ich bitte diese Leute um Vergebung.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (15:00 bis 20:00)

Und wenn einer das machen würde, wahrscheinlich, würde das Seminar aus Mangel von Teilnehmern ausfallen, weil die Leute denken, „Leidensbereitschaft?! Willigkeit zu Leiden?! Lass mich in Ruhe! Ich hab schon genug Stress!“

Aber wenn du das Evangelium studierst und das werden wir unserem Jünger in vielfältiger Weise als Aufgabe machen, dann mach ein Bibelstudium über „Leiden“. Was sagt die Bibel über Leiden, und dann wirst du feststellen: Leiden ist untrennbar mit Nachfolge verbunden. Und Leiden beginnt nicht da, wo jemand jetzt als Märtyrer stirbt, sondern Leiden bedeutet, etwas zu tun gegen sein eigenes Lustgefühl.

Und wie Peter Hahne das so schön gesagt hat: „Schluss mit Lustig“ – wir dienen hier dem Spaß-Gott.

Peter Hahne: Schluss mit lustig!: Das Ende der Spaßgesellschaft
https://www.amazon.de/Schluss-mit-lustig-Ende-Spa%C3%9Fgesellschaft/dp/3501051808

Und das ist das große Problem: Dass wir nicht verstanden haben, dieser mächtige Götze in unserer Kultur – wenn der nicht gestürzt wird im Leben des Jüngers, wird sich nichts ereignen. Die Leute tun das, wozu sie „Lust haben“.

Treffen Entscheidungen nach „das macht mir Spaß“ oder „das macht keinen Spaß“. Das siehst du ganz, ganz praktisch – mach eine Großreinemach-Aktion in der Gemeinde und kündige das an. Und dann merk dir die Namen derer, die nicht da sind. Und dann wiederhole das Ding das nächste Jahr und vergleiche die Listen. Und du wirst feststellen, es gibt bestimmte Leute, die sind immer nicht da zu solchen Aktionen.

Warum sind die nicht da? Weil die eine bestimmte Einstellung haben. „Ach, es ist so schönes Wetter. Das kam ja ganz spontan das schöne Wetter als ihr den Termin vor 6 Wochen angesetzt habt, da war ich ja noch einigermaßen bereit, aber dann am Samstag morgen war so ein schönes Wetter und da hatten wir uns doch vorgenommen, endlich mal den Garten oder grillen oder dies oder das – und dann kommt diese Reinmachaktion und das macht ja wirklich keinen Spaß“.

Entscheidungen danach zu treffen, heißt, ich lebe in Verantwortungslosigkeit. Ich will allen Segen mitnehmen von der Gemeinde, aber investieren und dafür etwas geben und Mitverantwortung übernehmen und Teil sein der Gemeinschaft und etwas geben – das brauche ich nicht.

Diese Gesinnung ist ein Greuel in Gottes Augen. Und eine Leiterschaft nach dem Herzen Gottes, die befreit ist von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit, wird das sehr klar ansprechen und wird sagen, was die Bibel über Faulheit zu sagen hat. Dass nämlich Faulheit die Tür aufmacht für den Fresser, für den Feind, für den Verderber, für Fluch, der ins Leben kommt.

So.

Apg 14,22
Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich6 Gottes hineingehen müssen.

Überleg einmal, das haben die den Neubekehrten erzählt! Wir würden sagen: Hej, mit solchem harten Tobak müssen wir noch ein bisschen warten. Die müssen erstmal „gegründet“ sein, die müssen erstmal wirklich voll angebissen haben, die müssen dabei sein – und dann später können wir vielleicht sowas sagen. Aber am Anfang einem Neubekehrten das zu erzählen, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich? Neee, dann läuft der weg! Dann hat der Angst, dann sagt der: Ne, das habe ich nicht gesucht, das wollte ich nicht.

Aber sie haben eine andere Sichtweise gehabt und sie haben ganz klar gesagt: Für den Glauben musst du leiden. Das gehört dazu. Und mach dich damit eins. Wie Petrus das sagt: Du bewaffnest dich – das ist eine Waffe – die Gesinnung, wie Christus gelitten hat, so werden wir auch leiden. Das ist eine Waffe, sagt Petrus.

1Petr 4,1
Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung

Warum ist das eine Waffe? Weil du aus deiner Angst „hoffentlich muss ich nicht leiden“ oder „ich könnte vielleicht leiden“ – aus der Angst machst du eine Gewissheit! Du wirst leiden! Gott wird dir helfen! Gott wird dir Gnade geben, aber vergiss jede Illusion, „vielleicht schaff ich es ja ohne Leiden irgendwie durchzukommen“ – du wirst nicht.

Wer Leiden vermeiden möchte um des Evangeliums willen, und das fängt ja an bei Entscheidungen treffen gegen das Lustgefühl, Entscheidungen treffen gegen „was ist populär?“ und nicht mehr darauf einzugehen, was werden die anderen denken? Was werden die anderen sagen? Wie stehe ich dann da?

Da fängt es ja an mit dem „Leiden“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (10:00 bis 15:00)

Und in welchen Bereichen dann die Treue ausgelebt wird, das kommt dann alles noch ein bisschen später. Jetzt einmal nur erstmal so allgemein.

Wenn wir Zeit hätten, aber ich erwähne es nur kurz und gehe jetzt nicht darauf ein, dann wäre 2.Petrus 1,1-10 eine exzellente Schriftstelle, um diesen ganzen geistlichen Entwicklungsprozess zu beschreiben.

2 Petr 1,1-10
1 Simon Petrus, Knecht1 und Apostel Jesu Christi, an die, welche den gleichen kostbaren Glauben wie wir empfangen haben an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus:
2 Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil in der Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus!
3 Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel in] Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch [seine] Herrlichkeit und Tugend,
4 durch welche er uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht,
5 so setzt eben deshalb allen Eifer daran und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis,
6 in der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Ausharren, im standhaften Ausharren aber die Gottesfurcht,
7 in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe.
8 Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, so lassen sie euch nicht träge noch unfruchtbar sein für die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.
9 Wem dagegen diese Dinge fehlen, der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen.
10 Darum, Brüder, seid umso eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung fest zu machen; denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen

Diese Textpassage ist aufgeteilt in zwei Bereich. Und zwar so wie auch viele Gemeindebriefe aufgeteilt sind: Teil 1 beschreibt das Werk der Erlösung: Was hat Jesus getan? Was bedeutet es, dass wir das Heil in Christus haben? Was hat er für uns getan? Und Teil 2 dann beschreibt, wie wir jetzt darauf zu reagieren haben, was auf unserer Seite notwendig ist, damit wir wirklich wachsen in der Gnade – so nennt es z.B. Petrus.

2Petr 3,18
Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen.

Und der Transfer der Segnungen, die uns schon geschenkt sind – sozusagen auf unserem himmlischen Konto sind – in unser Leben hinein, kommt durch Fleiss.

Wenn du diese Passage dir in Ruhe anschaust und das lohnt sich wirklich darüber nachzudenken, dann siehst du, was alles uns geschenkt ist, was wir haben, alles, was wir brauchen, ist da in Christus zur Verfügung, und jetzt entwickeln wir Fleiss. Wir entwickeln Fleiss. Und zu allererst, und das beschreib ich dann später, wahrscheinlich komme ich heute abend erst richtig dazu: Fleiss im Hinblick auf unseren Umgang mit dem Worte Gottes.

Das ist der Kanal, durch den der Segen Gottes fließt. Und wir geben uns hin, von diesem Wort jetzt geprägt zu werden. Und so kommt eins zum anderen. Aber es beginnt dieser ganze Prozess der Veränderung, beginnt mit Fleiss.

Und das heißt, wir werden unserem Jünger, den wir jetzt da trainieren, der gesagt hat: Du, ich komm mit meinem Christsein nicht weiter, ich hab nie Jüngerschaft gehabt, ich will jetzt in Jüngerschaft – wir werden ihm erklären: Bestimmte Dinge jeden Tag zu tun.

Und wir werden da sehr präzise, wir sagen nicht allgemein: „Du musst mehr Wort Gottes lesen“ oder irgendwas. Sondern wir erklären ganz genau, was und wie der das zu machen hat. Das ist unser Problem: Dass wir so in allgemeinen christlichen Klischees irgendwie uns äußern und wir denken, der versteht das ja schon. Definiere immer, was du meinst. Sag ganz genau, was du meinst. Statt zu sagen: „Ja, du musst Gott suchen“ – wir als Gläubige hoffentlich verstehen, was das bedeutet. Aber wenn da ein Neubekehrter ist, und du erzählst dem, du musst Gott suchen – der versteht überhaupt nicht, was du willst. Der denkt: Ja, wie – Gott suchen? Spielt der jetzt mit mir Verstecken oder wie soll ich ihn denn suchen? Wie soll das funktionieren?

So, wir werden ganz genau erklären, was da passiert und was er zu machen hat.

Und das ist das schöne an Jüngerschaft: Du bist gezwungen, Dinge präzise zu erklären und da merkst du oftmals, wie wenig du selber verstanden hast. Weil das, was du nicht verstanden hast, kannst du auch nicht erklären. Was du verstanden hast, kannst du erklären. Und Jüngerschaft ist immer eine wunderbare Gelegenheit selber zu wachsen und selber einfach zuzunehmen in der Gnade.

Okay, ein weiteres Lernziel, was wir haben, was wir sehen wollen, was wir entwickeln wollen, wozu wir den Jünger motivieren wollen, was hervorkommen soll in seinem Leben, ist etwas ganz, ganz unpopuläres bei uns Menschen, aber etwas ganz kostbares und wichtiges für Gott – und das nenne ich „Leidensbereitschaft“.

Darüber wird heute wenig gesprochen, schau einmal in die ganzen Ankündigungen von Konferenzen und Seminaren. Wie viele Seminare hast du schon gesehen, die angeboten worden sind, wo gesagt wird: Wir in diesem Seminar vermitteln wie man bereit wird, willig wird, für das Evangelium zu leiden?

Das macht keiner.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (5:00 bis 10:00)

So, ihr Lieben jetzt geht es weiter mit Jüngerschaft. Also nach diesen vorbereitenden Schritten ist dann unser Kandidat soweit und sagt: So, ich melde mich, ich will wirklich jetzt in Jüngerschaft genommen werden.

Okay, worum geht’s denn da überhaupt? Was wollen wir da tun? Und wir haben ein klares Ziel, das finden wir im Worte Gottes eben in dem bekannten Missionsbefehl. Und da hat Jesus die Apostel beauftragt, Jünger zu machen und sie zu lehren, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.

Mt 28
19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Und dann kommt diese wunderbare Verheißung. „Und siehe, ich bin bei euch bis zur Vollendung des Zeitalters“.

So, es geht darum, wir wollen hier nicht einen Menschen heranbilden, der viel, viel Bibelwissen hat, sondern der sich hingegeben hat und der praktisch dabei ist, diese Dinge, die er gehört hat, in sein Leben zu integrieren. „Alles zu bewahren“ – das bedeutet einfach, darauf zu achten, dass diese Dinge wirklich in seinem Leben sind.

So, einige grob formulierte Lernziele, die wir haben für den Jünger:

1) Ein Jünger soll – oder das macht einen Jünger aus – er hat eine Haltung der Belehrbarkeit. Er lässt sich etwas sagen.

Jes 50,40
Der Herr, HERR, hat mir die Zunge eines Jüngers1 gegeben, damit ich erkenne, den Müden durch ein Wort aufzurichten2. Er weckt mich, ja Morgen für Morgen weckt er mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören.

Das ist also eine Bereitschaft: Ich bin bereit, den Willen Gottes zu tun. Ich bin offen, und ich empfange das Wort des Herrn. Und Jünger hören ganz, ganz anders als andere Gläubige. Jeder Jünger ist ein Gläubiger, aber nicht alle Gläubige sind Jünger. Und es gibt Leute, die hören eine Botschaft in der Gemeinde und denken sofort: Ah, das könnte jetzt für den sein. Und das passt gut für den …

Und sie können sehr gut irgendwie alle Teile der Predigt verteilen und wissen immer für wen das ist. Aber komischerweise vergessen sie da eine Person dabei. Und das sind sie selber.

Denkt an diese Eingangsfrage, so wie die Gemeinde entstand: Mit Menschen, die hilflos sind und die sagen: „Was sollen wir tun?“

Apg 2,37
Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?

Die sagen nicht: Was sollen wir wissen?

„Was sollen wir tun?“ – es geht um das praktische Umsetzen des Evangeliums, um das geht es.

2) Dann ein zweiter Bereich: Den umschreib ich mal mit „Fleiß, Ausdauer, Beständigkeit, Treue“.

Das sind alles nicht so Vokabeln, die so besonders in Mode sind bei uns, aber das zeigt nur, dass wir andere Prioritäten haben als der Herr selber. Für den Herrn sind alle diese Eigenschaften extrem wichtig.

Und Fleiß bedeutet, sich hinzugeben, regelmäßig, täglich, bestimmte Schritte immer wieder zu tun und Ausdauer zu entwickeln, nicht müde zu werden, sondern das einfach zu einem Lebensstil werden zu lassen.

Treue ist ein Merkmal des Wesens Gottes. Gott schätzt Treue. Gott liebt Treue. Und Er möchte in unserem Leben Treue sehen. Und Treue kommt in unser Leben durch Entscheidung. Und das ist das Geniale. Wir sind als Kinder Gottes jetzt befreit und wir können in jede Richtung gehen, die wir wollen. Und wenn wir klug sind, dann sagen wir, wir wollen in die Richtung gehen, die Gott für uns hat. Und man kann so gebunden sein wie man will, man kann in so viel Kompromissen sein und so durcheinander sein in seinem Leben wie man will – nichts kann einen hindern zu sagen: Okay, ich entscheide mich, ich werde ein Mensch der Treue.

Niemand kann dich hindern. Da können Sündenbindungen sein, Abhängigkeiten, Süchte, da kann alles sein, aber trotzdem – niemand kann dich hindern zu sagen: Ich wähle jetzt die Treue.

Und aus dem wir viel, viel, viel Segen kommen. David sagt: Den Weg der Treue habe ich vor mich hingestellt.

Ps 119,30
Den Weg der Treue habe ich erwählt und deine Bestimmungen vor mich hingestellt.

Der hat genau überlegt, was will er für Werte kultivieren in seinem Leben und er hat sich für Treue entschieden. Und Treue ist etwas, was in den Augen Gottes extrem kostbar ist und wichtig ist und Treue wird, wenn das etwas ist, wofür wir uns entscheiden und wo wir sagen: Das wird Bestandteil meines Lebens und das kultiviere ich und das wird in 20, 30 Jahren immer noch Teil meines Lebens sein – das wird immer langfristig enormen Segen absetzen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (95:00 bis Ende)

Ist das nicht irre? Und was mich so schockiert, weil es eine Freikirche war: Es gab keinerlei seelsorgerliche Bemühungen. Es gab kein Beten, kein Fasten, kein Ringen, kein Kämpfen, dass dieser Mann aus den Klauen des Teufels rauskommt und wieder zur Wahrheit kommt und vernünftig wird. Sondern die ganze Gemeinde hat das akzeptiert – stell dir das einmal vor.

Da ist Bruder X, der geht jahrelang auf die Männertoilette, jetzt ist er eine Frau, jetzt geht er auf die Frauentoilette!

Wenn die Welt verrückt ist, verstehe ich das. Aber wenn die Gemeinde verrückt wird, da habe ich kein Verständnis mehr für. Und dann muss die Gemeinde umkehren. Und diese Probleme kommen auf uns zu, ihr Lieben. Das sind jetzt Einzelfälle. Die kommen auf uns zu und wir werden in Teufels Küche kommen wenn wir nicht klar sind im Worte Gottes. Wir werden in totale Probleme kommen.

So. Das sind die vier Schritte, die es braucht, dass jemand wirklich in Jüngerschaft genommen werden kann: Buße, Glauben, Taufe und Empfang des Heiligen Geistes mit nachfolgendem Reden in Sprachen. Das ist der Standard. Und wer da ist, den können wir jetzt herzlich einladen zur Jüngerschaft. Und die anderen laden wir ein, die fehlenden Schritte zu gehen, damit wir dann ihnen Jüngerschaft anbieten können. Aber wir gehen nicht diesen Prozess mit Menschen, die das noch nicht als Voraussetzung haben.

Und danach dann geht es los. Und was sagt die Bibel als die Gemeinde geboren wurde und die Leute sich bekehrt haben, getauft wurden, den Heiligen Geist empfangen haben? Was sagt es dann? Sie blieben in der Lehre der Apostel.

Apg 2,42
Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.

Das ist das Merkmal von Jüngerschaft: Sie blieben in der Lehre der Apostel. Und wie das aussieht und wie das praktisch funktioniert und was das alles beinhaltet, das geht dann heute Nachmittag dann.

Und ich will nochmal erinnern: Nach dem Nachmittagsteaching gibt es Gelegenheit für Fragen. Zu diesem Komplex hier und zum herrlichen weiten Thema Gemeinde und Christsein in dieser Zeit und im Allgemeinen.

Vater, wir danken Dir für Dein Wort, das schneidet, das klar ist, das schockiert, aber auch das Bewunderung und Dankbarkeit hervorbringt, dass Du unser Gott bist, der sich nicht wandelt, auf den wir uns verlassen können, der sein Wort hält. Vater, wir danken dir für Jesus. Wir danken dir für das heilige Wort. Wir danken dir für den Heiligen Geist, der sich um uns bemüht und der uns in alle Wahrheit führen will. Wir danken dir. Und hilf uns zu verstehen, was du sagst und damit richtig umzugehen. Danke für deine Geduld. Danke für deine Gnade. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (90:00 bis 95:00)

Ich stelle mich über das Wort. Ich stelle mich über Gott. „Ja, in der Bibel steht, ich weiß, ABER …“ – und dann kommen irgendwelche Begründungen. „So haben mir das meine Eltern beigebracht“, „so glaubt das meine Gemeinde“, „so wurde das immer gemacht“.

Das sind alles Dinge, die nicht stichhaltig sind. Und die eines Tages zusammenbrechen werden.

So, nach diesen vier Schritten …

1) Buße/Umkehr
2) Glauben
3) Wassertaufe
4) Geistestaufe inkl. Sprachenreden

… ist jemand bereit für Jüngerschaft. Und wenn einer von diesen Schritten fehlt, und das siehst du bei Paulus, dann geht er zurück und sagt, wie ist es denn mit dem Schritt davor? Er merkt, die sind gar nicht geisterfüllt. Er weiß aber, das sollte so sein. Also fragt er nach: Ja, wie ist es denn mit Taufe?

Und dann stellt er fest, Taufe im Sinne der Lehre der Apostel, also Taufe auf den Tod Jesu und diese Identifikation mit dem Begraben-Sein und Auferstanden-Sein mit Christus hat nicht stattgefunden. Die haben nur die Taufe des Johannes. Das war eine Taufe zur Buße. Das wurde für eine kurze Zeit verkündigt und war eine Vorbereitung für das Kommen des Messias in Israel.

Aber als Jesus gekommen war, war fertig mit der Taufe von Johannes. Und das spielte keine Rolle mehr. Nur weil sie noch nicht diese Kommunikation hatten, deswegen gab es auch Christen wie Apollos, die haben an diesen Dingen festgehalten, weil die das nicht besser gewusst haben.

Und was macht jetzt Paulus? Das ist ja sehr interessant, weil die Taufe des Johannes ist von der Form her das selbe wie die Taufe auf den Name Jesu: Untertauchen im Wasser. Das ist dasselbe. So, Paulus hätte doch klugerweise und um umweltfreundlich zu denken, um Wasser zu sparen, der hätte doch jetzt sagen können: Pass auf, ihr habt’s ja schon, nur ihr habt das fälschlicherweise Taufe des Johannes genannt, jetzt stelle ich euch ein neues Dokument aus, ihr kriegt jetzt einen Taufschein und ihr seid jetzt getauft, so rückwirkend deklarieren wir das Ding um, und ihr seid jetzt getauft.“

Wär doch cool gewesen, oder?

Ne! Er hat gesagt: Ihr seid gar nicht getauft, ihr müsst jetzt getauft werden.

„Ja, aber wir haben doch die Taufe des Johannes!?“

Ich rede von Gehorsam gegenüber Christus, ihr müsst getauft werden, jetzt ist die Gelegenheit.

Der ließ da nicht mit sich diskutieren, der hat nicht gesagt, okay, wenn ihr unbedingt wollt. Heute gibt es schon Diskussionen, dass wir Leute als Mitglied aufnehmen, die aus der evangelischen Kirche kommen und die da besprenkelt sind und die darauf bestehen, dass das ihre Taufe ist. – Na, dann lassen wir sie zu ihren Bedingungen, warum denn nicht?

Im freikirchlichen Bereich gibt es schon solche Überlegungen. Die Baptisten sind da schon sehr weit fortgeschritten.

Warum tun die das? Weil sie keinen Respekt haben vor einem heiligen Gott. Weil sie keinen Respekt haben vor dem Wort Gottes. Weil sie nicht wirklich glauben, dass das der Wille Gottes ist. – „Das ist nur eine Empfehlung, das ist nur Geschichte“. Das ist der Grund, warum sie sich so etwas trauen. Und dafür plädieren – stell dir mal vor, die Baptisten geben ihre Taufe auf! Das ist ja, was die ausmacht! Die haben ja nichts, womit sie sich identifizieren außer die Taufe.

Und die sind bereit, das aufzugeben.

Johann Gerhard Oncken hat sich mit Eiern bewerfen lassen auf der Straße für die Taufe. Die sind ins Gefängnis gegangen, weil sie sich haben taufen lassen. So rigide war Preußen damals. Wer ausbricht aus der landeskirchlichen Vorstellung, der geht ins Gefängnis. Das war damals und das ist noch nicht lange her.

Und heute biedern sie sich an an die Landeskirche und plädieren dafür: Du, wenn der das unbedingt so sieht und wenn er sagt, das hat Gott mir so gezeigt und Gott akzeptiert das und deswegen müsst ihr das auch akzeptieren.

Siehst du diese Denke? „Ich stelle neue Regeln auf“. Das ist dasselbe wie: Ein Junge sagt: Ich bin aber ein Mädchen und ihr müsst mich jetzt alle als Mädchen ansehen und ihr müsst mir erlauben, auf die Mädchentoilette zu gehen.

Weil er im Irrtum ist, müssen wir jetzt alle seinen Irrtum mitmachen oder wie?

Das kann doch nicht wahr sein! Der Junge braucht Hilfe. Und es ist eine Tatsache, dass ein Großteil von Kindern, die diese Idee haben, sie sind im falschen Körper geboren worden – nach ein paar Jahren ergibt sich das alles.

Und heute plädieren Leute schon für Geschlechtsumwandlung von Minderjährigen. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf!

Aber nicht nur draußen. Ich kenne eine Gemeinde und da war ein Mann und der hat eines Tages seiner Familie erzählt, er wird sich jetzt umoperieren lassen als Frau. Seine Teenagerkinder waren geschockt, waren in Tränen. Haben gesagt: Aber Papa, dann haben wir dich ja nicht mehr als Papa!

Und weißt du, was er sagt? Da siehst du den Irrsinn! „Ich werde immer euer Papa sein“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (85:00 bis 90:00)

Wie können wir uns anmaßen, etwas, was Gott nicht „Taufe“ nennt, nennen wir „Taufe“? Und damit wir dann nicht anecken und den Frieden in der Stadt nicht stören und den ökumenischen Einheitsprozess – deswegen treffen wir uns dann mit dem Pfarrer und wir akzeptieren sein Verständnis von Taufe, dass die Bibel ablehnt? Hallo, wo gibt’s denn sowas?

Wo gibt’s denn sowas?

Um Frieden zu haben, verzichten wir darauf, zu sagen, „du, weißt du, was ich für dich bete, ist, dass der Herr dir die Augen auftut und dass du Buße tust über diese Irrlehre, über diesen religiösen Betrug, den du glaubst und den du praktizierst, indem du andere besprenkelst und ihnen dann hinterher ein Papier in die Hand drückst und sagst, sie sind jetzt Kinder Gottes und sie gehören zur Familie Gottes. Ich bete, dass Gott dich schockiert über die Anmaßung und dass das Wort endlich mal das Wort sein darf in deinem Leben“.

Aber da ist natürlich Schluss mit Ökumene. Da wirst du nicht mehr eingeladen. Dank sei Gott: Einen lästigen, sinnlosen, fruchtlosen Termin weniger!

Aber wir wollen es allen recht machen. Schließlich sagst ja das Evangelium: „Seid nett zueinander“.

Nein, das sagt es eben nicht! Jesus ist nicht gekommen, Frieden zu bringen. Jesus ist gekommen, um das Schwert zu bringen.

Mt 10,34
Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Ja, wie? Das versteh ich nicht – er ist doch der „Friedefürst“?!

Jes 9,5
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst

Und der Friedefürst sagt: Denkt nicht, ich bin gekommen, Frieden zu bringen – ich bin gekommen, das Schwert zu bringen.

Ja, wie jetzt? Schwert oder Frieden?

Wenn das Schwert Gottes in unserem Herzen und mit denen, mit denen wir Gemeinschaft haben, sein Werk getan hat, dann kommt Friede.

Der Friede kommt, NACHDEM das Schwert zugeschlagen hat. Und das Schwert schlägt erbarmungslos zu – auf alle religiösen und teuflischen Lügen, die überhaupt nur auf dem Markt zu finden sind. Das ist das Schwert des Geistes.

Das macht keine Verbeugung und sagt: Achja, ich hab Respekt vor deinem Glauben wie das heute so gefordert wird.

Und lasst mich das einmal sagen: Ich sehe es jetzt schon, obwohl es erst wenige Jahre her ist: Seid der BfP diese Entscheidung getroffen hat, zur Gastmitgliedschaft in der ACK, geht es mit dem BfP bergab – und zwar steil und rasant.

Damit kannst du machen, was du willst, mit dieser Aussage.

Und lasst uns nicht sagen: Ja, wir haben ja mit der Entscheidung, die da oben getroffen – wir haben ja damit nichts zu tun. Doch, ihr sitzt im selben Boot! Ihr sitzt im selben Boot! – Ja, aber ich hab die Entscheidung nicht getroffen! – Aber du trägst sie mit! – Ja, wie? – Indem du mit dabei bist.

Was heißt es nachher? An den Gläubigen, die denken, sie können noch einen Dienst tun in der Hure? Und sie können da noch Leute erretten und sie können da noch Leute erreichen? Gott sagt: Geht raus aus Babylon, damit ihr nicht der Sünden von Babylon teilhaftig werdet. Damit ihr nicht unter dieses Gericht kommt.

Off 18,4
Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt!

Ja, aber warte mal, Gott, wir waren ja nicht da drin, weil wir das geglaubt haben, wir waren da nur drin, um die anderen zu retten! – Ach, dann geht das Gericht an dir vorbei. – Ist das so?

Die müssen raus, weil sonst das Gericht Gottes sie trifft! So, da siehst du, bloße Zugehörigkeit kann fatal sein.

Hallo.

Also, machen wir mal unsere Reihenfolge weiter – wir müssen ja endlich mal zu „Jüngerschaft“ kommen.

Punkt 3 ist Taufe.

Was hat Petrus dann als nächstes gesagt?

Apg 2,38
Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Das ist Punkt 4.

So, wenn ein Mensch sich wirklich bekehrt hat, göttlichen Glauben empfangen hat, sich hat taufen lassen und den Heiligen Geist mit der ersten und anfänglichen Erfahrung des Redens in neuen Zungen – und ich spare mir das jetzt, aus dem Wort Gottes jetzt zu beweisen, dass es so sein muss – wer das erlebt hat, der ist bereit für Jüngerschaft.

Und versuche niemals Seelsorge zu machen, versuche niemals Jüngerschaft zu machen mit jemandem, der diese 4 Schritte nicht gegangen ist. Weil die Verweigerung einen dieser Schritte zu gehen, heißt: Dieser Mensch ist immer noch in Unabhängigkeit. Ist immer noch: Ich weiß es besser. Ist immer noch in der Haltung, „was das Wort sagt, ist mir egal – ich mache es so wie ich will“.

Und wie heißt das biblisch?

Stolz.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (80:00 bis 85:00)

Wie sagt das Paulus? „Ihr seid teuer erkauft!“, „ihr gehört euch nicht mehr selber“.

1Kor 6,20
Denn ihr seid teuer erkauft

1Kor 6,19
Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?

Das theologische Problem der Raucher, die wir haben in der Christenheit – und mir scheint, es werden immer mehr, und immer mehr Gemeinden sind von Erbarmen gepackt und stellen da Aschenbecher hin. Aber das ist kein Erbarmen, das ist erbärmlich! Das theologische Problem der Raucher ist, sie glauben nicht, dass ihr Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Sie glauben das nicht.

Sie glauben nicht, dass sie sich nicht mehr selber gehören, sie glauben das nicht.

Weil wenn sie das glauben würden, dass ihr Körper jetzt Gott gehört, sie müssten für jede Zigarette beten um eine Erlaubnis. Das tun sie aber nicht. Mit aller Selbstverständlichkeit rennen die in die Pause im Seminar und holen ihre Zigaretten raus und qualmen da draußen. Und dann kommen sie wieder rein und dann singen wir das Hallelujah, Teil 2.

Ja, hallo?!

Und ich hacke nicht immer nur auf Rauchern rum, mir geht’s genau so, aber das ist halt nicht so sichtbar – Pornografie und so viel anderes. Und die Gier nach Geld und nach Reichtum und all diese Dinge. Und das ist, warum man nicht vorwärts kommt. Das ist, warum man nicht wachsen kann. Das ist, warum Gott keinen Raum hat in uns. Weil dieser Raum schon belegt ist. Vorhin haben wir gesungen – oder war es gestern? „Füll diesen Raum“.

Ja, welchen Raum soll Gott füllen? Den Raum in unserem Herzen! Wenn Gott da nicht alles ausfüllt – er ist nicht an diesem Gebäude interessiert. Er ist an unseren Herzen interessiert. Und ich sage es immer: Das Maß der Gegenwart Gottes – und gestern habe ich ein bisschen gesprochen über die Gegenwart Gottes, die spürbar sich manifestieren will, so dass wir in Ehrfurcht vor Gott stehen, in Anbetung versunken sind, Zeit und Raum vergessen, vergessen, dass wir in einer Versammlung sind, aber wir sind in der himmlischen Sphäre und wir stehen vor Gott und wir atmen diese kristallklare, erfrischende, belebende Himmelsluft ein. Weiß jemand, wovon ich spreche?

Wahrscheinlich viele nicht.

Das ist die Gegenwart Gottes. Und jetzt: Das Maß, die Intensität der Gegenwart Gottes in einer Gemeinde hängt von einer einzigen Sache ab: Und das ist das Maß der Reinheit der Herzen. Davon hängt das Maß der Gegenwart Gottes ab.

Wie kann man das erklären? Ich bin in einer Stadt, bin in einer Gemeinde, diene dort und sagen wir mal, da ist der Himmel offen und die Gegenwart Gottes ist da. Und am Abend bin ich in der Nachbargemeinde in derselben Stadt und der Himmel ist wie aus Beton. Und es ist kalt, es ist leblos, es ist mechanisch, es ist runtergespult – eine leblose Routine, und kein Gott ist da. Wie kommt das? In derselben Stadt? Ich meine, für Gott wäre es doch nur ein Schritt oder vielleicht noch weniger als ein Schritt. Warum ist Er da und warum ist Er da nicht?

Die Herzen!

Mt 5,8
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

Und das ist nicht im Himmel – hier, jetzt sollen wir Jesus und Seine Herrlichkeit sehen. Das ist, was das Wort sagt.

Also …

1.) Buße, das heißt: Umkehr. Und 2.) Glauben. Gott schenkt Glaube, dass Jesus für mich bezahlt hat, dass Er meinen Platz eingenommen hat.

Dann der dritte Punkt: Taufe.

„Ja, aber warte mal, ich bin ja als Kind schon besprenkelt“. Wer das sagt, hängt in Religion, aber nicht an Christus.

Was interessiert Gott deine Babybesprenkelung, die Ihm nichts bedeutet. Die ein lebloses Ritual war, vermutlich der Pfarrer, der das durchgeführt hat, hat selber auch nicht geglaubt. Und wo ist das im Worte Gottes, dass Babies besprenkelt werden und das nennt man „Taufe“?

Wenn Gott Gott ist und Gott hat Christsein erfunden, dann hat doch Gott das Recht zu sagen, was Taufe ist, nicht wahr?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (75:00 bis 80:00)

Lies einmal Bücher von vor 200-300 Jahren. Lies mal was von den Puritanern (z.B. John Owen, John Bunyan, Richard Baxter, [Wikipedia-Liste]), lies mal was von Charles Finney (1792-1875) oder anderen Leuten wie die Evangelium verstanden haben. Oder nur ein bisschen zurück: Charles Spurgeon (1834-1892). Ihr Verständnis von Glauben ist so anders als unser Verständnis von Glauben heute. Und das meiste Zeugs auf unseren pfingstlich-charismatischen Büchertischen, was da heute liegt, spielt in 5 Jahren schon keine Rolle mehr und neues Zeug liegt da. Aber es gibt Klassiker, die Menschen geschrieben haben, die tiefe Erfahrungen mit Gott gemacht haben und diese Bücher wird es auch noch in 50 Jahren geben wenn Jesus nicht wiedergekommen ist, und die sind uralt. Und sie sind so klar und so kraftvoll, aber wir mögen lieber das inhaltslose, moderne, neumodische Zeugs.

Und überhaupt, mach mal eine Analyse, geh mal durch diese Kataloge, die da immer so kommen und schau mal, was da angeboten wird. Wie wenig gibt es da über „Heiligung“, wie wenig gibt es da über „Demut“. Ich meine, dass ich mich recht gut auskenne im christlichen Büchermarkt, und ich kenne 3 bis 4 verwertbare, empfehlenswerte Bücher über Demut. Und doch ist das das einzige, was Jesus sagt, was wir von ihm lernen sollen.

Mt 11,29
Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und „ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen“;

Und der Markt ist voll: „wie werde ich glücklich?“, „wie werde ich reich?“, „wie werde ich erfolgreich?“, und wie kann ich das, und wie kann ich das, und wie kann ich meine Träume erfüllt sehen und wie kann ich ein gutes Leben führen und dieses ganze Zeugs – der Büchermarkt ist voll davon.

Und dann: Romane über Romane!

Und ich sage immer zu Jüngerschaft dann, später kommt ein Punkt: Was liest der überhaupt? Und was soll der jetzt lesen? Romane abgesetzt!

Warum bin ich gegen Romane? Romane handeln von erfundenen Personen, die es nie gegeben habt, die Geschichten erlebt haben mit einem Gott, die sie nie erlebt haben.

Und deswegen kann ich Roman niemals dazu führen: „Gott! Da lese ich, was der mit Dir erlebt hat und was Du für den getan hast – Du bist derselbe heute, gestern und in alle Ewigkeit – und ich bin auch dein Kind, und jetzt tue etwas für mich und komm in mein Leben und änder mein Leben und erweise dich und gib mir etwas, was echt ist vom Himmel – so wie dieser Mensch das erlebt hat!“

Kannst du nicht machen nach einem Roman. Wenn du aber eine Biografie liest, das ist eine andere Geschichte. Da kannst du sagen: Diese Person hat existiert, diese Person hat wirklich mit Gott gelebt und Gott ist keiner, der die Person ansieht – Gott, hier bin ich, tue etwas mit meinem Leben!

Und wahrscheinlich das erste, was Er sagen würde: „Jetzt tust du erstmal was mit deinem Leben“ – und dann geht’s ans Aufräumen. Da geht’s ans Eingemachte.

Hallelujah. So, wenn der Anfang verkehrt ist, ist alles, was man darauf aufbaut, verkehrt. Du kannst morgens schlaftrunken aus dem Bett torkeln und kannst irgendwie noch im Halbschlaf dein Hemd irgendwie knöpfen. Mir ist egal wie perfekt deine Knöpftechnik ist, wenn du mit dem falschen Knopf in dem falschen Knopfloch anfängst, spätestens oben merkst du, dass irgendwas nicht passt. Da kannst du nicht sagen: Ja, aber die dazwischen habe ich gut geknöpft.

Du hast falsch angefangen und alles, was du darauf aufbaust, ist verkehrt. Und viele Leute müssen noch einmal ganz von vorne anfangen und brauchen eine Begegnung mit Gott und müssen fragen: „Was sagt Gott wirklich, was ist sein Wille?“

Und das ist mein Gebet, dass Gott eine ganze Armee von Predigern aufweckt im Geist des Elias, die durch die Gemeinden gehen werden und Leute herausfordern mit dem wahren Evangelium und die ganzen modernen, falschen, flachen, seichten Versionen von Christsein, die diesem Wort widersprechen, zerfetzen. Das ist mein Gebet. Das ist auch mein Gebet für den BfP und für andere pfingstlich-charismatische Gemeinden, dass wir den Unterschied erkennen zwischen dem echten und dem menschlich-seelischen-teuflischen Imitat. Dass wir den Unterschied kennen aus Erfahrung, weil der Heilige Geist uns die Augen aufgetan hat.

Und Menschen, die das erlebt haben: Kapitulation – „ich bin total unwürdig, wenn Gott mich in die Hölle werfen würde, es wäre absolut gerecht, und ich könnte ihn nicht anklagen und ich verdiene gar nichts. Aber Jesus hat für mich bezahlt, und ich gehöre jetzt ihm“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (70:00 bis 75:00)

„Ja, aber mein Vater erwartet, dass ich die Firma übernehme?!“

Du gehörst jetzt Jesus! Und du bist nicht dafür da, die Erwartungen deines Vaters zu erfüllen. Du bist dafür da, die Erwartungen deines Vaters im Himmel zu erfüllen! Das ist Bekehrung.

Und so lange Leute Bedingungen haben, so lange Leute auf die Bremse treten: „Ich will schon, ABER …“ – sind sie in den Augen Gottes noch nicht bekehrt. Aber geliebt! Und wir predigen ihnen das Evangelium und wir laden sie ein. Aber wir laden sie ein zu der Nachfolge wie sie in der Schrift verkündigt wird und wie Jesus es gelehrt hat.

Was war die Botschaft?

Apg 2,38
Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen14 auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Das ist, was Petrus geantwortet hat auf die Frage: Was sollen wir tun?

Petrus hat genau gewusst, was diese Leute zu tun haben und hat es ihnen auch klipp und klar gesagt. Und es fängt an mit Buße. Was er hier nicht gesagt hat, weil das eine Sache ist, die Gott gibt, wie Gott reagiert auf die Buße – das ist Glauben. Jesus hat gesagt: Tut Buße und glaubt an das Evangelium.

Mk 1,15b
Tut Buße und glaubt an das Evangelium!

Wer wirklich Buße tut, wer umkehrt, wer kapituliert, wer alles loslässt, dem schenkt Gott die übernatürliche Gabe zu glauben. Alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt – unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

1Joh 5,4
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.

Wirklicher Glaube ist etwas übernatürliches. Nichts dramatisches nach außen, aber es ist absolut übernatürlich und es ist sehr, sehr durchgreifend oder transformierend im Herzen. Gott schenkt übernatürlichen Glauben. Und viele Leute versuchen auf menschlicher Ebene sich einen Glauben zusammen zu basteln – nach der Art: „Die haben gesagt, wenn ich das Übergabegebet spreche, dann bin ich Kind Gottes. Ich hab das Übergabegebet gesprochen, also schließe ich jetzt daraus, ich bin Kind Gottes“. Was ist das? Eine logische Schlussfolgerung. Aber das ist kein Glaube. Das ist eine Konstruktion im Hirn, aber das ist nicht Glaube. Glaube ist im Herzen: Ich weiß, ich bin Kind Gottes. Ich weiß, ich gehöre Ihm.

Als Jesus erschienen ist in meinem Leben und mich gepackt hat und herausgerissen hat aus diesem Dreck, ich kannte keine christliche Sprache, gar nichts. Aber als ich durch war in dieser Nacht, ich wusste, dass ich wusste, ich bin angekommen. Ich gehöre jetzt zu Gott. Wonach ich immer gesucht habe – habe ich gefunden. Ich weiss jetzt, wofür ich lebe. Und den Rest meines Lebens werde ich jetzt für Jesus leben. Das wusste ich vor 42 Jahren. Das Alte ist vorbei – ich werde nie wieder in diesen Schmutz gehen, in diese schrecklichen Dinge, ich werde das nie wieder anrühren, ich will nichts mehr damit zu tun haben, jetzt heisst es nach vorne schauen – ich gehöre Gott und mein Leben.

Ich hab keine Ahnung gehabt, was das bedeutet, und wie das aussehen wird, aber mein Leben gehört Jesus. Das habe ich gewusst. Und das ist Bekehrung. Und das fehlt so vielen Leuten.

Du sagst: Ja, was können die dafür?!

Ich würde sie anleiten zu beten, dass der Heilige Geist sie überführt von ihrer Sünde. Und ich würde auf der Grundlage des Wortes – wenn ich in der Leitung wäre – über Sünde predigen. Und der Heilige Geist benutzt das Wort Gottes und Menschen werden überführt. Und dann verstehen sie, was Jesus für sie getan hat.

Wer die gute Botschaft ergreifen will, muss zuvor die schlechte Botschaft hören.

Geh auf die Straße: „Jesus ist für dich gestorben“ – „Na und?“

Das bedeutet den Leuten nichts. Warum bedeutet ihnen das nichts? Weil sie nicht verstehen, sie sind verloren. Wenn sie verstehen, sie sind verloren und Gott als gerechter Gott muss sie und wird sie in die Hölle werfen – wenn sie das verstehen – und dann sagst du: „Und Jesus hat deine Schuld auf sich genommen, er hat die Strafe getragen, damit du Frieden haben kannst“ – dann ist das eine gute Botschaft.

Wer seine Sünden nicht sieht, dem kannst du sagen: Jesus ist für dich gestorben – das nützt ihm überhaupt gar nichts. Da sagt er: Okay, so what? Viele Leute sind gestorben. Und wenn sie auch für mich sterben – interessiert mich nicht.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (65:00 bis 70:00)

Siehst du, dass das was anderes ist als „wer möchte bitte Jesus annehmen?“ – Orgelspiel noch ein bisschen – und ich frage noch einmal, und ich frage jetzt zum letzten Mal: „Und wer möchte denn gerne – heb doch mal deine Hand, es ist auch gar nicht schwer“ – oder wir sprechen alle zusammen das Übergabegebet noch einmal, und jeder, der sich jetzt neu bekehren will, der spricht das mit uns mit, es ist ganz einfach, kostet doch gar nichts.

Siehst du den Unterschied? Und viele Leute sind hineingerutscht mit einer halben oder Viertel oder 2/3-Bekehrung, aber nie wirklich durchgebrochen, nie einen Schnitt gemacht, nie das Alte hinter sich gelassen.

Und du sagst: Ja, aber du hast eine radikale Bekehrung, du warst in Finsternis, du warst in Okkultiusmus, das verstehen wir ja, aber unsere Gemeinde-Kids, das ist eine andere Sache.

Mein Sohn ist aufgewachsen in unserer Familie und er brennt und er ist radikal und er hat gebrochen mit allem Alten und ist das nicht irgendwie so reingewachsen und macht das einfach so mit wie die Familie ihm das vorgemacht hat. Und die anderen Kinder – sie lieben Jesus, sind erfüllt vom Heiligen Geist und die wissen, worum es geht.

Natürlich ist seine Bekehrungsgeschichte eine andere als meine, ganz klar, aber er weiß, worum es geht. Und er weiß, es geht um Hingabe, es geht um Gehorsam, es geht um Furcht des Herrn, es geht darum, Gott kennen zu lernen und Gott zu lieben von ganzem Herzen. Und das weiß er wiewohl er christlich erzogen worden ist.

Apg 26,17 – hier beschreibt Paulus, was er für eine Berufung bekommen hat.

Apg 26
17 Ich werde dich herausnehmen aus dem Volk und den Nationen, zu denen ich dich sende,
18 ihre Augen zu öffnen

Guck mal, was da steht. Er nimmt ihn heraus aus den Nationen, aus dem Volk und den Nationen, zu denen ich dich sende.

Ja, wie? Er nimmt ihn heraus und dann zu denselben sendet er ihn zurück?! Ganz genau! Da ist ein Schnitt, da ist ein Bruch – wir sind nicht von der Welt, wir sind nur in der Welt. Also „zu denen ich dich sende“ – was war sein Auftrag?

Apg 26,18
ihre Augen zu öffnen, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Macht des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der Sünden empfangen und ein Erbe unter denen, die durch den Glauben an mich geheiligt sind.

Hier siehst du wieder: Von der Macht Satans bekehren zu Gott. Und damit das geschehen kann, muss man ihnen die Augen auftun. Das redet von Fürbitte und geistlichem Kampf. Die Leute können sich nicht bekehren, weil ihre Augen zu sind, weil sie hören, aber sie verstehen nichts, sie sehen, aber sie sehen nichts.

Und das ist der Auftrag der Gemeinde: Menschen in der Kraft des Heiligen Geistes in vollmächtigem, offensiven Gebet, in Autorität über die Mächte der Finsternis herauszureißen aus dieser Welt – das ist die Aufgabe der Gemeinde. Und ohne intensive Fürbitte, ohne Glauben, ohne heiligen Lebensstil und ohne Fasten funktioniert so etwas nicht! Das ist die Wahrheit der Bibel.

Es braucht Bekehrungen, dass Menschen wirklich sagen: Das war das alte Leben und das ist das neue Leben. Und nicht dieses so Hineinschleichen in die Gemeinde. Wir haben so viele Leute, die hineingeschlichen sind in die Gemeinde, die noch nie konfrontiert worden sind mit einem heiligen Gott. Die noch nie zusammengebrochen sind vor Ihm, die noch nie kapituliert haben, die noch nie gesagt haben: Du bist Gott, ich bin nicht Gott – hilf mir, nicht wieder in Selbstvertrauen und in die eigene Besserwisserei hineinzukommen – hilf du mir, wirklich Dich ernst zu nehmen.

Und das ist, warum es klemmt in den allermeisten Gemeinden. Und dieses Problem wird gelöst durch Jüngerschaft. Durch Jüngerschaft, in dem Leute angeleitet werden jetzt zu einem neuen Lebensstil, wird diese halbe oder vielleicht nie stattgefundene Bekehrung endlich passieren. So, es beginnt mit Kapitulation: „Du bist Gott, meine Karrierepläne lege ich hin, meine Heiratspläne lege ich hin. Wenn du willst, dass ich ledig bleibe, bleibe ich ledig.“ Oder wenn Ehe für dich ein Horror ist: „Wenn du willst, dass ich heirate, ich werde auch heiraten. Du bist Gott, ich bin nicht Gott. Du bestimmst jetzt in meinem Leben. Wenn du mich in andere Nationen senden willst, du kannst machen, was du willst, mit meinem Leben. Ich gehöre dir“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (60:00 bis 65:00)

Und nach Wochen von Gebet ist diese Frau zum ersten Mal in die Gemeinde gekommen. Und die Gegenwart Gottes war so stark da, und sie sagt: So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich weiß nicht, was das ist, aber ich spüre hier etwas – das ist eine Power, die ich nie gekannt habe.

Sie war berührt von Gott, sie hat sogar Tränen vergossen. Wir denken – Hallelujah, jetzt schnell das Übergabegebet und zack und fertig und wieder einen gewonnen.

Sie kam zum zweiten Mal und die wollte sich bekehren und die Leiterschaft hat gesagt: Nein. Du bekehrst dich noch nicht, wir beten nicht mit dir. Du kommst weiter, du liest jetzt Johannes-Evangelium. Du betest, dass Gott dir deinen Sünden offenbart. Du betest darüber, was es bedeutet, wenn du Jesus nachfolgst und was das für Veränderungen mit sich bringt, was das mit deinem Hexenladen zu tun hat und wie das alles weitergehen soll – du überschlägst die Kosten.

Und das hat vier Wochen gedauert, wo man sie hingehalten hat und gesagt hat: Noch nicht. Noch nicht. – Überlege wie geht es mit diesen Sachen, überlege das, überlege das. Verwandtschaft, dies und das. Bist du bereit?

Und nach vier Wochen war die bereit und dann haben sie mit der gebetet und die hat sich bekehrt und die haben ein Haus geräumt, den ganzen Müll, die ganzen Bücher, die ganzen Zaubersachen, alles verbrannt bis auf so ein paar Klangschalen, die konnte man nicht verbrennen, die musste man dann zerdeppert mit einem Hammer kaputt schlagen.

Die hätte die noch für tausende von Euro bei Ebay verkaufen können! Und was hat die Leiterschaft gesagt? – Vernichten! Alles vernichten!

Ja, ist das nicht ein bisschen krass? Ich meine, jetzt habe ich schon alles aufgegeben und ich gebe meinen Laden auf, ich könnte doch wenigstens ein paar tausend Euro noch aus dem irgendwie noch ein bisschen Gewinn ziehen und das kann ich ja auch dann verzehnten und …

Es muss ein radikaler Schnitt vollzogen werden mit der Vergangenheit, ein radikaler Bruch!

Als ich mich bekehrt habe, da gab es noch LPs. Kennst du die? Solche großen Scheiben? Und dutzende von Scheiben von dieser Teufelsmusik habe ich eigenhändig über meinem Knie zerbrochen. Da gab es noch nicht Ebay, aber da war auch die Idee: Hej, das kann ich doch meinen Kumpels verkaufen für einen guten Preis.

Nein – das muss weg! Ich kann doch nicht Teufelsmusik, von der ich weiß, die macht Leute irre im Kopf, noch anderen Leuten verkaufen, das kann ich doch nicht machen.

Jedenfalls – diese Frau und ihr Mann haben einen radikalen Schnitt vollzogen. Und das ist letzten Sommer passiert. Und sie berichten mir, und ich hab sie auch schon gesehen und werd sie in drei Wochen wiedersehen – die geht ab wie eine Rakete. Sie wächst und sie hat schon viele Leute in der Gemeinde in den Schatten gestellt durch ihre Hingabe, durch ihre Entschiedenheit, durch ihre Radikalität, durch ihre Klarheit. Und der Heilige Geist ist mir ihr und gebraucht sie. Und sie hat schon eine andere Frau, eine Kollegin aus ihren Esoterik-Kreis schon in die Gemeinde gebracht, die vor ein paar Wochen getauft worde. Und sie hatte das Vorrecht als Neubekehrte – noch nicht mal ein Jahr gläubig – sie durfte diese Frau taufen im Swimming Pool. Und das war ein Freudenfest.

Und warum wächst die so? – „Ja, das schenkt Gott so, das ist so – beim einen geht’s schnell, beim anderen geht’s langsam“.

Nein, ich glaube nicht. Da war das Haus gereinigt, da war das Fundament gesund gelegt. Das war nicht irgendwie aus Emotionen heraus: Ach, ich will mich auch bekehren, wo soll ich unterschreiben?

Sondern die hat genau gewusst, was auf sie zukommt bevor die sich bekehrt hat – hat genau gewusst, meinen Hexenladen muss ich zu machen.

Was sollte ich vorlesen? 1 Thess – Definition von Bekehrung.

1 Thess 1,9
9 Denn sie selbst (die anderen aus anderen Gemeinden) erzählen von uns (Paulus und seine Leute), welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen

„Wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen“. Man kann Gott nicht dienen wenn man sich zuvor nicht von den Götzen abgekehrt hat, das ist nicht möglich. Gott zu dienen heißt, alle anderen Götter wegzuschicken und sich davon zu distanzieren. Anders kann man Gott nicht dienen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (55:00 bis 60:00)

Wer nicht allem entsagt, der kann nicht. Das ist nicht eine harte Bedingung quasi als Eintrittpreis, sondern der kann dann gar nicht nachfolgen, weil Nachfolge heißt ja: Jesus geht voran, und ich gehe hinterher. Wenn ich aber noch diese Haltung habe: Ich/meiner/mir/mich und „ich zuerst“ – wie kann ich nachfolgen? Und Jesus macht das ganz klar: Jemand kommt zu ihm und sagt: Ich will dir nachfolgen – wir würden sagen: Hallelujah, schon wieder einer, wunderbar!

… aber erlaube mir zuerst …

und was wollte der? Sein Vater war gestorben. Und er sagt: Erlaube mir zuerst noch einmal zurückzugehen, meinen Vater zu beerdigen und dann komme ich und dann folge ich dir nach.

Wir würden denken: Kein Problem, kein Thema.

Für Jesus war das ein Problem. Und was war das Problem? Ich meine, wieso hat Jesus Probleme mit der Tatsache, der will seinen Vater beerdigen, das ist doch wohl normal, das ist doch wohl anständig, dagegen hat doch keiner was zu sagen?!

Der Punkt ist nicht das „Vater beerdigen“. Der Punkt ist diese Haltung: „ich zuerst“.

Ich bin absolut sicher, so kenne ich das Herz Gottes: Wenn dieser Mann gesagt hätte: „So, ich hab mich entschieden, ich habe verstanden, wer du bist, ich will dir nachfolgen, ich gehöre dir, die Sache ist entschieden. Aber Jesus, jetzt habe ich eine Frage: Mein Vater ist gestorben, würdest du mir erlauben, zurück zu gehen, ihn zu beerdigen und dann dir nach zu folgen? Wenn du sagst, nein – kein Thema, ich tue es nicht. Wenn du sagst, ja – tue ich es, aber die Entscheidung, dir nachzufolgen, die steht“.

Was hätte Jesus gesagt? – „Na klar“.

Das Problem war nicht die Beerdigung. Das Problem war: „Erlaube mir“ / „ich zuerst“.

Das ist das Problem. Und das ist das Gegenteil von Jüngerschaft. Weil dann geht er voran und sagt: „Jesus, komm mit und segne mich. Segne du mein Leben“.

Nein, Jüngerschaft ist: Jesus, du gehst voran und ich gehe hinter dir her. Und ich tue, was du sagst. Und du bist der, der die Richtung angibt.

Und deswegen ist im Sinne des Neuen Testamentes Bekehrung sehr klar definiert. Und wir finden in der Bibel nirgendwo etwas wie Bekehrung ist eine Karte ausfüllen, eine Hand heben oder ein Gebet der „Übergabe“ zu sprechen.

Das findest du in der Bibel gar nicht. Und wenn du ein bisschen zurückgehst in der Kirchengeschichte, vor 100, 150, 200 Jahren – niemand hat diesen Blödsinn gekannt. Kein Evangelist hat so gepredigt vor 200 Jahren, keiner!

„Wer möchte Jesus annehmen? Bitte! Das wird alles schön und er macht alles gut und komm doch zu Jesus“ – und das wird wie so ein Schnäppchen verschleudert.

Keiner hat vor 200 Jahren so etwas gepredigt. Was haben die da gepredigt? Hast du mal gelesen, was (Charles Grandison) Finney gepredigt hat? Und niemand hat mehr Seelen zum Herrn gebracht als Finney. Wie der gepredigt hat? Hat der gesagt: Komm zu Jesus, der liebt dich, ist alles gut, komm doch – und dann spielt noch die Orgel und dann singen wir „so wie ich bin“.

Kennst du diese Evangelisation?

Das hat man damals nicht gekannt. Was haben die gepredigt? Die haben den heiligen Gott gepredigt. Die haben gesagt: Das ist der Wille Gottes! Die haben Sünde beim Namen genannt. Die haben über Sünde gepredigt. Und dann sind Leute vom Heiligen Geist überführt worden – meine Güte, ich mach das ja auch, das ist ja auch in meinem Leben, das ist ja auch in meinem Herzen – und sie waren erschrocken über ihren Zustand.

Manchmal bei Finney ist es passiert, der hat gepredigt und Leute sind nach vorne gerannt ohne Altarruf, während er gepredigt hat. Wenn das heute passieren würde, wir predigen und jemand kommt nach vorne: „ich bin soweit, ich bin soweit, ich will mich bekehren“ – wir würden sagen: Hallelujah, Erweckung bricht aus.

Weißt du, was Finney gemacht hat? Der schaut den an und sagt: Du bist noch lange nicht so weit, setz dich wieder hin und hör zu!

In einer der Gemeinden, mit der wir verbunden sind und arbeiten, haben sie wochenlang gebetet für eine Frau, die in der Esoterik war, wochenlang. Intensiv, mit Fasten. Weil dies eine Gemeinde ist, die sagt: Wir wollen eine neutestamentliche Gemeinde sein und wir verstehen, Fasten spielt eine wesentliche Rolle im Gemeindeleben. Wo haben sie das her? Aus dem Wort.

So, sie haben gebetet mit fasten für diese Frau, die in Esoterik, in Zauberei war. Die hat eine Praxis gehabt, die hat Leute behext und versucht zu heilen und dafür Geld bekommen und all diese Dinge.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (50:00 bis 55:00)

Die Leute wollen einander nicht kennenlernen, wollen auch nicht, dass andere hinter die Fassade schauen, dass andere vielleicht sogar noch in ihr Leben sprechen. Einfach nur „nett sein“. Das ist nicht Gemeinde! Gemeinde ist etwas ganz, ganz anderes. Gemeinde ist: Wir wollen Jesus verherrlichen.

Und wie verherrlichen wir Jesus? Indem wir einander helfen, in die Ordnungen Gottes zu kommen. Das ist Gemeinde.

Wenn ich es schaffe, werde ich am Sonntagmorgen ein bisschen noch etwas über Beziehungen sagen, habe ich ja schon einmal angekündigt.

So, Gemeinde beginnt mit zerbrochenen Menschen. Mit unzerbrochenen Menschen, die voller Selbstvertrauen sind, was sie sich mühsam angeeignet haben im Laufe ihres Lebens – vielleicht sogar teure Seminare besucht haben, um endlich ein bisschen Selbstvertrauen zu haben.

Mit solchen Leuten kann Jesus nicht seine Gemeinde bauen.

Petrus sagt: Wir sind alle Steine.

1Petr 2,5a
lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen

Und wie ist es mit der Mitbestimmung der Steine auf dem Bau? Fragt da der Maurer: Also, lieber Stein, ich will dich jetzt vermauern, möchtest du gerne rechts vom Fenster oder da drüber oder mehr im Keller oder was wäre so deine Idealvorstellung?

Wie ein blödes Bild – das weiß ich. Ich mach immer blöde Bilder. Das weiß ich schon. Aber ich habe eine Idee, ich will etwas vermitteln: Das ist absurd, die Idee, die Bausteine zu fragen, wo denn im Gebäude sie verbaut werden wollen. Das ist völlig absurd.

Aber in der Gemeinde nehmen wir Rücksicht auf Leute, die kraft ihrer Persönlichkeit die erste Posaune spielen wollen oder die erste Geige spielen wollen oder die immer auf die Pauke hauen wollen. Wir nehmen Rücksicht auf diese Leute.

Und Leute, die niemals zerbrochen sind, die niemals freigesetzt sind von Gott von diesem Drang etwas sein zu wollen und anerkennt zu werden und etwas darstellen wollen. Diese Leute kriegen dann oft Positionen.

Aber da ist keine Zerbrochenheit. Und deswegen wird das auch nie Frucht bringen, weil da keine Echtheit da ist, keine Demut. Und vieles, was wir Dienst nennen, ist nichts anderes als „sich zur Schau stellen“, sich zu präsentieren und Leute beeindrucken wollen mit einer witzigen, charmanten, sprühenden Persönlichkeit.

Das ist nicht Dienst. Und dahinter ist: „Habt mich doch ein bisschen lieb“. Applaudiert doch mal! Zeigt mir, dass ich ein toller Mensch bin.

Das ist nicht Dienst, das ist Beraubung. Man täuscht die Leute. Man tut so als würde man dienen, aber in Wirklichkeit will man etwas haben. Dienen heißt ja „geben“. Aber man will etwas haben. Das ist nicht Dienst.

Und deswegen ist die biblische Reihenfolge: Dienst kommt nach einem Prozess von Jahren der Jüngerschaft. Das ist die biblische Ordnung.

Also, es beginnt mit: Das Schwert des Herrn kommt, der Wille Gottes wird klar verkündigt, es wird klar gesagt, was ist Nachfolge – wie sieht das aus? Was will Jesus? Worum geht es überhaupt?

Jesus hat mit solchen drastischen Worten Menschen gerufen. Wir würden heute mit unserer Weisheit denken: Ja, meine Güte, wenn man das so ankündigt – da kommt doch keiner?!

Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst. Er nehme sein Kreuz auf sich täglich. Wer nicht sein Kreuz nimmt, kann nicht mein Jünger sein.

Mk 8,34b
Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach!

Lk 9,23
Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach!

Die Leute damals haben genau verstanden, was er meinte, wenn er gesagt hat „das Kreuz nehmen“. Die haben alle paar Wochen Leute gesehen mit einem Kreuz, die durch die Straße gezogen sind außerhalb der Stadt, wo sie dann gekreuzigt wurden. Sahst du einen mit einem Kreuz, hast du gewusst, das ist ein toter Mann. Der läuft zwar noch, aber nicht mehr lange. Sobald er sein Kreuz hat, sein Leben ist zuende. Jeder hat das verstanden.

Und so lädt Jesus Leute ein ihm nachzufolgen?! Das ist ja Wahnsinn. Welche Berater hat denn der gehabt? Das macht man doch nicht. Man macht das „Komm zu Jesus und alles wird gut“. Alle deine Probleme werden gelöst, alles wird wunderbar und du hast nie wieder Probleme und alles ist wunderbar.

Und Jesus sagt: Wer nicht allem entsagt, was er hat – also sein materieller Besitz, seine Ziele, seine Prioritäten, seine Werte – wer nicht allem entsagt, was er hat, kann nicht mein Jünger sein.

Lk 14,33
So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (45:00 bis 50:00)

Das Glaubensleben der Juden kreist um ein Ding, und das ist: Der Messias muss kommen. Der Messias ist unsere Hoffnung.

Und dann sagt Petrus und er beweist es ihnen in der Kraft des Heiligen Geistes: Dieser Messias, auf den ihr wartet, ist gekommen. Und ihr habt ihn nicht erkannt und ihr habt ihn ermordet!

Und als sie das gehört haben, durchdrang es ihr Herz. Und das heißt, ihre ganze Überzeugtheit von ihrem Glauben ist in Stücke zerborsten und sie haben verstanden, das war kein echter Glaube. Der hat nichts bewirkt in meinem Leben. Ich sage, ich warte auf den Messias – und dann kommt der Messias und ich verkenne ihn und ich erhebe meine Stimme und rufe mit „kreuzigt ihn“.

Was ist mein Glaube wert wenn ich auf den Messias warte und ich kann ihn gar nicht erkennen? Sie haben mit einem Augenblick durch das Schwert des Geistes diesen ganzen Kokon, dieses Lügengespinst einer selbstgemachten Religion zerfetzt bekommen.

Und deswegen sind sie so erschrocken und deswegen sagen sie: Ja, was sollen wir jetzt tun?

Gemeinde beginnt mit zerbrochenen Menschen, die diese Frage stellen: Was soll ich tun?

Und wie viele Male erleben wir das: Leute kommen von einer anderen Gemeinde, sie sind noch gar nicht hier angekommen und erzählen uns schon, was wir jetzt zu tun haben und sagen: Ja, aber in unserer alten Gemeinde haben wir das so gemacht – warum macht ihr das nicht auch so und so?

Sie kommen nicht als Lernende, sondern sie kommen als Besserwisser. Und sie wissen alles besser. Was beweist, dass sie nicht zerbrochen sind. Ein zerbrochener Mensch sagt: Okay, ich habe keine Antworten, bitte leite mich, nimm mich an die Hand und jetzt zeige du mir, worum es geht. Zeige du mir, wie ich jetzt leben soll. Das ist Zerbrochenheit. Und so beginnt Gemeinde.

Und viele, viele Pastoren habe ich kennengelernt in meinem über 20jährigen Reisedienst, die verzweifeln im Gemeindebau an Menschen, die alles besser wissen und die immer im Wege stehen und die immer opponieren müssen. Und ich sage: Weißt du was, du versuchst etwas, was nicht einmal Jesus schaffen konnte und auch gar nicht erst versucht hat – du versuchst mit störrischen, rebellischen, unabhängigen Menschen Gemeinde zu bauen – das kann nicht funktionieren und das wird nicht funktionieren. Du musst deine ganze Arbeitsweise umstellen.

Gemeinde kann nur gebaut werden mit willigen Menschen, mit Menschen, die bereit sind, in ihr Leben sprechen zu lassen. Die bereit sind, sich zu ändern. Die bereit sind, Wahrheit über ihren Charakter zu hören. Die bereit sind, an sich arbeiten zu lassen oder Gott an sich arbeiten zu lassen. Gemeinde kann nicht funktionieren mit lauter kleinen Königen: Ich und mein Reich und komm mir nicht zu nah und hier ist privat und da darfst du überhaupt nicht.

So kann Gemeinde nicht gebaut werden. Wir können Gottesdienst machen – ja. Versammlungen möglichst störungsfrei abhalten, das können wir hinkriegen. Aber das hat nichts mit Gemeinde zu tun, Gemeinde ist nicht eine Reihe von vier Veranstaltungen pro Woche, Gemeinde ist eine Gemeinschaft von Menschen, die einander gehört, die einander verpflichtet ist, die gemeinsam lernen unter der Herrschaft Christi zu leben. Das ist Gemeinde. Es ist eine Lebensschule.

Und nebenbei eine Lebensproblemebewältigungsanstalt. Das ist Gemeinde.

Und das heutige Verständnis von Gemeinde ist sehr ähnlich, und ich finde es interessant – man spricht ja auch von „Theatergemeinde“. Schon mal in der Zeitung gelesen, den Begriff „Theatergemeinde“? Das sind so die Verschworenen, die zu jeder neuen Uraufführung kommen irgendwie, und die treu sind zu diesem Theater und die interessieren die Stücke und die kommen da. Und warum kommen die? Die kommen wegen des Programms auf der Bühne. Die kommen nicht um die Leute rechts und links und vor ihnen und hinter ihnen kennenzulernen. Da haben die gar nichts mit zu tun. Die haben ein Abo und die kommen zu jeder Aufführung und dann nennt man das Theatergemeinde.

Und in dieser Mentalität funktionieren heute ein Großteil der Gemeinden.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (40:00 bis 45:00)

Durch die Bibel – ich könnte jetzt eine gute Stunde predigen über den Gott, der fragen stellt – an Elia, an Kain, an David – so viele Situationen in der Bibel, wo Gott Fragen stellt, um das Herz zu offenbaren, um demjenigen zu zeigen: Ja, schau mal, das ist deine Herzenshaltung. Wie passt das zusammen mit deinem Entschluss, du glaubst an Gott, du willst Gott lieben, du willst für seine Ehre leben – wie passt das zusammen? Wenn du das wirklich willst, dann muss das aufhören. Das nennt man Buße.

Okay, gehen wir kurz durch. Vier Schritte hinein ins Glaubensleben – vier Schritte zum Start ins Reich Gottes. Und wer diese vier Schritte absolviert hat, der kann sich melden für Jüngerschaft. Und bitte versuche niemals, niemals Seelsorge oder Jüngerschaft zu machen mit einem Menschen, der diese vier Schritte nicht gegangen ist. Versuch das bitte nicht, weil das nicht Gottes Plan ist. Diese Schritte sind absolut notwendig.

So, natürlich, ach, lesen wir mal Apg 2,38. Das ist die Situation. Ist übrigens das erste Mal im Neuen Testament, wo wir jetzt etwas über Gemeinde lesen. Und irgendwelche klugen Leute haben festgestellt, und ich glaube, dass da sehr viel dran ist, und ich wüsste einige Beispiele, um das zu belegen – wann immer ein Thema zum ersten Mal auftritt in der Bibel, dann findest du ganz wesentliche, grundlegende Aussagen schon gleich bei der ersten Erwähnung.

Und hier ist Gemeinde. Pfingsten ist die Geburt der Gemeinde. Und was ist passiert zu Pfingsten? Die Apostel und die anderen Jünger, die 120 haben den Heiligen Geist empfangen, und dann kommen die Leute zusammen, die dort zu diesem Fest waren. Aus allen Himmelsrichtungen waren die frommen Juden angereist für diesen hochheiligen Feiertag dort, dieses Festival. Und Petrus predigt dann. Und er predigt auf eine solche Art und Weise, dass das Schwert des Geistes ihre Herzen durchdringt und sie aus der Täuschung, aus der frommen Täuschung rausholt in die Realität. Das tut der Heilige Geist, weil er ist der Geist der Wahrheit und er kann Lüge, auch Heuchelei und sich-selber-was-vormachen – er kann das nicht ertragen. Und er weiß, es braucht die Wahrheit, um Menschen zu helfen. Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

1 Tim 2,4
welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Das bedeutet nicht, Gott will zwei Dinge: Gott will Menschen helfen und Gott will Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit bringen. Das zweite erklärt, wie das erste gemeint ist. Die Hilfe Gottes kommt durch Erkenntnis der Wahrheit.

Gott will, dass allen Menschen geholfen wird. Wie wird ihnen geholfen? Indem sie die Wahrheit erkennen. Und wenn sie die Wahrheit erkennen, dann was? Dann können sie auf die Wahrheit reagieren. Und das nennt die Bibel: Buße tun.

Erst muss das Licht scheinen, erst muss die Wahrheit klar, hell scheinen und dann sieht jemand, hej, das ist, was Gott will. – Ja, aber das passt ja nicht mit mir. Also muss ich jetzt mich ändern.

Wenn wir mit Gott zusammen gehen wollen, wenn wir ihn haben wollen in unserem Leben, in unserer Familie, in unseren Finanzen, in unserer Sexualität, dann müssen wir in die Ordnung Gottes hinein. Weil Gott ändert sich nicht. Wir sollen aber mit ihm zusammen gehen.

Wie können denn zwei miteinander gehen – Amos 3,3 – sie seien denn einig zuvor?

Amos 3,3
Gehen auch zwei miteinander, ohne dass sie übereingekommen sind?

Wenn wir mit Gott gehen wollen, wir müssen mit Ihm einig werden.

Und das nennt man Umkehr, das nennt man Buße, das nennt man Erneuerung des Sinnes. Das nennt man Sich-Anpassen an Seine Standards. Diese Leute wurden durch das Schwert des Geistes – das waren ja alles fromme Leute, dürfen wir nicht vergessen. Das waren nicht irgendwie Leute, die gesagt haben: „Also, altes Testament, also die jüdische Bibel – interessiert uns gar nicht“ – das waren fromme Leute! Die kamen dort, um Gott anzubeten. Wenn wir die interviewt hätten vor der Predigt vom Petrus: Wie siehst du denn dein Glaubensleben? – Ich bin Kind Abrahams!

Die hätten dir tolle Dinge erzählt über ihren Glauben: Wir gehören zum auserwählten Volk, wir haben den wahren Gott. Die Heiden beten Götter an, wir haben den wahren Gott – die hätten dir wunderbare Dinge über ihren Glauben erzählt.

Und dann kommt Petrus und predigt das Evangelium, predigt Jesus, und wer Jesus ist und warum Jesus gekommen ist und dass Jesus der ist, auf den sie alle Jahre und Jahrhunderte gewartet haben – der Messias.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (35:00 bis 40:00)

Das hängt damit zusammen, dass die Ideen und die Haltungen, die normal sind in der Welt auch in der Gemeinde regieren: „Wir wollen niemandem zu nahe treten, ist ja alles privat. Wir wollen ja nicht unsere Nase in persönliche Angelegenheiten hineinstecken“.

Aber genau das tut Jüngerschaft.

Da heißt es z.B.: In der neutestamentlichen Gemeinde, da lehren die Frauen, die älteren, reiferen Schwestern, lehren die jungen Frauen wie sie ihre Männer zu lieben haben. Das war Teil des Gemeindeprogramms.

Das holen sich die Frauen heute von „Brigitte“ und anderen Zeitschriften, die dieses ganze Gift der Unreinheit und der Emanzipation und all diese Dinge irgendwie verbreiten und Frauen aufhetzen.

Und die Gläubigen holen sich ihre Ratschläge für Familien- und Eheprobleme aus solchen Quellen. Und dann wundern wir uns, warum wir dann Teenager haben, die reihenweise während wir „die Stadt erreichen“ – reihenweise zur Hintertür rausgehen und sagen: Danke, mit dem möchte ich nichts mehr zu tun haben.

Warum ist das so? Warum interviewen wir nicht mal die weggelaufenen Teenager und sagen: Du, was hat dazu geführt, dass du der Gemeinde den Rücken gekehrt hast?

Da würden wir nämlich interessante Antworten bekommen: „Weißt du, mein Vater war Ältester, und ich konnte es nicht mehr ertragen – diese Diskrepanz, diese Heuchelei am Sonntagmorgen und dann zu Hause wie hergezogen wurde über die Leute in der Gemeinde – ich konnte das nicht mehr ertragen“.

Solche Antworten würden wir dann hören. Und meine Eltern spielen die heile Welt am Sonntagmorgen und zu Hause fetzen sie sich und schreien sich an.

Hallo?

Ich sage nicht, dass Rebellion gegen Eltern und gegen Gemeinde richtig ist. Ich rechtfertige nicht Rebellion. Aber ich sage, wo das herkommt.

Das Wort Gottes sagt: „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn“.

Eph 6,4
Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn!

Wo ist die Verantwortung? Bei den Kindern oder bei den Vätern? Bei den Vätern!

Ich kann das Richtige wollen und das Richtige sagen und anordnen bei meinem Sohn, aber in einer Haltung der Härte – ohne Liebe. Und alles, was ich sage und anordne, ist richtig, und ich erzeuge in ihm Rebellion. Wer ist verantwortlich? Rebellion ist Sünde – aber ich als Vater bin mehr veranwortlich.

Bevor ich jetzt detailliert diesen Prozess und die Lernziele und alles, was dazugehört, beschreibe, will ich noch einen Schritt zurückgehen und will kurz wiederholen oder in Erinnerung bringen, was denn die Voraussetzungen sind für Jüngerschaft. Man kann nicht einfach irgendjemanden einladen zu Jüngerschaft, sondern es gibt eine biblische Reihenfolge. Es gibt ein von Gott verordnetes Programm hinein in das Reich Gottes. Und wenn diese Schritte davor nicht gegangen sind oder meinetwegen nur ein Teil der Schritte, dann muss man zurückgehen und schauen, welche Schritte ausgelassen worden sind. Ein gutes Beispiel dafür ist Paulus – hatte ich gestern schon kurz erwähnt im Zusammenhang mit Heiligem Geist und Sprachengebet: Er kommt dort hin und findet dort eine Gruppe von 12 Männern, die sind gläubig, aber Paulus merkt sofort, irgendwas klemmt hier. Irgendwas ist hier nicht so, wie es sein sollte. Und er stellt Fragen.

Wenn wir später über Jüngerschaft reden, dann werden wir sehen: Die Kunst Fragen zu stellen, ist absolut wichtig. Der Gott, dem wir dienen, stellt Fragen. Und wir lernen von Ihm Fragen zu stellen. Warum stellt überhaupt Gott Fragen? Weil er ein Informationbedarf hat? Weil irgendwelche Dinge ihm nicht klar sind und Er muss jetzt Antworten haben von uns?

Gott stellt Fragen, um unser Herz zu offenbaren.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (30:00 bis 35:00)

Der Wille Gottes soll runterkommen und die Gemeinde ist eine Repräsentanz des Himmels. Und sie soll auf eine sehr, sehr sichtbare Art und Weise die Schönheit, die Harmonie, den Frieden, die Kreativität und die Freiheit des Himmels wiederspiegeln. Das ist Gemeinde. Das ist der Auftrag der Gemeinde.

So dass die Leute kommen und sagen: Das ist ja nicht möglich, wie könnt ihr so miteinander leben? Wie könnt ihr solche Ehen haben? Wie könnt ihr solche Familien haben? Wie könnt ihr so eure Kids erziehen? Wie könnt ihr so miteinander umgehen? Das ist ja fantastisch! Das ist ja traumhaft!

Wie Israel: Mit dem Segen, den Gott ihnen gegeben hat – unter der Bedingung des Gehorsams – sollen sie die Nationen eifersüchtig machen.

So dass die sagen: Jetzt guck dir das mal an wie die gesegnet sind. Jetzt guck dir an was ihr Gott für die macht alles. Und was machen unsere Götter für uns? Wäre es nicht klug, wir laufen über zu diesem Gott?

Das war die Aufgabe von Israel: Die Nationen zur Eifersucht zu reizen durch den Segen Gottes. Und wo sollte der Segen Gottes herkommen? Von den Ordnungen Gottes – sprich vom Gehorsam.

Das war der Plan Gottes. Und das ist der Plan Gottes für Gemeinde. Evangelisation ist nicht: Einmal im Monat machen wir eine Aktion und stellen uns mit Gitarre auf den Marktplatz und singen da ein paar Lieder und predigen zu Leuten, die gar nicht stehen bleiben. Aber dann haben wir es abgehakt und wieder mal waren wir draußen und haben evangelisiert.

Evangelisation ist: Wir sind Zeugen eines neuen Reiches. Wir sind Repräsentanten! Und unsere Leute auf der Arbeit, unsere Nachbarn, die sehen: Hej, die ticken anders – die leben anders!

Das ist unsere Aufgabe: Salz und Licht zu sein.

Mt 5
13 Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.
14 Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein.

Aber wenn unser Lebensstil nicht anders ist als der des ungläubigen Nachbarn, wenn unsere Fernsehprogramm und unsere Filme und unsere Unterhaltung auf demselben Niveau sind wie die Ungläubigen, wenn die Art wie wir Konflikte miteinander austragen und wie wir miteinander umgehen – wenn das dasselbe ist wie draußen in der Welt – warum sollen die Leute kommen? Warum?

Wir sagen: Kommt zu uns! – Ich sag: Ich war mal da, ich hab gesehehn, was ihr habt, danke, das brauche ich nicht!

Das ist, was kluge Heiden sagen. „Danke, sowas brauche ich nicht – solche Streitereien, solche Unehrlichkeiten, solche Hinten-Rum-Tricks und solche Schauspielereien am Sonntagmorgen für 1 1/2 Stunden, so ein freundliches Lächeln aufsetzen und ansonsten werden die Messer gezückt – ich brauche sowas nicht, danke. Ehrlich, ich hab schon genug Stress mit meiner Verwandtschaft. Da muss ich nicht noch eine ganze Gemeinde dabei haben“.

Das ist, was die Leute da draußen sagen. Und deswegen bleiben sie weg in Massen. Weil sie genau wissen: Gemeinde – da brauchen wir gar nicht hinzugehen, die haben keine Antworten. Die haben keine Antworten auf „Ehe“, die haben keine Antworten auf „Kindererziehung“, die haben keine Antworten auf das „Schuldenproblem“, die haben überhaupt keine Antwort.

Deswegen bleiben die Leute weg.

Und Jüngerschaft ist ein Prozess, wo Menschen, die das wollen, freiwillig, in eine Umformung hineingenommen werden, und wo sie den Lebensstil des Reiches Gottes lernen dürfen, weil sie das wollen.

Und als unvermeidbares Abfallprodukt werden alle ihre Probleme, die sie durch Sünde in ihrem Leben angesammelt haben, – Ablehnung, Missbrauch, Selbstablehnung, Zwänge, Fresssucht, Bulimie, Drogen, Pornografie, nimm was du willst, oder einfach nur schlichte Profilierungssucht, was ein interessantes Wort ist, und die biblische Übersetzung wäre „Stolz“ – wo all diese Probleme gelöst werden als Folge einer Umstellung der Verhaltensweisen, der Prioriäten und dann der Herzenshaltung und Herzenseinstellung.

Man kann einen Charakter nicht verändern ohne dass man den Lebensstil verändert, das ist unmöglich.

Und deswegen geht es sehr, sehr konkret zur Sache in der Jüngerschaft. Ein Jünger ist ein Lernender. Und er lernt die Ordnungen im Reiche Gottes. Und darüber will ich sprechen. Und was die Hindernisse sein könnten – warum haben wir das eigentlich? Haben wir das überlesen? Haben wir diesen Punkt gar nicht gesehen im Neuen Testament? Oder gibt es vielleicht andere Gründe, warum wir wahrscheinlich in mehr als 95% der Gemeinde in der westlichen Welt ohne Jüngerschaft auskommen?

Warum ist das so?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (25:00 bis 30:00)

„Ja, aber ich bin Krawattenmuffel!“ – Prima! Jetzt kannst du entscheiden: Möchtest du Krawattenmuffel bleiben, dann ist Sparkassenangestellter nicht das richtige für dich. Oder möchtest du deine alten Ideen verwerfen und möchtest du dich jetzt anfreuden mit der Tatsache, dass du von jetzt an so lange du in der Sparkasse bist, Krawatte trägst? Diese beiden Entscheidungen hast du.

So funktioniert’s. Da kannst du jeden Beruf nehmen, was immer du willst, da gibt es klare Ordnungen und da gibt es ein klares Commitment (Sich Verpflichten, Sich Bekennen): Das ist meine Hingabe, dazu bin ich bereit. Und wer dazu nicht bereit ist, kann jederzeit auschecken, sogar mitten in der Lehre kann er sagen: Jetzt gibt es neue Themen, die soll ich hier lernen, die gefallen mir überhaupt nicht, ich glaube, ich steige aus. – Okay! Kein Problem, steigst aus!

Aber was nicht geht: Pro forma drin bleiben und boykottieren und sagen: Diese Sachen nicht, und das nicht und das nicht.

Ja, verstehen wir dieses Prinzip?

Es sollte so sein. Wenn wir in dieser Gesellschaft leben, dann verstehen wir das alle.

Und genauso ist es in der Gemeinde. Jesus ist der Herr. Jesus hat Menschen gesetzt und ausgebildet und trainiert und gesalbt, und die haben die Aufgabe, jetzt die Neubekehrten – und nicht nur die Neubekehrten – wenn das wirklich durchkommt, sondern auch die alten Hasen, die 20,30 Jahre Christ sind und nie durch Jüngerschaft gegangen sind – jetzt anzuleiten in diesem Prozess der Jüngerschaft. Das ist, was Gott will.

Eine Gemeinde ohne Jüngerschaft ist keine neutestamentliche Gemeinde und wird früher oder später, und damit meine ich nicht 100 Jahre, von der Bildfläche verschwinden. Und „verschwinden“, damit meine ich, sie wird keinerlei geistliche Bedeutung mehr haben. Die katholische Kirche gibt es sein 1500 Jahren und die wird auch so weiter bestehen, die wird nicht verschwinden, aber sie ist Teil eines Systems, was gegen Gott ist. Ich rede von: Wir wollen relevant sein für Gott, wir wollen Gemeinde bauen, wir wollen die ganze Entwicklung nach vorne bringen, wir wollen Teil sein von Gottes Antwort. Und nicht Teil von Gottes Problem. Das ist doch was wir wollen als Christen. Und das ist auch was wir wollen als Gemeinde.

Und da könnt ihr machen, was ihr wollt. Früher oder später wird der Heilige Geist, nicht der Gastsprecher, der Heilige Geist den Finger drauflegen und sagen: Wie ist es jetzt? Wollt ihr jetzt mit Jüngerschaft beginnen? Selbst auf die Gefahr hin, dass 2/3 auswandern, weil ihnen das alles viel zu straff ist? Oder wollt ihr eine Gemeinde sein nach eurem Belieben und nach euren Vorstellungen und damit dann habt ihr die Weichen gestellt für etwas, womit Gott dann große Probleme hat.

Mit dieser Frage werdet ihr euch beschäftigen müssen, garantiert, das verspreche ich euch. Woher weiß ich das? Jesus baut seine Gemeinde. Und er baut sie so wie er sie haben will. Und all das, was ihm wichtig ist, das muss Element sein dieser Gemeinde. Ohne Jüngerschaft gibt es keine durchgreifenden, bleibenden Charakterveränderungen, das gibt es nicht.

Es ist nicht: „Du und deine Bibel und der Herr“ – und dann läuft schon alles. Das ist nicht so. Alles, was schwer ist im Leben, ob das Blockflöte lernen ist oder Orgel spielen oder Schreibmaschine – alles, was anspruchsvoll ist, verlangt Zeit und Disziplin.

Die anspruchsvollen Dinge kommen nicht einfach so. Und Charakterveränderung ist das Anspruchsvollste, was es gibt im ganzen Leben. Dagegen ist Orgel spielen oder schwimmen lernen oder Fahrradfahren lernen, das sind ja Peanuts. Und um das geht es! Dazu sind wir gerufen. Unsere Berufung als Christen ist: In das Bild Jesu umgestaltet zu werden. Das ist unsere Berufung. Das ist unser Vorrecht. Und wir lernen hier den Lebensstil des Reiches Gottes, den wir von dann an bis in alle Ewigkeit weiterleben werden. Das ist nicht ein kleines Kurzzeitprogramm, „das brauchen wir jetzt für die kurze Zeit auf der Erde“, sondern das, was wir da lernen, brauchen wir für die Ewigkeit.

Das ist der Lebensstil, den Gott selber lebt. Das ist der schönste, befreiendste, heilsamste, erfrischenste, glückselig machstenste Lebensstil, den man sich überhaupt vorstellen kann. Das ist, was sie im Himmel leben. Darum geht’s denen da oben so gut. Und darum sollen wir beten: „Wie im Himmel, so auch auf Erden“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (20:00 bis 25:00)

Warum muss er den lernen? Weil der so anders ist als der Lebensstil, den er Jahrzehnte lang vorher, vor seiner Bekehrung, gelebt hat und eingeübt hat. All die Ideen, all die Werte, all die Vorstellungen, was ist „normal“, was ist „richtig“, was hat jetzt Priorität? All diese Dinge sind völlig anders im Leben eines Jüngers als vorher.

Und da war ganz klar die Idee, das muss ein zielgerichtetes Unternehmen sein, ein Programm sein, das muss ein Prozess sein, wo wir Menschen formen und ihnen diesen Lebensstil des Reiches Gottes beibringen.

Denk einmal an einen Azubi, an einen Lehrling. Wie ist das? Der möchte gerne diesen Beruf lernen, was weiß ich? Der will jetzt Bäcker werden oder KFZ-Mechatroniker oder keine Ahnung. Das ist sein Wunsch. Er möchte diesen Beruf erlernen. So, dann geht er hin, macht Vorstellunggespräch, da wird er interviewt, am Schluss dann entscheiden sie sich: Okay, wir nehmen diesen jungen Mann.

Dann was? Sagt dann der Bäckermeister: Pass auf, du musst einfach nur jeden Tag kommen und dich ein paar Stunden hier in der Backstube aufhalten. Und wenn du das treu machst, drei Jahre, dann kriegst du ein Zertifikat und dann bist du ein Bäckergeselle und dann darfst du andere ausbilden. Was du da machst in der Zeit ist eigentlich nicht so wichtig, hauptsache, du bist da, du machst dein Häkchen oder mit der Zeitkarte oder wie auch immer – du belegst deine Anwesenheit und was du da tust, ist unwichtig. Aber nach drei Jahren kriegst du dein Dokument, und dann bist du ein Geselle im Bäckerhandwerk.

Ihr guckt mich an als wie „hat der noch alle, oder wie?“. Natürlich funktioniert es nicht so! Es gibt einen Ausbildungsplan, es gibt konkrete Lernziele, und es gibt die Idee, ich Geselle – du Lehrling. Und ich bringe dir bei, was du zu tun hast. Ich bin jetzt dein Vorgesetzter und ich sage dir, was und wie du hier Dinge tust. Und der Lehrling hat das vorher verstanden und hat unterschrieben.

Wer hat ihn gezwungen dazu? Der Geselle? Nein, er hat gesagt: Ich will diesen Beruf lernen.

Und mit seiner Unterschrift hat er erklärt, ich stimme überein mit den Bedingungen des Lehrplans. Er kann nicht hinterher sagen: Ich habe mich ja jetzt angemeldet, ich hab auch unterschrieben, die Lehre läuft also jetzt, aber da gibt’s ein paar Punkte, da müssen wir nochmal drüber reden. Also, 3:30 Uhr in der Backstube stehen? Das ist ehrlichgesagt für mich ein bisschen ungewohnt und ich schlage vor: 7 Uhr, 8 Uhr – das könnte ich schaffen. Okay?

Ne – der Geselle sagt: Nicht okay! Es wird nicht nachverhandelt! Du hast vorher alles gewusst, du hast unterschrieben. Was du jetzt noch machen kannst, du kannst von deiner Unterschrift zurücktreten, kannst sagen: Ja, bei Lichte betrachtet – eigentlich ist Bäckerhandwerk doch nicht so das. Außerdem habe ich eine Mehlstauballergie. Wenn ich dann vielleicht noch sogar in Berührung kommen würde mit Mehl – das geht ja überhaupt nicht.

Und er kann zurücktreten, es ist alles freiwillig. Aber solange er nicht zurücktritt, hat er ein volles „Ja“, 100%iges „Ja“ gegeben zu den einzelnen Maßnahmen, die dort praktiziert und gelehrt werden und in die er hineingebracht werden soll.

Den Inhalt des Lehrvertrages kann er nicht verändern. Ist das so im Leben? War schon jemand mal in einer Ausbildung oder ist vielleicht Ausbilder? Ist es da so? Oder ist da so der Ausbilder und der Lehrling auf Augenhöhe und die können da nochmal verhandeln und der kann dann so seine Wünsche geben? „Also das Lehrlingsgehalt müsste erstmal um das dreifache erhöht werden und die Zeiten sollten reduziert werden“ – ist das so?

Da gibt es ein System und der Lehrling kommt dort hinein, fertig, aus. So ist es. So funktioniert es im Leben.

Und da steht nicht zigtausende von jungen Leuten auf der Straße: Wir protestieren gegen dieses ungerechte, autoritäre Ausbildungssystem! Da gibt es Gesellen, die wollen uns sagen, was wir zu machen haben und wie wir uns zu benehmen haben!

Die Sparkassenangestellten stehen auf der Straße und demonstrieren: Wir sind gegen den Schlips-Zwang.

Nein, wenn du Sparkassenangestellter werden willst, dann wird von dir verlangt, vom ersten Tag an, in der Sparkasse trägst du eine Krawatte.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (15:00 bis 20:00)

Das interessiert die Firmenleitung alles überhaupt nicht! Ist die deswegen „autoritär“? Ist die deswegen „missbrauchend“? Ist die deswegen irgendwie „gewalttätig“? Nein, die hat einfach das Ziel, wir wollen eine effektive Firma haben, und du hast „Ja“ gesagt zu dieser Firma, und wir als Chefs, wir sagen, was geht und was nicht geht.

Und jeder, der im Berufsleben ist, versteht das und hat das akzeptiert. Und warum funktioniert das nicht in der Gemeinde? Warum ist das so?

Weil du weißt, auf der Firma, wenn du da wegbleibst unentschuldigt, du hast ein Gespräch mit dem Chef und du kriegst eine Abmahnung.

Aber in der Gemeinde hat das ja keine Konsequenzen, die können ja froh sein, dass ich überhaupt ab und zu komme. Ist alles „freiwillig“.

Wenn wir sagen, es ist alles freiwillig, wir meinen: Verbindlichkeit definiere ich!

Und was ist das? Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber 1) Gott und 2) der Gemeinde. Also, das ist ein Haltungsproblem. Das ist kein Terminproblem. Es ist ein Haltungsproblem. Dieselben Leute, die mit der Selbstverständlichkeit die Mitarbeiterschulung auf der Firma mitmachen ohne zu meckern, ohne zu murren, ohne einen Versuch sich da raus zu schleichen – können mit Selbstverständlichkeit in der Gemeinde mit Abwesenheit glänzen.

Das heißt, wir haben weniger Respekt vor Gott als vor unseren irdischen Chefs. Da stimmt etwas mit unserer Haltung Gott gegenüber nicht.

Wenn dich das jetzt alles nicht betrifft, entspann dich, ich bin hier nicht dabei, dich zu verdammen, ich will einfach nur den Status Quo erklären. Das ist mein Ziel, damit wir nachdenken, und dass wir dann sagen: Hej, das ist ja wahr. Das kann doch so nicht normal sein. Das kann so nicht weitergehen.

Apg 14,21
Und als sie jener Stadt das Evangelium verkündigt und viele zu Jüngern gemacht hatten, kehrten sie nach Lystra und Ikonion und Antiochia zurück.

So, Apostel Paulus und seine Mitarbeiter, die da reisten und von Stadt zu Stadt gingen, sie haben zwei Dinge getan: Sie haben das Evangelium verkündigt, und dann die, die darauf reagiert haben, versucht, zu Jüngern zu machen. Die waren nicht damit zufrieden, dass die jetzt bekehrt sind und haben gesagt: So, jetzt gehört ihr zur Gemeinde, und alles ist gut. Nein, das war der Anfang einer Arbeit.

Die hatten das Verständnis, wir müssen mit diesen Leuten jetzt arbeiten, und wir haben ein Ziel: Wir wollen sie zu Jüngern machen. Und bitte achte darauf, dass hier steht: Paulus und seine Mitarbeiter, sie haben die Menschen zu Jüngern gemacht.

Die haben nicht gebetet: Herr, jetzt haben wir diese wunderbaren Bekehrten, jetzt wirke du doch und mache du aus ihnen jetzt Jünger.

Nein, die haben verstanden, das ist unser Job. Das müssen wir tun! In der Weisheit Gottes, in der Liebe Gottes, in der Geduld Gottes, in der Klarheit Gottes – aber wir müssen diese Menschen jetzt zu Jüngern machen. Wieso haben die das gewusst? Ich sagte schon am Anfang: Die Instruktionen für den Gemeindebau haben die Apostel von Jesus bekommen. Und was hat Jesus gesagt: Geht hin, predigt das Evangelium, macht zu Jüngern.

Mt 28,19a
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern

Ihr macht zu Jüngern! Und dann wird das sehr deutlich definiert im Worte Gottes, was Jünger sind: Jünger sind nicht nur Gottesdienstbesucher, Jünger sind nicht einfach Gemeindemitglieder, sondern Jünger kennzeichnen sich durch eine bestimmte Haltung, durch eine bestimmte Einstellung. Es ist eine Sache des Herzens.

Dieses Wort „Jünger“ vom Griechischen bedeutet „ein Schüler“ („disciple“, 3101. mathétés), ein Lernender, ein Lehrling.

Strongs Lexikon:
ein Lehrling, der von seinem Meister durch Zusschauen und Nachmachen lernt

Das bedeutet „Jünger“. Er ist ein Lehrling. Was lernt er? Er lernt den Lebensstil im Reiche Gottes.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (10:00 bis 15:00)

Und sagt, hej, wir müssen alles noch einmal auf den Prüfstand stellen. Wir noch einmal genau überlegen, welche Art von Gemeinde bauen wir eigentlich? Was wollen wir eigentlich? Wollen wir so einen Kuschel-Club, so einen sozialen Treffpunkt oder wollen wir wirklich entschieden und klar Jesus nachfolgen?

Jeder, der mit offenen Augen und der Fähigkeit zu lesen die Bibel studiert und mit dieser einen Frage sich beschäftigt „Was ist der Unterschied zwischen den Gemeinden heute und den Gemeinden im Neuen Testament?“ entdeckt viele, viele Dinge, die sie damals hatten, die wir heute nicht mehr haben. Oder wir entdecken viele Dinge, die wir heute haben, die sie damals nicht gehabt haben. Da ist eine große Diskrepanz zwischen der apostolischen neutestamentlichen Gemeinde wie sie in der Heiligen Schrift beschrieben wird und zwischen dem, was wir uns heute erlauben. Ein großer Unterschied.

Und über einen wesentlichen Unterschied, vielleicht den grundlegenden Unterschied, möchte ich jetzt sprechen. Und wahrscheinlich werde ich den ganzen Tag bei diesem einen Punkt bleiben: Und das ist das ganze Konzept aus dem Neuen Testament über Jüngerschaft.

Wie viele Gespräche habe ich gehabt mit Pastoren. Und sie alle singen dasselbe Lied: „Wir haben Mitarbeiter-Mangel, wir haben Probleme. Und sogar die Mitarbeiter, die da sind, die sind nicht zuverlässig. Mal kommen sie, mal kommen sie nicht, wir wissen nie – und die machen das irgendwie so wie nebenbei und halbherzig. Und wir haben Riesen-Probleme, wir haben ein Mitarbeiter-Problem“.

Und ich sage: Weißt du, ihr habt kein Mitarbeiter-Problem, ihr habt ein Jüngerschaftsproblem. Wenn ihr eure Leute durch Jüngerschaft genommen hättet für drei, vier, fünf Jahre, dann hättet ihr diese Probleme nicht, weil Jünger haben gelernt, zuverlässig zu sein, haben gelernt, treu zu sein, haben gelernt zu dienen für Gott und nicht für die Ehre von Menschen und für Ansehen. Und man kann sich auf sie verlassen. Und sie sind stabil. Und sie haben gelernt zu herrschen. Und sie haben nicht diese Geistlichen Aufs und Abs und Tiefs – und wenn sie einen Tief haben, dann sind sie für Wochen nicht zu gebrauchen und sind nicht da und sind irgendwie „außer Dienst“ und man weiß nicht, was mit ihnen überhaupt ist.

Jünger haben ein Fundament. Und wer durch Jüngerschaft gegangen ist, der kann dann wirklich Mitarbeiter werden. Und wer über Jahre durch Mitarbeiterschaft gegangen ist, der kann dann in Leiterschaft gehen. Das ist die Reihenfolge im Worte Gottes. Aber wir machen das heute alles anders. Wir haben das Ziel, wir möchten Menschen, dass sie sich wohlfühlen in der Gemeinde. Wir möchten, dass Menschen irgendwie schnell ihren Platz finden in der Gemeinde. Bevor jemand seinen Platz findet in der Gemeinde, muss er seinen Platz finden in Christus, muss er eine neue Identität bekommen, muss er eine neue Gesinnung bekommen. Und nur dann kann er wirklich ein produktives Mitglied der Gemeinde sein. Heute ist diese Gesinnung da und das siehst du an allen Ecken und Enden: „Gemeindemitarbeit – das ist ja alles freiwillig“.

Na klar ist die freiwillig – natürlich! Niemand hat dich gezwungen, Teil einer Gemeinde zu sein, niemand hat dich gezwungen, da mitzumachen. Aber was wir meinen, wenn wir sagen, es ist ja alles freiwillig, dann meinen wir: Ich darf auch die Bedingungen bestimmen.

Ich war in einer Gemeinde, habe ein Mitarbeiterseminar gemacht, und es war klar angesagt von der Leitung: Das ist ein Seminar für alle Mitarbeiter. Also Hauskreisleiter, Lobpreis, Kinderdienst, Verwaltung, aus allen Bereichen alle Mitarbeiter sollten kommen. Bestimmt über ein gutes Drittel der Mitarbeiter war gar nicht da. Und ich habe die Leitung gefragt: Haben die sich abgemeldet mit triftigen Gründen? – Nö.

Ich sage: Gibt es so etwas auf deiner Firma?

Da sagt die Firmenleitung: Wir haben ein Fortbildungsseminar für alle Abteilungsleiter und das findet dann und dann statt von … bis … und wir erwarten vollständige Anwesenheit.

Wieviel von den Mitarbeitern sind da?

Die Hälfte? 2/3? Wie viele? Alle! Und warum sind die alle da? Weil die wissen, dass es anders nicht geht und weil sie wissen, das ist mein Platz und ich habe „Ja“ gesagt zu Teil dieser Firma und ich habe meine Verantwortung wahrzunehmen und da gibt’s überhaupt keine Überlegungen: Ja, aber wie ist das jetzt mit Onkel Willis Geburtstag und das Wetter ist so schön, und wir wollen endlich mal wieder Grillsaison starten …

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (0:00 bis 10:00)

Ja, guten Morgen. Es sieht aus als wenn ich schon den Saal gestern halb leer gepredigt habe. Aber die ganz Taffen haben sich doch nochmal hergewagt – super.

Wir sind ja beim Thema Gemeinde, Gottes Plan für Gemeinde. Ich habe ein sehr eindrückliches Erlebnis gehabt. Vor über 20 Jahren war ich auf einer großen Konferenz. Und da gab es ein prophetisches Wort. Und durch dieses Wort sprach der Herr. Und er sagte einen sehr, sehr prägnanten Satz, der mir nie wieder aus dem Sinn gegangen ist. Und der Herr sagte dort: Gebt mir meine Gemeinde zurück.

Und gestern habe ich versucht zu zeigen wie leichtfertig wir umgehen mit der Tatsache, dass er der Herr ist, dass es sein Haus ist und dass es gebaut werden soll nach seiner Ordnung. Und dass wir sagen, ja, wir lieben dich, wir ehren dich, aber wir machen das ganze so wie es uns besser passt und wie wir meinen wie es doch richtig ist.

Wir brauchen Offenbarung darüber, dass Gott Gott ist und dass wir nicht Gott sind.

Und dass es eine Unverschämtheit ist, sich einfach jovial über sein Wort hinwegzusetzen und zu sagen: Ja, aus diesen und jenen Gründen müssen wir das heute eben anders machen.

Nein, wir müssen gar nicht! Wir müssen hören und gehorchen. Das ist, was er von uns verlangt als einzelne, und das ist, was er von uns verlangt als Gemeinde.

Und er will große Dinge tun mit der Gemeinde. Und die Gemeinde hat gewaltige Verheißungen und da sind gewaltige Absichten und Pläne Gottes mit der Gemeinde in der Endzeit. Aber wenn die Gemeinde nicht eine Gemeinde nach seinem Plan wird, dann kann es sehr gut sein, dass am Ende wir auf der falschen Seite landen. Und statt dass wir zur Braut gehören, gehören wir auf einmal zur Hure.

Weil wir über Jahre und Jahrzehnte uns erlaubt haben, nicht in dieser Furcht Gottes zu leben, nicht in dieser Ehrfurcht: „Was muss passieren, damit wir es nicht vergeblich alles tun?“

Gottes Wort ist der Standard, und in Seinem Wort wird die Gemeinde beschrieben wie Er sie haben will. Und wie Er sie geplant hat und wie sie auch am Anfang begonnen hat, sich in seine Ordnung hineinzubewegen. Und wir wissen dann von der Kirchengeschichte, schon ab dem zweiten Jahrhundert, drittes und dann ab dem vierten immer mehr kam etwas anderes hinein, was da nicht hineingehörte: Der Geist der Welt. Und die uralten babylonischen Religionen kamen wieder zurück. Und dann wurde das daraus, was wir heute Katholische Kirche nennen. Und es wurde schlimmer und schlimmer und schlimmer. Bis zum Schluss überhaupt kein Verständnis mehr vom Evangelium da war. Und Leute für Geld sich Sündenvergebung kaufen mussten. Und der Klerus in Saus und Braus gelebt hat und die Gläubigen missbraucht hat und ausgebeutet hat.

Und als es nicht mehr perverser und korrupter ging, da kam Gott. Und das Licht schien und das Licht brach durch die Finsternis. Und auf einmal war Offenbarung da für etwas, was schon immer in der Bibel ist: Der Gerechte wird aus Glauben leben.

Hab 2,4b
Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.

Röm 1,17b
Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.

Nicht durch seine Anstrengung, nicht durch Werke, nicht durch fromme Werke, die er tut. Man soll sich sein Heil erarbeiten und mühsam irgendwie sichern – sondern es ist ein Gnadengeschenk.

Und diese eine Wahrheit, die den Reformatoren geschenkt wurde, hat so eine Kraft gehabt, dass sie die geistliche und dann auch die politische Landschaft in Europa radikal verändert hat. Eine einzige Wahrheit, die durchbrach und eine Tür wurde aufgetan, und der Prozess der Wiederherstellung begann.

Und dieser Prozess ist noch lange nicht zuende. Wer ein bisschen das studiert hat, weiß, dass der gute Luther, den ich sehr, sehr schätze für seinen Mut, für seine Bereitschaft, sein Leben aufs Spiel zu setzen um der Wahrheit willen. Das ist, was er wirklich getan hat auf dem Reichstag zu Worms. Er hat gewusst, wenn er hier sich stellt gegen die päpstliche Obrigkeit, dann ist er ein toter Mann, das hat er gewusst.

Und trotzdem hat er gesagt, er ist der Wahrheit verpflichtet. Aber dieser gute Mann hat gut begonnen und dann aber auch viele Dinge dann im Fleisch gemacht und hat nur den Anfang gelegt.

Und seitdem geht es weiter und weiter. Und der Heilige Geist bringt Wahrheiten. Und jedes Mal wenn neue Wahrheiten kommen, gibt es Krieg in der Gemeinde. Und die Widerständler toben und sagen: „Wir haben doch alles so gemacht, ist doch alles richtig und so haben wir es von den Vätern, und so muss das weitergehen“. Und so geht das von einer Wahrheit zur nächsten. Und wir sind noch lange nicht am Ende in dieser Prozess der Wiederherstellung.

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Und dieser Prozess wird zuende geführt werden. Woher weiß ich das? Weil ich dieses Buch bis zu Ende gelesen habe. Und da lesen wir von einer herrlichen, überwindenden Gemeinde. In der tatsächlich Jesus den Glauben vollendet hat. Er ist der Anfänger und Vollender.

Hebr 12,2
indem wir dabei hinblicken auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens

Phil 1,6
ich hege eben deshalb auch die feste Zuversicht, daß der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat, es auch bis zum Tage Jesu Christi vollenden wird.

Und so wie es am Anfang war, so wird es am Ende sein. Dass die Gemeinde hingegeben ist an Christus und an Sein Wort. Und dass sie lieber bereit ist zu sterben als sein Wort zu ignorieren oder zu verleugnen.

Und das ist, was ich lese in diesem Buch. Und dieser Traum, diese Vision von Paulus, einer herrlichen, reinen, einen Gemeinde wird erfüllt werden, weil Gott Gott ist. Und im Moment ist alles durcheinander, und im Moment sind wir in einem Prozess. Und die einen gehen mit, mit dem, was der Heilige Geist aktuell beleuchtet und die anderen treten auf die Bremse und leisten Widerstand und haben sich damit, wenn sie nicht mehr umkehren, entschieden, Teil der „Hure“ zu werden. Am Ende gibt es nur Braut und Hure. Nichts dazwischen. Da gibt es keine Denominationen mehr, da gibt es zwei Gruppierungen – Braut und Hure. Und die Braut hängt an Jesus und liebt Jesus von ganzem Herzen und will ihn ehren, will ihn erfreuen, will in der Gesinnung Jesu leben: Ich tue allezeit, was dem Vater gefällt.

Joh 8,29
Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.

Und die Hure hat all den christlichen Jargon von Liebe und Einheit und Friede und all diesen Dingen, aber sie tritt das Wort Gottes mit Füßen und sie hat eine menschliche, teuflische Version daraus gemacht. Und die Hure verfolgt die Braut. Das ist, was wir lesen im Worte Gottes. Sie ist trunken vom Blut der Heiligen.

Offb 17,6
Und ich sah die Frau trunken vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich, als ich sie sah, mit großer Verwunderung.

Und was im Moment passiert: Der Heilige Geist geht von einer Gemeinde zur anderen, und er klopft an und sagt: Hallo. Genau zuhören, aufwachen! Jetzt werden die Entscheidungen gelegt, jetzt werden die Weichen gestellt, gehen wir Richtung Braut und werden immer klarer, immer radikaler, immer kompromissloser, immer Jesus-ähnlicher oder wählen wir den Weg der Menschen- und Teufel-gemachten Religion? Diese Entscheidung ist jetzt im Moment dran.

Und jeder einzelne Gläubige und jeder Verband und jede Organisation und jede Denomination wird von Gott konfrontiert mit dieser Frage. Das ist, was der Heilige Geist in dieser Zeit tut. Und deswegen sind wir gut beraten, zuzuhören und zu hören, was der Geist der Gemeinde HEUTE sagt.

Offb 2,7a
Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Was er heute sagt, ist was anderes als vor 30, 40, 50 Jahren. Es sind immer dieselben Dinge, die alle in diesem Buch stehen, aber das, was jetzt aktuell ist, das müssen wir verstehen, und das müssen wir ergreifen und da mitgehen. Und mit jedem Schritt des Gehorsams machen wir Raum für mehr von Gott. Mit jedem Schritt des Gehorsams machen wir Raum, dass mehr Licht kommt und dass wir noch mehr verstehen. Und mit jeder Verweigerung, mit einer Wahrheit Schritt zu halten, verschließen wir uns und verfinstern uns und bringen uns in eine Position, wo wir nicht mehr imstande sein werden, Gottes Stimme zu hören.

Und das geht so weit – Jesus sagt, da gibt es dann Leute, die haben einen Glauben, aber sie bringen die wahren Gläubigen um und sie meinen, dass sie Gott einen Gefallen tun.

Joh 16,2
Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, dass jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu tun.

Das ist für mich die ultimative religiöse Verblendung: Man meint, man dient Gott, aber man dient dem Teufel. Man Gott und Teufel nicht mehr unterscheiden.

Ist das nicht schrecklich, dass es überhaupt so etwas gibt? Und wir leben heute in Zeiten, wo geschätzte, groß angesehene Männer Gottes, das Werk des Teufels nicht mehr unterscheiden können vom Werk des Heiligen Geistes. Die Blindheit nimmt so rasant zu, und der humanistische Geist überschwemmt die Gemeinde, die jetzt sich nicht gründet auf das ewige, unfehlbare, heilige, unveränderliche Wort Gottes. Jetzt ist die Zeit der Entscheidung.

Und nicht weil ich mir irgendwas anmaße, aber mein Besuch hier ist eine Anrede Gottes. Es ist ein Anklopfen Gottes. Und was immer ihr damit tut, ich habe keinerlei Verantwortung dafür, ich bin Gastsprecher, ich bringe das Wort, und ihr macht damit, was ihr tun wollt. Aber was immer ihr damit tut, es hat Konsequenzen. Entweder ihr verwerft das als das Wort eines Fanatikers, eines Extremisten – oder ihr lasst euch wie das im Eingangswort war „zurechtbringen“.

2Kor 13,11
Im Übrigen, ihr Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden; so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (80:00 bis Ende)

 

Spr 28,1
Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt,aber die Gerechten sind furchtlos (kühn) wie ein junger Löwe.

Wir können kühn werden nur durch Gerechtigkeit. Wenn keine Gerechtigkeit da ist, wir werden Angsthasen bleiben.

Und dann eben wie ich das ganz zu Anfang ausgerührt habe: Gerechtigkeit aus Glauben ist die einzige Grundlage, auf der dieses Urproblem Stolz gelöst werden kann. Stolz, wo wir also unser Vertrauen in unsere Fähigkeiten, unsere Gaben, in unsere Geistlichkeit, in unsere geistlichen Errungenschaften, Einsichten, Leistungen und Opfer usw. setzen.

Nur, wer die Gerechtigkeit aus Glauben kennenlernt, der kann an dieser Stelle echte Ausheilung von Gott erleben.

Dann: Gerechtigkeit aus Glauben ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um erfolgreich gegen den Feind zu Felde zu ziehen. Wir können nicht den Feind überwinden, wenn wir bescholten sind, uns angeklagt fühlen, verdammt fühlen. Es ist nicht möglich.

Jes 54,17
Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen; und jede Zunge, die vor Gericht gegen dich aufsteht, wirst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des HERRN und ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der HERR.

Gott sagt: Diese Gerechtigkeit, die wir haben und die uns auch befähigt zu dieser Art von Widerstand gegen die Lügen des Feindes – diese Gerechtigkeit einfach ist die Grundlage unserer Autorität. Und auch in Eph 6,14 kannst du sehen, dass die Gerechtigkeit als unser Brustpanzer ein wichtiges Ausrüstungsstück ist, was eben unser Herz schützen soll und was unbedingt brauchen, um unverwundbar zu sein gegen den Feind.

Eph 6,14
So steht nun, eure Lenden8 umgürtet mit Wahrheit, bekleidet mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit

Okay, also hiermit dann will ich das zuende bringen. Ihr seht, dass das nicht irgendwie ein kleines Randthema ist, was man auch mal gehört haben sollte, sondern eigentlich, wenn man sich überlegt, was ist eigentlich das Evangelium? An dieser Stelle treffen wir wie selten sonst das Herz des Evangeliums. Was ist der Unterschied zwischen Religion und wirklichem Glauben und wie können wir Gott nahen auf eine Art und Weise, die nicht krampfig ist? Okay, ich bin fertig und das Wunder ist geschehen – 5 Minuten vor Ablauf der Zeit. Tschüss.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (75:00 bis 80:00)

 

Und je mehr wir das verstehen, um so mehr kommt das zustande eben, was die Psychologen „Urvertrauen“ nennen: Wir wissen, wir sind angenehm bei Gott und wir können zu Ihm kommen, Er ist nicht gegen uns. Und wenn tausend Mal die Gefühle sagen, das war’s jetzt, das war das allerletzte Mal, jetzt ist es vorbei, was denkst du, wie lange du die Geduld Gottes strapazieren kannst, das lässt es sich auch nicht bieten – das sind alles religiöse Lügen in unserer Seele – die wir durch klare Erkenntnis des Wortes Gottes allesamt zum Schweigen bringen können. Und dann spielt es auch keine Rolle, ob das unsere eigene Seele ist oder ob das vielleicht sogar ein religiöser Geist der Gesetzlichkeit und der Anklage ist, der über uns oder auf uns ist. Das spielt alles keine Rolle, weil wir eben durch unsere Dankbarkeit und durch unser Vertrauen in das Blut Jesu unser Gewissen beruhigen oder wie es einmal in 1 Joh heißt: „wir stillen unser Herz damit“.

1 Joh 3
19 Und daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und damit werden wir unsere Herzen vor Ihm stillen,
20 dass, wenn unser Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß.

Wenn uns unser Herz verdammt, dann wissen wir, Gott ist größer als unser Herz, und wir können vor Ihm unser Herz stillen.

Wir müssen das nicht naturgegeben hinnehmen, oh, heute spüre ich, dass Gott mit mir nicht besonders zufrieden ist, naja, ich hoffe auf morgen, dass vielleicht wieder besseres Wetter ist und dass er vergessen hat, was ich für ein schlimmer Kerl bin, und dann versuche ich es nochmal. Das sind Lügen in uns, und die müssen wir ausrotten!

Der Weg zu Gott ist offen! Durch das Blut, das Gott akzeptiert hat. Gott hat das Opfer von Golgatha ein für alle Mal akzeptiert und danach, seitdem, gibt es keine Opfer mehr. Hallelujah. Es gibt keine Opfer mehr. Du brauchst keine zu bringen, und der Priester braucht auch nicht für dich zu bringen, niemand braucht für dich zu bringen. Es gibt keine Opfer mehr, weil das alles schon erledigt ist und eingeschlossen ist in dieser einen Angelegenheit, dass Gott ein für alle Mal Schluss gemacht hat mit den Problemen Schuld und Sündenvergebung und Anklage des schlechten Gewissens.

Und so können wir dann wirklich eine Vertrauensbeziehung entwickeln, die immer stärker wird. Und unser Glaube an die Liebe Gottes wächst.

Und diese Erfahrung dann dazu führt, dass wirklich Gott zu einer Quelle der Lust und der Geborgenheit wird, und wo alles, was wir brauchen wirklich in Ihm ist. So lange Barrikaden von Schuld da sind, können wir nicht ungehindert in seine Nähe kommen. Und all das sind die Segnungen, die jeder Gläubige braucht. Wer das nicht hat, wird verbogen sein, wird immer krampfig sein, wird immer ungewiss sein über Gott und wird nie eine tiefe Liebe zu Gott, dem Vater entwickeln können, weil eine Unsicherheit und eine Angst da ist.

Und wenn diese Gerechtigkeit von uns erkannt wird, ergriffen wird, und sozusagen durch das Bekennen unseres Glaubens an das Blut Jesu aufgerichtet wird oder in Kraft gesetzt wird oder zur Wirkung, zur Anwendung kommt für uns, dann beschreibt das Neue Testament, dass eine ganze Reihe von anderen Segnungen dem dann auch noch folgen: Nur nach der Gerechtigkeit aus Glauben kommt Friede.

Man kann keinen Frieden haben mit Gott wenn nicht diese Gerechtigkeit da ist. Es ist nicht möglich. Friede kommt nach der Gerechtigkeit.

Genauso auch Freude. Freude setzt nämlich voraus, dass jemand zur Ruhe gekommen ist und Frieden hat. Ohne Frieden wiederum gibt es keine Freude. Ein angestrengter, gestresster Mensch – ich stell mir immer so einen Gewichtheber vor, ja? In dem kritischen Moment, wo er gerade stemmen will, er wird niemals entspannt lächeln! Es sei denn, er ist Statist oder irgendetwas in einem Witzfilm und das ist alles nur Pappe oder so. Aber wenn er wirkliche Gewichte hat, das ist ein angestrengter Moment. Und wer angestrengt ist, ist eben nicht entspannt, freudig lächelnd. Sondern er muss alles dransetzen, dass er es jetzt schafft.

Und so sind viele, viele Gläubige deswegen nicht entspannt. Weil sie immer alles dransetzen müssen, dass sie es jetzt wirklich schaffen. Und dieser Krampf hört auf wenn die Gerechtigkeit einzieht. Und eben, wie ich schon sagte, dann kommt die Liebe Gottes. Dann ist Bahn für die Liebe Gottes. Dann ist Bahn für Gebetserhörung.

1 Joh 3,19-22
19 Hieran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und wir werden vor ihm unser Herz zur Ruhe bringen,
20 dass, wenn das Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles kennt.
21 Geliebte, wenn das Herz uns nicht verurteilt, haben wir Freimütigkeit zu Gott,
22 und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun.

Das habe ich eben schon gesagt: Wenn uns unser Herz verdammt, dann können wir wissen, Gott ist größer und wir können unser Herz stillen. Wir bringen unser Herz wieder in die richtige Position. Kühnheit vor Gott haben wir auch schon genannt.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (70:00 bis 75:00)

 

Wo ich sozusagen mich selbst bestrafe wie in der Prägung unserer Kindheit: Warst du böse, gibt’s keine Liebe.

Und Liebesentzug ist die Folge von Übertretungen, ganz einfach. Stubenarrest oder die Mami redet nicht mehr drei Tag mit uns oder irgendwie solche Geschichten. Und unbewusst eben wenn wir opfern wollen, beweisen wir damit, dass wir Gnade nicht wirklich verstanden haben. Und dass wir immer noch unter dem Gesetz Gott dienen wollen und in Seine Nähe kommen wollen unter dem Gesetz.

Bitte, ich hab mit keinem Wort gesagt: Lasst uns sündigen, was das Zeug hält und Gott sieht das sowieso nicht! Das habe ich nicht gesagt. Das ist auch glaube ich nicht unser Problem. Sondern wenn Sünde gewesen ist, dass wir dann verkehrte Opfer bringen, indem wir verzichten.

Ich weiß, als ich das durchschaut habe, was für ein Denkfehler das ist, was für eine gnadenlose Denkweise das ist – zum allerersten Mal als ich das erlebt habe oder den Durchblick hatte, was da verkehrt läuft und wo da bei mir die Opfermentalität ist – ich hatte erlebt, wie der Heilige Geist mich von Sünde überführt hat und ich habe das in Ordnung gebracht und dann habe ich gesagt: „Herr, jetzt mehr als je zu vor, ich brauche deine Liebe“.

Das war eine Revolution in mir. „Was denn? Gerade hast du gesündigt – und jetzt im nächsten Moment traust du dich auch noch, Gott um Liebe zu bitten? Ist es nicht genug, dass er dich vor der Hölle verschont und dass er dich jetzt nicht irgendwie bestraft und sein Bannstrahl dich trifft – jetzt kommst du auch noch, hast Sündenvergebung, und jetzt willst du auch noch Liebe haben? Das ist ja wohl der Gipfel der Respektlosigkeit!“

Das ist die religiöse Prägung unserer Seele in uns, die uns sagen will: Jetzt musst du erst einmal kleine Brötchen backen, jetzt musst du dich erstmal zurückhalten für ein paar Tage oder Wochen und so und das wäre wirklich frevelhaft, einfach die Hände zu heben und deinem lieben Papi im Himmel zuzuwinken als wäre nichts gewesen.

Wenn Gott uns gereinigt hat, danach ist es wirklich als wäre nichts gewesen! Gott schaut uns an als wäre nichts gewesen. Und wenn ich das wirklich glaube, dann habe ich alle Grundlage unter den Füßen oder im Herzen mich auch so zu verhalten wie einer, dem vergeben wurde als wäre nichts gewesen – habe ich neu den Zugang zu Gott. Nicht aufgrund meiner Werke, nicht aufgrund meines Opfers, sondern aufgrund dessen, was er für mich getan hat.

Und wenn wir das sehen bei uns, wo es ein solches gesetzliches Denken gibt, wo wir freiwillig verzichten auf die Liebe Gottes, weil wir meinen, wir verdienen sie jetzt nicht. Wir sind jetzt ihrer nicht würdig, berauben wir uns.

Weil ich glaube, die erfahrene Liebe Gottes und Freundlichkeit Gottes, gerade nachdem wir gesündigt haben, ist etwas so heilsames, etwas so gutes. Zu sehen: Gott verdammt mich nicht. Gott verachtet mich nicht, Gott lehnt mich nicht ab. Gott bestraft mich nicht. Er schiebt mich nicht auf Distanz. Sondern ich bin sein liebes Kind – jetzt genau so wie zu allen anderen Zeiten.

Und wir werden bestimmte Durchbrüche erleben und Veränderungen erleben wenn wir dieses gesetzliche Denken abstreifen und wenn wir sagen: Mein Zugang zu Gott ist die Gnade. Und das steht mir offen, ob ich gesündigt habe, ob ich nicht gesündigt habe, ob ich weiß, dass ich gesündigt habe, ob ich nicht weiß, dass ich gesündigt habe – dieser Zugang zum Thron Gottes durch das Blut Jesu macht mich kühn. Und „kühn“ ist eben das Gegenteil von „verstohlen“ und „verschämt“ und halb-schüchtern und ängstlich irgendwie ein bisschen um die Ecke schauen und sehen, ob Gott vielleicht heute gnädig ist oder nicht. Diese Kühnheit kommt zustande nicht weil wir kühne Kerle sind, sondern weil das Blut Jesu uns eben Kühnheit vermittelt.

Und davon redet besonders der Hebräer-Brief. Ich hatte euch schon die Schriftstellen genannt – Heb 9,14 und auch Heb 10,19-22.

Heb 9,14
wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer11 Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dient12!

Heb 10
19 Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum,
20 den er uns eröffnet6 hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – das ist durch sein Fleisch -,
21 und einen großen Priester über das Haus Gottes,
22 so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit7 des Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.

So will also Gott, dass wir lernen, dass unsere Beziehung nur eine Grundlage hat: Das, was Er für uns getan hat. Nicht anderes. Und das schöne eben ist, diese Grundlage ist ewig, die ist unzerstörbar, diese Grundlage ändert sich nicht mit unserem Gehorsam oder unserem Ungehorsam. Diese Grundlage ist von Gott geschaffen und sie wird sich niemals verändern.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (65:00 bis 70:00)

 

Jemand sagte zu mir: Weißt du, ich musste die halbe Nacht – oder war es auch die ganze? Ich weiß nicht mehr genau. – Ich musste die halbe Nacht beten bis Gott mir vergeben hat.

Wenn man sich nicht auskennt in der Bibel, man denkt, wow, was für ein Glaubensheld, ich weiß nicht, ob ich das geschafft hätte, die ganze Nacht durchbeten wegen Vergebung. Aber was für ein Vorbild, was für ein Glaubensheld.

Aber wenn wir etwas wissen über Gnade, dann denken wir: Was für ein armer Mensch! Offensichtlich hat er das so einsortiert, dass seine Gebetsleistung irgendwann Gott weich gebetet hat und dann hat Gott gesagt: Okay, wollte ich eigentlich nicht, aber gut, dann vergebe ich dir doch.

Vergebung kommt aus Gnade, weil Gott gnädig ist und nicht, weil wir lange oder kurz beten. Das hat nichts mit beten zu tun. Es hat nur etwas mit Wahrheit zu tun, wir kehren um zur Wahrheit, das kann man in einer Sekunde tun, und dann haben wir zu glauben. Was dieser arme Mensch meinte, ist, er musste so lange beten bis er *gefühlt* hat, dass die Schuld weg ging, die Schuldgefühle.

Und ich kann mich erinnern als junger Gläubiger, als ich diese Dinge nicht gekannt habe, ich habe auch gemeint, viel beten hilft gegen viel Schuldgefühle. Beten ist nicht ein Mittel, die Schuldgefühle rauszukehren, sondern die Schuldgefühle gehen durch Glauben. Wenn ich wirklich glaube, Gott vergibt – eben aufgrund dieser Schriftstelle 1 Joh 1,9.

1 Joh 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Wenn ich das wirklich glaube, dass Gott vergibt, dann komme ich zu ihm und sage: Hier war ich nicht nett zu meiner Frau, das war nicht in Ordnung, vergib mir und sofort bei nächster Gelegenheit, dann werde ich zu ihr eilen und ihr dasselbe sagen, was ich dir gesagt habe und ihr gegenüber meine Sünde so nennen wie ich sie dir gegenüber gesagt habe. Und ich danke dir für Vergebung. Schluss, fertig, aus. Reinigung inklusive.

Wenn dann noch die Schuldgefühle danach da sind, dann sind sie nicht deswegen da, weil ich nicht ernsthaft genug gebetet habe oder weil ich zu wenig gebetet habe. Sondern sie sind einfach da, weil unsere Seele noch wenig trainiert ist in den neuen Wegen des Geistes. Und dann haben wir nicht zu sagen: „Ja, ich dachte, Gott hätte mir vergeben, aber die Schuldgefühle sind ein klarer Beweis, Gott hat mir nicht vergeben“. Das ist ein typisches Beispiel, dass wir „im Sichtbaren wandeln“ und nicht im Glauben wandeln. Und dann versuchen wir durch Fasten, durch Beten, durch Tränchen rausquetschen oder irgend so etwas, versuchen wir, uns dahin irgendwie zu überzeugen, dass Gott jetzt doch irgendwie uns vergeben hat. Und das ist der wichtige Punkt im Hebräer-Brief: Nach dem Opfer von Golgatha gibt es für unsere Sünde kein weiteres Opfer mehr.

Heb 10,18
Wo aber Vergebung dieser Sünden ist, gibt es kein Opfer für Sünde mehr.

Und ich sage dir: Es wird in neutestamentlichen Gemeinden sehr, sehr viel verkehrte Opfer gebracht, sehr, sehr viel verkehrte Opfer. Nicht, dass wir da alle mit blutbesudelten Schürzen als Pastoren rumlaufen würden und im Gottesdienst da die Lämmlein schlachten oder irgend so etwas. Aber was du sehr, sehr häufig siehst bei dir oder vielleicht auch bei anderen: Jemand ist in Sünde gefallen, hat Gott ernsthaft um Vergebung gebeten, hat auch irgendwie das auch in Anspruch genommen, aber dann in der Zeit der Anbetung, wo wir Gottes Nähe genießen wollen und sollen – wir wollen nicht nur, wir sollen auch! Weil Seine Liebe die einzige motivierende Schubkraft ist, die wir hier haben auf der Erde. So, wir sollen zu Ihm kommen – auch gerade als Gemeinde, als Volk Gottes, und sollen dort ihn erleben. Und der Heilige Geist will kommen und will uns Gott groß machen, dass wir das große Hallelujah singen.

Okay, und was tun wir dann oder der arme Mensch, der eben noch nicht richtig frei ist von diesem Opferdenken? Er sitzt dann hinten in der letzten Ecke hinter der Säule, ganz bedröppelt, und sagt sich: Naja, heute kann ich nicht mitfeiern, das wäre ja frivol, das wäre ja sozusagen ein Schlag in das Gesicht Gottes wenn ich jetzt aufstehen würde, würde die Hände heben und mich freuen – „mein lieber Papi, Hallelujah, ich bin so froh, dass du mich liebhast und dass alles zwischen uns in Ordnung ist, oh, du bist so gut, und ich brauche deine Liebe“ – das wäre wirklich schon fast wie Gotteslästerung, das kann man doch nicht tun! Eben noch gesündigt und jetzt willst du wieder die Freude am Herrn haben?! Wo kommen wir denn da hin?! Das ist ja ein bisschen zu billig!

Mit anderen Worten: Ich muss erstmal ein kleines oder wenn es eine größere Sünde war, auch ein größeres *Opfer* bringen. Was ist das Opfer, das ich bringe? Ein Verzicht auf Gottes Nähe, auf das ich meine, verzichten zu müssen!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (35:00 bis Ende)

Und die einen sagen: Hallelujah. Und die anderen sagen: Ohwe.

In diesen Zeiten leben wir, ihr Lieben.

Paulus sagt, dass der Teufel mit List hinter einer Sache her ist: Hinter der Aufrichtigkeit unseres Herzens.

2 Kor 11
2 Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen.
3 Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so vielleicht euer Sinn1 von der Einfalt und Lauterkeit2 Christus gegenüber abgewandt und verdorben wird.
4 Denn wenn der, welcher kommt, einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen anderen3 Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gut.

Das ist sein Ziel: Die Aufrichtigkeit des Herzen des Gläubigen zu stehlen. Wenn er das gestohlen hat, dann lässt er ihn in Ruhe. Das muss nicht dazu führen, dass man sagt: „Ich glaube nicht mehr, ich gehe nicht mehr zur Gemeinde. Ich bin nicht mehr hingegeben an dieses Buch“. Einfach nur ein Herz voller Kompromisse: „Sicher, das steht hier, klar, hier gibt es Verse, die sehen so aus als wenn Gott Homosexualität hasst, aber weißt du, man muss das ein bisschen differenzierter betrachten und kulturell gesehen …“ und bla bla bla bla bla. Und am Ende kommt das Gegenteil davon raus, was das Wort sagt.

Das ist ein korruptes Herz. Das ist ein Herz, das nicht aufrichtig aus. Ein aufrichtiges Herz sagt: Jesus ist die Wahrheit, und er sagt, und er lässt schreiben, was er meint. Und was er meint, steht in den Zeilen. Und wir müssen nicht versuchen, zu raten, was könnte zwischen den Zeilen vielleicht stehen, was den Sinn um 180 Grad dreht.

Gott ist klar. Gott ist nicht verworren. Jedes Kind kann ihn verstehen – aber Theologen haben Schwierigkeiten.

Gottes Wort ist klar und eindeutig und wahr und unveränderlich. Und Jesus betet: „Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit“.

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Ein Freisetzung, eine Absonderung für Gott, eine Veränderung in unserem Herzen und dann in unserem ganzen Charakter kommt nur zustande, indem wir das Schwert des Geistes zulassen und das mitten durch uns hindurch geht. Und die verborgenen Motive – so sagt es Hebräer 4 – das Sinnen des Herzens wird offenbar gemacht.

Heb 4,12
Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.

Und dann werden wir entdecken, dass nicht alles so ordentlich und sauber und so schön ist wie es scheint. Sondern da sind Motive: Wir wollen groß sein, wir wollen anerkannt sein, wir wollen gemocht werden, wir wollen keinen Konflikt haben, wir wollen mit allen gut haben.

Wenn du Christ bist, brich mit dieser Lüge: Du möchtest, dass alle mit dir gut sind.

Jesus hat versprochen: Verfolgung.

Joh 15,20b
Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.

Und alle, die wirklich auf seiner Seite sind, werden verfolgt werden.

2 Tim 3,12
Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.

Ist das wahr, was Paulus gesagt hat? Ist das so? Dann warum haben wir keine Verfolgung? Ich sag dir warum: Weil wir so angepasst sind an diese Kultur und mehr dem Zeitgeist glauben als dem Worte Gottes glauben. Wir glauben, dass wir glauben! Wir wollen uns einreden, dass wir glauben. Aber in Realität sieht es alles ganz anders aus.

Und ich könnte viele, viele Beispiele aus dem Alltag von Christen nehmen um zu zeigen, dass das nicht so ist: Es gibt lügende Christen, es gibt verleumdende Christen, es gibt betrügerische Christen, es gibt ehebrecherische Christen. Wo kommt das alles her? Weil sie glauben, dass sie glauben. Aber sie glauben nicht.

Wer Jesus glaubt, kann kein Ehebrecher sein, kann kein Lügner sein, kann kein Betrüger sein, kann nicht das Finanzamt mit der Steuererklärung betrügen, das geht überhaupt gar nicht. Weil die Furcht des Herrn da ist und weil er weiß, ich werde einmal zur Rechenschaft gezogen für das, was ich tue.

Das heißt, mein Betrug, den ich hier begehe, der kommt sowieso raus, also warum sollte ich das überhaupt tun? Um jetzt für kurze Zeit ein kleinen Vorteil zu haben und am Ende habe ich einen Riesen-Nachteil? Das ist ja dumm, das ist dumm!

Ich weiß, ihr seid nett, ihr seid lieb, ihr seid nicht gewohnt, dass man euch so anspricht, aber es ist höchste Zeit, dass man euch mal rüttelt und euch zum Nachdenken bringt. Und ihr überlegt, in welcher Zeit leben wir? Was ist mit unserem Verband eigentlich los? Was haben die da oben beschlossen? Was ist eigentlich da hinter? Was ist eigentlich „Ökumene“?

Ich sag dir, was meine Definition von Ökumene ist: Ökumene ist ein teuflisch-inspirierter Plan der Umerziehung von Gläubigen, dass sie Lüge und Wahrheit auf gleiche Weise anerkennen.

Das ist Ökumene: Wo Lüge und Wahrheit gleichberechtigt anerkannt werden nebeneinander. Es ist ein Prozess der Gehirnwäsche. Es ist ein Prozess der Verwirrung, es ist ein teuflischer Plan. Und wenn du Jesus nachfolgen willst, du musst dich positionieren, ob du Leiter bist oder nicht. Du musst dich positionieren. Und du musst deinen Platz einnehmen.

Und hier breche ich einfach ab.

Und Vater, ich bete, dass du ein heiliges Aufrütteln bringst in diese Gemeinde, ein heiliges Erschrecken, und dass die Menschen durch deine Gnade in der Lage sind, jenseits dessen zu gucken, was „ja, also sooo wird bei uns nicht gepredigt“ und das möchten mir nicht, so wollen wir nicht angesprochen werden. Sondern dahinter schauen, was der Eifer des Herrn ist. Dahinter schauen, was die Wahrheit, was die Warnung ist und was der Inhalt der Message ist.

Und ich segne diese Gemeinde mit großer Wahrhaftigkeit, mit großer Aufrichtigkeit. Und ich bete, dass der Geist der Wahrheit hier jede Lüge aufdeckt und auskehrt und Reinheit und Klarheit und Mut und Liebe zur Wahrheit entsteht.

Und ich danke Dir für dein Werk. Und ich danke dir für die Gelegenheit, die ich hier kurz haben konnte, einfach dein Bote zu sein. Hallelujah. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (30:00 bis 35:00)

Und der Tag wird kommen, und es wird euren Verband zerreissen. Es wird euren Verband zerreissen, weil es da viele Menschen gibt, ich will Jesus treu sein.

Und ich habe verstanden, treu sein zu Jesus, heißt treu sein zu seinem Wort. Wenn ich zu seinem Wort nicht treu bin: „Ihr habt meinen Namen nicht verleugnet“, sagt Jesus, „und habt mein Wort bewahrt“.

Off 3,8b
denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.

Wie verleugnet man nicht den Namen Jesu? Indem man das Wort bewahrt.

Und ich prophezeie einen riesigen unheilbaren Riss, der mitten durch euren Verband gehen wird. Zwischen denen, die sich anpassen, die sich ducken, die ihre Menschenfurcht verbergen mit „Weisheit“, mit „Liebe“ und zwischen denen, die sagen: Nein! Ich gehe auf der Seite Jesu, ich gehe mit Paulus.

Dieser Riss wird kommen und das dauert nicht mehr viele Jahre, glaubt es mir. Und es gärt schon.

Und das muss so sein, weil Gott baut seine Gemeinde, Gott macht eine reine Gemeinde, die ihn ehrt, die auf seiner Seite ist, die lieber blutet und leidet, aber nicht die Wahrheit verdreht.

Und auf der anderen Seite: Der Teufel baut die Hure. Und das geht jetzt auseinander, wir sind jetzt an der Weggabelung und jede Gemeinde, jeder Verband, und jeder einzelne Gläubige muss sich entscheiden, in welche Richtung gehe ich: Die Hure, die ein korruptes Herz hat, die viel von Liebe redet, von Einheit redet, die von Brüderlichkeit, von Versöhnung redet und von all diesen schönen Dingen. Aber sie meint etwas anderes als was Jesus gemeint hat und was die Apostel gemeint haben.

Und zwischen denen, die sagen: Gott ist Gott, und ich bin nicht Gott. Und ich hab das nicht geschrieben, aber ich bin verantwortlich, mit meinen Gedanken, mit meinen Worten, mit meinem Lebensstil, diesem Wort zu entsprechen.

Wir gehen sehr, sehr, sehr konfrontativen Zeiten entgegen, und darum ist es so notwendig, dass wir uns Gedanken machen über unseren Glauben. Haben wir den Glauben der Apostel? Oder haben wir einen selbstgemachten, netten, harmlosen, unverfänglichen Glauben, mit dem auch die, die dem Wort Gottes widersprechen und das Wort Gottes mit Füßen treten auch noch gut leben können?

Oder ist unser Evangelium immer noch ein Skandal, ein Anstoß? Wie es das am Anfang gewesen ist. Warum war das ein Skandal? Weil es jede Philosophie und jede Religiösität und jeden Kult und jede andere Glaubensrichtung ausgeschlossen hat. Darum war es ein Skandal. Und die Leute empören sich, sind trunken von dem Zeitgeist und wenn jemand sagt: „*Das* ist die Wahrheit“ – dann bäumt sich alles auf und sagt: Das kann nicht sein.

Wenn du sagst, Jesus hat Wahrheit – Okay – Jesus ist *eine* Wahrheit – okay – Jesus ist *ein* Weg zu Gott – wie das in diesem schrecklichen Roman „Die Hütte“ da dann steht. Okay, das können wir schlucken, das können sogar die Esoteriker noch akzeptieren.

Aber wenn du sagst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben und niemand kommt zum Vater als durch mich“ …

Joh 14,6
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

… dann geht die Granate hoch. Dann gibt’s den Konflikt. Dann auf einmal wird offenbar, wo die Herzen sind. Entweder in Hingabe zu Jesus oder in Feindschaft zu Jesus.

Und wie Paulus sagt: Es gibt unter den Gläubigen Feinde des Kreuzes.

Phil 3,18
Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes Christi sind;

So gibt es auch heute Feinde des Kreuzes. Und das wird nicht so bleiben. In der Brautgemeinde gibt es keine Feinde des Kreuzes mehr. Es wird sich sortieren, es wird klar werden, wer wo steht. Und das Schwert des Geistes wird kommen früher oder später und wird mitten durch euren Verband und eure Versammlung gehen und die Herzen werden offenbar werden. Das verspreche ich euch.

Woher weiß ich das? Weil ich Gottes Plan studiert habe. Und eine reine Gemeinde kann nur entstehen wenn die Unreinen zur Buße gerufen werden – und wenn sie nicht Buße tun wollen, dann werden sie die Gemeinde verlassen. Weil sie die heilige Gegenwart Gottes nicht ertragen können, und sie fliehen vor dem Licht. Wie die Kakerlaken im Keller – wenn du die Kellertür aufmachst und das Licht scheint – pfummm – dann sind sie alle weg. Sie scheuen das Licht.

Und die, die korrupt sind, die nicht wahrhaftig sind, die nicht gerade sind, die scheuen das Licht.

Wer Böses im Herzen hat, kommt nicht zum Licht, auf dass seine Werke offenbar werden.

Joh 3,20
Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden;

Und Jesus ist das Licht der Welt, das alle Menschen erleuchtet.

Joh 1,9
Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet.

Und dieses Licht wird scheinen. Und es hat ein bisschen angefangen zu scheinen, aber es wird mehr und mehr und mehr scheinen. Die Dunkelheit nimmt zu, aber die Klarheit des Evangelium nimmt auch zu.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (25:00 bis 30:00)

Wenn das Wort Gottes wahr ist, dann ist das, was Gott über Ehe sagt, wahr. Dann ist auch das wahr, was Gott über Homosexualität sagt. Dann ist auch das wahr, was Gott über die Irrlehrer sagt. Dann ist das wahr, was Gott über die Hure sagt, die die Braut verfolgen wird. Dann sind all diese Dinge wahr. Und das hat Konsequenzen für dein persönliches Leben.

Und Gottes Wort warnt uns: Die Feiglinge werden nicht das Reich Gottes ererben.

Off 21,8
Aber den Feigen und Ungläubigen7 und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Unzüchtigen8 und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Er ermahnt uns, stark zu sein, mutig zu sein, zur Wahrheit zu stehen, die Wahrheit in Liebe zu sprechen.

So, für die Apostel war die Schrift der Maßstab, der unveränderliche Maßstab. Und die Schrift sagt, dass der Glaube ein für allemal überliefert ist.

Jud 3
Geliebte, da ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen.

Als der Kanon fertig war, war er fertig. Da wurde nichts mehr hinzugefügt. Und nichts kam nachträglich noch als Offenbarung, als Ergänzung.

Und deswegen ist das eine riesige Unverschämtheit und ein Betrug an den Gläubigen, wenn Johannes Hartl so etwas schreibt wie: „Ja, das mit der Maria, da muss nicht in der Bibel stehen, das hat der Heilige Geist später gezeigt“.

Was für eine Idee vom Heiligen Geist! Erst verbietet er Götzendienst, dann ist das Buch fertig. Und später auf einmal dann zeigt er uns, wir dürfen doch die „Königin des Alls“ anrufen. Wir dürfen zu ihr beten, wir dürfen bei ihr Schutz suchen. Hallo? Ist Gott verwirrt oder was?

Aber wenn du solche Dinge ansprichst, dann bist du gleich ein „Katholikenhasser“. Nein, ich liebe Katholiken und ich weiß, dass nur die Wahrheit sie frei macht und deswegen konfrontiere ich sie mit der Wahrheit. Aber ich hasse ihr System, ihr Lügensystem, in das der Teufel sie versklavt hat. Und jeder Bote Gottes sollte diesen Hass in sich spüren, weil Gott hasst die Lüge. Gott hasst das Böse. Gott ist nicht so friedfertig wie wir uns das vorstellen. Jesus hat gesagt: Ich bin gekommen, das Schwert zu bringen, nicht Frieden – das Schwert!

Mt 10,34
Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Und da gibt es Trennung, mitten in der Familie, mitten in der Ehe, mitten in der Gemeinde. Es gibt Trennung zwischen Lüge und Wahrheit. Zwischen Heuchelei und Echtheit. Diese Dinge passen nicht zusammen. Und es gibt keine Heuchler im Himmel. Das gibt es nicht.

Und wenn wir da hin kommen wollen, dann besser werden wir hier echt und werden wir wahr und fangen an, Respekt zu suchen vor einem heiligen Gott und zu verstehen, wir werden an diesem Wort einmal gerichtet werden. Wir werden einmal zur Verantwortung gezogen werden mit diesem Wort.

Und dann können wir nicht sagen: Ja, das habe ich nicht gewusst, dass das so ernst ist.

Doch! Du hast es gelesen. Paulus hat gesagt: Das ist der Maßstab, und alles, was davon abweicht …

Und es gibt viele, viele, viele gravierende Punkte, wo die katholische Kirche von der Bibel abweicht. Und dann stellen wir uns da hin und dann bei der letzten oder vorletzten BuKo (= Bundeskonferenz des BFP) – einer eurer Leute macht einen Lobpreis auf den Papst. Er erzählt von seiner tollen Gemeinschaft mit dem [Thomas] Schirrmacher und der Schirrmacher ist ganz eng am Papst, hat ja auch ein Buch darüber geschrieben:

„Kaffeepausen mit dem Papst: Meine Begegnungen mit Franziskus“

Und dann fragt der Sprecher den Schirrmacher: „Und sag mal, der Franziskus, wie ist der denn so?“

Und dieser Pfingstpastor hat die geistliche Naivität – oder Bosheit, weiß ich nicht genau – zu behaupten: „Genauso wie du und wie ich. Das ist unser Bruder und alles ist gut“.

Ich nehme mir jetzt nicht die Zeit, all die Lügen Roms hier – kann ich auch gar nicht – aber es gibt genügend Literatur, die das klar zeigt und du kannst es in er Bibel selber studieren. Und studier den KKK (= Katechismus der Katholischen Kirche).

Wie kann das sein, dass auf einer großen Konferenz, wo hunderte von Pastoren sind, nicht ein Buhhh-Rufen und ein Pfeiff-Konzert entsteht, wenn er so etwas sagt: „Der Papst, das ist einer wie du, das ist unser Bruder, und alles ist gut“.

Warum gibt es da keinen Protest? Wir sind Protestanten – wir legen Zeugnis ab für die Wahrheit. Und wenn du das nicht tust, bist du kein Protestant und wenn dein Pastor, den du da zur BuKo schickst, wenn er das nicht tut – dann, warum stellst du ihn nicht zur Rede und sagst: Horch einmal, auf welcher Seite stehst du? Auf welcher Seite stehst du?

Aber wir sind ja untergeordnet und wir sind ja nett, wir schlucken ja jeden Mist, der uns erzählt wird. Und können und wollen nicht an der Schrift prüfen.

Ihr Lieben, es ist Zeit, dass wir aufwachen!

Huiuiui, ich wusste nicht, dass das so scharf wird. Nach dem Konzept sah das alles viel netter aus.

Aber so ist wie der Heilige Geist mich leitet, und ich fordere euch heraus, und ihr müsst Stellung beziehen, ihr müsst eine Antwort geben: Ist das, was die Bibel uns sagt, ist das Gottes Wort? Dann hat das Konsequenzen! Dann muss es Briefe geben, dann muss es Proteste geben und Worte wie: Wir sind mit dieser Kumpanei mit der Lüge nicht einverstanden. Und jeder, der schweigt, sagt damit, er ist doch einverstanden.

Eine heimliche Opposition, das gibt es nicht. Du musst sagen, was du glaubst.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (20:00 bis 25:00)

Und jeder ist verantwortlich. Und nicht nur Prediger. Auch wenn du mit deinem Bruder, deiner Schwester dich unterhältst und irgendwelche Sachen erzählst, du bist genau so verantwortlich.

Und weil er so schwarz-weiß war, deswegen haben die Leute sich an ihm gestoßen. Und die einen haben ihn geliebt und die anderen haben ihn gehasst. Da war nicht einer da, der gesagt hat: „Ja, doch, das ist auch ein Standpunkt, das finde ich auch irgendwie interessant, das sollte man mal bedenken. Ja, doch, wertvoller Beitrag in dem Blumenstrauß der vielen verschiedenen Möglichkeiten des Glaubens“, und dieses ganze ökumenische Geschwafel – kennst du das?

Das hängt mir zum Halse raus!

Wo Leute, die das Wort mit Füßen treten von uns anerkannt werden als unsere Brüder und Schwestern, die genau so mit Jesus unterwegs sind wie das im Wort geschrieben ist. Und sie verdrehen das Wort und sie erzählen Dinge wie: Die Babies werden besprenkelt und dadurch werden sie Kinder Gottes.

Und dann sollen wir das anerkennen.

Wenn du an Jesus glaubst, wenn du Paulus nachfolgen willst, du kannst niemals solchen Lügen zustimmen. Eine der größten religiösen Lügen in unserem Land, den Gläubige wie du und ich noch unterstützen, ist die Tauflüge: Dass man Kind Gottes wird durch die Wasserbesprenkelung.

Das ist nicht, was die Bibel sagt. Man wird Kind Gottes durch eine Geburt von oben. Und die Geburt von oben kommt nur für den, der Buße tut. Ohne Buße kein Glauben. Ohne Umkehr und sich unter die Herrschaft Christi stellen, gibt es keinen Glauben.

Und wo ist der Protest eurer Leiter, wenn sie in den ACK-Sitzungen („Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“) sind und sagen: Du, Priester, ich hab dich ja lieb als Mensch, aber was du da erzählst, ist eine Lüge und du verdummst die Lüge und du bist vor Gott verantwortlich. Wo sind die Leute, die „Hintern in der Hose“ haben, so etwas zu sagen?

Warum sich mit solchen Leuten treffen wenn man ihnen nicht die Wahrheit sagt? Um nett Kaffee zu trinken, Einheit zu feiern – für was? Der Kompromiss ist so tief drin und wenn ihr nicht aufwacht, werdet ihr in den Sog mit runtergezogen werden, das verspreche ich euch.

Wir sind verantwortlich – wenn wir schweigen bei religiösen Lügen über Jesus und über das Evangelium – wir sind verantwortlich.

Das Wort Gottes sagt: Wenn du deinen Bruder sündigen siehst, dann geh hin und bringe ihn zurecht im Geist der Sanftmut.

Mt 18,15
Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen.

Gal 6,1
Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht. Und dabei gib auf dich selbst acht, dass nicht auch du versucht wirst!

Das ist, was die Bibel sagt.

Warum passiert das nicht in der ACK? Weil wir möchten anerkannt werden, wir wollen nur nett sein, wir wollen nur eine gute Presse haben, wir wollen verhindern, dass wir verfolgt werden.

Weißt du, dass hinter den Kulissen die Pastoren genau gewusst haben, als sie die Entscheidung getroffen haben, in die ACK zu gehen – der wahre Grund ist nicht ein theologischer Grund. Der wahre Grund ist: Wir möchten verhindern, dass wir verfolgt werden und als Sekte angesehen werden.

Ein erbärmlicher Kompromiss!

Womit wir zeigen, wir vertrauen nicht Gott. Dass Gott die Gemeinde bewahren kann in allen Stürmen. Nein, wir müssen selber uns den Feinden anbiedern, um davon dann Schutz oder Hilfe oder Anerkennung zu bekommen. Das ist erbärmlich. Schau mal, was passiert mit Israel wenn sie bei Assur Hilfe gesucht haben statt sich auf Gott zu verlassen. Jedes Mal kam der Fluch.

Und wenn ihr nicht aufwacht und anfangt, das Wort Gottes ernst zu nehmen – ihr werdet es miterleben, wie – es hat schon begonnen – wie der Fluch über euren Verband kommt. Der Fluch Gottes kommt über euren Verband.

Ich weiß, das möchtet ihr nicht hören, ich möchtet etwas Auferbauendes, etwas Nettes, aber wenn man das ernst nimmt und glaubt, ist das sehr auferbauend. Weil mir nämlich dem Fluch entkommen und im Segen uns gründen.

Gott hat sich nicht geändert – wir ändern uns, aber für Gott ist Lüge nicht zu ertragen. Er ist der Gott der Wahrheit. Und Er will, dass wir wahr sind und dass wir die Wahrheit in Liebe SPRECHEN. Das ist ein Befehl.

Eph 4,15
Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.

Und nicht: Lass den reden, ich sehe das anders, aber ich werde mich nicht äußern, damit es hier keinen Stress gibt.

Erbärmliche Anpassung aus niederträchtigen selbstsüchtigen ekelhaften Motiven – und wir werden dafür zur Verantwortung gezogen werden – wir werden! Du wirst es sehen.

So, das alles steht nicht in meinem Konzept, aber das war auf dem Herzen Gottes.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (15:00 bis 20:00)

Und das hat Konsequenzen: Dann gibt es keinen Sex vor Ehe. Dann gibt es keine Drogen, dann gibt es keine Pornografie. Dann gibt es einen Haufen Dinge, die für viele Gläubige normal sind, nicht mehr.

Das hat Konsequenzen. Das ist nicht ein privater Glaube, der mit deinem Lebensstil und mit dem, was die anderen sagen in dein Leben hinein dann nichts zu tun hat – nein, dann auf einmal bist du im Licht. Und dann bist du bereit, Korrektur anzunehmen. Dann bist du bereit, mit den Heimlichkeiten aufzuhören und ans Licht zu kommen und dadurch frei zu werden.

Weil das Wort Gottes inspiriert ist von Gott selbst hat es Seine Natur. Deswegen ist es wahr.

Und deswegen ist es unveränderlich. Und deswegen ist es der gültige Maßstab heute.

Und dann hört man Christen sagen: „Ja, aber das ist ein altes Buch und wir haben heute eine andere Kultur und eine andere Zeit“. Sünde ist immer noch dasselbe Problem. Und Gottes Antwort auf Sünde ist immer noch die selbe: Und das ist das Blut Jesu und das ist Vergebung und das ist die Kraft des Heiligen Geistes, die uns befähigt zu überwinden und frei zu werden von der Sünde.

Hallelujah. Hallelujah.

Lasst uns zu Gal 1 gehen. Paulus war ein sehr extremer Mann und die Leute haben sich an ihm gestoßen. Und alle, die versuchen, ein bisschen ähnlich ihm zu werden, erleben dasselbe. Und sie polarisieren. Das ist, was Jesus getan hat. Und das haben die getan, die von ihm inspiriert waren.

Gal 1,11
Ich tue euch aber kund, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium […]

… überhaupt – was meint er mit „Evangelium“? Manche Leute sagen: Ja, Joh 3,16 – das ist das Evangelium.

Joh 3,16
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen11 Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Das Evangelium ist die Botschaft: Wer ist Jesus? Was hat er getan? Warum ist er gekommen? Was ist sein Werk der Erlösung? Was sind die Konsequenzen? Wie sollen wir darauf reagieren? Wie sieht jetzt unser Lebensstil nach dem Plan und nach dem Willen Gottes aus? All das gehört zum Evangelium. Nicht einfach nur: „Gott hat die Welt geliebt und fertig, aus.“

Das Evangelium ist der Plan, der Wille Gottes.

Gal 1
11 Ich tue euch aber kund, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von menschlicher Art ist.
12 Ich habe es nämlich weder von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.

So, und jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du glaubst ihm das, entweder du nimmst ihm das ab. Dann hat das weitreichende Konsequenzen für dein Glaubensleben. Oder du sagst: Was bildet der sich ein? Wie kommt der dazu zu sagen, ja, er hat das vom Herrn und er redet die Wahrheit? Wie kann er so etwas sagen?

Entweder Paulus ist größenwahnsinnig, entweder Paulus kann sich nicht einschätzen und er redet ein Zeug, was er selber nicht überblicken und verstehen kann – oder er redet die Wahrheit und du musst dich entscheiden.

Und wenn er die Wahrheit redet, dann hat das Konsequenzen für deine Fantasien, für deine Wünsche, für deine Lebensziele, für deinen Lebensstil, für deine Art wie du mit dem Internet umgehst, für deine Art wie du mit Filmen umgehst und mit Musik und mit allen möglichen anderen Dingen.

Wenn das wirklich wahr ist, hat das Konsequenzen.

Wir können nicht einfach nur zustimmen. Das ist nicht einfach irgendwie eine Idee und die nicken wir ab und sagen: Ja, die finde ich nett. Nein – das ist nicht Glaube.

Sondern Glaube ist Gehorchen – wie ich das versucht habe, die Tage hier aus der Bibel zu beschreiben. Glaube ist gehorchen. Der Wahrheit zu gehorchen, das ist Glaube.

Und er sagt, er hat bekommen vom Herrn. Das heißt, es ist 1:1 das, was Jesus gesagt haben wollte. Und deswegen, das ist die nachgeschobene Erklärung für etwas ganz, ganz Provokantes, was er am Anfang sagt dieses Briefes. Ich les einmal vor:

Gal 1
6 Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium,
7 wo es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus (das ist, was er verkündigt hat) umkehren.
8 Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!

Was sagt Paulus hier? Ich setze den Maßstab im Auftrag Gottes und ALLE Predigergenerationen aller kommenden Jahrhunderte werden alle an dem Maßstab, den ich gesetzt habe, gemessen werden. Das ist, was Paulus hier sagt. Das ist ganz schön scharf.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (0:00 bis 15:00)

Ich habe versucht, ein paar Highlights zu setzen die Tage – über die Gemeinde nach dem Plan Gottes. Und ich habe versucht, einige Dinge aufzuzeigen, wo wir mit aller Selbstverständlichkeit Dinge tun, die völlig neben und außerhalb oder gegen den Plan Gottes sind. Und dann war meine Betonung „Jüngerschaft“. Im Neuen Testament, eine Gemeinde ist eine Gemeinde, die Jünger macht. Die nicht irgendwie einfach Gläubige sammelt und irgendwie die betreut oder unterhält oder irgendwas, sondern es ist eine Gemeinde, die ein klares Ziel hat: Jesus will Jünger.

Jesus will nicht Christen, Jesus will nicht Gläubige, Jesus will Jünger haben. Das ist das einzige, was ihn interessiert. Und ein Jünger ist sehr, sehr anders als ein Christ. Sehr, sehr anders. Ein Jünger hat eine belehrbare Haltung. Er sagt: „Ich bin dafür da, für die Ehre Gottes zu leben, ich will den Willen Gottes tun und ich brauche Hilfe. Ich brauche Menschen, die weiter sind im Glauben, die mich anleiten“.

Er macht das nicht alles alleine, sondern er lässt sich etwas sagen. Er lässt sich korrigieren, er lässt in sein Leben hineinsprechen. Und er nimmt Ermutigung und Ermahnung an und ist nicht beleidigt und zieht gleich das erste Mal von dannen wenn ihm irgendwas gesagt wird, was nicht so angenehm ist.

Und nur Jüngerschaft garantiert, dass Menschen in den Plan Gottes hineinkommen. Nur Jüngerschaft ist der Weg wie Menschen frei werden. Und das ist Ziel von Jesus: Er ist gekommen, die Werke der Finsternis zu zerstören.

1 Joh 3,8b
Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.

Wie kann das sein, dass Gläubige jahrelang gläubig sind und sind immer noch gebunden – an Pornografie, an Rauchen, an Drogen, an Fresssucht, an sinnlos Geld ausgeben und ich weiß nicht, was es noch alles gibt. Das kann nicht sein, das macht Jesus keine Ehre.

Jesus bekommt Ehre wenn wir zeigen, wir sind ein Beispiel von dem, was er an Golgatha getan hat für uns. Wir verherrlichen ihn mit Freiheit, wir verherrlichen ihn mit Liebe, mit Wahrhaftigkeit, mit einem Lebensstil, der sehr, sehr anders ist als in dieser Welt.

Und ein solcher Lebensstil kommt nicht über Nacht, der kommt auch nicht mit Hände auflegen, sondern der kommt durch einen Prozess des Trainings. Und das nennt die Bibel „Jünger machen“. Jesus hat gesagt, wir sollen Jünger machen.

Mt 28,19a
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern

Und gestern war mein Schwerpunkt, die Einstellung und die Haltung des Jüngers zum Worte Gottes.

Und da will ich heute weitermachen, und ich spreche heute über den Glauben der Apostel.

Es gibt viele verschiedene Glaubensrichtungen. Baptistisch, pfingstlich, charismatisch, adventistisch, was weiß ich – lutherisch. Ja, was ist jetzt der richtige? Der richtige Glaube ist der Glaube, den die Apostel gelehrt haben. Denn sie haben ihn von Jesus bekommen aus erster Hand. Das ist der Glaube, der maßgeblich ist. Und jeder, der sich erlaubt, anders zu glauben, ist immer noch in Rebellion gegen Gott. Zwar auf fromme Art und Weise, aber er ist in Rebellion. Nicht agressiv, nicht aufbrausend, sondern einfach nur ganz ruhig: „Ne, das sehe ich nicht so, das mache ich anders, und das mache ich so, wie mir das gefällt“.

Wenn du Christ bist, dann tust du nicht mehr Dinge wie sie dir gefallen, dann tust du die Dinge wie sie Gott gefallen. Das ist ein Christ. Das ist jemand, der gesagt hat: Ich lebe für den Willen Gottes.

Und wie kannst du den Willen Gottes tun, wenn du dich überhaupt nicht damit beschäftigst? Also – es geht um das Wort.

Lasst uns Apg 24 aufschlagen, und da sehen wir ein wunderbares Bekenntnis von Paulus. Und er ist ja unser Vorbild. Er sagt: Seid meine Nachahmer.

1Kor 4,16
Ich bitte euch nun, seid meine Nachahmer!

1Kor 11,1
Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi Nachahmer bin!

Phil 3,17
Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt!

Das ist, was Paulus sagt. Er sagt einmal zu einer Gemeinde: Alles, was ihr an mir gesehen habt und was ihr von mir gehört habt – das tut, und Gott wird mit euch sein.

Phil 4,9
Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.

Was für eine Aussage! Entweder dieser Mann war größenwahnsinnig oder er war in der Wahrheit und Gott hat ein mächtiges Werk in ihm getan. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, auf so etwas zu reagieren.

Ich kann mich nicht hinstellen und sagen: „Alles, was ihr an mir seht, das müsst ihr tun, und Gott ist mit euch“. Das kann ich nicht. Und ich weiß nicht, ob es irgendjemanden hier gibt, der das könnte.

Aber Paulus sagt: Alles, was ihr an mir gesehen habt – und von mir gehört habt – das tut. Und Gott wird euch segnen, Gott wird mit euch sein.

Was für ein Mann, was für ein Werk hat Christus in ihm getan? Und hier ist ein Bekenntnis in Apg 24,14 – da steht er vor dem Felix.

Apg 24,14
Aber dies bekenne ich dir, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, so dem Gott meiner Väter diene, indem ich allem glaube, was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben steht,

Wie hat er Gott gedient? Indem er allem glaubt, was geschrieben steht.

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Und darum habe ich gesagt: Die Haltung des Jüngers zur Heiligen Schrift ist der Schlüssel. Und entweder die Haltung stimmt – dann wird sein Leben sich in die richtige Richtung entwickeln – oder seine Haltung stimmt nicht. Und je länger er Christ ist, um so religiöser wird er werden. Und wird den Plan Gottes verpassen und wird statt ein Teil von Gottes Antwort immer noch ein Teil bleiben von Gottes Problem.

Und das kann nicht sein, und das ist nicht der Wille Gottes. In der Gemeinde sollen alle danach streben, dass der Wille Gottes geschieht. Und dann werden wir ausgesandt und ausgestattet und bevollmächtigt, draußen Menschen zu dienen in der Kraft Gottes. Das ist unser Auftrag.

Ich glaube allem, was geschrieben steht.

Die heilige Schrift war für die Apostel die Grundlage ihres Glaubens. Das nennt man in der theologischen Fachsprache „sola scriptura“. Aber der Ausdruck ist unwichtig, aber wichtig ist, dass du verstehst, was das bedeutet: „Sola Scriptura“ bedeutet nicht, dass du dahergehst und sagst, also nur das, was in der Bibel ist. Also z.B. dann kommt jemand daher und sagt: Computer – du hast einen Computer? Das ist nicht biblisch – wo ist das in der Bibel?

„Sola scriptura“ bedeutet, das Wort Gottes setzt den Maßstab und regelt alle Fragen deines Glaubens – wer ist Jesus? Wie liebt man Jesus? Wie lebt man mit Jesus? Was ist Sünde? Was ist nicht Sünde? Wie ist Heiligung? All die Fragen des Glaubens werden durch die Schrift und nicht durch menschliche Weisheit und Philosophie bestimmt und beantwortet. Das ist „sola scriptura“.

Und das haben die Apostel gehabt, auch wenn du diesen Audruck nirgendwo in der Bibel findest. Und wo haben sie das her gehabt? Sie haben verstanden – 2 Tim 3 – ich muss ein bisschen schnell gehen heute, weil ich einige wichtige Dinge sagen will und die Zeit rennt. 2 Tim 3 – hier spricht Paulus zu seinem geistlichen Sohn.

2 Tim 3
14 Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du überzeugt bist7, da du weißt, von wem du gelernt hast,
15 und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung8 durch den Glauben, der in Christus Jesus ist9.

Das ist die Kraft der Heiligen Schrift. Die heilige Schrift, wenn du sie benutzt – zusammen in Freundschaft und Unterordnung unter den Heiligen Geist – dann ist das die Quelle deiner Kraft. Und da kommt alles her, was du brauchst in diesem Leben. Du brauchst nichts anderes als das.

2 Tim 3
16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben (ausgehaucht von Gott) und nützlich (und man könnte sagen: und DESHALB nützlich) zur Lehre

Christliche Lehre muss aus der Schrift kommen. Christliche Lehre, die nicht aus der Schrift kommt, ist ein dämonisches Imitat und wird dir Schaden bringen und denen Schaden bringen, denen du versuchst, das weiterzugeben.

Das ist so, so, so, so wichtig. Christus ist der Herr. Und er war das Vorbild für die Apostel und er glaubte an die Inspiration der heiligen Schrift. Er glaubt, dass die Schrift wahr ist, dass sie ewig ist, dass sie unveränderlich ist. Dass sie gültig ist, dass sie gegeben ist durch den Heiligen Geist. Und daher haben die Apostel das bekommen. Und die Apostel haben das an die anderen weitergegeben. Wie Paulus hier an seinen geistlichen Sohn.

In Vers 10 liest du …

2 Tim 3
10 Du aber bist meiner Lehre gefolgt, meinem Lebenswandel, meinem Vorsatz, meinem Glauben, meiner Langmut, meiner Liebe, meinem Ausharren,
11 meinen Verfolgungen, meinen Leiden

Was ist das erste in dieser Reihenfolge? Lehre. Du bist meiner Lehre gefolgt.

Und was meint er mit „seiner Lehre“? Damit meint er das Evangelium, das er von Christus bekommen hat. Das meint er damit. Aber er nennt es manchmal „seine Lehre“ oder „sein Evangelium“. Und sie haben verstanden, das Wort Gottes ist der Maßstab. Das Wort Gottes ist unsere verlässliche Quelle, aus der wir alle Informationen – aber nicht nur Informationen, auch Inspirationen, auch Überführung, auch Kraft, auch Motivation, Belebung, Erfrischung – alles kommt aus dem Wort Gottes.

Und wenn ein Jünger nicht diese – oder ein Christ nicht diese Haltung hat, das ist die einzige Quelle, aus der ich meinen Glauben schöpfe. Und wenn er nicht allen Ideologien und Philosophien und Prägungen seiner Zeit und seiner Kultur entsagt hat, dann wird er in Verwirrung bleiben. Und es wird keine Kraft in seinem Leben wirksam sein.

Woher weiß ich das? Weil Paulus das genau so gesagt hat.

1 Thess 2,13
13 Und darum danken auch wir Gott unablässig, dass, als ihr von uns das Wort der Kunde (was meint er? Das Evangelium! Das Wort Gottes!) von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt.

#00:10:24-0#

Warum wirkte das Wort Gottes in den Gläubigen von Thessaloniki und tat sein Werk? Weil sie es nicht genommen haben als „ach, da ist ja ein Prediger, der Paulus – na, hören wir mal, was der zu sagen hat? Ach, ja, ganz interessant, doch, nett, find ich gut, stimme ich zu“. Nein, sondern sie haben gesagt: Der Mann redet, aber was er redet, ist das Wort Gottes und es kommt von Gott und das hat er sich nicht selber ausgedacht.

Deswegen konnte das Wort Gottes in ihnen wirken, weil sie es als von Gott genommen haben.

Und so viele Gläubige erlauben sich die Haltung und sie hören nicht Gott in der Stimme des Predigers, sie hören nicht Gott wenn sie ihre Bibel lesen, sie hören nur einen Menschen und eine Menschenmeinung, und sie gehen dabei an dem Wichtigsten vorbei und empfangen nicht die Hilfe, die Gott ihnen geben will.

Alles, was wir brauchen, kommt durch das Wort. Der Heilige Geist benutzt das Wort. Es ist sein Instrument, es ist sein Schwert, das er benutzt an uns zu arbeiten. Und um dieses Werk zu tun, unsere Seele zu reinigen durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit – unsere Seele an den rechtmäßigen Platz zu bringen und diese notwendige Trennung von Seele und Geist zu bringen.

Wir haben so viel seelisches Imitat, so viele seelisches Christsein, und deswegen haben wir so viele seelische Beziehungen. Und seelische Beziehungen bedeutet nicht „besonders emotional“. Seelische Beziehungen bedeuten, da ist keine Wahrheit.

Da ist ein Ältester, der glaubt, dass Sex vor Ehe nicht in Ordnung ist, aber auf einmal betrifft es seine Tochter, und auf einmal sieht alles ganz anders aus. Das ist eine seelische Beziehung, eine Beziehung, wo nicht die Wahrheit regiert. Es gibt seelische Beziehungen in Ehen, in Freundschaften, in Leitungskreisen, in Hauskreisen, und seelischen Beziehungen sind ein Riesenproblem, weil sie ein Einfallstor sind für den religiösen Geist.

Und wenn wir keinen religiösen Geist in der Gemeinde haben wollen, dann müssen wir darauf achten, dass wir glauben wie die Schrift sagt.

Das ist der einzige Schutz, den wir haben. Glauben wie die Schrift sagt. Nicht wie du das denkst. Nicht wie der das denkt. Nicht wie Herr Bulkmann das denkt oder irgendwer anders. Sondern so wie es die Schrift sagt. So hat Jesus geglaubt, so hat Jesus den Aposteln das beigebracht. Und so haben die Apostel gesagt, müsst ihr auch glauben. Und das ist ein Jünger, der sagt: Die Schrift ist von Gott. Fertig. Punkt. Aus.

Und er ist sich dessen wohl bewusst, dass er damit schwimmt gegen den Strom, gegen den Zeitgeist, gegen die Kultur. Jesus glaubte an die Schöpfung. Wie kann es Christen geben, die an Evolution glauben? Wie kann das sein? Sie sind verwirrt. Sie haben nicht den Glauben der Apostel, sie haben einen menschen-gemachten Glauben, ein Imitat, wovor Paulus viele Male ernstlich gewarnt hat.

Jesus glaubte an die Ehe als eine von Gott geschaffene Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Wenn wir das glauben, werden wir in den nächsten Jahren – und wenn wir das verkündigen – wir werden heftigst Probleme bekommen. Und es ist hohe Zeit, dass wir Gott kennenlernen als unsere Quelle, als unseren Trost und dass wir von ihm gestärkt werden, damit wir ohne zu kneifen, ohne uns wegzuducken, ohne Kompromisse zu machen, aushalten können den Widerstand, den wir erleiden werden.

Ihr Lieben, Verfolgung ist um die Ecke. Es wird nicht mehr lange dauern und dann ist mit unserer schönen Freiheit für uns als Gläubige hier vorbei. Und wir werden Feinde der Demokratie sein. Wir werden Feinde der Einheit sein. Wir werden Feinde gegen Multikulti. Wir werden Feinde sein. Von allen Ecken werden wir angefeindet werden. Woher weiß ich das? Das ist, was die Bibel sagt: „Ihr werdet gehasst werden von allen Völkern“.

Mt 24,9
Dann werden sie euch in Bedrängnis überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen/Völkern gehasst werden um meines Namens willen.

Und wir sind nicht vorbereitet. Wir sind nicht frei von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit und wir sind wie ein Blatt im Wind und wir haben keinen Plan und keine Orientierung und wir werden hin und her geworfen, weil wir unmündige Kinder sind. Und jeder geistliche Betrag trifft uns und wir haben keinen Plan.

Das einzige, was uns hilft, ist, dass wir jetzt anfangen, unseren Glauben zu gründen in der heiligen Schrift und mit der Spielerei aufhören, mit der Harmlosigkeit aufhören, mit dem so-tun-als-ob aufhören und sagen: Nein, wir wollen diese Art von Glauben.

Das Wort Gottes kann nur wirken in mir und in dir unter einer Bedingung: Dass du es annimmst als Gottes Wort.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 1

Ja, einen schönen guten Abend, herzlich Willkommen zu dieser kleinen Lehrreihe über die Gemeinde, über Gottes Plan für die Gemeinde. Wie Gott Gemeinde sieht, wie Gemeinde gewollt ist von Ihm und was das mit uns zu tun hat. Ich denke, es könnte hilfreich sein, dass ich ein, zwei Sätze über mich sage, weil ihr kennt mich nicht, ich kenne euch auch nicht, und das hilft euch dann vielleicht auch das, was ich sage und vielleicht auch WIE ich es sage, das irgendwie ein bisschen besser einzutüten.

Ich komme aus einem nicht-christlichen Hintergrund und habe auf eine sehr dramatische Art und Weise als ich 21 Jahre alt war, Jesus erlebt – und er kam mit Macht in mein Leben und hat mich herausgerissen aus einem Leben voller Schmutz und Bosheit und vielen, vielen hässlichen und teuflischen Dingen. Und in der Nacht vom 23. zum 24. November bin ich Kind Gottes geworden. So, ich weiß nicht genau, war es noch am 23. oder war es am 24.? Ich hatte keine Gelegenheit auf die Uhr zu schauen. Die Stunde war zu dramatisch, aber auf jeden Fall weiß ich, am 24. November, das war ein Sonntag, 1974, falls du das noch nicht weißt oder nicht auf dem Schirm hast.

Da war ich schon Kind Gottes und bin zum ersten Mal in meinem Leben in eine Gemeinde gegangen und habe meinen Schwur, meinen heiligen Eid, den ich bei der Konfirmation geschworen habe, ja? Konfirmation ist ja ein herausragendes Ereignis im Leben eines jungen Menschen. Und ich habe einen heiligen Schwur getan und ich habe geschworen, ich werde nie wieder meinen Fuß über die Schwelle einer Kirche setzen. Das war meine Konfirmation.

Aber dann kam Jesus in mein Leben und den ersten Morgen als ich Kind Gottes war, bin ich in eine Gemeinde gegangen und der heilige Schwur war nicht mehr heilig, sondern war Schnee von gestern und war Teil des ganzen Lügenprogramms des Teufels.

Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, ich bin nie auf einem theologischen Seminar oder Ausbildungsstätte gewesen, ich habe nie ein Seminar über Homiletik – wie man predigen soll und was man tun soll und was man nicht tun soll – gemacht, weil es einfach nicht dran war. So. Also wenn ich nicht immer ganz „korrekt“ bin, so wie Christen angesprochen werden möchten oder wie es halt normal ist wie Christen angesprochen werden, dann verzeiht mir das, ich bin da völlig unwissend.

Ja, ich war 12 Jahre in meinem Leben ein Pastor in einer größeren charismatischen Gemeinde und danach und seitdem bin ich seit 22 Jahren in einem Reisedienst und ich reise durch Deutschland, Österreich, Schweiz und dann auch ziemlicher Schwerpunkt im Osten. Und Osten ist für mich nicht Sachsen, sondern Osten ist für mich Russland, Kirgistan, Zentralasien – so diese Ecke, aber auch ein bisschen Albanien. Und was mich vielleicht kennzeichnet, außer, dass ich eine wunderbare Frau habe, mit der ich seit 39 Jahren verheiratet bin. Wir haben drei erwachsene Kinder, die alle drei erfüllt sind mit dem Heiligen Geist, seitdem sie im Kindergarten waren und sie lieben Jesus und sie leben mit Jesus.

Ich habe eine kleine Ahnung von dem, was Paulus sagt, wenn er sagt: Ich eifere um euch mit Gottes Eifer.

2Kor 11,2a
Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer

Ich habe eine Last für Gemeinde, für die Wiederherstellung der Gemeinde. Die Gemeinde ist in einem Prozess der Veränderung, sie ist sehr, sehr, sehr weit weg von dem, was Gott sich vorgestellt hat, aber Gott ist dabei, die Gemeinde zu rufen, herauszufordern und zu prägen und ist dabei, die Gemeinde hineinzubringen. Und ich habe in meiner Bibel gelesen, bevor Jesus wiederkommt, gibt es eine herrliche, eine siegreiche, eine geeinte Gemeinde, die auf dem Herzen das hat, was Gott auf Seinem Herzen hat – nämlich den Sohn zurückzubringen als König auf diesen Planeten. Davon ist die Gemeinde erfüllt in der Zeit bevor Jesus wiederkommt.

Wir sind davon sehr weit entfernt, das hat seine Gründe, aber Gott hat einen Plan, Gott ist nicht frustriert, Gott ist nicht einverstanden mit dem, was wir machen – mit vielem, was wir machen – aber Er ist nicht frustriert und Er ist nicht ärgerlich, und Er ist hoch motiviert und Er hat Mittel und Wege uns hineinzubringen in Seine Pläne und in Seine Ideen und Seine Konzepte. Und Er hat Mittel und Wege uns zu überführen von unseren eigenen Ideen und uns zu helfen, Seine Ideen als besser oder als die besten zu erkennen und unser eigenes, eigen gemachtes Zeugs irgendwie zu verlassen und in das hineinzukommen was Gott hat für uns. Okay, soviel zu mir.

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Es geht um Gemeinde. Es geht um die Gemeinde nach dem Plan Gottes. Vor einigen Wochen ist etwas interessantes passiert in meinem Dienst, was absolut neu war. Wie gesagt, seit 22 Jahren reise ich durch Gemeinden und tue das, was ich jetzt hier mache: Ich lehre. Und nebenbei, das habe ich noch vergessen zu sagen, habe ich noch eine andere Funktion. Und zusammen mit meiner wunderbaren Frau dienen wir einer Reihe von Gemeinden, nicht zu vielen Gemeinden, aber einer Reihe von Gemeinden apostolisch und begleiten sie, betreuen sie und helfen ihnen einfach voranzukommen.

Und vor einigen Wochen ist etwas Interessantes passiert. Eine Gemeinde hat mich eingeladen und der erste Abend sollte ein Abend sein nur mit dem Trägerkreis der Gemeinde. Und sie haben mir ausdrücklich den Auftrag gegeben, ich soll sprechen über: „Was ist Gemeinde?“

Und das war für mich eine Revolution, weil in 22 Jahren, und ich habe viele Gemeinden gesehen und viele haben mich eingeladen und viele haben auch mir gesagt, das soll das Thema sein. Das war zum allerersten Mal, dass eine Gemeindeleitung gesagt hat, wir wollen etwas hören, was eigentlich Gemeinde ist.

Ich war erstaunt, weil die allermeisten Gemeinden, die ich kenne – wie gesagt, in 22 Jahren in zig Gemeinden war das zum allerersten Mal – die allermeisten gehen stillschweigend davon aus, wir wissen ja, was Gemeinde ist, wir haben ja Gemeinde, wir machen ja Gemeinde. Und merken nicht, wie an ganz wichtigen Stellen sie so weit weg sind von den Plänen Gottes.

So, das ist ein Thema, was mir sehr, sehr auf dem Herzen liegt. Und heute abend beginne ich mit einer ganz grundlegenden Wahrheit über Gemeinde, die wir ganz am Anfang finden, wo es zum ersten Mal darum geht, dass Gott Sein Haus bauen will, Seine Wohnstätte bauen will hier auf der Erde. Und das ist ja auch, was die Bestimmung der Gemeinde ist. So, lasst uns einmal gehen zu 2. Mose 25. Das ist die Situation: Das Volk Gottes war herausgenommen aus der Knechtschaft, in der sie über 400 Jahre gewesen sind in Ägypten. Sie kommen heraus, sind in der Wüste, sind auf dem Weg in das gelobte Land. Und jetzt kommt der Auftrag des Herrn in Kapitel 25 – ich lese einmal hier nur Vers 8.

2 Mose 25
8 Und sie sollen mir […]

Also Gott spricht zu Mose, und sagt: Mose, das musst du dem Volk jetzt sagen.

2 Mose 25
8 Sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.

Ein interessanter Gedanke. Das Volk Gottes muss etwas bauen, damit Gott kommen kann und wohnen kann. Und das ist genau unsere Situation als Leute, die jetzt Gemeinde bauen wollen. Die Gemeinde ist der Ort, wo Gott wohnen will. Das ist der einzige Ort. Wo kann denn Gott wohnen? Nur in der Mitte der Gläubigen, nirgendwo anders. Gott kann nicht nach Lübeck auf den Marktplatz kommen oder irgendwo anders hin, Gott muss in die Gemeinde kommen.

Und wenn Er in der Gemeinde Freiraum hat und wenn Er dort sein Werk tut, dann kann Er mit der Gemeinde dann rausgehen auf den Marktplatz oder irgendwoanders hin oder in andere Nationen oder so und kann Dinge tun. Aber es beginnt mit der Gemeinde.

Und das, was in der Gemeinde nicht vorhanden ist, können wir auch nicht exportieren nach draußen oder in andere Länder. Das funktioniert einfach nicht. Was wir nicht haben, können wir nicht geben. Das ist ja einfach und verständlich.

So, Paulus sagt, die Gemeinde – Eph 2,22 – ist eine Behausung Gottes im Geist.

Eph 2,22
in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Es ist kein Gebäude, es geht nicht um Stein, um Glas, um Stahl – es geht um ein Gebäude. Petrus erklärt es: Es ist ein geistliches Gebäude und es besteht aus Menschen. Und die Menschen sind die Bausteine.

1 Petrus 2,5
lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott hochwillkommen durch Jesus Christus!

Und das Ziel ist, einen Tempel Gottes zu bauen, eine Stätte zu bauen, wo Gott wohnen kann.

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Das ist Seine Sehnsucht von Anfang an, dass Seine Gegenwart einen Platz findet, wo sie sich ausbreiten kann, wo sie sich zeigen kann, wo sie wirken kann. Gott will einen Platz haben, wo Er wohnen kann. Die Gemeinde ist Sein Haus.

Es gibt eine moderne Bestrebung, da geht es sehr viel um Wachstum, und man bemüht sich andauernd irgendwie zu fragen, ja, wie kriegen wir jetzt noch mehr Leute hier in den Saal?

Unsere Fragestellung muss ganz anders lauten: Wie bekommen wir Gott hier rein? Wie kommt die Gegenwart Gottes hier in einer stärkeren Weise unter uns? Das muss die Frage sein.

Und Gott hat beliebig viele Mittel und Wege sich Gläubigen und Ungläubigen zu offenbaren wenn erstmal seine Gegenwart sich machtvoll erweisen darf und nicht gehindert wird – wie ich das gleich zeigen werde, durch unsere guten Absichten, aber die in einer völligen Blindheit und Ignoranz des Wortes gegenüber einfach das Beste verhindern und verpassen lassen.

Was will Gott tun? Er will sich offenbaren.

In Vers 22 heißt es: Dort werde ich dir begegnen und mit dir reden, was ich dir für die Söhne Israels auftragen werde.

2 Mose 25,22
Und dort werde ich dir begegnen und von der Deckplatte18 herab, zwischen den beiden Cherubim hervor, die auf der Lade des Zeugnisses19 sind, alles zu dir reden, was ich dir für die Söhne Israel auftragen werde.

Gott will sich offenbaren, Gott will sich zeigen, weil Gott weiß viel mehr als wir, was wir brauchen, ist wirkliche Original geistgewirkte vom Himmel geschenkte Offenbarung über wer Er ist – und nicht religiöse Gedanken von Menschen, die Gott nicht kennen und die sich irgendwas nettes religiöses ausgedacht haben über Gott. Gott selber muss sich zeigen, Gott selber muss uns zeigen, wie sein Wesen ist, was all die wunderbaren Eigenschaften bedeuten, wirklich bedeuten, und dass wir den Unterschied sehen zwischen dem Original und unseren religiösen Klischees.

Weil wenn wir Gott lieben sollen, und das ist unser Auftrag, Ihn zu lieben von ganzem Herzen, mit aller Kraft, mit unserer ganzen Seele und mit unserem Verstand, dann wird das nur möglich sein, wenn wir Ihn erkennen wie Er wirklich ist.

Mt 22,37
Jesus aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6,5).

Und nicht von Menschen uns hören und erzählen lassen, die Ihn selber noch nicht getroffen haben, die selber keine Erste-Hand-Erfahrung haben, sondern auch wieder nur von anderen übernommen haben und von anderen irgendwie abgekupfert haben. Gott will sich offenbaren, weil alles in unserem Leben hängt davon ab, ob und wie weit wir Ihn erkennen.

Unsere ganze Veränderung, unsere ganze Motivation, der ganze Prozess der Heiligung, die schrittweise Veränderung in das Wesen Jesu, all das beginnt damit, dass wir Gott im Geist sehen und erkennen. Und wenn das nicht geschieht, dann können wir Gemeinde machen, dann können wir predigen, dann können wir alle möglichen Aktivitäten entfalten, aber wir werden nicht in die Tiefe wachsen, wir werden nicht verändert werden und es wird nicht Raum gemacht für Gott, sondern stattdessen Raum gemacht für irgendetwas anderes, was oftmals sogar in Feindschaft ist zu Gott.

Wir brauchen Ihn, Er muss sich offenbaren. Ich bin so dankbar für den Bibelabschnitt, den Sebastian uns vorgelesen hat – in Eph 1,17.

Eph 1,17
dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch [den] Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst

Okay, so Gott hat ein großes Verlangen, unter uns zu wohnen. Wenn du siehst durch die Bibel, am Anfang, Adam und Eva, Gott kam, und Er hatte mit ihnen Gemeinschaft am Abend.

1 Mose 3,8
Und sie hörten die Stimme2 Gottes, des HERRN, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages3.

Und dann hier ein Heiligtum, damit Gott wohnen kann. Und das Ende – wie endet das Buch? Gott selber kommt und Er nimmt seine Wohnung hier unter den Menschen. So endet das Buch.

Off 21,3
Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Siehe, die Wohnung Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird mit ihnen sein, ihr Gott.

Gott hat Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Beziehung zu uns. Er sehnt sich danach.

Und der interessante Punkt ist: Menschen sollen im Auftrag Gottes etwas bauen, damit Er kommen kann und wohnen kann.

„Ja, warum kann Er denn nicht von alleine kommen? Wenn Er kommen möchte, dann soll Er doch kommen.“

Dahinter ist die ganze Idee, dass Gott nicht unmittelbar und direkt hier herrscht über diesen Planeten, sondern Satan ist der Gott dieser Welt.

Joh 12,31
Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden.

Eph 2,2
in denen ihr einst wandeltet gemäß dem Zeitlauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt.

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Und wenn Gott etwas tun möchte, dann braucht er Menschen – wie Abraham – mit denen Er einen Bund eingehen kann und die Ihm sozusagen die Tür aufmachen als Repräsentanten der Menschheit, die Ihm die Tür aufmachen und Ihm erlauben. Das klingt vielleicht für einige sehr seltsam – Gott etwas erlauben – ja, die Bibel redet davon, dass wir entweder Gott erlauben zu wirken oder durch unseren Unglauben – wie bei Jesus: Wir verhindern, dass Er etwas tun kann.

Von Nazareth heißt es: Wegen ihres Unglaubens konnte er nicht wirken.

Mk 6,6
Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens. Und er zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte.

Schon mal darüber nachgedacht, dass Gott begrenzt werden könnte durch uns? Mit unseren besten Absichten, mit unseren guten Ideen, Gott könnte begrenzt werden. Und möge das nie geschehen! Und mögen wir diese heilige Furcht haben: „Gott, hilf mir, Dir nicht im Wege zu stehen, was Dein Wirken in meinem Leben angeht, in meiner Familie angeht, was Dein Wirken angeht in meiner Gemeinde. Hilf mir, dass ich nicht ein Bremsklotz bin, sondern einer, der Türen aufmacht, einer, der Hindernisse und Anstöße und Barrikaden und Bollwerke niederreißt, damit Du kommen kannst und damit du dein Werk tun kannst“.

Das ist das Herz Gottes. Er möchte so gerne kommen. Und Er möchte, dass wir etwas tun. So wie Er hier zu Mose sagt: Ihr sollt mir ein Heiligtum machen.

2 Mose 25,8
Sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Vers 9.

2 Mose 25,9

Nach allem, was ich dir zeige, nämlich dem Urbild der Wohnung und dem Urbild all ihrer Geräte, danach sollt ihr es machen.

So, Gott wird dem Mose etwas zeigen und Er sagt: So wie ich dir gezeigt habe, so müsst ihr bauen.

Und wenn du dann die folgenden Kapitel liest, dann hast du immer und immer und immer wieder diese selbe Formulierung – ich lese nur einige wenige vor.

2 Mose 25,40
Und sieh zu, dass du alles nach ihrem Urbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

2 Mose 26,30
So errichte denn die Wohnung nach ihrem Bauplan, wie er dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

Bitte achte auf das Wort „Bauplan“!

2 Mose 27,8
Aus Brettern sollst du ihn anfertigen – innen hohl. Wie es dir auf dem Berg gezeigt worden ist, so soll man ihn machen.

Und so geht das weiter und weiter und weiter und viele, viele Male kommt diese Ermahnung: Mose, sieh zu, du musst es so machen, wie ich es dir gezeigt habe!

Da war keinerlei Spielraum für kreative Ergänzungen oder kreative Hilfestellungen für Gott. Gott sucht keine Ratgeber.

Gott sucht keine, die Ihm erzählen, wie man Gemeinde baut. Was Gott sucht, sind Menschen, die sagen: Hier bin ich, was immer du von mir willst, hilf mir, ein gehorsames Herz zu haben, hilf mir, meinen Platz einzunehmen und deinen wunderbaren Heiligen Geist nicht zu dämpfen und nicht zu betrüben. Das ist mein Gebet.

Eph 4,30
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin!

1Thess 5,19
Den Geist dämpft nicht!

Gott sucht keine Ratgeber! Und so viele Leute treten auf und geben uns Strategien und Konferenzen über wie man Gemeinde baut und wenn du dir die Inhalte anschaust, vieles ist so weit weg von der Bibel. Und vieles widerspricht der Bibel. Und doch rennen die Pastoren dahin, weil sie möchten endlich mal eine große Gemeinde haben, sie möchten nicht mehr die dummen Hanseln sein im Pastorentreffen und bemitleidet werden: „Was, du hast nur eine kleine Gemeinde von 30? Schau an, ich habe 150!“

Und sie sind motiviert, große Gemeinde zu bauen. Und ich sage dir, ich war auf vielen Pastorentreffen, und ich weiß, wie Pastoren ticken. Und sie sind motiviert, ich will endlich mal auch wer sein. Und das ist eine völlig verkehrte Motivation für Gemeindebau und Gemeindeleitung.

Gemeinde ist nicht dazu da, dass wir uns ein Denkmal bauen – so wie Saul.

1 Sam 15,12
Und am frühen Morgen machte Samuel sich auf, um Saul zu begegnen8. Da wurde Samuel berichtet: Saul ist nach Karmel9 gekommen. Und siehe, er hat sich ein Siegeszeichen errichtet, und er hat sich gewandt und ist weitergegangen und nach Gilgal hinabgekommen.

Das war sein ganzes Bestreben: Er wollte scheinen, er wollte im Mittelpunkt stehen, er wollte Anerkennung haben. Sogar als er tief gefallen war und im Ungehorsam gesündigt hat gegen Gott – alles, was er will, ist, dass der Prophet kommt und ihn ehrt vor der Gemeinde.

Er hat nicht gesagt, „Komm mit, Prophet, und steh mir bei, ich muss jetzt Buße tun vor der Gemeinde und ich brauche jemanden, der mich stärkt und der mir Händchen hält, weil das fällt mir nicht leicht, zu sagen wie jämmerlich ich versagt habe und wieviel selbstsüchtige Motive in meinem Herzen waren, hilf mir, dass ich das gut über die Bühne kriege und vor der Gemeinde mich demütige“.

Nein! „Komm du, und ehre mich vor den Leuten!“

1 Sam 15,30
Und er sprach: Ich habe gesündigt! Aber ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel und kehre mit mir um, dass ich den HERRN, deinen Gott, anbete!

Das war nachdem Saul gesündigt hatte in seinem Herzen.

#00:20:14-6#

„Ehre mich vor den Leuten!“. Sein ganzer Dienst war auf einem falschen Fundament, auf dem Fundament, er wollte Ehre haben, er wollte gesehen werden. Und wenn du die Lehre von Apostel Paulus kennst über Dienst, dann weißt du, das disqualifiziert einen Menschen vom wirklichen Dienst!

Und wenn er auch ordiniert ist und wenn er auch alle möglichen Papiere vorzuweisen hat – aus Gottes Sicht disqualifiziert ein Herz, das sich darstellen will, das sich zeigen will, das Ehre haben will von Menschen, disqualifiziert vom Dienst.

Und es ist eine traurige Wahrheit, dass wir heute viele ordinierte Leute haben im geistlichen Dienst, die den Gott, der Herzen erforscht, wie Paulus das sagt, noch nie getroffen haben.

Röm 8,27
Der aber die Herzen erforscht, weiß, was der Sinn des Geistes ist, denn er verwendet sich für Heilige Gott gemäß.

Der noch nie in das Gesicht, in das Angesicht von Jesus, der Augen wie eine Feuerflamme hat, wo die Eifersucht Gottes einfach brennend ist und sagt: „Ich will dich und ich will nicht, dass du in irgendeiner Weise dich den Götzen dieser Welt an den Hals wirfst, ich will dich ganz für mich haben“.

Und wer diesen Jesus nicht gekannt hat und getroffen hat, den mit den Augen wie Feuerflammen und ein Schwert aus seinem Munde – der wird zwangsläufig mit gemischten und vermischten und unreinen Motiven seinen Dienst tun. Und sucht Ehre von Menschen und disqualifiziert sich von einer wirklichen Begleitung und Unterstützung und Salbung des Heiligen Geistes.

So, Gottes Gebot ist hier sehr, sehr eindeutig. „Mose, ich will nicht, dass du irgendwas dazu beiträgst, ich will nicht, dass du die Leute fragst, was sind denn jetzt so die Trendfarben?“ Bis in die Farben, bis in die Materialien, bis in die Maße, bis in das kleinste Seil und Nagel hat Gott jedes Detail beschrieben, wie der Tempel auszusehen hat. Und da hat nie irgendjemand gesagt: Mose, frag die Leute, was sind heute so die Trendfarben und was hätten sie denn gerne? Niemand wurde gefragt!

Weil es Gottes Haus ist und Gott mit alles Selbstverständlichkeit sagt: Es ist mein Haus und ich will dort wohnen und deswegen muss es so sein, wie es mir gefällt. Was ihr dazu zu sagen habt, interessiert mich überhaupt gar nicht.

Ist das Liebe? Ja! Das ist die Liebe Gottes!

Er ist Gott. Und es geht um Seine Ehre, es geht um Ihn. Und Er hat uns geschaffen für Ihn. An einer Stelle in Jesaja redet es von den Menschen, „die ich geschaffen habe zu meiner Ehre“.

Jes 43,7
jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen, den ich gebildet, ja, gemacht habe!

Es geht um die Ehre Gottes! Und das ist eins der Dinge, die Er niemals mit irgendjemandem teilen will. Er ist nicht bereit, Seine Ehre zu teilen. „Meine Ehre werde ich niemandem geben“, sagt Er.

Jes 42,8
Ich bin Jahwe, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den Götterbildern.

Und wer das krass findet, der muss einfach anerkennen, dass er diesen Gott mit diesem Verlangen, Er will alleine Gott sein – weil Er ist alleine Gott – und alles andere würde einfach Lüge sein und Täuschung sein und kann nicht bestehen. Diesen Gott müssen wir kennenlernen.

So, viele Male, viele Male haben wir diese Ermahnung, wo Gott dem Mose sagt: Mach es so wie ich dir gesagt habe. Über 10 Mal steht es da. Also wenn das ein Deutsch-Aufsatz wäre, der Lehrer hätte schon längst die Krise gekriegt und gesagt: Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung, schlechter Stil. Was ist das für ein Stück Literatur, wo immer wieder dasselbe gesagt wird?

Aber Gott will nicht einen Preis gewinnen in Literatur, sondern Gott will zeigen, wer Er ist und worum es ihm geht.

Und er verlangt von Mose und durch Mose dann vom ganzen Volk, Gehorsam und Akzeptanz der Tatsache, Er ist Gott. Und Er sucht keine Ratgeber, Er sucht willige Leute, die bereit sind zu tun, was Er schon beschlossen hat.

Und dann siehst du ganz zum Schluss, als alles so gemacht wurde, Kapitel 40 – alleine in diesem Kapitel kommt es mehrere Male vor: „wie der HERR dem Mose geboten hatte“. Fünf, sechs, sieben Mal kommt es vor. „wie der HERR dem Mose geboten hatte“. Sie machten es so wie der Herr dem Mose geboten hatte.

#00:25:05-9#

Und dann heißt es in Vers 33.

2 Mose 40,33b
So vollendete Mose das Werk.

Und jetzt kommt diese fantastische Aussage.

2 Mose 40,34
Da bedeckte die Wolke das Zelt der Begegnung, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.

Die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung. Wann ist das letzte Mal gewesen, dass du in einer Versammlung warst, wo du sagst: Hier haben wir einen kleinen, aber doch schon so tiefen und beeindruckenden Vorgeschmack von was es heißt, „die Herrlichkeit des Herrn erfüllt das Haus“?

1 Könige 8,11b
denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.

Wir haben keine Vorstellung, wir haben keinen Hunger, wir haben kein Verlangen, wir schaffen unsere Gottesdienste ohne die Gegenwart Gottes. Und das ist unser Problem. Wir vertrauen auf das, was wir können. Und ob Gott kommt oder nicht, ist uns völlig wurscht, und wir verlassen uns darauf, wir haben gebetet: „Wo zwei oder drei zusammen sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ und dann ist das jetzt mal so.

Ob wir da wirklich mit reinem Herzen, mit Eifer und mit Sehnsucht und mit Hunger für Gott gekommen sind und Ihm dienen wollen wie ein Gottesdienst eigentlich sein soll – es ist ja Dienst für Gott! Wir dienen Ihm!

Und wo hat Gott gesagt: Aber bitte mit 15 Minuten muss Schluss sein!

Will nicht vielleicht der Heilige Geist mal etwas anderes tun? Will er nicht mal uns aus unserer Form und unserer Prägung herausholen und etwas Neues, etwas Kreatives machen, etwas Schönes machen, uns hineinbringen in den Fluss des Heiligen Geistes?

Stattdessen erlebe ich einen Trend in den letzten Jahren, es wird immer schlimmer – viele, viele Gemeinden haben das Singen im Geist schon längst abgeschafft.

Entweder weil sie sich nicht trauen oder aber aus Rücksicht auf die Fremden. „Die verstehen ja nicht, was wir tun“.

Gottesdienst heißt Gottesdienst, weil man dort Gott dient. Und Dank sei Gott wenn da Fremde kommen, aber wir machen keinen Zirkus für die!

Ein Freund von mir ist in einer Gemeinde gewesen, die beansprucht auch eine Gemeinde des Heiligen Geistes zu sein. Und auf jedem Stuhl war ein Zettel: „Wir bitten während des Gottesdienstes/Lobpreises vom Hände heben abzusehen, weil das die Fremden verschrecken könnte“.

Weil die Fremden das nicht nachvollziehen können. Wie tief sind wir gesunken, dass so etwas überhaupt möglich ist?! Was für eine Schande! Die Bibel sagt: Die Männer sollen an allen Orten heilige Hände heben.

1Tim 2,8
So will ich nun, dass die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel.

Und dann kommt die Leitung und sagt: Aber bitte nicht im Gottesdienst! Das könnte die Fremden irritieren.

Was gehen uns die Fremden an?! Wir wollen Gott erfreuen! Wer hat uns gesagt, wir sollen ein schönes Programm machen für die Fremden?! Kurzen Lobpreis, kurze Predigt, hinterher Sushi und alle sind herzlich eingeladen zur Gemeinschaft. Die Aschenbecher stehen auch schon bereit.

Hallo!?

Wer sind wir? Für was sind wir da? Was ist unser Auftrag? Worum geht es?

Wir sind gerufen, ein heiliges Volk, eine Priesterschaft, ein Königtum von Priestern zu sein, und wir sind gerufen, Gott zu dienen und zwar weil Gott Gott ist, auf die Weise, die ER beschlossen hat. Nicht, die wir uns ausgedacht haben und die wir nett finden oder kulturell angepasst oder akzeptabel oder politisch korrekt.

Wen interessieren denn alle diese Begriffe wenn wir ein Herz haben für Gott? Dann gibt es nur noch eins: Was will Gott? Punkt, fertig aus.

Und wir sind entschieden für Ihn da zu sein. Und das Lobpreisteam hat die Freiheit und hat es gelernt, sich der Führung des Heiligen Geistes unterzuordnen und sie fließt mit dem Heiligen Geist. Und die Leiterschaft hat gesagt: Geht mit dem Heiligen Geist bis wir durch sind.

Und nicht: Achtet auf die Uhr, nach 17 Minuten muss fertig sein.

Gottesdienst heißt Gottesdienst, weil man Gott dort dient.

Aus diesen vielen Wiederholungen: „Sieh zu, dass du es so machst, wie ich dir geboten habe“ kommt dieser Eifer Gottes: Es ist mein Haus. Und ich will mich dort wohlfühlen. Und ich alleine will und darf und werde bestimmen, was da abläuft und wie es abläuft – und niemand sonst kommt dazwischen.

#00:30:04-9#

Das ist Gott. Und wo eine Gemeindeleitung dieses Herz hat und alles danach ausrichtet, wir sind hier zusammen, um Gott zu erheben. Wir sind hier zusammen, um Ihn zu ehren. Wir wollen Ihn erfreuen, wir wollen in der Gesinnung Jesu leben, der alles getan hat, um den Vater zu erfreuen — da kommt der Heilige Geist.

Und da berührt er. Da bricht er Gefängnisse auf, da überführt er von Sünde und bringt Menschen zu einer tiefen, geistgewirkten Buße, die man nicht machen kann.

Eines der ehrfurchtgebietendsten und heiligsten Momente, die ich je erlebt habe, war eine Versammlung, wo der Heilige Geist gewirkt hat und Menschen gezogen hat, vor die Versammlung zu treten – das war nicht ein Beschluss, das war nicht Programm, das hat der Heilige Geist so arrangiert. Und Menschen kamen und haben Sünde bekannt.

Und da sind viele Tränen geflossen, und das war so eine heilige Atmosphäre, aber dann – nach einer Weile, wo einige Leute vorne waren, ist etwas passiert, was ich niemals in meinem Leben vergessen werde. Von ganz hinten kam ein junger Mann nach vorne. Und er hatte offensichtlich Mühe überhaupt irgendwie sich nach vorne zu schleppen, so konnte man das an seinem Gang schon sehen. Und dann war er vorne. Und dann unter Tränen hat er bekannt, dass er einmal vor vielen, vielen Monaten als der Opferkorb durch die Reihen ging einen größeren Betrag – ich glaub, es war 1000 Euro, ich weiß nicht mehr genau, das war ein großer Betrag, aber ich will mich jetzt nicht festlegen, aber es war ein großer Betrag – er hat aus diesem Korb genommen.

Und niemand hat ihn deswegen angesprochen, niemand hat es gesehen, und als er das bekannt hatte – erstmal konnte er kaum vor Rührung sprechen – und als er damit endlich raus war, der brauch zusammen, schmolz in den Teppich ein und hat geschluchzt und geheult wie ein kleines Kind. Und in dem Moment als er erzählt hat, was er getan hat, war so die Heiligkeit Gottes gegenwärtig, dass ganz spontan und unabgesprochen schrille, spitze Schreie aus den verschiedensten Ecken der großen Versammlung kam.

Und da habe ich zum ersten Mal verstanden: Das ist der Schrecken des Herrn. Das ist die Furcht Gottes. Schon mal gelesen? Gott sagt: Ich werde kommen in meinen Tempel, wer wird mein Kommen ertragen?

Mal 3,1b-2a
Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr herbeiwünscht1, siehe, er kommt, spricht der HERR der Heerscharen. Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen?

Er wird kommen und wird wie ein „Wäscher“ sein.

Mal 3,2
Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers und wie das Laugensalz von Wäschern sein.

Wie einer, der Herzen läutert wie Silber.

Mal 3,3
Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, so dass sie Männer werden, die dem HERRN Opfergaben in Gerechtigkeit darbringen.

Das ist nicht angenehm, aber es ist notwendig.

Und jeder im Saal hat gewusst, das ist ein heiliger Gott, der Sünde in seinem Haus nicht tolerieren will und wird, hat dieses arme Bürschlein von hinten am Kragen gepackt und gesagt, „du kommst jetzt nach vorne und du bekennst, was niemand weiß“. Jeder hat verstanden, das ist nicht ein Programmpunk, den man vorher arrangiert hat: „Ach, Bruder, wär doch nett, wenn du auch noch ein Zeugnis geben würdest“. Jeder hat verstanden, der einzige Grund, warum er nach Monaten das bekennt, ist, die Furcht des Herrn hat ihn gepackt.

Und nach seinem Bericht, nach seinem Sündenbekenntnis, war die heilige Furcht Gottes mit Händen zu greifen. Und der Abend war schon spät, und wir haben noch eine kurze Weile, ich weiß nicht wie lange, aber es war nicht lange, den Herrn gepriesen als alles vorüber war.

Und ich weiß es wie heute, das war eines der heiligsten und reinsten und herrlichsten und schönsten Anbetungszeiten, die ich in meinen 42 Jahren als Christ jemals miterlebt habe. Die Luft des Himmels war zum Greifen. Und das war alles so klar und so rein und so hell und so durchsichtig und so ergreifend, und das war so eine Mischung aus unbändiger Freude – und Ehrfurcht und Schrecken zugleich.

Ich weiß nicht, ob du dir diese Mischung vorstellen kannst, aber so war es.

Und da habe ich einen Vorgeschmack bekommen wie es ist wenn Gott wirklich unter uns wohnt.

#00:35:14-4#

Paulus sagt: Wie ist es wenn ihr zusammenkommt? Jemand weissagt und das Verborgene des Herzens eines Ungläubigen wird offenbar. Und er fällt auf sein Angesicht und bekennt: Gott ist wirklich unter euch!

1 Kor 14,25
das Verborgene seines Herzens wird offenbar, und so wird er auf sein Angesicht fallen und wird Gott anbeten und verkündigen, dass Gott wirklich unter euch ist.

Das vermag die Gegenwart Gottes. Und wenn du einmal Berichte gelesen hast von Zeiten, wo der Heilige Geist mächtig gewirkt hat – und ich persönlich glaube, dass das alles nur Beispiele sind, punktuelle Beispiele in der Kirchengeschichte, wo Gott zeigen kann, wer Er ist und was Er kann und was uns ermutigen soll zu sagen: „Gott, komm noch einmal und zeige dich und bewege dich und gib uns Hunger nach deiner Herrlichkeit, gib uns ein Verlangen, gib uns das Verständnis, dass ohne deine Gegenwart können wir gar nichts tun“.

Joh 15,5b
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Wir denken uns eine Menge aus, eine Menge Spaß, eine Menge Unterhaltung und alles Mögliche, und der Gottesdienst wird immer „perfekter“ und es wird immer mehr gestylt und alles irgendwie so, dass wir versuchen, dass das Level von Unterhaltung in der Welt irgendwie zu treffen.

Aber wo ist die Gegenwart Gottes?

Mose sagt, „dass Du mit uns bist, das ist, was uns unterscheidet von allen anderen Völkern!“

2 Mose 33,16
Denn woran soll denn erkannt werden, dass ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, ich und dein Volk, als daran, dass du mit uns gehst, sodass ich und dein Volk ausgezeichnet werden vor jedem Volk, das auf dem Erdboden ist?

Man kann viel nachmachen, man kann die Shows dieser Welt nachmachen mit allen möglichen Dingen und Effekten und man kann versuchen irgendwie mit dem Mischpult da sowas wie Salbung hinzumischen – man kann eine Nebelmaschine anwerfen, man kann Blitze durch die Halle zucken lassen und kann irgendwie eine verrückte Disco und Konferenz und sonstwelche Atmosphäre machen. Aber etwas, was wir nicht können, ist die Gegenwart Gottes imitieren. Das können wir nicht.

Und jeder Versuch, das zu tun, wird von Gott früher oder später bestraft werden. Denkt an die Jungs, die fremdes Feuer gebracht haben, die eigenen Lobpreisdienst gemacht haben. Was ist passiert? Gott hat sie gerichtet.

Kennen wir diesen Gott? Finden wir das gut wenn wir das lesen? Sagen wir, „super, da ist ein Statement!“ – Ich bin heilig und die, die sich mir nahen, müssen sich heiligen.

3Mo 11,44a
Denn ich bin der HERR, euer Gott. Darum sollt ihr euch heiligen, sodass ihr heilig werdet, denn ich bin heilig;

Als das passierte, da hat Mose gesagt, das ist, was Gott gemeint hat: „Die sich mir nahen, die müssen geheiligt sein.“

Kennen wir diesen Gott? Gibt’s den noch im Neuen Testament oder hat Er sich gewandelt und heute ist alles nett und kuschelig und man kann mit den schlimmsten Kompromissen und Sünden immer noch von Intimität mit dem Vater reden? Und von der wunderbaren Gegenwart Gottes?

Hat Gott sich geändert? Hat Gottes Hass auf die Sünde sich geändert? Hat Gottes Meinung sich geändert? Hat Gott sich dem Zeitgeist angepasst? Was ist los?

Wie kommen wir auf diese Ideen? Wie kommen wir darauf, so leichtfertig umzugehen mit der Gegenwart Gottes und mit den heiligen Dingen, die in diesem Buch beschrieben sind? Wie kommen wir dazu? Wer hat uns dazu ermutigt.

[Lasst euch nicht ablenken von Reaktionen, die nicht aus dem Heiligen Geist sind. Hört auf das Wort, bleibt dran.]

Nach diesem Heiligtum, lange Zeit später, dann hat David dieses Verlangen von Gott ins Herz gelegt bekommen, ein Haus für Gott zu bauen, aber er durfte es dann selber nicht tun, weil er ein Krieger war und Blut an seinen Händen war, aber sein Sohn durfte es tun. Und er hat seinen Sohn instruiert und lasst uns sehen, was er dort seinem Sohn sagt. Und wir sehen etwas sehr, sehr Interessantes.

1 Chr 28,11-12a
11 Und David gab seinem Sohn Salomo den Plan der Vorhalle des Tempels und seiner Gebäude7 und seiner Schatzkammern und seiner Obergemächer und seiner Innenräume und des Raumes8 der Deckplatte9;
12a und den Plan/Vorbild von allem, was durch den Geist in ihm war.

Siehst du hier dasselbe Muster? Mose hat es vom Herrn bekommen und Mose hat im Geist von Gott etwas gesehen. Und Gott hat gesagt: So wie du es gesehen hast, so musst du es bauen.

Jetzt – ein Tempel wird gebaut – und wieder genau das Gleiche. „Ein Vorbild alles dessen, was in seinem Geiste war.“

Siehst du die Parallele? Nick doch mal wenn du meine Frage verstanden hast.

#00:40:11-7#

So, wenn das so eine starke Betonung ist im Alten Testament auf Gottes unbedingte Führerschaft und Herrschaft in Bezug auf Sein Haus und Er nich möchte, dass man irgendwas baut, was zweckmäßig ist und irgendwas, was gerade einem so in den Sinn passt oder was den Trends entspricht, sondern sagt: Es muss so gemacht werden wie ich es gezeigt habe — wäre es da nicht naheliegend davon auszugehen, wenn jetzt wir im neuen Bund wieder ein Haus bauen sollen, einen Ort für die Gegenwart Gottes, dass Gott genauso unerbittlich ist, genauso klar ist, genauso entschieden ist?

Und würden wir das im Worte finden? Ist das im Wort Gottes? Oder hat Gott gesagt, „im neuen Bund, ihr seid alle frei, macht, was ihr wollt. Baut mir etwas, das könnt ihr Gemeinde nennen, ob das dann so ist, wie ich das haben will, ist eigentlich wurscht, Hauptsache, ihr macht irgendwas“.

Ist Gott auf einmal lax geworden? Auf einmal beliebig geworden? Auf einmal geht er auf unsere Geschmäcker ein, auf unsere Vorstellungen?

Gott hat sich nicht geändert. Er ist immer noch der gleiche. Und es ist Sein Haus. Und Jesus sagt: Ich werde meine Gemeinde bauen.

Mt 16,18
Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.

Nicht: Macht doch eine Gemeinde wie ihr gerade so lustig seid. — Ich werde meine Gemeinde bauen.

Von Paulus heißt es als Aposel, und die anderen Apostel haben sicherlich die gleiche Gesinnung gehabt: Er war ein Baumeister.

1Kor 3,10
Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe acht, wie er darauf aufbaut.

Gibt es einen Baumeister ohne einen Plan? Dann ist er kein Baumeister, dann ist er ein Hobby-Werkler, aber nicht ein Baumeister. Ein Baumeister weiß, bevor er anfängt, was er will.

Und wo kommt der Plan Gottes her, den Paulus hatte? Er war ein Apostel Jesu Christi und Jesus hat ihm genau gezeigt, wie den anderen Aposteln auch, was macht Gemeinde aus, wie muss Gemeinde aussehen, was muss für Elemente da sein, dass es wirklich ein Haus ist für Seine Ehre.

So, wo ist der Plan, den die Apostel hatten? Was hat Gott ihnen, der Herr ihnen gegeben als Anweisung für die Gemeinde?

Nun, die Schrift sagt: Nach der Auferstehung – Jesus war 40 Tage mit den Aposteln.

Apg 1,3
Diesen hat er sich auch nach seinem Leiden in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dargestellt, indem er sich vierzig Tage hindurch von ihnen sehen ließ und über die Dinge redete, die das Reich2 Gottes betreffen.

Nach der Auferstehung! Und lehrte sie die Dinge, die das Reich Gottes betreffen. Da hat er ihnen erklärt, was er will. In den drei Jahren, wo er seine Apostel ausgebildet hat, hat Jesus zwei Mal das Wort Gemeinde in den Mund genommen nach dem, was wir in der Bibel finden. Das eine ist Mt 16, wo er die Gemeinde beschreibt mit dem einen Merkmal — stell dir mal vor, was würdest du für Merkmale nehmen, wenn du Gemeinde beschreibst. Jesus nimmt ein Merkmal. Und das ist Autorität über die Mächte der Finsternis. Das beschreibt er als er von Gemeinde redet.

Mt 16,18
Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.

Und in Mt 18 redet er nochmal von Gemeinde, und wovon redet er da? Vom richtigen, Gott gemäßen Umgang mit Sünde in der Gemeinde.

Mt 18,17 Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der Gemeinde; wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner!

Und was ist der Zusammenhang zwischen Autorität über die Mächte der Finsternis und der Umgang mit Sünde in der Gemeinde? Eine interessante Frage!

An der Art und Weise wie wir mit Sünde, die in der Gemeinde auftritt, umgehen, entscheidet sich, ob und wieviel Vollmacht wir wirklich ausüben dürfen und können über die Mächte der Finsternis. Weil die Bibel sagt: Gebt dem Teufel keinen Raum!

Eph 4,27
und gebt dem Teufel keinen Raum!

Achan im Alten Testament hat gesündigt. Gott hat gesagt, wenn die Schlacht vorbei ist, alles, was vom Feind erbeutet wurde, muss vernichtet werden.

Jos 7,1
Doch die Söhne Israel übten Untreue an dem Gebannten. Und Achan, der Sohn des Karmi, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs, vom Stamm Juda, nahm etwas von dem Gebannten. Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen die Söhne Israel.

Und Achan vergreift sich an dem Silberbarren. Und sagt: Ach, guck mal hier, das ist ja genau die Summe, für die ich gebetet habe für mein neues Auto. Das ist Gott. Gott gibt mir das hier. Das kann doch kein Zufall sein — und steckt’s in die Tasche und sagt: Damit ist mein Kauf von meinem neuen Dingsbums, was immer der sich kaufen wollte, ist geregelt und denkt noch, es ist von Gott und hat total vergessen, was Gott gesagt hat: Alles Gebannte muss vernichtet werden, nichts vom Feind darf behalten werden. Ob das in euren Augen wertvoll ist oder wertlos ist, es muss alles vernichtet werden.

#00:45:06-5#

Und Achan hat’s genommen. Und was passiert? Weil ein Mann gesündigt hat, verliert Israel, die Armee des Herrn, die Autorität hat über alle Feinde, sie verliert die nächste Schlacht. Und dann sind sie alle völlig schockiert – wie kann das sein? Gott hat doch gesagt, er will mit uns sein. Gott hat uns doch gesagt, er wird alle Feinde vor uns her vertreiben. Gott hat doch gesagt, Er ist der, der den Sieg bringt in der Schlacht – wie kann das sein?! Dass wir verloren haben und so viel Verluste erleiden mussten, wie kann das sein?

Und dann kommt die Antwort: Israel hat sich versündigt.

Jos 7,11a
Israel hat sich versündigt

Ja, wie, Israel? Das war doch der Achan! Was haben wir denn mit Achan zu tun! Wieso müssen denn wir darunter leiden, weil der Achan was gemacht hat, was wir natürlich nie gemacht hätten?! — Wir hätten es auch gerne gemacht, aber uns nicht getraut.

Ist das nicht unfair? Alle leiden wegen eines Mannes?! Hier gibt Gott eine Lektion: Er sieht sein Volk, und er sieht auch eine Gemeinde, wie EINE Person.

Einer leidet – alle leiden. Einer gibt dem Teufel Raum, alle leiden darunter.

„Ja, was haben denn wir mit dem Achan zu tun?!“ — wenn wir biblische Ordnung anschauen für Beziehungen, dann sehen wir, dass wir Verantwortung haben. Vielleicht kommt es so weit in dieser Lehrreihe, am Ende mache ich eine Einheit über Gottes Ordnung in den Beziehungen in der Gemeinde. Wäre das mal interessant? Oder „Och, das kennen wir schon. Abgehakt! Beziehungen? Das ist alles ganz easy“.

Ich rede nach den Ordnungen Gottes! Davon rede ich.

Und dann sehen wir, dass wir sehr wohl Verantwortung haben für die Sünde des Bruders und der Schwester. Und dass wir nicht sagen können: „Was geht mich seine Sünde an? Das ist seine Privatsache. Da soll er selber zusehen wie er damit klar kommt“.

Das ist nicht die biblische Ordnung, ihr Lieben.

Aber weil wir alle getrieben sind von dieser Idee: „Wir müssen nett sein“. Als wenn das Evangelium lauten würde: „Seid nett zueinander“. Das ist ADAC! Das ist nicht Bibel!

„Redet die Wahrheit in Liebe“ – das ist Evangelium. Aber später mehr zu dem Thema, wie wir da umgehen sollen.

Aber der Punkt ist einfach: Da ist ein Zusammenhang zwischen der Autorität, die eine Gemeinde über die Mächte der Finsternis ausüben darf. Theoretisch haben wir alle Macht, über alle Macht des Feindes, weil das hat Jesus erworben und uns gegeben.

Lk 10,19
Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Vollmacht über alle Gewalt des Feindes, und nichts wird euch schaden.

Mt 28,18-19a
Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker …

Warum sollen wir hingehen? Weil diese Macht, die er erworben hat, uns gegeben ist natürlich.

Aber das ist die Theorie. Wieviel wir davon praktisch wirklich ausüben können, ist eine ganz andere Geschichte. Und da ist offensichtlich eine nicht zu übersehende Kluft zwischen dem, was uns zusteht und was wirklich funktioniert, oder? Warum schicken wir dann unsere psychisch Kranken in die Klinik statt die Geist auszutreiben? Warum tun wir das? Hallo?

Aber mein Punkt war, die Apostel haben klare Instruktionen bekommen. Du sagst: Ja, kann ich mir vorstellen – Jesus hat sie 40 Tage gelehrt über das Reich Gottes, also wie man jetzt Reich Gottes baut. Aber leider steht da ja nicht, *was* er ihnen beigebracht hat. Schade! Das wäre doch so interessant zu wissen, was er ihnen dort gesagt hat über wie baut man denn jetzt Gemeinde.

Es steht in der Bibel, was Jesus ihnen gesagt hat!

Ja, wo?

Schau dir den Dienst der Apostel an! Das, was sie getan haben, das ist die Umsetzung, die Ausführung dessen, was Jesus ihnen beigebracht hat. Und Paulus betont es so viele Male und das trifft sicherlich für die anderen Apostel genauso zu. Die tun nicht irgendwie ihre Ideen, die machen nicht das, was sie nett finden. Sie machen nicht irgendetwas. Sie verkündigen nicht irgendetwas – sie tun das im Gehorsam Gott gegenüber, sie tun das, das Er ihnen geboten hat. Sie sind Diener, sie sind Sklaven Christi.

Was den Dienst angeht, sie haben keinen eigenen Willen!

So, das heißt, wenn wir den Dienst der Apostel anschauen, dann wissen wir, was Jesus ihnen geboten hat. Macht das Sinn? Sag „ja“.

#00:50:17-5#

Jetzt schau dir mal so einen Punkt an, ich meine, es ist jetzt nicht ein wesentlicher Punkt, auf dem ich herumreiten will, aber nur einfach mal so als kleiner „Augenöffner“, mit welcher Selbstverständlichkeit und mit welcher frechen Großzügigkeit wir über die Ordnung Gottes hinweggehen: In Apostelgeschichte kannst du lesen – Apg 14 – Paulus und sein Team, was machen sie?

Apg 14,23
Als sie ihnen aber in jeder Gemeinde/Versammlung Älteste gewählt hatten

Bitte achte genau darauf, was der Text sagt. Nicht die Versammlungen haben sich Älteste gewählt, sondern die Apostel haben für jede Versammlung – das waren also schon Gläubige, jetzt Älteste eingesetzt. Die Apostel haben gewählt. Nicht die Gemeinde hat gewählt. Und sie haben Älteste eingesetzt. Nirgendwo siehst du, die haben einen Pastor eingesetzt oder eine Pastorin oder haben gesagt, ach, wir machen es irgendwie, Gemeinde bestimmt. Du findest das nicht.

In jeder Versammlung haben sie Älteste eingesetzt. Und deswegen konsequenterweise wenn nachher das Werk wächst und Paulus hat Mitarbeiter und er kann sie senden so wie Timotheus oder wie Titus, auch in apostolischer Sendung und Vollmacht, ja? Was gibt er dann dem Titus mit?

Tit 1,5a
Deswegen ließ ich dich in Kreta zurück, damit du das Versäumte nachholen –

also etwas fehlte da noch, das sollst du jetzt nachholen, und was soll der nachholen?

Tit 1,5b
in jeder Stadt Älteste einsetzen möchtest wie ich dir befohlen habe.

Das war ein reifer Mann Gottes, der hatte die Leitung des Heiligen Geistes. Und Paulus hat nicht gesagt: Geht und bete und lass dich führen vom Heiligen Geist, was in dieser Stadt dran ist, weil Gott ist ja vielfältig, und der macht nicht immer dasselbe, er wiederholt sich ja nicht, also überleg doch mal und bete und finde heraus, was möchte Gott in dieser Stadt tun? Was möchte Gott in jener Stadt tun? Was möchte Gott in der nächsten Stadt tun?

Er hat Titus überhaupt keine Wahl gegeben, hat ihm nur einen Befehl gegeben. Titus, du setzt Älteste ein!

Da musste er nicht beten: Herr, ist hier eine Pastorin dran? Ist hier ein Pastor dran? Wie hättest du es gerne?

Er musste darüber nicht beten, er durfte darüber gar nicht beten. Er hatte gar keine Wahl. Er musste einfach den Befehl ausführen. Das ist übrigens ein Wort, was wenig gängig ist in unserem christlichen Vokabular: Gehorsam und Befehl. Schon mal gemerkt, dass das ein Begriff ist, den gibt es noch bei der Armee oder bei der Polizei, aber in der Gemeinde – Gehorsam und Befehle? Du, also, wir sind doch alle … nicht wahr?

Sie wurden, heißt es in der Bibel, dem Glauben gehorsam.

Apg 6,7
Und das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger in Jerusalem mehrte sich sehr; und eine große Menge der Priester wurde dem Glauben gehorsam.

Petrus befahl, dass man sie taufen lasse.

Apg 10,48
Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, dass er noch einige Tage dabliebe.

Was machen wir heute? Wir überreden die jungen Leute wenn sie im Konfirmationsalter sind, damit sie endlich sich taufen lassen und alles seine Ordnung hat. Wir überreden Leute! Aber Petrus hat niemanden überredet, aber als Leute sich wirklich bekehrt haben, hat er gesagt: Das ist jetzt, was dran ist.

Wie sollten die Gläubigen das auch wissen, die neuen Gläubigen? Er war der Apostel, er hat ihnen gesagt, was jetzt dran ist. „Ihr habt euch bekehrt und jetzt lasst ihr euch taufen!“

Er befahl das. Er hat nicht einen Vorschlag: Du Schätzchen, überleg doch mal. Wäre das nicht was Tolles? Dann machen wir auch eine Feier, so wie bei der Kirche so, Konfirmation mit ganz vielen Geschenken, und das wird dir bestimmt Spaß machen, möchtest du dich nicht taufen lassen?

Lesen wir sowas in der Bibel?

Christus ist der Herr und Christus hat beschlossen und er verkündigt, auf welche Art und Weise er geliebt werden möchte. Und er hat das Recht dazu. Und er fragt nicht an irgendeiner Stelle: Würde euch das Spaß machen, würde euch das gefallen? Denkt ihr, das wäre ein coole Sache? Was meint denn ihr darüber?

Gott ist Gott. Und es ist Seine Gemeinde. Und Er will Seine Gemeinde bauen – nicht eine Pfingstgemeinde, nicht eine Ecclesia-Gemeinde, nicht eine Baptisten-Gemeinde, nicht eine charismatische Gemeinde – Er will Seine Gemeinde bauen. Und wie Seine Gemeinde aussieht, steht in diesem Buch und nirgendwo sonst.

Und nicht in den Statuten irgendeiner Organisation – wie alt sie auch sein mag.

#00:55:08-3#

Gott ist Gott, es ist Sein Haus. Und wenn du das Neue Testament studierst, und ich habe manches Mal für gewisses Prickeln in Pastorentreffen gesorgt mit so einer kleinen Bemerkung: Ihr lieben Brüder, ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass es im ganzen neuen Testament keine Gemeinde gibt, die von einem Pastor geleitet wird?

Du, da sind die erbaut!

Da hörst du förmlich die Klappmesser in der Tasche schon aufspringen. So erbaut sind sie von so einer Bemerkung.

Paulus schreibt einen Brief an die Philipper. Und er grüßt die Heiligen, er grüßt die Aufseher, das sind die Ältesten, ja? Aufseher und Älteste, das ist das gleiche – ein austauschbarer Begriff. Und die Diener, die Diakone. Die Heiligen, die Ältesten und die Diakone begrüßt er am Anfang des Briefes.

Phil 1,1
Paulus und Timotheus, Knechte1 Christi Jesu, allen Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, samt den Aufsehern und Dienern

Ja, warum in aller Welt begeht er diesen grandiosen Fehler und begrüßt nicht den Pastor?

Schon mal darüber nachgedacht? „Das macht man doch nicht!“ Weil die keinen Pastor hatten – Punkt, fertig, aus.

Am Ende seines Dienstes, er will in Ephesus vorbei und will nochmal ein letztes Treffen haben mit der Leiterschaft, er möchte nicht in die Versammlung gehen, aber er möchte sie privat nochmal treffen, die Leiterschaft. Und er ruft die Ältesten zu sich.

Apg 20,17
Von Milet aber sandte er nach Ephesus und rief die Ältesten der Gemeinde herüber.

Ja, bitte, warum schon wieder den Pastor vergessen?

Und so könnten wir weiter und weiter und weiter gehen. Wo kommt die Idee her, eine Gemeinde wird von einem Pastor geleitet? Wo kommt die her?

Ich weiß es nicht so genau, aber eines weiß ich: Nicht aus diesem Buch.

Ich nehme das nur als ein Beispiel, um uns zu zeigen, mit welcher Selbstverständlichkeit wir uns an der Ordnung Gottes vergreifen und wir machen irgendetwas, was Gott uns nicht geboten hat.

Ich bin nicht der Meinung, Ihr Lieben, das will ich gleich mal in Klammern dazu sagen, ich bin nicht der Meinung, dass eine Gemeinde, die sich jetzt entscheidet, wir wollen in neutestamentliches Fahrwasser, dass sie als erstes damit beginnt, den Pastor rauszuschmeissen. Ich bin nicht der Meinung. Um nur drei Hanseln aufzustellen, die wir jetzt Älteste nennen, ohne dass die die Kriterien von Ältesten erfüllen, bringt uns keinen Schritt weiter, sondern drei Schritte zurück.

So, ich bin nicht der Meinung, da fängt es an – bitte! Da möchte ich nicht falsch verstanden werden.

Ich nehme das nur als ein Beispiel: Mit aller Selbstverständlichkeit, seit Luther, wiederholen wir, was Menschen uns vorgemacht haben und es kommt niemand auf den Gedanken: Ja, aber was sagt das Wort eigentlich? Was steht denn in der Schrift?

Und die Begründung, warum wir das so machen, ist ganz einfach, ganz einfach: Team, Ältesten-Team, wo sie offen sind, transparent sind, wo sie Freunde sind, wo sie miteinander im Licht leben, wo sie voreinander die Sünde bekennen, wo sie gemeinsam auf Augenhöhe miteinander gehen, funktioniert nur im Heiligen Geist.

Die One-Man-Show funktioniert auch im Fleisch. Aber das Team, wie Gott sich das vorgestellt hat, funktioniert nur im Heiligen Geist. Und wir sind immer darauf aus, Lösungen zu schaffen, die funktionieren. Ob Geist oder ohne Geist – Hauptsache, der Laden läuft. The Show must go on. Das ist unsere Idee.

Und man könnte noch manche andere Beispiele anführen.

PS 127,1
Wenn der HERR das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens daran.

So, wir sehen hier: Die Arbeiter müssen arbeiten, ja. Es ist nicht: Der Herr macht das alles schon und wir legen die Hände in den Schoß oder gehen unseren privaten Dingen nach und irgendwann kommen wir: „Ach, das Haus ist fertig“. Nein, wir bauen das Haus. Aber unter Seiner Führung, unter Seiner Leiterschaft. Und wenn Er nicht das Haus baut, dann arbeiten wir vergebens. Egal wie wir uns bemühen und egal wieviel wir investieren an Zeit und Kraft und Geld, wir arbeiten dann umsonst. Die Arbeiter arbeiten vergeblich.

#01:00:00-8#

Und „vergeblich“ ist ein schlimmes Wort. Vergeblich heißt, am Ende zählt es alles nichts. Am Ende war alles umsonst.

Und wir müssen ein Schaudern bekommen und wir müssen sagen: Gott, das darf nicht über meinem Leben und das darf nicht über unserer Gemeinde am Schluss gesagt werden.

Eine Möglichkeit wie man vergeblich arbeitet, finden wir in der Lehre von Jesus. Mt 15 – hier spricht Jesus zu den Frommen.

Mt 15,3
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?

Das heißt also, um die Überlieferung zu halten, hochzuhalten, ihr weiterhin den ersten Platz zu geben, übertreten sie das Gebot Gottes. Und jetzt beschreibt er, was er meint:

Mt 15,4
Denn Gott hat gesagt: „Ehre den Vater und die Mutter!“, und: „Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben.“

Das ist das Wort Gottes, ja? Also, die Kinder haben Verantwortung für das Wohlergehen der Eltern im Alter.

Mt 15,5-6a
Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Eine Opfergabe sei das, was du von mir an Nutzen haben würdest,
der braucht seinen Vater oder seine Mutter nicht zu ehren

Also, was gemeint ist, ist: Jemand hat Geld, hat Vermögen, die Eltern sind jetzt nicht mehr in der Lage für sich selber zu sorgen, der Sohn sollte jetzt sein Geld, was er erarbeitet hat, benutzen, um die Eltern zu tragen. Da gab es ja noch kein Sozialamt. Aber wenn jetzt der Sohn sagt: Ja, diesen Geldbetrag, den habe ich schon versprochen zum Opfer für den Tempel – dann ist das blockiert, dann braucht er dieses Geld nicht zu nehmen, um die Eltern zu unterstützen.

Das ist eine Regel, den die frommen Leiter sich ausgedacht haben, die dem Wort Gottes widerspricht. Ob der nachher tatsächlich das Geld dann dem Tempel zur Verfügung stellt oder nicht, ist dann uninteressant, aber in dem Moment, wo er sagt: Opfer! – ist es blockiert, und er ist frei von seiner Verantwortung gegenüber seinen Eltern.

Zurecht kritisiert Jesus das. Und er sagt: Ihr stellt eure Überlieferungen über das Wort Gottes.

Mt 15,6b
und ihr habt so (auf diese Art und Weise) das Wort/Gebot Gottes ungültig gemacht/aufgehoben um eurer Überlieferung willen.

Mt 15
7 Heuchler! Treffend hat Jesaja über euch geweissagt, indem er spricht:
8 „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir.

Und jetzt kommt dieses schreckliche Wort.

Mt 15,9
Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren.“

Jesus sagt, es ist alles umsonst. Er könnte doch sagen: Okay, hier habt ihr ein paar Punkte, da habt ihr das Wort Gottes außer Kraft gesetzt, habt eure Überlieferungen darüber gestellt, also, statt 100 Punkte gibt es nur 80 Punkte. Immerhin habt ihr euch bemüht und ein paar Dinge waren auch richtig.

Nein, was sagt Jesus? ALLES, was ihr gemacht habt, ist unbedeutend und zählt nicht. Es ist alles umsonst.

Glauben wir an einen Gott, der am Ende über ein Leben, am Ende über einer Gemeinde solche Worte sprechen kann? Glauben wir an den oder ist das einfach ein Bibeltext, „der ist auch mal interessant“? Oder gibt es diesen Gott wirklich? Ist Gott so wie Er hier beschrieben wird? Kann er solche Worte sprechen – „vergeblich“?

Paulus sagt: Ich warne euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.

2Kor 6,1
Als Mitarbeiter aber ermahnen wir auch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.

Die Gnade ist umsonst, aber es kostet uns etwas, ihr Raum zu geben, es kostet uns etwas, mit der Gnade zu kooperieren und der Gnade den Vorrang zu geben und der Gnade zu erlauben, dass sie in uns ihr Werk tun kann. Und man kann aus der Sicht des Herrn tatsächlich Gnade vergeblich empfangen, d.h. sie hat dann doch keine Möglichkeit, ihr Werk zu tun.

Wenn es so etwas wirklich gibt, ihr Lieben, sollte uns sowas nicht beunruhigen?

#01:05:10-6#

Sollte uns das nicht zu dem Punkt bringen: „Gott, hilf mir, so zu leben, dass sowas niemals eintritt in meinem Leben“. Und die Gemeindeleitung betet: „Gott, hilf uns, dass wir nicht am Ende so ein Wort hören müssen: Ihr habt euch mächtig bemüht, und ihr habt eure Statuten und eure Ideen und eure Traditionen hochgehalten, aber ihr habt das Wort Gottes außer Kraft gesetzt!“

Müsste das nicht uns beunruhigen?

Wo kommt diese Leichtigkeit her? Diese Sicherheit her? „Ach, wir machen das so, das passt schon!“

Wie viele Pastoren habe ich reden hören: Gott hat uns das Evangelium gegeben, aber wie jetzt die Gemeinde aussehen soll, das ist uns überlassen.

Wo kommt das her?

Sollten wir da nicht fragen, ob es vielleicht auch bei uns Menschengebote gibt, die höher stehen als die Ordnung Gottes? Sollte das uns nicht nachdenklich machen und beunruhigen im Heiligen Geist, dass wir sagen: Wir müssen ganz dicht an diesem Wort sein und wir können uns in Bezug auf die Gemeinde und wie die Gemeinde gebaut wird, wir können uns nicht erlauben, an irgendeiner Stelle vom Modell, vom Muster, das uns gezeigt ist, abzuweichen.

Lasst mich einige Beispiele geben, wo wir mit Lockerheit, mit Selbstsicherheit, mit Selbstvertrauen das tun und das Wort Gottes außer Kraft setzen:

Jesus hat es ganz klar beschrieben, vorgemacht und geboten, dass wir Jünger machen sollen.

Die allermeinsten pfingstlich-charismatischen Gemeinden, die ich kenne, erlauben sich den Luxus, ohne Jüngerschaft zu leben.

Weil sie Rücksicht nehmen auf die Befindlichkeiten der Leute. Weil sie sagen: Wenn wir diese Standards, die wir im Wort finden in Bezug auf Jüngerschaft – wenn wir das hier ansetzen würden, da ist am nächsten Sonntag die Hälfte verschwunden. „Ja, und wer wird dann das Gebäude bezahlen und mein Gehalt?!“

Siehst du, was uns wichtig ist?

Menschliche Dinge, die für Gott entweder an 15ter Stelle stehen oder überhaupt keine Bedeutung haben, die stehen bei uns ganz oben, aber die Dinge, die Gott haben will, die ignorieren wir mit einer Lässigkeit, die absolut erschreckend ist.

Mache ein Bibelstudium und du wirst feststellen, eine neutestamentliche Gemeinde besteht aus Jüngern. Die waren lange Zeit „Jünger“ genannt, weil sie Jünger waren und erst später dann hat man die Jünger Christen genannt.

Apg 11,26
und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. Es geschah ihnen aber, dass sie ein ganzes Jahr in der Gemeinde zusammenkamen und eine zahlreiche Menge lehrten und dass die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden.

Und das müssen wir wieder umkehren. Die Christen müssen wieder Jünger werden.

Und wenn wir verstehen, was Jüngerschaft ist, und morgen werde ich mir Zeit nehmen, das zu erklären: Wie sieht Jüngerschaft aus? Was heißt das? Wie machen wir Jünger? Und überhaupt die Idee: Wir machen Jünger. Macht das nicht Gott?!

Jesus hat gesagt: Macht Jünger.

Mt 28,19
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Na klar, es hilft der Heilige Geist, aber erstmal brauchen wir ein Verständnis, worum es überhaupt geht. Und wir brauchen eine Leitung, die frei ist von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit.

Denn nur eine solche Leitung kann den Standard von Jüngerschaft in einer Gemeinde einführen. Nur eine solche Leitung. Eine andere Leitung wird es niemals schaffen. Nicht einmal sich vornehmen ernsthaft jetzt wirklich Jüngerschaft hineinzubringen.

Aber das nenne ich jetzt nur als einen Punkt. Der allergrößte Teil, ich würde denken, vielleicht 98% der pfingstlich-charismatischen Gemeinden, erlauben sich den Luxus oder ich würde es anders sagen – die Frechheit – keine Jünger zu machen. Mit all den Begleiterscheinungen und Folgen, die sich daraus ergeben für das Gemeindeleben.

Ich nehme das jetzt nur als ein Beispiel, zu zeigen, dass Menschengebote an vielen Stellen immer noch über dem Wort Gottes stehen und dass wir das Wort Gottes locker und lässig und selbstverständlich außer Kraft setzen.

Paulus macht es unmissverständlich klar. Jeder, der lesen kann, kann zu keinem anderen Schluss kommen: Es ist die Aufgabe der Gläubigen, gegen Mächte, gegen Geister in der Himmelswelt zu kämpfen.

Eph 6,12
Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut4, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen5 Mächte der Bosheit in der Himmelswelt6.

#01:10:01-3#

Wir haben zu kämpfen! Wie viele Gemeinden kennst du, die das wirklich glauben und die sich bemühen, auf der Grundlage der Schrift, da vom Heiligen Geist hineingeleitet zu werden und die das praktizieren?

Ich kenne sehr, sehr, sehr wenige.

Wir ignorieren Epheser 6. Wir erwähnen das einfach nicht. Wir beunruhigen die Gemeinde nicht.

Weil uns ein religiöser Scheinfriede wichtiger ist als wahrer Friede mit Gott, der kommt wenn wir wirklich uns danach ausstrecken, Sein Wort zu TUN.

Nehmen wir einen anderen Punkt: Nach dem Neuen Testament spielt die Erwartung der Wiederkunft Jesu eine ganz zentrale Rolle. Geh einmal durch das Neue Testament und sammel all die Schriftstellen, die von dem Kommen des Herrn sprechen und dann siehst du, das war für die Gläubigen ein ganz, ganz, ganz großes Thema.

Und sie haben verstanden, nicht nur geht es um die Wiederkunft des Herrn, sondern es geht darum, dass wir – wie Petrus das sagt – die Wiederkunft des Herrn beschleunigen.

2Petr 3,12
indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt, um dessentwillen die Himmel in Feuer geraten und aufgelöst und die Elemente im Brand zerschmelzen werden!

Ja, wie? Beschleunigen? Gott ist doch souverän, und Gott macht wie Er will und was hat das mit uns zu tun?

Ja, dann hat Petrus wohl irgendwas falsch verstanden. Oder wir haben was falsch verstanden!

Einer von beiden muss jetzt irgendwie daneben sein.

Indem wir eine brennende Sehnsucht nach der Wiederkunft des Herrn entwickeln – durch das Wort und durch den Heiligen Geist – beschleunigen wir seine Wiederkunft. Das ist nach der Bibel die Aufgabe der Gläubigen.

In den allermeisten Gemeinden, in den Predigten, in den Liedern, in den Gebeten, in den Gesprächen hörst du nichts von der Wiederkunft des Herrn. Warum ist das so?

Weil wir es uns hier gemütlich eingerichtet haben, weil wir keine Wiederkunft Jesu brauchen, die würde uns nur stören, die würde uns irritieren, die würde uns vor Augen führen, dass unsere Prioritäten vollkommen falsch sind – also wir ignorieren das.

Menschengebote über Gottes Wort.

Und wenn man lange sucht, würde man noch viele, viele andere Dinge finden.

Nach dem Neuen Testament ist es absolut klar: Die neutestamentliche Gemeinde besteht aus geisterfüllten Gläubigen. Und „geisterfüllt“ bedeutet, sie sind imstande in neuen Sprachen zu beten. Nicht wahr?

Ich nehme mir jetzt nicht die Zeit, durch die Bibelstellen zu gehen. Ich denke, das sollte jedem klar sein: Die Bibel, oder das Neue Testament, ist geschrieben von geisterfüllten, in Zungen sprechenden, geistlichen Leitern an geisterfüllte, in Zungen sprechende Gläubige. Punkt, fertig, aus.

Das war normal, das ist Standard. Deswegen sagt Paulus an die ganze Ephesus: Betet im Heiligen Geist.

Eph 6,18
Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen

Er sagt nicht: Die, die das geschenkt bekommen haben. Die anderen natürlich können nicht, verstehen wir.

Nein, er sagt zu der ganzen Gemeinde: Betet im Heiligen Geist.

Das ist übrigens was am Anfang der Pfingstbewegung alle Pfingstler geglaubt haben.

Vor einiger Zeit hatte ich eine Unterhaltung mit einem Ältesten aus einer Pfingstgemeinde, die sehr wächst und die ein Modell ist, ein Vorzeigebeispiel von wie man Gemeinde baut, wie man Erfolg hat, wie das Haus voll wird. Und ich fragte ihn: Sag einmal, was schätzt du, wie viele eurer Leute sind erfüllt vom Heiligen Geist und sprechen in neuen Zungen – wie viele?

Und er sagt: Hm, weiß nicht so genau, wir führen da ja nicht Buch drüber, aber ich würde mal so denken, vielleicht 60%.

Ich sage: Und wie viele waren das im Neuen Testament?

Da macht er ein langes Gesicht.

Ich sage: Ich sehe in der Bibel die Aufgabe der Ältestenschaft – eine von vielen, vielen Aufgaben – ist dafür zu sorgen, dass die Neubekehrten so schnell wie möglich erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.

Wo hole ich das her? Apostelgeschichte 6. Philippus war da, Samaria hat das Wort angenommen, wurden getauft, und jetzt sandten sie Petrus und Johannes, dass sie hingehen und mit ihnen beten, damit sie den Heiligen Geist empfingen. Die blieben nicht in Jerusalem und haben gesagt: Ach, toll, Samaria hat Erweckung, die Leute sind gläubig geworden, sind getauft, sind unsere Brüder und Schwestern, und jetzt sind wir gespannt, was Gott tun wird. Vielleicht startet da jetzt eine evangelikale Denomination, um da ein bisschen mehr Vielfalt reinzubringen.

#01:15:11-6#

Haben die so gedacht? Die haben genau verstanden: Pfingsten war souverän. Wer sollte denn kommen und ihnen die Hände auflegen? Pfingsten war vom Himmel, bumms, fertig, aus.

Aber von da an sind sie verantwortlich dafür zu sorgen, dass die Neubekehrten den Heiligen Geist empfangen. Das wusste jeder Jünger, da musste man nicht mal Leiter sein. Hananias wird gerufen zu Saulus, der gerade sich bekehrt hat. Und was macht der? Der betet mit ihm, legt die Hände auf, damit er den Heiligen Geist empfängt.

Apg 9,17
Hananias aber ging hin und kam in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt durch Jesus – der dir erschienen ist auf dem Weg, den du kamst -, damit du wieder sehend und mit Heiligem Geist erfüllt werdest.

So, da hat man nicht gesagt wie heute: Leute, kommt alle in den Gottesdienst, kommt nach vorne, Bruder, hier habe ich Schwester XY oder Bruder Ernst, der hat sich gerade bekehrt – jetzt bete mal mit ihm, kannst du mit ihm beten, dass er den Heiligen Geist empfängt?

Ich sage: Ja, kann ich – aber kannst du auch! Das ist die Frage.

Wir denken, ja, das muss die Leiterschaft machen. Ja, und wenn’s die Leiterschaft nicht macht? Dann macht’s keiner. Und dann hast du eine große Gemeinde, und die ist in aller Munde und boah, guck mal, was für ein Vorbild. Und der Älteste selber sagt 60%. Was ist mit den 40%, die sich bemühen, ein Christenleben zu führen ohne die Kraft?!

Apg 1,8
Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

So, die sollen ihr Christenleben führen, ob sie Kraft haben oder nicht. Hauptsache, sie tun es jetzt. Was ist denn das für eine Leiterschaft? Was ist denn das für ein Verständnis?

Und ich weiß aus eigener Erfahrung: Wenn man eine Gemeinde mit gesunder, neutestamentlicher Lehre erfüllt, dann hast du 100% der Gemeindemitglieder, die erfüllt sind vom Heiligen Geist und in neuen Sprachen sprechen.

Aber es ist ein Unterschied, ob ich sage: „Das ist der Wille Gottes“ oder „Du, hast du schon mal gedacht, könntest du dir vielleicht auch vorstellen, in Sprachen – ach, ich seh schon, das ist nichts für dich, okay, entschuldigung, dass ich überhaupt dir auf die Zehen getreten bin“. Leisetreterei! Wir bieten es an wie Angebote, wie Schnäppchen!

Petrus BEFAHL, dass sie getauft werden sollen.

Apg 10,48
Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen Jesu Christi. Dann baten sie ihn, einige Tage zu bleiben.

Paulus kommt zu einer Gruppe von Jüngern, die ganz offensichtlich wirklich bekehrt waren, auch wenn Theologen das Wort verdrehen wollen – wie sie es oftmals so gerne tun und wollen sagen: Das waren Jünger von Johannes, die waren noch gar nicht bekehrt, die waren nicht wiedergeboren.

Die waren wiedergeboren! Und der Heilige Geist wusste ganz genau, dass diese Füchse eines Tages auf diese List kommen werden und sagen: Weil sie von Johannes das Evangelium gehört haben, deswegen waren das noch keine Christen, sondern das waren Jünger von Johannes.

Ein Kapitel vorher sagt der Heilige Geist: Apollos lehrte richtig von Jesus.

Apg 18,25
Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und redete brennend im Geist und lehrte richtig von Jesus, wusste aber nur von der Taufe des Johannes.

Wenn man richtig von Jesus lehrt, dann kommen nicht Johannes-Jünger am Schluss dabei raus, sondern dann kommen Christus-Jünger dabei raus.

Macht das Sinn?

Aber: Apollos wusste noch nichts vom Heiligen Geist. Das hat er dann erst später mitgekriegt. Du musst dir vorstellen – damals gab es noch nicht Youtube und jede neue Lehre war sofort verfügbar für alle. Und das hat gedauert bis sich dann dieser Standard überall durchgesetzt hat. Und Apollos hat es dann bekommen von Aquila und Priszilla.

Apg 18,26
Und dieser fing an, freimütig in der Synagoge zu reden. Als aber Priszilla und Aquila ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes genauer aus.

So, Gottes Standard muss aufgerichtet sein und das ist in erster Linie die Aufgabe der Leiterschaft. Und es hat etwas mit Lehre zu tun. Es hat etwas mit Autorität zu tun. Es hat etwas damit zu tun, den Willen Gottes als verbindlich zu deklarieren und nicht als ein Angebot oder eine Möglichkeit und vornehm und ganz sensibel zurückzutreten wenn man merkt, da ist einer, der ist dafür nicht offen.

Wenn jemand sich bekehrt hat, sich wirklich bekehrt hat, und Jesus gesehen hat und erkannt hat, das ist jetzt mein Herr und ich bin dafür da, Seinen Willen zu tun, wenn du dem sagst: So, nach diesem grandiosen Erlebnis gibt es ein weiteres Geschenk, und das hat der Herr für dich.

Wird der sagen: Ahh, neee. Also damit lass mich in Ruhe!

Der wird sagen: Her damit!

Das ist normal. Wenn jemand Bedenken und Vorbehalte hat gegen den Heiligen Geist und gegen Reden in Zungen, dann ist es ein klarer Beweis dafür, dass da noch handfeste Prägungen aus der Vergangenheit, aus der Kultur und religiöse Prägung ein Wörtchen mitzureden haben in seinem Leben. Und diese Bollwerke müssen angesprochen werden, diese Bollwerke müssen niedergerissen werden. Paulus redet von Höhen, die sich erheben gegen die Erkenntnis Gottes und die reissen wir runter.

2 Kor 10
4 denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir überspitzte Gedankengebäude
5 und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi

Wenn jemand nicht offen ist für den Heiligen Geist, dann ist sein geistliches Leben krank. Und durch gesunde Lehre wird er gesund, weil er nämlich durch kranke Lehre krank geworden ist.

#01:20:06-6#

Und deswegen macht Paulus so eine Betonung auf „gesunde Lehre“. Gesunde Lehre! Und was ist das Merkmal von gesunder Lehre? Gesunde Lehre ist gemäß der Gottesfurcht, das ist gesunde Lehre. Es vermehrt das Verlangen, Gott muss geehrt werden, Gott muss verherrlicht werden in meinem Leben, weil Gott ist Gott und ich lebe jetzt für Ihn und für Seine Ehre.

So, das waren einige Beispiele, die zeigen, dass es durchaus das heute auch gibt – dass wir Menschengebote über Gottes Gebote stellen und damit die einfach außer Kraft setzen, Gottes Wort außer Kraft setzen.

Paulus macht so eine starke Betonung auf den Unterschied – nicht nur Paulus, auch Jakobus und andere – auf den Unterschied zwischen menschlicher Weisheit und Gottes Weisheit. Und es ist nicht so, die menschliche Weisheit ist unvollkommen, die schafft vielleicht nur 60-70% dessen, was die göttliche Weisheit tun kann. Nein, die göttliche Weisheit steht alleine und jede Ergänzung und jede Beimischung von Menschenweisheit macht die Weisheit Gottes zunichte. Und darum diese starke Warnung.

Paulus sagt: Ich will nicht, dass euer Glaube auf Menschenweisheit beruht, sondern auf der Kraft Gottes.

1 Kor 2,5
damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe.

Und dann erklärt er, warum Menschenweisheit so gefährlich ist: Menschenweisheit macht das Kreuz zunichte.

1 Kor 2,2
Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt.

1Kor 1,17
Denn Christus hat mich nicht ausgesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen: nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz Christi zunichte gemacht werde.

Und da siehst du, wo die Menschenweisheit herkommt. Paulus sagt: Weisheit von der Erde, aus der Seele, vom Teufel, von Dämonen.

Jak 3,15
Dies ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern eine irdische, sinnliche12, teuflische13.

Irdisch, seelisch, teuflisch – da kommt Menschenweisheit her. Und Menschenweisheit in christlichem Gewande mit christlicher Sprache ist das gefährlichste, was wir haben in unserer Mitte. Und die einzige Chance das auszukehren, auszufegen ist, dass wir unter der Leitung des Heiligen Geistes sind, dass wir dieses Herz haben, „Gott bewahre uns davor, dass wir nicht mit Menschengeboten deine Gebote außer Kraft setzen, bewahre uns davor. Hilf uns, öffne uns die Augen“.

Selbstgefälligkeit – „ach, das passiert bei der Gemeinde um die Ecke! Ja, Die haben Menschenweisheit, aber wir nicht!“ – Menschengefälligkeit ist eine Form von Stolz und damit ist schon Tor und Tür auf für den Feind. Da muss diese Vorsicht sein, dieses „Gott, bitte, pass du auf, bewahre du mich, hilf mir, dein Wort zu verstehen. Und wenn ich abweiche, sende meinen Bruder, sende meine Schwester, das sie frei von Menschenfurcht mich konfrontieren und mir helfen, geöffnete Augen zu bekommen, wo ich mir selber was in die Tasche lüge, wo ich mir wieder meinen Glauben zurechtbiege und mir so eine Light-Version irgendwie zusammen schustere – die sich auch gut anhört, aber die nicht die richtigen Resultate hervorbringt“.

Menschenweisheit macht das Kreuz zunichte. Was ist Christsein ohne Kreuz? Nichts, gar nichts!

Das Kreuz setzt uns frei von der Welt, durch das Kreuz sind wir frei von dem Zwang sündigen zu müssen. Wenn kein Kreuz da ist, können wir einpacken. Wir haben null Chance auf eigene wirkliche Wesensveränderungen in unserem eigenen Leben und null Chance andere zu beeinflussen und ihnen zu helfen mit Gott in Kontakt zu kommen, wir haben null Chance. Nur das Kreuz trennt uns von dieser Welt.

Wir brauchen das Kreuz! Und Menschenweisheit macht das Kreuz zunichte.

Kol 2,8
Seht zu, dass niemand euch einfange/beraube durch die Philosophie und leeren Betrug nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt und nicht Christus gemäß!

Er warnt davor! Heute holen wir Philosophie, Psychologie, Marketing-Strategien, Management-Ideen – alles mögliche aus der Welt borgen wir uns, um eine erfolgreiche Gemeinde zu bauen. Und die Psychologie in die Seelsorge und alles wird gut.

Und dann wundern wir uns, warum es nicht vorwärts kommt. Wir wundern uns, warum Gott nicht in unserer Mitte sich mächtig erweist. Wir wundern uns, wo die Geistesgaben geblieben sind. Wir wundern uns, wo all das ist, wovon wir lesen in diesem Buch.

#01:25:03-4#

Wir brauchen uns nicht zu wundern. Wir müssen zurückkommen zur Echtheit, zur Hingabe. Und wo ich morgen weitermachen will – ich glaube, ich habe jetzt schon ein halbes Stündchen gesprochen, nicht wahr – ist, dass wir uns Gedanken machen, wie ist unser Verhältnis zur Wahrheit.

Jesus ist DIE Wahrheit. Der Heilige Geist ist uns gegeben, er ist der Geist der Wahrheit, er ist uns gegeben, uns in alle Wahrheit zu führen. In einige Wahrheiten? In alle Wahrheiten!

Heute sind Leute so postmodern angehaucht und verdreht und die kennen ihre Bibel nicht mehr und sagen: Wahrheit – das kann man ja gar nicht finden, du hast deine Wahrheit, ich hab meine Wahrheit und wir haben alle so ein bisschen Wahrheit, aber keiner kann wirklich sagen, er hat die Wahrheit, das geht ja gar nicht.

Ist das die Sicht, die die Apostel gehabt haben? Ist das die Sicht, die Jesus gehabt hat? Welchen Platz hat Wahrheit?

Wenn wir fragen würden: Ist die Bibel Gottes Wort? – Oh, alle würden die Hände heben, alle sagen, na klar, natürlich!

Aber wie sieht’s denn in der Praxis aus? Ich gebe euch mal ein kleines Beispiel aus dem Alltag. Es gibt ein Forum, da dürfen sich die Pastoren, Pfingstpastoren austauschen, da kann man Artikel posten, da kann man seine Meinung schreiben oder Dinge fragen und dann können andere das lesen und dazu antworten. Da gab es vor einigen Wochen etwas, das nannte sich: „Endlich mal eine gute Nachricht“ oder irgendwie so. In dieser Welt passieren viele schreckliche Dinge, also zur Ermutigung mal eine gute Nachricht.

Da denkt man: ja, super – gute Nachrichten wollen wir immer hören.

Und dann schreibt er: „Ein katholischer Bischof predigt in einer Pfingstgemeinde“. Und das war die gute Nachricht! Ich dachte, mich tritt ein Pferd. Und ich dachte, okay, mal sehen, was jetzt passiert. Jetzt werden hunderte von Pastoren aufstehen und sagen, „bist du von Sinnen? Welcher religiöse Teufel hat dich geritten, wie kommst du auf diese Idee, das eine gute Nachricht zu nennen? Das ist eine schreckliche Nachricht!“

Und ich wartete und wartete und wartete und nichts passiert. Und keiner reagiert auf diese „gute Nachricht“. Dann habe ich empfunden, okay, dann werde ich reagieren. Und dann habe ich einen kurzen Text geschrieben, davon will ich euch einen Teil vorlesen – oder vielleicht sogar alles.

Ich schreibe dort: Wäre Paulus ebenfalls erfreut über die Nachricht, dass in einer von ihm gegründeten Gemeinde ein hochrangiger Vertreter einer Glaubensgemeinschaft predigt, die sein Evangelium mit Füßen tritt?

Das ist eine einfache Frage, nicht wahr? Ist nicht kompliert, die ist nicht „theologisch“, da muss man nicht 10 Jahre Theologie studieren, um diese Frage zu beantworten. Ja, man muss einfach seine Bibel kennen.

Wäre Paulus erfreut, dass er hört in einer von den Gemeinden, die er gegründet hat und auf das Evangelium gegründet hat, dass da jemand predigt, der seine Evangelium mit Füßen tritt? Wäre Paulus begeistert?

Natürlich nicht. Und er würde schnellstens dafür sorgen, dass die Ältesten wieder auf Kurs kommen und dass so etwas nie wieder vorkommt. Weil das war die Verantwortung des Apostels: Aufzupassen auf die Ältesten, dass die kein dummes Zeug machen. Dafür war der apostolische Dienst da.

Hätte er sich von einem Irrlehrer segnen lassen oder ihn gesegnet – wie das jetzt in der Limburger Gemeinde geschehen ist. Also am Ende dieses „wunderbaren Gottesdienstes“, jemand hat geschrieben: Das war der schönste Tag in seinem Leben. Am Ende hat der Bischof den Pfingstpastor gesegnet und der Pfingstpastor durfte dann den Bischof segnen. Und alle waren von Tränen gerührt über diese wunderbare Einheit und das war so wunderbar alles.

11.3.2018
http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Bischof-Baetzing-predigt-in-Freikirche;art680,2933923

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An deiner inneren Reaktion auf diese Information kannst du sehr viel ablesen über deinen geistlichen Zustand. Du sagst: „Hej, was hat der Mann überhaupt? Was regt der sich auf?“ Oder sagst du: „In mir regt sich auch was auf! Wie kann so etwas sein?“ Das ist ein kleiner Test, dass du feststellen kannst, auf welcher Seite du stehst.

Hätte er diesen Tag auch als den schönsten Tag in seinem Leben bezeichnet?

#01:30:00-5#

Brüder und Schwestern, wacht auf, wir brauchen in dieser gefährlichen Zeit der religiösen Verführung und Verwirrung den Heiligen Geist, der anhand der Heiligen Schrift uns in alle Wahrheit führen will. Jeder, der unvoreingenommen die Lehren des neuen Testamentes mit den Lehren der katholischen Kirche vergleicht, muss zu dem Schluss kommen, dass beide nicht miteinander vereinbar sind. Wenn Christus wirklich der Herr ist und im Mittelpunkt steht, dann zeigt sich das zu allererst an unserer Treue zu seinem Wort. Wer Wahrheit mit Lüge vermischen will, verwirrt die Gläubigen und macht sich vor Gott schuldig.

„Bitte lest einmal selbst im Katechismus der katholischen Kirchen“ – das schreibe ich den Pfingstpastoren – „was die zu glauben verbindlich vorschreibt. Ich wünsche euch ein nachdenkliches Wochenende“.

Das habe ich geschrieben. Und dann kamen zwei Antworten, und diese Antworten haben mich noch mehr desillusioniert. Und ich denke, Hilfe! Hilfe!

Einer schrieb dann: Ich stimm ja dir zu …

Klingt immer gut, ne? Das ist so Psychologie. Ich bin erstmal auf deiner Seite, aber dann, was er dann schreibt, zeigt, er hat überhaupt nicht verstanden, was ich wollte. Und redet davon wie wichtig Verständigung ist und herzliche Beziehung und Kommunikation und Einheit und lauter so ein Gesülze. Und der nächste kommt dann gleich mit dem Splitter und dem Balken und was schreibt er dann: Wir dürfen nicht verurteilen und so tun als wenn wir den richtigen Glauben hätten. Sich hinzustellen, sich selbst als das wahre Christentum zu wägen, dabei andere hart zu verurteilen in ihrem Glaubensverständnis, bezweifel ich, ob dies im Sinne unseres Herrn ist.

Sorry, aber das ist religiöses Geschwafel ohne irgendeine biblische Wahrheit.

Und wenn du das „hart“ findest, dann beweist du damit nur, dass du auch deine Bibel nicht kennst.

Jesus sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes.

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Hat Jesus herzliches Verständnis, herzliche Gemeinschaft gesucht mit denen, die ihm am meisten zugesetzt haben und die seiner Verkündigung entgegen gestanden haben?

Er hat sie hart gegeisselt!

Mt 23 – lies einmal das Kapitel – was Jesus für Gedanken hat über die Pharisäer und Schriftgelehrten. In keinem Falle hat er gesagt: Die sind noch nicht so weit, aber die arbeiten für das selbe und die meinen es gut und was die tun, ist auch wertvoll und das hilft auch dem Reich Gottes.

Ist das die Sicht von Jesus? Die haben nur noch nicht mich erkannt, aber im Prinzip ist alles schon auf der richtigen Schiene und die müssen aber nur noch ein bisschen wachsen.

Ist das, was Jesus sagt?

Er verurteilt ihren Dienst aufs schärfste! Und er sagt: Was ihr macht, ihr geht hin und sucht die ganze Welt nach einem Menschen. Und wenn ihr den habt, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle.

Mt 23,15
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr durchzieht das Meer und das trockene Land, um einen Proselyten10 zu machen; und wenn er es geworden ist, so macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr.

So viel Wertschätzung hatte Jesus für den Dienst der Pharisäer und Schriftgelehrten!

So, Jesus hat sich klar abgegrenzt. Hat nicht gesagt: Die haben auch ihren Glauben, die meinen das auch gut, bei ihnen steht auch Gottes Wort im Mittelpunkt.

Das war nur Wort Gottes mit den Pharisäern und Schriftgelehrten, aber aus einer falschen Motivation heraus und alles, was dabei rausgekommen ist, war etwas, was Jesus total verurteilt hat.

Paulus redet von den falschen Aposteln. Und wie nennt er sie?

2 Kor 11
13 Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen.
14 Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an;
15 es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen; und ihr Ende wird ihren Werken entsprechen.

#01:35:03-2#

War das „herzliches Einverständnis“ und Bemühen einander zu verstehen und Kommunikation und miteinander irgendwie zusammen wachsen? War das so eine Idee? Glaubst du, der hat sich Zeit genommen mit Leuten, die er „Diener Satans“ nennt, sich hinzusetzen beim Tee und auszutauschen über ihre theologischen Gesichtspunkte? Glaubst du, der hat das gemacht?

Wenn er so einen getroffen hat, hat er ihm ins Gewissen geredet und gesagt: Du musst umkehren, du bist total verkehrt, du bist von einem religiösen Geist aufgrund deines Stolzes völlig irre geleitet und du musst umkehren. Und dann noch „einen schönen Tag“.

Aber einen Dialog oder einen Austausch, kollegial auf Augenhöhe – undenkbar für Jesus, undenkbar für Paulus – und warum ist das heute für Pfingstpastoren denkbar? Warum?

Weil wir Gott nicht kennen und Sein Wort.

Weil wir sagen: Das steht hier, aber das darf man ja nicht so wörtlich nehmen. Und vorhin hab ich gefragt: „Glauben wir, dass die Bibel Gottes Wort ist?“ – „Ja, Bibel Gottes Wort!“

Aber wenn wir dann mal auf den Zahn fühlen – wie sieht’s dann aus? Hallo?

Paulus redet von der Gefahr, wenn man einem falschen Jesus nachfolgt, eine Verkündigung eines falsches Jesus annimmt und inhaliert – gibt es sowas? Gibt es falsche Jesusse? Gibt es Verkündigungen über falsche Jesusse? Oh, ja! Denkt nur an die Welle, die im pfingstlich-charismatischen Kreis vor einigen Jahren, das Buch, und jetzt nochmal der Film „Die Hütte“ gemacht hat. Ein falscher Jesus, nicht der Jesus der Bibel. Und die Gläubigen sind begeistert und Pastoren machen Seminare und empfehlen das.

Jesus sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schrift nicht kennt, noch die Kraft Gottes.

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Und jeder der wagt, etwas dagegen zu sagen, „du bist intolerant! Du bist eng, und du denkst, du hast nur die Wahrheit!“

Weil wir in einer Denke sind, Wahrheit gibt es nicht, die über allem steht. Du hast deine Wahrheit, ich hab meine Wahrheit – Frieden. Ich lass dich stehen, lass du mich auch stehen, und alles ist gut und wir haben Frieden und Einheit. Und sie denken, das ist christus-gemäß. Hör nochmal diesen Satz hier – also ich frage mich, welche Bibel der liest oder wo sein Bild von Jesus herkommt:

„Sich hinzustellen und sich selbst als das wahre Christentum zu wägen …“

Hat Paulus sich verstanden als Vertreter des wahren Christentums? Aber ja! Hat er die, die von seinen Lehren abgewichen sind, verurteilt und gesagt, das ist Irrlehre, hütet euch davor, habt nichts damit zu tun, nehmt diese Leute nicht auf, hört ihnen nicht zu. Hat er das getan? Ja! So – was schreibt dieser Mann?

„Sich hinzustellen und sich selbst als das wahre Christentum zu wägen, dabei andere hart zu verurteilen in ihrem Glaubensverständnis – bezweifel ich, ob dies im Sinne unseres Herrn ist“

Sorry, aber dieser Pastor kennt nicht Jesus. Sorry. Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber das ist der Fakt. Und hunderte von Pastoren lesen das und kein einziger zieht die Fahne hoch und sagt: Lieber Bruder, pass mal auf, ich komme mal zum Tee und wir machen mal ein Bibelstudium über das Evangelium und über die heilige Einseitigkeit der Wahrheit, die in Christus ist, die mit nichts anderem verbunden und ergänzt werden kann.

Hunderte winken das durch!

Abgesehen davon, in meinem Text habe ich niemanden hart verurteilt. Und ich habe überhaupt nicht von einzelnen katholischen Gläubigen gesprochen, ich habe von der Lehre der katholischen Kirche gesprochen. Und jeder, der des Lesens kundig ist, kann den Katechismus lesen und wenn er seine Bibel kennt, dann sieht er auf Schritt und Tritt, dass diese beiden Dinge völlig inkompatibel sind. Entweder KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) oder das Neue Testament, aber das miteinander zu verbinden, macht überhaupt keinen Sinn. Das ist ein Fakt, das ist keine Verurteilung von irgendwelchen wohlmeinenden Leuten – es ist religiöses System, das Gott verurteilt und das ich auch verurteile. Aber dann kommen gleich die Leute: Wir dürfen nicht richten.

Und dann sage ich: Und hast du schon mal gelesen, dass Jesus geboten hat, dass wir richten.

Wie? Die Bibel sagt doch:

Mt 7,1
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!

Ich sage: Ja, das ist, was Jesus gesagt hat. Und in Johannes 7 gibt er uns ein Gebot zu richen.

Joh 7,24
Richtet nicht nach dem äußeren Anschein, sondern richtet das gerechte Gericht5.

#01:40:03-2#

Komischerweise dieser Vers, den kennen diese ganzen Humanismus-Apostel nicht, die ihre selbstgemachte Form von Liebe haben. Diesen Vers kennen die nicht. Jesus hat uns geboten zu richten, und da geht’s im Zusammenhang um seinen Dienst geistlich zu beurteilen.

So, Jesus hat Richten verboten – und Jesus hat Richten geboten. Ja, was machen wir denn jetzt? Ganz einfach – es gibt zwei Lösungen für dieses theologische Problem. Entweder Jesus ist verwirrt und er verbietet an einer Stelle, was er an einer anderen Stelle gebietet. Oder aber es gibt ein verbotenes Richten und es gibt ein gebotenes Richten. Das sind die einzigen Möglichkeiten, die mir einfallen, wie man mit diesem Text umgehen kann.

Und mein ganzer Lehrdienst, den ich seit Jahrzehnten durchführe, ruht auf einer einzigen Prämisse oder einem Grundsatz: Gott ist nicht verwirrt.

Gott hat nicht zu einem Thema zwei Meinungen. Er kommt nicht zu einem landeskirchlichen Pfarrer und sagt: Was du denkst über Babybesprenkelung ist in Ordnung, ich segne dich.

Und dann kommt er zum Baptisten und sagt: Und was du denkst über Taufe, ist richtig und ich segne dich.

Gott ist nicht verwirrt, Gott ist Gott und Gott hat eine Meinung. Nicht nur über Taufe, auch über den Heiligen Geist und auch über Gemeinde und über jedes andere Thema, was unser Leben betrifft. Gott ist Gott und wir sind nicht Gott. Wenn du nichts verstehst heute abend, dann verstehe diese eine Botschaft: Gott ist Gott, und wir sind nicht Gott. Und wir sind gut beraten zu sagen: Herr, hilf mir vom hohen Ross runterzukommen – wer gibt mir die Erlaubnis, dein Wort mit meiner Weisheit, mit meinem Humanismus, mit meiner Psychologie, mit meinen Marketing-Strategien, mit meinen Management-Ideen und mit all diesen Dingen irgendwie außer Kraft zu setzen? Wer gibt mir das Recht dazu?

Gott ist Gott.

Und noch einmal:

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Und wenn ich dann sehe wie Pfingst-Pastoren ihre ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland) und ihre Gemeinschaft mit den katholischen Priestern als segensreich und als hilfreich und als schön feiern und empfinden – sage ich nur: Herr, erbarme dich über diese Blindheit, erbarme dich!

Und wenn Pfarrer und Pastoren in diese Richtung gehen – wo geht dann die Gemeinde hin? In dieselbe Richtung. Und es wird Zeit, dass wir unsere Verantwortung verstehen, jeder einzelne. Du kannst nicht eines Tages vor Jesus stehen und sagen: Mein Pfarrer war für die ACK, mein Pfingstpastor fand das auch wunderbar – wer war denn ich, dass ich etwas dagegen sagen könnte?!

Du bist Kind Gottes und du hast das Wort und du hast den Heiligen Geist und du hast Verantwortung für die Wahrheit! Und wenn du nicht für die Wahrheit stehst, dann machst du dich schuldig durch Mitwissertum und durch Mitläufertum. Du machst dich schuldig.

Und da wird nicht Jesus sagen: Ja, klar, dein Pastor, der war dafür – verstehe ich, da konntest du ja nicht anders. Da musstest du das auch gut finden. Da hättest du ja sonst als Außenseiter in der Gemeinde gestanden.

Lieber bist du Außenseiter in einer korrupten Gemeinde und stehst mit Jesus auf der richtigen Seite!

Viele vergessen die einfache Tatsache: Eines Tages ist Schluss mit lustig, eines Tages kannst du dich nicht mehr hinter anderen Leuten verstecken, hinter deiner Denomination. „Die hat das nun mal entschieden, was kann ich dagegen tun?“ Hinter deinen Pastor, hinter deinen Ehemann, hinter irgendwen. Eines Tages stehst du vor Jesus. Und dann musst du Rechenschaft geben für dein Leben. Und all die Entschuldigungen und Ausreden, die uns heute so leicht über die Lippen gehen, garantiere ich dir, nicht eine einzige davon wirst du wagen auch nur in den Mund zu nehmen. Du wirst sagen: „Herr, erbarme dich, vergib mir, dass ich dein Wort so mit Füßen getreten habe. Dass ich so ein unaufrichtiger Zeuge der Wahrheit war. Dass ich so menschenfürchtig war, und so versucht habe, immer mich durchs Leben zu schlängeln. Hilf du mir“.

Und wenn dieser Tag kommt, wenn du diese Verabredung hast, und Paulus nennt das den Richterstuhl Christi, wo wir Rechenschaft geben müssen für unser Leben, wenn dieser Tag kommt, und du da deinen Pastor nicht mitnehmen kannst und dich hinter dem verstecken kannst und alle Lügen und alle Täuschungen und alles, was du dir nett vorgemacht hast und der ganze Humanismus, alles zerbröselt und du stehst im Licht und du siehst nur noch: „Was habe ich getan mit dem heiligen, kostbaren Wort Gottes?!“

#01:45:05-4#

Wenn es diesen Tag wirklich gibt, wenn du daran glaubst, dann ist nur eine Konsequenz logisch und vernünftig: Ich höre jetzt auf mit meinen Kompromissen. Ich höre jetzt auf, mir etwas in die Tasche zu lügen. Ich höre jetzt auf zu versuchen Menschen zu beeindrucken und auf meine Seite zu ziehen. Ich will Gott auf meiner Seite haben. Und wenn alle gegen mich wären …

Wir haben Luther-Reformation gefeiert, 500 Jahre, wenn doch nur das hochgehoben würde, wo er gesagt: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“.

Wenn man nur das betont hätte! Aber da hat man dann alle möglichen Schmühs erzählt, aber das, was wirklich die Reformation …

Wie kann die evangelische Kirche zusammen mit der katholischen Kirche die Reformation, das Jubiläum feiern? Wie geht das? Das ist doch Irrsinn!

Das macht doch keinen Sinn?! Die glauben bis heute, dass das alles falsch war. Die glauben bis heute an ihre Flüche von Trient. Bis heute! Hast du die mal gelesen, die Flüche von Trient? Ne, die Pastoren lesen sowas nicht.

http://www.eaec-de.org/Konzil_von_Trient.html

Ja, hast du mal KKK gelesen?

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM

Neee!

Aber du triffst dich mit dem katholischen Pastor und du weißt nicht mal, was der zu glauben verpflichtet ist?

Soviel ist dir wert an seiner Seele!

Die Flüche von Trient, die ausgesprochen worden sind als Antwort auf die Reformation – wurden im zweiten vatikanischen Konzil 1967 noch einmal neu bekräftigt und sind seitdem nie widerrufen worden, die sind bis zum heutigen Tage in Kraft.

Einer dieser Flüche ist: Verflucht ist, wer sich seines Heils gewiss ist.

Bist du dir deines Heils gewiss? Wunderbar! Dann bist du in den Augen der katholischen Kirche verflucht!

Das macht nichts wenn du in der Hingabe an Gott bist. Ein unverdienter Fluch trifft nicht ein.

Spr 26,1
Wie der Sperling hin und her flattert, wie die Schwalbe wegfliegt, so ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein.

Aber das zeigt einfach nur: Wie können dann diese Leute sagen: Komm, lass uns mal zusammen sitzen, lass uns mal zusammen Tee trinken. Lass uns gemeinsam das Reich Gottes bauen.

Was für ein Irrsinn.

Und all die Pastoren, die von diesen Dingen wissen, sprechen das nie an. Du sagst: Wie ist das mit den Flüchen – glaubst du an diese Flüche? Dann können wir keine Gemeinschaft haben!

Wie kann ich Gemeinschaft haben mit jemand, der glaubt, ich bin verflucht, weil ich an mein Heil glaube? Ich bin verflucht, weil ich sage: „Kleine Kinder soll man nicht taufen“.

Das ist ein Fluch von Trient. „Verflucht ist, wer sagt, die kleinen Kinder soll man nicht taufen“.

Wie kann da eine Gemeinschaft passieren? Wie soll das funktionieren?

Aber indem man alle Fakten ausblendet und religiöse Sprüche schwafelt von „Jetzt werden die Gräben zugeschüttet – 500 Jahre Trennung sind genug“.

Wenn man von Trennung redet, ob das jetzt zwischen Kirchen ist oder zwischen Menschen: Die erste Frage ist nicht, wieviel Zeit ist vergangen und ist jetzt gut? Die erste Frage ist: Was waren die Gründe für die Trennung? Zweite Frage: Bestehen diese Gründe heute noch?

Und daraus kommt die Schlussfolgerung, wenn diese Gründe heute noch bestehen, dann wird es wohl die nächsten 500 Jahre so weitergehen. Weil es gibt keinen Anlass, zu tun als seien die Verhältnisse jetzt anders. Aber Leute wollen nicht klar denken, wollen nicht konsequent sein, sie wollen lieber unlogisches, seelisches, gefühlsmäßiges Zeug schwafeln, um ja nicht sich zu profilieren, um ja nicht eins auf die Jacke zu kriegen. Das sind die wirklichen Gründe. Es sind keine theologischen Gründe. Es ist einfach nur erbärmliche Menschenfurcht und Menschengefälligkeit.

Und durch Menschenfurcht und Menschengefälligkeit kommt der religiöse Geist in eine Gemeinde.

Das ist die Tür. Nicht die schlimme Sünde, dass da jemand nachts heimlich zu den Prostituierten schleicht. Was nicht in Ordnung wäre.

Menschenfurcht und Menschengefälligkeit öffnen die Tür für den religiösen Geist. Und dieser religiöse Geist ist nie zufrieden und er wird wie ein Sauerteig immer weiter arbeiten und immer weiter arbeiten und immer mehr die Kontrolle übernehmen. Zu allererst über deinen Verstand, über deine Werte, über was ist richtig, was ist gesund, was ist normal. Und dann über dein Verhalten. Und er wird Schritt für Schritt das Werk des Heiligen Geistes in deinem Leben zurückdrängen.

#01:49:58-6#

Und zum Schluss bist du so verwirrt, dass du das alles glaubst. Dass du überzeugt bist, mit dem ganzen Zeugs, dienst du Gott. Möge das nicht passieren! Für mich eine der erschreckendsten Wahrheiten. Das ist jetzt wirklich meine letzte Aussage für heute. Eine der erschreckendsten Wahrheiten in der Bibel: Dass es möglich ist von neuem geboren zu sein, erfüllt zu sein vom Heiligen Geist und dann einem religiösen Geist anheim zu fallen. 2 Kor 11,2-4 – schau dir das an, und da siehst du, was muss man tun, um sich einem religiösen Geist zu öffnen.

2 Kor 11
2 Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen.
3 Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so vielleicht euer Sinn1 von der Einfalt und Lauterkeit2 Christus gegenüber abgewandt und verdorben wird.
4 Denn wenn der, welcher kommt, einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen anderen3 Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gut.

Und wenn wir das wirklich glauben, dann werden wir sagen: Das Wort und nur das Wort! Und der Jesus der Bibel und nicht der Jesus der Katholiken und nicht der Jesus der evangelischen Kirche, nicht der Jesus von Herrn William Young aus seinem Roman „Die Hütte“ – Jesus der Bibel und sonst gar nichts.

Und damit werden wir viel Freude auslösen beim Vater im Himmel. Weil er sieht, dass wir seinen Sohn ehren. Und wir werden viel, viel Ärgernis bei den humanistisch-verseuchten Frommen auslösen.

Ich weiß nicht, wofür du lebst, ich lebe für einen Satz, den ich hören möchte – dafür lebe ich. Ein Satz aus dem Mund von Jesus. Und dieser Satz ist: „Gut gemacht, du frommer, treuer Knecht. Komm in die Freude deines Herrn“.

Mt 25,21
Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh hinein in die Freude deines Herrn.

Für diesen Satz lebe ich. Und ich habe vor langer Zeit verstanden und akzeptiert, um diesen Satz einmal aus dem Mund von Jesus zu hören, muss ich mir viele, schreckliche Sätze von religiösen, irre geleiteten Menschen, die das Wort nicht kennen, die den Herrn nicht kennen, anhören. Verleumdungen, Verfluchungen, Verwünschungen, hässliche, unter der Gürtellinie Kritik, die nichts mit Kritik zu tun hat, sondern einfach zum abschießen der Person irgendwie geeignet ist. Diese Dinge muss man hören von Menschen, und das aushalten, und darauf mit Vergebung und mit Segnen reagieren und aufpassen, dass man nicht bitter wird.

Um diesen einen Satz zu hören. Und ich glaube, das gilt nicht nur für mich, ich glaube, das gilt für jeden einzelnen Gläubigen.

So, der Fokus, der Schluss ist: Wenn wir Gemeinde nach dem Bild Gottes haben wollen, dann muss ich ein Herz für Gott haben. Und Er und Sein Wort muss über allem stehen, was hier geglaubt und gedacht und gemacht wird und was pfingstlich ist und was BfP ist und was der und was der – das Wort steht dadrüber! Und das Wort im Zweifelsfalle wenn etwas von diesen Ideen von Menschen dagegen spricht, das Wort ist die Wahrheit und dazu stehe ich.

Das ist der Anfang wie wir in neue Dimensionen der neutestamentlichen Gemeinde hineinkommen. Wir haben da noch viel, viel, viel zu lernen, aber das ist der Anfang. Dass wir uns entschieden haben, das Wort. Die Reformatoren nannten das „Sola Scriptura“. Das heißt, „nur die Schrift ist maßgeblich“. Keine Konzile, keine Beschlüsse. Weder von Rom noch von Beröa. Sondern nur das Wort Gottes ist maßgeblich.

Gott segne euch.

Vater, ich bete, dass Du uns in vermehrter Weise den Geist der Furcht des Herrn gibst, dass wir verstehen, dass wir verantwortlich sind vor dir, dass unsere Treue zu deinem Sohn Jesus nur ausgelebt werden kann durch unbedingten Festhalten an deinem Wort. Gib uns ein solches Herz. Gib uns Glauben, dass die Belohnung, die uns erwartet, so viel größer ist und so viel mehr zählt als alle Schmähungen und Ausgrenzungen und mitleidigen Blicke oder zornige Blicke von Menschen. Hilf uns, dass es um Deine Ehre geht, um Deinen Namen, um Dein Herz, um die Wahrheit. Gib uns ein solches Herz. Und danke, dass du das – wenn wir da dranbleiben, dass nicht nur so beten, sondern das zu unserem Programm machen – Du wirst es uns schenken und wir vertrauen dir und deiner Güte und Deiner Gnade, die noch keine Ende hat in unserem Leben. Amen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (60:00 bis 65:00)

 

Wir bekennen! Der Hebräerbrief redet davon an drei Stellen, die sozusagen eine gewisse Steigerung haben, dass unser Leben und hier und das, was wir erleben mit Gott, etwas zu tun hat mit Bekennen.

Heb 3,1 – Jesus wird genannt der Hoheprieser unseres Bekenntnisses.

Heb 3,1
Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus,

Der Hohepriester unseres Bekenntnisses! Dann in Heb 4 wird gesagt, wir sollen das Bekenntnis festhalten, weil er der Hohepriester ist.

Heb 4,14
Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten!

Wir sollen das Bekenntnis festhalten. Was heisst das? Da ist nicht die Rede vom „Sünden bekennen“. Natürlich – wenn wir gesündigt haben, sollen wir Sünde bekennen. Aber dann sollen wir nicht immer wieder die alte Sünde bekennen, sondern weil ja uns Gott gereinigt hat, macht das wiederholte, mehrfache Bekennen von einer bestimmten Sünde, die einmal gewesen ist, macht überhaupt keinen Sinn. Das macht überhaupt keinen Sinn. Wenn Gott uns wirklich vergeben hat, uns gereinigt hat, und wir fühlen uns noch schuldig und wir kommen mit derselben Sünde wieder, weil wir denken, ah, Gott hat mir nicht vergeben, weil ich nicht ernsthaft genug Buße getan habe. Schon mal so gefühlt, ja?

Ja, das war zu leichtfertig! Einfach nur gesagt: Gott, es tut mir leid, es war echt daneben, wissen wir beide – vergessen wir es. Herr, gehen wir weiter – und du fühlst dich schuldig: Ja, ist ja klar, wenn man das so locker nur so aus der Hüfte nebenbei macht. Da muss schon mal richtig ein Tränchen vergossen werden. Und dann kneift man sich da eins raus und dann kommt keins. Und dann tut man Buße, dass man nicht so richtig Buße tun kann.

Man kann sich einen totalen Stress machen! „Bekennen“ hat überhaupt nichts mit Gefühlen zu tun. Das Wort „Bekennen“ heißt einfach nur „übereinstimmen“.

„Homo-logeo“ – „das selbe sagen wie …“

Gott sagt: Das war Zorn. Und ich sage: Ja, Herr, du hast Recht, es war Zorn. Punkt. Aus.

Und nicht: Äh, entschuldigung, ich bin ein bisschen aus der Haut gefahren. Oder irgendwas anderes, was wir so halb entschuldigend dann irgendwie sagen.

Sondern „Sünde bekennen“ heisst einfach, sie so zu nennen wie Gott sie nennt. Das hat überhaupt keine gefühlsmäßige Dimension. Wobei ich schon glaube, je mehr wir dem Herrn nahe kommen und ihn lieben, dass wir uns wirklich das leid tut und dass wir beschämt sind über das, was wir Ihm angetan haben. Das glaube ich schon. Aber das ist nicht primär der Inhalt von „Sünden bekennen“. Wir nennen die Sünde und wir verurteilen sie damit so wie Gott sie nennt.

Jemand hat mal gesagt, damit du dir keine Selbstrechtfertigungen erlaubst: „Nenn die Sünde bei dir so wie du sie bei deinem Bruder nennen würdest“. Ein sehr weiser Satz. „Nenn deine Sünde so, wie du sie bei deinem Bruder oder deiner Schwester nennen würdest“.

Da haben wir ein messerscharfes Auge, nur bei uns irgendwie ist die Optik ein bisschen getrübt. Und wir möchten dann lieber sagen: Nein, das war jetzt irgendwie ein „heiliger Zorn“ oder irgendwie sagen wir, dass ist „Sparsamkeit“. Gott sagt: Nein, das ist Geiz.

Und wir haben immer geschickte Dinge irgendwie das abzumildern und ein bisschen anders zu machen.

Also bei diesem Bekennen im Hebräerbrief ist nicht die Rede vom Bekennen unserer Sünde, sondern Bekennen dessen, wer der Herr ist, was er getan hat, was die Grundlage meiner Beziehung zu Gott ist: Ich komme zu Gott auf der Grundlage von Golgatha, ich komme, weil das Blut mich gereinigt hat, mein Vertrauen ist an das Blut gerichtet und nicht an meine Werke.

So komme ich zu Gott. Und oftmals unsere Gebete haben so wenig Power, so wenig Durchschlagskraft, weil wir viel zu sehr auf einer subjektiven Gefühlsebene rumrühren, anstatt auf biblischen Tatsachen uns zu stellen und zu sagen: Von da aus gehe ich aus. Und dann werden wir erleben wie der Geist des Gebetes kommt und wie da eine Power ist und wie da etwas ist, was wir merken, das uns wirklich durchträgt und dass wir wirklich ankommen beim Thron der Gnade. Oftmals wir beten – aber irgendwie weit weg vom Thron. Bevor wir mit konkreten Bitten kommen, lasst uns erstmal Zugang suchen und finden zum Thron.

Okay, also da haben wir den Hohenpriester unseres Bekenntnisses. Dann in Hebräer 4 – wir sollen festhalten das Bekenntnis.

Hebräer 10 wiederum hier gleich bei dieser Stelle, die ich auch schon zitiert habe:

Heb 10,23
Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung unwandelbar festhalten – denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat

Lasst uns das Bekenntnis unwandelbar festhalten. Das ist ein sehr, sehr starkes Wort. Warum sollen wir ermutigt sein, das Bekenntnis unwandelbar festzuhalten? Weil wir offensichtlich so in Versuchung sind, unser Bekenntnis nach den Umständen und vorallendingen unseren Gefühlen immer wieder zu ändern.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (55:00 bis 60:00)

 

Und es ist nicht so wie manche sich das vorstellen, dass Gott zwischen Maleachi und Matthäus irgendwie eine wundersame Wandlung vollzogen hätte. Und auf einmal ist aus dem zornigen Gott des Alten Testamentes ein gnädiger Gott des Neuen Testamentes geworden. Viele Gläubige haben so einen Sprung in der Schüssel und sie denken sich so etwas. Aber Gott hat sich nicht geändert. Auch Gottes Gedanken und Gottes Haltung, Gottes Empfinden über Sünde hat sich nicht geändert. Und der Zorn Gottes ist immer noch eine Realität und der Teufel wird ihn eines Tages sehr empfindlich zu spüren bekommen.

Was sich geändert hat, ist unser Zugang zu Gott. Unsere Möglichkeit eben Gnade zu empfangen und bewahrt zu werden vor dem Zorn, der immer noch da ist. Der Zorn Gottes ist immer noch da und wir werden durch das Blut Jesu bewahrt.

Also bei diesem Ausdruck „bewahrt durch sein Blut“ – ich denke immer sofort an Exodus als Israel sich fertigmachte in der letzten Nacht und rauskam aus Ägypten. Jede Familie musste ein Lamm schlachten, ein fehlerloses Lamm und sie mussten das Blut des Lammes nehmen und mussten das an die Türpfosten streichen. Und dann ging dieser Würgeengel, dieser Todesengel durch das Land und es heisst dann: „wo er das Blut sah, ging er vorüber“.

2 Mose 12,13b
Und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich an euch vorübergehen: So wird keine Plage, die Verderben bringt7, unter euch sein, wenn ich das Land Ägypten schlage.

Also wo das Blut an den Häusern war, konnte der Tod nicht zuschlagen, das Gericht konnte nicht zuschlagen, dort, wo das Blut war.

Und ich glaube, dass Juden, die in dieser Tradition aufgewachsen sind, das viel besser wertschätzen können als wir heute. Wenn wir lesen „wir werden bewahrt durch sein Blut“.

Röm 5,9
Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind!

Jesus hat das Blut gegeben, er ist das wahre Opferlamm. Und so wie damals das Blut angewandt werden musste, genauso müssen auch wir das Blut anwenden. Es muss angewandt werden. Es wirkt im Himmel dadurch, dass Jesus es als unser Hohepriester im Himmel anwendet. Aber die Probleme sind nicht nur im Himmel, die Probleme sind auch auf der Erde.

In Off 12,10 wird von dem Verkläger der Brüder gesprochen, der die Brüder Tag und Nacht verklagt.

Off 12,10b
denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte.

Als ganz junger Gläubiger habe ich gedacht, naja, das ist was, was nur den Himmel betrifft. Aber nach kurzer Zeit habe ich festgestellt, wenn er da oben mich verklagt, kommt auch davon was auf mich, und ich fühle mich verklagt und angeklagt und dann ist eben die dicke Wolke der Verdammnis über mir.

Jesus sorgt für die Anwendung des Blutes im Himmel. Und du sorgst für die Anwendung des Blutes hier auf der Erde!

Du nimmst das Blut und wendest es an. Und so kannst du durch das Blut rein sein in deinem Gewissen. Besprenkt. Gereinigt von all dem Negativen wie wir das eben gelesen haben.

Ich glaube wenn in dieser Nacht des Auszuges, wenn Gott da durch Mose diese Anweisung gegeben hat: Das Blut soll überall an die Türpfosten gestrichen werden – jeder hat das getan. Da war nicht einer da, der gesagt hat: Also, ihhh, mit dem Blut, das finde ich nicht so appetitlich und überhaupt, unsere schöne Tür. Wer wird das nachher wieder sauber machen? Und das finden wir irgendwie nicht so gut. Das reicht doch auch wenn wir die Schüssel hier in die Nähe der Tür stellen oder so.

Sie haben es genauso gemacht wie die Anweisung war! Ein Büschel von diesem Ysop oder was das da war und dann da reingetaucht und dann hier haben sie die Türpfosten richtig schön eingestrichen, weil sie wollten, dass der Würgeengel richtig schön vorüberzieht.

Deswegen haben sie genau die Anweisung befolgt. Und die Bibel redet davon, dass wir auch das Blut Jesu heute anwenden müssen. Das ist nicht eine Sache, die mit deiner Bekehrung alleine zu tun hat. Es hat etwas zu tun mit deiner Gewissensfreiheit. Es hat etwas zu tun mit der Reinheit, die du erleben kannst in dir. Dieser Bibelvers in der Offenbarung geht weiter …

Off 12,11
Und sie haben ihn überwunden wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod!

Drei Dinge, die sie als Waffen sozusagen benutzt haben gegen den Dienst des Teufels zu verklagen.

Das Wort ihres Zeugnisses, das Blut des Lammes und ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod. Drei Dinge.

Und eines davon ist das Blut, das wir anzuwenden haben. Und ich glaube, dass das kombiniert ist mit dem Wort unseres Zeugnisses. Und dass das so zu verstehen ist, dass wir bezeugen vor Gott, vor uns selbst und vor der Finsternis, was das Blut für uns getan hat und heute tut.

Wir bekennen. Wir setzen die rettende, bewahrende, heilende Kraft des Blutes frei durch unser Bekenntnis.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (50:00 bis 55:00)

 

Und deswegen redet die Bibel davon, dass unser Gewissen gereinigt wird.

Heb 9,14
wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer11 Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dient12!

Unser Gewissen soll von den toten Werken gereinigt werden. Und Hebräer 10 redet ebenfalls davon.

Heb 10
19 Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum,
20 den er uns eröffnet6 hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – das ist durch sein Fleisch -,
21 und einen großen Priester über das Haus Gottes,
22 so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit …

… das ist das genaue Gegenteil von Angst vor Strafe, Angst vor Gericht, Angst, dass Gott mit mir nicht zufrieden ist und nicht einverstanden ist und mich verwirft und sagt: „Okay, gut, jetzt bist du reingekommen, aber denk ja nicht, dass du heute meine Liebe kriegst – bei dem, was vorgefallen ist, das kannst du vergessen! Nächste Woche können wir nochmal drüber reden.“

Das Gegenteil davon wird hier beschrieben!

Heb 10,22b
in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.

Womit werden die Herzen besprengt? Mit dem Blut! Das Blut reinigt uns. Das Blut Jesu hat Kraft zu reinigen. Das ist eine starke Betonung im Neuen Testament: Entweder drückt Paulus aus: Wir sind gerecht durch Glauben – oder an anderen Stellen sagt er: Wir sind gerecht durch sein Blut. Und dann lasst uns nicht verwirrt werden und sagen: Ja, was meint er nun? Gerecht durch Glauben oder gerecht durch das Blut?! Nein, kombiniere beides! Wir sind gerecht durch Glauben an sein Blut.

Das Blut Jesu ist eine lebendige Realität heute. Der Hebräerbrief hat sehr viel darüber zu sagen, und er redet davon, dass das Blut Jesu redet. Es redet lauter als das Blut von Abel. Das Blut von Abel redet also auch!

Heb 12,24
und zu Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes; und zum Blut der Besprengung, das besser redet als das Blut Abels.

Was redet das Blut von Abel? Nun, das war ein Mordfall! „Schuldig, schuldig, schuldig!“ Das ist, was das Blut von Abel redet in Bezug auf den Kain. Und das Blut Jesu redet auch. Und es redet besser. Was redet das Blut Jesu? „Gerecht, gerecht, gerecht!“

Das Blut ist eine Realität. Die Bibel sagt, dass Jesus nach der Himmelfahrt sein Blut mitgenommen hat. Frag mich nicht wie er das gemacht hat und wie man sich das vorstellen soll. Aber die Bibel sagt: Er hat die himmlischen Heiligtümer gereinigt durch sein Blut.

Das sagt übrigens, dass die Sünde solche katastrophalen Auswirkungen hat, dass sogar der Himmel davon was abgekriegt hat. Der Himmel ist durch die Sünde beschmutzt worden. Und Jesus musste da oben für uns sauber machen. Durch sein Blut. Und dieses Blut ist im Himmel, dieses Blut ist vor dem Thron und dieses Blut ist real und es wirkt und es soll auch auf der Erde wirken. Und dazu ist notwendig, dass wir etwas hören über das Blut.

Und gemessen daran wieviel – gerade im Hebräerbrief, diesem Brief über die Gnade, diesem Brief über den neuen Weg zu Gott und Befreiung vom Gesetz – in diesem wunderbaren Brief ist sehr, sehr viel die Rede von dem Blut. Von dem Blut der Tiere im Opfersystem des Alten Bundes und dann eben dem Blut des Lammes, das so viel besser ist. Das eben unser eigentliches Opfer ist. Es ist sehr, sehr viel davon zu reden.

Und manchmal hat man den Eindruck, dass wir Christen irgendwie gar nicht so gerne von dem Blut reden. Dass wir vielleicht sogar irgendwie denken, was sollen die Fremden denken, wenn wir hier von dem Blut reden? Und wir glauben an das Blut Jesu und so etwas?! Ist das jetzt irgendwie so ein Blut-Kult oder was ist das hier überhaupt oder ist es irgendwie so eine Schlächter-Mentalität oder warum wird da andauernd von dem Blut geredet?

Aber in der Bibel, bei Paulus im Hebräerbrief, ich sehe diese Probleme nicht. Da wird von dem Blut geredet als eine ganz powervolle Angelegenheit. Das Blut ist im Himmel eine Realität und wenn dort die schlechten Nachrichten über uns ankommen, dann weist Jesus einfach nur auf das Blut hin, was ebenfalls da ist. Und so werden wir durch sein Blut – Röm 5,9 – wir werden durch sein Blut bewahrt vor dem Zorn.

Röm 5,9
Vielmehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn vom Zorn gerettet werden.

Bitte, es ist wichtig, dass wir hier klar sind: Der Zorn Gottes ist eine Realität!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (45:00 bis 50:00)

 

Verstehst Du? Wenn wir da angeklopft hätten: „Darf ich auch mal rein?“ – Die Engel hätten dir eins gehustet. Du wärst da nie reingekommen, du kommst in Christus rein! Wer wird begrüßt an der Tür? Christus! Nicht du.

Viele stellen sich den Himmel vor wie beim Karneval. Da stehen die dann an der Tür und dann klopft der arme Sünder an. Und dann wie beim Karneval: „Sollen wir ihn reinlassen?“

Aber das ist nicht der Fall. Wir kommen nicht rein aufgrund unserer Werke, wir würden nie hineinkommen. Wir kommen hinein aufgrund der Werke, die Christus getan hat. Und unser Vertrauen ruht auf seiner Tat und fertig, aus. Und so kommen wir hinein. In ihm haben wir die Erlösung.

Eph 1,7
In ihm haben wir die Erlösung1 durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen nach dem Reichtum seiner Gnade,

In Christus(!) sind wir zur Errettung gekommen, zum Erbteil gekommen, in ihm – nicht in uns. Es hat überhaupt nichts mit dir zu tun.

Jemand könnte ein Unmensch sein wie Adolf Hitler oder Stalin oder irgendwer, wenn er in den letzten Sekunden seines Lebens sagt: Jesus, es war alles Mist, bitte vergib mir, nimm mich an – wir würden ihn heute dann finden im Himmel wenn wir kommen.

Es ist nicht das Leben, es sind nicht die Werke, sondern es ist das, was Jesus für uns getan hat. Stellvertretend. Okay.

Röm 5,17 sagt dasselbe, es spricht von dem Geschenk, von der Gabe der Gerechtigkeit.

Röm 5,17
Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Das ist die Gabe der Gerechtigkeit, die wir empfangen. Seine Gerechtigkeit. Und wenn wir davon hören, dass es die gibt – vielleicht hörst du, lieber Hörer hier auf Kassette zum ersten Mal, dass es ein Geschenk der Gerechtigkeit gibt – dann nimmst du das an. „Herr, ich danke dir für die Gerechtigkeit, ich nehme sie jetzt“. Nicht: Bitte, bitte, ach, es wär so schön wenn ich sie auch hätte. Ich nehme sie jetzt.

Und danach – im Glauben – haben wir sie empfangen und wir sind rein vor Gott. Wir sind rein, so rein als hätten wir nicht gesündigt.

Und dann geht Gott mit uns, und dann trainiert Er uns, und dann lehrt er uns, und wir werden viele, viele Male fallen. Und da, wo Gott uns überführt, sollen wir einfach nur ehrlich sein und sagen: „Du hast Recht, das war nicht der neue Mensch, das war der alte.“

Und es gibt dutzende und dutzende von anderen Dingen, bei denen Gott uns nicht überführt, weil Er sagt: Ich will ihn nicht überfordern, nicht zu viel auf einmal. Jetzt trainieren wir erstmal diese Geschichte, und wenn wir damit fertig sind, schlagen wir ein neues Kapitel auf. Wenn Gott uns über alles überführen würde, was nicht in Ordnung ist, wir würden das gar nicht aushalten. Aber Gott in seiner Gnade deckt erstmal eine Menge Dinge zu. Und du hast vielleicht schon gemerkt, wenn du ein paar Jahre mit dem Herrn gehst, heute kommst du mit Sachen nicht mehr durch, wo du als Neubekehrter mit Leichtigkeit beim Herrn durchgekommen wärst. Weil im Laufe der Zeit Gott dich gelehrt hat und weil Er erwartet, dass du jetzt in Bereichen aufpasst, die du früher noch relativ unbeachtet irgendwie einfach hast links liegen lassen und wo allerhand Fehltritte du dir erlaubt hast, weil du noch gar nicht geschärft warst in deinem Gewissen, in deinem Bewusstsein für diese Dinge.

Und wir brauchen nichts anderes zu tun als eben heute mit Gott zu gehen und ehrlich zu sein und mit dem uns zu beschäftigen – auch nicht zu viel uns zu beschäftigen – sondern einfach nur zu bekennen.

1 Joh 1,9
Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

Wir nehmen oftmals nur den ersten Teil – Gott vergibt. Aber Gott reinigt auch. Und nachdem Gott uns gereinigt hat von irgendeiner konkreten Sünde, die wir ihm gebracht haben. Was ist danach? Wir sind rein? Und zwar richtig rein. Keiner wäscht reiner. Aprilfrisch. Lenor. Duftend mit himmlischem Parfüm behandelt. Wir sind richtig rein.

Wenn die Unreinheit weg ist, bleibt nur noch die Reinheit übrig, ist doch logisch.

Und das soll eine Reinheit sein, die wir auch in unserem Gewissen erleben können. Nicht nur die wir theoretisch haben, „ja, irgendwie muss ich jetzt annehmen aufgrund des Sachverhaltes des Wortes, dass Gott mich jetzt wohl irgendwie angenommen hat und gereinigt hat. Ich fühle mich zwar noch total unrein und mein Gewissen klagt mich an, noch und nöcher, aber irgendwie muss ich es jetzt so irgendwie annehmen“.

Das reicht nicht aus!

Sondern diese geistliche Ebene, unser Status vor Gott: „Ich bin rein, weil Er meine Sünde vergeben hat und weil Jesus für alle meine Schuld schon bezahlt hat“ – diese Reinheit soll auch gefühlt werden von mir in meinem Gewissen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (40:00 bis 45:00)

 

Also viele Gläubige auf der einen Seite haben Mühe, das wirklich zu glauben, dass Gott über sie begeistert ist und dass Gott sie gerne empfängt – in Klammern: und es wird kein gesundes geistliches Wachstum geben, wenn wir diesen Punkt irgendwie versuchen zu umschiffen und sagen: Naja, ist nicht so wichtig. Wir brauchen wie ein Baby, dass das Gefühl hat, dass es da zur Familie gehört und dass es versorgt wird und dass es bejaht wird, brauchen wir für gesundes Wachstum diese Erfahrung, Gott ist für mich trotz meiner Schwäche. Klammer zu. Das brauchen wir! Unbedingt.

Und auf der anderen Seite habe ich noch nie einen Gläubigen gesehen, der zu mir in die Seelsorge kam oder irgendwo anders hin und sagt: „Pastor, ich hab ein totales Problem: Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass Jesus, als er von der Erde kam und hier eben das Werk des stellvertretenden Leidens und Sterbens für die Menschheit vollzogen hat und hier auf dieser sündigen Erde gewandelt ist – als er zurückkam zum Vater, dass er einfach so bedingungslos und vorbehaltlos von Gott angenommen wurde. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass Gott, der Vater, Jesus wirklich so total liebt“.

Ich habe noch nie jemanden gehabt, der mit solchen Problemen in die Seelsorge kommt. Alle glauben spontan, dass Gott, der Vater, Jesus total vorbehaltlos, bedingungslos liebt. Da gibt es keine Probleme. Die Probleme liegen eben auf der Seite: „Ja, wie steht Er zu mir?“ Da sind die Probleme.

Und da ist eben die Lösung: Wir, wie ich das schon gelehrt habe, wir sind verborgen in Christus. Wir sind in Christus.

Kol 3,3
Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.

Und unsere Erlösung kann man sich in einer Weise etwas kindlich vielleicht, aber irgendwie auch so vorstellen: Wir wissen, der Himmel ist ein heiliger Ort. Und dann lesen wir manchmal so Schriftstellen, die bringen uns dann echt irgendwie leicht unter Druck, ja? Da wird dann gesagt: Kein Unreiner, kein Lüstling, kein Trunkenbold usw. werden das Himmelreich ererben.

1 Kor 6
9 Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben noch Knabenschänder
10 noch Diebe noch Habgierige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes ererben.

Gal 5
19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen,
21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im Voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

Und dann denken wir, naja, gut, also mit Trinken haben wir keine Probleme, aber dann lesen wir weiter und dann kommen sogar noch die Feiglinge.

Offb 21,8
Die Feiglinge aber und die Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner — ihr Teil wird in dem See sein, der von Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Dann werden sogar noch die Feiglinge aufgezählt – auch die werden nicht das Himmelreich ererben. Und dann denken wir, au weiha. Also wenn ich daran denke, wo ich neulich da mal jemanden was vom Herrn erzählen sollte und wo ich dann elegant gekniffen habe und mich aus der Affäre geschlichen habe – also da bin ich mir jetzt doch nicht mehr so sicher, ob nicht möglicherweise ich doch unter die Feiglinge noch einzuordnen bin.

Und dann kriegen wir echte Probleme mit solchen Schriftstellen. In Klammern: Diese Schriftstelle redet nicht von „Errettung“, sondern redet von dem Empfangen der Erbschaft hier jetzt. Aber es gibt z.B. Gemeinden, die glauben, dass wenn ein Trinker sich bekehrt und er ist noch nicht am ersten Tag seines Bekehrtseins frei von Trinken – und dann auf einmal stirbt er – dass er dann verloren geht. Das gibt es tatsächlich! Kannst dir vorstellen, dass wenig Freude in einer solchen Gemeinde ist, wo so etwas verkündigt wird. Da ist enormer Druck da. Weil es bleibt ja dann nicht beim Trinken, sondern dann kommen noch alle möglichen anderen Dinge auch hinzu und die Leute unbewusst leben unter diesem Druck, vollkommen sein zu müssen.

Okay, ich glaube, um errettet zu sein, um in den Himmel zu kommen, ist nichts anderes nötig als zu akzeptieren und das für sich in Anspruch zu nehmen: Jesus ist für meine Sünden gestorben. Punkt. Fertig. Aus.

Und Errettung hat nichts damit zu tun, wieviel diese Errettung schon sichtbar geworden ist. Natürlich kann bei einem Trinker, der einen Tag nach seiner Bekehrung verstorben ist, noch nicht viel an Frucht des Geistes gewachsen sein. Das ist ja ganz logisch. Wie will man das bemessen dann, ob der dann noch in den Himmel kommt oder nicht? Da hätte man ja sogar als Gott noch Probleme.

Also die Grundlage ist, hat er Jesus angenommen oder nicht? Punkt. Fertig. Aus. Alle, die den Namen des Herrn anrufen, werden errettet werden.

Apg 2,21
Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden.“ (Joel 3,5)

Das ist die Grundlage für Errettung wie ich sie verstehe.

Also jetzt nochmal zum Himmel: Offensichtlich, wahrscheinlich von Engeln, scharf bewacht, die Eingänge. Dass also die Unreinen da nicht hineinkommen, ja? Nun stell dir vor, Jesus hat seine irdische Mission beendet, Golgatha liegt hinter ihm, strahlender Ostermorgen war das große Freudenfest. Jesus kommt zurück dann zu Himmelfahrt, kommt zurück wieder zum Vater. Da stehen die Engel am Tor, die Wache halten.

Das sind seine Angestellten! Er ist der Chef, er kommt nach Hause. Die stehen da nicht und sagen: Moment mal, Chef, wir haben hier strenge Order, wir dürfen niemanden Unreinen einlassen, wir müssen jetzt erstmal eine strikte Untersuchung hier vornehmen. Er ist ihr Chef, er kennt sie mit Vornamen, er grüßt sie und sie sagen: Schön, dass du wieder da bist – und er geht durch.

Und egal wie viele Wachen da sind vor dem Thronsaal Gottes, Jesus hat freien Zugang.

Und dann, wenn er beim Vater ist, der Vater hat totales Vertrauen in ihn und er nimmt ihn an und er liebt ihn, und sie freuen sich, dass sie wieder zusammen sind.

Und dann sagt Jesus: „Ich habe dir was mitgebracht“. Und aus seinem weiten Mantel dann holt er dann dich heraus. Und stellt dich vor den Vater. Und dann mich. Und dann noch einen, und dann noch ein paar Millionen. So sind wir in den Himmel gekommen – reingeschmuggelt. „In Christus“ ist unsere Errettung.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (35:00 bis 40:00)

 

Da wird ein hoher Standard vorgelegt, dann wird uns gesagt, dass wir den Standard nicht erreicht haben, uns wird kein Wort gesagt, wie wir diesen Standard erreichen sollen und wir gehen mit dem Gefühl nach Hause, irgendwie sind wir keine richtigen Christen.

Viele, viele Gemeinden habe ich besucht, wo so etwas stattfindet, wo die Leute nicht aufgebaut werden, wo sie nichts von heilsamer Gnade schmecken, wo sie nichts davon wissen, dass Gott, der Vater uns mit ganz anderen Augen ansieht, sondern wo die Gläubigen bedrückt sind und geknechtet sind.

Und wenn wir nicht als Kinder Gottes aufwachsen mit dem richtigen Bild von Gott, dem Vater, wie Er uns sieht, dann werden wir uns schief entwickeln, wir werden Wachstumsstörungen haben oder irgendwie werden wir seelisch/geistlich verkrüppelt werden und wir werden eine Menge von Problemen haben, die wir dann auch an andere weitergeben – eine Menge von Problemen.

Und die allererste Botschaft, die auch damals ja so bei den Juden schockierend war, die Jesus gebracht hat: Gott will euer Vater sein. Gott will euer Vater sein!

Einen Gott mit lauter Regeln und Gesetzen und Verordnungen, den hatten sie schon. Einen heiligen Gott. Aber das war ein Skandal für sie: Gott ist ein Vater. Und Er will eine persönliche Beziehung haben zu dir und er ist voller Verständnis. Und Er weiß, wo du jetzt bist und Er kann das verstehen. Und Er erwartet nicht von dir heute etwas, was erst in ein paar Jahren für dich dran ist, sondern er kommt dir auf deinem Niveau entgegen – sogar wenn du 20 Jahre auf der Stelle getreten bist und irgendwie geistlich dich kaum bewegt hast und schon geistlich schontot warst – Gott kommt immer auf die Ebene, wo wir jetzt sind, und von da dient er uns – nicht mit Anweisungen, nicht mit Aufgaben, nicht mit Regeln, die er über uns so ausschüttet – sondern Er kommt mit Liebe.

Und Gott hat eben diesen Weg gefunden durch Jesus, durch den Opfertod und durch das vergossene Blut, dass wir glauben können an seine Liebe wiewohl wir unvollkommen sind. Das ist der entscheidende Punkt, der geleistet wird von der Lehre „Gerechtigkeit aus Glauben“. Wir können glauben an die Liebe Gottes wiewohl wir wissen und das auch deutlich erlebt haben, dass wir noch nicht vollkommen sind.

Jesus ist unser Zugang zum Vater. Wir kommen nicht zum Vater aufgrund unserer eigenen Leistungen. Das ist, was Jesus meinte als er sagte, die „enge Pforte“, durch die wir eingehen sollen. Wenn wir solche Worte lesen und wir verstehen nicht wie das mit Gnade zusammenhängt – wir kriegen Ängste. „Na, wer weiß, ob das nicht alles irgendwie viel zu einfach ist wie wir uns das machen. Jetzt haben wir schöne happy clappy charismatische Gottesdienste, aber eines Tages kommt dann der entscheidende Test, und dann kommt die enge Pforte und ich hoffe, dass ich da noch durchpasse oder ob ich nicht geistlich irgendwie viel zu fett und behebig geworden bin“.

Die enge Pforte ist so eng, dass nur einer da durchpasst und der heißt Jesus. Und wir kommen entweder durch Jesus zum Vater oder wir kommen überhaupt nicht zum Vater. Wir kommen nicht zum Vater mit unserer Leistung, mit unseren Werken, mit unserer Anstrengung.

Und es ist schon interessant, dass auf der einen Seite so viele Gläubige Mühe haben zu glauben, wenn sie anfangen zu beten, dass Gott anfängt zu strahlen und sich zu freuen und begeistert ist wenn da sein liebes Kind in Seine Nähe kommen will. Viele haben Mühe das zu glauben. Und weil sie das nicht glauben können, deswegen haben sie auch gar keine Freude an ihrem Gebet. Es ist eine Qual zu beten zu einem Gott, von dem man nicht weiß, ob man bei Ihm hochwillkommen ist. Das ist eine Qual. Es ist eine Leistung. Es ist eine fromme Sache, da kannst du auch eine tibetanische Gebetsmühle drehen, das ist genau so Knochenarbeit.

Die Grundlage von Beziehung und von Gebet ist, dass ich wirklich glauben kann im Herzen, Gott liebt mich, Gott ist für mich und Er bejaht mich. Und wenn ich komme, Er stößt mich nicht ab, Er sagt nicht: Ja, mein Lieber, du willst in meine Nähe kommen? Jetzt will ich dir erstmal sagen, was alles nicht gelaufen ist: Das hast du nicht gemacht, und hier warst du nicht in Ordnung und das ist verkehrt gelaufen und hier! Und überhaupt da! Und was denkst du dir darüber?! Und jetzt ab – geh mal wieder zurück und bring das alles in Ordnung, und wenn alles fertig ist, dann trau dich wieder her, aber komm ja nicht vorher, bevor du alles gemacht hast, was ich dir gesagt habe!

So ein unbewusstes Bild von Gott haben wir – wenn wir nicht geheilt sind durch diese befreiende Lehre von der Gnade und von der Stellvertretung unseres Herrn.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (30:00 bis 35:00)

 

Luther hat dort – oder die dann später das irgendwie revidiert haben – hat es nicht fertiggebracht das irgendwie so klar auszudrücken wie es da steht. Da findest du dann in Luther-Übersetzungen „die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt“. Aber einfach im Griechischen steht dort: Die Gerechtigkeit Gottes.

Und das kannst du verstehen, diesen Ausdruck bei Luther, das ist noch eine Stufe darunter. Das ist nicht die Gerechtigkeit Gottes, aber naja gut, „lassen wir gelten“. So ungefähr, ja? So „4-„. Mit Ach und Krach irgendwie so gerade noch so.

Aber das ist nicht, was da steht. Sondern was dir übertragen wird durch Gottes Gnade ist eben der Stand von Jesus vor dem Vater. Das ist, was dir übertragen wird. Das ist ja auch alles beinhaltet in dieser Tatsache, dass wir durch Christus Zugang haben sollen zum Vater. Dass wir in seinem Namen kommen sollen wenn es darum geht, konkrete Bitten zu äußern. Wir sollen nicht in unserem Namen kommen, nicht mit unseren Werken, nicht mit dem, was wir können und haben, sondern wir sollen kommen in seinem Namen.

Und da hat Gott uns sozusagen eine Brücke gebaut irgendwie, dass wir glauben können, dass wir geliebt sind, obwohl wir unvollkommen sind. Das ist das Problem. Das ist der entscheidende Punkt, ja, worum es geht eben und wo die Gefahr ist zu Knechtschaft und sich selbst zu unterdrücken und anzuklagen, wenn man einen solchen hohen Standard, wie er im Neuen Testament uns beschrieben wird, eben für sich übernimmt. Dann ist da so gefühlsmäßig halt immer das miteinander verbunden: Liebe als Bezahlung sozusagen für Gehorsam. Oder Liebesentzug, Bestrafung als Folge für Ungehorsam oder für Unvollkommenheit.

Und darum müssen wir aufpassen für uns selbst und die Gemeinde, in der wir sind, dass wir in einer Balance sind. Dass wir einen klaren göttlichen Standard haben und den kombinieren mit Gnade. Dass nicht irgendwie eine Atmosphäre von Leistung und von eigener Anstrengung und Verdammnis usw. kommt.

Eine Gemeinde, die unter dem Gesetz ist, kannst du mit Leichtigkeit daran erkennen, dass es keine freudevoll Begegnung mit Gott in der Anbetung gibt. Weder im Leben des Einzelnen noch im Gottesdienst.

Niemand, der unter dem Gesetz versucht, Gott zu gefallen, kann sich mit offenem Herzen so in seine Gegenwart hineinwagen und einfach seine Liebe unbeschwert wie ein Kind ausdrücken. Niemand kann das. Sondern man muss sich schützen, man muss schauen, wieviel hat man an sozusagen Glaubensgrundlage um jetzt den Segen Gottes zu bekommen. Man ist auf sich fixiert und man wird diese Schuldgefühle, die sich automatisch einstellen, niemals wirklich abschütteln können – niemals wirklich überwinden können.

Und so gibt es also paradoxerweise viele neutestamentliche Gemeinden, die Gott dienen in alttestamentlicher Weise. Es ist paradox, aber es ist wirklich so. Und wo wir nicht einen freien Zugang haben zu Gott und wo die Liebe Gottes das Therapeutikum Nummer 1 ist, sondern die Knute des Gesetzes: „Du hast nicht, und du solltest, und warum hast du nicht? Und du musst doch endlich mal“ usw. Und so wird dann eine ganze Gemeinde gegängelt, gequält, gepeinigt: „Ihr müsst evangelisieren, ihr müsst beten, ihr müsst das …“ usw.

Beten, Evangelisieren – all das sind gute Dinge. Aber wenn sie eine Geißel werden, uns ein schlechtes Gewissen einzuhämmern und wir danach uns dann wieder als Versager fühlen und wenn es sogar so ist, dass also dann eine Predigt im Sonntag nicht zu einem Genuss wird, sondern zu einer Belastung wird – wie ich das in frühreren Zeiten erlebt habe. Und man brauchte drei Tage um wieder auf Normalverfassung zu kommen – also am Mittwoch ungefähr, in der Mitte der Woche hat man dann den Sonntag so einigermaßen innerlich irgendwie so wieder verarbeitet und verkraftet und konnte dann ein bisschen Kraft sammeln im anstrengenden Alltag, um sich zu wappnen für den nächsten Sonntag.

Das ist nicht das biblische Maß. Die Bibel sagt, dass Gemeinde ein Ort der Freiheit und der Freude ist und wo wir Gott feiern und wo wir Gott begegnen, wo wir aufgeladen werden sollen mit Kraft, um dann rauszugehen, um für Gott die Woche zu arbeiten. Und dann kommen wir zurück und wir feiern wieder. Das ist, was Gemeinde ist eigentlich. Es ist nicht, wo wir dann noch zusätzlich: „Ja, das habt ihr alles nicht gemacht, schaut mal, das und das und das“.

Viele Predigten, die ich kennengelernt habe, gehen noch folgendem Muster: „Das ist, was Gott sagt, was ihr sein solltet, aber das da unten seid ihr, und jetzt geht nach Hause. Amen“.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (25:00 bis 30:00)

 

Und nur auf dieser Grundlage, wenn wir uns so Gott nahen, können wir frei empfangen und fühlen nicht mehr diese Mauer, diese Distanz, diese Barrikaden zwischen uns und Gott und fühlen nicht mehr dieses „zu kurz kommen“.

Und das ist eben die Gerechtigkeit, die wir nicht erarbeiten können, die wir auch nicht erarbeiten dürfen. Wenn wir etwas dafür tun, verlieren wir sie automatisch, sofort. Etwas dafür zu tun, heißt, wir verlieren sofort. Das ist eine Gerechtigkeit, die ist eben fix und fertig durch Jesus erworben. Und sie wird dir geschenkt oder übergeben und übereignet und dir angeboten als Geschenk. Und wenn du mehr tust als nur „Danke“ sagen, verlierst du sie. Wenn du sie nimmst und gleichzeitig weiter auf dich selber achtest und versuchst jetzt aus eigener Kraft dem entsprechend würdig zu wandeln und wieder auf dich schaust und auf deine Werke baust, verlierst du sofort, was du bekommen hast. Das ist etwas sehr paradoxes.

Es ist Geschenk – und wenn du etwas versuchst dazu zu tun, um es zu verdienen, verlierst du es. Entweder als Geschenk oder gar nicht.

Und es gibt sehr wohl die Möglichkeit – wie das das Neue Testament beschreibt, dass Menschen aus der Gnade fallen können, was nicht bedeutet, dass wenn sie dann sterben würden, im nächsten Moment, dass sie nicht beim Herrn sind, ja? Sondern das ist die Gnade, die sich eben hier auswirkt in unserer Beziehung zu Gott, und dann auch in unserem Lebensstil. Darum geht es – nicht um Kindschaft – ja oder nein. Sondern um: Ist der Weg zum Vater frei und kann ich von Ihm empfangen? Darum geht es.

Phil 3,9 – da bringt Paulus auch nochmal in einem Vers diesen Unterschied. Er sagt dort:

Phil 3,9
indem ich nicht *meine* Gerechtigkeit habe [und das erklärt er jetzt …], die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens

Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens! Das heißt also, seine Leistung wird mir total überschrieben. Und danach betrachtet mich Gott als hätte ich diese Leistung des Gehorsams vollbracht. Das ist gewaltig. Das einzige, was mir einfällt, um das irgendwie zu illustrieren, ist wie ich es in der Schule in Mathe gemacht habe. Da war ich sehr, sehr schlecht, aber ich hatte das Vorrecht hinter dem zu sitzen, der der Beste war. Und zwar um es genauer zu sagen: Schräg hinter dem zu sitzen.

Denn genau dahinter zu sitzen ist auch nicht so vorteilhaft. Wie gesagt: Ich rede jetzt menschlich, und ich weiß, dass Abschreiben nicht göttlich und geistlich ist, das war aus meiner vorchristlichen Zeit. Aber was passiert ist: Ich saß und kaute intelligent auf meinem Stift rum und versuchte, einen angestrengten Eindruck zu machen. Und ich wartete nur, bis er endlich die ersten Aufgaben fertig gerechnet hatte, dann auf verabredetes Zeichen und Klopfen ans Stuhlbein, hat er das Heft mehr in die Mitte gelegt und dann habe ich einen langen Hals gekriegt und habe also die Leistung von ihm übernommen.

Wenn ich wirklich gut gewesen wäre im Abschreiben, was ich nicht so sehr war, dann hätte praktisch der Lehrer mit der Zensur seine Leistung bewertet – nicht meine Leistung. Ich bekam eine Zensur für etwas, was ich nicht geleistet habe. Und eben – das klappte dann alles nicht so, weil ich auch nicht so gut war mit Abschreiben und dann lag ich trotzdem immer noch weit unter seinen Einsen, aber immerhin.

Und mit der Gerechtigkeit aus Glauben ist es so: Das, was Jesus getan hat – indem du an ihn glaubst – wird dir übertragen. Es wird dir angerechnet. Du kriegst eine gute Note für das, was ein anderer getan hat. Und wenn wir das wirklich glauben, dann haben wir den Durchbruch in eine wirkliche freie Beziehung zu Gott, dem Vater, wo nicht mehr Schuldgefühle und Angst vor Strafe, Angst vor dem Zornesgericht Gottes, Angst vor irgendwelchen negativen Konsequenzen uns lähmen und unseren Glauben sozusagen zusammenschrumpfen lassen und am Ende fast nichts mehr übrigbleibt an der Erfahrung von Liebe und Güte Gottes.

Er ist unser Stellvertreter im Tod – und genauso auch im Leben. Christus ist unser Leben. Christus ist unser Leben, und er hat für uns das Gesetz erfüllt. Und sein Stand vor Gott wird uns angerechnet. Wir haben die Gerechtigkeit aus Gott.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (20:00 bis 25:00)

 

Und unser Negatives hat er getragen, damit wir sein Positives haben können: Unsere Gottesferne hat er genommen, damit wir seine Gottesnähe haben können. Unsere Ungerechtigkeit oder unsere Sünde – wie es hier heißt – hat er genommen, damit wir seine Gerechtigkeit haben können.

Und wenn wir an Jesus glauben, dann wird auf wundersame Weise sein Gehorsam, das Ergebnis seines Gehorsams, mir oder dir gutgeschrieben. Und dann stehst du vor Gott nicht mit deinen Werken – und dein ganzes Vertrauen ist auch nicht mehr gegründet auf deinen Werken, sondern ist gegründet auf das, was er getan hat.

Und hier ist ein gewaltiger Unterschied. Wenn wir nämlich Menschen sind, die immer meinen mit guten Werken vor Gott stehen zu müssen und Gott sozusagen zufriedenstellen zu müssen mit guten Werken, dann wird eines mit Sicherheit eintreten: Wir werden sehr verkrampft sein.

Wir werden sehr in Stress sein, wir werden immer auf uns selber schauen und immer gucken, wo wir gerade stehen und ob alles richtig ist, ob wir alles gemacht haben – und wir werden bestimmte Merkmale des neutestamentlichen Lebens, nämlich Friede und Freude nicht haben, mit Sicherheit nicht haben. Du kannst nicht Frieden haben mit Gott wenn du das Gefühl hast, er wollte, dass ich gestern missioniere und ich hab’s nicht gemacht und ich lag am Strandbad und hab mir die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und jetzt habe ich fürchterlich versagt.

Du kannst nicht mit diesem Gefühl „ich hätte das tun sollen, aber ich hab’s nicht gemacht“ dann die Gegenwart Gottes genießen. Das nächste Mal wenn du in die Gegenwart Gottes kommst, du wirst nicht seine Freundlichkeit genießen, sondern du wirst den Kopf einziehen und Angst haben, was jetzt für ein Donnerwetter oder Gericht oder Gewitter da runterkommt. Es ist unweigerlich dein Vertrauen an deine Werke verbunden mit Erwartung von Strafe – unweigerlich. Rechnest du mit deinen Werken, mit deinem Einsatz, mit deinem Engagement, setzt du dein Vertrauen in das, was du tust, dann wirst du unweigerlich eben in dieses Problem hineinlaufen: Angst vor Strafe, Angst vor Zurücksetzung, Angst vor Liebesentzug. Weil du einfach dieses Gefühl hast, du warst ein unartiges Kind, du hast nicht getan, was du tun solltest. Versteht ihr, wovon ich hier spreche? Leuchtet euch das ein?

Das ist einer der deutlichsten Unterschiede hier, den wir haben, zwischen dem Evangelium und irgendeiner Form von Religion. Auch von tradition christlicher Religion. Da ist es immer: Der Mensch muss sich seinen Weg machen zum Himmel. Jede Religion ist darauf angelegt: Du musst Punkte sammeln – ob du beim Wachtturm bist oder bei irgendwas anderem, du musst Punkte sammeln, du musst dich anstrengen und so steigst du langsam auf der religiösen Leiter gen Himmel Richtung Erlösung. Und das ist ein harter, steiniger, schwerer Weg. Und deswegen sind alle die, die das versuchen, so gefrustet. Und sind geknechtet. Und sie sind sich nie sicher und sie wissen nie, woran sie sind. Religion ist: Der Mensch bahnt sich einen Weg zum Himmel – und Evangelium ist: Der Himmel kommt zum Menschen. Das ist der Unterschied.

Du siehst am Ende in der Bibel: Die himmlische Stadt kommt herab.

Off 21
1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.

Nicht wir kraxeln hoch, sondern die himmlische Stadt kommt herab. Nicht wir strengen uns an, sondern Gott vom Himmel kommt zu den Menschen. Das ist der wichtigste Punkt, wo Religion, auch christliche Religion, unterschieden werden kann von der froh machenden Botschaft des Evangelium. Es kommt nicht auf unsere Werke an, was unsere Beziehung zu Gott angeht.

Du sagst: Ja, aber die Werke sind doch wichtig! Schreibt doch auch Jakobus.

Jak 2,26
Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.

Ja, aber die Frage ist: Was ist das Motiv für meine Werke? Ist das Motiv, Gott gnädig zu stimmen, in Gottes Nähe zu kommen, seine Liebe zu spüren? Dann ist es Gesetz! Und dann ist es Tod und dann wird es sehr, sehr krampfig und eng werden.

Das Gesetz hab ich eben so kurz definiert: Das Gesetz ist: Tu all diese Dinge, und dann wirst du leben.

Röm 10,5
Denn Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz ist: „Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.“ (3. Mose 18,5)

Und die Gnade ist die genaue Umkehrung. Die Gnade ist genau das Gegenteil: Lebe – und dann wirst du als Folge davon alle diese Dinge tun.

Die Taten sind nicht ein Mittel zum Zweck, Gott gnädig zu stimmen, von Gott etwas zu bekommen oder Gottes Zorn zu besänftigen, sondern sie sind ein Ausfluss unserer Liebe und unserer Dankbarkeit und dessen, was wir von Gott empfangen haben. Verstehst du den Unterschied?

Lebe – und du wirst diese Dinge tun.

Das ist, was die Gnade sagen würde, das genaue Gegenteil!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (15:00 bis 20:00)

 

Aber die Schrift redet auch davon – z.B., dass er unser Stellvertreter ist JETZT. Nach der Auferstehung im Himmel. Er ist unser Fürsprecher. Er ist also beim Vater und spricht für uns. Er spricht für uns. Warum brauchen wir einen Fürsprecher? Weil es einige Dinge gibt, die da oben ankommen, die gegen uns sprechen. Deswegen brauchen wir einen Fürsprecher. Und Jesus ist unser Fürsprecher vor dem Vater. Sozusagen: Jesus erinnert ununterbrochen den Vater daran, wenn da bei ihm also die Bad News über uns ankommen, dann erinnert Jesus den Vater daran, was er für uns getan hat und dass er die Strafe bezahlt hat. Und Jesus hat nicht nur die Strafe unserer vergangenen vorchristlichen schlechten Taten irgendwie bezahlt, sondern Jesus hat auch eine Sühne erwirkt für die Dinge, die wir seitdem als Christ uns geleistet haben oder wo wir zu kurz gekommen sind.

Manche lehren dort, ja, du hast jetzt Sündenvergebung für alles, was du in der Vergangenheit getan hast, aber jetzt pass auf. Ab jetzt wird mitgezählt. Ab jetzt werden die Punkte gemacht.

Und das ist wohl nicht das, was ich lese im Neuen Testament. Jesus ist auch die Sühne für die Dinge, die danach passiert sind. Das ist ganz, ganz wichtig. Und wir brauchen keine Angst zu haben wie manche Leute, die meinen: Ja, wenn man das verkündigen würde, dann ist ja Tor und Tür auf für die Sünde. Und dann ist sowieso alles egal – wir haben ja eine Erlösung und wir haben eine grenzenlose Vergebung und die Gnade deckt dann irgendwie alles zu.

Wir brauchen keine Angst zu haben, dass wir strenger sein wollen als der liebe Gott. Wenn Er diese Gnade gegeben hat und wenn Er sagt, das ist, was wir wirklich brauchen, diesen Vorschuss an Vertrauen und an Entgegenkommen und dass uns das gut tut und dass uns das motivieren wird, dann brauchen wir keine Angst zu haben, das wird Leuten eine Entschuldigung geben zur Sünde. Die würden auch ohne unsere Entschuldigung sündigen! Sowieso. Wer so sagt: Mir ist alles wurscht jetzt und der die Gnade verdreht und sagt, es kommt auf gar nichts an irgendwie – dann ist sowieso ein ganz grobes Missverständnis da.

Glaube ist der Ersatz für die Werke. Und es ist der Glaube an den, der den Gottlosen rechtfertigt.

Röm 4,5
Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet,

Und das ist eben Gott. Gott selbst rechtfertigt den Gottlosen und Er kann das tun im Hinblick auf das Kreuz. Im Hinblick darauf, dass Jesus für uns alles bezahlt hat.

So kann man also sagen, dass durch den Glauben an Gott mir das angerechnet wird, was Jesus für mich getan hat.

Ich glaube an Gott, der den Gottlosen rechtfertigt und damit wird das, was Jesus für mich am Kreuz erworben hat – und nicht nur am Kreuz, sondern auch in seinem Leben – auch indem er als Mensch das Gesetz erfüllt hat. Er war sozusagen nicht nur in der Strafe mein Stellvertreter, er war auch im Leben mein Stellvertreter. Und sein Leben – da können wir mit Leichtigkeit irgendwie dem zustimmen und das glauben – sein Leben hat total den Vater zufriedengestellt. Da gibt es keine Vorbehalte, keine Distanz, keine Skepsis, kein „man muss nochmal genau nachschauen“, also wir wissen noch nicht genau, was ist jetzt? Sondern da ist eine totale Akzeptanz. Jesus hat in jeder Hinsicht den Vater zufrieden gestellt.

Und wenn ich an Gott glaube, der die Gottlosen rechtfertigt, dann wird eben der perfekte Gehorsam von Jesus sozusagen auf mein Konto mir gutgeschrieben. Und nachdem ich glaube an Jesus, wird mir sein Stand vor Gott übertragen. Sein Stand, den er hat vor Gott, wird mir übertragen.

2 Kor 5,21a
Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, –

… das ist der negative Anteil des Kreuzes. Aber wozu?

2 Kor 5,21b
damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.

Das Kreuz ist der totale Ort des Austausches. Jesus hat den Fluch genommen, damit wir den Segen haben können. Welcher Fluch? Das war unser Fluch. Welchen Segen sollen wir bekommen? Den Segen, den er sowieso schon hatte in seiner Beziehung zu Gott.

Jesus hat unsere Krankheit getragen, damit wir Heilung haben können. Welche Heilung? Die, die er sowieso hat. Er ist Heilung und göttliche Gesundheit.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (10:00 bis 15:00)

 

Aber erstmal, das ist, was da geschieht: Wir kommen in die Gegenwart Gottes – und bei niemandem läuft das so bewusst ab, ja? Aber wer nicht frei ist vom Gesetz und wirklich in diese Gnadenfreiheit entlassen ist, ist unter dem Gesetz. Davon muss man wirklich ausgehen. Und man kommt dann mit einer totalen Konzentration auf sich selbst, weil ja der Lohn, den wir erwarten, in direkter Proportion ist zu dem „brav sein“, zu dem „gehorsam sein“, zu den Dingen, die wir getan haben.

Und da ist das Problem: Wir sind auf uns bezogen, wir schauen auf uns. Unser ganzes Vertrauen sind ja auch unsere Werke und jetzt kommen wir in die Gegenwart Gottes, und je näher wir kommen, Gott ist Wahrheit und da ist Licht, sehen wir erstens dass das, was wir an Gutem da vorbringen wollen, gar nicht so viel ist. Das vermindert unsere Erwartung schon beträchtlich. Dann ein zweites Problem: Wir sehen auf einmal nicht nur die Dinge, die wir getan haben und die wir auch tun sollten, sondern weil wir ins Licht kommen, wir sehen die vielen Dinge, die wir hätten tun sollen und nicht getan haben.

Und das vermindert unsere Erwartung an Gott noch mal ganz dramatisch. Und am Ende kann dann dabei herauskommen, dass es überhaupt keine Freude gibt, in die Gegenwart Gottes zu kommen. Weil da so viel Dinge sind, die auf einmal uns bewusst werden an Versäumnissen, an Sachen, die wir nicht getan haben, die uns anklagen. Eben dieses Problem der Verdammnis, der Schuldgefühle – wir fühlen uns angeklagt, dass am Schluss dann kaum noch etwas wirklich übrig bleibt, was wir tatsächlich erwarten können.

Im Alten Tesament wird diese Gerechtigkeit so ausgedrückt – bzw. Paulus zitiert es dann in Röm 10,5.

Röm 10,5
Denn Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz ist: „Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.“ (3. Mose 18,5)

Der Mensch, der das Gesetz erfüllt, wird durch die Erfüllung des Gesetzes leben. Mit anderen Worten: Die Kurzformel des Gesetzes ist die: Tu all das, und dann wirst du leben.

Und das Problem ist, wir kommen nie zu diesem schönen Punkt, wie er in der Werbung beschrieben wird: „wenn alles getan ist“. Und wenn sie dann so ganz entspannt so nach Hause gehen. Wir kommen nie zu dem Punkt, wo wir ehrlich sagen können: Okay, wir haben wirklich getan, was wir hätten tun sollen. Wir kommen niemals zu diesem Punkt. Und stattdessen kommen wir dann zu Verdammnis, zu diesem Gefühl zu kurz gegriffen zu haben, nicht das gebracht zu haben, was wir hätten bringen sollen. Und das bringt dann diese Schuldgefühle, diese Minderwertigkeit und diese Unsicherheit in unsere Beziehung zu Gott.

Wer die Dinge des Gesetzes getan hat, der wird durch sie leben. Aber wir kommen nie zu dem Punkt, dass wir alles getan haben. Das ist das Problem des Gesetzes. Und darum hat Gott eine bessere Lösung dann geschaffen, eine Alternative zur Gerechtigkeit aus dem Gesetz.

Und das ist die Gerechtigkeit eben aus der Gnade, wo es nicht um unsere Werke geht, sondern wo es eine Alternative für die Werke gibt. Röm 4,5 redet dann davon.

Röm 4,5
Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet

Dem einen – also nochmal Röm 4,4 – werden die Werke zur Gerechtigkeit gerechnet – und dem anderen wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet. Der Glaube ist also die Alternative oder der Ersatz für die Werke.

Und es ist der Glaube an den, der den Gottlosen rechtfertigt, das ist unser Herr. Und unser Glaube wird uns angerechnet als hätten wir die Gerechtigkeit erfüllt. Der Glaube wird uns angerechnet als hätten wir die Gerechtigkeit erfüllt. Und der an den wir glauben, das ist eben Jesus, unser Stellvertreter, der der erste und der einzige Mensch war, der in tadelloser Weise das Gesetz erfüllt hat. Jesus hat das Gesetz erfüllt und er ist unser Stellvertreter. Nicht nur, wie manche meinen, am Kreuz – natürlich, das ist das zentrale – er ist unser Stellvertreter am Kreuz, er hat unsere Strafe, unsere Schuld auf sich genommen und deswegen sind wir dann frei vor Gott von Strafe und von Schuld.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (5:00 bis 10:00)

 

Aber im Neuen Testament – Gerechtigkeit – wenn Paulus diesen Begriff gebraucht, dann fast immer redet er von unserem Status vor Gott, von unserer Beziehung vor Gott oder von der Grundlage unserer Beziehung vor Gott. Wenn jemand vor Gott gerecht ist, dann ist er unanschuldbar, unanklagbar und eben rein vor Gott. Und er hat einen Stand, dass er Gott gefällt. Das ist so vielleicht mit meinen Worten dieser Punkt von „Gerechtigkeit“.

Und es gibt beschrieben im Worte Gottes und dann hauptsächlich wird das eben hervorgehoben im Neuen Testament, nur zwei Wege wie man zu diesem Punkt der Gerechtigkeit vor Gott kommt. Nur zwei. Und entweder wir beschreiten den einen oder den anderen, es gibt nur zwei Wege zu einem gerechten Stand vor Gott zu kommen, wo Gott uns akzeptiert und total bejaht und wo wir sozusagen nicht anklagbar sind und nicht angeklagt werden und demzufolge eben auch Frieden haben mit Gott. Und nur wer Frieden hat mit Gott kann auch die Liebe Gottes erleben. Und das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, dass wir tatsächlich dahin kommen, was für viele Gläubige ein echtes Problem ist: Die Liebe Gottes wirklich zu fühlen und zu erleben und zu genießen. Das ist ein Bereich, der sehr große Bedeutung hat und an dem sehr, sehr viele Gläubige echten Mangel haben. Sie wissen das theoretisch und sie wissen, sie sollten das glauben – sie glauben das auch irgendwie, aber sie erleben relativ wenig in diesem Bereich, was also die persönliche Zuwendung von Gott angeht. Und ich glaube, dass das zusammenhängt eben mit dem, was ich hier heute lehren will über die Gerechtigkeit und unseren Weg zur Gerechtigkeit.

Wenn wir uns Römer 4 anschauen, dann ist da der erste Weg zur Gerechtigkeit beschrieben. Ich les einmal den Text dort vor.

Röm 4,4
Dem aber, der Werke tut1, wird der Lohn nicht angerechnet nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit.

Das klingt ein bisschen theoretisch, aber was damit gemeint ist, ist, jemand tut bestimmte Werke, die er auch tun soll, die in sich auch richtig sind, aber er setzt sein Vertrauen auf die Werke und deswegen ist das, was er an Lohn bekommt, wirklich ein Lohn im Sinne von einer Bezahlung für das, was er getan hat. Und das ist eben nicht Gnade. Das heißt, mit den Werken, die er dann sozusagen vor Gott bringt, klagt er sein Recht ein, jetzt eben entsprechende Belohnung zu bekommen.

Diesen Weg der eigenen Werke nennt die Bibel eben die Gerechtigkeit aus dem Gesetz – eben als Gegensatz von Gnade. Gesetz oder Gnade – wir sind entweder unter dem Gesetz oder unter der Gnade. Entweder haben wir unsere eigene Gerechtigkeit oder wir haben eben die Gerechtigkeit, die Gott hat für uns.

Aber lasst mich noch ein bisschen bei der bleiben, dass wir die ein bisschen besser verstehen. Es wäre töricht zu meinen, ja, im Alten Testament, das war die Gerechtigkeit, die sie hatten, heute leben wir im Neuen Testament und jetzt automatisch hätten wir die Gerechtigkeit aus Gnade. Das wäre schön wenn es so wäre, aber leider ist es so, dass viele mit neutestamentlichen Geboten und sogar mit Verheißungen und Verhaltensmaßregeln versuchen, eine Gerechtigkeit sich selber zu schaffen, die eigentlich wenn man sie anschaut total alttestamentlich ist, die total eben nach der Art und Weise des Gesetzes ist.

Das Problem beim Gesetz oder bei den Werken aus dem Gesetz ist eben dieses, dass man den Lohn, sagen wir mal jetzt eben dieses „Angenommen sein“ von Gott, die Liebe Gottes, den Segen – dass wir das bekommen aufgrund unserer Werke. Da liegt das Hauptproblem. Das bedeutet nämlich, dass wir ständig mit uns selbst beschäftigt sind, dass wir ständig auf uns schauen. Wenn wir in die Gegenwart Gottes kommen, wir erwarten ja Lohn gemäß dem Maß unserer Werke.

Das klingt noch alles ein bisschen theoretisch, schaut mich nicht so ratlos an, das kommt alles noch, ja? Es wird noch ein bisschen griffiger werden.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (0:00 bis 5:00)

 

So, jetzt möchte ich euch ganz herzlich begrüßen hier zur Fortsetzung von Grundlagen. Das letzte Mal haben wir gesprochen über Wandel im Geist. Ich müsste noch so viel dazu sagen, aber wenigstens zur Wiederholung oder zur Abrundung dessen, was ich da gesagt hab, will ich noch ein paar Sätze dazu sagen. Der Hauptpunkt bei Wandel im Geist ist der, dass wir lernen dem Heiligen Geist so Raum zu geben durch bestimmte Verhaltensweisen, durch bestimmte Reaktionsweisen auf unserer Seite, dass er ungehindert uns dienen kann und dass er eben all das, was wir brauchen für den Bedarf unserer Seele uns wirklich zukommen lassen kann an Gutem. Und einer der Hauptpunkte dabei war dann zum Schluss, der etwas zu kurz gekommen ist, deswegen erwähne ich es lieber nochmal: Dieser Lebensstil der Anbetung.

Der entscheidende Punkt dabei ist der, dass wir es vom Wort her sehen und dass wir uns selber dazu festlegen. Egal wie wir uns fühlen, egal wie es uns geht, egal wie die Umstände sind, wir wollen allzeit wirklich den Herrn preisen.

Und diese Festlegung, die wir auch bei David sehen können. An einer Stelle sagt er sogar, dass er ein Gelübde gemacht hat.

Ps 61,9
So werde ich deinen Namen besingen immerdar; um damit meine Gelübde zu erfüllen Tag für Tag.

Ein Gelübde, jeden Tag diesen Namen des Herrn zu preisen. Und manche andere Schriftstellen bei ihm auch betonen das sehr stark, diese Konstanz. Und nur wenn wir zu diesem Punkt der Hingabe kommen, dann lernen wir den alten Verhaltensmustern von Auflehnung, Aufbegehren, Rebellion, Schmollen, uns ungerecht behandelt fühlen, undankbar sein, negativ sein, traurig sein, entmutigt sein usw., was dir noch alles einfällt, dem zu entfliehen. Nur auf diese Art und Weise, indem wir uns festlegen, wir preisen den Herrn egal was los ist. So kommt der Strom des Heiligen Geistes und wir lernen uns nicht diesen heillosen, unguten Gefühlen zu überlassen.

Und das hat gewaltige Segnungen dann für uns. Und die Seele kommt unter den Einfluss des Wortes und unter den Einfluss des Heiligen Geistes und unseres Geistes und da kommt viel, viel Stabilität dann hinein.

Und ein Sonderpunkt, eigentlich von Wandel im Geist ein Unterpunkt will ich dann heute noch bringen, indem ich also hier über etwas spreche, was ich schon kurz erwähnt habe in der vorigen Lektion. Und zwar geht es um diesen Punkt der Sündenvergebung und des Lebens in ständiger Sündenvergebung. Wahrscheinlich dieser Bereich von Schuldgefühle, sich minderwertig fühlen vor Gott, Angst haben vor Gott, Angst vor Gottes Gericht, Angst vor Strafe, das ist wahrscheinlich so der Hauptpunkt, der uns hindert, die Liebe Gottes wirklich regelmäßig zu empfangen. Das ist eines der größten Probleme, die wir haben, die auch im Worte Gottes, im Neuen Testament sehr stark vorkommen und behandelt werden. Und die Antwort eben auf diese Blockade – Angst, Minderwertigkeit, Angst vor Strafe usw. – die finden wir also in der sogenannten Lehre von der Gerechtigkeit.

Das ist ein so wichtiges Thema, dass du – ich hab’s nicht genau gezählt – aber vielleicht sogar mehr darüber findest in den Schriften von Paulus als über das Thema Sünde. Ein sehr, sehr wichtiges Thema für den neutestamentlichen Christen. Und zwar geht es da um die Grundlage unserer Beziehung zu Gott. Gerechtigkeit hat zwei verschiedene Ebenen: Im Alten Testament sehen wir überwiegend Gerechtigkeit definiert im Sinne von gerechter Lebensstil, Dinge, die sichtbar sind nach außen, die ein anderer sehen kann. Und das ist eine sehr, sehr wichtige Ebene.

Aber im Neuen Testament sehen wir eine vorgeschaltete andere Ebene, die zunächst einmal dran ist. Und nur wenn die wirklich geklärt ist, dann wird auch diese Frage des Lebensstils , des gerechten Lebensstils mit seinen Früchten, wie er beschrieben wird, dann auch richtig gelöst werden können.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (85:00 bis Ende)

 

Das wäre total unecht und krampfig. Lasst uns sagen: Heiliger Geist, wo habe ich versagt? Wo bin ich gefallen, wo habe ich dich betrübt?

Die richtige Frage zu stellen, heisst auch von ihm die richtige Antwort zu bekommen. Und er wird dir sagen: Du erinnerst dich eben noch vor 10 Minuten wie du Schwester Bertha angeschaut hast? Da war Gift und Galle in deinen Blicken und du hast das ausgedrückt: Das, was du letzten Sonntag mir angetan hast, werde ich dir nie vergessen. Und drehst dich um, und da ist Anklage und Bestrafung und Bitterkeit und alles zusammen drin und damit hast du den Heiligen Geist betrübt.

Und wenn wir Abstürze haben, eben noch sind wir ganz mächtig drauf und geistlich gesalbt und dann auf einmal sind wir total unten und mies drauf – dann lasst uns den Heiligen Geist fragen: Was ist los? Was haben wir gemacht?

Wir können mehr oder weniger voll Geistes sein. Mehr oder weniger. Und Paulus rät uns immer wieder voll des Geistes zu sein. Voll ist voll – nicht halb voll. Und dann kommt dieses schöne Wort hier: „indem“.

Eph 5
19 indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen13 singt und spielt!
20 Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!

Ein Lebensstil der Anbetung, ununterbrochen, egal wie wir uns fühlen, egal, was passiert ist, egal, in welch tiefes Loch wir gefallen sind, wird uns helfen. Und wir können dort lernen von David, der sich festgelegt hat: Ich will den Herrn allezeit preisen.

Ps 34,2
Den HERRN will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein.

Jeden Tag. Und er sagt: Damit will ich meine Gelübde erfüllen.

Ps 61,9
So werde ich deinen Namen besingen immerdar; um damit meine Gelübde zu erfüllen Tag für Tag.

Er hat offensichtlich ein Gelübde getan, immer und fortwährend den Namen des Herrn zu erheben.

Und wenn wir solche, aus Einsicht, weil wir verstehen, wie wichtig das ist für uns und wieviel Gelegenheit Gott das gibt uns zu segnen, wenn wir uns entscheiden, einen Lebensstil der Anbetung zu führen, dann ist da ein Kanal für Gott zu kommen, uns zu dienen, uns zu überführen, uns zu verändern, zu uns zu reden, weil Anbetung und Dankbarkeit ist Abschied von Rebellion und all diesen anderen Selbsthilfemaßnahmen. Wir können nicht Gott preisen und in der Rebellion bleiben. Entweder wir bleiben in der Rebellion, dann werden wir nicht Gott preisen oder wir preisen Gott und wir werden die Rebellion verabschieden.

Und so hat Gott also Handlungsanweisungen gegeben, die uns helfen, aus den Verstrickungen und den Verwundungen und Turbulenzen unserer Seele immer wieder herauszukommen und so zu lernen unsere Seele durch einen Strom des Heiligen Geistes in der Anbetung, in der Dankbarkeit zu stabilisieren. Und von da an dann, wenn wir das gelernt haben, fangen Charakterveränderungen an.

Ich glaube, hier ist jetzt die Zeit zuende, okay, also danke schön.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (80:00 bis 85:00)

 

Und diese Schwester sagt: Lass uns jetzt den Herrn preisen.

Ich dachte, sie tröstet mich.

Das war eines der schrecklichsten Momente meines Lebens, aber auch einer der gesegnetsten, wie ich später festgestellt habe. Ich wusste, sie hat total recht, ich wusste, dies ist die Stunde anzuwenden, was ich immer so großspurig gelehrt hatte und doch in mir war alles auf Rebellion oder „ich kann jetzt nicht“ oder „das kann man von mir nicht erwarten“ oder „das wäre jetzt nicht echt“.

Ja, so kann man auch reagieren. „Ich könnte jetzt den Herrn preisen, aber das wäre nicht von Herzen, das wäre nicht echt“. Wir haben überhaupt keine Ahnung, was unser Herz ist!

Nun, ich wusste, ich will das nicht, was sie jetzt von mir will und was das Wort Gottes von mir will. Das wusste ich ganz genau. Und ich wusste aber auch, und das war eine schreckliche Erkenntnis für mich, wenn ich mich hier verweigere, diesen geschwisterlichen weisen Rat zu folgen und wenn ich jetzt nicht tue, was ich selber gelehrt habe, Gott entzieht mir das Mandat vor dieser Gruppe oder überhaupt irgendwo anders jemals wieder das Wort Gottes zu lehren.

Und das war genauso schrecklich, weil ich wusste, ich habe ein Berufung, das Wort zu bringen. Und so dachte ich, die Lösung besteht darin, gar nichts zu tun.

Aber sich zu verweigern, auch ohne Worte, ist ein klares „Nein“. Sich zu verweigern, dem Gehorsam, ist ein klares „Nein“. Ob du das mit Worten ausdrückst oder nicht. Und ich wollte weggehen und ich dachte, wenn ich jetzt weggehe habe ich das Problem gelöst, aber dann dachte ich: Halt, doch nicht wirklich. Dann habe ich meine Berufung kaputt gemacht und verfehlt.

Und irgendwann hab ich gedacht, es hilft alles nichts, sie hat recht, ich weiß, dass sie recht hat, ich weiss, dass ich diese Gefühle nicht haben sollte, ich werde sie nicht los, ich hab gesagt: Herr, nimm mir doch diese schreckliche Wut weg und nimm mir doch das alles weg – und Er sagt: „Ja, preise mich“.

Alles wollte ich – nur das nicht! Und das ist das typische Verhaltensmuster vom Bruder Rebellus. Er will nicht den Herrn preisen. Warum? Weil wir wissen ganz genau, wir können nicht festhalten an Schmollen, uns ungerecht behandelt fühlen und Wut und Zorn und all dem Rest von diesen negativen Dingen – wir können nicht daran festhalten und gleichzeitig beginnen, den Herrn zu preisen. Entweder das eine oder das andere. Rebellion ist eine Verweigerung wie Paulus das sagt im Römerbrief, die Verweigerung, Gott die Ehre zu geben.

Röm 1,21
Denn obwohl sie Gott erkannten, haben sie ihm nicht die Ehre gegeben, die Gott gebührt, noch ihm Dank gesagt, sondern sie verfielen mit ihren Gedanken dem Nichtigen, und ihr unverständiges Herz verfinsterte sich.

Und also ist auch Gott die Ehre zu geben die Therapie und die Lösung für Rebellion. Und wir haben niemals eine solche Situation der Verwundung, der Verletztheit, der Enttäuschung, der Bitterkeit, die so tief wäre, dass wir nicht uns abwenden könnten und könnten beginnen, Gott zu preisen.

Und das ist, wovon Paulus hier spricht in diesen Versen.

Eph 5,15
Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise!

Jetzt Vers 18.

Eph 5,18
Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist

Die griechische Konstruktion ist dort: Werdet immer wieder, ununterbrochen, immer wieder neu voll Geistes.

Das ist eine interessante Formulierung: Also wiewohl der Heilige Geist natürlich sich nicht ändert – das Maß dessen, was wir von ihm erleben, kann sich sehr wohl ändern. Man kann eine Zeit haben zu Hause mit Gott und ist wunderbar ermutigt und dann kommt man in die Gemeinde und plötzlich nach 10 Minuten stellt man fest, man ist irgendwie total mies drauf.

Und dann gebe ich den guten Rat: Finde mit dem Heiligen Geist heraus, was passiert ist, irgendwo zwischen Zuhause und der Gemeinde ist etwas passiert, du hast auf eine Art und Weise reagiert wie du nicht hättest reagieren brauchen und sollen und du hast eine Talfahrt gemacht.

Wie groß muss das Loch im Fahrradreifen sein bis alle Luft rausgeht? Ein ganz kleines Loch genügt! Eine Reisszwecke genügt.

Und geistlich denken wir, naja, was kann schon eine Reisszwecke machen? Zugegeben, da hab ich eben Schwester Bertha getroffen und die mag ich nun überhaupt nicht und dann hab ich provokativ – püh – ihr den Rücken zugedreht und hab mich dann auf meinen Platz gesetzt, aber was kann eine kleine Reisszwecke denn schon bei einem so mächtig voll Geistes Menschen irgendwie wie bei mir ausrichten?!

Nun, genau das selbe wie bei einem Fahrradschlauch! Eine kleine Reisszwecke – pffffffff – und die Luft ist draussen.

Und wenn wir einen gefühlsmäßigen Absturz haben, lasst uns nicht einfach nur den Deckel drauftun und sagen: „Ich widerstehe dem im Namen Jesu, ich bin jetzt wieder gut drauf, ich bin gut drauf und Gott ist mit mir, allezeit Sieg“ oder so etwas.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (75:00 bis 80:00)

 

Und es ging mir gut, es ging mir blendend. Tagelang, manchmal wochenlang. Und dann innerhalb von einer halben Stunde, von dieser herrlichen Höhe stürzte ich ab, und war ganz unten, wusste nicht mehr, ob ich errettet bin und ob Gott mich überhaupt mit Namen kennt und ob das alles nicht eine Einbildung gewesen ist usw.

Und das Dumme war, wenn ich unten war, ich wusste nicht, warum bin ich von diesen herrlichen Höhen heruntergefallen und was könnte ich tun, um wieder nach oben zu kommen. Ich wusste das nicht.

Also hab ich gedacht, das ist so wie auf der Wetterkarte. Ein Hoch wird von einem Tief abgelöst und jetzt hab ich ein geistliches Tief. Hast du schon mal gehört, diesen Audruck? Ein geistliches Tief?

Was für ein Unsinn, wo steht das im Wort? Sowas gibt es überhaupt nicht. Allezeit Sieg in Christus.

2 Kor 2,14
Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzug umherführt in Christus und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Ort durch uns offenbart!

1Kor 15,57
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!

Gott verordert dir nicht ein Tief. „Ja, Gott möchte, dass ich jetzt durchs tiefe Tal gehe“ oder irgend so einen Schrott. Das ist Unsinn. Vielleicht gibt es eine Zeit, wo du äußere Schwierigkeiten hast, aber dann mach es wie Paulus: Inmitten der Drangsal überreich an Freude.

2Kor 7,4b
Ich bin überreich an Freude bei all unserer Bedrängnis.

Dann macht es auch Spaß da durchzugehen. Ich weiß, dass das nicht so ganz einfach ist, aber das ist der Standard des Wortes Gottes.

Und wenn ich ein Tief hatte, und das war besonders in jener Zeit, da habe ich dann angefangen vor einem kleinen Hauskreis zu lehren. Und hab gelehrt aus den Psalmen: Wir können siegreich sein, und wir haben allezeit Sieg über unsere Feinde und wir können Gott loben und Ihn zu loben ist der Schlüssel aufzusteigen und in die luftigen Höhen des Sieges getragen zu werden.

Oh, hab ich da wunderbare Dinge gepredigt. Da kam eine Schwester zu mir und sagte: „Oh, das ist alles so gut, was du predigst. Und dir fehlt eigentlich nur noch eines“, sagt sie, „dass du jetzt das lebst, was du lehrst“.

Ich dachte, ich könnte sie würgen. Ich hatte wirkliche Gelüste irgendwie ihren Hals ein bisschen länger zu machen oder so etwas. Wie kann sie soetwas sagen! Ich lehre so gesalbt und so gut. Der ganze Hauskreis hat „Amen“ gesagt und genickt. Und das war eine biblische Botschaft. Und dann kommt sie und sagt zu mir! Da war ich schon 2 Jahre Christ! Wenn sie das zu einem jungen Christen gesagt hätte, aber nicht zu einem gereiften Mann Gottes?! Sagt sie zu mir: Jetzt fehlt dir nur noch, dass du lebst, was du lehrst.

Ich dachte, na, die muss aber reichlich verblendet sein! Das war meine Analyse für so eine Unverschämtheit.

Dann kam etwas Interessantes: Dann kam eine Zeit der Bedrängnis, der Mini-Verfolgung und der Schwierigkeiten. Und nach kurzer Zeit war ich total entmutigt, frustriert und bedrückt und ärgerlich und verletzt und wütend über die Gemeinde. Nicht diese – da war ich in einer anderen Gemeinde. Und über die Geschwister da – und wie können sie so etwas tun. Und sie nennen sich Christen – Pfui Teufel. Und solche Gefühle hatte ich da in mir drin. Wie können sie so lügen über mich und sowas mir antun usw.

Und ich war total frustriert. Total frustriert! Und nichts mehr war mit „Sieg“. Vorher hatte ich auch so mal zwei Tage oder so zwischendurch alle paar Monate, wo ich so hingestreckt war auf meiner Matratze, dass ich irgendwie geistlich abgetaucht war. Aber das waren nur vorübergehende Tiefs, nach drei Tagen stand ich wieder auf und war wieder der siegreiche Mann Gottes und predigte wieder „Sieg allezeit“ und keiner wusste, was ich drei Tage auf meiner Matratze gemacht hatte.

Aber jetzt war es nicht drei Tage auf der Matte, sondern ich war innerlich total fix und fertig. Und da ging ich zu einer Schwester – nicht zu der, eine andere aber. Die war nicht weniger weise. Und ich wollte, weil sie immer so gute Worte hatte und so viel Verständnis hatte, ich wollte, dass sie mich ein bisschen aufpeppelt. Weil mir so übel mitgespielt wurde, weil man mir so böse Dinge getan hat, weil man mich so entmutigt hat und mir so böse Sache gesagt hat, die wirklich objektiv echt der Gipfel waren dessen, was man so einem Bruder so ungefähr antun könnte oder nah am Gipfel – sagen wir mal so.

Und ich dachte, ja, sie hätte jetzt Verständnis und sie würde sagen, oh, das ist ja alles furchtbar, was da die Gemeinde mit dir macht. Und ich dachte, sie würde so richtig mich wieder trösten. Und ich ging zu ihr und ich sagte: Was soll ich nur machen?

Und da sagt sie: Weißt du was, lass uns jetzt den Herrn preisen.

Ich dachte, mir fallen die Ohren ab! Sie hat nicht verstanden, was mein Problem ist. Ich bin verletzt, ich bin verwundet, mir geht es total schlecht. Ich bin down, ich möchte am liebsten alles hinschmeissen. Und sie sagt: Lass uns den Herrn preisen.

Und mir fiel ein, das ist, was ich immer gepredigt habe: Egal, wie schlecht es dir geht – preise den Herrn und Gott holt dich wieder heraus. Es gibt keine Grube, die so tief ist, dass du da hineinfallen könntest, aus der Gott dich nicht wieder herausholen könnte. Wenn du ihm deine Liebe und deinen Gehorsam zeigst durch Anbetung. Preist den Herrn allezeit ohne Rücksicht auf Gefühle – das war meine starke Botschaft.

Und mir dämmerte, dass die andere Schwester wohl irgendwie recht hatte, mit dem, was sie gesagt hatte, dass ich das noch gar noch lebe, was ich da gelehrt habe.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (70:00 bis 75:00)

 

Okay, dann der nächste Punkt: Der Heilige Geist ist ein Geist der Gnade. Und wenn wir ihn erleben wollen, wenn wir ihm erlauben wollen, uns zu dienen, dann ist es wichtig, dass wir Menschen der Gnade werden. Und das heißt, dass wir immer da, wo es notwendig ist für uns selbst – wo wir gefallen sind, dass wir eben Gnade nehmen.

Die Antwort auf Sünde und auf Versagen ist Gnade. Und wir nehmen Gnade. Und zwar immer dann wenn es notwendig ist. Wenn wir unsere Sünde bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns vergibt und reinigt von aller Schuld.

1 Joh 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Das geht dann sehr zusammen auch mit dieser Botschaft über die Gerechtigkeit Gottes, und darüber dann später mehr. Aber ich muss es einfach der Vollständigkeit halber hier erwähnen.

Und natürlich gehört Gnade auch in unsere Beziehung mit Mitmenschen. Also unsere Reaktion auf die Fehler und Sünden und Schwächen von anderen. Wir können nicht für uns Gnade nehmen und dann uns weigern, Gnade weiterzugeben. Weil die Schrift uns dann sagt: Dann hört dieser Strom von Gnade einfach auf.

Und dann können wir uns beklagen und können sagen, das kann doch nicht sein, Gott hat doch gesagt, seine Gnade ist umsonst – ja, sie ist auch umsonst, und du kannst sie nicht verdienen – aber du kannst sie sehr wohl verhindern.

Sie ist umsonst, aber du kannst sie verhindern. Paulus sagt zu den Galatern: Wenn ihr das Gesetz beachtet, ihr seid aus der Gnade gefallen.

Gal 5,4
Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen!

Nicht die Gnade ist unwirksam geworden, sondern sie sind aus der Gnade herausgefallen. Und wenn wir anderen Menschen, die uns wehgetan haben nicht vergeben – auch das ist eine eigene Lektion, weil es so, so wichtig ist, werden wir eine ganze Einheit nur darüber sprechen dann – „Bitterkeit und Vergebung“. Wenn wir nicht vergeben, dann hört die Gnade Gottes auf zu fließen, weil wir sie zum Stillstand gebracht haben.

Und diese Bitterkeit kann unser ganzes Leben zerstören. Und das möchte Gott nicht. Okay, der Heilige Geist kommt und er lehrt uns, was Gnade ist und wie wir sie anwenden. Gut.

Und jetzt der Hauptpunkt eigentlich hier zu diesem Bereich jetzt hier: Der Heilige Geist hat auch ein großes Verlangen, ein großes Ziel: Er möchte Jesus verherrlichen. Das ist, warum er gekommen ist. Er möchte Jesus verherrlichen.

Und wenn wir uns entscheiden, wir wollen Jesus verherrlichen, wir wollen Menschen werden der Anbetung, dann sagt der Heilige Geist: „Oh, da wird mir Raum gemacht, da kann ich kommen, da ist jemand, der wirklich Platz macht für mich“. Und dann kommt er. Ein Leben der Anbetung ist ein Leben, das dem Heiligen Geist Raum gibt. Und wenn er eben kommt, dann bringt er all das Herrliche mit, was wir vorhin schon beschrieben haben: Die Liebe, die Ermutigung, die Zuversicht und das Wertgefühl und die Freude und noch vieles, vieles andere Gute. Das wirkt der Heilige Geist wenn wir ihm Raum geben.

Eph 5,18 – dort wird also dann das beschrieben, wie das konkret aussieht. Und hier werden wir dann ganz praktisch sehen, warum ich vorhin so stark betont habe, dass Wandel im Geist etwas mit Reaktionen zu tun hat.

Okay, lasst uns einmal hier ab Vers 15 lesen ruhig.

Eph 5
15 Seht nun genau zu, wie ihr wandelt […]

Und das ist genau das Gegenteil von dem, was ich früher getan habe. Ich habe immer genau zugesehen wie ich mich *gefühlt* habe. Und ich habe immer genau zugesehen, was die anderen wieder Böses gegen mich getan haben. Darauf war mein Augenmerk gerichtet. Und du kannst nicht siegreich leben wenn du dich auf diese Bereiche konzentrierst: auf deine Gefühle und was andere gegen dich tun. Du kannst nicht siegreich sein.

Und das ist, was Paulus hier sagt: Achtet nicht darauf! Achte darauf, was du TUST.

Nicht, was du fühlst, nicht, was von außen gegen dich kommt, sondern was du tust, wie du reagierst. Das ist das Entscheidende, was bestimmen wird, ob du ein siegreiches Leben führst in Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist oder ob du in eigener Weise für dich getrennt von Gott leidest und schmollst und vor dich hin sumpfst und irgendwie so ein Leben der Niederlage führst.

Ich weiß nicht, ob du hier überhaupt weißt, wovon ich spreche, aber ich kenne Zeiten aus meinem Leben – als ich keine Lehre hatte, damals konnte ich noch nicht in ein Grundlagenseminar gehen, das gab es da nicht. Ich war ein junger Christ vor 20 Jahren oder 18 Jahren ungefähr. Und ich hab Zeiten gehabt, wo ich mich bärenstark gefühlt habe, wo ich gedacht habe, ich bin der kommende Mann Gottes und wenn doch alle nur so wären wie ich und wieso haben denn diese Schwächlinge Probleme? Ich kann das gar nicht verstehen – als Christ hat man doch keine Probleme.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (65:00 bis 70:00)

 

Okay, also jetzt einige konkrete Punkte, wie wir denn diesem wunderbaren Heiligen Geist Raum geben können, wie wir Gemeinschaft haben können mit ihm.

Er ist zuallererst der Geist der Wahrheit. Ich habe das eigentlich vorhin schon indirekt angesprochen als ich über die Eigenschaften der neuen Natur gesprochen habe – wenn wir den Heiligen Geist erleben wollen und wenn er nun mal ein Geist der Wahrheit ist, dann bedeutet das, ich treffe eine Entscheidung: Ich will ein Leben führen gegründet in Wahrheit.

Ich will mein Leben ausrichten nach der Wahrheit des Wortes Gottes. Dann habe ich eine Entscheidung getroffen, die ihm ein Signal gibt, und er sagt, oh, das, was mir wichtig ist, ist auch ihm wichtig – und da kann er kommen, da kann er sich wohlfühlen. Er ist der Geist der Wahrheit.

Natürlich nicht in einem destruktiven, zerstörerischen oder asketischen Sinne irgendwie, „jawoll, was jetzt dran ist, ist die knallharte Wahrheit, jetzt setzen wir uns mal im Kreis, so wie so ein paar Psychogruppen, und dann werden wir uns knallhart einmal die Wahrheit sagen, was wir schon immer so gefühlt haben über den Bruder und die Schwester, und am Ende sind alle total verzweifelt und liegen alle am Boden und keiner traut mehr dem anderen und keiner weiß noch, ob er sich selber trauen kann.

Das ist nicht die Art und Weise, wie Gott therapiert. Die Therapie der Welt ist: Zerstöre die Persönlichkeit, und dann aus den Trümmern soll dann etwas neues geschaffen werden. Das ist nicht, wie Gott arbeitet.

Das allererste, wenn ich sage „Leben in Wahrheit“, ist, dass wir übernehmen, was Gott über uns sagt: Wir sind wunderbar. Wir sind seine geliebten Kinder. Wir sind wertvoll. Und das ist eine der härtesten Botschaften, habe ich empfunden über die letzten Jahre, die man nur predigen kann. „Wir sind wertvoll in Gottes Augen“.

Jes 43,4a
Weil du kostbar bist in meinen Augen, wertvoll für mich, und ich dich liebgewonnen habe

Und manches Mal in der Seelsorge, da habe ich gesagt: Weißt du, ich glaube, hier hilft nur noch eines: Du musst selbst Vater werden, ein paar Kinder in die Welt setzen, dann verstehst du, wovon ich hier rede.

Ein Vater hat einfach das in sich, eine große Liebe zu seinem Kind. Und diese Liebe ist nicht gekoppelt an was das Kind getan hat oder gelassen hat, sondern das ist einfach in seinem Vaterherz drin. Der Vater freut sich über seine Kinder. Und das ist eines der schwierigsten Dinge für manche Christen zu glauben – wenn sie zu Gott kommen, Ihn zu sehen als den, der mit offenen Armen steht: „Oh, mein Kind kommt zu mir, jawohl, komm, lass uns eine gute Zeit haben“.

Es gibt ganze Gemeinden, da sagt der Pastor, „lasst uns beten“ – und alle gehen in Deckung. „Hilfe, jetzt könnte Gott sich nahen“. Man verkriecht sich, man versteckt sich, man wird irgendwie förmlich, man zupft sich irgendwie innerlich zurecht. Man denkt, man muss jetzt irgendwas beeindruckendes tun.

Das ist ein total verkehrtes Konzept: Gott ist ein Vater. Und das beinhaltet, Er liebt mich – nicht, weil ich was getan oder gelassen habe, sondern weil Er der Vater ist. Das hat mit mir gar nichts zu tun – glücklicherweise.

Aber da ist diese Verbindung da bei uns zwischen Liebe und Werken. Und das muss durchbrochen werden, und das kann nur durch Wahrheit und das Wirken des Heiligen Geistes durchbrochen werden.

Dass wir die Erwartung an Gottes Liebe haben gemäß unserer Taten – und weil wir sehr genau Bescheid wissen über unsere Taten und unser Gewissen uns auch anklagt – deswegen ist das Maß unserer Erwartung wenn wir in die Gegenwart Gottes kommen nicht besonders groß.

Darüber werden wir später hören dann wenn wir über die Gerechtigkeit Gottes dann hören – das ist eigentlich ein Thema, was dann hier hineingehört. Okay, jetzt kann ich das nur nennen.

Also wir übernehmen, was Gott über uns sagt. Und nur wenn wir zu dieser Erkenntnis kommen, wir sind wirklich angenommen *für immer* – wegen Golgatha, wegen dessen, was Jesus getan hat, dann kommt dieses Vertrauen und dann kommt auch noch später ein zweiter Aspekt von Wahrheit dazu: Dass der Heilige Geist beginnt, uns einige Dinge zu zeigen aus unserem aktuellen Verhalten, unseren Haltungen usw. Aber er tut das niemals verdammend, sondern er tut das mit sehr viel Gnade und Freundlichkeit, und er macht uns klar: Wir sind angenommen, wir sind geliebt. Und dann teilt er uns mit und sagt: „Und an dieser Stelle werden wir jetzt arbeiten, mein Sohn/meine Tochter, und ich verspreche dir eines, wir werden dieses hässliche Ding herausbekommen aus deinem Leben“.

Und Gott ist konsequent und entschieden, aber nicht bedrohlich und bestrafend und ablehnend. Und das ist etwas, was wir verstehen müssen. Und was uns hindert, wirklich Gott voll zu akzeptieren als unseren Vater.

Also das allererste: Die Wahrheit des Wortes Gottes. Jesus sagt: Wir werden die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird uns frei machen.

Joh 8,32
und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Hallelujah. Die Wahrheit – die Wahrheit macht frei!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (60:00 bis 65:00)

 

Und die Freude am Herrn ist unser Schutz oder unsere Bergfeste. Und lass es dir zu einer geistlichen Regel werden: Freude ist nicht etwas, was Gott sporadisch dir hin und wieder auf besonderen Konferenzen oder anderen geistlichen Höhepunkten irgendwie so gewähren will und du sollst das ganze Jahr über dann darauf hin leben, „oh, bald kommt wieder eine große Konferenz und dann wieder werde ich ein bisschen ermutigt werden und das gibt mir genügend Kraft wieder mich das ganze Jahr so durch zu schleppen“.

Das ist ein total verkehrtes Konzept! Sei da nicht so anspruchslos. Freude soll etwas sein, was uns kennzeichnet, was absolut notwendig ist und wenn wir unsere Freude verlieren, hat das Gründe! Jesus sagt: Niemand kann eure Freude von euch nehmen.

Joh 16,22
Auch ihr nun habt jetzt zwar Traurigkeit; aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude nimmt niemand von euch.

Nur einer: Du selbst.

Und wenn wir unsere Freude verloren haben und merken, alles wird schwer und zäh und wir quälen uns nur noch zu den Versammlungen, dann sollten wir unbedingt die Notbremse ziehen und ein bisschen Fasten und Beten einschieben und sagen: Wo bin ich abgeirrt vom Weg? Wo habe ich angefangen, irgendwas eigenes zu machen, aber nicht mehr das, was Gott von mir wollte?

Diese Freude, die einfach Gott in uns hineinlegt, ist etwas, was konstant da sein soll um uns zu motivieren. Und es kommt durch den Heiligen Geist. Der Heilige Geist bringt diese Freude. Der Heilige Geist bringt die Liebe. Der Heilige Geist bringt das Wertgefühl. Niemand kann glücklich leben, der nicht ganz tief in sich drin weiß, ich bin wertvoll – egal, was mein Lehrer sagt – ich bin wertvoll. Ich weiß das! Und das ist schön für mich, und das wirft etwas ab.

All diese verschiedenen Segnungen sollen in unser Leben hineinkommen. Und sie kommen durch den Heiligen Geist zustande. Wir müssen ihn nicht überreden, das zu tun. Er tut das von dem Moment an, wo wir ihm das erlauben. Denn das schöne ist: Er liebt uns mehr als wir uns lieben. Das ist das schöne. Er liebt uns mehr als wir uns selbst lieben.

Wir müssen nicht den Heiligen Geist überreden, uns ein bisschen wohl zu tun. Wir müssen nur lernen, wie wir ihm Raum geben können und dann aufhören, ihn zu behindern. Die Bibel redet sehr wohl davon, dass wir ihn behindern können. Z.B. Eph 4,30 – später kommen wir noch dazu.

Eph 4,30a
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes

Aller Zorn, Grimm, Bitterkeit, Wut und Lästerung sei ferne von euch, samt aller Bosheit.

Eph 4,31
Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan, samt aller Bosheit!

Das sind Verhaltensweisen, die betrüben den Heiligen Geist. Und „betrüben“, das habe ich früher nie verstanden, ehe ich ein bisschen mehr persönlich den Heiligen Geist kennengelernt habe, „betrüben“ bedeutet nicht, dass er sagt, du hast das gegen mich getan, jetzt mag ich nicht mehr – und dann dreht er sich um und schmollt und sitzt in der Ecke und sagt, ich spiel nicht mehr mit dir – oder so etwas.

Sondern ich betrübe den Heiligen Geist durch bestimmte negative Verhaltensweisen. Interessanterweise gar nicht mal ihm gegenüber, sondern Menschen meiner Umgebung gegenüber.

Hast du schon mal gemerkt, die meisten Gläubigen haben mit Gott gar keine Probleme – sie haben nur Probleme mit den anderen Gläubigen? Und unsere Probleme mit den anderen haben sehr viel zu tun mit unserer Beziehung zu Gott, sehr viel! Da ist eine Verbindung.

Und Gott sagt manches mal: Willst du näher zu mir, dann ändere bestimmte Dinge in deiner Ehe, ändere bestimmte Dinge in deinem Leben, wie du mit deinen Geschwistern umgehst. Und dann kann Gott sich auch mehr uns nahen.

Wir betrüben den Heiligen Geist wenn wir durch bestimmte Verhaltensweisen ihn hindern uns zu segnen. Und weil er uns so lieb hat, weil er so gerne uns erfüllen möchte, erfrischen möchte, segnen möchte – gestern waren wir als Gemeindeleitung zusammen und wir haben eine schöne Zeit gehabt im Heiligen Geist. Und wir waren nicht sehr amtlich und sehr würdevoll, sondern wir haben hier teilweise auf dem Boden rumgekullert und wir haben gelacht und uns gefreut und es war wirklich sehr erfrischend und sehr glaubensstärkend.

Der Heilige Geist will uns dienen, er will uns wirklich erfrischen.

Und wenn er das nicht kann, wenn wir Mauern aufbauen, wenn er von uns gehindert wird, eben durch Zorn, Bitterkeit, Grimm usw. – dann ist er traurig darüber, dass er seinem Verlangen, uns Gutes zu tun nicht Ausdruck geben kann. Das betrübt ihn, und er muss sich zurückziehen bis wir das einsehen, bis wir eben erkennen, was da schiefgelaufen ist und das wieder zurücknehmen, um Vergebung bitten und dann ihm wieder Gelegenheit geben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (55:00 bis 60:00)

 

Und ich will einfach anhand von einigen Eigenschaften des Heiligen Geistes das zeigen, wie wir dem Heiligen Geist Raum geben können. Und sobald wir ihm Raum geben, fängt er an, uns zu segnen, fängt er an, uns zu dienen, fängt er an, einfach uns das zu geben, was wir uns selber nicht geben können.

Was gibt uns der Heilige Geist? Er gibt uns, wie eben schon gesagt, die Kraft, aber auch andere wichtige Dinge. Er bringt uns Liebe.

Das ist die Aufgabe des Heiligen Geistes, uns die Liebe Gottes zu bringen. Röm 5,5 – die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.

Röm 5,5
die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.

Der Heilige Geist will uns die Liebe Gottes bringen. Und wenn wir die Liebe Gottes nicht auf einer regelmäßigen Basis erleben, dann bleibt uns nur eines übrig: Uns zu zwingen, uns anzustrengen, um mir eigener Kraft dann eisern den Menschen von Disziplin und von eisernem Willen und Durchhalteparolen irgendwie und Pflichtbewusstsein uns irgendwie durchs christliche Leben zu schleppen. Das mag vielleicht auch gehen, aber etwas wirst du nicht haben: Wirkliche Erfüllung und wirkliche Freude. Das wirst du dabei nicht haben.

Und das wäre ganz, ganz schade, weil das ist ausgemachter Wille Gottes, dass du die Freude Gottes erleben sollst.

Neh 8,10b
Die Freude am Herrn ist eure Stärke.

Oder „euer Schutz“. Und in der Fußnote kannst du sogar lesen, jedenfalls wenn du eine Elberfelder Bibel hast, „ist eine Bergfeste“. Die Freude am Herrn ist eine Bergfeste. Was für ein starkes Wort. Eine Bergfeste. Ich weiß nicht, ob du früher auch gerne so Ritterfilme gesehen hast oder so, ja? Aber wenn du das mal gesehen hast, dann weißt du, eine Festung, die in den Bergen ist, kann gegen Feinde, die notwendigerweise von unten kommen müssen – von oben können sie ja nicht kommen – leicht verteidigt werden. Es ist leicht, eine Festung oben auf dem Berg zu verteidigen. Weil der Feind muss von unten kommen und du bist oben. Und du bist von vornherein überlegen. Und ihr Lieben, das ist ein Bild für den Kampf des Glaubens, den wir haben. Viele Christen versuchen zu kämpfen, um Sieg zu haben. Und das wird niemals funktionieren, weil das nicht der Kampf des Glaubens ist. Der Kampf des Glaubens ist: Gott gibt uns den Sieg, und jetzt stehen wir in dem Sieg.

Wir halten gegen alle Bedrängnis einfach diesen Sieg fest – das ist der Kampf des Glaubens. Es ist ein Kampf, den wir kämpfen, um den Sieg aufrecht zu erhalten. Und jedes Nachgeben in Entmutigung, in Enttäuschtsein, in Wut, in Zorn, in Rebellion, in Schmollen, in „ich mag nicht mehr“, „ach, mir ist alles egal, lasst mich in Ruhe“ und dergleichen mehr – all dieses Nachgeben auf diese Art von negativen Gefühlen, die dein Nachbar so wenig schätzt an dir, all diese Dinge bedeuten, dass wir den Kampf aufgeben.

Entmutigung, „sich hängen lassen“, „sich gehen lassen“ ist Aufgeben dieses Kampfes. Der Kampf ist ein Kampf um den Sieg, den wir schon haben, festzuhalten. Deswegen passt das so schön zu diesem Bild, dass die Freude am Herrn eine Bergfeste ist. Und dann kommen die Feinde von unten, und wir sind sehr locker. Wir wissen, die Mauer unserer Festung ist sehr, sehr, sehr hoch. Und wir haben viele Möglichkeiten, uns vor den herannahenden Feinden zu wehren. Und wir können gelassen von der Mauer herabschauen wenn sie kommen. Vielleicht kommen sie in der Nacht und legen eine Leiter an und krabbeln dann hoch – das macht weiter nichts, weil wenn sie erstmal nur auf der Hälfte der Leiter sind, dann nehmen wir nur unseren kleinen Hacken und dann geben wir der Leiter eine kleine Bewegung nach hinten und dann fällt die Leiter um. Das ist nicht eine riesige Kraftanstrengung, wo du sagst: „Oh, meine Güte, müssen wir heute wieder die Feinde abwehren“. Jedes kleine Kind kann das tun!

Oder das nächste Mal hältst du ein paar Eimer mit heißem Wasser oder heißem Pech oder anderen Utensilien – große Steine, hältst du parat auf deiner Mauer, die kannst du auch schon auf die Zinnen legen. Dann kommt der Feind, und dann wiederum mit deinem bewährten Hacken – eine kleine Bewegung nach vorne und dann rollt dein Steinchen nach unten und das war’s. Also eine Festung in den Bergen ist leicht zu verteidigen, das will ich damit sagen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (50:00 bis 55:00)

 

Nehmen wir ein Beispiel. Eine Haltung von „ich bin nichts wert“ wird nach kurzer Zeit ein Gefühl eben von „unglücklich sein“ und von „unzufrieden sein“ produzieren.

Aber nichts das Gefühl „unglücklich sein“ ist dein Problem, sondern dein Problem ist die Haltung und diese Einstellung, die du hast dir selber gegenüber. Meistens haben wir das übernommen und das wurde uns sozusagen auferlegt und antrainiert und dann fühlen wir uns halt leer, unmotiviert, gelangweilt und uninspiriert, und das Leben hat irgendwie nichts farbiges und erfrischendes an uns.

So sind Gefühle nichts anderes als Folgen von bestimmten Verhaltensweisen und Denkweisen und Haltungen. Und willst du deine Gefühle verändern, nun, dann ändere deine Denkweise, ändere dein Haltung, ändere deine Verhaltensweisen – ganz einfach.

Willst du deine Gefühle verändern, ändere deinen Lebensstil. Und du wirst von alleine dann sehen, weil du an der Wurzel arbeitest und nicht versuchst, das Symptom irgendwie zu verändern, dass neue Gefühle in dein Leben kommen.

Und zu diesem ganzen Konzept „Erlösung“ bedeutet es auch, wir sind wieder zu dem gekommen, was am Anfang die Menschen sein sollten nach Gottes Plan: Menschen, die herrschen. 1 Mose 1: „Lasst uns Menschen machen, die herrschen“.

1 Mose 1,28
Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde!

Und Röm 5,17 sagt, wenn wir die Fülle der Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit empfangen, dann werden wir herrschen durch Jesus Christus.

Röm 5,17
Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Erlösung bedeutet, wir kommen wieder zurück in den ursprünglichen Plan. Und Gottes Plan ist, dass wir Menschen sein sollen, die herrschen. Nicht über Menschen, sondern die herrschen im Leben über die Umstände. Und wir können niemals lernen, über die Umstände zu herrschen, wenn wir nicht über unsere Gedanken und unsere Gefühle beginnen zu herrschen. Herrschaft beginnt innen.

Und können wir nicht unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Haltungen unter Kontrolle nehmen, wir werden niemals Menschen werden, die ein siegreiches Überwinder-Leben führen können, es ist total ausgeschlossen. Weil das, was uns runterreißt – oder sozusagen das Wesen von Niederlage ist, dass wir überrollt werden von negativen Gefühlen: Entmutigung, Hoffnungslosigkeit, Enttäuschung, Abgelehnt sein, Missverstanden sein, und und und … Das sind alles Gefühle, die überwältigen uns, und die Folge davon ist, du wirst lustlos oder sogar böse und bösartig.

Von diesen Dingen überrollt zu sein, wird immer dazu führen, du hast keine Lust mehr, das Wort zu studieren. Du hast auch gar keine Lust in die Versammlung zu gehen, du hast keine Lust, anderen Menschen etwas von Jesus zu sagen. Von diesen negativen Dingen überrollt zu sein, heißt, dass dein geistliches Leben – hoffentlich nur für ganz kurze Zeit – zu einem echten Stillstand gekommen ist.

Und Herrschaft beginnt damit, dass wir lernen zu verstehen, was passiert da in uns und wie können wir diese Dinge herausbekommen aus unserem Leben.

Und das eben hat zu tun mit dem Heiligen Geist, dem wir Raum geben.

2 Kor 13,13b
… die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

Das ist nicht die theoretische oder dogmatische Wahrheit irgendwie – ja, der Heilige Geist wohnt in mir – sondern „Gemeinschaft“.

Wie Menschen in der Ehe – sie können miteinander verheiratet sein, aber sie haben keine Gemeinschaft. Sie sind legal dem Status nach verheiratet, aber sie haben keine Gemeinschaft. So können wir auch den Heiligen Geist in uns haben, aber wir kennen ihn gar nicht. Wir haben keine Gemeinschaft und wir geben ihm keinen Raum und er kann dann uns nicht dienen. Er kann uns nicht dienen und damit ist diese Zufuhr von Kraft einfach nicht da, und das ist gleichbedeutend damit, wir werden keine echte Veränderung erleben. Weil die Änderung kommt durch den Heiligen Geist zustande.

Apg 1,8
sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde!

Die Veränderung kommt durch den Heiligen Geist. Also wir brauchen ihn ganz, ganz, ganz dringend.

Und dann ist es notwendig, dass wir verstehen, wie haben wir mit ihm Gemeinschaft und wie können wir ihm Raum geben in unserem Leben.

Und wenn wir etwas verstehen über sein Wesen – und sicherlich Gemeinschaft fängt damit an, dass wir studieren im Worte Gottes, die Person, das Wesen des Heiligen Geistes – dann werden wir entdecken, dass er bestimmte Vorlieben hat, dass er bestimmte Dinge mag und andere Dinge nicht mag.

Und Gemeinschaft ist nichts anderes als mich darauf einzustellen, was ihm gefällt und eine Entscheidung zu treffen – viel mehr können wir kaum tun – eine Entscheidung zu treffen: Das sollen die Dinge sein, nach denen ich mich jetzt ausrichte im Leben, danach werde ich mein Leben neu orientieren.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (45:00 bis 50:00)

 

1 Joh 5,3b
und seine Gebote sind nicht schwer.

Sie Gebote sind nicht schwer! Und wir möchten aufbegehren und sagen, „Mann, hast Du ne Ahnung?! Wenn das Wort Gottes sagt, ich soll immer wieder vergeben, immer wieder vergeben – willst du mal bei mir wohnen, bei meiner Alten? Dann wirst du merken, das Gebot Gottes ist schwer! Immer wieder vergeben – jeden Tag, jeden Tag – es ist schwer!“

Nein! Wir müssen aufpassen mit Gott überein zu stimmen. Sein Gebot ist nicht schwer. Dann geht es weiter. „Denn … “

1 Joh 5,4a
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt;

Hier ist wieder der Zusammenhang: Wir können nach Gottes Standard leben, weil wir eine Natur in uns haben. Und die neue Natur ist sozusagen danach geschaffen und so gebaut, dass sie diesem Standard entsprechen kann. Das ist unsere Natur. Gehorsam ist unsere Natur. Im Willen Gottes zu leben, das ist unsere Natur. Und darin geht es uns gut. Versuchen zu wollen etwas anderes zu leben, nämlich nach der Art der Welt, im Ungehorsam, in der Unabhänhigkeit von Gott, wird nichts anderes als Unglück produzieren.

Du bist Kind Gottes und du bist geschaffen nach dem Willen Gottes zu leben, und das wird dir die größte Erfüllung und die größte Zufriedenheit geben und den größten Genuss im Leben. Du bist geschaffen danach und du kannst das, du bist ausgerüstet.

Und wichtig ist, dass wir lernen, wie können wir dieser neuen Natur Raum geben.

Nun, erste war, ich wiederhole noch einmal: Dieses zu verstehen, was Gott uns gegeben hat. Und einige, wenige Aspekte habe ich genannt. Aber sehr grundlegende. Wir sind nach dem Willen Gottes geschaffen, wir sind von unserem Inneren her – wir sind gehorsam geworden von Herzen.

Und dann kommt das nächste dazu, dass wir einen Lebensstil lernen, wo die Kraft des Heiligen Geistes anfängt, zur Verfügung zu stehen oder uns zu dienen.

Wenn Paulus das betont, dass wir im Geist wandeln sollen, dann bezieht sich das doch nicht alleine – wie ich das bis jetzt betont habe – auf die neue Geburt, auf den Geist in uns, sondern eben auch auf den Heiligen Geist. Weil die miteinander kommunizieren.

Der Heilige Geist, wenn er uns begegnet, wenn er uns dient, wenn er wirkt in unserem Leben – er wirkt in unserem Geist. Und nur das, was dort als bewirkt wird und im Übermaß vorhanden ist, wirkt sich aus in unserer Seele, wirkt sich aus in unserem Körper. Gott begegnet uns in unserem Geist. Nicht in unseren Gedanken und auch nicht in erster Linie in unseren Gefühlen. Gefühle gehören zum seelischen Bereich, aber wenn genügend und auf richtige Art und Weise wir gelernt haben, dem Heiligen Geist Raum zu geben, wird das auch eine gefühlsmäßige Dimension annehmen, aber das ist nicht das erste. Es ist nicht das erste.

Und da gehen viele, viele Christen irre, sie suchen Gefühle. Und alle Welt sucht Gefühle und Gott will auch, dass es uns gut geht und damit ist unbedingt auch diese Gefühlsdimension eingeschlossen: Liebe, Freude, Friede – das sind Gefühle, die das neue Leben hervorbringen soll. Aber anders als die Welt – wenn wir Gefühle haben wollen, wir suchen nicht Gefühle, sondern der Weg, Gefühle zu bekommen, ist Gehorsam.

Gefühle kommen von alleine. Suche nicht Gefühle, suche Gehorsam und die Gefühle kommen von alleine, glaubt mir das.

Und wir schauen immer auf Gefühle. Oh, wie fühle ich mich heute? Wir sind immer nur beschäftigt damit, zu sehen wie wir uns fühlen. Ich bin ein Mensch gewesen, der eben einen solchen total selbstbezogenen Lebensstil geführt hat wie das jeder Drogenabhängige auch tut. Und das ganze Denken und alles dreht sich nur um Gefühle. Es geht immer nur darum, wie fühle ich mich heute? Und wieviel muss ich heute mir reinpfeifen damit ich mich wieder gut fühle?

Und man ist so in einer Routine, immer nur auf sich zu schauen. Und auch wenn man kein Drogenabhängiger war, kann man dieser Gefahr erliegen, und man schaut immer nur auf sich. Und es ist immer nur wichtig, wie fühle ich mich?

Aber wenn ich verstehe, was Gefühle sind, dann weiß ich, das macht überhaupt keinen Sinn, auf Gefühle zu warten oder auf Gefühle zu starren, ob sie nun kommen oder ob die schlechten nun endlich gehen. Wenn ich verstehe, Gefühle sind nichts anderes als Folgen oder Reaktionen oder Produkte von bestimmten Denkweisen und Haltungen und Verhaltensweisen – ich sag’s noch einmal, weil das so gewichtig ist:

Gefühle sind nichts anderes als Produkte von bestimmten Denkweisen, von bestimmten Verhaltensweisen und bestimmten Haltungen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (40:00 bis 45:00)

 

Und so, und das ist nichts anderes als „Glauben“ – Glauben heißt, nicht auf das Sichtbare zu sehen, sondern das Unsichtbare in Betracht zu ziehen und damit zu rechnen.

Okay, soviel also zu einigen grundsätzlichen Dingen. Jetzt lasst uns ein bisschen präziser werden, wie können wir jetzt tatsächlich Schritte gehen, die diese Kraft Gottes anfangen lassen zu fließen. Und nur wenn Kraft fließt, sind wir imstande, aus alten Verhaltensweisen heraus zu kommen. Ich weiß nicht, ob du schon mal, das gibt’s ja heute kaum noch, auf dem Lande ist ja jetzt jeder Feldweg geteert, aber früher, da gab’s noch so richtige Feldwege und wenn dann Matschwetter war, dann fuhr man dann mit dem Trecker solche tiefen Rillen da hinein. Und ich weiß nicht, ob du das noch kennst, ja? Wenn diese Rillen tief genug sind, du kannst mit dem Trecker da durch fahren, du brauchst gar nicht mehr zu lenken, das fährt von alleine. Du brauchst gar nicht zu lenken, weil die Rillen sind so, dass die Reifen gerade hineinpassen, und das fährt einfach. Du kannst sogar um die Kurve fahren. Du brauchst gar nicht zu lenken, die Rillen machen das alleine.

Und so ist auch unser Charakter. Und es braucht einen Aufwand von Kraft aus dieser eingefahrenen Rille herauszukommen und dagegen zu steuern und einen anderen Weg einzuschlagen. Unser Charakter – das hat sich alles so verselbstständigt, weil wir so hart dran gearbeitet haben – über so viele Jahre uns Dinge hier irgendwie haben erlaubt zu reagieren nach einer Weile, dass es automatisch geworden ist. Wir müssen nichts mehr tun. Und dann kommen die Menschen und sagen: Ich weiß gar nicht, wie das kommt, also ich will es auf jeden Fall nicht, aber in mir kommt dieser Zorn hoch und dann passieren irgendwelche Vulkanausbrüche – also ich bin das jedenfalls nicht.

Doch – wir sind das! Das ist nur schon so eine Automatik geworden, dass wir nichts mehr tun müssen um es auszulösen. Das ist so eine Hingabe an das Äußere, das von alleine der nötige Reiz von draußen die entsprechende Reaktion von innen bewirkt. Und Wandel im Geist hat auch sehr viel damit zu tun, dass wir Verantwortung übernehmen für unser Leben, dass wir Verantwortung übernehmen für unsere Reaktionen.

Es hilft uns kein bisschen weiter, das auf irgendeinen Automatismus in uns zu stellen und zu sagen: Das muss wohl ein Dämon sein, und ich vermute, in meinem Falle ein besonders kräftiger irgendwie, der das bewirkt. Oder wir verlagern das Problem nach außen und sagen: Also, DU bist das Problem. Ja? Diese übliche Redeweise: „DU bringst mich zu Weißglut, DU nervst mich, DU machst mich wahnsinnig. Oder irgendwie so etwas.

Und wir müssen da sehr genau exegetisch arbeiten und dann stellen wir fest, das ist nicht eine Betrachtungsweise, wie sie dem Neuen Testament entspringt. Denn wenn ich sage: Du machst mich wahnsinnig – dann heißt das: Du musst dich ein bisschen ändern, damit du nicht mehr solche Reaktionen bei mir hervorrufst. Du bist schuld.

Aber die biblische Betrachtungsweise ist: Ich habe Verantwortung für meine Worte, für meine Gedanken, für meine Gefühle inkl. meiner Zornesausbrüche.

Ich bin verantwortlich – niemand sonst! Und das ist das uralte Spiel, was eben gespielt wird im Bereich Sünde, dass man immer jemand anders verantwortlich macht. Dass die Schuld verschoben wird und verlagert wird. Keiner will sie haben, keiner will verantwortlich sein. Und man schiebt es immer auf andere.

Also, da muss Kraft hineinkommen, damit wir überhaupt herauskommen aus diesen eingefahrenen Rillen und dass wir lernen können, anders zu reagieren. Diese Kraft ist natürlich der Heilige Geist. Apg 1,8 – Ihr werdet Kraft empfangen wenn der Heilige Geist auf euch kommt und ihr werdet meine Zeugen sein.

Apg 1,8
Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

Da haben wir diese Reihenfolge: Kraft, Veränderung – und diese Veränderung führt dann dazu, dass wir glaubwürdige Zeugen sind. Und ich denke, so wichtig diese Betonung ist – Zeichen und Wunder und Erweckung und all das – wir müssen eine klare Reihenfolge der Prioritäten haben. Gott ist wichtiger die Frucht des Charakters in meinem Leben als Zeichen und Wunder.

Im Himmel werde ich keine Zeichen und Wunder brauchen, aber ich brauche einen ordentlichen Charakter, sonst bin ich in Gefahr, den Himmel nicht mehr Himmel sein zu lassen. Und Gott muss sicherstellen, dass ich dem Himmel keine Gewalt antue in dem Sinne, dass ich den Himmel irgendwie beschmutze.

Und Gott wird uns lehren einfach dort Veränderung zu suchen, zu begehren, sie nicht zu fliehen, keine Angst zu haben davor und eben zu sehen: Es ist leicht! Es ist leicht!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (35:00 bis 40:00)

 

Es kann total aussichtslos aussehen – wie Paulus das sagt, als er dort sein Leben beschreibt. Da sagt er:

2 Kor 4,8-9
8 In allem sind wir bedrängt, aber nicht erdrückt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg;
9 verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht vernichtet;

Gerade heute morgen habe ich es noch gelesen, das hat mich so ermutigt und ich dachte: Mensch, das ist es!

Okay, er beschreibt dort seinen apostolischen Lebensstil. Und dann sagt er:

2 Kor 4,17
Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit

Und das ist der Gipfel der Frustration des Teufels. Die Drangsal, also die Schwierigkeiten, die Probleme, die Herausforderungen, sagt Paulus, bewirkt ein Maß, ein großes Maß von Herrlichkeit.

Und an der Stelle müssen wir aufpassen, dass wir nicht zu schnell irgendwie sagen: „Ja, bei mir aber nicht, bei mir wirkt zu viel Drangsal auf einmal Enttäuschung oder Depression oder irgendwie so etwas“, sondern Paulus erklärt ganz genau, warum das so ist. Und das hat alles mit „Wandel im Geist“ zu tun. Er erklärt, das Entscheidende in Drangsal-Situationen, Bedrängnissen, Angriffen, Bedrückungen, Herausforderungen, Schwierigkeiten – das Entscheidende ist die Art und Weise wie man reagiert.

2 Kor 4,17b,-18
[…] ein ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.

An der Stelle hat die Tradition einfach irgendwie das verkürzt und damit total entstellt und hat gesagt: Ja, Leiden ist gut und wir Christen müssen leiden, und das Leiden wirkt irgendwie etwas Gutes. Und das ist Quatsch! Leiden bewirkt nichts Gutes. Leiden wird dich fertig machen.

Viele Leute glauben an den tieferen Sinn von Krankheit, dass es uns „edelt“ und dass es unseren Charakter irgendwie demütig macht usw. Ich habe viele Jahre im Krankenhaus gearbeitet und habe gesehen, Menschen werden immer verbitterter. Immer verbitterter je mehr sie leiden. Nicht das Leiden hat die Kraft etwas Herrliches in uns hervorzubringen. Das würde ja bedeuten, dass der Teufel an unserer Heiligung arbeitet. Das ist nicht der Fall. Er hat nichts das geringste Interesse daran. Er hat nur ein Interesse: Uns fertigzumachen, uns so zu entmutigen, dass wir irgendwann sagen, okay, also das mit dem Glauben hab ich auch mal probiert, das lassen wir jetzt sein, es bringt einfach keine Früchte.

Nicht das Leiden, nicht die Drangsal bewirkt etwas automatisch, sondern die Reaktion, unsere Reaktion auf die Drangsal. Und wir können entweder eben wieder in der Art und Weise der Welt reagieren mit Empörung – „warum ausgerechnet ich?“. Typische Reaktion wenn was schief geht. „Herr, warum ich?“ Mit anderen Worten: „Warum hast du dieses Unheil nicht meinem Nachbarn geschenkt?“ Wie freundlich! Wie christlich! Wie liebevoll!

„Warum ausgerechnet ich?“ Dahinter ist eine solche Selbstgerechtigkeit! Ich, der ich doch jeden Sonntag zur Kirche gehe, der ich doch so einigermaßen regelmäßig meine Bibel lese und auch sogar ab und zu ein paar Groschen in den Kollektenteller lege, ausgerechnet ich, warum gerade ich. Warum nicht den Sünder von nebenan?

Selbstgerechtigkeit! Und im übrigen verkennen wir total die Tatsache, dass all das Übel dieser Welt, dass es nicht von Gott kommt, sondern dass es vom Teufel kommt – wir haben die völlig verkehrte Adresse gewählt für unsere Anklagen. Dass Übel dieser Welt kommt nicht von Gott – es kommt vom Teufel.

Aber „Wandel im Geist“ ist ein genialer Weg, aus dem, was der Teufel macht, um uns kaputt zu machen, etwas Gutes zu erleben – nämlich den Segen Gottes, dass das Böse überwunden wird und etwas Gutes daraus kommt.

Und Paulus sagt: Die Herrlichkeit kommt, indem wir eben nicht auf das Sichtbare schauen, sondern auf das Unsichtbare.

2 Kor 4,18a
da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare

Und was ist das Unsichtbare? Das ist der Geist, der Bereich des Geistes, die neue Natur, der Heilige Geist, das Wort Gottes, Hilfe, die Engel und all das. Die wunderbaren Verheißungen – das ist das Unsichtbare, auf das wir schauen sollen und schauen können.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (30:00 bis 35:00)

 

Wenn du das verstehst, wenn du das weißt, was das bedeutet, und das kommt nur zustande, indem der Heilige Geist uns Offenbarung gibt. Und wenn du die Schriften des Paulus studierst, dann wirst du sehen, dass er sich sehr, sehr große Mühe darum macht, dass Gläubige das verstehen. Das geht über Intellekt, über Information weit hinaus. Wir brauchen eine echte Offenbarung.

Und deswegen z.B. solche Gebete – Epheser 1,15-22 oder manche andere. Oder eben, was ich vorhin sagte, Philemon 6 – „Erkenntnis all dessen, was in uns ist“.

Wir brauchen eine echte lebendige Offenbarung, das muss irgendwie uns wie Schuppen von den Augen fallen – diese Art von Leben, diese Art von Eigenschaften hat Gott in mich hineingelegt. Nur das, was du erkennst und was du glaubst, wirst du auch erleben.

Vor „Erleben“, und wir sind alle scharf auf „Erleben“ und Gott will, dass wir etwas erleben, vor „Erleben“ kommt Erkennen und Glauben. Das ist das Problem von so vielen, die die Liebe Gottes suchen und nicht kennen und seelisch schier verhungern und sie sagen: „Ich hab das nie erlebt, dass Gott mich lieb hat“ und sie suchen Liebe.

Aber lasst uns verstehen, Liebe ist nicht ein abstraktes Dingsbums, in das man so hineinrennt oder was man irgendwie plötzlich wie so einen schweren Zementsack einfach auf den Kopf gedonnert kriegt und dann ist es halt da – spürbar. Liebe durchläuft verschiedene Phasen – Erkennen und Glauben und dann Erfahren. Deswegen sagt 1. Joh 4,16: Ihr habt erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu euch hat.

1Joh 4,16
Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.

Erst erkennen, dann glauben. Und Glaube führt zur Erfahrung.

Und deswegen mein guter Rat für die, die sich also ausstrecken nach der Liebe Gottes: Suche nicht ein Gefühl, sondern gründe dich in Wahrheiten und erlaube den Wahrheiten in dir ein Vertrauen – und das ist ja Glaube – in deinem Herzen hervorzubringen. Erst nach dem Glauben kommt die Erfahrung. Nach dem Glauben kommt die Erfahrung.

Und wir sollen diese neue Natur erkennen, das, was Gott in uns hineingelegt hat, was eben ein Akt des Glaubens ist – wir sehen das ja nicht. Wir erleben das ja noch nicht, aber wir glauben Ihm, dass es so ist wie Sein Wort das sagt. Und dadurch ist eine der ersten Grundlagen oder Stufen gelegt, dass wir diese neue Natur in Aktion auch sehen wollen.

Und diese neue Natur in Aktion bedeutet Sieg. Bedeutet eben Überwinden. Bedeutet in Schwierigkeiten ermutigt bleiben.

Auf einer schönen herrlichen „Heilig-Geist Konferenz“ ermutigt zu sein ist keine große Geschichte, aber dann wenn es von allen Seiten knüppeldicke kommt, dann sind doch die Probleme da, dass wir zu schnell das Handtuch werfen, die Flinte ins Korn oder irgendwo anders hin werfen. Versteht ihr? Da ist doch die Situation, ja? Wo wir etwas brauchen, um in Anbetracht von lauter Schwierigkeiten – und das ist doch unsere Erfahrung – das Hässliche an Schwierigkeiten ist: Meistens kommen sie scharenweise. Wenn sie kommen, dann gleich im Rudel. Und nicht fein verteilt übers Jahr so wie die Feiertage oder so. Mit großen Abständen. Sondern sie kommen hordenweise unangemeldet und sie überfallen uns. Das ist doch das Hässliche an den kleinen vielen Schwierigkeiten des Lebens.

Und dieses Leben aus Gott, das wir in uns haben, diese neue Natur, ist ein Leben, das in keiner Weise Unterstützung oder Inspiration aus der sichtbaren Welt braucht. Sondern es ist ein Leben aus dem Himmel und es bekommt seinen Nachschub aus dem Himmel. Nachschub aus dem Himmel!

Und wenn du durch die Glaubenshelden gehst in der Bibel – Altes und Neues Testament – dann siehst du, etwas hat sie ausgezeichnet: Sie konnten ermutigt sein und zuversichtlich sein, dankbar sein, begeistert sein in der Mitte von ungeheuren Problemen. Wenn wir das Leben von Paulus uns anschauen, durch was für Schwierigkeiten er gegangen ist, und er sagt: Wir sind doch überreich an Freude inmitten allen unserer Trübsale.

2 Kor 7,4
Ich spreche mich mit voller Offenheit euch gegenüber aus, ich bin voll Rühmens über euch, habe Trost in Fülle und bin überreich an Freude bei aller meiner Trübsal.

Und wir denken, das gibt’s doch gar nicht, also entweder, der hat gelogen oder das ist halt die Spezialausstattung des Apostels. Aber um dieses zu erfahren – er hat nichts anderes genutzt als was du und ich haben – seine neue Natur. Dieses Leben, das wir haben, ist ein Leben aus Gott und es braucht nicht die Unterstützung des Sichtbares, es braucht nicht ein paar Probleme, die erstmal wieder ein bisschen abrücken, damit dieses neue Leben sich wieder erholen kann.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (25:00 bis 30:00)

 

Da sagt Paulus: Dank sei Gott, der uns allezeit Sieg gibt in Christus.

1Kor 15,57
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!

2 Kor 2,14
Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzug umherführt in Christus und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Ort durch uns offenbart!

Du sagst: Ja, schön, wann komme ich dahin, dass ich das auch einmal über mich sagen kann? Das kann der große Paulus von sich sagen, aber das kann nicht ich von mir sagen.

Doch! In Christus hast du genau wie Paulus allezeit Sieg. Er redet nicht von seinen ehrwürdigen Verdiensten als langjähriger bewährter Apostel, sondern er redet von Segnungen in Christus. Dank aber sei Gott, der uns allezeit Sieg gibt IN CHRISTUS. Nicht aufgrund unserer apostolischen Reife und Erfahrung, sondern in Christus.

Und deswegen also ein Bibelstudium, wer wir sind im Herrn, in ihm, durch die neue Geburt, was der Geist Gottes in uns hineingelegt hat. Und das, was wir da finden, haben wir anzuerkennen, zu bejahen, und anzuerkennen.

Phlm 6 redet von einem wirksamen Glauben, den wir haben können, in der Erkenntnis all des Guten in uns, das wir haben im Hinblick auf Christus.

Phlm 6
dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.

„Wandel im Geist“ heißt, der neuen Natur Raum zu geben. Die neue Natur ist ein Teil von dir, der anfängt herauszukommen oder sich zu zeigen oder aktiv zu werden, wenn du dem, was in dir drin ist, vertraust. „Wandel im Geist“ hat sehr viel mit Vertrauen zu tun. Vertrauen gegenüber den Segnungen Gottes und auch – wie wir nachher noch sehen werden noch viel mehr – Vertrauen gegenüber dem Geist Gottes. Es hat etwas mit unserem Vertrauen zu tun.

Und wenn wir erkennen, wie Gott uns gesegnet hat, dann natürlich ist die Grundlage das Wort Gottes. Gott beschreibt, was Er uns gegeben hat, und wir als gehorsame Kinder – wir stimmen mit Ihm überein. Wir übernehmen Seine Sicht von uns, wir übernehmen die Art und Weise, wie Er uns beschreibt und was Er in uns hineingelegt hat – ohne Rücksicht darauf, ob wir das jemals erlebt haben, gefühlt haben oder erfahren oder nicht.

Wichtig ist, sagt Gott, dass es mir gehört? Und wenn es so ist, dann stimm du damit überein und krieg nicht irgendwie einen traurigen Augenausdruck und dann irgendwie sagst du: Ja, ich wünschte, ich könnte das von mir auch sagen – allezeit Sieg in Christus.

Dann hast du die ganze Sache nicht verstanden! Du hast – wie jeder andere auch – Sieg in Christus. Da ist keine Niederlage in Christus, weil der Gott, der uns erlöst hat und der uns berufen hat und für den wir leben eben in sich ein erfolgreicher Gott ist. Hallelujah.

Und dieses Leben ist in uns hineingelegt. Ein Leben, das eine einzigartige Qualität hat. Die Bibel redet von zwei verschiedenen Arten von Leben:

Es ist das normale, natürliche, irdische Leben, was eigentlich nur eine Degeneration des göttlichen Lebens ist, das ist das teuflische Leben, und das wir eben im Fleisch ausleben.

Und es ist das Leben aus Gott. Wir nennen das auch „ewiges Leben“, aber wenn wir „ewiges Leben“ sagen, wir denken immer in Zeitkategorien. Und natürlich haben wir in diesem Sinne auch ewiges Leben, dass wir in alle Ewigkeit mit Gott zusammen sein werden. Natürlich! Aber das ewige Leben in Zeitkategorien hat der Sünder auch. Er wird auch ewig in diesem Feuersee sein – wie der Teufel. Das ist nicht das wesentliche von ewigem Leben. „Ewiges Leben“ wäre vielleicht besser übersetzt mit „göttlichem Leben“. Das ist eine göttliche Art von Leben, das wir bekommen haben und diese Art von Leben ist sehr interessant. Es ist ein Leben, das den größten Widerstand, den das Reich der Finsternis auf dieser Welt bieten kann – oder überhaupt bieten kann – den größten Widerstand, den größten Druck, die größte Herausforderung, den größten Angriff, den das Leben überhaupt erfahren kann, nämlich den Tod. Diesen Angriff hat das Leben aus Gott erlebt und überlebt.

Es ist Auferstehungsleben, das durch den Tod gegangen ist und der Tod konnte es nicht unter Kontrolle behalten. Das ist deswegen so wichtig für uns, weil dieses selbe Leben jetzt in uns ist. Und das heißt: Wenn die stärkste Waffe des Teufels zuschanden geworden ist und nicht sich als mächtig genug erwiesen hat eben dieses Leben einzufangen, einzugrenzen, zu unterdrücken, zu ersticken, zuende zu bringen – wenn das dem Teufel nicht gelungen ist durch den Tod eben an Jesus – dann heißt das: ALLE seine Waffen sind schwach, sind hilflos und sind total nicht ausgerüstet für das, was wir jetzt heute haben.

Es gibt in dieser Welt, aus dem Reich der Finsternis nichts stärkeres als Tod, es gibt nichts stärkeres. Und das Leben in uns ist das Auferstehungsleben und es ist durch den Tod gegangen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (20:00 bis 25:00)

 

Der sich als Opfer sieht, sagt: „Ich bin ganz alleine, niemand hilft mir, alles ist zu schwer, alles ist mir zu viel, alles irgendwie ist gegen mich und niemand hilft mir“.

Das ist diese Haltung, die eben das Opfer hat. Eine Haltung voller Selbstmitleid und wenn du es genau analysierst, eine Haltung voller Lüge! Voller Lüge. Weil wir damit faktisch ja ausdrücken, all die schönen Verheißungen, die wir lesen: Gott sagt, Er ist mit mir und wenn die Fluten kommen, sie werden mich nicht ersäufen, wenn ich durchs Feuer gehe, es wird mich nicht verbrennen.

Jes 43,2
Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen.

Das ist alles schön, das sind schöne Bibelverse, die sind gut für die Stille Zeit, aber sie nützen nichts, sie bewirken nichts im Alltag. Ich entmachte das Wort Gottes mit meinem Festhalten an der Lüge. Ich sage: Ja, schön und gut, Gott hat versprochen, Er ist mit mir, aber bitte – wo ist Er denn?! Ich sehe ja, Er ist nicht mit mir. Alles ist genau wie vorher! Meine lieben Geschwister, so lieb sie sind, sind immer noch genauso gegen mich und keiner liebt mich, alle lehnen mich ab usw.

Wir entmachten das Wort Gottes gleich von Anfang an, weil wir etwas wichtiges versäumt haben: Zu achten auf unsere Reaktion, die wir haben oder die wir eben verändern können.

Und „Wandel im Geist“ hat sehr viel damit zu tun, unsere Verhaltensweisen und unsere Reaktionen zu verändern.

Aber das ist ein bisschen vorgegriffen, gehen wir ein bisschen der Reihenfolge nach vor. Ich komme dann noch dann dazu.

Wandel im Geist heißt also, dass wir einen Lebensstil lernen, wo wir die neue Natur aktivieren oder der neuen Natur Raum geben in uns. Und das muss unbedingt damit beginnen, dass wir ein ziemlich klares Konzept haben, wer wir überhaupt sind, jetzt dem Geiste nach. Wer wir jetzt dem Geiste nach sind.

Und es gibt eine Fülle von Aussagen im Worte Gottes, die eben beschreiben, was wir haben, was in uns hineingelegt wurde, was da ist. Und Wandel im Geist beginnt damit, wenn wir dieser neuen Natur Raum geben wollen, wir müssen sie kennen, wir müssen ein Vertrauen entwickeln zu dem, was Gott in uns hineingelegt hat.

Also auf geht eine Reise – nicht jetzt hier, sondern zu Hause als Hausaufgabe – durch die Briefe des Neuen Testamentes. Und dann machen wir ein Bibelstudium, was sagt Gott denn über den neutestamentlichen Gläubigen, der er dem Status nach ist. Also nicht dessen, was er aktuell tut und was man äußerlich sieht, sondern was Gott unsichtbar in ihn hineingelegt hat. Wir brauchen ein klares Konzept: Wer sind wir?

Und eins der Dinge, da war ich jetzt eben so ein bisschen vom Wege abgekommen, ist, wir sind gehorsam gemacht worden von Herzen.

Wenn ihr das wissen wollt, wo das steht, das steht im Römerbrief.

Röm 6,17-18
17 Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist.
18 Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.

Und hier ist es wichtig und genauso auch bei vielen anderen Schriftstellen, die etwas sagen über uns: Dies redet nicht von dem, was man von außen bei dir beobachten kann, was dein Bruder gerade an dir erlebt oder erlitten hat, sondern das redet von dem, was Gott bei der neuen Geburt in dir getan hat. Und wir könnten schnell irgendwie mit einem verkehrten Hang zu gründlicher Ehrlichkeit irgendwie sagen: Ja, also das kann ich ja nun wirklich nicht von mir sagen, „Sklaven der Sünde wart“ – was heißt hier „wart“? Ich bin es immer noch! Mein ganzer Lebenswandel Tag für Tag, nicht gerade jetzt auf dem Höhepunkt eben von einem schönen Seminar, aber ansonsten irgendwie – legt davon Zeugnis ab, dass von einer Befreiung von der Macht der Sünde gar nicht die Rede sein kann.

Und dann müssen wir aufpassen, dass wir hier verstehen, wovon Gott redet: Gott redet von dem, was wir sind, dem Geiste nach. Was wir bekommen haben, was Er in uns investiert hat. Und das neue werden wir niemals sehen wenn wir es nicht zuvor anerkennen. Es beginnt damit, dass neue anzuerkennen, was wir haben. Und wir können mit einem verkehrten Hang zur gründlichen deutschen Ehrlichkeit, wir können das totschlagen und sagen: „Nein, das darf ich nicht sagen“.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (15:00 bis 20:00)

 

Wir sind gehorsam gemacht worden! Der neue Mensch ist nach Gott geschaffen. So wie der alte Mensch nach dem Teufel geschaffen ist, mit einem eingebauten Verlagen, immer das Verkehrte zu tun, immer das zu tun, was dem Lebensstil des Teufels entspricht und was dessen Resultate hervorbringt: Zerstörung und Selbstzerstörung. Das ist ja auch das Schicksal des Teufels – er richtet Zerstörung an, aber letzten Endes – er zerstört sich selbst. Das ist die Frucht einfach eines solchen Lebensstils.

Und jetzt umgekehrt – Leben im Geist ist Heilung für uns und Heilung und Hilfe, Lösung, Auferbauung, Ermutigung für andere. Wenn wir anfangen, im Geist zu wandeln, dann zum ersten Mal sind wir nicht mehr Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Wir sind nicht mehr Teil des Problems dieser Welt, sondern wir fangen an, Stück für Stück, mehr und mehr Teil von Gottes Antwort zu sein.

Dieses Problem in der Welt ist die Sünde, und die Sünde hat eben einen Mechanismus, sich selber aufrecht zu erhalten oder sogar sich selber zu multiplizieren. Die Sünde des einen bewirkt – wenn ich im Fleisch wandle – dass ich darauf wiederum mit Sünde reagiere. Entweder indem ich total protzig, patzig irgendwie zurückschlage und sage, sowas kannst du mit mir nicht machen und bin böse, hasserfüllt oder voller Rache oder irgendsoetwas. Das ist Sünde, ja? Das wisst ihr, ja? Okay.

Oder aber vielleicht scheingeistlich a la Pharisäer-Natur: „Wie kann man nur? Wie kann man nur so etwas primitives tun wie ich das da gerade bei meinem Bruder sehe?“ Ich entrüste mich und das Entrüsten ist genauso sündig wie das, was der Bruder tut!

So, seine Sünde, wenn ich im Fleisch wandle, produziert auf meiner Seite wieder Sünde. Und dann ist er vielleicht darüber beleidigt oder schockiert oder gefrustet darüber, dass ich entrüstet bin – und so spielt man also Ping-Pong. So richtet man eine Ehe zugrunde, so zerstört man eine Atmosphäre in der Wohngemeinschaft, so geht es am Arbeitsplatz, so geht es in der Welt – die Sünde hat eine Kraft in sich, sich selber zu multiplizieren und zu vervielfältigen und das Leid in alle Ecken dieser Erde zu streuen.

Und wenn wir im Geist wandeln, dann durchbrechen wir dieses Ping-Pong Spiel, wir hören damit auf. Sondern wir werden jetzt welche, die Böses mit Gutem überwinden. Alle Welt kann nur Böses mit Bösem überwinden, und wenn sie noch so guten Einsatz dabei bringt – alles Getrennte von Gott, wenn es auch noch so schön sich anfühlt oder anschaut oder beeindruckend ist, ist letzten Endes ein Versuch der Selbsterlösung, wird wieder zu Stolz führen und zu noch schrecklicheren Dingen und es ist ein Versuch, das Böse mit Bösem zu überwinden.

Und nur wenn wir eben vom Geist geleitet werden und anfangen, anders zu reagieren, dann können wir wirklich zum allerersten Mal Teil von Gottes Antwort sein. Und wir lernen, das Böse mit Gutem zu überwinden. Damit habe ich gleich gesagt, dass „Wandel im Geist“ sehr, sehr viel mit Reaktionen zu tun hat.

Wir werden lernen, auf eine andere Art und Weise zu reagieren auf alle möglichen negativen Herausforderungen und Angriffe und Bedrängnisse usw., die das Leben in Hülle und Fülle bietet.

Und wenn wir verstehen, wie die Kraft Gottes in unser Leben kommt und wie wir dann spezifisch anders reagieren können, dann geschieht etwas ganz interessantes: Dann entdecken wir, dass aus den Schwierigkeiten, den Problemen, den negativen Dingen dieses Lebens sogar noch etwas Gutes kommen kann, weil wir daraus lernen.

Und das ist wichtig, dass wir eine solche positive Haltung haben: Ich kann aus allem, was da vorkommt und was in meinem Leben an Negativem da sich ereignet, ich kann mit Gottes Hilfe daraus etwas Gutes machen. Ich bin nicht ein Opfer der Umstände, das ist eines der schrecklichsten Lügen überhaupt: Wenn man sich so als ein hilfloses, kleines Opfer des Lebens so sieht. Das gebiehrt nichts anderes als Selbstmitleid und Depression und Traurigkeit und das wird keineswegs dazu führen, dass wir Menschen werden, die überwinden können. Wir können nicht überwinden, weil wir schon überwunden sind. Wir sind kein Opfer!

Und ich habe viele Menschen gesehen in der Seelsorge, die eine solche „Opfer-Mentalität“ haben. Und dahinter steht eine Haltung, die eben mit den Wahrheiten des Wortes Gottes eigentlich gar nicht vereinbar ist.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (10:00 bis 15:00)

 

„Wandel im Geist“ ist also das, was uns hier beschäftigen soll und weil Sünde oder das Fleisch „Lust bringt“, deswegen kann man schon sagen, Wandel im Geist muss einfach, weil es typisch ist für Gott, das Böse wird mit dem Guten überwunden und nicht, indem man das Böse bekämpft.

Viele, viele Christen haben eine Vorstellung, sie sind negativ fixiert und sie versuchen, das Böse zu bekämpfen, indem sie sich auf das Böse konzentrieren. Und das ist nicht die neutestamentliche Art und Weise. Du siehst viele Male: „Tut nicht mehr das“, aber dann geht’s weiter: „Sondern stattdessen …“.

Weil wir alle so angelegt sind, wir können nur das eine tun, und während wir das eine tun, können wir nicht automatisch das Gegenteil tun. Und wir versuchen manchmal etwas negatives abzustellen, indem wir uns konzentrieren auf das negative und versuchen, das Negative zu verhindern oder zu unterdrücken. Das ist nicht die Art wie Gott uns anleiten möchte, mit negativen Verhaltensweisen umzugehen. Sondern immer das Gegenteil suchen und uns dann darauf ausrichten, die positive Alternative zur Geltung zu bringen.

Okay, Paulus redet also von diesem großen Gegensatz hier – in diesem Galterbrief, aber auch an anderen Stellen – Fleisch und Geist.

Fleisch, sagte ich schon, ist das, was wir sind ohne den Herrn. Und das ist nicht sehr viel und das ist nicht sehr beeindruckend. Und unsere Umgebung stöhnt manchmal und sagt: „Herr, verändere ihn“. Und dann sitzen wir hier und hören „Wandel im Geist“. Hallelujah. Das ist die Antwort von Fürbitte von vielen. Preis dem Herrn.

Und „Geist“, damit ist nicht der Heilige Geist gemeint, sondern unser Geist. Das ist das, was wir sind aufgrund des stellvertretenden Leidens und Sterbens und der Auferstehung des Herrn. Geist ist das, was wir sind als neue Menschen, dem Geist nach, weil wir von neuem geboren sind.

Und das ist hat einen Konflikt miteinander, sagt uns der Galaterbrief. Fleisch ist gegen den Geist, aus einem Grunde: Um uns in einen Kampf zu verwickeln, damit wir nicht tun, sagt dort Paulus interessanterweise, was wir wollen.

Gal 5,17
Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.

Dieses Aufbegehren, dieses Stör-Manöver, dieses Behindern des Fleisches hat eigentlich nur ein Ziel: Uns abzuhalten zu tun, was wir wollen. Und das ist eine gewaltige Aussage. Das sagt nämlich, dass wir als Kinder Gottes so frei sein sollen, dass wir tun und lassen können, was wir wollen.

Das klingt sehr gefährlich, aber wenn wir verstehen, dass Gott vorher etwas in uns tut an Veränderung und unsere Wünsche, unser Verlangen, unsere Ziele usw. erneuert und verändert, dann ist das nicht gefährlich. Aber diese Freiheit ist für uns da! Dass wir tun können, das, was wir wollen. Und was uns daran hindert, ist das Fleisch.

Denkt an, was Jesus sagte: Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach.

Mt 26,41b
Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Und oftmals betonen wir das in der verkehrten Weise: Der Geist ist willig, aber *das Fleisch (!) ist schwach(!)*.

Aber lasst uns das doch in einer anderen Weise betonen: Wir haben einen willigen Geist von Gott bekommen! Das ist einer der größten Offenbarungen, die du bekommen kannst über dich nach dem, was du jetzt im Geist bist. Paulus sagt: Wir kennen niemand mehr dem Fleische nach.

2Kor 5,16a
So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch

Und das ist das Problem: Wir kennen uns zu sehr „dem Fleische nach“. Und Fortschritte werden wir nur machen, wenn wir uns dem Geiste nach kennen.

Und wir brauchen Offenbarung: Wer sind wir? Was hat Gott uns gegeben? Wozu hat er uns befreit? Wozu hat er uns ausgestattet? Was ist eigentlich schon in uns hineingelegt?

Denn Wandel im Geist bedeutet nichts anderes, weil es ja das Gegenteil ist von „Wandel im Fleisch“ – es bedeutet nichts anderes als der neuen Natur, die wir ja geschenkt bekommen haben, fix und fertig, serienmäßig schon eingebaut, dieser neuen Natur in uns Raum zu geben. Wandel im Fleisch ist der alten Natur Raum zu geben, Wandel im Geist ist der neuen Natur Raum zu geben.

Und ohne dass ich jetzt zu sehr irgendwie das aufgreife, aber da gibt es ja eine ganze Reihe von Aussagen im Worte Gottes, die uns beschreiben, wer wir sind dem Geiste nach. Und eines der wichtigsten Aussagen, die uns ein neues Selbstbild geben können und die uns helfen können, aus dieser Verzweiflung über uns selbst auszusteigen – eine der wichtigsten Aussagen ist die: Wir sind durch Gottes Gnade gehorsam gemacht worden.

Röm 6,17
Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (5:00 bis 10:00)

 

Denn Werke des Fleisches – Zorn, Eifersucht, Neid, Streit, Unreinheit usw. – und all diese Verhaltensweisen kann man mit Leichtigkeit sich vorstellen, produzieren nichts anderes als Unglück. Sie produzieren nichts anderes als Unglück – für uns und vielleicht eher noch für den, der das zu erleiden hat – langfristig aber eben auch für uns.

Und vielleicht noch ein Gedanke dazu. Wir alle haben das, was eben die Bibel „Fleisch“ nennt, und das ist recht hoch entwickelt und sehr in Form und man muss sich nicht anstrengen, um diese Dinge zu produzieren – diese Werke des Fleisches. Man muss einfach nur sich gehen lassen, und der Rest kommt ganz von alleine.

Das ist deswegen wichtig, weil die Schrift sagt: So wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so soll auch die Gnade herrschen.

Röm 5,21a
damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche …

Also wir haben nicht ein Leben vor uns in totaler Anstrengung und Zähne zusammenbeissen und ja nicht irgendwie locker sein und ja nicht irgendwie mal ein bisschen sich öffnen oder irgendwie sich nicht immer ständig kontrollieren. Sondern wir haben ein Leben in der Freiheit – ein Leben, wo in derselben überwältigenden Weise wie früher die Sünde geherrscht hat, so kann und soll jetzt auch die Gnade herrschen.

Genau so flächendeckend, genau so einfach unser Leben bestimmen. So kann die Gnade wirklich herrschen in unserem Leben, das ist möglich! Und viele Menschen haben bei diesem Thema „Charakterveränderung“ und Gehorsam, sie haben ein total verkehrtes Konzept und sie sehen lauter Verbote oder Gebote und sie sehen, also wenn ich mich nicht total zusammenreisse, wenn ich mich nicht ganz mächtig anstrenge, dann auf jeden Fall würde ich es nie schaffen.

Und hier kommt die gute Botschaft: Dieser Lebensstil, wo wir Gott gefallen, indem wir lernen nach dem Standard des Neuen Testamentes zu leben, dieser Lebensstil hat nichts mit Anstrengung zu tun – er hat nichts mit Anstrengung zu tun! Wir überwinden unsere alten Schwachstellen nicht durch krampfartige Einsätze unserer eigenen Kraft, das ist nicht die Art und Weise, wie wir in die Freiheit hineinkommen.

Sondern wie wir sehen werden, es ist ein Werk Gottes in uns. Gott motiviert uns und Gott befähigt uns und Gott selbst hilft uns, das allerwichtigste zu tun, es hat nichts mit Kraftanstrengung zu tun, aber auch gar nichts.

Okay, dann der nächste Punkte zum Thema „Fleisch“.

Galater 5,16 spricht von der „Lust des Fleisches“.

Gal 5,16
Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.

Sünde ist deswegen ein Problem, weil sie ein gewisses Maß von Lust produziert. Und Menschen sündigen, Menschen geben dem Fleisch Raum, weil eben auf die Impulse des Fleisches einzugehen oder das Fleisch zum Einsatz zu bringen, dem Fleisch Raum zu geben eben „Lust abwirft“. Das ist das große Problem. Denn mit Leichtigkeit kann man sich vorstellen, dass man ja sündige Verhaltensweisen durchschauen kann und verstehen kann. Aber es ist kein Problem von mangelndem Verständnis, sondern Sünde ist ein Problem von mangelnder Motivation.

Und Paulus redet von der „Lust des Fleisches“ und er sagt, es gibt einen Lebensstil, der uns hilft, dass wir die Lust des Fleisches nicht erfüllen. Und eben nicht, indem wir sagen: „Naja, das bisschen Lust, was wir haben – typisch Gott – das müssen wir jetzt auch noch opfern, damit wir dann total frustriert und leer und erschöpft uns durch dieses Leben quälen“. Das ist nicht die Art und Weise, wie Gott uns entgegenkommt und wie Er uns motiviert zu dem neuen Lebensstil. Sondern Er tut es, indem Er uns bessere, schönere und größere Lust gibt!

Und das alles ist enthalten, und das werden wir entfalten in dieser Lektion hier, in diesem Begriff, in diesem Thema „Wandel im Geist“. Das ist ein Lebensstil, wo wir neue Lustquellen erschlossen bekommen, wo eine neue Inspiration in unser Leben kommt, wo wir motiviert werden durch Gottes Liebe, durch Gottes Güte, durch Gottes Bestätigung und Seine Kraft. Und das ist so stark, dass wir freiwillig, ohne dass wir uns dazu zwingen und dahinprügeln müssen oder uns etwas abkneifen müssen, befähigt werden, in neuer Weise Verhaltensweisen einzuüben und zu lernen und so eben auf lange Sicht gesehen einen anderen Charakter bekommen, einen wesentlich besseren – Preis dem Herrn!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (0:00 bis 5:00)

 

Dann möchte ich euch ganz herzlich begrüßen hier bei „Grundlagen“. „Wandel im Geist“ soll also heute drankommen. Das ist die erste wichtige Lektion, die also den Alltag beschreibt oder bzw. unser Verhalten im Alltag. Nachdem wir durch diese einzelnen Stationen gegangen sind – Bekehrung ganz am Anfang in der ersten Lektion. Und die Wassertaufe nach der Ordnung des neuen Testamentes. Und dann die Erfüllung oder die Taufe in den Heiligen Geist oder das Getauft werden in den Heiligen Geist. Jetzt sind wir also bestens ausgerüstet um praktische Schritte zu gehen und an das heranzugehen, worauf es wirklich ankommt – das ist unser Alltagslebensstil. Und dazu hat die Bibel eine Menge zu sagen. Und zwar gibt sie sehr, sehr praktische schöne Anweisungen und Hilfen, wie wir also einen total anderen neuen schönen Lebensstil einüben können, der ein Segen ist – sowohl für uns als auch für unsere Umgebung. Das ist ja das schöne, Gott ruft uns zwar, ein Segen zu sein für andere, aber Er sagt nicht: „Ja, und du wirst dabei drauf gehen“ oder „du wirst irgendwie zu kurz kommen, aber tröste dich, dann irgendwann im Himmel wird alles wieder gut und ich werde dann dir alles wieder erstatten“. Sondern das, was Gott von uns will, sind eigentlich keine Opfer, sondern es ist ein Lebensstil, der heilsam ist für uns und eben für unsere Umgebung. Sei es deine Familie oder WG-Mitbewohner oder Nachbarn oder Hauskreis-Teilnehmer oder wen auch immer.

Wir wollen uns heute anschauen, wie wir das, was wir bekommen haben, diese Erfahrung des Heiligen Geistes, wie wir die jetzt nutzen können zu Kraft-Erfahrungen, die uns dann helfen werden, wirklich einen neuen Lebensstil einzuüben. Und „Lebensstil“ ist deswegen so interessant und so wichtig, weil Charakterveränderung auf keine andere Art und Weise zustande kommt außer durch eben einen neuen, anderen Lebensstil.

Ein Charakter ist nichts anderes als sich verfestigte oder über lange Zeit beibehaltene, eingeübte Haltungen, Gedanken und Verhaltensweisen.

Und wenn wir jetzt, was wir, glaube ich, alle dringend wünschen, unseren Charakter verändern wollen – oder mindestens unsere Ehefrau wünscht sich das, und von daher sind wir dann über ihre Tränen motiviert, daran auch zu arbeiten – dann kommt die Veränderung des Charakters auf dem Wege eines neuen Lebensstils.

Es kommt nicht über dem Wege der Handauflegung! Ja, so gerne wir das wünschten. Und wir sehnen uns danach, dass der vollmächtige Mann Gottes endlich mal in unsere Stadt kommt, uns die Hände auflegt und alle unsere Probleme gelöst sind – aber das wird nicht stattfinden. Und es ist einfach illusorisch, darauf zu warten.

So wie wir viele Jahre oder Jahrzehnte gebraucht haben, einen so verkorksten Charakter zu haben wie wir inn nur haben, so müssen wir auch realistisch sein – es wird ein paar Jahre dauern bis wirklich in den grundlegenden Fragen erkennbare Fortschritte oder Durchbrüche und eben neue Verhaltensweisen, neue Eigenschaften usw. sichtbar werden. Das ist ganz, ganz wichtig, dass wir da realistisch sind und nicht irgendwie verkehrte Vorstellungen haben – ein paar Gehorsamsschritte und das war’s dann. Sondern es ist wirklich ein Lebensstil, den wir einüben – und der wird genannt im Neuen Testament „Wandel im Geist“.

Wir beginnen mit Gal 5,16 – das ist so eine ganz grundlegende Stelle in Bezug auf unsere Alltagsverhaltensweisen.

Gal 5,16
Wandelt im Geist und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht erfüllen.

Das sagt hier Paulus. Das ist ein Satz, in dem also gewaltige Dinge enthalten sind. Zunächst einmal – vielleicht kurz, nicht zu lange, aber doch deutlich genug – ein Augenmerk auf die „Lust des Fleisches“. Da haben wir also zwei wichtige Begriffe hier oder zwei wichtige Aussagen. Erst einmal das „Fleisch“: Im Neuen Testament, in der Sprache des Neuen Testamentes ist das „Fleisch“ die Summe all dessen, was wir sind ohne den Herrn, ohne die neue Geburt, ohne die Kraft Gottes, ohne dass wir erneuert worden sind. Und dieses Fleisch, so wird es beschrieben in Gal 5,19-21 produziert eine Menge von hässlichen Dingen.

Gal 5,19-21
19 Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit;
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen;
21 Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

Diese Dinge haben unterm Strich immer zwei Resultate: Nämlich Beeinträchtigung der Lebensqualität auf unserer Seite – wenn wir also jetzt die Täter sind, die die Werke des Fleisches vollbringen – Beeinträchtigung, Verminderung der Lebensqualität bei uns und bei anderen!