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Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (70:00 bis Ende)

In Kürze werden wir alle uns wiedertreffen in der Ewigkeit und wir werden uns an diesen Abend, an diese Botschaft erinnern! In Kürze!

Wenige Jahrzehnte.

Entweder du stirbst eines natürlichen Todes oder als Märtyrer oder Jesus kommt wieder – wie auch immer – in Kürze!

In Kürze! Und wir werden uns alle erinnern an diesen Abend. Und einige werden sagen: Mann, das hat mir die Kurve gegeben. Da wurde ich normal! Da fing ich an, anders zu buchen. Da fing ich an, fokussiert zu leben.

Und vielleicht einige – hoffentlich nicht – aber vielleicht einige von euch werden sagen: Hätte ich doch nur besser hingehört. Hätte ich doch dieses sacken lassen, das vertieft in mir, hätte ich mir doch nur Zeit genommen für den Heiligen Geist, dass er das ganz tief in mein Herz schreibt. Aber stattdessen bin ich hier raus, ab zu McDonalds und die Birne wieder vollgedröhnt mit irgendwelchen Dingen, die für die Ewigkeit alle keine Bedeutung haben.

Nichts gegen McDonalds!

Aber diese Sicht: Ach, komm, du, wollen wir jetzt nicht an das denken! – Doch! Bitte! Wollen wir! Müssen wir!

Ps 90,12
Herr, lehre uns zu bedenken, dass wir sterben müssen, unsere Tage zu zählen, damit wir ein weises Herz erlangen.

Hallelujah.

Wollen wir mal beten? Hast du was zu beten? Komm, dann lass uns mal aufstehen, ihr habt lang genug gesessen.

Abschlussgebet

Oh, Hallelujah. Oh, wunderbarer Gott. Wir danken Dir für die Perspektive der Ewigkeit. Wir danken dir, dass das wahre Evangelium die Ewigkeit mit einschließt und jedes Evangelium, das das außen vorlässt, interessiert uns nicht mehr! Wollen wir nicht haben, haben wir keine Zeit für. Wir haben keine Zeit, uns belügen zu lassen, sondern wir haben Zeit für Dich, für den Himmel, für das, was wirklich bleibt – in 500 Jahren, in 1000 Jahren, in 100.000 Jahren – du bist Gott! Du hast uns gerufen, du hast uns geschaffen für dich da zu sein.

Und wir werden Lohn haben für das, was wir hier im Verborgenen, im Unerkannten, im Kleinen tun, im Alltag auf der Arbeit, wo niemand da ist, wo niemand sieht, wo niemand uns auf die Schulter klopft, wo niemand sagt: Gut, gemacht.

Aber du siehst und das Buch der Erinnerung ist da. Und Herr, hilf uns zu glauben an ein Buch der Erinnerung, das geschrieben wird mit unseren Taten. Hilf uns, Heiliger Geist, aus der Verblendung, aus der Täuschung heraus zu kommen, hilf uns, die Dinge zu sehen, hilf uns, unser Leben zu sehen, wie es wirklich ist. Und wir danken dir, du wunderbarer Gott.

Heiliger Geist, du wirst das Zukünftige uns offenbaren. Und wir wollen das sehen. Wir wollen den Thron sehen, wir wollen den Richterstuhl Christi sehen. Wir wollen unsere Verabredung sehen, die wir da haben werden. Wir wollen sehen, ob und wieviel Lohn da schon angehäuft ist und wir wollen sehen, wieviel mehr Lohn wir noch jetzt an Schätzen sammeln können in der Zeit, die uns hier noch verbleibt.

Hilf uns für die Ewigkeit zu leben. Komm, Heiliger Geist, sei du in uns stärker als der Geist der Welt. Rede du zu uns vom Himmel, rede du zu uns von den ewigen Dingen und rette uns von der Täuschung, dass das Diesseitige das Einzige und das Letzte ist – du bist Gott. Du hast das letzte Wort und wir danken dir für ein Evangelium, das mit der Ewigkeit erst richtig Sinn macht.

Hallelujah. Wir danken Dir und wir werden kein diesseitiges Evangelium akzeptieren, sondern das wahre, echte Evangelium. Hallelujah.

Danke, Herr, wir preisen dich, wir stehen vor dir, herrlicher Gott, danke. Wir öffnen uns für dein Werk an unserem Herzen. Nimm den Schleier weg, lass uns sehen, Herr, herrlicher, großer Gott. Hallelujah.

Wunderbarer Gott, wir lieben Dich, wir danken Dir. Hallelujah. In deinem Heiligtum vergeht die Täuschung, in Deinem Heiligtum sehen wir unser Leben und das Leben der anderen so wie es wirklich ist. Hallelujah!

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (65:00 bis 70:00)

Kol 3,1
Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes!

Wie sucht man das, was droben ist?

Kol 3,2a
Sinnt auf das, was droben ist.

Wir richten unsere Gedanken auf den Thron, auf den kommenden König, auf das kommende Reich der Gerechtigkeit.

Kol 3,2b
nicht auf das, was auf der Erde ist!

Nicht Karriere, angenehmes Leben und Bequemlichkeiten und materiellen Plunder anhäufen, sondern wir richten unsere Augen, richten unsere Gedanken auf das, was bleibt – und das ist der Thron Gottes, das ist die Gerechtigkeit Gottes, das ist der Lohn, das ist unser Erbe, das ist der Himmel.

Kol 3,2+4
Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist!
Wenn der Christus, euer Leben, offenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit.

Eines Tages, all die Leute, die dich verlacht haben, die gespottet haben, die gesagt haben, du bist doch blöd: Nur weil du bei der Wahrheit bleibst, verpasst du jetzt die Beförderung auf deiner Arbeit.

All die Leute, die dich verachtet haben, werden eines Tages sagen: Wäre ich nur so klug gewesen wie dieser Mensch. Wäre ich nur so klar gewesen. Wäre ich nur so mutig gewesen wie dieser Mensch.

Wenn Christus kommt, werden wir mit ihm geoffenbart werden – und alle Spötter legen ihre Hand auf den Mund und sagen: Ich Idiot! Ich Schwachkopf! Was hab ich für ein Zeug gefaselt? Ich habe von was geredet, wovon ich keine Ahnung hab.

Wir werden gerechtfertigt werden! Hallelujah.

Wir werden mit Christus geoffenbart werden in Herrlichkeit.

Okay, letzter Vers – Psalm 90. Ist leider schon zuende die Botschaft, aber dann geht’s los, das zu leben!

Ps 90,12 – das ist glaub ich immer so ein Psalm für Totensonntag oder so. Völlig missverstanden! Oder die Jugend denkt, das ist der Psalm für die Opas. Ich bin jetzt auch einer, aber ich habe diesen Psalm schon gebetet lange bevor ich Opa war. Und ich gebe dir den Rat: Egal wie jung du bist, fang an, das zu praktizieren. Verschieb das nicht auf später.

Ps 90,12
So lehre uns denn zählen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen!

Eine andere Übersetzung sagt:

Ps 90,12
Lehre uns zu bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Der Geist der Welt will dir das Gefühl geben, du lebst hier für immer in diesen Zuständen. Das ist eine Lüge! In Kürze ist es vorbei. Und in Kürze beginnt das Wirkliche. In Kürze!

Und wenn wir anfangen, daran zu denken, hier die irdische Existenz ist eines Tages zuende – und was dann? Dann fallen wir nicht in ein Loch, dann lösen wir uns nicht auf ins Nirvana oder irgendwie so etwas. Sondern dann leben wir immer noch weiter. Aber anders! Unter vollkommen anderen Bedingungen. Und wie leben wir dann?

„Ja, wenn ich das wüsste!“

Der Geist Gottes wird es dir zeigen! Der Geist Gottes wird uns die Augen auftun. Der Geist Gottes wird uns sagen, was da auf uns wartet. Und er sagt: Junge, jetzt ist Endspurt. Häuft noch ein paar Segnungen an, häuft noch ein paar Schätze an, das ist noch ziemlich mickrig, was da oben so auf dich wartet. Starte durch! Lebe für die Ewigkeit. Sammle dir Schätze im Himmel.

Ps 90,12
Lehre uns zu bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir es lernen, weise zu leben.

Da ist nicht ein Psalm für die Rentner. Das ist ein Psalm für die Jugend! Je eher wir anfangen – ich wünschte, das, was du heute hier hörst in deinen jungen Jahren, knackig, frisch, dynamisch – ich wünschte, ich hätte das gehört als ich mich bekehrt habe mit 21. Aber niemand hat solche Dinge mir gesagt. Ich wünschte, ich hätte das ein paar Jahrzehnte eher gewusst.

Herr, lehre mich zu bedenken, mich zu erinnern, mich in die Wahrheit zurückzurufen, dass ich sterben muss. Dass das irdische Leben in der jetzigen Form zuende kommt und danach das wirkliche Leben kommt, das für immer dann so sein wird.

Und das, was ich hier tue, bestimmt mein Leben in der Ewigkeit. Das, was ich hier tue, hat eine direkte Auswirkung auf das, was dann in der Ewigkeit sein wird.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (60:00 bis 65:00)

Und wenn wir das tun und dabei bleiben, wird Gott handeln. Und Gott wird uns die Sicht unseres Lebens vollständig umbauen.

Und dein Fokus wird ganz anders sein. Und du sagst: Ja, okay, ich warte schon so lange auf den Mann und ich bete und liege Gott in den Ohren und er kommt und er kommt und er kommt nicht!

Aber deswegen gehe ich nicht in Selbstmitleid. Deswegen gehe ich nicht in Anklage gegen Gott: In Kürze brauche ich sowieso keinen Mann mehr. In Kürze bin ich in der Ewigkeit, in Kürze bin ich in meiner wirklichen Berufung. In Kürze beginnt mein wirklicher Dienst. Hallelujah.

Und Gott gibt mir Gnade, diesen Mangel jetzt auszufüllen. Hallelujah. Und ich lebe nicht für kurzfristige Ziele, sondern ich lebe für das Eigentliche.

Und so ist das mit allen anderen Dingen. Vielleicht ist da Heilung, auf die du wartest und sie kommt nicht! Ich kann dir nicht sagen, warum es so ist. Aber ich kann dir sagen: Schau hinter Heilung, schau hinter den Vorhang. Gott ist ein Heiler – ja! Aber es gibt Situationen, wo wir keine Antwort haben, wo wir keinen Rat haben, wo wir nichts sagen können – aber wir können sagen: Lad den Heiligen Geist ein, schau hinter den Vorhang, und in einem Windhauch bist du sowieso auf der anderen Seite. Hallelujah. Und du hast einen neuen Körper, der gesund und kräftig und fit sein wird – und sehr dynamisch! Durch Wände gehen ist absolut normal.

Tagsüber in Alaska, nachts im Hauptquartier beim König in Jerusalem – ist easy. In einem Bruchteil einer Sekunde – zack, beamst du dich rüber. Wow! Das wird doch wunderbar, oder?

Kein Airline-Streik bedroht uns. Wir sind da ziemlich autonom. Hallelujah.

Mose hatte etwas gesehen. Und das, was er gesehen hat, hat ihm geholfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Als er runterkam vom Palast zu seinen Landsleuten und hat gesagt: Leute, jetzt bin ich da. – Ach, schön, dass du uns besuchen kommst. – Nein, ich besuche nicht, ich bin jetzt immer da! – Ja, wie? Immer da? Du bist doch der Prinz, du wohnst doch im Palast, du hast doch eine herrliche Zukunft und du kannst in diesem Luxus leben.

Er sagt: Fertig! Ich hab die Tür zugemacht, ich hab die Brücken abgebrochen, ich bin jetzt hier, ich bin einer von euch.

Wie? Du hast dein Privileg, Prinz zu sein im Palast des Pharaos aufgegeben? Und tauscht das ein mit dem Elend, das wir hier haben als Sklaven?

Das begreift doch keiner! Das ist doch nicht normal.

Mose! Hast du das richtig gerechnet?

Mose sagt: Leute, ihr versteht überhaupt nichts. Ihr seht die Herrlichkeit des Palastes und euer Lumpen-Dasein als Sklaven. Was ich sehe – ich sehe die Lumpen des Palastes und die ewige Herrlichkeit hinter dem Vorhang! Und ich müsste doch eins mit dem Knüppel kriegen wenn ich da die falsche Wahl treffe.

Hallelujah.

So, was hat ihm geholfen, eine gesunde Entscheidung zu treffen? Zu sehen! Zu begreifen, worum es wirklich geht. Der Geist dieser Welt will uns konstant einlullen und will uns erzählen, es geht um das – und in Wirklichkeit geht es überhaupt nicht um das. Es geht um etwas ganz, ganz anderes.

Wir brauchen diesen Fokus: Es geht um die Ewigkeit. Ein Christsein, das das nicht im Blick hat, kann nicht funktionieren und wird nicht funktionieren. Es wird nicht funktionieren! Die einzige Art von Christsein, die eine Zukunft hat und die auch ein Himmelsbollwerk sein wird gegen diese Macht des Islam – ist ein Christsein, wo die Herzen schon im Himmel sind.

Das ist die einzige Antwort, die Gott hat auf diese expansive Macht, die sich hier ausbreitet.

Das war am Anfang so, diese Art von Christsein hat überwunden und keine Macht Roms konnte das brechen – und es wird es am Ende wieder sein.

So, der Heilige Geist will uns sehfähig machen. Der Heilige Geist will uns zeigen, worum es wirklich geht.

Ich bin ziemlich am Ende der Predigt, aber da sind ein, zwei Dinge noch, die wirklich dann als praktische Schlussfolgerung aus all dem ganzen gezogen werden.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (55:00 bis 60:00)

So, sie konnten das richtig verbuchen und sagen: Hej, das hätten wir hier sowieso alles bald verlassen.

Unser schönes Häuschen, wen kümmert’s? Da oben haben wir einen Palast!

Da wartet ein Palast auf uns! Unsere kleine armselige 2-Millionen-Villa – na, und?

Da oben wartet ein Palast!

Das war real für sie. Sie haben den Dienst des Heiligen Geistes erlebt. Der Heilige Geist durfte ihnen, weil sie es wollten, das Zukünftige offenbaren.

Wenn er kommt, er wird euch das Zukünftige offenbaren.

Joh 16,13
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

Den Himmel real machen. Das ist, warum Stephanus gestrahlt hat wie ein Engel. Weil der Himmel aufging, und er sah all das Herrliche, was da auf ihn wartete und konnte es kaum erwarten, in diese Dimension zu steigen.

Und da hat er nicht gesagt: Oh, Freunde, ich muss jetzt gehen, ist das furchbar! Oh, mein Garten! Meine Angelroute! Oh, Mann, ey.

Sein Herz hing an den Dingen des Himmels. Und der Himmel tat sich auf und er sah die Herrlichkeit. Und alles in ihm hat gesagt: Ja, ich bin bereit, ich komme, Hallelujah. Sein Angesicht leuchtete wie das eines Engels, der Himmel war für ihn in dieser Stunde des Leides und der Bedrängnis real.

Hallelujah.

Gehen wir noch ins Kapitel 11 und noch ein zweites Beispiel: Mose, Vers 24.

Heb 11
24 Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter Pharaos zu heißen,
25 und zog es vor, lieber zusammen mit dem Volk Gottes geplagt zu werden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben,
26 indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung.

Das selbe Prinzip: Der Himmel war real, er hat gesehen, ich bin gemacht für die Ewigkeit – was nützt mir dieser Luxus im Pharao-Palast? Das ist nicht meine Heimat, das ist nicht, wo ich hingehöre. Das ist nicht, wo ich bleiben werde. Ich habe eine bleibende Heimat, und für die muss ich heute leben und die ist so gewaltig und die ist so überwältigend, dass das größte Leid hier auf der Erde noch zu wenig ist. Weil das will ich haben!

Ihr Lieben, ich glaube, das ist das Geheimnis der Märtyrer gewesen. Das ist das Geheimnis der ersten Generation gewesen. Darum konnte keine Bedrohung, kein Gefängnis, keine wilden Tiere, keine Gladiatoren – nichts konnte sie abschrecken, sondern sie hatten diese Gesinnung wie Paulus. Ja, wenn ihr uns umbringt – okay. Bitte schön. Wär nicht schlecht, dann bin ich gleich da. Abkürzung!

Nicht: Ohwe, oh, es ist schlimm.

Sondern der Himmel hat eine Strahlkraft gehabt, der Himmel hat ihnen gezeigt, das ist, wofür du gemacht bist. Das ist, was du in Ewigkeit haben wirst. Und der irdische Anteil, die Bedrängnis, die Schmerzen, das Gefängnis, die Beraubung, die Beeinträchtigung – das ist nichts im Verhältnis zu dem, was du bekommst.

Das können wir nicht machen!

Wir haben das auch nicht – müssen wir ganz ehrlich sein. Aber wir können das Wort anschauen und wir können sagen: Das ist wahres Christsein. Das ist das wahre Evangelium! Ein Evangelium, das sich diesseits des Vorhangs einrichten will, ist nicht das wahre Evangelium. Ein Evangelium, das den Himmel ausspart, ein Evangelium, das nicht für die Ewigkeit lebt, ist nicht das wahre Evangelium und ich weigere mich, diesen Schrott anzunehmen.

Ich will das echte und das ganze haben!

Und ich brauche den Heiligen Geist und ich will, dass er mir die Augen auftut und ich will mein Leben, und ich will meine Zukunft und meine Berufung so sehen wie Gott sie sieht. Das ist, was wir heute tun können.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (50:00 bis 55:00)

Und noch Vers 12:

1 Kor 2,12
Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind.

Der Geist der Welt um uns herum will uns beeinflussen und er redet von der Welt und er macht die Welt groß und er sagt: Das ist das Ding, und das darfst du nicht verpassen und in diesen Film laufen alle und du musst den unbedingt sehen und das ist wichtig und das ist wichtig und das neueste Modell und diese Variante und das und dies und jenes usw. – das ist der Geist der Welt.

Und er treibt. Und er sagt: Verpass es nicht, alle rennen – sicher dir noch heute dein Dingsbums.

Das ist der Geist der Welt. Der dir das Gefühl gibt, wenn du hier nicht Schritt hältst, wenn du nicht hier mitmachst, wenn du nicht das neueste Update hast, die neueste Version, das neueste Modell, dann bist du ein armer Tropf.

Das ist der Geist der Welt, der uns falsche Maßstäbe gibt. Und wir haben diesen Geist nicht empfangen, aber der ist um uns herum und will uns beeinflussen. Und die Waffe, um diesen Einfluss zurückzuhalten, ist der Geist aus Gott!

Und der Geist aus Gott ist uns gegeben, damit wir die Dinge, die von Gott uns geschenkt sind – nicht, was die Welt uns anbietet, was Gott uns schenkt, zeigt. Dafür ist der Geist Gottes uns gegeben. Und wenn wir anfangen, das zu sehen, wenn wir begreifen, weil Gott das in uns groß macht, das ist das Allerwichtigste: Gott zu erfreuen, Gott zu gefallen, aus reinem Herzen Gott zu lieben – dann wirkt sich das aus auf unser Leben.

Lass mich ein Beispiel geben aus der Schrift.

Heb 10,34
Denn ihr …

… das sind die Gläubigen aus dem Judentum, die an den Messias gläubig geworden sind und hier jetzt leben in der Zerstreuung …

… habt sowohl mit den Gefangenen gelitten als auch den Raub eurer Güter mit Freuden aufgenommen, da ihr wisst, dass ihr für euch selbst einen besseren und bleibenden Besitz habt.

Diese Leute haben etwas gigantisches getan – oder sagen wir mal: Erstmal ist etwas Furchtbares passiert – um des Glaubens willen haben sie Bedrängnis erlebt, Verfolgung erlebt und ihre Güter wurden ihnen weggenommen.

Ihr Haus, ihr Besitz, Konto gesperrt oder weiß ich nicht, was.

Um den Glaubens willen haben sie Beraubung und Bedrängnis erlebt. Das ist, was mit ihnen passiert ist. Aber dann ist wie sie darauf reagiert haben: Sie haben auf diesen Verlust, der normalerweise jeden normal tickenden Menschen in Traurigkeit bringt, in Sorge bringt, in Existenzangst, in große Verzweiflung bringt – auf diese Beraubung haben diese Leute reagiert mit Freude.

Die Welt kann eine Menge nachmachen, aber nicht das.

Es gibt christliche Sekten, die haben Programme und Häuser und Kanzel und Dienste und Lautsprecher und alles wie wir – aber was sie nicht haben, ist die Gegenwart Gottes. Hallo?

Das Eigentliche kann man nicht kopieren, kann man nicht fälschen. Und diese Leute haben etwas vom Himmel gehabt, sie haben eine Gewissheit gehabt über das, was auf sie da wartet. Und sie konnten sagen: Okay, unser Haus ist weg, unsere Konten sind gesperrt, wir haben nichts mehr – was solls? Das, was wirklich zählt, was uns wirklich ein Schatz ist, kann uns niemand nehmen, es ist im Himmel.

Und in Kürze werden wir es genießen.

Und das war so real, das war so nah, dass sie in Anbetracht des Verlustes sich gefreut haben. Das ist der Beweis, dass sie geglaubt haben. Das ist der Beweis, dass das real war. Das war nicht irgendwie ein Glaubensbekenntnis: „Ich glaube an das ewige Leben“, sondern das war ihnen ganz nah und es hat ihre Emotionen in der Zeit der Bedrängnis geprägt.

Das war der Test und das war der Beweis, dass ihr Glaube echt ist.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (45:00 bis 50:00)

Da redet von Paulus von diesem Tag, wo unsere Werke bewertet werden. Es kommt ein Tag, wo meine Werke bewertet werden. Und nicht von Menschen, die man blenden kann, die man täuschen kann, denen man was vormachen kann, sondern von dem, der Augen hat wie Feuerflammen.

Dem niemand etwas vormachen kann. Der das Herz sieht, der die Motive sieht für mein Handeln. Vor dem werden meine Werke offenbar. Gott kommt mit seinem heiligen Feuer und hält das einmal unter meine Werke. Und alles, was nicht echt ist, alles, was nur Show ist, alles, was nur da ist, wo ich den Herrn und den Glauben und das Evangelium benutzt habe, um mich groß zu machen, um mir Ehre zu machen, um für mich etwas zu bekommen, um mein Königreich zu bauen, um meinen Einfluss zu erweitern und all diese Dinge – alles das wird verbrennen.

Es wird verbrennen!

Wenn ich das wirklich glaube, dass es einen solchen Tag gibt, wo alle meine Werke, alle meine Gebete, alle meine Anbetung, alle meine Dinge, die ich getan habe für den Herrn, getestet werden mit Feuer – wenn ich das wirklich glaube, dann sag ich: „Herr, zeig mir jetzt, wie Du die Dinge siehst“.

Zeig mir jetzt, wie du mein Leben beurteilst.

Zeig du mir jetzt, was deine Sicht ist und was deine Maßstäbe sind.

Weil wenn ich jetzt in Übereinstimmung mit Gott komme, dann habe ich eine viel größere Chance viel mehr bleibende Werke zu tun für die ich Lohn bekomme.

Und Gott ist ja nicht so, dass er sagt: Eines Tages richte ich euch, aber nach welchem Maßstab verrate ich euch nicht – viel Glück.

Das ist nicht Gott! Hallelujah.

Sondern er sagt uns von vornherein nach welchem Maßstab er uns richten wird. Und das ist sein Wort, das ist die Wahrheit, das ist die Reinheit, das ist die Wahrhaftigkeit, das ist die echte Liebe – nach der wird er uns messen. Und wenn wir an den Richterstuhl Christi glauben, dann werden wir sagen: Herr, öffne mir die Augen, lass mich mein Leben sehen wie Du es siehst.

Hol mich aus allen netten Illusionen!

Spr 21,2
Einem jeden Manne dünkt sein Weg recht, aber der die Herzen erforscht, ist der HERR.

Ich sage: Herr, hilf mir, lass mich sehen, nicht wie ich sehe, nicht wie die anderen sehen, lass mich sehen, wie Du siehst.

Und Gott wäre nicht gerecht wenn er dieses Gebet nicht erhören würde.

Gott erhört dieses Gebet!

Und Er öffnet uns die Augen, und Er gibt uns Seinen Maßstab. Und wir werden entdecken, da sind viele Kleinigkeiten, die in unseren Augen und in den Augen der anderen nichts gelten und die sind für Gott kostbar. Und dann gibt es viele große heroische Glaubenstaten, von denen Menschen denken, das ist ja wunderbar, das ist ja beeindruckend, da klatscht ganz Deutschland Beifall – und der Herr sagt, es ist nichts.

Es ist überhaupt nichts.

Es ist nicht entstanden aus Liebe zu mir. Es ist nicht gekommen aus Hingabe zu mir, es ist nicht gekommen, weil du meinen Namen großmachen wolltest, sondern das einzige, was dich getrieben hat, ist, deinen eigenen Namen zu feiern.

Wenn wir an den Richterstuhl glauben, wird Gott uns die Augen auftun. Und er wird es uns zeigen – Hallelujah.

1 Kor 2,9-10a
sondern wie geschrieben steht: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ Uns aber hat Gott es offenbart durch den Geist.

Was ist „es“?

Es ist das, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Das ist der Lohn. Das ist das, was in der Ewigkeit auf uns wartet. Und Gott will es uns offenbaren. Er möchte, dass wir hier diesseits des Vorhangs sehen, was auf der anderen Seite auf uns wartet. Und je klarer wir es sehen, um so mehr werden wir motiviert sein, fokussiert und gerade zu leben.

Hier steht es: Der Heilige Geist zeigt uns, er offenbart uns, er enthüllt uns, er nimmt die Decke weg und gibt uns klare Sicht für die Dinge, die Gott bereitet hat denen, die Ihn lieben. Das ist das Werk des Heiligen Geistes.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (40:00 bis 45:00)

Das Wort Gottes lehrt, es wird ein Buch der Erinnerung geschrieben. Und da werden all die Dinge, die wir tun aus Hingabe, aus Liebe zu Jesus, kleine, unscheinbare Dinge, die wir tun, alleine zu Hause, wo niemand ist, wo wir zu Hause vor Gott sind und nicht weil wir irgendwie einen gesegneten Tag wollen oder nicht, weil wir irgendwie einen Aufstieg in unserer geistlichen Karriere wollen, sondern einfach nur weil Gott Gott ist und weil Er es wert ist – und wir sagen: Jesus, ich liebe Dich, ich ehre Dich, ich bin vor Dir und ich gehöre Dir.

Du sagst das nicht, weil du heile werden willst, du sagst das nicht, weil du einen Ehemann brauchst, du sagst das nicht, weil du irgendwie eine größere Wohnung brauchst – du sagst es, weil Gott Gott ist und weil du ihn liebst – fertig, aus.

Und schon wirds aufgeschrieben im Buch der Erinnerung. Für dich war das ein kleiner Moment, aber eines Tages werden die Bücher aufgetan. Und der Herr kommt zu diesen Kleinigkeiten zurück. Der Herr kommt zurück und sagt: Da gings dir gar nicht gut, aber du hast dich nicht beurlaubt vom Gebet. Du hast in deiner Schwachheit, mitten in deiner Zeit der Trockenheit, ohne große Inspiration, du hast dich gezwungen, deine Hände hochzuheben und in das Angesicht Gottes zu schauen, das du nicht siehst und fühlst.

Und du hast Gott dort deine Zeit gegeben und Ihn geehrt.

Es kommt in das Buch der Erinnerung! Ein Buch der Erinnerung wird geschrieben und eines Tages wird dieses Buch wieder aufgetan. Und eines Tages kommt entsprechender Lohn.

Röm 14,10
Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden.

Hier siehst du den Zusammenhang zwischen „besonnen leben, gesund leben, vernünftig leben, rein leben, unser Herz bewahren“ und dieser Wahrheit: Wir stehen vor dem Richterstuhl Christi.

Und der Richterstuhl Christi, dort wird geregelt, welches Maß von Belohnung wir bekommen. Der Richterstuhl Christi dient nicht dazu, zu entscheiden, ob du in die Verdammnis gehst oder ob du in die Herrlichkeit des Herrn eingehst, sondern der Richterstuhl Christi handelt mit deinem irdischen Leben und mit den Belohnungen.

2 Kor 5,9
Deshalb setzen wir auch unsere Ehre darein, ob ‚einheimisch‘ oder ‚ausheimisch‘, ihm wohlgefällig zu sein.

Denn! Jetzt kommt die Begründung für das „wohlgefällig sein“, für diese Haltung. Warum ihm wohlgefällig sein?

2 Kor 5,10a
Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden

Wir alle müssen. Wir alle müssen! Da ist nicht einer, der sagt: Du, da nehme ich mir Urlaub, zu der Zeit bin ich einfach nicht da. Da tauche ich unter. Da mache ich mich unsichtbar. Jeder hat einen Termin! Und du kannst so beschäftigt sein wie du willst, dieser Termin wird im Wust deiner Termine nicht untergehen.

Und: Wir stehen da alleine. Da ist nicht deine betende Ehefrau da und gleicht das alles aus, was du dir an Faulheit da geleistet hast. Ihre Punkte werden dir nicht gut geschrieben. Wir haben einen Termin, wir müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden. Damit jeder … „alle“ und „jeder“. Fühlt sich jemand nicht angesprochen? Alle und jeder?

2 Kor 5,10b
damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses.

Und in 1 Kor 3 redet Paulus noch einmal davon.

1 Kor 3
10 Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.
11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
12 Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut

… also zwei unterschiedliche Kategorien von Baumaterial …

1 Kor 3
13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer offenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen.
14 Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen;
15 wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (35:00 bis 40:00)

Off 20,6a
Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung!

Das ist wenn Jesus wiederkommt. Das ist die erste Auferstehung – wenn Jesus wiederkommt – in einem Augenblick werden wir und alle, die in Christus verstorben sind, auferweckt werden, lebendig gemacht werden und wir bekommen diesen neuen Leib. Das ist die erste Auferstehung.

Off 20,6
Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen die tausend Jahre.

Wer teilhat an der ersten Auferstehung wird mit Christus herrschen für tausend Jahre. Das ist, was die Bibel sagt.

Es ist Zeit, dass wir anfangen, Pläne zu machen für das Leben hinter dem Vorhang. Denn das auf der Erde dauert tausend Jahre. Was ist das im Verhältnis zu den 70, 80 Jahren hier. Und wenn diese tausend Jahre rum sind, dann geht’s erst richtig los.

So, wir müssen Pläne machen.

Und wir müssen jetzt dafür sorgen, dass wir treu erfunden werden. Und wir wollen Lohn haben. Gott versucht uns zu motivieren, indem Er von dem Lohn in den Himmeln redet. Also müssen wir darauf hören und müssen nicht in dieser falschen Demut sein: Ach, ich will überhaupt keinen Lohn haben.

Das ist Quatsch. Das wirst du bitter bereuen wenn du nachher dein 5-Hütten-Dorf in Alaska hast.

Hier ist einer, der war treu, der wird über 10 Städte gesetzt. Stell dir mal vor: Dresden, Chemnitz, Zwickau und der Rest noch hier umzu. Wow! Und du bist der Bürgermeister, der Gouverneur. Und in den Zeitungen steht, was du bestimmst. Wow. Und im Internet kommt das vor, was wir bestimmen. Und den Rest gibt’s nicht mehr.

Das Leben – wie wird das Leben aussehen wenn König Jesus wirklich regiert? Hast du dir darüber schon mal Gedanken gemacht? Die meisten Gläubigen machen sich über das Leben hinter dem Vorhang keine Gedanken. Die sollten das, weil es erstens sehr nahe ist und zweitens sehr lange ist.

Amen!

Macht das Sinn?

Siehst du, durch das Wort Gottes erneuern wir unser Denken. Und wir endlich mal klar und normal und vernünftig. Wenn Leute uns hören, sie sagen: Hej, also jetzt sind sie völlig durchgeknallt, die spinnen ja total. Die spinnen ja völlig.

Aber was werden dieselben Leute in 500 Jahren sagen? „Hätte ich nur ernst genommen, was ich da gehört habe!“

Der Tag kommt, wo uns Recht geschaffen wird. Der Tag kommt, wo wir gerechtfertigt werden, wo jeder verächtlicher Blick, jedes Auf-uns-herab-Schauen und jedes „ach, die spinnen doch alle“ bitter bereut wird – der Tag kommt, wo die Wahrheit offenbar wird. Es ist alles wahr, was wir hier lesen, es ist alles die pure Wahrheit.

Und Menschen werden heulen und weinen und zutiefst bereuen, dass sie so naiv waren, diesem wunderbaren Buch nicht zu glauben.

Jesus sagt: Wenn wir uns selbst erniedrigen – er nimmt da ein Kind, stellt’s in die Mitte: „Wer sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel“.

Mt 18,4
Darum, wenn jemand sich selbst erniedrigen wird wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel

So, da gibt es Unterschiede, da gibt es kleine und mittelgroße und große und die größten im Himmel – ich glaube nicht, dass einen Größten gibt, aber viele Größte gibt.

Im Himmel! Vergiss die Idee, wir sind alle gleich in der Ewigkeit, vergiss das! Das ist nicht, was die Bibel sagt. Was die Bibel sagt, ist, hier bestimmen wir durch unsere Reinheit, durch unsere Hingabe, durch unsere Treue, hier und jetzt bestimmen wir das Maß unsere Lohnes in der Ewigkeit. Das ist, was die Bibel sagt.

Wenn wir das nur wirklich glauben, wird das eine enorme Wirkung auf unser Alltagsleben haben – eine enorme Wirkung haben darauf, was es bedeutet, richtige Prioritäten zu setzen.

So, ich spreche von dem wahren Evangelium. Zu dem wahren Evangelium, das die Apostel gepredigt haben, gehört der Richterstuhl Christi.

Der Richterstuhl Christi gehört dazu.

Fangen wir mal an:

Mal 3,16
Da redeten die miteinander, die den HERRN fürchteten, und der HERR merkte auf und hörte. Und ein Buch der Erinnerung wurde vor ihm geschrieben für die, die den HERRN fürchten und seinen Namen achten.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (30:00 bis 35:00)

Und das wahre Evangelium spricht von unserem zukünftigen Dienst. Ja, wir haben jetzt hier einen Dienst. Aber bei alldem dürfen wir nicht vergessen, dass da ein wichtigerer Dienst auf uns wartet und das ist der zukünftige Dienst. Und den haben wir. Und davon redet das Wort Gottes.

Off 5
9 Und sie singen ein neues Lied und sagen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast durch dein Blut Menschen für Gott erkauft aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation
10 und hast sie unserem Gott zu einem Königtum und zu Priestern gemacht, und sie werden über die Erde herrschen!

Das Wort Gottes sagt: Wenn der König wiederkommt, werden wir mit Ihm und unter Ihm herrschen. Das ist, was das Wort sagt.

Du sagst, ach, ich dachte, wir sind im Himmel.

Wir sind auf der Erde, und wir sind vor dem Thron Gottes, weil wir sind multidimensional.

Wir haben einen neuen Geist, wir können uns von einem Augenblick von Alaska an den Thron Gottes beamen.

In einem Augenblick! Weil wir nicht mehr in einem physischen Leib sind, weil wir nicht mehr den Begrenzungen von Zeit und Raum unterworfen sind. So, du kannst deine Provinz in Alaska verwalten den Tag über, und abends erfrischt du dich im Lobpreis vor dem Thron Gottes. Kein Problem! Kein Problem. Huiff, in einem Moment bist du da!

Du sagst, häää?

Das ist, was die Bibel sagt! Als Jesus auferstanden ist – die Jünger waren voller Angst, haben die Türen verrammelt und Jesus kommt einfach durch die Wand. Weil er einen neuen Leib hat! Weil er nicht mehr den irdischen Leib hat. Und dieselbe Art von Leib werden wir haben.

So, du verwaltest deine Provinz oder vielleicht nimmst du diese Botschaft nicht ernst und überhaupt das, was die Bibel dazu sagt. Und du kriegst nur irgendein kleines Dörflein in Alaska. Könnte auch sein.

Wie auch immer – du wirst froh sein, dass du im Himmel bist. Und wenn du dein Dorf verwaltet hast und alles richtig geordnet hast und alles schön gemacht hast – am Abend dann bist du in derselben Herrlichkeit wie wir auch.

Aber da gibt es Unterschiede. Denkt an diesen treuen Knecht. Der Herr sagt:

Lk 19,17
Und er sprach zu ihm: Recht so, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu warst, sollst du Vollmacht über zehn Städte haben.

Wovon redet Er? Er redet davon, wenn der König wiederkommt, alle Regierungen dieser Welt müssen abtreten. Alle über 200 Nationen, die jetzt selbstständige politische Einheiten sind und Regierungen haben, die werden alle abgesetzt.

Und Gott setzt seine Leute ein.

Und nicht nur die Regierungen – alle Schlüsselpositionen – Medien, Universitäten … du sagst, hej, Medien, Universitäten? Ich dachte, Jesus kommt wieder und dann werden wir in die Steinzeit zurückgebombt oder was?

Nein, das Leben auf der Erde wird weitergehen.

Wenn Jesus wiederkommt, hier werden Menschen auf der Erde sein, die noch nicht errettet sind. Wusstest du das? Denn die brauchen Heilung und da wachsen Bäume und die Blätter der Bäume sind für Heilung für die Nationen.

Offb 22,2
In der Mitte ihrer Straße und des Stromes, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Nationen.

Wenn die alle den „Geistleib“ hätten wie wir, wofür brauchen die Heilung?

Jesus braucht keine Heilung, er braucht keine Medizin. Und wenn wir einen neuen Leib haben, wenn wir verherrlicht sind, wenn Jesus wiederkommt und uns zurücknimmt, wir brauchen auch keine Medizin mehr.

Wir brauchen keine Blätter zur Heilung. Und kein Gebet für Heilung. Wir sind gesund. Wir sind die Gesundheit. Das Leben aus Gott ist in uns, aber da leben Menschen auf diesem Planeten wenn Jesus wiederkommt. Nicht die das Mal des Tieres angenommen haben, die werden alle vernichtet wenn Jesus wiederkommt. Aber da werden viele, viele Menschen sein, die nicht von neuem geboren sind und die nicht sofort vernichtet werden.

Und König Jesus regiert und alle Regierungen soweit sie überhaupt noch intakt sind, treten ab und Gott setzt seine Leute ein. Und das ist, wovon Jesus hier redet: Du warst treu und du wirst über 10 Städte gesetzt.

Das heißt, wenn du nicht treu warst, kriegst du dein Dorf in Alaska.

Ja, vielleicht hast du dann den Schneeräumdienst, kannst dafür sorgen, dass die Straßen frei sind. Den Wildwechsel der Rentiere regulieren oder weiß ich nicht, was dann da zu tun ist.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (25:00 bis 30:00)

Jesus sagt dort:

Mt 6,1
Habt acht auf eure Gerechtigkeit, dass ihr sie nicht vor den Menschen übt, um von ihnen gesehen zu werden! Sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater, der in den Himmeln ist.

D.h. wenn meine Motivation stimmt und wenn ich nicht prophezeie und bete oder predige oder sonst irgendwelche Dinge mache, Fahnen schwenke oder irgendwas, um gesehen zu werden – sondern weil ich ein Herz habe für Gott, dann sammle ich damit Schätze. Ich sammle einen Lohn an für mich, der bewahrt wird im Himmel und den ich eines Tages sehen werde und den ich eines Tages genießen werde.

So, Gott zu dienen mit einem reinen Herzen, mit einer Motivation: Gott, ich liebe Dich, ich ehre Dich, Du bist mein Gott, ich will es für Dich tun – das ist etwas, was Lohn ansammelt im Himmel. Lohn im Himmel. Hallelujah.

Mt 5
10 Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel.
11 Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen.
12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.

Hier ist ein weiterer Punkt wie wir Schätze sammeln, wie unser Lohn vermehrt wird: Wir stehen zu Gott, wir stehen zur Wahrheit, wir dienen Ihm und wir verraten und verkaufen nicht das Wort Gottes. Wir verfälschen nicht das Wort Gottes. So werden wir Verfolgung bekommen und wir werden großen Lohn bekommen.

Und Jesus ermahnt uns: Wenn wir verfolgt werden – und wir weden verfolgt werden, ihr Lieben. Die Fundamente sind schon weitestgehend gelegt, die Weichen sind gestellt. Der Geist der Welt wird viele immer mehr in den Abfall treiben, und Leute wie ihr, ihr werdet verfolgt werden. Ihr werdet verfolgt werden.

Und dann müssen wir uns erinnern, was Jesus gesagt hat: Dann sollen wir uns freuen und jubeln. Nicht uns bemitleiden. Nicht „Ach, wir Armen, das ist jetzt der Lohn für all das Opfer, was wir gebracht haben, und jetzt wird uns so gedankt“. Nein, wir freuen uns und wir jubeln.

Jesus erinnert uns dadran, weil das ist das Letzte, woran wir denken wenn wir verfolgt werden.

Wenn wir geschmäht werden, wenn Böses über uns gesagt wird, wenn Lügen, Intrigen und Gerichte ausgehen – das ist das Letzte, was uns einfällt – uns zu freuen und zu jubeln. Und darum sagt Jesus: Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln.

Die Freude kommt zustande wenn wir glauben, und weil wir glauben auch sehen, dass da ein Lohn ist – dann kommt die Freude.

Und wir sagen: Hej, das geht hier nur noch wenige Jahre, nur noch wenige Jahrzehnte – und sowieso ist das ganze vorbei. Und dann kommt das Wirkliche, dann kommt das Eigentliche, dann kommt der Lohn, der im Himmel für uns aufbewahrt wird und der dort wartet. Hallelujah.

Schätze im Himmel!

Das ist auch wie Paulus gelebt hat. Und seine Schätze waren auch die Früchte, die Gott durch ihn gewirkt. Er sagt dort zu den Thessalonichern.

1 Thess 2
19 Denn wer ist unsere Hoffnung oder Freude oder Krone des Ruhms? Seid nicht auch ihr es vor unserem Herrn Jesus Christus bei seiner Wiederkunft?
20 Ja, ihr seid unsere Ehre und Freude!

Hallelujah. Der Heilige Geist hat durch Paulus gewirkt und hat diese Gemeinde geprägt und sie gesegnet und blühen und wachsen lassen und er sagt: Ihr seid unsere Hoffnung, unsere Freude und die Krone des Ruhms bei seiner Wiederkunft.

Es gibt Lohn für unser Tun!

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (20:00 bis 25:00)

Aber der Heilige Geist wird reden. Je näher der Tag des Herrn kommt, um so lauter und dringlicher wird der Heilige Geist reden: „Der König kommt! Macht euch bereit!“

Und wir werden immer klarer vom Wort Gottes verstehen, was das eigentlich bedeutet und welche Konsequenzen das hat und was da wirklich auf uns wartet. Unser Bürgerrecht, sagt Paulus, ist in den Himmeln.

Phil 3,20
Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten.

Wieder genau das gleiche: Es geht nicht ums Hier und Jetzt, es geht um die Ewigkeit, es geht darum, dass da ein Retter ist, der noch in den Himmeln behalten wird bis zu den Zeiten der Wiederherstellung, sagt Petrus.

Apg 3,21a
Den muss freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge

Und dann kommt er wieder. Und darauf leben wir zu und das ist, worum es geht. Wir erwarten ihn, das ist unser Bürgerrecht.

Und kurz davor spricht Paulus von diesen armseligen Menschen, die das Evangelium verdrehen und die alles konzentrieren hier auf das Jetzt und was für Schmerzen sie sich machen.

Phil 3
18 Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes Christi sind;
19 deren Ende Verderben, deren Gott der Bauch und deren Ehre in ihrer Schande ist …

… und jetzt kommt der Punkt:

Phil 3,19b
die auf das Irdische sinnen.

Sie vermeiden das Kreuz, sie wollen nichts zu tun haben mit dem Kreuz und sie können das Kreuz nicht anderen bringen, weil sie auf das Irdische sinnen. Und das Kreuz ist die Macht, die in uns wirkt und die uns errettet von dieser Versklaverei, von diesem Gebundensein an das Sichtbare, an das Irdische.

Da ist ein Geist um uns herum, und wir atmen den permanent ein, mit jeder Tageszeitung, die du liest, mit jeder Werbung, die du dir anschaust, mit allem, was hier ums herum passiert – mit jedem Gespräch über den Gartenzaun mit dem Nachbarn – immer atmen wir diese Atmosphäre ein: Das einzige, was zählt, ist das Hier und Jetzt und ein Jenseits und ein Gott, der auf dem Thron ist und der einmal Gerechtigkeit schaffen wird, das gibt es alles nicht.

Und wir müssen gegensteuern, wir müssen dieser Atmosphäre entkommen, wir müssen etwas in uns haben, was stärker ist als der Geist dieser Welt.

So, hier sind Gläubige, die auf das Irdische sinnen.

Genauso sagt es Judas:

Christen, die auf das Irdische sinnen, denen es nur um Hier und Jetzt geht, um Macht, Ansehen, Größe, ihr eigenes Königreich zu bauen – das sind diejenigen, die Trennungen verursachen: Christen, die auf das Irdische sinnen, werden missbraucht werden vom Feind und sie richten Trennungen an.

Judas 18-19
Denn sie sagten euch, dass am Ende der Zeit Spötter sein werden, die nach ihren gottlosen Begierden wandeln. Diese sind es, die Trennungen verursachen, irdisch gesinnte Menschen, die den Geist nicht haben.

Weil da wieder andere sein werden, die sagen: Nein, das ist nicht der Fokus, das ist nicht, worum es geht. Gerade das geschieht jetzt in Deutschland mit einer Bewegung, die sehr viel Dynamik gehabt hat und sich sehr auf das Wort Gottes berufen hat und in wenigen Jahren – einfach, weil sie ein völlig falschen Fokus gesetzt hat und weil sie keine Korrektur angenommen hat, jetzt völlig gegen die Wand gefahren ist. Ihr Lieben, diese Dinge passieren, das ist nicht nur in der Bibel. Menschen, die auf das Irdische sinnen und Trennungen verursachen.

Jesus sagt, wir sollen Schätze im Himmel sammeln.

Mt 6,20
sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Fraß zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen!

Wir sollen hier ein Leben leben, mit dem wir im Himmel Schätze sammeln. Wir sammeln nicht Schätze wenn wir im Himmel sind, wir sammeln Schätze im Himmel wenn wir auf der Erde sind. Hier auf der Erde passiert etwas, was eine Wirkung auf den Himmel hat.

Das müssen wir hören, das müssen wir sehen in der Bibel und das müssen wir so lange hören bis wir es glauben. Der Glaube kommt durch das Hören des Wortes.

Röm 10,17
Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Schätze sollen wir uns sammeln! Jesus sagt:

Mt 6,19-20:
Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Fraß zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen; sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Fraß zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen!

Und eines der Dinge, die wir tun, um Schätze zu sammeln, ist unser Herz zu bewahren, unsere Motivation zu bewahren, unseren Glauben nicht zu missbrauchen, um Menschen zu beeindrucken.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (15:00 bis 20:00)

Das war der Herzschlag der Apostel.

Petrus sagt 2 Petrus 1,16a:
Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan

Was war ihre Botschaft? Die Macht und die Ankunft des Herrn zu verkündigen.

Und wenn das die Aufgabe der Apostel war, wenn die Gemeinde diese Botschaft bekommen hat, dann muss die Gemeinde auch heute diese Botschaft bekommen.

2 Petrus 1,16b
nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind.

Und es gibt sehr, sehr viele Schriftstellen, und ich werde einige davon euch geben und andere könnt ihr dann selber herausfinden und euch damit „bewaffnen“ und euch prägen und ausrüsten, die davon reden: Das ist das Ziel, darum geht es – und das müssen wir vor Augen haben. Und vergiss diese Befürchtung: Ja, wenn wir uns jetzt auf den Himmel konzentrieren, dann werden wir hier für die Arbeit und für die irdischen Dinge und für den alltäglichen Kram nicht mehr tauglich sein.

Es ist genau anders herum! Je klarer wir die Ewigkeit vor Augen sehen, je klarer wir sehen, das ist das eigentliche, das wird bleiben, hier wird alles in Kürze vergehen – und was immer „in Kürze“ bedeutet. 30, 40 Jahre? Ich habe keine Ahnung. Vielleicht sind es nur 20 Jahre. Der König kommt! Der König kommt wieder.

Und es tobt eine Schlacht. Und es ist die Schlacht um ein Herz, das ihn erwarten kann. Es ist eine Schlacht um ein Herz, das wirklich glaubt, das ist seine Verheißung, und seine Verheißung wird sich erfüllen.

Jak 5,7a
Habt nun Geduld, Brüder, bis zur Ankunft des Herrn.

Die haben eine Perspektive gehabt. Es geht um einen Biss, es geht um eine Hingabe, da ist ein Ziel, und das Ziel ist die Ankunft des Herrn. Und bis dahin sollen wir Geduld haben. Hallelujah. Das war Jakobus 5,7.

So, nicht nur Petrus hatte diese Sicht. Jakobus hat es gehabt, Paulus hat es gehabt, Johannes hat es gehabt. Die Apostel haben es gehabt. Das war das apostolische Evangelium. Das war das Original-Evangelium vom Himmel. Wir sind hier auf der Erde, um uns vorzubereiten für die Ewigkeit. Um uns vorzubereiten für das eigentliche Leben und für den eigentlichen Dienst, der dann kommt.

1Thess 5,23
Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!

Wenn wir die Botschaft der Heiligung nicht verbinden mit der Wiederkunft des Herrn wird sie nicht wirklich durchschlagen. Aber wenn die Botschaft der Heiligung verkündigt wird im Zusammenhang mit der Wiederkunft des Herrn wird sie durchgehen.

Johannes sagt: Alle, die solche Hoffnung haben, ihn zu sehen wie er ist, die reinigen sich.

1Joh 3,3
Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie auch jener rein ist.

Jeder, der solche Hoffnung hat, vor Ihm zu stehen, ihn zu sehen wie der wirklich ist – der reinigt sich.

So, da ist ein Zusammenhang zwischen Heiligung und „Stehen vor Gott“ und „Ihn sehen wie Er wirklich ist“ und direkt einfach vor Ihm zu stehen.

1Joh 2,28
Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er offenbart werden wird, Freimütigkeit haben und nicht vor ihm beschämt werden bei seiner Ankunft!

Die Apostel haben die Gemeinden vorbereiten wollen. Und sie haben sie durch ihren Dienst vorbereitet auf die Ankunft des Herrn. Das war der Dienst der Apostel: Leute, der Herr kommt. Bis zur Ankunft des Herrn habt Geduld. Wenn der Herr kommt, ihr sollt nicht beschämt sein.

Das war das Ziel. Es ging um die Wiederkunft des Herrn.

Paulus spricht von unserem Körper:

2 Kor 5,1-2
Denn wir wissen, dass, wenn unser irdisches Zelthaus zerstört wird, wir einen Bau von Gott haben, ein nicht mit Händen gemachtes, ewiges Haus in den Himmeln. Denn in diesem (Körper) freilich seufzen wir und sehnen uns danach, mit unserer Behausung aus dem Himmel überkleidet zu werden

Die Sehnsucht nach der Ewigkeit, die Sehnsucht, diesen Auferstehungsleib zu bekommen und in diese neue Dimension hineinzukommen, die dann für immer unsere Berufung und unsere Bestimmung sein wird, ist im Moment minimal – nahe Null.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (10:00 bis 15:00)

Bevor der Heilige Geist sein Werk tut, sagen wir: „Naja, gut, okay, es gibt ’ne Ewigkeit, sollen wir auch mal nicht vergessen und da muss auch mal dran gedacht werden, das muss auch mal erwähnt werden“, aber der Grundtenor ist doch: Das hier ist das Eigentliche – und das andere, ja, das gibt es irgendwie, aber was das genau ist und was das mit uns zu tun hat und was das für eine Wirkung hat auf uns – hm, das weiß man nicht so genau, ist auch nicht so wichtig.

Es ist extrem wichtig!

Die andere Seite zu sehen und das Schwergewicht so zu setzen wie es nun einmal wirklich ist: Unser Leben hier, diesseits des Vorhanges, ist „ein Hauch“. 70, 80 Jahre – pfschhh, weg sind sie.

Hi 7,7a
Bedenke, dass mein Leben ein Hauch ist

Ps 90,10
Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre; und worauf man stolz ist, das war Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell enteilt es, und wir fliegen dahin.

Neulich hatten wir kleine Kinder, jetzt bin ich Opa. Pfschhhhh.

Die Jahrzehnte – pfschhh – einfach weg! Einfach weg! Und ich erwarte nicht, dass die kommenden Jahrzehnte langsamer schalten werden.

Das Tempo nimmt zu!

Es geht nicht um ein schönes, angenehmes Leben, ein gutes Leben zu haben. Es geht auch nicht um Gemeindewachstum. Hallo?! Es geht auch nicht darum, um Ehre und Ansehen zu sammeln und was die anderen über uns sagen und wie sie uns bewundern oder irgendwas. Es geht überhaupt nicht um diese Dinge.

Sondern es geht darum zu begreifen: Wir sind hier für einen Zweck in diesem Leben, um das Diesseitige so schnell wie möglich zu beenden. Nicht unser diesseitiges Leben, sondern das Leben überhaupt auf dieser Seite des Vorhangs. Wir sind dafür da, den König zurückzubringen. Dafür sind wir da. Das ist die Aufgabe der Gemeinde.

Und weitestgehend, mindestens die Gemeinde in der westlichen Welt, ist weit, weit, weit, weit, weit weg überhaupt nur das zu sehen, dass auf dem Schirm zu haben, geschweige denn ergriffen zu haben und im Praktischen so zu leben, dass es um eines geht: Der König muss zurückgebracht werden.

Petrus sagt: Wir erwarten und beschleunigen die Ankunft unseres Herrn.

2Petr 3,12a
indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt

Das ist unsere eigentliche Aufgabe. Alles andere dadrunter – Gebet, Bibelstudium, Evangelisation, Heilungsdienst, Befreiungsdienst – das sind alles Unterpunkte dieses einen großen Punktes. Es geht letzten Endes darum, Bahn zu machen, dass der König zurückkommt. Der König muss wiederkommen.

Petrus sagt, wir warten auf neue Himmel und neue Erde, in der Gerechtigkeit wohnt.

2Petr 3,13
Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Darum geht es: Der König muss zurückkommen. Und die irdische Ordnung muss über den Haufen geworfen werden, und die himmlische Ordnung auf diesem Planeten wird aufgerichtet werden.

König Jesus wird buchstäblich wiederkommen und wird sein Hauptquartier in Jerusalem haben. Mit Straße, Hausnummer, Faxnummer und allem drum und dran.

Ganz buchstäblich! Nicht irgendwie so nebulös und keiner weiß wie. Nein, ganz buchstäblich! Mit Schreibtisch und Telefon und Fax.

So wie unsere Bundesregierung – die hat eine Anschrift. Da kannst du hingehen und du weißt, da ist ein Haus und da regieren sie.

Und König Jesus wird buchstäblich wiederkommen. Und das ist die einzige Möglichkeit, die Gott sieht, die Bosheit, die Ungerechtigkeit, die Misshandlung, die Lüge, die Täuschung, die Ausbeutung, den Missbrauch unter den Menschen zu beenden.

Die einzige Art, Gerechtigkeit herbeizuführen, ist: Der König muss zurückkommen. Der König muss das Regiment übernehmen.

Und das ist die Aufgabe der Gemeinde – Bahn zu machen, einen Teppich auszurollen, dass der König wiederkommen kann. Und es ist möglich, ein Christenleben zu leben, es ist möglich, Teil einer Gemeinde zu sein, es ist möglich, Gemeinde zu sein und einen Haufen Aktivitäten zu haben, aber nicht zu sehen – eigentlich, alle Aktivitäten münden in diesem einen Ziel.

Es geht in allen Dingen darum, dass wir Bahn machen für den König. Darum geht es.

Und wir brauchen durch den Heiligen Geist ein solches Bewusstsein, dass es um die Wiederkunft des Herrn geht.

Die Schriftstelle, die ich eben schon zitiert habe:

2 Petrus 3
12 indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt, um dessentwillen die Himmel in Feuer geraten und aufgelöst und die Elemente im Brand zerschmelzen werden!
13 Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (5:00 bis 10:00)

Und der Herr wird diese Gemeinde benutzen – wie das passieren wird, keine Ahnung, aber ich bin davon absolut überzeugt, diesen schlafenden Riesen zu wecken. Da wird noch etwas aufstehen in diesem Land, das aus einer ganz anderen Ecke kommt als wie wir erwarten. Nicht pfingstlich-charismatisch – aus einer ganz anderen Ecke.

Und sie werden all die Irrungen und Wirrungen und falschen Betonungen, all das, was wir seit über 30 Jahren in der charismatischen Bewegung haben, sie werden das einfach überspringen und aus der Tradition direkt hineingehen in wirkliche Furcht des Herrn, in wirkliche Heiligkeit, in wirkliche Demut, in wirkliche Hingabe, die bereit ist, jeden Preis zu bezahlen. Hallelujah. Hallelujah.

1Petr 5,6
Demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes und er wird euch erhöhen zu seiner Zeit.

Er wird euch erhöhen! Hallelujah.

Und für mich ist das so ein Vorrecht einfach mit euch zusammen zu sein und immer wieder hier zu sein und zu sehen, wie ihr wachst und wie es vorwärts geht und ich fühl mich sehr geehrt, dass ich verbunden sein kann mit dieser Gemeinde. Das ist für mich ein gewaltiges Geschenk. Hallelujah.

Jetzt in das Wort Gottes!

Und ich beginne mit einer Schriftstelle, die euch allen, oder den allermeisten von euch, sehr bekannt ist, aber ich gehe nicht in die Richtung, die euch so bekannt ist.

Gal 1 – da klingelt’s bei den Kundigen schon.

Gal 1,6 – Paulus startet hier sehr unvermittelt. Nicht die wunderbaren ermutigenden Dinge vorne weg, sondern schon in Vers 6 geht er zu Sache im ersten Kapitel.

Gal 1,6-8
6 Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium,
7 wo es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus umkehren.
8 Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!

Und es geht heute abend nicht um ein falsches Evangelium, wo Menschen mit einer rituellen Wasserbeträufelung Millionenfacherweise dann zu scheinbaren Gläubigen gemacht werden und andere seltsame Dinge – nein, es geht um etwas anderes heute abend. Es geht um ein Evangelium, das die Sicht für die Ewigkeit unterschlägt: Ein diesseitiges Evangelium. Ein Evangelium, dass das Hier und Jetzt, das Leben jetzt hier auf diesem Planeten betont – ist nicht das Evangelium, das unser Herr uns gebracht hat. Es ist nicht das Evangelium, das die Apostel verkündigt haben.

Paulus sagt in 1 Kor 15,19:

1 Kor 15,19
Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die elendesten von allen Menschen.

Es reicht nicht aus, in diesem Leben auf Christus zu hoffen, es reicht nicht aus, ein Evangelium zu haben, wo wir uns konzentrieren auf die Segnungen, die jetzt auf dieser Seite des Lebens einfach zu bekommen sind und dabei in dieser Täuschung zu sein und zu bleiben, dass das, was wir hier haben, das ist das einzige und das wahre und das wirkliche Leben.

Da ist ein Geist der Welt, der die ganze Welt betört, und der auch Gläubige betören möchte, wenn sie sich nicht halten an das Wort und gelehrt werden vom Heiligen Geist – ein Geist der Welt, der reden will von der Welt und von den Vorzügen und von den wunderbaren Dingen, die diese Welt anzubieten hat und dann stillschweigend wird das Evangelium verdreht und missbraucht. Und dann ist das Evangelium dazu da, um so viel wie möglich an Segen, an Bequemlichkeit, an Nettem, an Schönem, an Erfolg aus diesem Leben zu holen. Und das ist nicht das Evangelium, das die Apostel gepredigt haben.

Das Evangelium der Apostel zielte auf etwas, was hinter dem Vorhang war. Und für sie war dieser Vorhang transparent, und sie gingen durch. Und die andere Seite – das, was wir Ewigkeit nennen, das war für sie absolut real und normal.

Hartwig Henkel – Kein wahres Evangelium ohne die Ewigkeit (0:00 bis 5:00)

So, schönen guten Abend. Es ist so schön, wieder hier zu sein. Es ist jetzt ziemlich genau einen Monat her, dass ich hier war und jetzt kann ich schon wieder hier sein. Und ich genieße das mit euch hier zu sein und in der Gegenwart Gottes – das ist wunderbar.

Ich möchte einen Eindruck weitergeben, den ich gestern hatte in der Zeit mit den Leitern dort, weil ich denke, dass es wirklich für die Gemeinde ist. Nicht nur für diejenigen, die gestern da versammelt waren. Und seltsamerweise, aber ich glaube wirklich, dass es vom Heiligen Geist ist, weil das im Natürlichen keinen Zusammenhang hat – seltsamerweise wurde ich erinnert an eine Szene aus dem Film „Ben Hur“.

Und zwar ist das die Szene, wo sie diese Seeschlacht haben und wo sie in diesen großen Booten dort unten rudern und da gibt es einen Typen, der vorne sitzt vor all diesen Ruderern und der gibt den Takt an. Und so wie er den Takt vorgibt, müssen sie rudern. Und dann Feind in Sicht – und dann Angriffsgeschwindigkeit. Und das ist so ein Typ mit Oberarmen wie kaum einer von uns Oberschenkel hat, und solche Holzhämmer hat er da und da ist so ein rundes Teil, so eine Tonne oder irgendwas – und dann haut er da immer drauf und gibt den Takt an.

Und dann schaltet er einen Gang höher. Erst sagt er: „Angriffsgeschwindigkeit!“ und bum, bum, bum, bum … und dann „Ramm-Geschwindigeit!“ und alle gehen im Takt und rudern nach diesem Takt, den dieser Mann da vorgibt.

Und es kam mir so: Das ist der Heilige Geist und die Gemeinde.

Die Gemeinde bewegt sich im Takt des Heiligen Geistes. Und er schaltet einen Gang höher und es geht auf eine Angriffsgeschwindigkeit. Und wir lernen im Takt zu gehen und nach dem Rhythmus, den der Heilige Geist vorgibt. Und dann geht’s noch einen Gang höher – Rammgeschwindigkeit!

Und dann werden feindliche Boote versenkt. Hallelujah. Das Meer gesäubert von irgendwelchen Piraten, die da rumkreuzen und nix zu suchen haben. Hallelujah.

Der Heilige Geist sehnt sich danach, dass wir in Takt kommen, dass wir in Synchronaktivitäten kommen mit ihm und untereinander. Mit ihm und untereinander! Und er ist der, der das Kommando gibt. Er ist der, der den Takt vorgibt. Hallelujah.

Gott wird gewaltiges tun, ich weiß das. Es wird in diesem Lande noch etwas kommen. Und der Herr sagt zu dieser Gemeinde: Demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.

1Petr 5,6
So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.

Wir tun die Demütigung, und er tut die Erhöhung – ganz einfach. Und Er wird, wenn er euch demütigt, wenn ihr euch freihaltet von jedem Dünkel und von jeder Überlegenheit und von jedem Herabsehen auf andere, die nicht haben, was ihr habt – der Herr wird diese Gemeinde erhöhen. Und der Herr wird dieser Gemeinde im Land eine Stimme geben – Hallelujah.

Und ich glaube, dass von dieser Gemeinde in einer kraftvollen Art und Weise die Botschaft der Demut, die Botschaft der Furcht des Herrn, die Botschaft der Reinheit ausgehen wird ins Land. Und ich glaube, dass der Herr diese Gemeinde benutzen wird. Diese Sicht kam mir heute in dieser Zeit vor dem Herrn, die ich so genossen habe. Der Herr wird diese Gemeinde benutzen, um einen schlafenden Riesen aufzuwecken. Das uralte mennonitische Erbe ist kurz davor, wieder erweckt und belebt zu werden.

Wer weiß, was Mennoniten sind?

Das kommt aus der Täuferbewegung, und die haben sich über all die Jahrhunderte gehalten, sind in ganz große religiöse Verkrustungen usw. gegangen, aber da ist ein ganz tiefes Erbe. Sie haben wirklich ihr Leben riskiert für diese simple Botschaft: Die wahre Taufe ist der Beginn der Nachfolge.

Dafür wurden sie zur Zeit der Reformation verfolgt und das ging noch Jahrhunderte weiter. Und sie haben sich verstreut über den ganzen Erdkreis bis nach Russland und dann nach Kanada und Südamerika und überall. Und viele von denen sind seit der Wende, seit dem Fall der Sowjetunion – Hunderttausende – wieder zurück gekommen nach Deutschland. Und das hat einen Grund, warum sie zurückgekommen sind. Da ist ein tiefes Erbe von einer Hingabe an Jesus, die größer ist als irgendetwas anderes und die bereit ist, jeden Preis zu bezahlen.

Und im Moment ist das alles am Schlafen und im Moment – viele, viele junge Leute aus diesen Familien, weil sie rebellieren gegen diesen religiösen Geist – laufen davon, laufen in die Welt, kommen in die schlimmsten Dinge hinein, in Drogen und alle möglichen Sachen. Aber der Herr ruft sie zurück. Und wenn sie zurückkommen, sie werden laufen mit dem Herrn.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 2 – Die Kirche und Weihnachten (25:00 bis Ende)

König Herodes war eifersüchtig, und er hat angeordnet, dass alles männlichen Babies unter 2 Jahren getötet werden sollten. So wollte er sicher gehen, dass dieses Baby, was der König der Juden sein sollte, das nicht überlegen würde.

Wann hast Du zuletzt sowas auf einer Weihnachtskarte gesehen? Soldaten, die Babies abschlachten? Das müssen Dutzende gewesen sein – und die meisten waren sicherlich verwandt mit Jesus, weil die Leute, die nach Bethlehem kommen mussten, um Steuern zu zahlen, waren alle aus derselben Großfamilie. Hast du jemals darüber predigen hören an Weihnachten?

Das ist alles Teil einer wahren Geschichte, aber wir nehmen aus der Geschichte nur die Dinge, die wir mögen und fügen dann noch Teile hinzu, so dass die Geschichte in unserer Vorstellung verschönert wird. Und wir singen sogar darüber! Habt ihr jemals gesungen „Away in a manger“ und über das Baby, das niemals weint? „No crying he makes“? Schwachsinn!

Die einzige Art und Weise wie ein Baby seine Mutter wissen lassen kann, dass es Hunger hat, ist durchs Weinen. Und zu denken, dass Jesus so heilig war, dass er nie geweint hat, das ist lächerlich.
Aber wir singen das voller Inbrunst! Als Kinder oder wir haben dafür gesorgt, dass unsere Kinder das singen.

Wann immer du Bilder siehst von Jesu‘ Geburt, dann siehst du da einen Heiligenschein über dem Baby. Ein Symbol der Herrlichkeit – aber das wurde von niemandem gesehen.

Und Josef und Maria – und übrigens, ich bin wirklich Fan von Josef. Benannt nach dem Josef aus dem Alten Testament, so war er auch ein Träumer. Und er bekam Botschaften von Gott in Träumen. Und die erste Botschaft hat er bekommen als er herausgefunden hatte, dass Maria schwanger war. Er war erschrocken und er hatte sogar überlegt, dass er die ganze Hochzeit absagen sollte und sich nach den Regeln von der Verlobten lossagen sollte. Denn eine Verlobung war eine ernsthafte Sache damals.

Josef jedenfalls glaubte der Stimme in seinem Traum als ihm gesagt wurde: „Ich bin der Vater“.

Das erste mal in der Menschheitsgeschichte so eine verrückte Sache und Josef glaubt das!

Und gleich am nächsten Morgen hat er Maria geheiratet, um die Sache zu vertuschen und Maria zu decken. Das hat ihn was „gekostet“. Ich liebe Josef! Er sagt nicht viel in der Geschichte, aber er macht eine Menge – als Reaktion auf Träume.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 2 – Die Kirche und Weihnachten (20:00 bis 25:00)

Ansonsten war es keine ungewöhnliche Geburt, es war eine ganz normale Geburt nach Stunden von Wehen und in nicht sehr netten Außenumständen. Und es war auch nicht in einem Stall, das ist Teil des Mythos. Es war auch nicht in einer Höhle. Wobei, wenn du jetzt nach Bethlehem gehst, dann werden sie dir dort eine Höhle zeigen innerhalb einer Gruft von einer großen Kirche. Von dieser Höhle glauben sie, dass das die Höhle ist, wo Jesus geboren wurde. Und dann zeigen sie dir eine Stelle auf dem Boden der Höhle, die markiert ist mit einem silbernen Kreuz, und da ist Marias Muttermilch hingelaufen. Das Ganze ist natürlich äußert fragwürdig.

Er wurde geboren in einer Herberge. Aber nicht innerhalb eines Raumes dieser Herberge. Denn da war kein Raum frei in dieser Herberge. Aber er wurde immer noch innerhalb einer Herberge geboren. Denn wenn du eine mitteleuropäische Herberge besuchst, sogar heute noch, dann gibt es da einen großen quadratischen Platz mit Mauern drum herum. Keine Fenster sind da eingebaut. Und da gibt es entweder zwei Tore an zwei Seiten oder ein großes Tor nur an einer Seite. Wenn du da reingehst, dann siehst Du Räume auf der Innenseite dieser Mauer. Und die Fenster zeigen nach innen auf diesen Platz. In der Mitte ist ein Platz, wo es Tröge mit Wasser gibt und Krippen mit Futter für die Tiere. All das ist so aus Sicherheitsgründen. Man nimmt seine Tiere und seine Familie hinein durch diese Tore und fragt: Gibt es einen Raum für uns?

Die Bibel sagt, dass es keinen freien Raum gab. Und so mussten die beiden das tun, was auch die anderen dann tun mussten. Das heißt, dass sie gecampt haben auf dem Innenhof dieser Herberge. Und das einzige, was sie hatten, um das Baby reinzulegen, war eines der Futterkrippen. Insofern wurde Jesus unter offenem Himmel, unter Sternenlicht geboren. In dem Innenhof dieser Herberge.

Die meisten Weihnachtskarten zeigen das falsch – entweder einen Stall oder eine Höhle oder irgendwas. Es gibt das Wort „Stall“ nicht in der Bibel. Er wurde da geboren, wo die Tiere übernachtet haben – und seine Familie.

Es ist also eine sehr gewöhnliche Geschichte von Steuern, Kopfsteuern und eine schwangere Verlobte eines jungen Mannes. Er war vermutlich 17 oder 18 Jahre, und sie war 15 – das war das normale Verlobungsalter damals. Und warum sind sie so weit weg von zu Hause? Die Antwort: Sie war schwanger vor der Hochzeit. Und das war damals, so wie es heute noch in vielen Kreisen ist, eine schändliche und peinliche Angelegenheit. Sie würde ausgegrenzt werden in ihrer Heimatstadt Nazareth, die Leute würden ihr nicht helfen, niemand würde mir ihre reden. Sie würden sie ganz alleine lassen. Insofern musste sie das Kind irgendwo anders gebären. Und weil Josef, ihr Verlobter, nach Bethlehem gehen musste wegen der Kopfsteuer, weil er von den Vorfahren her zu dieser Stadt gehört, musste Maria mitkommen. Und eine 70-Meilen-Reise (112 km) auf einem Esel ist nichts, was normalerweise eine schwangere Frau machen würde. Aber sie tat es.

Es ist erstaunlich, wie viele Mythen und Legenden es um diese Geburt gibt. Es gab Hirten, die dann kamen, um sie zu sehen. Okay, daran ist nichts Mythisches. Aber dann kamen „weise Männer“. Und es sagt einfach nur „weise Männer“. Die Legende sagt jedoch, es waren nicht einfach nur Männer, es waren Könige. Und man gab ihnen sogar drei Namen. Und der Ursprung dieser ganze Sache ist, dass sie drei Geschenke brachten. Deswegen dachte man, dass es drei Leute sein mussten. Und diese mussten königlich sein. Wer würde sonst zu einem König kommen?

Und man gab ihnen drei Namen. Aber all das ist nicht wahr, das ist Fiktion. Insofern hat man diese komische Mixtur aus Fakten und Fiktion. Und vieles von den Fakten ist nicht Teil der heutigen Weihnachtsgeschichte, z.B. wurden viele von Jesus Cousins hingerichtet, weil er in Bethlehem geboren wurde.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (85:00 bis Ende)

Und wie man das so sagt in der Welt: In dem Restaurant, wo man isst, bezahlt man auch. So wirst du auch deine finanzielle Verpflichtung in der Gemeinde übernehmen und du wirst das nicht als eine Zumutung empfinden: „Was? Jetzt bin ich schon so nett und werde hier Gemeindemitglied und jetzt soll ich auch noch den Zehnten abdrücken?! Na, wo kommen wir denn da hin?! Na, ich glaube, ich werde doch mal den Herrn Sektenpfarrer benachrichtigen, was hier abgeht!“

Ja, solche Leute gibt es!

Kein Verständnis von was das Wort sagt. Keine Reinheit des Herzens, keine Hingabe an Wahrheit, machen, was sie wollen, kaum kommt irgendetwas, was ihnen nicht in den Kram passt, dann gehen sie irgendwo an die Zeitung oder irgendwo hin und beschweren sich da. Und denken, sie tun Gott noch einen Gefallen damit. Das gibt es wirklich.

Die Bibel sagt davon, dass der Zehnte unseres Ertrages in das Haus des Herrn gehört. Und sag nicht, das ist alttestamentlich, das kannst du mitten im Neuen Testament wiederfinden und das ist göttlich und das ist ein Ausdruck meiner Liebe, meiner Hingabe und meiner Ernsthaftigkeit in meiner Beziehung zum Herrn und zur Gemeinde. Du kannst nicht den Herrn mehr lieben als du deine Gemeinde liebst.

Jak 5,14a sagt:
Ist jemand krank unter euch? Er rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich.

So viele Christen können das nicht tun.

Warum nicht? Weil sie gar keine Ältesten haben. Warum haben sie keine Ältesten? Weil sie nicht tun, was das Wort sagt.

Das Wort sagt: Sie wurden hinzugetan als lebendige Steine.

Apg 2,41
Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Seelen hinzugetan.

1Petr 2,5
so lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

„Lasst euch einbauen zum heiligen Tempel“. Du hast dich nie einbauen lassen! Du wolltest immer ein unabhängiger Stein sein, hier mal ein bisschen, da mal n bisschen, da mal n bisschen.

Und Gott sagt: Finde deine Gemeinde. Finde heraus, besuche alle Gemeinden dieser Stadt und dann verschaff dir einen Überblick, wie viele es gibt und dann sag: Gott, jetzt rede zu mir, wo ist meine Gemeinde? Und wenn Gott sagt, das ist deine Gemeinde, dann sei dort treu, diene dem Pastor, diene den Ältesten, gib dein Geld da hinein, gib deine Kraft hinein und du wirst sehen, du wirst heile werden, du wirst gesund werden. Du wirst ein Mensch werden, der belastbar wird, der arbeitsfähig ist, der liebesfähig wird, der einfach etwas tun kann für Gott und den Gott segnen kann.

So viele Leute wollen auf ihre Art und Weise den Segen haben, wollen Heilung haben, aber nicht auf die ganz simple Art und Weise wie es die Bibel sagt – mit Demut und mit Sanftmut.

Und ihr seid klüger als das, ihr werdet welche werden, die sagen: Ich will den ganzen Segen, und das heißt, ich werde ein verbindlicher, treuer, hingegebener Christ, auf den man zählen kann, auf den Gott zählen kann, auf den die Geschwister zählen können, auf den die Gemeinde zählen kann.

Alles andere ist frommer Selbstbetrug und wird niemals zu echten Durchbrüchen in Familie, in Arbeit oder geistlichem Dienst führen. Niemals und nirgendwo. Okay, das ist der Weg: Verbindliches Leben in der Gemeinde. Hallelujah. Amen.

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Also ganz zum Schluss von unserem Seminar, was hoffentlich Hilfe gebracht hat und Antworten gegeben hat, Grundlagen des biblischen Lebensstils, will ich also noch einige Dinge sagen für unsere lieben Hörer und auch für euch hier – und zwar:

Es gibt zwei Themen, die in der alten Serie des Grundlagenseminars enthalten sind, die in der neuen nicht mehr drin sind – einfach aus Platzgründen, weil das alles immer mehr expandiert ist, haben wir das nicht mehr reingekriegt. Aber diese beiden Teile „Heilung gehört uns“, was eine kurze knappe Übersicht über körperliche Heilung ist, und auch „Evangelisation im Alltag“, also der missionarische Lebensstil sind jetzt als Einzelkassetten erhältlich und zwar „Heilung gehört uns“ als Nummer H111 und „Evangelisation im Alltag“ als H112.

Und außerdem gibt es ab November/Dezember ’95 ein neues, völlig neues, viel besseres, noch schöneres Grundlagenstudienheft eben zu dieser neuen Kassettenserie „Grundlagen des biblischen Lebensstils“. Also damit dann Gottes Segen und Tschüss, bis wir uns irgendwann mal sehen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (80:00 bis 85:00)

Und du gehst hin und sagst: Weißt du, ich will dir mal ganz ehrlich sagen, ich bin dir nicht böse und ich hab nichts gegen dich, aber das, was du da getan hast, hat mich tief verletzt.

Das ist Demut. Das ist Leben im Licht, Leben in Offenheit.

Und das kann sich nur erlauben, wer geschützt ist von Gott.

Du sagst: Meine Güte, ich werde doch nicht Schwester Friederike so etwas Intimes erzählen! Die nimmt das und die druckt das im Gemeindeblatt ab! Und wie stehe ich denn da vor der Gemeinde?

Wir haben Angst! Wir bauen Mauern auf! Wir machen religiöse Fassaden.

Warum hat man das erfunden – die Stuhlreihen hintereinander? Weil das viel sicherer ist, den Hinterkopf zu betrachten als den Vorderkopf.

Gemeinschaft – dazu müssen wir uns anschauen. Natürlich, wenn wir eine Riesenversammlung sind und wir haben jetzt „Wort-Gottesdienst“ – logisch! Ist klar, irgendwie vorne ist die Folie und wir gucken alle in eine Richtung. Vorne ist die Kanzel und da wird das Wort verkündigt, wir gucken in eine Richtung – kein Problem. Aber wenn unser ganzes Kirchenchristsein darin besteht, dass wir nur immer sonntags den Hinterkopf des Vordermanns anschauen – wie sollen wir da Gemeinschaft haben? Wie sollen wir da lernen, einander zu lieben, einander zu dienen? Wie können wir da ehrlich sein? Du siehst ihn ja nichtmal. Du sagst ihm nicht mal Guten Tag.

Also da sehen wir einfach, Leben in der Gemeinschaft – das braucht etwas. Dazu brauchen wir eine Hingabe an einander. Und wenn ich verstanden habe, im Hauskreis, das sind meine Brüder und Schwestern und da hat Gott mich hingestellt, in diesen Hauskreis, und ich habe Verantwortung, dann bin ich auch an dem Samstag, wo der Putzeinsatz ist, mit Freuden da und lass mir nicht irgendwas einfallen, warum ich da gerade an diesem Tag irgendwie meine Oma besuchen muss oder irgend so etwas.

Und dann weiß ich, sie brauchen mich. Und ich gehe hin. Ich gehe hin einfach, weil ich Teil der Gemeinschaft bin und Gott wird irgendetwas durch mich geben. Und sei es nur ein erlöstes Lächeln und das wird die Stimmung deutlich heben – Gott will etwas geben durch mich für die anderen. Und deswegen gehe ich hin.

Und nicht: Ach, ich habe heute mal keine Lust.

Und man geht mal und mal wieder nicht.

Wenn wir verstanden haben was Beziehungen in Verbindlichkeit sind, dann haben wir ein für allemal entschlossen: Ich gehe zum Hauskreis solange ich Krabbeln kann oder mich auf allen Vieren fortbewegen kann, bin ich im Hauskreis. Und es gibt Leute, die sagen: Naja, wir wollen mal nach der Arbeit sehen, wie fit ich noch bin, ob ich es noch schaffe zum Hauskreis.

Das hört sich irgendwie sehr verständlich an, aber ich sage dir eines: Es ist nichts anderes als Unabhängigkeit, nichts anderes als Unabhängigkeit! Das ist der alte Stil – nur in frommer Weise: Ich mache, was ich will.

Man könnte es nämlich ganz anders machen. Du sagst: Ja, willst du etwa erwarten, dass ich mich den Abend da rumquäle und bin total müde, mir fallen die Augen zu?

Nein! Wenn du sagst, ich liebe meine Geschwister, ich hab ein für alle mal entschlossen, auf mich werden sie nicht verzichten, ich bin viel zu wichtig für sie, ich gehe hin und ich bin ein Segen für sie – und du wirst sehen, du kommst da hin und vielleicht beim ersten Lied oder wenn du deinen Fuß über die Schwelle setzt, die Kraft Gottes kommt auf dich und du bist total fit!

Okay, verbindliche Gemeinschaft, ihr Lieben, heißt, ich erkläre mich.

Es gibt so viele, die schleichen rein in die Gemeinde und dann schleichen sie sich wieder raus.

Warum schleichen sie rein? Damit nachher das Rausschleichen nicht auffällt.

Ja, das ist der Grund.

Aber in einer Ehe schleichst du dich auch nicht hinein. Wie gehst du da hinein? Vor Zeugen!

In Gegenwart eines Staatsvertreters – und wenn du es richtig machst, auch noch in Gegenwart eines Pastors in der Gemeinde – erklärst du vor hunderten von Menschen: Das ist mein von Gott mir zugedachter Ehepartner, bei dem bleibe ich so lange bis der Tod mich scheidet.

Das ist nicht eine fromme Formel und wir haben noch einen Pastor dazugeholt, damit es recht nett ist fürs Familienalbum, sondern das ist ein heiliges Wort vor Gott.

Und ich habe manches Mal gesagt: Bist du dir im klaren – wenn du mich holst als Pastor, ich nehme dir das ab. Wenn du sagst „bis der Tod mich scheidet“ – ich sage dir, wenn ich eines Tage sehe, dass du das nicht mehr ernst meinst, ich komme hinter dir her! Und ich werde dir helfen, das Wort zu erfüllen. Weil ich nicht eine Staffage bin, nur um das irgendwie noch religiös abzurunden, sondern ich glaube, dass die Eheschließung eine heilige Angelegenheit ist.

Und seltsamerweise, unser Staat sagt: Hier ist ein Papier, unterschreibe das.

Und die Leute sagen: Na, die Ehe besteht ja nicht in dem Papier!

Ganz sicherlich nicht! Aber doch ist das Papier ein Dokument! Und ich verpflichte mich, es ist ein Vertrag, ich erkläre etwas. Und aus genau denselben Gründen haben wir eine Gemeindemitgliedschaft. Und wenn du wirklich klar im Kopf bist und wenn du verstanden hast, was du brauchst, dass du geistlichen Schutz brauchst, dass du Geschwister brauchst, die dir helfen, dass du verbindliche Gemeinde brauchst – dann sagst du nicht: Na, heute gehe ich mal in die „Gemeinde auf dem Weg“ und morgen bin ich wieder in dieser Gemeinde und nächsten Sonntag bin ich in der.

Sondern du sagst: Gott, wo ist meine Gemeinde? Und du gehst in diese Gemeinde, und dann sagst du: Pastor, hier bin ich, Gott hat mir gesagt, dies ist meine Gemeinde, ich bin nicht deswegen hier, weil hier der schärfste Lobpreis ist in der ganzen Stadt, sondern ich bin hier, weil Gott mir gesagt hat, das ist meine Gemeinde. Und hier bleibe ich. Hier ist mein Zuhause.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (75:00 bis 80:00)

Das ist ganz schön schockierend, nicht wahr?

Aber bitte keine Verdammnis! Wir können ja alle besser werden. Und wir können alle zulegen und wachsen – Gott hat Gemeinde gegeben und wenn wir Christen sind, dann will Er, dass wir hineinkommen in die Gemeinde.

Und zwar auf eine verbindliche Art und Weise, wo ich meinen Platz unter der Leitung Gottes finde, wo ich beginne, Verantwortung zu übernehmen, wo ich beginne, transparent zu sein – nicht im Sinne von „das gläserne Sektenmitglied“ oder so, was total durchleuchtet wird und elektronisch erfasst ist. Sondern wo ich ehrlich bin, wo ich offen bin, wo ich aufhöre, Spielchen zu spielen. Und wo ich sage: Ihr lieben Brüder, das sind meine Nöte, betet für mich.

Und wo wir wirklich lernen zu geben und zu nehmen. Und wo wir zusammen gehören.

Und wo wir eines kapieren, was irgendwie unsere ganze Haltung total verändern wird: Wenn wir Christ geworden sind, wir gehören als Kinder Gottes in eine Familie und in dieser Familie gehören wir einander!

Und wenn jemand mir so etwas erzählt: Ich brauche nicht mehr in den Hauskreis zu kommen, ich habe noch so viel zu tun mit der Predigt vom Sonntag und ich kann nicht am Mittwoch schon wieder was neues aufnehmen und immer mehr lernen und deswegen kann ich jetzt erstmal nicht in den Hauskreis kommen – ich weiß eines: Der hat überhaupt noch nicht verstanden, was „Leben in der Gemeinde“ bedeutet.

Ich sage: Wie wärs wenn du in den Hauskreis nicht kommst, um zu nehmen – sondern um zu geben?

Meinetwegen du kannst im Moment nichts nehmen, macht ja nichts, aber komm in den Hauskreis um zu geben!

Und ich habe das immer versucht und wir haben Bombenstimmung im Hauskreis gehabt, wir haben das eintrainiert: Wir gehören einander.

Da fängst du aber an deine Brüder und Schwestern anders zu behandeln wenn du kapierst, du gehörst ihnen, und sie gehören dir.

Und – oh Schreck – jetzt kommt’s noch dicker: Sie haben ein Recht darauf, am Mittwoch – und nicht nur am Mittwoch, auch am Sonntag und wann immer sonst sie dich so treffen würden, sie haben ein Recht darauf, dich fröhlich, freundlich und liebevoll zu erleben.

Bäm!

Das ist der Hammer!

Was? Soll das etwa behaupten, dass ich für die immer nur ein Lächeln auf den Lippen haben muss?!? Und nie mal meinen Zorn rauslassen kann?!

Dein Zorn kannst du dem Herrn übergeben. Und nicht deinen Geschwistern.

Und der Herr redet nicht von einem aufgetünchten charismatischen Lächeln und darunter brodelt der Vulkan. Sondern dass du deine Wut, deinen Zorn und dein ungerecht behandelt sein und all das dem Herrn übergibst und sagst: Gott, nimm das aus mir heraus, das ist ja furchtbar! Wenn du das nicht von mir nimmst, ich laufe Gefahr, dass das nächste Gemeindemitglied das abkriegt wenn es mit mir irgendwie zusammentrifft. Befrei mich von diesen negativen Dingen, die da in mir so brodeln und kochen und so sind.

Wir gehören einander! Und es ist nicht meine Privatsache, in welcher Stimmung ich am Mittwoch in den Hauskreis komme.

Denkt mal über sowas nach.

Das hat aber Konsequenzen, wenn man das wirklich übernimmt. Wir sollen einander zur gegenseitigen Auferbauung dienen. Und dein Bruder wird nicht davon aufgebaut, indem du ihm alles erzählst, was schreckliches Schwester Friederike alles dir negatives angetan hat und wie sie dich verletzt hat und beleidigt hat – davon wird er nicht aufgebaut.

Und wir sagen dann schnell: Ja, aber ist doch wahr!

Und die Schrift sagt: Du, dass etwas wahr ist, ist noch lange keine Berechtigung, dass du es weiter erzählst.

Alles, was wahr ist – und was aufbaut.

Phil 4,8
Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, das erwägt!

Das sollen wir reden.

Und indem du brühwarm weitererzählst, was Schwester Friederike an dir getan hat, beweist nur, dass du ihr noch gar nicht vergeben hast. Und da ist der Punkt: Die Liebe deckt zu.

1Petr 4,8
Vor allen Dingen habt untereinander beharrliche Liebe; denn »Liebe deckt der Sünden Menge zu« (Sprüche 10,12).

Du sagst: Ja, aber die Schwester muss doch auch mal merken, dass das so nicht geht.

Ja, bete doch für sie und segne sie. Und wenn du frei bist von deinem Groll, dann kannst du auch hingehen und kannst sagen: Weißt du, ist dir das eigentlich bewusst – die Art und Weise wie du mich behandelt hast, hat mich sehr verletzt?

Und das kannst du tun. Und viele Male wird Gott sagen: Mach das, geh hin und öffne dein Herz und zeige, was das wirklich in dir bewirkt hat. Aber dann auf einmal sind wir wieder superfromm: „Nein, das hat ja überhaupt nichts in mir bewirkt, ich hab ihr vergeben“.

Ja, nix hast du. Du hast nur irgendwie ein Pflästerchen drüber geklebt und bei der nächsten Gelegenheit geht das Ding wie eine Bombe hoch. Der Zeitzünder tickt schon.

Wenn du ohne Groll bist, dann kannst du hingehen zu jemandem und Gott will viele Male, dass wir das tun. Und viele sind solche Einzelkämpfer und sagen: Ach, das mach ich irgendwie mit Gott ab.

Nein, Gott will deine Ehrlichkeit benutzen, den Bruder, die Schwester zu lehren.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (70:00 bis 75:00)

Es gibt eine andere Formulierung, die auch im Neuen Testament vorkommt, wo unsere Aufgabe beschrieben wird. Aber es ist inhaltlich genau dasselbe. Es wird dort an mehreren Stellen gesagt, wir sollen „unsere Seele erretten“.

1 Petr 1,9
wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!

Wir sollen die Seele erretten. Und das ist eindeutig unsere Aufgabe: Die Rettung unserer Seele. Das ist, was wir tun sollen.

Und das bedeutet, wir sollen die Seele hineinführen in all das, was der Herr für uns hat. Und das ist zu allererst: Liebe.

Und Liebe geht immer zusammen mit Wahrheit. Wir können nicht Liebe erleben wenn wir uns in der Lüge bewegen. Wir können nicht sagen: Oh, ich bin so furchtbar, ich bin so schrecklich, ich bin unwürdig – und Liebe erleben. Das ist unmöglich. Und Gott will, dass wir unsere Gedanken ändern, dass wir eine neue Haltung einfach einnehmen.

Und eins ist mir wichtig: Dieser Prozess der Heiligung und der Änderung unseres Charakters, dieses Leben in der Wahrheit findet statt in einem Rahmen, den Gott verordnet hat und entweder wir erkennen das an oder wir werden es niemals erleben. Das ist total wichtig, dass wir das verstehen. Diese Segnungen, die ich jetzt so beschreibe, passieren nur in einem Leben in einer Gemeinde.

Nur! Nirgendwo sonst!

Wenn jemand aus Glaubensgründen für 20 Jahre im Gefängnis in Einzelhaft sitzt, das ist ein Fall für sich, dann gibt es spezielle Gnade.

Aber es ist das absolut normale und absolut notwendig, dass wir als Christen auf eine ganz bestimmte Art und Weise, die ich jetzt beschreiben will – deswegen heißt es auch hier „Verbindliches Leben in der Gemeinde – Gottes Weg zur Freiheit“. Über diesen Titel bin ich immer noch so begeistert, obwohl des schon sehr, sehr alt ist.

Dieses Leben in der Gemeinde ist ein Leben in der Verbindlichkeit. Du kannst es sehen: Am Anfang, als die Gemeinde geboren wurde zu Pfingsten, der Heilige Geist kam, 3000 Menschen haben den Herrn angenommen durch dieses Zeichen, durch das sie erschüttert wurden, dann die Verkündigung des Petrus. Und es ging ihnen durchs Herz.

Und dann heißt es: Sie wurden – nämlich diese 3000 – der Gemeinde hinzugetan.

Apg 2,41
Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Seelen hinzugetan.

Christsein ist das Ende der Unabhängigkeit, auch auf der menschlichen Ebene. Und das heißt nicht, sie fingen an, sonntags in die Gemeinde zu gehen und ihr Gesicht dem Herrn Pfarrer zu zeigen.

Sondern die Gemeinde ist ein Organismus, eine Beziehung von Menschen, in die wir hineinkommen, und in dem wir dann drin sind. Ob wir auf der Arbeit sind morgen – wir sind immer noch in der Gemeinde, wenn wir wirklich in der Gemeinde sind.

Und wenn wir nicht morgen alleine am Arbeitsplatz in der Gemeinde sind, dann sind wir auch nicht am Sonntagmorgen in der Gemeinde.

Wir sind körperlich in einem Gemeindehaus anwesend, aber ich rede nicht von „Haus“. Ich rede von der Gemeinde, und die Gemeinde ist unsichtbar und besteht aus einem Geflecht von Beziehungen, in das Gott uns – wollen wir oder nicht – hineinpflanzt.

Wir sind alle zu einem Leibe getauft, sagt das Wort Gottes.

Wir werden in den Leib Christi hineingetauft.

1Kor 12,13
Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist.

Und hier ist der entscheidende Punkt, auf den es mir ankommt: Die Qualität unserer Beziehung zum Herrn ist erkennbar an der Qualität unserer Beziehungen untereinander. Das ist immer in derselben Dimension.

Die Bibel sagt: Wie kann einer sagen, er liebt Gott, und er hasst den Bruder?!

1Joh 4,20
Wenn jemand sagt: »Ich liebe Gott«, und hasst doch seinen Bruder, so ist er ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht?

Er hat einen Fantasie-Jesus! Und es gibt sehr viele, die sind sehr begeisert, aber dann, wenn der Pastor sagt: Ich brauche Hilfe, wer kann kommen und kann hier Schwester Berta beim Gardine aufhängen helfen oder so? Fehlanzeige! Keiner meldet sich. Alle sind nur begeistert.

Ich sage dir: Es ist eine selbstgemachte religiöse eingebildete Begeisterung, die nichts mit wirklichem Leben im Geist zu tun hat. Nicht, dass dann natürlich alle 500 Leute kommen, um Schwester Berta zu helfen. Das könnte sie ja gar nicht – so viel Kuchen backen oder so. Aber – wenn da ein solches Anliegen ist und wir nicht bereit sind, etwas zu geben von unserer Zeit, von unserer Kraft, dann sind wir in einer dicken Täuschung.

Die Qualität meiner Hingabe zu Jesus wird sichtbar an der Qualität meiner Hingabe zu Menschen.

So, wenn wir wissen wollen, wie sehr lieben wir den Herrn wirklich? Dann lasst uns nicht nur auf die Lieder hören, die wir singen. Lasst uns schauen auf das, was wir tun. Dann wissen ganz genau, wo wir stehen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (85:00 bis Ende)

„Durchs Feuer gehen“, sagt die Bibel.

Da kannst du heutzutage Kurse zu an Wochenenden machen an der Uni. In zwei Tagen kannst du lernen wie du durchs Feuer gehst.

„Tote befragen“. Sagte ich schon.

Meditation, Mantras. Irgendwelche kosmischen Kräfte anrufen. Eurythmie aus der Anthroposophie. Du denkst: Ja, wieso? Was ist denn gegen Musik und Gymnastik einzuwenden?

Du, wenn du die Weltanschauung anschaust, die dahinter steht – und ich kenne jemanden, der das jahrelang gemacht hat aus bestimmten therapeutischen Gründen. Und erst in höheren Sphären dann dieser Praxis wurde ihm erklärt, was er da eigentlich tut und welche Kräfte er da einlädt. Heilende, kosmische Kräfte werden dann da angerufen, bestimmten Bewegungen und Worten usw. Das ist eine Grenzüberschreitung. Die einzige heilende Kraft, die es gibt im ganzen Universum, die wir anrufen dürfen, ist der Name Jesu.

Ich sage es noch einmal: Die einzige heilende Kraft, keine Geister, Gurus, Götter, Verstorbene, Lebende oder Halbtote oder Verweste oder irgendetwas.

Jetzt hatte ich zu tun mit Afrika. Die haben die Knochen der Ahnen. Sie buddeln die Knochen aus und stellen sie dann in ihr Wohnzimmer. Sie nehmen die Knochen mit als Schutz gegen die Angriffe von bösen Geistern.

So ist der Teufel: Er sagt: Hier, nehmt meine Mittelchen um euch zu schützen. Und was passiert? Die Leute werden noch kaputter und noch kränker.

Und dann wundern sie sich, warum so viel Selbstmord ist, so viel Drogen, so viel kaputte Ehen und soviel Depressionen und Finsternis, Umnachtung, Wahnsinn und was alles für Dinge sich einstellen!

Die einzige heilsame Kraft, die wir anrufen sollen – und die reicht auch aus! Du sagst: Warum nur die eine?

Weil die ausreicht!

… ist der Name Jesu!

Und wir können uns Schriftstellen anschauen, ich habe es jetzt leider aus Zeitgründen nicht mehr geschafft:

5 Mose 18,10-14 – da wird es beschrieben.
10 Es soll unter dir niemand gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, keiner, der Wahrsagerei treibt, kein Zauberer oder Beschwörer oder Magier 11 oder Bannsprecher oder Totenbeschwörer oder Wahrsager oder der die Toten befragt. 12 Denn ein Gräuel für den HERRN ist jeder, der diese Dinge tut. Und um dieser Gräuel willen treibt der HERR, dein Gott, sie vor dir aus. 13 Du sollst dich ungeteilt an den HERRN, deinen Gott, halten.14 Denn diese Nationen, die du austreiben wirst, hören auf Zauberer und auf Wahrsager. Du aber – so etwas hat der HERR, dein Gott, dir nicht gestattet!

Besprechen, pendeln, Hypnose, Akupunktur, Homöopathie, Drogen, Yoga, Meditation, Eurythmie, östliche Religionen, christliche Sekten, Kontakt mit dem Teufel, mit Geistern, Spiritismus, Totenbefragung usw.

Da haben wir eine ganze Liste von Dingen.

Okay, die sind teilweise modern und die stehen nicht so in diesem Sinne da beschrieben in der Bibel, aber doch haben wir ein Grundverständnis von dem ganzen.

Es gibt noch andere Bereiche, die in ähnlicher Weise – diese werden „Gräuelsünden“ genannt in der Bibel. Und Gräuelsünden sind Sünden, die uns in Kontakt mit dem Dämonischen bringen. Durch die Gräuelsünden begehen wir eine Grenzüberschreitung. Wir kommen in den übernatürlichen Bereich Satans hinein und diese Kräfte kriegen Raum in unserem Leben. Gräuelsünden.

Und es gibt andere Gräuelsünden ebenfalls, die uns in solcher Weise verbinden mit der Finsternis.

Und leider geht die Zeit aus, aber ich weiß einen guten Ausweg. Wir tun das in den nächsten Vortrag mit hinein, weil ich möchte, dass ihr unbedingt – wenn auch nicht vollständig, aber doch so von den Grundzügen versteht: Was hat sexuelle Perversion mit Dämonen zu tun? Was hat Kriminalität mit Dämonen zu tun?

Nun, aus dem Worte Gottes eine ganze Menge! Eine ganze Menge!

Aber ich will nur eines betonen: Wenn wir, egal, was wir getan haben, unsere Sünde bekennen, wird dieser Vertrag, den wir eingegangen sind mit der Finsternis, gebrochen. Was immer wir gemacht haben. Und ich habe Gurus gehabt und habe stundenlang wie ein Wahnsinniger nach Mantra meditiert und habe die dollsten Erleuchtungen gehabt und alles mögliche ist in meinem Leben passiert. Wenn wir bekennen, was wir getan haben und rückwirkend Verantwortung übernehmen, und das ist entscheidend: „Sünde bekennen“ heißt nicht nur „Sünde nennen“, sondern zu sagen: Das und das habe ich gemacht, und es war nicht richtig! Es war Hilfe suchen beim Feind, beim Teufel, Gott, vergib mir, ich wende mich davon ab, ich mache Schluss damit!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (80:00 bis 85:00)

Du kannst nur eins, und zwar sagen: Gut, wenn es so ist – dann will ich, dass dieses Gesetz für mich arbeitet, nicht gegen mich.

Wie kann ich meine Eltern ehren? Wie kann ich eine neue Einstellung gewinnen?

Und bei einigen kocht es jetzt schon.

„Bei dem, was mein Alter mir angetan hat, sagst du mir noch, ich soll ihn ehren?!“

Halt die Luft an. Das Wort Gottes sagt es so, und am übernächsten Donnerstag, wenn wir wieder zusammenkommen, erkläre ich, wie wir diese Wut, diesen Hass, diese Dinge, die wir da haben gegen Menschen, die uns verletzt haben, wie wir das loswerden können.

Aber bitte notiere dir schon jetzt das eine: Egal, was dir angetan wurde, du bist immer noch verpflichtet zu lieben und zu vergeben. Egal, wer dir irgendwas angetan hat.

Du sagst: Du weißt nicht, was mit mir passiert ist!?

Nein, weiß ich nicht. Aber ich weiß, was das Wort Gottes sagt.

Und wir sollen auch denen, die gegenüber uns gnadenlos waren, wir sollen Gnade geben.

Okay, ganz schnell will ich noch einige andere Dinge nennen hier, die wichtig sind zu beachten.

Wir werden also heute und dann beim nächsten Mal und wahrscheinlich auch noch ein bisschen das übernächste Mal darüber reden, was das bedeutet: Dem Teufel keinen Raum zu geben.

Und wir werden uns dann anschauen, heute noch ein bisschen, und dann weiter, wie man die Türen zu macht. Die Bibel redet davon, dass Sünden einfach uns in eine Beziehung setzen mit der Finsternis.

Z.B. vorhin hatte ich das mit der Faulheit angesprochen. Es gibt ein Wort, da heißt es: Der Faule ist ein Bruder des Verderbers.

Spr 18,9
Wer sich auch nur lässig zeigt bei seiner Arbeit, der ist ein Bruder des Verderbers.

Der Faule begibt sich in eine Haltung, die eben auch der Teufel hat. Und dadurch kommt eine Nähe, sogar eine Verwandtschaft zustande. Und wenn der Teufel in unser Leben hineinkommt, dann bringt er eben all das Schreckliche mit, was eben er bringt.

Die Bibel redet davon, dass bestimmte Verhaltensweisen, bestimmte Sünden, bestimmte Grenzüberschreitungen, eine Tür auftun, und der Teufel Macht gewinnt, Zerstörung und Fluch und Finsternis zu bringen.

Und einer dieser Bereiche, ich hatte es vorhin schon kurz erwähnt, ist das Okkulte, das Übernatürliche.

Und du fragst: Ja, was meinst du damit? Nun, ganz einfach: Alles Übernatürliche ohne Jesus, ohne den Heiligen Geist, und außerhalb der sehr deutlich markierten Grenzen im Worte Gottes – alles das ist für uns nicht erlaubt.

Da hinein fällt der ganze esoterische Bereich. Alles arbeiten – heute versucht man das irgendwie dann im New Age irgendwie auf ein natürliches Niveau zu bringen und zu sagen: „Nein, das sind nicht übernatürliche Kräfte, weißt du, die Edelsteine … da ist tatsächlich etwas in den Edelsteinen, was dann heilt. Und deswegen dieses Heilen mit Edelsteinen – das ist doch keineswegs okkult, das hat mit dem Teufel gar nichts zu tun“.

Der Teufel ist sehr clever und er kann sich sehr modern gestalten und das New Age Gewand hat er sich sehr interessant geschneidert.

Steine, auch irgendwelche Mineralien haben keine heilsamen Kräfte in sich gespeichert, die Menschen heilen können. Das ist der größte Blödsinn aller Zeiten.

Und ich werde noch ein paar Dinge aufzählen und die Liste wird sicherlich nicht vollständig sein und ich hoffe, dass wir alle noch ruhig behalten können – dass es keine Aufschreie des Protestes gibt und keine Tomaten von hinten irgendwie fliegen – sonst krieche ich hinter diese Kanzel da. Weil man kann über vieles predigen, aber wenn du sagst, was vom Teufel ist, dann geht die Stimmung hoch, dann gibt es interessante Reaktionen.

Jede übernatürliche Erfahrung, die Menschen suchen außerhalb von Gott ohne wiedergeboren zu sein, ohne die Kraft des Heiligen Geistes, außerhalb der engen Linien der Bibel – sind eine Grenzüberschreitung und bringen uns geradewegs in Kontakt mit dem Dämonischen.

Wahrsagen, Handlinien lesen, Pendeln und andere Formen von Wahrsagerei.

Und besonders diese ganzen Bereiche von sogenannter „Weißer Magie“, die man dann anwendet, um sich gegen die schwarze Magie von der Gegenseite zu schützen. Das ist ein beliebtes Spiel im New Age – da gibt es das okkulte, böse, negative – aber dann der Zauber der weißen Gegenseite, der hilft dann dagegen.

Und es gibt keine weiße Magie! Es gibt einen Teufel, der hat schwarze Magie und er hat weiße Magie. Für die einen nimmt er das, und für die anderen nimmt er das. Je nach dem.

All diese ganze Zauberei mit Gegenständen, mit Drogen, mit all diesen Dingen ist etwas, was eine klare Grenzüberschreitung ist.

Tote befragen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (75:00 bis 80:00)

Ich glaube, dass es eine bestimmte biografische Komponente gibt, dass man erklären kann, wo also Einfallstore sind und wo dämonische Mächte gekommen sind. Manchmal zieht sich das schon wie ein roter Faden durch die Familie durch – Vater war Alkoholiker und der Sohn hat den Vater total verachtet und hat gesagt: Das ist ja furchtbar, so ein Leben! Alles werde ich, aber nicht Alkoholiker!

20 Jahre später ist er in der Seelsorge und sagt: Ich hab mir geschworen, nie das zu tun. Und jetzt entdecke ich, ich tue genau dasselbe!

Menschen in der Seelsorge haben erlebt, wie ihr Vater die Mutter geschlagen hat, also die Ehefrau – und sie haben totales Entsetzen gehabt. 20 Jahre später in der Seelsorge – und sie sagen: Ich verstehe es nicht! Alles wollte ich, aber nicht so ein Mensch werden, und ich bin genau das geworden, was ich nie werden wollte.

Und du siehst manchmal, dass solche Linien sich durch die Familie ziehen. Die Mutter ist dominant, aggressiv, beherrscht ihren Mann – die Tochter ist total entsetzt. Später ist sie verheiratet und siehe da – sie tut genau dasselbe mit ihrem Mann. Und sie hat sich auch genau so einen Schwächling und Hampelmann zum Mann ausgesucht, von dem sie von vornherein instinktiv wusste, mit dem schaffe ich es.

Das läuft nicht bewusst ab. Man sagt sich nicht, ich werde einen Mann heiraten, den ich dann immer so irgendwie im Griff habe. Aber es läuft so ab! Wenn ich eine Person habe in der Seelsorge, eine Frau, die ihren Mann beherrscht. Ich sage: Erzähl mir, wie deine Mutter mit deinem Vater umgegangen ist.

Und wenn du erstmal ein Gespür für so etwas bekommst, du entdeckst, wie es sozusagen „Familiensünden“ gibt. Die gehen von einer Generation in die nächste. Nicht durch den genetischen Code, sondern durch die Prägung, durch das, was man erlebt und erlitten hat – und vorallendingen wie man darauf reagiert hat. Und Dinge kehren immer, immer wieder – bis das gebrochen ist, bis man wirklich erkennt, was hat das mit mir zu tun? Und wie kann ich jetzt mich dagegen schützen?

Es gibt bestimmte seltsame Krankheiten, die von einer Generation in der Familie – oder manchmal wird eine Generation übersprungen und dann geht’s wieder in der nächsten Generation weiter – die sich so durch die Generationen in der Familie sich hindurchziehen. So etwas gibt es.

Und das Entscheidende ist nicht so sehr: Durch welche Sünden haben meine Vorfahren dem Feind Raum gegeben? Ich glaube, das hat auch eine gewisse Berechtigung, um etwas zu verstehen. Aber dann ist das Entscheidende: Ich bin heute Christ, ich bin erfüllt vom Heiligen Geist, ich gehöre Jesus, ich bin in der Gemeinde – und ich habe das selbe Problem – warum ist das noch da? Nicht: Wo kommt das her? Wie ist das in mein Leben gekommen? Sondern die Frage ist: Warum ist das heute noch da?

Das ist die entscheidende Frage!

Wir haben Vollmacht im Namen Jesu über die Werke der Finsternis, über die bösen Geister, wir haben Autorität.

Lk 10,19
Siehe, ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch schaden.

Und wenn jemand geplagt wird von Zwängen, von Ängsten, von irgendetwas – du kannst mir glauben, er hat tausende von Male gesagt: Im Namen Jesu – du Ding, geh raus aus meinem Leben! – und nichts ist passiert!

Und die Frage ist: Warum ist nichts passiert? Warum? Wo doch die Schrift sagt: Wir haben in Christus Vollmacht? Warum ist die Vollmacht tatsächlich nicht verfügbar oder einsatzbereit? Das ist die entscheidende Frage!

Und darüber müssen wir einfach uns Gedanken machen. Und das Wort Gottes sagt: Wir geben dem Teufel Raum!

Eph 4,27
und gebt dem Teufel keinen Raum!

Und wenn wir ihm Raum gegeben haben – das nächste Mal dann, wie gesagt, werden wir ein dramatisches Beispiel sehen in der Schrift, wo jemand ins Gefängnis kam aufgrund seiner eigenen Dummheit – es war völlig überflüssig! Im Gefängnis – und er wurde gequält im Gefängnis aufgrund seiner eigenen Dummheit.

Und Jesus sagt: Er bleibt solange drin bis das wieder in Ordnung kommt.

Kein Seelsorger und kein Pastor – niemand wird ihn da rausholen. Er bleibt da so lange drin bis er den Grund beseitigt, weswegen er ins Gefängnis gekommen ist.

Und da kannst sagen: Das kann nicht der Gott der Liebe sein!

Schätzchen, du musst deine Gedanken über Gott ändern!

Gott hat klare Regeln für das Leben! Und wenn du diese Regeln übertrittst, dann bist du verantwortlich, nicht Gott! Und wir denken immer so: Ach, nein, Gott ist sooo lieb – und bei uns verbindet sich dann „Liebe“ mit „Schrankenlosigkeit“ oder mit einer Willkür oder einer verantwortungslosen Freiheit, die wir missbrauchen können, wie wir wollen. Nein, es gibt klare Regeln im Worte Gottes. Und die zu missachten kann tödlich sein. Wie ich vorhin gesagt habe – Eph 6,2.

Eph 6, 2-3
„Ehre deinen Vater und deine Mutter“ – das ist das erste Gebot mit Verheißung -, „damit es dir wohlgehe und du lange lebst auf der Erde.“

Du kannst sagen: Ich finde das ungerecht! Wieso soll die Qualität meines Lebens etwas zu tun haben mit meiner Haltung oder mit meiner Einstellung zu meinen Eltern? Du kannst dagegen rebellieren, aber du kannst dieses geistliches Prinzip nicht außer Kraft setzen!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (70:00 bis 75:00)

Und viele, viele Menschen sagen: Ja, das würde ich doch nie tun! Das habe ich doch nicht so gemeint!

Z.B. wenn wir dann gleich zu sprechen kommen auf diesen ganzen Bereich der okkulten Sünden, wo Menschen also eine verbotene Linie übertreten und in übernatürliche Bereiche hineingehen, die Gott strengstens verboten hat. Nicht, weil Er uns herrliche Freiheiten vorenthalten will, sondern weil das lebensgefährlich ist, da hineinzugehen.

Und dann hörst du Leute und du fragst sie dann in der Seelsorge: Ja, bist du beim Wahrsager gewesen? – Jaaaa, aber weißt du, das hab ich nur aus Spaß gemacht. Das hab ich nicht so gemeint. Das war nur ein Jux.

Ich sage: Liebes Kind, nimm einmal eine Stange Dynamit in die Hand, nur so aus Spaß, und ich zünde die an. Wie gesagt – nur aus Spaß.

Welche Motive du dabei hast, ob du sagst, aus Spaß oder mit vollem Ernst – das spielt keine Rolle – Dynamit ist Dynamit und die Lunte brennt und du wirfst es besser schnell weg, sonst hast du keine Hand mehr.

Und wir sind so naiv, wir denken, ja, unsere Motive entscheiden darüber, ob der Teufel daraus Vorteile ziehen kann oder nicht.

So viele Male habe ich das erlebt in der Seelsorge – Menschen entschuldigen diese okkulte Grenzüberschreitung und sagen: Nein, das haben wir nur so gemacht, dieses Pendeln oder da irgendwelche Geister angerufen. Du, das war nur mehr so ein Partyspaß.

Das ist dem Teufel egal, aus welchen Gründen du ihn rufst, Hauptsache, du rufst ihn.

Und ich sage: Er hört sehr, sehr schnell und er ist, wenn er auch sonst faul ist, an dieser Stelle wird er sehr, sehr flink sein und wird kommen.

Also, es gibt eine ganze Reihe von Dingen und auf diese komme ich gleich noch zu sprechen. Aber vorher die Dinge, die viel, viel unscheinbarer und harmloser aussehen, womit wir dem Teufel Raum geben – und deswegen brauchen wir mindestens den nächsten Abend noch.

Eph 4,31
Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan, samt aller Bosheit!

Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei, Lästerung – das sind Verhaltensweisen, mit denen wir, ob wir das wollen oder nicht, ob wir das glauben oder nicht, ob wir das ernst meinen oder nicht, mit denen wir, dem Teufel eine Tür auftun in unserem Leben.

Und deswegen werden wir das nächste Mal dann reden über Bitterkeit – was ist Bitterkeit? Woran erkenne ich das? Habe ich etwa auch das Problem? Was kann ich tun, um das loszuwerden?

An dieser Stelle ist die größte Not. Dass wir, ohne dass wir das wirklich wahrnehmen und uns dessen bewusst sind, dass wir noch alte Verhaltensweisen mitschleppen und durch diese Verhaltensweisen geben wir dem Feind Raum. Und du kannst eines wissen: Den Raum, den wir in unserem Leben dem Feind geben, den nimmt er auch. Den besetzt er auch.

Und wenn wir dem Teufel Raum geben, dann kann kein Seelsorger, und sei Reinhard Bonnke mit all seiner Heilig-Geist-Power oder sonst irgendwer hier, keiner kann dich da rausboxen.

Nun, was wir früher versucht haben, eine ganze Nacht dranzugeben und dann zu viert auf einen kleinen Dämon und so lange auf dem rumhämmern bis der dann mürbe und müde wird und dann irgendwann so im Morgengrauen dann: Okay, gut – dann zieht er von dannen, diese Macht der Finsternis.

Und wir dachten: Ah, ein schwerer Kampf, aber ein großartiger Sieg.

Und was passiert? Kaum ist dieser armer Mensch zu Hause, zack, springt der Dämon auch wieder rein, der fährt in der U-Bahn mit. Und zack ist er wieder da.

Und so kannst du Sonntag für Sonntag denselben Geist aus jemandem austreiben. Und du denkst: Wow, das sind ja Hunderte! Wow, das ist ja wie in der Bibel – da waren 2000.

Aber was passiert, ist dieser „Drehtür-Effekt“ – wie bei diesen großen Hotels. Mit viel Schwung raus und wenn du nicht aufpasst, bist du wieder drin. Und es gibt diese „Drehtür-Befreiung“, wo tatsächlich durch enormen Einsatz von außen, die dämonischen Mächte gezwungen werden, irgendwann zu gehen. Aber sie sind nicht wirklich gezwungen, weil der Grund – und das ist das Entscheidende – warum sie da ein Recht hatten zu bleiben, immer noch besteht. Sondern nur kurzfristig geben sie nach, weil sie es auf die Dauer auch nicht ertragen können, gedemütigt zu werden. Sie geben nach und dann zack springen sie wieder rein.

Und die entscheidende Frage ist eben die: Durch welche Haltungen und welchen Lebensstil, welche Verhaltensweisen geben wir – oder jemand, der halt geplagt wird – dem Teufel Raum? Das ist das entscheidende.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (65:00 bis 70:00)

Hier ist ein erster interessanter wichtiger Aspekt: Die Bibel redet von der Notwendigkeit der Arbeit.

Und ich glaube, dass es jedem Seelsorger früher oder später aufgehen wird: Wenn du einen arbeitsscheuen Menschen hast, der Seelsorge braucht – und ich rede nicht davon, jemand hat eine spezielle Ausbildung und er bemüht sich und es ist eine enorme Arbeitslosigkeit in seiner Stadt und er findet keine Arbeit – ich erkläre gleich, woran man erkennen kann, ob einer arbeitsscheu ist oder wirklich die richtige Einstellung hat zur Arbeit.

Ich rede nicht von dieser Situation, dass einer beim besten Willen keine Arbeit finden kann, sondern ich rede davon, dass einer sich weigert, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und der sich drückt, wo er kann, und wenn du ihn auf „Arbeit“ ansprichst, dann sagt er: Wieso? Ich lebe von der Stütze, ich habe einen Anspruch darauf, es gibt ein Sozialgesetz, und das sagt, ich muss so und so viel Geld pro Monat kriegen und deswegen gehe ich da hin und Vater Staat soll schön bezahlen.

Wenn wir diese Einstellung haben, sind wir in Problemen – geistlich gesprochen. Weil wir uns weigern, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen.

Und wir da eine bestimmte Haltung an den Tag legen, die wir dann später noch mehr beleuchten werden, aber die ungefähr so geht: Ich hab doch nicht nötig, was alle anderen nötig haben. Ich finde einen Weg, der viel eleganter ist. Ich werde immer irgendwie durchkommen, und ich finde immer die Schlupflöcher. Lass die anderen ackern und schuften und früh aufstehen und sich rühren – ich werde das anders machen. Ich schränke meinen Konsum ein bisschen ein, aber dann gehe ich zur Stütze, halte die Hand auf und dann stimmt die Kohle und habe einen herrlichen Tag und kann schon früh morgens um 9 Uhr in den Schöneberger Volkspark gehen.

Hier haben wir ein Problem.

Weil da jemand eine Gesinnung an den Tag legt, die er eben geborgt hat von dem, der der Oberfaule ist, nämlich der Teufel. Verantwortung abzulehnen, auf Kosten anderer leben zu wollen – ich rede nicht von dem echten Notfall, dass jemand aus irgendwelchen Umständen kurzfristig oder wie auch immer seine Arbeit verloren hat, aber den Wert von Arbeit versteht und arbeiten möchte. Erkennbar daran, dass er, auch wenn er keine Arbeit hat, er sich nützlich macht.

Hallo?! Seid ihr noch da?!

Jedes Jahr um die Weihnachtszeit kommen hier die Leute an, die irgendwie gehört haben, die Christen müssen sozial sein und die kommen dann an und haben dann eine Wahnsinnsstory, die sind immer sehr interessant zu hören, warum ausgerechnet ganz kurzfristig sie in einem totalen Notfall sind und sie erwarten noch ein paar 1000 DM von diesem Freund und Geld von der Stütze und die können das im Moment nicht zahlen und jetzt sind sie ganz blank und sie brauchen auf einmal ganz viel Geld. Witzigerweise immer Weihnachten.

Und statt einfach diese Leute wegzuschicken – ich sage: Weißt du, wenn du Geld brauchst …

Wisst ihr was interessantes? So lange wie diese Gemeinde besteht – ich glaube, nur das erste Jahr nicht – wir sind immer am renovieren. Wir haben immer Umbauten. So lange wie die Gemeinde besteht, nur die ersten zwei Jahre glaube ich nicht.

Ich sage: Komm du morgen um 8 Uhr, stehe auf der Matte, ich geb dir eine Kelle und einen Besen oder was immer, einen Pinsel oder irgendwas – und dann arbeitest du mal richtig volle Pulle. Und wenn du gearbeitet hast, mittags, geb ich dir ein dickes Mittagessen. Und nächsten Tag, wenn du wieder gut arbeitest, dann können wir schön über eine kleines Geld reden.

Noch nie ist einer von diesen Brüdern gekommen. Noch nie! Noch nie!

Du sollst mal sehen, wie die beschäftigt sind. Was die alles zu tun haben. Es ist erstaunlich.

Und ich glaube wirklich daran, die Armen zu unterstützen, aber ich glaube nicht daran, Leute, die auf Kosten von anderen schnorren wollen und von deren Geld leben wollen und keinen Finger krumm machen wollen, dass wir die unterstützen sollen. Ich glaube nicht daran. Und ich glaube, dass es dumm ist, wenn wir das tun. Wir bestätigen sie in diesem Lebensstil und dann wird es immer so weitergehen.

Oder Leute auf der Straße: Ej, hast du mal ne Mark?

Sie haben noch nicht gefrühstückt. Du gibst ihnen eine Mark und hier ne Mark und da ne Mark – und dann ist die 2 Liter Flasche Rotwein wieder fällig.

Dann nimm ihn lieber und sag: Komm, wir gehen mal rüber zu Burger King und dann lade ich dich ein zum Big Mac mit Doppelwhop oder irgendso ein Zeugs da. Und dann hast du Gelegenheit, mit demjenigen auch zu reden. Und du wirst sehen, die Leute wollen meistens kein Frühstück.

Viele, viele Leute wollen kein Frühstück, weil sie was ganz anderes suchen. Mit anderen Worten: Sie haben dich schon mal angeschmiert. Sie haben dir irgendwas erzählt, was gar nicht stimmt.

Und manchmal, wir Christen, wir denken: Oh ja, ein Christ muss geben, muss sich um die Armen kümmern – und wir sind da manchmal so naiv. So naiv! Lasst uns unterscheiden, wo echt etwas dran ist, und wo jemand einfach nur ausnutzen will.

Okay, gut.

Also das ist ein wichtiger Punkt: Wer Verantwortung für sein Leben nicht übernehmen will, geht eine Beziehung ein, ob er das weiß oder nicht, das ist ein ganz wichtiger Punkt – er geht unsichtbar eine Beziehung ein mit dem Teufel. Ob er Christ ist oder nicht.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (60:00 bis 65:00)

Und das möchte Gott so gerne! Hör mal wie hier Sein Herz wirklich sich bemerkbar macht:

Psalm 81,14-15a
14 Oh, dass mein Volk auf mich hörte, Israel in meinen Wegen wandelte!
15a Bald würde ich …

… mit anderen Worten: Ich kann nicht! Ich werde gehindert, weil auf ihrer Seite eine Voraussetzung fehlt. Siehst du das im Wort?

Gott sagt: Wenn sie das und das nur tun würden – dann würde ich kommen, sehr, sehr schnell und würde handeln! Siehst du das? Bitte schau noch einmal genau hin. Keiner schaut jetzt auf mich, jeder schaut auf Psalm 81-14-15.

Hallelujah. Ist das nicht gut?

Gott möchte wirklich aufstehen gegen unsere Feinde. Er möchte das wirklich.

Er hat kein Gefallen daran, dass an irgendeiner Stelle wir belästigt werden, beraubt werden vom Feind. Es gibt noch manche andere Schriftstellen – vielleicht die nenne ich einfach nur jetzt einmal:

Psalm 107 – fast der ganze Psalm, aber hauptsächlich 10-16.

Psalm 107,10-16
10 Die Bewohner des Dunkels und der Finsternis lagen gefesselt in Elend und Eisen:
11 denn sie waren widerspenstig gewesen gegen die Worte Gottes und hatten verachtet den Rat des Höchsten;
12 und er hatte ihr Herz gebeugt durch Unheil. Sie waren gestürzt, und kein Helfer war da.
13 Da schrien sie zum HERRN um Hilfe in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen rettete er sie.
14 Er führte sie heraus aus Dunkel und Finsternis, er zerriss ihre Fesseln.
15 Sie sollen den HERRN preisen für seine Gnade, für seine Wunder an den Menschenkindern!
16 Denn er hat eherne[3] Türen zerbrochen, und eiserne Riegel hat er zerschlagen.

5 Mose 28,15-18
15 Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorchst, so dass du nicht darauf achtest, all seine Gebote und seine Ordnungen zu tun, die ich dir heute gebiete, dann werden all diese Flüche über dich kommen und dich erreichen.
16 Verflucht wirst du sein in der Stadt, und verflucht wirst du sein auf dem Feld.
17 Verflucht wird sein dein Korb und dein Backtrog.
18 Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Ackerlandes, der Wurf deiner Rinder und der Zuwachs deiner Schafe.

5 Mose 30,1-3a
1 Und es wird geschehen, wenn all diese Worte über dich kommen, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Nationen, wohin der HERR, dein Gott, dich verstoßen hat,
2 und du umkehrst zum HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst nach allem, was ich dir heute befehle, du und deine Kinder, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele,
3 dann wird der HERR, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen.

Hallelujah.

Und so gibt es so viele Schriftstellen, auch im Neuen Testament.

Eph 6,2 ist eine meiner Lieblingsschriftstellen, die alle meine Kinder auswendig können: Ehre Vater und Mutter, auf dass es dir wohlgehe und du lange lebst auf Erden.

Eph 6,2-3
„Ehre deinen Vater und deine Mutter“ – das ist das erste Gebot mit Verheißung -, „damit es dir wohlgehe und du lange lebst auf der Erde.“

Ich sag: Ihr Lieben, das tut ihr nicht für mich, aber eure Einstellung den Eltern gegenüber entscheidet darüber, was für ein Leben und wie lange auch dieses Leben sein wird. Hier ist ein Zusammenhang – wir kommen dann später wenn wir über Bitterkeit reden auf das Thema „Beziehung zu den Eltern“ zu sprechen. Die Bibel sagt hier etwas, was heute die Psychologen auch anfangen herauszufinden: Dass die Qualität deiner Beziehung zu deiner Verwandtschaft, und hauptsächlich deiner Eltern, ein sehr, sehr entscheidender Schlüssel ist. „Ehre Vater und Mutter“ – warum? Damit die es leicht haben und nicht genervt sind? Nein – damit es DIR gut geht! Damit es dir gut geht und du lange lebst auf Erden.

Und du sagst: Och, Mensch, meiner Alter ist schon lange unter der Erde.

Wir werden später, wenn wir über Bitterkeit reden, sagen: Dein Vater mag tot sein, aber in deinem Herzen, in deinem Denken kann er noch ganz schön lebendig sein. Und wir können voller Bitterkeit und Anklage und Hass und Rebellion sein gegen jemanden, der längst gestorben ist. Nicht der andere ist das Problem, sondern das, was da in uns drin ist, das ist das Problem. Und darum geht es. Und das muss heraus aus unserem Leben.

Paulus, Eph 4,27, bringt eine ganz bemerkenswerte Aussage.

Eph 4,27 – ganz kleiner, aber sehr, sehr folgenreicher Vers, der es wirklich in sich hat, wo eine Wahrheit, ein biblisches Prinzip beschrieben wird, was wirklich von großer Bedeutung ist.

Eph 4,27
und gebt dem Teufel keinen Raum!

Wir würden so denken als zivilisierte Christen so: Naja, das ist doch vollkommen überflüssig – wer würde denn das tun, wer würde denn als Christ dem Teufel Raum geben? Das ist doch wirklich etwas, was vollkommen überflüssig ist überhaupt zu sagen. Wir kommen aus der Finsternis und wir haben uns bekehrt und jetzt leben wir für Gott – wer würde denn dem Teufel noch Raum geben?

Aber erstens einmal – ich glaube, Paulus war ein sparsamer Mensch, und er hätte bestimmt nicht die Tinte verschwendet, wenn es keinen Anlass dafür gibt.

Und er sagt dann im nächsten Vers, wie man dem Teufel Raum gibt – und da kriegen wir schon das helle Erstaunen: Ja, wie denn? Das sollen Verhaltensweisen sein, mit denen wir dem Teufel Raum geben?!

Ja, richtig, Schätzchen! Genau!

Eph 4,28
Wer gestohlen hat[20], stehle nicht mehr, sondern mühe sich vielmehr und wirke mit seinen Händen das Gute, damit er dem Bedürftigen etwas mitzugeben habe!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (55:00 bis 60:00)

Und ich glaube an den Befreiungsdienst und ich glaube, dass er seinen legitimen Platz hat in der Gemeinde – ganz sicher! Aber wir müssen eines verstehen: Die Betonung im Worte Gottes wie wir als Christen frei werden und auch frei bleiben – ist nicht die Handauflegung und das vollmächtige Gebet im Namen Jesu. Sondern es ist ein ganz anderer Schlüssel, der so einfach ist, dass wir ihn überlesen und übersehen und dass wir denken, ja, irgendwo muss doch da jetzt mal etwas passieren.

Ich will euch einige solche Worte hier bringen.

Joh 8,31-32
Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.

Bitte mach hier ein ganz genaues Bibelstudium: Nicht der vollmächtige Seelsorger wird dich freimachen. Was macht dich frei? Die Wahrheit.

Die Wahrheit macht frei. Hallelujah.

Nicht die Wahrheit zwischen den Buchdeckeln deiner Bibel, sondern die Wahrheit, die du in dein Herz hineinnimmst und die du beginnst, anzuwenden, die du beginnst, auszuleben.

Ein Großteil von Befreiung geschieht sehr, sehr unmerklich und sozusagen „im Vorübergehen“, fast nebenbei, indem einfach wir angeleitet werden durch die Verkündigung, durch persönliches Bibelstudium, durch die Überführung des Heiligen Geistes, einfach angeleitet werden, ein Leben zu führen, was den Standards des Wortes Gottes entspricht.

Ein Großteil von Befreiung geschieht ganz von alleine. Ganz von alleine!

Wir konzentrieren uns nicht auf die Dämonen, wir konzentrieren uns auf Jesus, auf die Wahrheit. Wir konzentrieren uns darauf, dass unser Lebensstil verändert wird. Das ist das Entscheidende. Die Wahrheit, die wir annehmen, die wir aufnehmen, die wir praktizieren, die macht uns frei.

Jetzt gehen wir nochmal zu 2. Tim zurück. 2 Tim 2 – die selbe Schriftstelle. Und dann seht ihr auch hier, wie hier die gleiche Strategie angewandt wird. Wir haben gesehen in Vers 26, es redet hier von Menschen, die gebunden sind vom Teufel, um seinen Willen zu tun. So, und was soll mit denen geschehen? Was soll man mit denen machen? Man soll sie zurechtweisen – was nicht heißt „anschreien“ oder „beleidigen“ oder „bespucken“. Sondern sie lehren und ihnen klar den Weg weisen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe (Umkehr, eine neue Gesinnung) – das ist, was mit Buße gemeint ist.

Wenn wir Buße hören, wir denken immer an Bußgeld oder „büßen“ oder so etwas. Aber es ist einfach nur eine neue Haltung. Eine neue Gesinnung.

Wozu eine neue Haltung?

Zur Erkenntnis der Wahrheit.

2 Tim 2
24 Ein Knecht[16] des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam,
25 und die Widersacher in Sanftmut zurechtweisen[17] und hoffen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit

Mit anderen Worten: Was diesen Leuten fehlt, ist Wahrheit in ihrem Leben. Sie sind gebunden, weil Wahrheit fehlt in ihrem Leben.

Und Paulus sagt nicht: Timotheus, also dann trommel die Gemeinde zusammen, fastet und dann betet und seht zu, was passiert und schreit die Dämonen an und verbringt eine Nacht auf dem Teppicht mit dem armen, geplagten Menschen und rollt euch da und macht irgendwelche seltsamen Dinge.

Das hat er nicht gesagt. Sondern er sagt: Lehre sie, weise sie zurecht, ermahne sie. Aber in einem ermutigenden Sinne, dass sie jetzt wirklich anfangen, an den entscheidenden Stellen nach dem Wort Gottes ihr Leben auszurichten, so dass Erkenntnis der Wahrheit kommt.

Und die Erkenntnis kommt wenn die innere Einstellung stimmt, das ist das Entscheidende – die innere Haltung. Und darüber werden wir dann heute und vorallendingen auch das nächste Mal dann sehr, sehr viel hören – über die innere Einstellung und was die mit Freiheit und Befreiung zu tun hat.

Aber ich will noch mehr solcher Schriftstellen uns zeigen, die uns den Zusammenhang zwischen Leben in der Wahrheit oder Gehorsam auf der einen Seite und Freiheit auf der anderen Seite zeigen.

Psalm 81,14-15 – Gott sagt hier:
14 Oh, dass mein Volk auf mich hörte, Israel in meinen Wegen wandelte!
15 Bald würde ich (Gott sagt das!) ihre Feinde beugen, meine Hand wenden gegen ihre Bedränger.

Das ist Befreiung! Wenn Gott Seine Hand erhebt gegen unsere Bedränger, dann sind wir frei. Dann ist eine Ende mit der Bedrängnis, mit der Belagerung, mit der Belästigung.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (50:00 bis 55:00)

Also was ich noch hier erwähnen wollte, bitte fühlt euch jetzt hier nicht auf den Schlips getreten, aber es gibt bestimmte zwanghafte Charaktereigenschaften, die auch Hinweis sein können auf dämonische Einflüsse.

Es gibt Menschen, die sind krankhaft eifersüchtig.

Es gibt überhaupt keinen Grund dafür und sie wissen das auch ganz genau und sie wissen, dass sie ihrem Partner total vertrauen könen und trotzdem, sie kriegen es nicht fertig sich zu schützen gegen solche Gedanken und Fantasien usw. und haben dann seltsame Konfrontationszwänge und müssen dann ihren Partner also konfrontieren oder beobachten und überprüfen und die absurdesten Dinge da dann anstellen, um irgendwie sicher zu gehen – während sie dann gleichzeitig oder ein bisschen später dann wieder genau wissen: Mensch, das ist doch alles Quatsch, das stimmt doch alles nicht, das spielt sich alles nur in meinem Kopf ab!

Oder es gibt Leute, die sind so wahnsinnig agressiv, dass sie also wirklich von einer negativen Energie förmlich wie aufgeladen sind. Also das meine ich jetzt. Ich sage nicht: Ja, irgendwie, jemand hat dich mal total genervt und genervt und genervt und irgendwann ist dir dann ein unfreundliches Wort über die Lippen gerutscht – davon rede ich nicht.

Sondern wirklich jemand, der bei der leisesten Anspannung oder Belastung oder so hochgeht wie eine Rakete oder wie ein Vulkan und sich nicht mehr kontrollieren kann und dessen Reaktion in überhaupt keinem Verhältnis zum Anlass stehen. Davon rede ich.

Diese Dämonische ist immer erkennbar daran, dass es so irrational ist, dass es so außerhalb der Norm ist und einfach extrem ist und auch von demjenigen dann wirklich so total zwanghaft erlebt wird. Okay.

Soviel genug – Punkt jetzt hier, was die Liste angeht. Schrecklich ist sie genug. Aber ihr habt eine Vorstellung.

Wir denken immer so: Ja, also wenn einer Schaum vorm Mund hat und sie gebärdet wie ein wilder Tiger und die Haare irgendwie so elektrisch in alle Richtungen stehen und er schon so ganz lange Fingernägel hat – dann ist möglicherweise der Teufel im Spiel.

Aber ich sage dir: Er ist viel viel kultivierter und viel viel zivilisierter. Und wir müssen nicht nur an irgendwie solche extreme Dinge denken: Ja, einer fliegt dann irgendwie so waagerecht durchs Zimmer – Aha! Da muss wahrscheinlich Befreiung ran oder so.

Also, das wir ein bisschen präziser irgendwie die Dinge verstehen, darum geht es mir.

Okay, jetzt will ich auf ein zentralen Punkt kommen, nachdem wir also hier so erstmal wissen, worüber wir überhaupt reden wollen – einen zentralen Punkt, und das ist der, dass ich herausstellen will vom Worte Gottes, was die Begründung ist oder was der Schlüssel ist, um Menschen in die Freiheit zu führen. Ganz, ganz entscheidend!

Und ich habe das erlebt, wenn man unter Christen über dieses Thema redet, über den Teufel und über Wirkungen der Dämonie, dann gibt es so irgendwie eine komische Tendenz, dass dieses Thema sich so verselbstständigt und dass man auf einmal dann mehr auf Dämonen schaut als auf Jesus. Und dann sind wir außerhalb der Balance!

Und wir wollen nicht irgendwie überall Dämonen suchen, sondern wir wollen die Freiheit suchen. Das ist, was wir wollen. Wir wollen Menschen in die Freiheit führen.

Menschen, die hören von dämonischen Belastungen kommen dann schnell, besonders wenn es junge Christen sind, die kommen dann schnell irgendwie so auf diese Schiene: Ja, alles, was ich brauche, ist den vollmächtigen Seelsorger – wenn der die Hände auflegt und wenn der vollmächtig betet, möglichst die Gemeinde noch drei Tage fastet und einen geistlichen Kampf führt – dann werde ich frei.

Und so kenne ich Leute, das ist wirklich kein Witz, die seit Jahren in extremer Weise geplagt werden und gebunden werden und sie auf dieser Schiene laufen. Und sie suchen seit Jahren den vollmächtigen Seelsorger und sie pilgern von einer Gemeinde zur anderen. Und am Schluss ist es immer die Gemeinde, die nicht vollmächtig ist und die verkehrt ist und die daneben ist oder die ihr Problem nicht richtig ernst nimmt usw.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (45:00 bis 50:00)

Jesus ist der Fürst des Lebens. Und er ist gekommen, Leben zu geben.

Andere Formen von Todessehnsucht sind: Beziehung zum Tod – das wären z.B. Menschen, die wie durch Drogen sich so scheibchenweise umbringen. Viele Heroinsüchtige, wenn du mit denen mal zu tun hast, haben solche Todessehnsüchte und Tod spielt eine ganz große Rolle in ihrer Fantasie.

Oder Formen von Gewalt gegen sich selbst. Es gibt Menschen, die haben Zwänge sich weh zu tun. Sich zu kratzen, sich, was noch relativ harmlos erscheint, die Haare kurz zu schneiden.

Du sagst: Naja, gut, der eine hat kurze Haare, der andere hat lange Haare.

Ja, aber wenn da jemand Probleme kriegt sobald die Haare länger als ein Streichholz lang sind und obwohl er weiß, es ist eigentlich blödsinnig, aber von Scheren magisch angezogen wird und sich die Haare immer kurz schneidet. Da ist ein Problem dahinter.

Oder, was auch häufig verbreitet ist: Sich die Fingernägel bis zum Anschlag runterkauen. Das ist eine Form von Selbstverstümmelung.

Ärger wird’s dann schon wenn einer mit dem Rasiermesser sich irgendwelche Initialen in den Arm ritzt oder solche Geschichten macht.

Das sind verschiedene Formen wie Menschen einfach irgendwie einen merkwürdigen Zwang verspüren, sich selbst zu verstümmeln und sich weh zu tun.

Natürlich in ähnlicher Weise dieser Gewaltaspekt dann auch in sexueller Beziehung: Sex mit Gewalt ist zwanghaft. Das ist zwanghaft. Und Menschen machen sich kaputt damit. Du sagst: Lass doch jeden so wie er möchte.

Gott hat einen bestimmten Standard und Er weiß, was gut ist und was richtig ist und was heilsam ist und was nicht heilsam ist. Und glücklicherweise ist es nicht so, dass Er gesagt hat: Nun, im Bereich von Sexualität – findet mal selbst raus, was heilsam ist, was gut ist.

Es gibt klare Standards. Und das ist ein weiterer Bereich, wo Menschen dann Zwänge erleben, wo sie also auf die extremsten, absurdesten Dinge kommen und wo dann Sexualität mit Gewalt verbunden wird. Wo Sexualität mit Tod verbunden wird. Mit Tieren, mit Geistern, wo es die extremsten Dinge gibt, über die man normalerweise nie redet. Nur in der Seelsorge hörst du das. Oder wenn du meinetwegen nach irgendwo, nach Afrika gehst oder nach Zentralasien.

Weißt du, dass es Frauen gibt, die belästigt werden von dämonischen Geistern und die sexuellen Verkehr haben mit dämonischen Geistern?

So etwas gibt es! Und das ist totaler Horror!

Aber Jesus macht frei! Ich möchte euch hier nicht irgendwie jetzt in eine Depression hineinführen, ja? Aber ich muss einmal ein paar Beispiele geben und damit ihr versteht, was Befreiung wirklich bedeutet.

Etwas fiel mir jetzt eben ein, dass ich bei den Zwängen etwas ganz wichtiges vergessen habe:

Magersucht – ist ein Zwang.

Die Heilungsquote normalerweise ist sehr, sehr, sehr gering. Normalerweise, diese Menschen, meistens Frauen, neuerdings befällt es auch Männer, rein in die Klinik – raus aus der Klinik – rein in die Klinik – raus aus der Klinik.

Ich hab mit einer Frau gesprochen aus unserer Gemeinde, die in einer solchen Station arbeitet für psychosomatische Erkrankungen. Es ist ein Trauerspiel. Und die Rate derer, die buchstäblich dann sich zu Tode hungern ist gar nicht mal so gering. Das sollte man nicht denken.

Verbunden dann oftmals die andere Form: Bulimie – zwanghaftes Erbrechen. Essen wie ein sonst irgendwas und dann also zwanghaft Erbrechen. Auch das sind wirklich Werke der Finsternis und wir müssen so nicht leben. Und solche Menschen versuchen das sehr zu verheimlichen, weil das so peinlich ist und so extrem irgendwie ist, dass sie es niemandem sagen dürfen. Und sie haben das Gefühl, also wenn meine Freunde wüssten, was mit mir los ist, dann wären das nicht mehr meine Freunde oder ich wäre nicht mehr ihr Freund.

Diese Zwänge gehen einher mit Scham, mit Selbstablehnung, mit Schuldgefühlen, mit Verdammnis usw.

Und Jesus will von dem Zwang und von all dem, was dieser Zwang in unserem Leben angerichtet hat, uns frei setzen.

Und als letztes will ich noch erwähnen, das ist besonders defizil, und ich habe nicht gesagt, wenn also eine Spur davon in unserem Leben vorhanden ist – wir sind irgendwie dämonisiert oder so etwas, davon kann keine Rede sein. Ich mache auch eine solche Liste nicht, um zu sagen: Aha, jetzt habe ich entdeckt: Dieser oder jener Mensch hat einen Dämon! Darum geht es überhaupt nicht.

Wie gesagt, ob der in ihm, um ihn, an ihm, über ihm ist oder wo auch immer – spielt keine Rolle. Es sind Werke der Finsternis, erkennbar daran, dass sie berauben, würgen und umbringen – und Jesus will helfen. Das ist alles. Das ist das entscheidende.

Und wie das dann im eigentlichen Befreiungsgeschehen dann abläuft, ob der quiekt oder schreit oder still und heimlich geht oder irgendwie durch andere Maßnahmen einfach abspringt von diesem Menschen, diese dämonische Macht, das ist doch letztenendes vollkommen egal, ist völlig unwichtig. Wichtig ist, nachher ist er oder sie frei! Das ist das entscheidende, okay? Gut.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 2 – Die Kirche und Weihnachten (15:00 bis 20:00)

Und wenn die ganze Welt verrückt ist nach einer kleinen Krippe und einer Puppe da drin, dann sagt Jesus: „Ich bin so nicht mehr. Ich will eine reale Beziehung zu Dir haben – zwischen dir und mir, so wie ich wirklich bin“.

Und ich habe das mit der Versammlung geteilt, weil ich diesen Eindruck hatte als ich dort auf der Bühne saß.

Die andere Sache, die einen großen Einfluss auf mein Denken bezüglich Weihnachten hatte, war, dass ich vor einigen Jahren mich mit christlichen Leitern dieses Landes getroffen hatte. Und wir entschieden dort gemeinsam, dass wir ein „fragendes Gebet“ abhalten wollten, um mehr von unserem Herrn herauszufinden. Also beteten wir: „Herr, wir wollen Dich besser kennenlernen. Kannst Du uns Deine Gefühle mitteilen?“ Und dann machten wir es ziemlich konkret: „Gibt es irgendetwas, dass Du nicht ausstehen kannst?“ – was doch eine eher ungewöhnliche Frage ist.

Und ich werde diesen Moment niemals vergessen, ich bekomme auch jetzt fast eine Gänsehaut dabei. Plötzlich kam zu mehr als einer Person in dieser Gebetsrunde nur dieses eine Wort: „Weihnachten“.

Und ich denke von diesem Moment an hatte ich ernsthafte Bedenken wegen Weihnachten. Also, da ist nichts einzuwenden gegen ein Familientreffen, nichts einzuwenden gegen eine Familienvereinigung. Nichts dagegen einzuwenden, dass man eine gute Zeit miteinander verbringt. Und wenn ihr so den kalten, dunklen Winter feiern wollt, dann macht das so. Aber benutzt Jesus nicht als Rechtfertigung für sowas. Das ist mein Appell an euch. Mach dir nicht vor, dass er Weihnachten etwas abgewinnen kann. Wie wichtig ist es für Christen nicht danach zu urteilen, was die Kirche richtig oder falsch findet – sondern danach, was Christus selber darüber denkt und fühlt.

Versucht mal IHN zu fragen und prüft, ob er euch dieselbe Antwort gibt wie uns bei der Gelegenheit. Findet heraus, was SEINE Gedanken sind. Wusstet ihr dass, viel weniger Leute sich an Weihnachten bekehren als zu jeder anderen Zeit im Jahr? Das liegt daran, dass die meisten Evangelisten nicht arbeiten an Weihnachten. Die sind zu Hause bei ihren Familien. Es gibt über Weihnachten keine Termine für Evangelisationseinsätze, also nutzen die Evangelisten die Gelegenheit, um ein bisschen Familienleben zu praktizieren. Da sind also weniger Leute, die sich bekehren. Es gibt zwar mehr Leute, die Brot und Wein nehmen und in den Gottesdienst kommen, aber viel weniger kommen wirklich zu Christus und bekehren sich. Er kommt an Weihnachten wirklich zu kurz.

Ich überlasse euch mal mit diesem Gedanken, weil jeder Christ heutzutage, so denke ich, sich mit Weihnachten auseinander setzen muss. Wir kommen da nicht drum herum, es ist ja überall ums uns herum. Also müssen wir entscheiden, was mir damit machen sollen.

Okay, vor dem Hintergrund von all dem, lasst uns mal neu die christliche Geschichte hinter Weihnachten beleuchten. Das ist ja viel mehr als ein Krippenspiel in der Schule.

Also will ich nun in dieser zweiten Predigt anfangen, das biblische Weihnachten zu betrachten, so wie es in den Evangelien steht. Und diese Geschichte ist eine erstaunliche Mischung aus Natürlichem und Übernatürlichem, und je nach dem wie ernst du diesen übernatürlichen Teil nimmst, entsprechend wirst du Weihnachten feiern.

Der natürliche Teil lief ziemlich normal ab. Da gab es nichts besonderes an der Geburt von Jesus – mit Ausnahme von einer Besonderheit. Nach ein paar Stunden voller Schmerzen und Anstrengung brachte Maria ihren erstgeborenen Sohn zur Welt. Die Geburt war recht normal, mit Ausnahme einer Sache. Und ich erwähne das hier, weil wir erwachsene Menschen sind: Marias Jungfernhäutchen, die ihre Gebärmutter beschützt hatte, wurde von einem Mann durchstochen, allerdings von innen nach außen. Während es normalerweise so ist, dass das Jungfernhäutchen von einem Mann von außen nach innen durchstoßen wird. Das ist der einzige Unterschied, den ich bezüglich der Geburt herausgefunden habe.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 2 – Die Kirche und Weihnachten (10:00 bis 15:00)

Das bringt die Frage auf: Wo stehen heutige Christen dazu und wie sollte ihre Einstellung zu Weihnachten sein?

Und da haben wir eine Wahl zu treffen: Entweder nehmen wir Weihnachten rein in die Kirche und versuchen, dass es halbwegs angepasst abläuft – oder wir lassen es ganz draußen und versuchen es gar nicht erst.

Oder um es ganz direkt zu sagen: Entweder versuchen wir Weihnachten so zu feiern, dass Christus auch in Weihnachten drin ist – oder wir „befreien“ Christus von Weihnachten und überlassen Weihnachten sich selbst – als ein heidnisches Fest, was es war.

Das immer mehr verweltlichende England hat nach Japan die gottloseste Gesellschaft weltweit. Das hat eine weltweite Umfrage ergeben. Und das ist mehr als einfach „nicht religiös“ – sondern eben gottlos. D.h. wir als Christen stehen einer sich verändernden Gesellschaft gegenüber, die immer gottloser wird. Und der Trend geht dahin, dass Weihnachten genauso immer verweltlichter und gottloser wird, so dass das Weihnachten mehr gemeinsam hat mit dem heidnischen Original als mit irgendetwas „Christlichem“.

Und ich will ehrlich mit euch sein. Ich bin da in der zweiten Gruppe: Ich beachte Weihnachten nicht und ich predige auch nicht darüber. Ich spreche darüber. Ich rede jetzt z.B. darüber.

Aber ich glaube, dass es der bessere Weg ist, wenn man Christus aus all dem, was sich heutzutage um Weihnachten angesiedelt hat, raus hält. Ich erzähle euch auch wie ich zu dieser Schlussfolgerung gekommen bin. Das ist vielleicht ein bisschen überraschend. Aber diese Pfingstkirche in Croydon, wo ich in der Weihnachtszeit gepredigt hatte, obwohl ich erschrocken war über den Weihnachtsbaum und die Dekorationen mitten in der Kirche – da habe ich eine Sache gemacht, die ich schon öfter getan habe. Ich habe dem Herrn Fragen gestellt. Ich nenne das „fragendes Gebet“. Ich hoffe, dass ihr das auch praktiziert. Ihr kennt bestimmt „Fürbitte-Gebete“, wo man für andere Leute betet. Aber „fragendes Gebet“ bedeutet, dass man dem Herrn Fragen stellt und auf eine Antwort wartet.

Ich habe festgestellt, dass das eine sehr hilfreiche Art von Gebet ist, aber auch eine sehr überraschende Art, wenn dann nämlich die Antwort kommt. In der Mitte dieses Gottesdienstes betete ich also: „Herr, wie fühlst Du über Weihnachten?“

Und Er erinnerte mich, dass ich ein Fotoalbum zu Hause habe, das meine Mutter gemacht hat. Sie war eine leidenschaftliche Fotografin. Sie hat auch Wettbewerbe gewonnen.

Das Fotoalbum handelt von mir und meinem Leben, von mir als kleinem Baby bis zu einem kleinen Jungen. Wenn ich das Album Leuten zeige, dann sagen sie normalerweise: „Oh, was für ein süßes Baby“.

Ich hasse das! Ich will dann sagen: „Ich bin kein Baby mehr!“ Du sollst eine Beziehung zu mir haben wie ich jetzt bin – nicht wie ich damals war.

Aber es ist ja viel einfacher, eine Beziehung zu einem Baby zu haben, die geben ja keine Antwort. Du kannst Babylaute machen, sie aufnehmen und knuddeln – und sie wehren sich nicht, also normalerweise nicht.

Also da war dieses Fotoalbum, das ich zu Hause hatte. Und ich dachte: Wieso sollte der Herr mich an dieses Album erinnern?

Dann habe ich es verstanden: Er wollte den Leuten sagen: „Ich bin kein Baby – nicht mehr. Ihr müsst eine Beziehung zu mir haben wie ich jetzt bin, sonst ist es keine echte Beziehung!“

Also habe ich verstanden, dass über einer Krippe Babylaute zu produzieren keine richtige Beziehung ist, denn es ist keine Beziehung zu einer echten Person. Es ist ja nur mit einer Puppe.

Wenn du eine echte Beziehung zu Jesus haben willst, dann musst du eine Beziehung suchen zu dem Jesus, der er jetzt ist: Ein erwachsener Mann, mit eben seinem ganzen Charakter.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 2 – Die Kirche und Weihnachten (5:00 bis 10:00)

Im 19ten Jahrhundert, wie ich schon vorher ausgeführt hatte, entstand diese Art von Weihnachten, die wir heute kennen. So mit den Bäumen und der ganzen Dekoration. Und allmählich haben sich diese Dinge in die Kirche eingeschlichen bis Ende des 19ten Jahrhundert. So dass es im 20ten Jahrhundert ganz normal war für eine Kirche, einen Weihnachtsbaum mitten auf der Bühne zu haben, wo Anbetung passiert. Ich war erstaunt vor ein paar Jahren an Weihnachten eine Pfingstkirche zu sehen, die einen riesigen Weihnachtsbaum hatte und die Kirche war dekoriert mit weihnachtlichen Luftschlangen und so weiter.

Also, langsam haben die Kirchen kapituliert vor dem Wusch der breiten Masse, Weihnachten weiterhin zu feiern.

Tatsächlich haben die Kirche auch angefangen, dadurch mehr Einnahmen zu erhalten. Zum Beispiel haben sie die übliche christliche Messe am Weihnachtsmorgen ersetzt mit Gemeinschaft am Vorabend. Und haben festgestellt, dass viel mehr Leute kommen und Brot und Wein am Weihnachtsabend nehmen als irgendwann anders im ganzen Jahr. Und auch evangelikale Kirchen heute machen eine Versammlung am Vorabend. Kirchen halten dort Gottesdienste mit Weihnachtsliedern und singen keine Anbetungslieder.

Also allmählich gab die Kirche nach und was begann, war der sogenannte „Kult der Krippe“. Das bedeutete, dass die Kirchen eine Krippe mit Jesus als Baby hatten und Josef und Maria und Esel und Kamele und alle Arten von Kreaturen. Und sie stellten die Krippe zur Schau und machten das zu einem Ort der Andacht und Verehrung.

Und von da an breitete sich dieser „Kult der Krippe“ in die Gesellschaft aus und das „Krippenspiel“ entstand. So dass von Kindern erwartet wurde, dass sie die Geburt von Jesus darstellen, was ja häufig zu lustigen Situationen führt. Denn wenn man dafür sorgt, dass kleine Kinder sich wie Erwachsene verhalten sollen, dann kann man Probleme erwarten.
Ich muss an ein Krippenspiel in einer Grundschule denken, wo die drei Könige kamen und der erste sagte: „Hier ist Gold für das Baby Jesus“. Der zweite sagte: „Hier ist Myrrhe für das Baby Jesus“. Und der dritte sagte: „Und von Frank soll ich das hier mitbringen“ und präsentierte Baby Jesus das dritte Geschenk.

Bei einem anderen Krippenspiel erinnere ich, dass Josef und Maria, die mit einem Kissen schwanger war, bei der Herberge ankamen und fragten, ob es Platz für sie gebe. Der kleine Josef sagte: „Du siehst, dass meine Frau kurz davor ist, ein Kind zu bekommen. Wir brauchen eine Unterkunft“. Der Junge, der den Hausherren gespielt hat, hatte seinen Text vergessen und sagte: „Klar! Kommt rein. Ihr könnt das beste Zimmer für Maria haben!“

Das ganze Spiel drohte sich in eine falsche Richtung zu entwickeln. Aber glücklicherweise war der Junge, der Josef gespielt hat, sehr geistesgegenwärtig. Und er guckte nur in das Haus rein, kam dann wieder raus und sagte zu Maria: „Du solltest mal den Zustand dieser Herberge sehen! Das passt nicht zu dir. Da sind wir mit einem Stall besser dran! Komm weiter!“ Und so lenkte er das Stück wieder in die richtige Richtung – zur Freude der Eltern, die zugeguckt haben.

Die Weihnachtsgeschichte ist nicht für Kinder. Es ist eine Geschichte für Erwachsene. Die Bibel wurde geschrieben für erwachsene Gläubige. Wie auch immer, so kam es, dass Christen in Weihnachten verwickelt wurden.
Und das hat zu einer anderen Krise geführt. In Amerika waren die Kirchen stark gespalten bezüglich „Santa Claus“ und Weihnachten. Zusammen haben die Presbyterianer von Calvin und die Baptisten und die Quäker einen Protestschrei erhoben gegen die Kirchen, die Weihnachten akzeptiert haben. Heutzutage kommt aus deren Reihen immer noch Widerstand. Die großen Denominationen neigten aber dazu Weihnachten in die Kirche zu bringen. Die Freikirchen wollten sie zuerst draußen lassen, aber die meisten, Methodisten, „Kongregationalisten“ gaben dann nach. Und ich muss sagen, Baptisten, Heilsarmee und auch Pfingstler haben nachgegeben und feiern normalerweise Weihnachten in der einen oder anderen Weise.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 2 – Die Kirche und Weihnachten (0:00 bis 5:00)

Okay, also wir haben gesehen, dass im Mittelalter Weihnachten ein offizielles christliches Fest wurde und die Kirche dazu die volle Unterstützung gab. Bezeichnenderweise ging vieles von den heidnischen Praktiken von Weihnachten weiter. Bis ins 14te Jahrhundert haben sie noch „Hofnarren“ gewählt, die in diesen 12 Tagen regieren durften.

Also gab es diese Zeit, in der die heidnischen Bräuche und die Anerkennung durch die Christen vermischt wurden und nebenher existierten. Mit der Reformation, konkret mit Luther und Calvin, kam da eine große Veränderung. Luther kämpfte mit allem was römisch-katholisch war, und natürlich war Weihnachten eine römisch-katholische Erfindung. Genauso kämpfte er gegen die heidnischen Wurzeln von Weihnachten. Nichtsdestotrotz gab Luther nach, so wie die meisten staatlichen Kirchen es taten. Denn eine staatliche Kirche muss alle Leute berücksichtigen. Eine staatliche Kirche „hütet“ ein Land, und deswegen ist die Tendenz bei staatlichen Kirchen die öffentliche Meinung zu berücksichtigen und keinen Anstoß zu erregen. Also hat Luther Weihnachten gefeiert, zwar ungern, aber er liebte seine Gitarre und liebte es, Lieder zu singen, insbesondere Weihnachtslieder für Kinder. Also hat Luther Weihnachten beibehalten.

Calvin in Genf auf der anderen Seite hat das Gegenteil getan. Calvin hat sich stark gegen Weihnachten und Ostern aufgelehnt, weil die Bibel gegen Festivals jeder Art ist (Kolosser 3 – wenn du das nachlesen willst).

Also wollte Calvin in Genf mit Weihnachten nichts zu tun haben. Und der Calvinismus, in Form des Presbyterianismus, kam nach England, hauptsächlich nach Schottland. Das Ergebnis ist: In Schottland feiert man kein Weihnachten. Sie feiern „Hogmanay“ (eine Art Silvester), aber sie feiern kein Weihnachten. Presbyterianer machen das nicht, sie folgen Calvin.

John Knox war Calvins Mitarbeiter in Schottland. Und er hat die Schotten überzeugt, Weihnachten komplett fallen zu lassen. Genauso später als die Presbyterianer beinahe England komplett übernommen haben, genau wie Schottland während des englischen Bürgerkriegs. Als Cromwell an die Macht kam und die königliche Familie abgeschafft wurde und König Karl I. in einer Krise die Nerven verloren hat, hat das britische Parlament rechtens Weihnachten komplett abgeschafft. Natürlich kann man die öffentliche Meinung nicht so einfach ändern und insbesondere in den ländlichen Gegenden haben sie eine Art Weihnachtsfeier aufrecht erhalten. Aber offiziell war es jetzt abgeschafft – in England und in Schottland.

Wie auch immer, der englische Bürgerkrieg führte zu einer britischen Republik mit Cromwell als dem ersten „Protektor“ oder „Kopf“ des Ganzen. Aber das dauerte nur ein paar Jahre und das Volk wollte wieder einen König. Und sie wollten Karl II. wieder auf dem Thron sehen, und sie haben ihn wieder auf den Thron gesetzt und er hat wieder königliche Unterstützung geliefert für solche Karneval-Aktivitäten. Insofern stand Weihnachten wieder auf dem Programm.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 1 – Die Ursprünge von Weihnachten (20:00 bis Ende)

So, das sind die geschichtlichen Bestandteile von Weihnachten. Davon ist natürlich gar nichts „christlich“, und alle diese Bestandteile haben die allgemeine Stimmung so eingespannt, dass der Gedanke daran, das alles abschaffen zu wollen, die britische und amerikanische Allgemeinheit sehr erschrecken würde.

Oh, ein weiterer Bestandteil von Weihnachten aus dem 20ten Jahrhundert ist „Rudolf, the Red Nosed Reindeer“ – mit seiner glänzenden Nase. Und auch das ist inzwischen ein wichtiger Teil von Weihnachten geworden. Insofern ist alles zusammen eine witzige Mischung.

Jetzt will ich damit anfangen zu beschreiben wie die Christen mit diesem jährlichen heidnischen Fruchtbarkeitsfest umgegangen sind. In den ersten vier Jahrhunderten haben gute Christen es einfach ignoriert. Und sie waren wirklich davon überzeugt, dass Christen bei so einem maßlosen Fest nicht mitmachen sollten. Insbesondere dieser Karneval-Teil hat sie beunruhigt.

Im vierten Jahrhundert hat Papst Gregor einen Missionar nach England geschickt, der hieß Augustinus. Nicht der Augustinus, der „Bekenntnisse“ (Confessiones) geschrieben hat – der andere. Es gab einen Augustinus in Afrika, den kennt man. Aber der andere Augustinus wurde nach England gesendet. Und der hat ein oder zwei Jahre später berichtet, was er für Fortschritte erzielt hat: Er hat den König von Kent getauft, er hat eine Anzahl von Leuten, die zu einer Kirche gehen. Diese wurde später die „Canterbury Cathedral“. Aber er hat gesagt: „Ich war bislang nicht in der Lage, den Briten ihr jährliches Fruchtbarkeitsfest abzugewöhnen“ – also Weihnachten, wobei es damals so nicht genannt wurde.

Obwohl er es mit aller Anstrengung versucht hat, er konnte sie von diesen maßlosen Aktivitäten nicht losgekommen. Also hat er Papst Gregor gefragt: „Was soll ich machen?“

Papst Gregor hat gewissermaßen gesagt: Wenn du sie nicht besiegen kannst, dann schließ dich ihnen an.

Konkret hat er gesagt: Taufe das Fest in Christus. Bring es in die Kirche, und mache das Fest „im Namen Christi“.

Ferner hat er vorgeschlagen: „Wenn sie das Fest der Sonne feiern, dann feiern wir eben die „Sonne der Gerechtigkeit“. Das ist ein Zital aus dem Alten Testament: Mal 3,20.

Mal 3,20 Aber euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung ist unter ihren Flügeln

Also wurde der 25ste Dezember der offizielle Geburtstag von Jesus. Natürlich war der Geburtstag von Jesus überhaupt nicht im Dezember! Hirten hüten nicht die Schafe nachts im Dezember!

Lukas 2,8 Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem Feld blieben und des Nachts Wache hielten über ihre Herde.

Da gibt es oft Schnee auf den Hügeln Israels im Dezember!

Uns wird in der Bibel gesagt, wann er in Wahrheit geboren wurde. Und das war nicht im Dezember.

Aber genauso wie die Königin ihren Geburtstag hat, so hat sie auch noch einen weiteren „offiziellen“ Geburtstag. Da gibt es die alljährliche Militärparade („Trooping the Colour“). Genauso hat Christus einen „offiziellen“ Geburtstag bekommen, der nicht sein Geburtstag war, aber so gefeiert wurde als wäre es seiner.

Das war also der folgenschwere Beginn eines „christlichen“ Weihnachtens. Und was dann noch hinzugefügt wurde, um es besonders christlich zu machen, war eine römisch-katholische Messe (englisch „mass“). So entstand dann der Name „Christ-Mas“. Und so wird es seitdem bezeichnet.

Insofern war das ganze eine Strategie der römisch-katholischen Kirche um zu missionieren: Wenn du Leute nicht davon abhalten kannst, bestimmte Dinge zu tun, dann bring diese Dinge in die Kirche und mache sie zu einem Teil des kirchlichen Programms, so dass alle zufrieden sind und bleiben.

Ich selber bin davon überhaupt nicht überzeugt. Aber ich habe festgestellt, dass Katholiken auf den Philippinen in Lateinamerika immer noch Naturglauben und Spiritismus praktizieren, weil das dort die ursprüngliche Religion war. Also hat die Katholische Kirche angeregt, das mit in die Kirche zu bringen. Es ist ziemlich verstörend herauszufinden, dass diese alten Dinge immer noch tief verwurzelt sind.

So, das war also der Anfang. Und es war Papst Julius, der Nachfolger von Papst Gregor, der dafür gesorgt hat, dass das ganze ein offizieller Teil der kompletten Kirche wurde, wobei es ursprünglich für Britannien war und dafür gedacht war, dass die Briten bestimmte Dinge aufgeben sollten.

Während des Mittelalters hat das Interesse an Weihnachten stetig abgenommen, wobei Weihnachten immer noch ein leichtes mittelalterliches „Feeling“ hat: Postkutschen auf Weihnachtskarten, alte Reetdach-Häuser – ihr kennt diese Bilder. Das ist eine Art Nostalgie, „die guten alten Zeiten“. Die Zeiten war natürlich nicht so gut, aber die Nostalgie führt dazu, dass man sie durch eine rosarote Brille betrachtet.

All das hat sich radikal gewandelt als die protestantische Reformation kam.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 1 – Die Ursprünge von Weihnachten (15:00 bis 20:00)

Diese Geschichte hat wirklich die holländische Phantasie beflügelt und Sankt Nikolaus wäre beinahe der Schutzpatron von Holland geworden. Sie haben ihn „Santa Klaus“ genannt, was die Kurzform von Sankt Nikolaus ist. So wurde in New York „Santa Claus“, so wie wir ihn kennen, geboren. Und ihm wurde eine rotes Gewand gegeben, gesäumt mit weißem Pelz, und Stiefel und einen langen weißen Bart – und so kommen wir auf „Santa Claus“ so wie wir ihn kennen.

Ich erinnere mich daran, als wir unsere drei kleinen Kinder hatten, in Buckinghamshire. Eines Morgens sind wir mit dem Auto rausgefahren, um Sankt Nikolaus zu sehen in einem großen Laden. Aber auf dem Weg sahen wir einen anderen Sankt Nikolaus in den Bus steigen, und wir haben noch einen dritten Sankt Nikolaus am Straßenrand gesehen. Ich erinnere mich daran, dass das die Kinder ziemlich verwirrt hat: Sankt Nikolaus schien überall zu sein. Und natürlich ist er jetzt auch überall, denn er ist Teil von Weihnachten.

So, all dies passierte im 19ten Jahrhundert. Ich erzähle euch gleich über die Christen, die stark dagegen protestiert haben, aber die öffentliche, allgemeine Meinung war zu stark für die Protestanten. Ich komme später darauf zurück.

Was wurde im 20sten Jahrhundert zu all dem hinzugetan? Nun, keine Frage, das größte ist der ganze Kommerz. Bereits jetzt – wir haben gerade Oktober – gibt es Werbung für Weihnachten – im Fernsehen. Und die Geschäfte fangen damit an Inventur zu machen und aufzustocken für Weihnachten usw. Es ist interessant, dass diese Masse an Werbung hauptsächlich an Kinder gerichtet ist: Sehr teure Spielsachen z.B. Die Werbung ist an Kinder gerichtet, mittlerweile ist es nicht mehr an die Familie gerichtet, sondern an Kinder. Das gab es im Viktorianischen Zeitalter nicht. Kinder wurden damals gesehen, aber nicht angehört. Aber heute sind die Kinder zum Fokus von Weihnachten geworden in vielen Familien.

Eine andere Sache, die neue dazugekommen ist, ist die Weihnachtsansprache der Königin. Das ist ein Ritual geworden, und man kann sich Weihnachten ohne das nicht mehr vorstellen. Aber ihr Großvater, George V, hat damit begonnen. Er machte die erste Weihnachtsansprache and zitierte dabei aus einem Gedicht. Er sagte:

I said to the man who stood at the Gate of the Year,
‘Give me a light that I may tread safely into the unknown.’
And he replied, ‘Go out into the darkness, and put your hand into the Hand of God.
That shall be better than light, and safer than a known way.’
Das hat wirklich das Volk damals berührt als George V das zitiert hat. Und seitdem gab es jedes Jahr diese Weihnachtsansprache.
Aber sein Sohn, George VI, hörte damit auf, weil er fürchterlich gestottert hat. Und ich denke, ihr habt alle den Film gesehen „The King’s Speech“ oder habt davon gehört. Und so wisst ihr von seinem Stottern. Also hat er gesagt: „Ich werde nicht diese Ansprache jedes Jahr halten“.

Wie dem auch sei, im ersten Jahr des zweiten Weltkrieges, den Soldaten zuliebe, die weit weg von zu Hause waren, konnte man ihn doch überreden, eine Rede zu halten. Und er hat es hinbekommen und damit bis zum Ende des Krieges weitergemacht.

Also muss seine Tochter, unsere jetzige Königin, eine jährliche Ansprache an Weihnachten halten – normalerweise direkt vor „Morecambe and Wise“ (britische Comedy). Aber das ist halt mittlerweile Teil von Weihnachten, genau so wie Fernsehunterhaltung. Und es ist interessant, dass alle Massenmedien Einnahmen machen an Weihnachten. So wie ich das sehe, hat die Times bis 1900 niemals Weihnachten erwähnt in den Dezemberausgaben. Aber wenn man sich heutzutage Zeitungen und Zeitschriften angucken, hat Weihnachten deutlich an Macht gewonnen und ist mittlerweile das Hauptthema.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 1 – Die Ursprünge von Weihnachten (10:00 bis 15:00)

So hat sich das moderne Weihnachten auf beiden Seiten des Atlantiks in einer Art gegenseitiger Befruchtung entwickelt, was mit diesen beiden Autoren begonnen hat. Und ihre Geschichten haben wirklich das Interesse geweckt. Aber ich denke, dass der größte Faktor auf dieser Seite des Teiches Königin Victoria war. Und ihr Ehemann, Prince Albert aus Deutschland. Unsere Könige hatten eine starke Vorliebe für das Deutsche und hatten schon Weihnachten rübergebracht. Manche von unseren Königen und Königinnen waren sehr interessiert an dieser Feier, an dem Aspekt des Karnevals, dem Aspekt des Possenreissens. Henry VIII hat das gefeiert, Elizabeth I war bekannt dafür zu tanzen und Glücksspiel zu treiben an Weihnachten. In den Zeiten von Stuart und Tudor wurde Weihnachten insbesondere von den Royals gefeiert. Aber es waren Victoria und Albert, die vor allem die eigene Familie als Feiergemeinschaft etabliert haben. Also nicht die Gesellschaft, sondern die Familie. Und sie haben das Familienleben in England geprägt. Und Albert hat den Weihnachtsbaum nach England gebracht. Deutschland, voll von Wäldern, quasi als Nation mit vielen Bäumen – so hat Albert den Weihnachtsbaum nach England importiert als Wahrzeichen von Weihnachten. Während des Regierungszeit von Victoria wurde das ein sehr wichtiger Teil: Jede Familie musste einen Weihnachtsbaum haben.

Während des 19ten Jahrhunderts erfand jemand das „Weihnachtskarten versenden“ an die Verwandten und Freunde. Und so eine Karte war relativ einfach und günstig. Für einen halben Penny. Die normale Briefpost kostete damals einen Penny. Und dieser Preisunterschied zwischen Briefpost und Kartenpost blieb lange Zeit erhalten – bis heute. So das war ein schneller Weg, eine einfacher Weg, um Verwandte und Freunde zu grüßen. Im Gegensatz zum Schreiben von langen Briefen, konnte man so einfach eine Karte unterschreiben und diese für einen halben Penny verschicken. Und das startete richtig durch im 19ten Jahrhundert. So diesem Jahrhundert verdanken wir wirklich unser modernes Weihnachten. Insbesondere einem Gentleman, der auf dieser Seite des Atlantiks „Father Christmas“ genannt wird – aber auf der anderen Seite „Santa Claus“ heißt. Und der Name kam aus Holland, weil New York, dort wo dieser Name zuerst auftauchte, eine holländische Kolonie war. Das hieß damals noch nicht „New York“, sondern „New Amsterdam“. Und in Holland gab es eine starke Betonung auf einen Heiligen von lange her, der hieß „Sankt Nikolaus“. Und dieser Sankt Nikolaus war ein Mann aus der Türkei und ein Bischof und sehr gütig, kümmerte sich um die Armen. Und es gab in der Türkei einen Vater, der drei Töchter hatte, die keine Chance hatten, um verheiratet zu werden, obwohl sie gut aussahen. Das Problem war, dass sie kein Geld hatten als Hochzeitsmitgift. Und es war so üblich, dass die Braut Geld mit in die Ehe bringt oder der Vater der Braut. Und diese Bauersfrauen hatten aber nichts. So schmuggelte der gute Sankt Nikolaus Goldmünzen, eingewickelt in ein Tuch, in das Häuschen von dem Bauern. Er ist nicht den Schornstein runtergeklettert und hat es auch nicht in Socken reingestopft, aber er wickelte die Goldmünzen in ein Tuch und hat sie durchs Fenster geworfen. Und die drei Töchter konnten nun heiraten.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 1 – Die Ursprünge von Weihnachten (5:00 bis 10:00)

Sich zu küssen unter dem Mistelzweig geht zurück auf diese Feiern, wo sie ihre Häuser dekoriert haben mit Immergrün, wie z.B. Tannen und Stechpalmen (Ilex), und eben auch Mistelzweigen. All diese Immergrün-Pflanzen wurden genutzt um die Häuser zu schmücken und zu dekorieren. Man hat einen Kranz aus Stechpalme vor die Haustür gelegt – das geht zurück auf diese vorchristlichen Feste. Eine Besonderheit dieser Feste war sehr amüsant: In diesem Karneval konnten sie sich anziehen wie sie wollten. Und sie haben die Geschlechter getauscht, d.h. Männer haben sich als Frauen angezogen und Frauen wie Männer gekleidet. Und das haben wir auch heute noch. Bei der Pantomime: Der Junge vom Chef ist ein Mädchen mit langen Beinen. Und die Frau vom Chef ist eine „Dame“, gespielt von einem Mann. Dieser Kleidertausch geht zurück auf diese Karnevals von diesem Winterfest.

Und es gibt ein paar andere Dinge, die ich erwähnen möchte. Es war eine Zeit des Fressens und Prassens. Es spielte keine Rolle wie viel man gegessen hat. Man konnte sich selbst unter den Tisch essen und das war in Ordnung an Weihnachten. Das passiert heute auch noch, mit dem Truthahn und dem Plumpudding. Da essen wir viel mehr als wir sonst zum Abendbrot essen. Das ist ein Überbleibsel aus dem alten Fruchtbarkeitsfest.

Genauso mit dem Trinken: Man konnte so viel trinken wie man wollte und sich unter den Tisch saufen. Das hat auch überlebt. So ist das auch bei den Weihnachtsfeiern oder in den Kneipen an Weihnachten – die meisten Leute sind betrunken.

Was hat noch überlebt? Die sozialen Ordnungen sind umgedreht, die sexuellen Regeln sind umgedreht, die Regeln für Essen und Trinken sind aufgehoben. Und interessanterweise – Glücksspiel, was normalerweise verpönt war während des Jahres – während Weihnachten konnte man so viel Glücksspiel betreiben wie man wollte. Und da gibt es sicherlich auch ein modernes Gegenstück zu in der Art und Weise wie Geld ausgegeben wird über die Weihnachtszeit. Viele Menschen machen Schulden und müssen im nächsten Jahr dann zurückzahlen, was sie Weihnachten zu viel gekauft haben.

So, alle diese Dinge gehen zurück auf diese zwölf Tage von Weihnachten. Viele Gemeinden wählten eine Art König Hofnarr, der an diesen zwölf Tagen regiert hat. Der durfte innerhalb dieser zwölf Tage frei über jede Frau innerhalb der Gemeinschaft verfügen. Und das ist der Ursprung dieser zwölf Tage von Weihnachten („twelve days of christmas“, when my true love sent to me – Lied von Roger Whittaker).

Also haben wir ein sehr maßloses Festival, wo Leute sich einfach gehen lassen konnten und tun konnten, was sie wollten. Es war ein maßloses Festival. Aber es gab auch eine gute Seite und das war, dass von den Reichen erwartet wurde, dass sie den Armen helfen über Weihnachten. Die, die etwas hatten haben sich um die, die nichts hatten, gekümmert. Im Besonderen wurde sich bemüht um die Armen, die Einsamen und die Behinderten. Und das war eine gute Eigenschaft dieses jährlichen Winterfestes, und das hat auch überlebt. „Boxing Day“ (2ter Weihnachtsfeiertag) bedeutet, dass die Kästen in der Kirche für die Armen geleert wurden und am Boxing Day wurde an die Armen verteilt, was an Weihnachten in die Kästen für die Bedürftigen gelegt wurde.

So, das war, wie es angefangen hat. Und da gab es im Verlauf der Zeitalter Aufs und Abs. Ich erwähne davon nun ein bis zwei Abs und ein bis zwei Aufs: Während des Mittelalters war Weihnachten nicht sonderlich populär, mit Ausnahme der Adelsgeschlechter und der oberen Klassen. Diese Feiern haben dann stetig abgenommen über die Jahrhunderte bis zum 19ten Jahrhundert. Und dann begann das Weihnachten so wie wir es heute kennen. Das gab es nicht vor dem 19ten Jahrhundert, denn hier haben zwei Schriftsteller Geschichten über Weihnachten geschrieben. Auf dieser Seite des Atlantiks war das Charles Dickens. Und viel von dem, was wir heute über Weihnachten wissen, verdanken wir Charles Dickens. Nicht nur durch das Buch „Eine Weihnachtsgeschichte / A Christmas Carol“ und die Verfilmung „Scrooge“ – der Truthahn in der Geschichte kam aus den Vereinigten Staaten. Da drüben gab es auch einen Schriftsteller – Washinton Irving, und er war der Charles Dickens der USA.

David Pawson – “Die Wahrheit über Weihnachten“ – Teil 1 – Die Ursprünge von Weihnachten (0:00 bis 5:00)

Herzlich Willkommen. Ich wurde gebeten, einige Gedanken über Weihnachten wiederzugeben. Ich möchte dazu zwei Predigten halten (Anmerkung: Es wurden dann drei Predigten). Bei der ersten geht es um das Geschichtliche: Wo alles begonnen hat und wo es herkommt. In der zweiten Predigt schauen wir in die Bibel und gucken uns dort die Geschichte der Geburt Christi an – und wie das alles zusammenpasst bzw. ob es überhaupt zusammenpasst.

Wie die meisten von euch bereits wissen, Weihnachten ist kein christlicher Feiertag. Das gab es bereits lange bevor Jesus Christus geboren wurde. Weihnachten war ursprünglich ein heidnisches Fruchtbarkeitsfest und es war die Feier der Wintersonnenwende. Es wurde dabei gefeiert, dass die Sonne ab diesem Zeitpunkt langsam wieder stärker wurde. Man hat gewartet, dass die Sonnenwende am 21. Dezember vorüber war, und dann wurde gefeiert, dass die Sonne „wiedergeboren“ wurde und dass der Frühling wieder auf dem Weg ist.

Die Leute damals lebten einfach viel näher an der Natur als wir es heutzutage tun, sie waren insgesamt viel abhängiger von den Jahreszeiten. Ihr Essen kam nicht das ganze Jahr über aus dem Kühlschrank oder aus der Kühltruhe – sie waren abhängig von den Jahreszeiten, was das Essen angeht. Deswegen gab es da einen Grund zu feiern. Besonders während des kalten, dunklen Winters war es gut, so etwas wie „Karneval“ zu haben, was es auch wirklich war.

Hauptsächlich hat das in Europa angefangen, in Nordeuropa war es das Jul-Fest, der Ursprung des „Julklotzes“ oder „Julklapp“ oder „Yule-tide“. Eines der Hauptpunkte bei dieser Feier war ein großes Lagerfeuer, dass die Leute warm gehalten hat. Dafür haben die einen großen Baum gefällt und haben den Stamm als „Julklotz“ verbrannt, und dieses Lagerfeuer mit diesem großen Klotz in der Mitte war das zentrale Element des Julfestes in Nordeuropa.

In Südeuropa hieß das Fest „Saturnalia“ nach dem Gott „Saturn“. Die Römer haben Saturnalia gefeiert und haben damit dem Sonnengott „Mithras“ gehuldigt. Insofern war das Ganze ursprünglich eine Feier der Natur. Das war Teil eines Fruchtbarkeitskultes, denn Fruchtbarkeit war damals sehr wichtig: Fruchtbarkeit der Felder, Fruchtbarkeit der Tiere und der Menschen.

Also gab es diesen jährlichen Karneval oder diese Feiertage, welches sich bedauerlicherweise in eine sehr maßlose Feier entwickelt hat, weil die normalen Regeln des Lebens während der Feiertage aufgehoben wurden. Und das war nicht nur ein Tage, es waren 12 Tage. Es dauerte bis zum 6. Januar.

Selbst heute erinnere ich noch, dass der Weihnachtsschmuck zu Hause am 6. Januar spätestens abgenommen werden musste, dem zwölften Tag. Ich hatte keine Ahnung wieso, ich wusste damals nichts über die 12 Tage von Weihnachten.

Und das gibt uns einen Hinweis, was da zwölf Tage vor sich ging: Die normalen Beschränkungen wurden aufgehoben und alles Mögliche konnte deswegen passieren. Zum Beispiel wurden die normalen Regeln von sozialen Beziehungen ausgehebelt. Zum einen bedeutete dies, dass es nicht mehr obere und untere „Klassen“ gab über Weihnachten. Die haben oftmals die Rollen getauscht. Die Herren haben dort den Sklaven ihre Mahlzeiten an dem Tag gebracht. Und das gibt es heute auch noch in der Britischen Armee. Das ist immer noch der Brauch in Sandhurst für die oberen Offiziere den unteren Gefreiten das Weihnachtsessen zu servieren. Das ist also eine Umkehr der sozialen Ordnung für eine gewisse Zeit.

Aber hauptsächlich im Bereich der sexuellen Beziehungen kam „Freiheit“ und Verbote wurden aufgehoben. Und das sieht man heute noch auf Weihnachtsfeiern.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (40:00 bis 45:00)

Es gibt Leute, denen passieren so komische Dinge. Und das hat bestimmte Gründe. Und das quält die ganze Familie.

Und Jesus ist der, der frei macht. Und niemand muss mit so etwas leben. Wenn du irgendjemanden kennst, der belästigt wird und geplagt wird, dann gib ihm diese Kassette. Und sag: Die herrliche Botschaft ist die: Jesus macht wirklich frei. Er ist stärker!

1 Joh 3,8 – ich sag’s nochmal, weil’s so schön ist:
Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

Das gefällt mir so. Er diskutiert nicht darüber. Er stellt keine langen Analysen an, die zu nichts führen. Oder versucht irgendwie zu verhandeln. Sondern an der Stelle ist Jesus, der ja sonst „so lieb ist und so verständnisvoll und so tolerant ist“ – an der Stelle ist er knallhart!

Und das ist auch notwendig so. Weil der Teufel recht primitiv ist und nur diese eine Sprache versteht. Dass man wirklich mit aller Entschiedenheit gegen ihn sein muss. Jesus hat niemals gesagt: Teufel, dürfte ich vielleicht dich bitten, ein bisschen Platz zu machen – jetzt komme ich und mein Reich. Sondern er ist massiv, mit allem, was in ihm war, dagegen vorgegangen. Und wenn du einmal mit Dämonen zu tun gehabt hast, dann weißt du, das ist die einzige Art und Weise wie man mit ihnen umgehen kann. Die einzige Art und Weise!

Und wir sind manchmal so leisetreterisch, ja, wir möchten ja nicht irgendwie den Teufel auf uns aufmerksam machen.

Ich sage dir: Er ist schon längs auf dich aufmerksam geworden. Und dein einziger Schutz besteht darin, dass du nach vorne gehst und dass du wirklich deine Position einnimmst in Christus, und dass du von dem Gebrauch machst, was der Herr für dich hat.

Okay, also Wahnvorstellungen, Halluzinationen – Leute sehen irgendwelche furchtbaren Dinge, die überhaupt nicht da sind.

Dann aber auch – jetzt wird’s ein bisschen subtiler – chronische, zwanghafte, negative Stimmungen, Seelen-Zustände:

Abnorme Traurigkeit oder Verzweiflung.

Nun, ich rede nicht von dem Teenie mit 14 1/2 Jahren zum ersten Mal verliebt und er hat sie sitzen gelassen, ist mit der Klassenkameradin zu „Eis Hennig“ gezogen statt mit ihr.

Und dann kommt die große Traurigkeit und der Weltschmerz – davon rede ich nicht.

Sondern ich rede davon, dass jemand ohne Begründung über Wochen, über Monate, über Jahre als Dauerzustand eine Traurigkeit in sich hat ohne zu sagen, warum eigentlich. Und es gibt keinen Anlass. Und du sagst: Mensch, eigentlich alles läuft prima und es ist eigentlich alles gut, und es gibt gar keinen Anlass.

Das ist ein solches Werk des Feindes.

Depressionen. Menschen sind depressiv ohne irgendeinen Grund. Ich weiß nicht, ob ich hier schon erzählt habe: Früher – jeden Herbst, wenn die letzten Blätter gefallen sind, wurde ich schwerst depressiv. Jeden Herbst. Ich wußte genau, wann das passiert. In den letzten Oktobertagen kommt normalerweise ein Wind – wusch – und dann sind die letzten Blätter unten – und dann kam’s.

Dann kam’s. Nicht so lange sie schön bunt waren, sondern wenn die Blätter unten waren, dann kam’s. Jeden Herbst. Und es ist so gut wenn die Depression nicht mehr wiederkommt, ich sage dir. Wie man so schön sagt: Es ist so schön wenn der Schmerz nachlässt. Das ist so ein wunderbares Gefühl. Es ist wirklich schön, wenn die Bedrückung, die Belastung, die Beraubung zuende ist.

Und darum geht es hier: Wir können in die Freiheit hineinkommen.

Nun, was haben wir denn noch alles hier? Traurigkeit also als diese Grundstimmung.

Bitte nicht jetzt wenn dein Hamster gestorben ist und du bist jetzt ein paar Tage traurig – davon rede ich nicht. Sondern jemand sagt mir: Ja, vor 20 Jahren habe ich jemanden, einen lieben Menschen aus der Familie verloren, und seitdem kann ich nicht mehr glücklich sein. Da ist ein Problem.

Und man sollte dem auf den Grund gehen und man sollte wirklich dort einfach die Freiheit beanspruchen.

Oh, dann gibt’s hier noch ganz üble Dinge: Todessehnsucht.

Es gibt Menschen, die freunden sich in ihrer Fantasie mit dem Tod an. Und sehen überall Tod, malen sich Tod an die Tapete und haben eine Sehnsucht nach Tod. Ich weiß nicht, ob du mal Georg Büchner gelesen hast. Da wird oft so eine Gruftstimmung inszeniert. Das war diese dekadente Dichtung, die waren alle von diesem Todesgeist irgendwie angehaucht. Und wenn du diese Dichtung liest, da kommt dir etwas entgegen und du denkst: „Hilfe“.

Da spürst du schon den Modergeruch. Und es gibt Leute, die können nur „Trakl“ lesen – ich sage, dann hast du ein Problem. Immer nähren sie sich von dieser Todesstimmung und kleiden sich dann auch entsprechend und irgendwie alles, was schön ist und was Spaß macht und alles Gute irgendwie – das meiden sie irgendwie. Und sie haben Todesfantasien, überlegen sich schon, auf welche Art sie sterben möchten, wie der Sarg aussehen soll, wie der Grabstein ist und alles dreht sich nur immer um Tod.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (35:00 bis 40:00)

Aber wenn wir ohne eine äußere Begründung solche Probleme haben, dann liegt da etwas vor.

Es gibt Menschen, die haben – manche Nacht für Nacht, manche drei Mal die Woche oder fünf Mal die Woche oder wie auch immer – sie haben Alpträume. Manche haben einen bestimmten Traum, den haben sie Jahr für Jahr, Woche für Woche wieder. Und sie träumen immer dasselbe und das ist furchtbar und sie wachen auf und sind schweißgebadet.

Das ist ein solches Werk des Teufels, wovon ich heute hier rede und wiederum – damit das nicht alles so düster wird und wir alle so in die Knie gehen und sagen: Meine Güte! Wie mächtig ist der Teufel?!

Jesus ist der Befreier! Und ich habe Menschen gesehen in unserer Gemeinde und ich könnte dir viele nennen, die mit solchen Problemen hier ankamen und Jesus hat sie wirklich freigemacht. Es gibt Menschen, die hören Stimmen. Stimmen, die überhaupt nicht da sind. Die sie in den Wahnsinn treiben, die ihnen die blödesten Dinge einreden wollen, die sie jagen, die sie anklagen oder die sie verführen wollen und so etwas.

Und wenn solche Menschen dann Christen werden, dann wird diese Stimme irgendwie auf einmal ganz religiös und sie denken, es ist der Heilige Geist.

Ich kannte einen Menschen, der kriegte dann die seltsamsten Aufträge und hat dann für die ganze Gemeinde weiße Kleider bestellt.

Was natürlich eine ziemlich teure Angelegenheit war. Und dann ging er nach Jerusalem und hat dort die teure Präsidentensuite in einem First Class Hotel gemietet und hatte irgendwelche wunderbaren Offenbarungen vom Heiligen Geist – und das war alles total dämonisch.

Menschen können in die Irre geleitet werden. Wenn jemand solche Probleme hat, und er wird dann Christ, dann muss er wissen, das sind dämonische Probleme und der Geist wird dann sich entsprechend anpassen und wird dann ganz fromm werden. Und wird dir dann sagen: Du sollst 40 Tage fasten oder so etwas. Oder du liest von morgens bis abends nur noch in der Bibel oder irgendwelche solch total extreme Dinge.

Weil dir das eingeredet wurde und weil du weißt, also wenn du das nicht tust, wenn du Gott nicht gehorsam bist, dann kommt was ganz, ganz Schlimmes in dein Leben usw.

Das sind religiöse Zwänge. Wo der Teufel auf einmal ganz fromm wird. Ja, er weiß, wenn du als Christ daherkommst und er redet dir ins Ohr, du sollst die Berliner Bank ausrauben – du bist auf dem Ohr nicht gerade sehr empfänglich.

Aber dann kommt er und gibt dir Offenbarung: Du bist der kommende große Apostel oder Prophet, hast noch nicht mal das Grundlagenseminar absolviert, aber der Teufel sagt dir, du bist der Prophet und sollst jetzt mal die Gemeindeleitung richtig zusammen niesen, und dann stehst du das im Gottesdienst auf bringst da ein vollmächtiges Gebet.

Ich sage: Sowas haben wir alle schon erlebt. Das sind arme, irregeleitete Menschen. Wo der Teufel kommt und wo er sie total treibt und auf ihnen reitet und die wildesten Dinge macht. So etwas gibt es wirklich.

Und wir brauchen Klarheit und wir müssen erkennen, den Unterschied zwischen dem Heiligen Geist und dämonischen Geistern. Alles, was zwingt …

Neulich hab ich mit einem gebetet und er hat auf einmal die bizarrsten Dinge da getan. Also das kann ich gar nicht nachmachen, will ich auch nicht, will euch nicht den Abend verderben. Während ich also für ihn betete und die Hände auflegte, hat er in einer Art und Weise sich bewegt, dass ich erstmal total erschrocken war. „Huch, was ist denn das jetzt?!“

Und er sagte: Das ist der Heilige Geist.

Ich sage: Das ist nicht der Heilige Geist, das kann nicht sein. Wenn das der Heilige Geist ist, dann kenne ich den Heiligen Geist nicht.

Und Leute sind irregeleitet, was bestimmte Gründe hat. Und wir werden die Hintergründe anschauen, warum sind Menschen irregeleitet, warum kriechen sie dem Teufel auf den Leim und was können sie tun, um da wieder herauszukommen?

Also: Stimmen hören z.B.

Oder andere Formen von Halluzinationen. Ich hatte eine Person in der Seelsorge, die hat furchtbare, schreckliche Dinge, die ich jetzt hier nicht beschreiben will, gerochen, die aber gar nicht objektiv vorhanden waren.

Das sind Geruchs-Halluzinationen, was relativ selten vorkommt. Meistens sehen die Leute etwas. Wie ein Alkoholiker in der Klinik: Irgendwann ab einem bestimmten Tage des Entzuges fängt der an die weißen Mäuse und alles mögliche dann zu sehen. Und er sieht die dann wirklich, ich war im Krankenhaus, ich habe viele Jahre im Krankenhaus gearbeitet, und der kann dir ganz genau sagen, wie die aussehen. Und wenn du hörst, wie die das beschreiben, was das für Fratzen und für Dinger sind – und du schon im okkulten Bereich mal gewesen bist oder sonst mit Dämonen zu tun hast, dann weißt du, was der sieht. Dann hast du sehr präzise Vorstellungen, was der da sieht. Und das macht die Leute total fertig.

Und besonders wenn wir dann da hinkommen als aufgeklärte Mitteleuropäer: Ach, das ist doch alles gar nicht da, das bildest du dir bloß ein.

Der weiß mehr darüber und wird dann seinen Mund halten.

Es gibt Leute, bei denen passieren zu Hause die komischsten Dinge. Da fliegt eine Vase durchs Wohnzimmer oder solche Geschichten. Ja, du sagst vielleicht als aufgeklärter Mitteleuropäer: Das kann doch gar nicht sein, also ich bitte dich, lass uns doch vernünftig sein.

Da passieren Dinge – die Leute haben Anst sich zu offenbaren, weil sie Angst haben, am nächsten Morgen stehen sie in der Bild-Zeitung auf der ersten Seite als total übergeschnappt und durchgedreht.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (30:00 bis 35:00)

Also, diese Kontrollzwänge: Viele, viele Menschen haben solche Dinge.

Okay, dann hier ein ganz wichtiges Thema. Gerade gestern las ich einen alten Focus-Artikel, und ich hab die Zahl vergessen, wie viele Millionen von Menschen von solchen Problemen – Angst und Phobien usw. gequält werden. Es war eine ungeheure Zahl, die da genannt wurde. Selbst wenn nur 10% davon stimmen würden, dann müsste man sagen: Armes Deutschland.

Menschen werden geplagt von den absurdesten, abnormsten Ängsten. Ich rede jetzt nicht davon, dass Du am hellichten Tage durch den Schöneberger Volkspark gehst und plötzlich hörst du ein Löwengebrüll und hinter dem Busch, auf einmal springt ein ausgewachsener Löwe hervor und du sagst: Pastor, ich muss in die Seelsorge, ich hatte echt Angst.

Ich würde sagen: Hallelujah. Das war sehr gesund, das hat dir einen Adrenalin-Stoß versetzt und du klettertest auf die Bäume wie die Affen. Und du wusstest gar nicht, dass du so sportlich bist. Das war sehr hilfreich, das war Gott, der hat dein Leben gerettet. Das war super.

Ich rede nicht von dieser „real begründeten Angst in einer wirklichen bedrohlichen Situation“.

Aber wenn du sagst: Jedes Mal wenn ich beim schönsten Sonnenschein durch den Volkspark laufe, habe ich Angst, hinter dem nächsten Busch könnte ein Löwe hervorkommen. Und das ist so furchtbar für mich, dass ich mich schon gar nicht mehr traue, durch den Volkpark zu gehen. Dann hast du ein Problem. Verstehst du den Unterschied?

Und so gibt es Menschen, die von Angstfantasien gejagt und gequält werden. Es gibt Menschen, für die ist die Vorstellung in einen Fahrstuhl zu steigen ein Horror. Die haben Angst vor geschlossenen Räumen, die haben Angst über einen offenen Platz zu gehen. Sie haben Angst, irgendwelche normalen Dinge zu tun, die vielleicht für jeden von uns völlig selbstverständlich sind, aber sie sind gebunden. Und nur die Vorstellung, sie würden da ausbrechen, erzeugt für sie also wirkliche Todesängste.

Ich habe das viele, viele Male erlebt, und ich könnte dir eine ganze Reihe von Leuten in der Gemeinde sagen, was ich natürlich nicht tue wegen Datenschutz, die solche Probleme gehabt haben: Die nicht in die U-Bahn gehen konnten, die nicht im Auto durch den Straßenverkehr fahren konnten, die alles mögliche nicht konnten, die umgekippt sind und die x-mal in die Klinik gekommen sind und da gelandet sind.

Du denkst, irgendwann gibt es eine neue Fernsehsendung mit jemandem aus unserer Gemeinde, der von Beruf Busfahrer ist. Und deswegen darf ich das so sagen, weil die Sendung könnt ihr dann alle sehen. Und der erzählt wie er kollabiert ist und wie oftmals der Bus rechts ran musste und dann kam die Feuerwehr und hat ihn abgeholt und in die Klinik – Herzrasen, Flattermann und Umkippen und lauter solche Geschichten, das gehörte zum Alltag. Die Frau war schon ganz durch den Wind. Jedesmal hörte sie dann die Sirene und dann kam wieder irgendwie die Feuerwehr daher oder irgendwas passierte andauernd. Es war ein Horror im Leben dieser Familie.

Und Jesus macht von solchen Geschichten frei. Das ist meine Betonung. Das ist, was ich euch hier sagen möchte. Und wenn du, wie gesagt, keinerlei Bedarf siehst dafür, dann wisse, es gibt viele, viele, viele Menschen, die solchen Bedarf haben. Und die sollen das wissen. Und du sollst mit Überzeugung rausgehen: Jawohl! Es gibt Befreiung. Es gibt wirklich Durchbrüche von diesen Dingen!

Viele Menschen habe ich erlebt, die solche Ängste gehabt haben. Ich kannte einmal eine Frau, die hatte Angst vor Krankheitserregern. Zugegeben in dem Krankenhaus, in dem ich da gearbeitet habe, natürlich wie in jedem Krankenhaus, gibt es auch viele Krankheitserreger. Aber diese Angst war so panisch bei der Frau. Was sie getan hat: Wenn sie durch die Räume gegangen ist, sie hatte immer ein großes Taschentuch in ihrer Kitteltasche, und wenn sie eine Tür aufmachen wollte, dann nahm sie ihr Taschentuch raus, legte es auf die Klinke und dann legte sie die Hand auf die Klinke, drückte die Klinke runter, machte die Tür auf, nahm das Taschentuch, ging auf die andere Seite, legte das Taschentuch auf die Klinke, drückte die Klinke runter, und machte die Tür zu. Und du kannst dir vorstellen: Eine Krankenschwester – wie viele Türen die Tag für Tag in jeder Schicht aufmachen muss – was das für eine Energieverschwendung ist!

Außerdem sieht das ziemlich blöde aus gegenüber den Arbeitskollegen, das ist ja peinlich. Aber diese Ängste sind größer als Peinlichkeit. Man sagt: Mir ist alles egal, Hauptsache, diese Keime erwischen mich nicht. Und wenn meine Arbeitskollegen über mich lachen, ist mir ganz egal. Aber man ist doch wirklich geplagt von etwas!

Das sind so einige Beispiele. Es gibt noch vieles, vieles andere. Und bitte auch hier jedes Mal immer so erkennen, was ist wirklich pathologisch oder krankhaft – und was ist einfach normal?

Wenn du bei diesem Raum hier ein bisschen so sagst: Meine Güte, das ist alles so eng hier, ich fürchte, ich ersticke – dann hast du möglichweise ein Problem.

Aber wenn du irgendwie als Kind in den Schuhkarton fällst und die anderen Kinder stellen sich drauf und sagen „Haha, wir haben ihn gefangen“ – und du kriegst da drinnen Ängste, weil es eng und weil es dunkel ist – das ist relativ normal.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (25:00 bis 30:00)

Es gibt ganz andere Formen der Zwänge. Zwänge in den Gedanken, wie ich vorhin schon mit dem „Zählen“ sagte. Zwänge in der Fantasie: Sich zerstörerische, böse oder auch unreine Dinge vorstellen zu müssen. Gedanken zu haben, die einfach nicht in Ordnung sind, die nicht mit dem Standard der Bibel übereinstimmen – und nichts dagegen tun zu können.

Du sagst, ja, was heißt „der Standard der Bibel“?

Nun, zum Beispiel, Jesus sagt: Wer eine Frau ansieht und ihrer begiert, bricht die Ehe.

Mt 5,28
Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen.

Da ist ein biblische Standard von Reinheit. Und Gott möchte, und das ist offensichtlich möglich, sonst würde es solche Gebote nicht geben, es ist offensichtlich möglich, rein zu leben in seinen Gedanken, in seinen Fantasien, sogar bis hinein in die Träume – es ist möglich. Es gibt keine Gebote Gottes, Gott richtet nicht einen Standard auf, und dann sagt er: Jetzt bin ich ja mal gespannt, wer das halten kann.

Das ist nicht Gott. Und manche Christen denken so. Sie halten die Sünde für normal und wenn sie das Wort Gottes hören, dann sagen sie: Ja, aber Pastor, wir sind doch alle Sünder.

Deswegen haben wir die neue Geburt, deswegen haben wir den Namen Jesu, deswegen haben wir die Kraft des Heiligen Geistes – um frei zu werden aus all diesen Dingen und ein anderes Leben zu führen.

Paulus sagt zu den Korinthern: Ihr lebt ja nur als bloße Menschen.

1 Kor 3,3
denn ihr seid noch fleischlich. Denn wo Eifersucht und Streit unter euch ist, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise?

Das war kein Kompliment. Das war ein Vorwurf!

Mit anderen Worten: Ihr nutzt ja überhaupt nicht all das Herrliche, was ihr seit Golgatha oder durch Golgatha habt. Sondern ihr lebt wie euer Nachbar nebenan – genauso. Und das war ein Vorwurf.

Wir sollen und wir brauchen nicht zu leben wie alle anderen Leute, die das Evangelium nicht kennen und die von Erlösung nichts wissen.

Und es gibt da Menschen, die sind versklavt in ihren Gedanken, in ihrer Fantasie. Sie sind versklavt an unreine Dinge, müssen auch immer zwanghaft sich unreine Dinge anschauen. Und dann hat man, egal bei diesem oder auch bei allen möglichen anderen Zwängen, man hat ein Problem: Nicht nur dieses eine Problem, dass man diesen Zwang hat, irgendetwas tun zu müssen, irgendetwas sich anschauen zu müssen, sondern es kommt dazu dann noch das Schuldgefühl und die Selbstverachtung.

Du verlierst die Achtung vor dir selbst wenn du merkst, du bist wie eine Marionette. Irgendwas treibt dich und zwingt dich und zieht dich und du musst was tun, von dem du genau weißt, du solltest es nicht tun und du willst es gar nicht tun und du wirst gezwungen, das zu tun. Du verlierst – und das ist ein großes Problem. Das trifft zu auf zwanghafte Selbstbefriedigung oder an den Glücksspielautomaten gehen, zwanghafte Kaufräusche oder irgendetwas anderes – du verlierst die Achtung vor dir selbst.

Du kannst vor dir selbst nicht mehr bestehen. Und wenn das ein Dauerzustand wird – du wirst ein Mensch sein, der sehr, sehr, sehr gedrückt lebt und auch in seiner Person sehr gespalten ist.

Und all das möchte der Herr nicht! Er möchte nicht, dass wir gespalten sind. Er möchte nicht, dass wir von Schuldgefühlen runtergezogen werden. Genau was die Leute draußen denken: „Ja, die Kirche! Die Kirche gibt den Leuten nur Schuldgefühle!“

Nein! Die wahre Kirche Jesu Christi befreit Menschen von Schuldgefühlen.

Aber die Welt denkt, bereits einen Standard zu haben und diesen als kompromisslos, eindeutig als Willen Gottes und als Norm zu verkündigen – würde Schuldgefühle hervorrufen. Das ist nicht der Fall – wenn dazu die Lehre kommt wie man die Kraft des Heiligen Geistes anwenden kann, wie man auf diesem Niveau leben kann, dann ist es etwas sehr herrliches und in keiner Weise irgendwie etwas Bedrohliches.

Oder sehe ich das verkehrt? Bin ich der einzige, der diese Meinung hat?

Ahja, danke für die kleine Bestätigung, vereinzelt. Ich hoffe, dass es im Laufe des Abends noch mehr zunimmt.

Also, da gibt es noch eine ganze Reihe von anderen – ohja, hier etwas sehr bekanntes, häufiges: Kontrollzwänge.

Ein kleines Ansatz von Kontrollzwang kann sein: Du gehst aus dem Haus, du hast den Gashahn abgedreht oder den Herd nochmal gecheckt, und dann gehst du raus, und dann kommt der Gedanke: Habe ich ihn wirklich abgedreht?

Ach, ne, das ist Blödsinn, ich weiß ja, dass ich den Hahn abgedreht habe!

Und dann gehst du nochmal zurück.

Und ich sage dir: Das ist ein kleiner, zarter Anfang. Du solltest sehr aufpassen, was du mit deinen Gedanken tust, und wie du das durchbrichst. Wenn du an der Stelle nicht lernst, dich wieder freizuschwimmen, dann sag ich dir, das kann darin enden, dass du hin und hergehst – du gehst aus dem Haus und du weißt, du hast nachgeschaut. Und der Herd ist ausgedreht, und du bist 5 Meter weg vom Haus und sagst: Ja, aber zu Sicherheit sollte ich doch nochmal gucken!

Und dann wird es wirklich lästig. An der Stelle siehst du das. Ein Zwang bringt Energieverschwendung! Wieviel Kalorien verschwendest du sinnlos, weil du hin und herläuft, Treppenhaus rauf und runter, nur um dich zu vergewissern, wiewohl du doch genau weißt, du hast das Ding zugemacht oder abgedreht oder was auch immer!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (20:00 bis 25:00)

Diese Gefangenschaft oder diese Bindungen kann sehr, sehr unterschiedliche Formen annehmen. Da gibt es eine große Bandbreite von Dingen, die Menschen so erleiden und erleben können und sicherlich kann man da gar keine vollständige Liste von aufstellen. Aber so einige Dinge will ich doch einmal nennen. Ihr findet auch hier in diesem Studienheft so einiges aufgezählt.

Als allererstes dann – buchstäblich in diesem Sinne, wie es hier auch beschrieben ist: Die sogenannten Zwänge. Wo also Menschen gefangen sind, etwas zu tun gegen ihren eigenen Willen. Sie wissen ganz genau, das ist nicht richtig oder es muss auch nicht unbedingt in sich verkehrt sein, ja? Es gibt z.B. Zähl-Zwänge. Die sind nicht unbedingt sündig, ja? Wenn einer jetzt den ganzen Abend hier sitzt und zählt alle Karos an der Decke hier oder so. Das ist jetzt nicht sündig oder so, aber ich kannte mal einen Menschen, der kam in einen Raum und andauernd fing er an, irgendwas zu zählen: Die Lampen zu zählen oder die Deckenbalken zu zählen oder irgendwas. Er hat permanent gezählt, er konnte dir ganz genau sagen, welche Nummer der Bus hatte, mit dem er vor zwei Tagen gefahren ist. Er hat alles mögliche an unnützen Details zwanghaft aufgenommen. Nicht, weil er Statistiker war, sondern weil er einfach gezwungen war, von irgendetwas, was seinen Verstand kontrolliert hat, sich mit allem möglichen blödsinnigen, überflüssigen, unnützen Details irgendwie anzufüllen.

Ja, also mit den Zwängen – ich will damit nicht sagen, dass jeder Zwang in sich Sünde ist, aber was es auf jeden Fall ist, ist eine Energieverschwendung und es ist eine Beraubung. Statt also dass jemand die schöne Anbetung genießt, zählt er die Karos und versucht irgendwelche Gesetzmäßigkeiten hier herauszukriegnen und warum die Lampen so angeordnet sind und warum diese Lampe nicht in diesen Karos … oder solche Geschichten. Und verpasst die herrliche Anbetung, verpasst die Gegenwart Gottes, verpasst die Salbung und all das, nur weil er immer am zählen ist.

Es gibt Leute, die haben Waschzwänge. Die müssen sich x-mal am Tag waschen. Und nichts gegen „waschen“, ja? Aber wenn du nach drei Mal duschen noch das Gefühl hast, du bist nicht richtig sauber – ich glaube, du hast ein Problem. So gibt es verschiedene Zwänge, die in sich nicht Sünde sind, aber die äußerst lästig sind. Und das ist das entscheidende bei diesen Zwängen – und überhaupt bei all diesen Werken der Finsternis: Dass sie eines zum Ziel haben: Glück zu mindern, Freiheit zu nehmen, Menschen zu berauben, Menschen zu bedrücken, Menschen unnötige Lasten aufzubürden, Menschen einfach ins Unglück zu führen. Das ist, was der Feind beabsichtigt.

Und das kann sehr, sehr vielfältige Formen annehmen. Manchmal sehr, sehr bizarr. Also da sind Zwänge. Natürlich, wenn einer regelmäßig Alkohol trinken muss – wohlgemerkt „muss“ – ich sage nichts dagegen, dass man sich zu Feierabend mal ein Bierchen genehmigt – aber wenn jemand zittrige Hände kriegt, weil er seit einigen Stunden keinen Alkohol mehr getrunken hat, ich glaube, du hast ein Problem.

Oder Drogen. Oder Zigaretten. Oder man kann von irgendwas süchtig sein, man kann auch von Schokolade süchtig sein.

Oder man kann süchtig sein, kaufen gehen zu müssen. Auch das gibt es. Es gibt Leute, die sind total süchtig nach Zeug ansammeln und kaufen und Dinge irgendwie zwanghaft. Ich meine jetzt nicht also deine Frau – im Katalog sieht sie und sagt: Guck mal, dieses schöne Kleid hier.

Und du sagst: Schatzi, was soll das? Vor 10 Jahren hab ich dir schon mal ein Kleid gekauft.

Dann liegt das nicht vor. Das ist relativ normal oder man muss erstaunen, wieviel Sanftmut sie die 10 Jahre mit dir gehabt hat. Okay.

Aber wenn jemand exzessiv Geld ausgibt über seine Verhältnisse und immer irgendwas kaufen muss und die Schränke voll sind von Schuhen und einer Hunderte von Paaren Schuhe hat, dann sage ich dir: Da liegt ein seelsorgerliches Problem vor. Ich rede nicht davon, dass du ein Paar Winterstiefel hast und Sommersandalen und noch ein Paar Halbschuhe und die schwarzen Pumps – das ist alles in Ordnung.

Aber wenn du Hunderte von Schuhen hast und du musst sie kaufen und nachdem du sie gekaut hast, ziehst du sie nie an, und du weißt nicht, wohin mit den ganzen Sachen – dann hast du ein Problem. Und das kann in allen möglichen Bereichen der Fall sein. Dass man einfach süchtig ist, dass man abhängig ist und Sucht ist immer dann erkennbar: Ohne dieses Dingsbums – was immer das ist – kannst du nicht leben. Das ist ein echtes Zeichen von „Sucht“. Und dir geht es seelisch oder meinetwegen dann auch sogar darüber hinaus körperlich schlecht wenn du dieses Dingsbums (Kaugummi, Schokolade oder Wodka oder irgendetwas) nicht hast. Das ist ein echtes Zeichen von Abhängikeit und von Sucht.

Und dann ist es einfach realistisch anzuerkennen: Hoppla, ich habe ein Problem, ich brauche Befreiung.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (15:00 bis 20:00)

Und weil das so ein großes Thema ist, reicht dieser Abend nicht aus, sondern sogar mindestens der nächste Abend muss auch noch unter dieser großen Überschrift „Befreiung von der Vergangenheit“ dann stehen – wiewohl das dann wieder ein eigenes Unterthema hat, aber eigentlich dazu gehört.

Das ist doch das Entscheidende: Dass ein Mensch seine Ketten los wird und dass er in die Freiheit hinein kommt und das Leben dann genießt.

Also es geht nicht darum, irgendjemandem zu unterstellen, er sei besessen. Das ist sowieso ein sehr ungesundes Wort, weil das immer – Besessenheit redet ja von „Besitz“. Wenn du Jesus angehörst, dann bist du ein Kind Gottes, du bist Gottes Eigentum, und du bist ein Besitz von Gott! Wir reden hier nicht von Besessenheit. Das Neue Testament gebraucht auch diesen Terminus gar nicht, sondern dort wenn man das von Griechischen übersetzen würde, würde das sowas heißen wie „dämonisiert sein“.

Menschen haben ein bösen Geist.

Aber das heißt nicht in jedem Falle, dass der böse Geist „sie hat“.

Sondern wir gehören zu Gott, wir sind Kinder Gottes, und wir gehören Ihm.

Und es ist keine Schande! Manche fühlen sich da so unter Druck: Hilfe, ja, was ist denn das? Da vorne, da wird gebetet und dann auf einmal quiekt es da – was ist denn das? Ist das denn noch anständig? Ist das in Ordnung?

Dieselbe Frage haben sie bei Jesus im Gottesdienst auch gefragt.

Mk 1 – Jesus kommt in den Gottesdienst und da ist ein Dämonisierter, und Jesus kommt hinein, und der schreit auf!

Mk 1,23-26
23 Und sogleich war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist; und er schrie auf 24 und sagte: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, Nazarener? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich kenne dich, wer du bist: der Heilige Gottes. 25 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! 26 Und der unreine Geist zerrte ihn und rief mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.

Und Leute sagen: Ja, bitte, wir müssen doch hier alles ordentlich! Es muss doch alles irgendwie in Ordnung sein, und alles irgendwie gut sein.

Der Teufel ist weder ordentlich noch anständig. Und als Jesus kam und die Macht Gottes offenbar wurde – was passierte? Manchmal Dämonen – wie sagt die Schrift – mit lautem Geschrei fuhren sie aus!

Lk 4,41
Und auch Dämonen fuhren von vielen aus, indem sie schrien und sprachen: Du bist der Sohn Gottes.

Und dann war Schluss mit der Vorstellung. Dann war Ende.

Und manche haben schon gesagt, ja, wenn das passiert wäre in einer anderen Kirche, da auf einmal mitten im Gottesdienst – ein Mann schreit, sie hätten den Mann aus der Kirche getragen! Jesus hat nicht den Mann aus der Kirche getan, er hat den Dämon aus dem Mann getan! Was viel, viel besser war für alle Beteiligten. Besonders für den Mann. Das ist die Art und Weise wie Jesus handelt und wenn dann für einen kurzen Moment es ein bisschen unordentlich oder chaotisch oder unästhetisch zugeht – es kommt darauf an, was kommt unterm Strich dabei heraus? Das ist das Entscheidende.

Und diese Befreiung, über die wollen wir also heute etwas hören.

Spr 5,22 hab ich gebracht.

Spr 5,22
Seine eigenen Sünden fangen ihn, den Gottlosen, und in den Stricken seiner Sünde wird er festgehalten.

2 Tim 2,26 – nächste wichtige Schriftstelle – gibt uns einen klaren Hinweis darauf, dass eben in der gleichen Weise auch Christen gebunden sein können.

Ich les mal ab Vers 24, damit wir den ganzen Zusammenhang haben.

2 Tim 2,24-26
24 Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam,
25 und die Widersacher in Sanftmut zurechtweisen

Das sind jetzt hier in diesem Falle Menschen, sonst wird „Widersacher“ eben auch gebraucht in Bezug auf den Teufel. Aber das sind hier Menschen, die widerstreben, die argumentieren wollen, die der Wahrheit nicht gehorsam sein wollen, die ihre eigenen Dinge durchsetzten wollen. Die Widersacher, die es offensichtlich auch da schon in der Gemeinde gab.

2 Tim 2,25-26
die Widersacher in Sanftmut zurechtweisen und hoffen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit
26 und sie wieder aus dem Fallstrick des Teufels heraus nüchtern werden, nachdem sie von ihm gefangen worden sind für seinen Willen.

Vielleicht beschränken wir uns nur jetzt mal auf Vers 26. Den Teil davor, der ist nachher auch nochmal sehr, sehr wichtig, aber jetzt erstmal hier: Menschen, die herauskommen sollen aus dem Fallstrick des Teufels. In diesem Fallstrick sind sie zu welchem Zwecke? Nun, es heißt hier, sie sind gefangen für seinen Willen! Sie sind gefangen für den Willen des Teufels. Und das redet von Christen – eindeutig.

Und dieselbe Formulierung eben: „Stricke“. Mit Stricken sind sie gefangen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (10:00 bis 15:00)

Und darüber wollen wir hören. Wir wollen lernen, was das Wort Gottes sagt über Schutz und Befreiung im Herrn.

Spr 5,22 redet davon, dass es möglich ist, dass bestimmte negative, zerstörerische Verhaltensweisen sich so festsetzen können in unserem Leben, dass wir tatsächlich gegen unseren Willen gezwungen sind und gefangen sind, Dinge zu tun, die wir gar nicht tun wollen.

Spr 5,22
Seine eigenen Sünden fangen ihn, den Gottlosen, und in den Stricken seiner Sünde wird er festgehalten.

Stricke der Sünde, heißt es hier. Das heißt also, es ist möglich, dass Menschen so von negativen Haltungen und Verhaltensweisen geprägt werden, dass das wie Stricke sind, die sie also festhalten. Sie erkennen längst, dass das, was sie da tun, nicht gut ist für sie selbst und für ihre Umgebung, und sie wollen frei werden, und sie merken, dass sie keine Kraft haben, durchzubrechen und in die Freiheit hinein zu kommen.

Und deswegen – so ein seelsorgerlicher Fachausdruck – redet man eben von „Bindungen“, die Menschen haben können.

Und du sagst: Ja, das ist ja eindeutig hier auf die Gottlosen bezogen – wir sind ja Kinder Gottes, und dann wird oftmals dieser Vers zitiert: Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei.

Joh 8,36
Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.

Und ich bin ja Kind Gottes, ich glaube an Jesus – und damit ist das Thema beendet.

Ich mache seit vielen, vielen Jahren Beratung an Menschen, die in Problemen sind und weiß es aus eigener Erfahrung, weiß es aus meinem eigenen Leben, weiß es von vielen anderen Seelsorgern: Das ist eine schöne, nette Theorie, zu meinen, Christen, weil sie Christen sind, würden in keiner Weise mehr solche Bindungen mit sich herumschleppen. Das hat mit der Realität manchmal sehr, sehr wenig zu tun.

Und es ist nicht gerade hilfreich wenn es in bestimmten christlichen Kreisen dann eine Lehre gibt: Ein Christ kann in keiner Weise irgendwie vom Feind gebunden sein – und das ist unmöglich, dass er solche Belastungen und Bindungen mit sich herumschleppt.

Dann haben solche Leute ein doppeltes Problem: Erstens haben sie das eigentliche Problem und darüber hinaus haben sie ein zweites Problem: Nämlich: Sie kriegen Schuldgefühle und sie wissen, sie sollten das gar nicht haben! Und das sind dann die, die dann aus der Provinz angereist kommen und sagen: In meiner Gemeinde wird nicht gebetet für Befreiung und das dürfen die gar nicht wissen, dass ich jetzt hier bin, weil nach der Lehre meines Pastors darf ich diese Probleme gar nicht haben – aber ich habe sie nun einmal. Und die einzige theologische Erklärung ist die: Ja, wer wirklich Christ ist, der ist wirklich frei – aber ich weiß, dass ich Christ bin, und ich bin nicht frei?! Und ich sehe das an diesen und jenen Symptomen in meinem Leben – und sie kommen dann her wie Nikodemus – heimlich in der Nacht. Damit niemand wisse, dass sie hier sind und dass sie hier für sich beten lassen, dass sie Befreiung suchen.

Eine solche Theologie geht an den Realitäten und auch vorallendingen am Worte Gottes total vorbei!

Und wir reden hier nicht von „Besessenheit“ oder von solchen Dingen. Sondern wir reden einfach davon, dass der Teufel im Leben von Menschen Festungen und Bollwerke und Bindungen aufgebaut hat, und die können durchaus noch da sein, wenn jemand auch wiedergeboren ist und geisterfüllt ist. Sehr wohl!

Und dabei ist es für mich vollkommen unerheblich, und das macht auch in der Praxis wenig Unterschied, die Frage zu beleuchten: Ja, sind die bösen Geist jetzt IN ihm oder AN ihm oder UM ihn oder UNTER ihm oder ÜBER ihm oder wo? Oder ist dieses Problem überhaupt dämonisch? Ist das nicht extrem zu sagen, das wäre dämonisch und vielleicht ist es ja doch irgendwie was anderes?

Darum geht es letzten Endes überhaupt nicht! Sondern es geht darum: Erlebt dieser Mensch Knechtschaft und Bindung und Beraubung? Und wenn er das erlebt, dann weiß ich eins: Das kommt nicht von Gott. Und das kommt auch nicht von ihm selbst. Wer würde sich schon gerne selbst berauben?

Sondern wenn wir Beraubung feststellen – Jesus sagt ganz klar, wo kommt das her? Der Teufel, der Dieb kommt zu rauben, zu würgen und umzubringen.

Joh 10,10a
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben.

So, wenn wir solche Merkmale in unserem oder im Leben von anderen finden, dann wissen wir eines: Hier ist der Teufel am Werke. So einfach ist das. Ohne die Gabe der Geisterunterscheidung kannst du erkennen, wo der Teufel wirkt. Ganz einfach.

Und das ist letzten Endes völlig uninteressant, wie tut der Teufel das ganz genau? Wichtig ist: Dieser Mensch soll frei werden – und er wird frei – eben auf einer ganz bestimmten Art und Weise, die die Bibel beschreibt. Und über die wir heute abend hier reden werden.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (5:00 bis 10:00)

Natürlich wollen wir den Teufel nicht verherrlichen! Wir wollen Jesus verherrlichen. Aber Jesus wird verherrlicht, indem wir selbst Klarheit darüber bekommen und dann möglichst auch ausgerüstet werden, diese Klarheit anderen zu vermitteln.

Jesus wird verherrlicht wenn der Teufel gedemütigt wird, wenn die Werke des Teufels – 1 Joh 3,8 – zerstört werden.

1 Joh 3,8
Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an. Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.

Dazu ist erscheinen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

Es reicht nicht aus für Gott, dass da Menschen sich für Jesus entscheiden und dann also die Kindschaft bekommen und wissen, jawoll, eines Tages kommen sie in den Himmel – sondern die Liebe Gottes ist so persönlich und so intensiv und so ausgerichtet auf eins: Möglichst viel Gutes dem Einzelnen zu tun, und den Einzelnen so weit er eben Beeinträchtigungen, Beraubungen, Deformationen und andere Dinge aus seiner Vergangenheit durch den Teufel erlebt hat, so weit wie möglich hier jetzt in diesem Leben den Menschen davon freizusetzen und ihn zu befähigen, wirklich ein gutes, schönes Leben zu führen.

Und wenn ich gleich so einige von diesen Werken des Teufels so aufzähle aus der seelsorgerlichen Erfahrung, auch aus meiner persönlichen Erfahrung, dann werden wir alle schnell begreifen: Niemand kann wirklich glücklich leben, der diese Dinge mit sich herumschleppt, das ist nicht möglich. Und Gott hat ein Verlangen und hier und jetzt den Segen zu geben, der darin besteht, dass es unser Seele wohlgeht. Das ist, was Gott möchte. Unserer Seele soll es wohlgehen, und wir sollen Seinen Schutz erleben und wir sollen uns als solche erleben, die mit Kraft ausgerüstet sind und dem Feind, dem Teufel wirklich widerstehen können.

Wir laufen hier nicht wie so ein paar angsterfüllte Kaninchen rum und schlagen nur Haken und hoffen, der Teufel würde uns nicht erwischen. Das ist nicht der neutestamentliche Lebensstil.

Sondern wir sind freigesetzt, wir haben Autorität, und wir sollen in dieser Freiheit gehen und wenn der Feind uns in die Quere kommt, dann sind wir nicht die, die sich verstecken, sondern er hat sich zu verstecken! Und wir sollen darüber hinaus ausgerüstet sein, anderen, die noch in Problemen sind, zu helfen und den Weg zu weisen, wie sie aus diesen Dingen, die sie belasten, die sie kaputt machen, die sie unterdrücken, die sie knechten, wie sie daraus frei werden können.

Also wenn du heute abend hier sitzt und sagst, also zum Thema „Freiheit“ fällt mir überhaupt nichts mehr ein, ich wüsste keine Bereiche, wo ich noch Durchbrüche brauche, na, Preis dem Herrn – aber dann sitze wenigstens hier und höre mit der Gewissheit: Gott will dich senden, Gott will mich senden, anderen Freiheit zu bringen. Das, was der Auftrag von Jesus war, „der Geist des Herrn ist auf mir“ – Lukas 4, dort die Verkündigung von Nazareth: Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen gute Botschaft zu bringen, den Gefangenen zu verkündigen, dass sie frei sein sollen, den Blinden, dass sie sehen sollen, den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen – der selbe Auftrag, den haben auch wir als Gemeinde und als einzelne Gläubige.

Lk 4,17b-19
Und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht (Jesaja 61,1-2): »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«

Und wir sollen verkündigen, und wir sollen das ausleben, wir sollen Menschen ermutigen: Du musst nicht von diesen Dingen dich runterziehen lassen, du musst nicht in der Niederlage leben, du musst nicht all das, was ich gleich im einzelnen ein bisschen beschreiben werde, du musst das nicht tragen. Sondern Erlösung bedeutet: Du kannst frei sein von alledem.

Und in unserer Gesellschaft erleben wir in einem erschreckenden Maße wie Probleme im seelischen Bereich in einer ungeheuren Dimension zunehmen. Der Bedarf an psychotherapeutischer Begleitung und Behandlung und Beratung wächst so immens, dass ein solches Heer von Psychatern und Psychotherapeuten gebräucht würde eigentlich, um nur das Notdürftigste zu reparieren, was kaputt ist in unserer Nation. Es ist erschreckend, was sich dort tut. Und das nimmt immer mehr zu aus bestimmten Gründen: Weil der Teufel immer mehr Menschen verführt sozusagen einen Lebensstil zu leben, der ihm erlaubt, diese zerstörerischen Dinge zu tun. Es ist nicht das Problem „Der Teufel“, das werden wir sehr stark heute herausstellen, es geht nicht darum, dass da ein böser Teufel alleine ist, sondern da ist eine unwissende Menschheit und oftmals sogar eine unwissende Christenheit, die nicht weiß, was sie tun soll und wie sie sich schützen soll und die nicht weiß, wie soll ich denn leben, dass der Feind einfach diese Dinge nicht mehr in mein Leben hineingießen und schütten und bringen kann.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (0:00 bis 5:00)

Ja, wir haben die letzten beiden Male sehr, denke ich, ausführlich gesprochen über das Wort Gottes und wie das Wort Gottes von uns angewandt werden soll, wie wir dem Wort Raum geben sollen in uns, damit wir einfach Veränderungen erleben. Gott wirkt auf vielfältige Art und Weise, aber alles beginnt damit, dass wir sein Wort hören und dass wir dem Wort dann in uns Raum geben. Und das Wort ist eine lebendige Kraft, die in uns wirkt.

Und wenn wir so angefüllt sind mit dem Worte Gottes, dann ist das die richtige Vorbereitung für uns persönlich, um dann auch an den schwierigen Stellen, an den Mauern, die vielleicht seit Jahren oder seit Jahrzehnten schon irgendwie uns umgeben, wir dann Durchbrüche erleben können, Veränderungen erleben können und sehen können wirklich wie Gott uns auch von uralten Geschichten aus der Vergangenheit befreit und freisetzt und verändert und wir dann einfach uns in neue Bereiche unseres Charakters, unseres Lebensstils entwickeln können.

Und darüber möchte ich also heute abend sprechen, und insofern ist da also auch wirklich eine Reihenfolge: Wer nicht weiß, was „Wandel im Geist“ ist, was Anbetung bedeutet, der Lebensstil der Anbetung, wer nicht weiß, wie das Wort in uns Raum haben soll – der wird mit diesen Dingen von heute abend möglicherweise gar nicht so viel anfangen können.

Okay, ich fange an mit einer Schriftstelle: Joh 10,10 – das ist ein schöner Vers im Neuen Testament, weil hier Jesus etwas sehr, sehr grundsätzliches erklärt. Manche Leute werfen uns Christen ja vor und vielleicht auch besonders uns charismatisch oder geisterfüllten Christen – wir wären irgendwie „schwarz-weiß“, ja? Aber hör dir mal an, wie Jesus hier die Dinge sieht. Er redet hier von einem Dieb – und ganz eindeutig, wer biblische Terminologie kennt, der weiß, wer der Dieb ist. Der Dieb ist der Teufel.

Joh 10,10a
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben.

In einer anderen Übersetzung heißt es: zu rauben, zu würgen und umzubringen.

Das ist die Absicht des Teufels. Und zwar nicht in einer globalen Art uns Weise nur, ja? Dass wir sagen: Ja, wir sehen das Ozon-Loch und Kriege und dies und das und jenes, die Erde kommt immer mehr unter den Einfluss von zerstörerischen Kräften, sondern der Teufel ist ein persönlicher Teufel. Und es reicht ihm nicht aus, dass er nur voller Hass ist auf die Menschheit, sondern er hat ein unbändiges, verrücktes, perverses, böses Verlangen danach, so viel Schaden wie möglich zuzufügen – und zwar jedem einzelnen.

Und die Antwort darauf ist nicht irgendwie den Kopf einziehen oder möglichst sich in der Masse zu verstecken und ja nicht sich zu exponieren, weil der Teufel könnte auf uns aufmerksam werden und dann es besonders auf uns irgendwie abzielen, sondern die Antwort ist ein totaler Schutz im Herrn. Das ist die Antwort.

Dass wir wirklich geschützt sind, und darüber soll es gehen: Wie haben wir diesen Schutz im Herrn und wie können wir Dinge, die einfach aus unserer Vergangenheit wir noch so mit uns herum schleppen – wie können wir die beenden und loswerden?

Also da ist der Teufel mit seinen Aktivitäten beschrieben. Wahrscheinlich wie kaum jemand sonst in der Bibel hat Jesus sich nicht gescheut über den Teufel zu reden. Und er hat auch nicht Angst, dass man ihn als mittelalterlich irgendwie oder rückständig einstufen würde.

Jetzt kommt also die Gegenposition: Das Programm Gottes verkörpert in Christus und damit auch verkörpert eben in dem Auftrag der Gemeinde.

Joh 10,10b-11
Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben. Ich bin der gute Hirte;

Hallelujah. Das ist ein Kontrastprogramm! Der Teufel kommt zu rauben, zu würgen und umzubringen. Und Jesus kommt, Leben zu geben, überfließendes Leben. Das ist, was ihn erfüllt. Gott ist glücklich oder er emfindet Glück wenn er uns segnen kann, wenn er uns Gutes tun kann, wenn er uns helfen kann, wenn er uns einfach von den belastenden, negativen Dingen freisetzen kann.

Und an dieser Schriftstelle sehen wir schon, wir als Christen sind in einem Spannungsfeld. Wir sind in einem Konflikt, ob wir das wollen oder nicht. In dieser Welt herrscht und regiert der Teufel und er hat viele verschiedene Wege und Möglichkeiten zu arbeiten. Und das sage ich nicht, damit wir Angst haben vor ihm – wir finden keine einzige Schriftstelle im Worte Gottes, die uns irgendwie anleitet oder ermutigt, Angst zu haben vor dem Teufel.

Aber ein Schutz besteht nicht darin, indem wir die Augen zumachen und sagen: Naja, wollen wir nicht so viel vom Teufel reden, wir wollen ihn ja nicht verherrlichen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (85:00 bis Ende)

Jak 3 – das Wort aus unserem Munde ist ein Steuer, was unser Leben steuern kann. Wir bestimmen die Richtung. Es ist gewaltig, was da beschrieben steht.

Jak 3
4 Siehe, auch die Schiffe, die so groß und von heftigen Winden getrieben sind, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin das Trachten des Steuermanns will.
5 So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, welch kleines Feuer, welch einen großen Wald zündet es an!

Spr 18 – Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge.

Spr 18,21
Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt, wird ihre Frucht essen.

Denkt an diese Kundschafter: Zehn haben Tod gesprochen, und sie haben Tod geerntet. Zwei haben Leben gesprochen, und sie haben Leben geerntet.

Tod oder Leben sind in der Gewalt der Zunge.

Und ich kann mich erinnern, wie ich verstanden habe, dieses geistliche Gesetz und saß in einer windschiefen, brüchigen Hütte in Dänemark im kalten Spätsommer oder es war schon Herbst. Und das war das billigste Häuschen, was wir aus dem Katalog uns nur so leisten konnten. Es war voller Spinnen und voller Dreck und es war wirklich das allerletzte. Und ich hab dort kapiert, durch das Wort Gottes aus meinem Munde kann ich den Kurs meines Lebens bestimmen. Und ich habe gesehen, diese Umstände, die sind symbolisch. Ich habe immer das letzte gehabt, immer das ollste gehabt, immer furchtbare Dinge gehabt und nie konnten wir uns etwas leisten. Und dann haben wir gesagt: „Jetzt ist Schluss damit!“

Und wir haben das Ruder umgelegt und Gott hat uns gesegnet. Aus einer winzigen, kleinen Wohnung sind wir in die beste Gegend, wo wir früher sonntags spazieren gegangen sind, wo die reichen Leute wohnen, hat Gott uns ein Haus gegeben. Ohne dass wir überhaupt dafür gebetet haben, geglaubt haben. Weil wir gesagt haben: Gott ist mit uns und Gott wird uns segnen, und Gott wird uns Gutes geben.

Und Gott hat so viele Dinge getan in unserem Leben, in unserer Familie. Als wir begonnen haben, Ihm zu glauben. Und auch da, wo keine Möglichkeiten da waren, Ihm zu danken dafür: Es wird ein gutes Ende nehmen.

In den Schwierigkeiten – das ist der Test, und da halten wir fest, und da sprechen wir Sieg, da sprechen wir Leben, da sprechen wir den guten Ausgang. Da machen wir es wie Paulus: Wir halten fest, es wird uns geschehen, so wie Gott geredet hat. Auch wenn wir es im Moment noch nicht so sehen, das macht ja nichts. Aber wir halten fest an dem guten Bekenntnis.

Und studiert diese vielen, vielen Verse, die hier noch sind. Und die alle dasselbe reden. Und denkt nicht, nur im Alten Testament kommt das vor. Das geht durch die ganze Bibel hindurch, auch im Neuen Testament: Wir können die Ereignisse in unserem Leben umprägen und bestimmen und wir können einen neuen Kurs fahren, einen Kurs von Sieg, von Erfolg, von Durchbrüchen, von Veränderungen. Aber es beginnt in uns. Eine neue Atmosphäre durch das Wort Gottes. Und dann festhalten in den Schwierigkeiten, wo alles in dir danach schreit: Das ist Wahnsinn, lass los! Du bist ja verrückt, das geht doch gar nicht! Wie kannst du das tun?!

Wo alles uns drängen möchte, jetzt das Handtuch zu werfen. Aber du musst nicht hier in den „Grundlagen“ sitzen, um zu lernen wie man das Handtuch wirft, die Flinte ins Korn schleudert oder wie man so schön sagt. Das können wir alles schon von alleine. Aber wir müssen lernen, festzuhalten – das Wort in den Drucksituationen. Und dann werden wir Durchbrüche sehen, dann werden wir sehen, wie Gott neue Türen auftut und wie Sieg kommt – auch in den Außenumständen.

Hallelujah. Amen! Preis dem Herrn.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (80:00 bis 85:00)

Und wir können nicht glauben und uns im Glauben bewahren – ohne zu sprechen. Es ist nicht möglich, uns im Glauben zu halten, gegen Druck von Umständen, ohne zu sprechen. Wir müssen sprechen, was wir glauben! Das ist die einzige Möglichkeit, durch dieses Feuer hindurch zu gehen, gegen diesen Widerstand, der da kommt.

Wir müssen erklären, was wir glauben. Wir müssen erklären, wie wir die Dinge sehen. Und wir müssen den Ausgang der Schwierigkeiten erklären gemäß unseres Glaubens bevor wir es sehen. Denkt an Paulus in Apostelgeschichte 27. Dort ist die Situation, Paulus auf dem Schiff als Gefangener und ein riesiger Sturm kommt und das Schiff wird aufgegeben, sie werfen alles über Bord, das Schiff ist kaput, es geht nichts mehr, alle Experten der Seefahrt haben ihre Hoffnung aufgegeben – mit samt der Ladung über Bord geworfen, die Hoffnung. Und dann steht Paulus auf. Und er sagt: „Ein Engel war heute nacht bei mir und es wird nichts passieren, wir werden alle sicher gerettet werden, es wird nichts passieren“. In einem Moment, wo alle schon die Hoffnung aufgegeben haben.

Und dann sagt er hier:

Apg 27,25b
Denn ich vertraue Gott, dass es so sein wird, wie zu mir geredet worden ist.

Nichts sah danach aus, dass dieser Mann recht hat. Was verstand er von Seefahrt? Was verstand er davon, was mit diesem Schiff noch zu machen ist und was nicht? Die Experten haben die Hoffnung aufgegeben – so, was will dieser kleine religiöse Fanatiker uns hier erzählen?

Er steht auf und sagt: So wird es passieren! Ich vertraue Gott, es wird geschehen, so wie zu mir geredet worden ist.

Du sagst: Jaaaa, aber da war auch ein Engel, der ihm das gesagt hat!

Du hast keinen Engel, sondern Gott selbst kam vom Himmel und er hat dir ein ganzes Buch voll gegeben, voll Sachen, was er bereit ist, in deinem Leben zu tun. Du hast mehr als einen Engel! Du hast Gott selbst. Er hat sein Wort dir gegeben.

Und dazu ist notwendig, das, was wir am Anfang gehört haben: Dass wir erkennen müssen – das Wort ist die Wahrheit! Das Wort ist die Wahrheit! Und das Wort ist eine Kraft, die stärker ist als die Umstände, eine Kraft, die den Sturm bezwingen kann.

Die Jünger waren im Boot und dann haben sie Jesus geweckt, sie wussten nicht mehr weiter, aber sie wussten eines: Das Wort Gottes, Jesus, kann diesen Sturm stillen. Und er stand auf, sagt: Jungs, wo ist euer Glaube?

Mit anderen Worten: Dieses Problem hättet ihr selber lösen können.

Aber dann sagt er: „Sturm, sei still!“

Jeder Meteorologe wäre ausgeflippt wenn er das gehört hätte. „Wie kann man nur so naiv sein? Dies ist ein meteorologisches Ereignis – wie kann man denn dagegen sprechen? Das hat doch keine Ohren!“

Aber das interessante ist: Ob es ein Dämon ist, ob es eine Krankheit ist, ob es ein Sturm, ob es ein Baum ist oder ein Umstand ist – in dem Moment, wo wir im Glauben sprechen, kriegt das Ding Ohren. Das ist das interessante.

In dem Moment, wo Worte des Glaubens gesprochen werden, und wir haben viele, viele Male als Gemeinde und auch im persönlichen Leben solche Situationen gehabt, wo wir keinen Ausweg hatten, wo wir nicht mehr weiter wussten, wo wir in großen Problemen drin waren – überhaupt scheint das unser Los als Gemeindeleitung zu sein, konstant in Problemen zu sein. Wir sind jetzt 15 Jahre beieinander, 15 Jahre haben wir Probleme, nur nicht immer dieselben, sondern immer wieder andere. Konstant kommen Herausfoderungen und wir brauchen die Hilfe Gottes. Und Gott ist da und Gott gibt uns Sieg nach Sieg, aber nicht den kompletten Sieg auf einmal, sondern scheibchenweise.

Und viele sind zu faul, das Leben des Glaubens zu lernen. Sie möchten, dass Gott vom Himmel einmal Bing macht und all deine Probleme des Lebens sind gelöst. Nein – Riese nach Riese muss fallen. Erst der eine, dann der nächste, dann der nächste. Und Gott in seiner Güte lässt sie nach ihrer Größenordnung vorführen. Damit du bei den kleinen üben kannst, um dann mehr kühn zu sein und mehr gewiss zu sein wenn dann die größeren kommen. So war es bei David – er übte mit dem Löwen, übte mit dem Bär, und so war ausgerüstet dann für den Riesen. Das war nicht seine erste Konfrontation, wo er die Kraft Gottes angewandt hat.

Und Gott erlaubt die kleinen Widerwärtigkeiten des Alltags, die der Teufel bringt, um dich zu frustieren. Und Er sagt: Hier hast du eine neue Gelegenheit, meine Treue kennenzulernen. Nimm dieses Wort, hau drauf! Glaube, halte fest! Und du wirst sehen, wie du durchkommst.

Ihr Lieben, hier in diesem Studienheft findet ihr dutzende von Schriftstellen, die euch ermutigen, das Wort festzuhalten und es im Alltag wirklich zu gebrauchen. Ich müsste eigentlich all das hier irgendwie noch bringen, aber wieder Mal, ich weiß nicht, wie es kommt und wie lang die Serie noch werden soll …

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (75:00 bis 80:00)

Dieses händeringende „Ach, Herr, es ist alles so furchtbar, aber wir wissen ja, du bist bei uns – jetzt hilf doch und komm doch ganz schnell, ich weiß nicht, wie lange ich es noch aushalte!“ – das kannst du alles vergessen!

Wir weinen, wir sind depressiv, wir schluchzen und sagen: „Ach, Herr, hilf, ich weiß ja, dass einem alle Dinge zum Schluss ja zum Besten dienen müssen, aber jetzt ist alles so furchtbar“ – das kannst du vergessen!

Das sind keine biblischen Gebete.

Gott will, dass das Wort uns aufbaut. Und wir sagen: Ja, ich brauch nicht aufgebaut zu werden, ich will nur, dass die hässlichen Umstände verschwinden!

Sie werden nicht verschwinden bis du nicht innerlich in eine Verfassung des Sieges gekommen bist. Gott handelt in zwei Stufen: Erst in dir und dann außerhalb von dir.

Und wenn er nicht durch das Wort in dir wirken darf – er wird gehindert, außen zu wirken. Und sehr, sehr viele Christen versuchen, außen Siege zu erleben in den schwierigen Umständen ohne wirklich ein Siegesbewusstsein zu haben. Weil sie niemals fleißig waren, und sie erleben keinen Sieg.

Gott wirkt von innen nach außen!

Erst in uns drin. Und das ist, was die Bibel sagt: In Trübsalen sollen wir uns freuen.

Wie kann man das? Wenn alles so furchtbar ist? Es gibt nur eine Möglichkeit: Dass da in uns eine andere Realität ist, dass in uns die Verfassung unserer Seele geprägt wird vom Wort.

Und wir dann sagen können: Ich weiß nicht wie es gehen wird, aber ich weiß, es wird gehen.

Und das siehst du im Leben der Männer und Frauen Gottes. Das ist David wie er gegen Goliath ging. Er, dieser kleine Wicht, sagt: Ich komme zu dir mit dem Namen des Herrn und heute wird Gott dich in meine Hand geben und heute werde ich dir …

1 Sam 17,46
Heute wird der HERR dich in meine Hand ausliefern, und ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen.

Was für ein Bekenntnis! Heute wird Gott – und heute werde ich …

Nicht „Oh, der Herr möge Gnade schenken …“

Sondern er sagt: „Gott wird heute – und ich werde heute!“ Das war eins! Das war ein Paket. Gott wird, und ich werde! Gott wird ihn mir in die Hand geben und ich werde ihm den Kopf abschlagen. Das ist wie er gegen den Feind ging. Und er rannte auf ihn zu!

1 Sam 17,48
Und es geschah, als der Philister sich aufmachte und näher an David herankam, da lief David eilends von der Schlachtreihe aus dem Philister entgegen.

Er sagte nicht: „Oh, hoffentlich wird es gut gehen“. Sondern er war überzeugt davon, der Riese hat keine Chance. Der Riese muss fallen. Und dein Riese – ich weiß nicht, wie dein Riese heißt – Angst, Bedrückung, Depression oder ich weiß nicht, wie dein Riese heißt. Aber er muss fallen! Er muss fallen wenn du ausgerüstest bist und du richtig auf ihn zugehst. Und weißt wer du bist und weißt, er hat vor dir keine Chance.

Warum wusste David das? Weil dieser Riese sich letztenendes gar nicht gegen Israel und gegen die Soldaten gestellt hat, sondern gegen Gott. Und David wusste, wenn irgendwer aufsteht und sich gegen Gott erhebt, er muss fallen, er hat keine Chance. Und er konnte kühn sein und er konnte wissen, Gott wird das bestätigen.

Und du hast auch ein paar Riesen in deinem Leben, nicht Menschen, sondern Umstände, Probleme, Schwierigkeiten, vielleicht ein Krankheitsfall in der Familie oder irgendwelche anderen furchtbaren Umstände, die dich knebeln und die dich berauben und nach unten ziehen. Du sagst: Ja, wann wird Gott eingreifen?

Nun, frage dich: Ist Siegesbewusstsein in mir? Bin ich begeistert? Bin ich zuversichtlich?

Oder hoffe ich meine Begeisterung zu erleben wenn draußen der Riese fällt?

Er wird nicht fallen! Sondern erst kommt innerlich das Werk des Wortes und das baut uns auf und wir können wirklich solche sein, die dann die Hand Gottes erleben.

Also denkt daran, wir ergreifen das Wort und die Widerstände machen sich auf, uns das Wort wieder abzujagen. Das ist, wie es funktioniert. Und dann brauchen wir nur eines: Festzuhalten am Wort. Ohne wanken festhalten am Wort. Er ist der Hohepriester deines Bekenntnisses.

Viele Christen haben irgendwie da eine Schlagseite – indem sie sagen: „Ja, ihr lehrt ja, man kann das bekommen, was man sagt. Und ihr wünscht euch da Cadillacs oder irgendwelche Alpenschlösser oder irgendetwas“.

Das Bekennen des Wortes Gottes hat nichts damit zu tun, dass du dir irgendwas wünscht und sagst, wenn ich es nur lang genug rede, dann wird es mir Gott geben. Darum geht es überhaupt nicht! Und das hat auch im Hauptstrom dieser Lehre niemand jemals mit Ernsthaftigkeit gelehrt und behauptet. Es geht nicht um Dinge, die wir haben – es geht darum, eine Atmosphäre in uns zu erreichen und zu erhalten – des Sieges, der Zuversicht, der Freude, der Gewissheit – eben mit einem Wort: des Glaubens. Darum geht es.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (70:00 bis 75:00)

Und das ist nicht die biblische Perspektive! Die biblische ist, dass wir einen riesigen Jesus haben, dass wir einen Teufel haben, der besiegt ist und der unter unseren Füßen ist. Das ist, was die Bibel sagt. Und es ist eine Sache, das zu lesen im Wort – und es ist eine andere Sache, durch die Nahrung, die wir aufnehmen durch das Wort Gottes und den Dienst des Heiligen Geistes, dahin zu kommen, dass wir anfangen, innerlich uns so zu sehen wie solche, die Macht haben über den Feind.

Du wirst erst dann Macht ausüben und ihm die Schranken weisen können und ihn überwinden können wenn du innerlich durch das Wort Gottes und durch den Heiligen Geist ein Bewusstsein von Sieg hast. Vorher wird es nicht gelingen, du kannst nicht siegreich sein wenn du ein Versager-Bewusstsein hast.

Als ich ein junger Christ war, ich hörte zum ersten Mal etwas vom „geistlichen Kampf“. Ich hörte etwas von Epheser 6 – wir sollen die Waffenrüstung nehmen und wir sollen das Wort nehmen als Schwert des Geistes.

Eph 6,17
Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!

Ich hatte ein Bild in mir, und ich war wenig motiviert in die Praxis einzusteigen. Ich hatte ein Bild mir, dass ich so wie in Lilliput-Land so ein Winzling bin. Und ich hatte ein machtvolles Schwert in der Hand, und das war so ungefähr wie eine Stecknadel. Vor mir war ein Riesenberg, und das war die Stiefelspitze eines Riesen.

Und ich mit meiner kleinen Nähnadel, tapfer wie ich war, versuchte da irgendwie da gegen zu stechen. Gegen ein dickes Leder mit einer dünnen, dünnen kleinen Nähnadel. Und dann schaut dieser Riese von oben runter: „Na Kleiner, klappt es denn?“

Das war mein Verständnis: Ich habe die Waffen Gottes, und ich soll jetzt gegen einen Teufel kämpfen.

Es macht keinen Sinn und du wirst keine Motivation haben zu kämpfen wenn du dich als Versager siehst, wenn du einen riesengroßen Teufel hast und wenn du denkst, du bist nicht richtig ausgerüstet und wenn du denkst irgendwie, du musst da noch etwas tun mit dem Teufel – etwas wesentliches.

Wir brauchen bevor wir hinausziehen, bevor wir uns die Umstände anschauen, bevor wir uns mit den Problemen beschäftigen, wir brauchen ein inneres neues Bild! Dass wir uns sehen wie Gott uns sieht, dass wir uns sehen mit der Waffenrüstung, dass wir sehen, wir haben Waffen gegen die der Teufel machtlos ist. Wir haben den Namen Jesu, wir haben das Schwert des Geistes, wir haben wunderbare Waffen, die uns schützen, gegen die er nichts machen kann. Wir sind gekleidet in Gottes Gerechtigkeit. Wir haben den Panzer des Glaubens. Wir haben den Helm des Heils.

Und wenn wir gegen den Teufel gehen und unser Visier ist runter – sein Problem ist: Er weiß nicht, kommt da Jesus oder kommt da nur ein kleiner Christ? Weil wir das Visier runter haben. Und weil das alles Waffen Gottes sind. Er sieht nur die Waffen, er weiß ja nicht, wer da drin ist. Aber nur wenn du das innerlich so in deinem Herzen siehst und so erlebst und dich darüber freuen kannst, dann macht Antreten gegen den Feind Spaß. Siegen macht Spaß. Ihn unter unsere Füße zu treten wie die Bibel sagt: Ihn wie Kot auf die Gassen zu werfen und zu zertreten.

Mi 7,10
Wenn meine Feindin das sieht, wird Schamröte sie bedecken, sie, die zu mir sagt: »Wo ist der HERR, dein Gott?« Meine Augen werden es mit ansehen; nun wird sie zertreten werden wie Kot auf den Gassen.

Röm 16,20
Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze. Die Gnade unseres Herrn Jesus sei mit euch!

All diese Ausdrücke – das ist nicht irgendwie ein zäher Kampf: „Oh, wer weiß, wer gewinnt?“

Sondern es ist glorreicher Triumph! Und wirklich Sieg. Aber – Sieg kommt nicht durch Anstrengung zustande, Sieg kommt zustande durch ein Siegesbewusstsein. Was eine andere Ausdrucksweise ist von Glauben.

Du kannst nicht Gott glauben und dich als hilflosen Wicht sehen. Das geht nicht. Gott wirklich zu glauben, heißt, du weißt, wer du bist. Du weißt, was du hast. Du weißt, dass du ausgerüstet bist. Du weißt, dass du überwinden kannst. Du weißt, wenn du kommst mit den Waffen – der Teufel ist denen hilflos ausgeliefert und er hat wirklich Angst vor dir!

Solange du nicht dieses neue Bild hast, wer du bist in Christus und wie Gott dich ausgerüstet hat – du kannst nicht siegreich sein gegen den Teufel. Und auch die Umstände, die er baut um dich fertigzumachen – du kannst nicht. Du kannst alles machen, was du bei anderen Christen siehst: „Jaja, man muss da irgendwie so ein bisschen geistliches Karate machen oder so, ja? Und dann muss man da so ein paar Worte sprechen: Im Namen Jesu, im Namen Jesu“ …

Nanu, warum funktioniert das nicht? – „Im Namen Jesu! Im Namen Jesu!“

Das wird es alles nicht bringen! Der Teufel ist nicht beeindruckt von Worten, die wir sprechen, sondern nur von Worten wenn die Substanz in unserem Herzen ist!

Und wenn du nicht das wirklich glaubst – und du merkst, ob du das glaubst, indem du dich darüber *freust* – Freude im Herzen ist der Beweis, dass du es wirklich glaubst. Freude und dass dieses Wort dich aufbaut in der Mitte von Problemen – das ist der Beweis, dass du es wirklich glaubst.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (65:00 bis 70:00)

Dutzende und dutzende Male hat Gott gesagt: „Ich bin mit dir, fürchte dich nicht, du wirst Sieg haben. Ich werde das regeln für dich. Ich sorge für dich, ich bin dein Vater“.

Wenn das wirklich stimmt, dann müssen wir positiv sein!

Und wenn Gott obendrein noch gesagt hat: „Halte mein Wort fest, lass es nicht von deinem Munde weichen, höre nicht auf zu bekennen und zu erklären und festzuhalten, was ich dir gesagt habe“ – dann ist doch egal, wenn ein Imitat davon eben ohne all diese schönen Grundlagen, ohne eine machtvolle Person, ohne herrliche Verheißungen, wenn die auch sich üben in positivem Denken – das ist doch ihr Problem!

Und es ist noch so: Wir versuchen jetzt auch irgendwie als Christen ein bisschen positiver zu sein und ein bisschen psychologische Lebenshilfe a la Amerika zu bringen und Erfolgsdenken oder irgendso etwas. Das ist nichts neues – das kommt nicht aus Amerika …

Ich war früher so religiös: Man kann den Herrn stark erleben und dann kommt man doch in eine gewisse Prägung und dann kommt das wahre Evangelium – und man denkt, „Oh, das ist aus Amerika. Das kann ja gar nicht gut sein“.

Hier kommen manchmal Leute in den Gottesdienst und sagen, „oh, das ist aber amerikanisch bei euch“. Ich sage, es ist nicht amerikanisch – es ist neutestamentlich. Wir klatschen, wir sind fröhlich, wir sind aufgebaut, uns geht es gut. Weil das in der Bibel so ist. Das ist eben nun mal so wenn der Heilige Geist da ist – das hat nichts mit Amerika zu tun.

Und Gott hat gesagt: „Halte das Wort fest!“

Sogar werden wir aufgefordert, mehrere Male im Hebräer-Brief, mit einem ganz starken griechischen Wort für „Bekennen“. Wir sollen das Wort Gottes bekennen. Im Griechischen heißt es dort: „Das selbe sagen wie“. Homo-Logeo.

Eines der vier Worte, die ich auf Griechisch kann: Logos, Rhema, homologeo und Gyros. Das sind die vier Worte, die ich kenne.

Homo-logeo heißt: Das selbe sagen wie.

Du sollst genau dasselbe sagen wie … und Christus wird dort in Hebräer der Hohepriester unseres Bekenntnisses genannt.

Heb 3,1
Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus

Der Hohepriester unseres Bekenntnisses! Das heißt, er sorgt dafür mit der Autorität, die er hat, dass das, was wir bekennen, sich wirklich ereignen wird in unserem Leben. Und dann wird gesagt, wir sollen festhalten das Bekenntnis.

Heb 4,14
Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten!

Dann – noch stärker in Hebräer 10. Hier wird gesagt, wir sollen ohne Wanken festhalten. Das ist ein ganz starkes Wort im Griechischen, dieses Festhalten ist wirklich sich ganz aktiv dran klammern, es wirklich mit Kraft festhalten.

2722. katechó

Heb 10,23
Lasst uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken — denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat

Warum müssen wir das Wort mit Kraft festhalten? Weil eine gewisse Gegenkraft, nämlich die Kraft der Umstände kommt und sie möchte uns überreden loszulassen. Sie möchte uns dazu bringen, das Wort loszulassen.

Und der Sieg wird dann errungen, und der Widerstand des Feindes wird dann gebrochen wenn wir gelernt haben, mit Gottes Hilfe in den schwierigen Umständen das Wort Gottes festzuhalten und das Wort Gottes nicht nur in unserer Zeit, wo wir morgens uns Zeit nehmen, den Herrn anzubeten und die Schrift zu studieren und Ihm zu danken für das, was wir hier sehen – sondern wenn wir das Wort hinein nehmen in unseren Alltag. Und das ist die entscheidende Sache, die darüber befindet: Werden wir siegreich sein oder werden wir Versager bleiben?

Das Wort Gottes hat in uns die Aufgabe, erst einmal unsere Innenverfassung oder nennen wir es ein bisschen anders – unser Bewusstsein oder unser Selbstbild zu verändern. Diese 10 Leute hatten ein Versager-Bewusstsein, sie hatten ein Heuschrecken-Bewusstsein, sie fühlten sich wie Heuschrecken. Und natürlich, man lebt nicht sehr zuversichtlich wenn man Riesen um sich hat und man ist die kleine Heuschrecke. Man ist nicht sehr zuversichtlich, man ist nicht sehr siegesgewiss, nicht sehr dynamisch, sondern mehr defensiv und schleicht sich so um die Häuserecken und versucht möglichst nicht gesehen zu werden und versucht wirklich möglichst wenig irgendwie zu tun.

Und viele, viele Christen sind auch so – sie sehen sich wie kleine Wichte. Und sie sehen den Teufel riesengroß.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (60:00 bis 65:00)

Dem Herrn treu nachfolgen bedeutet sich eins zu machen und wenn der Druck der Schwierigkeiten kommt – eins zu bleiben mit seinen Verheißungen – das ist treue Nachfolge. Gott hat’s gesagt – ich kann mir nicht vorstellen wie es passiert, aber ich weiß eines: Es wird passieren! Es wird passieren! Ich hab keine Ahnung wie es gehen soll und glücklicherweise ist das nicht meine Aufgabe mir das auszudenken wie es gehen soll, ich weiß nur eines, es geht – Herr, ich danke dir dafür! Mir dir kann ich!

Sie haben gesagt: Wir können nicht!

Und der Mensch des Glaubens hat eine total entgegengesetzte Sprache: „Mir Dir kann ich!“

Wie es der Psalmist sagt: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.

Ps 18,30
Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott über Mauern springen.

Nicht ein Loch in die Mauer bohren, um ein bisschen durchzugucken, sondern drüber springen. Mit Gott drüber springen über die Mauer. Mit Gott kann ich! Wer kann denn über Mauern springen? Können wir alle nicht! Wir haben Mauern der Begrenzungen in unserem Leben, Mauern, die uns irgendwie einpferchen wollen, die uns klein halten, die unseren Horizont verhindern wollen ausgeweitet zu werden. Aber mit Gott können wir über die Mauern unserer Schwierigkeiten, unserer Begrenzungen, unserer Handicaps und Probleme – wir können mit Gott rüberspringen! Aber wir werden es dann tun wenn wir die entsprechenden Verheißungen gefunden haben und wir sie ergriffen haben und gesagt haben: Das ist mein Leben!

Das werde ich erleben! Und dann kommt das interessante: Dass wir dann erleben werden, der Druck nimmt zu. Warum nimmt der Druck zu? Jesus sagt: Wenn wir das Wort gehört haben, dann kommt der Feind und er raubt das Wort.

Mt 13,19
Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist.

Er raubt das Wort! Der Druck der Umstände kommt zu einem Zweck: Um dir das Wort zu rauben oder beziehungsweise um dich da hin zu bringen, dich wieder vom Wort zu trennen.

„Oh, ja, als ich ein junger Gläubiger war, da war ich ein Heißsporn, da war ich begeistert für Gott, da hab ich gebrannt für Gott, aber dann habe ich entdeckt, also als Christ, man kocht auch nur mit Wasser und mit 17 hatte ich noch Träume und da wuchsen die Bäume noch in den Himmel, aber jetzt bin ich irgendwie viel weiser“.

Ist das wirklich weise? Nicht begeistert zu sein? Nicht zu brennen? Nicht eine helle, klare, schöne, positive Zukunft zu sehen? Ist das wirklich weise? Ich glaube nicht! Weil meine Zukunft ist beschrieben in Gottes Wort. Und ich werde sie nur dann auch erleben in Realität so wenn ich zuvor, und zwar dann, wenn ich keinen Ausweg sehe, festhalte an dem Wort.

Und der Teufel, sobald du das Wort ergreifst, und da muss ich euch sehr, sehr vorbereiten darauf – wenn ihr sagt: Gut, also ich werde ein Mensch werden, der Gott treu nachfolgt, d.h. ich ergreife Verheißungen und halte sie fest! – dann mach dir eins gewiss: Es kommt Druck, es kommt Widerstand – sobald du Verheißungen ergriffen hast, kommt Widerstand.

Weil der Teufel dich motivieren möchte, wieder loszulassen. Also, wenn du den Druck spürst, dann weißt du, oh, ich bin auf dem richtigen Weg, alles läuft normal, alles ist nach Plan. Alles nach Plan – wunderbar, weiter!

Spürst du den Druck weißt du, du bist auf dem richtigen Wege.

Und erlaube nicht, dass der Druck dich dazu führt, das Wort loszulassen: „Achja, ich war ein bisschen zu überschäumend, zu begeistert und irgendwie zu positiv“.

Wenn all das stimmt oder wenn nur ein Bruchteil dessen stimmt, was Gott gesagt hat über uns, über unser Leben, wer er ist und wie er mit uns sein will und was dann noch von unseren Feinden übrig bleibt – wenn nur ein Bruchteil dessen stimmen würde, wir müssen positiv sein. Oder sagen wir nicht „positiv“, sonst verwechselt man mich mit „Positivem Denken“ oder so, ja? Das gibt’s in der Welt auch.

Das ist wie aus der Philosophie das Prinzip „Hoffnung“: Es gibt nichts zu hoffen, aber wir haben jetzt das Prinzip Hoffnung. Was hoffen wir? Wir hoffen auf das Prinzip Hoffnung.

Und so gibt es das Positive Denken: Sei einfach positiv. Du musst einfach positiv sein. Mir geht es jeden Tag in jeder Hinsicht ein bisschen besser. Einfach positiv sein.

Das ist doch Unsinn!

Und manche Christen wenn du sie lehrst, das Wort Gottes festzuhalten, im Munde zu behalten und zu bekennen – sie kommen dann irgendwie aus der Welt und haben schon ein bisschen Psychologie gelesen oder so therapeutische Selbsthilfe, Schulungen und Schulen oder so irgendetwas – und dann sagen sie: Ja, das hab ich da alles schon kennengelernt, das ist die Kraft des Positiven Denkens.

Es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen dem weltlichen „Positiven Denken“ und dem, wovon wir hier reden. Hier haben wir einen machtvollen Gott, der gesagt hat, ich will mit dir sein.

Jes 43,2
Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen.

Und ich werde deine Feinde vor dir zu Kleinholz machen – oder ein bisschen anders biblisch ausgedrückt.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (55:00 bis 60:00)

Weil sie sooo „gläubig“ sind.

Und die Bibel sagt: Sich zu trennen von seinem Wort, gegen seine Verheißungen sich zu stellen, gegen seine Verheißungen zu reden, ist sich zu empören gegen Gott.

Und Josua und Kaleb, sie sagen: Macht das bloß nicht!

4 Mose 14,9b
Und fürchtet doch nicht das Volk des Landes

Und jetzt hör mal, was er für eine Mentalität hat:

4 Mose 14,9c
denn unser Brot werden sie sein!

Also unterschiedlicher konnten diese zwei Gruppen von Menschen ja nicht sein! Zehn sagen: Die werden uns auffressen. Die sind unser Untergang. Und zwei sagen: Die sind unser Frühstück!

Mit anderen Worten: Wenn wir mit ihnen fertig sind, sind wir stärker als vorher. Das führt uns noch Kalorien zu. Das baut uns auf.

Und hier hast du zwei verschiedene Sorten von Menschen. Die einen sagen: Ohwe, da kommt ein Problem! Und sie gehen schon parterre oder stecken den Kopf in den Sand oder planen irgendwie ein anderes inneres Exil oder irgendetwas, um sich zurückzuziehen. Auf jeden Fall: Das Problem ist etwas ganz schreckliches.

Und es gibt andere, die sagen: Da ist ein Problem. Aber Gott ist mir mir. Und ich werde Sieg sehen, ich werde sehen, wie Gott sich in diesem Problem erweist als MEIN Gott.

Und nur die erleben die rettende, helfende, eingreifende Hand des Herrn. Die Miesmacher, die Negativ-Menschen, die schon die Niederlage beschlossen haben, sie werden sie auch erleben.

In Vers 23 – Gott redet und er sagt:

4 Mose 14,23b
Alle, die mich verachtet haben, sollen es (das Land) nicht sehen.

Gottes Wort abzulehnen, sich gegen Gottes Wort zu stellen, sich der Angst zu überlassen oder überhaupt das Problem wahrzunehmen ohne zuvor gefüllt zu sein von Gottes Wort führt dazu, dass wir uns an Gott vergehen, dass wir Gott verachten!

Das ist, was hier geschrieben ist.

4 Mose 14
23b Alle, die mich verachtet haben, sollen es nicht sehen.
24 Aber meinen Knecht Kaleb – weil ein anderer Geist in ihm war und er mir völlig nachgefolgt ist -, ihn werde ich in das Land bringen.

Völlige Nachfolge heißt total festhalten am Wort Gottes. Und dann kommt noch hier echt ein Hammer! Gott sagt:

4 Mose 14,28
So wahr ich lebe, spricht der HERR7, wenn ich es nicht so mit euch machen werde, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt8!

Ja, diese negative Stimmung, diese Niederlage, all das, das haben sie ja nicht gebetet. Sie haben ja nicht Gott das gesagt, sie haben das nur untereinander gesagt. Und Gott sagt: Ihr habt das vor meinen Ohren geredet und ich werde mit euch tun wie ihr gesagt habt.

Was haben sie gesagt?

Oh, warum hat Gott uns aus Ägypten herausgeholt? Nur damit wir hier in der Wüste sterben?!

Sie waren entschieden, in der Wüste zu sterben. Das war ihr Untergang. Sie hatten beschlossen, sie werden nicht hineinkommen, weil der Feind zu mächtig ist. Und sie haben gesagt, wir müssen hier in der Wüste sterben. Und Gott sagt: Ich werde mit euch machen, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt.

Viele Jahre später, genauer genommen 40 Jahre später, kommt noch ein bisschen klarer heraus, warum Kaleb und Josua eine andere Haltung hatten. Lasst uns da noch schnell hingehen. Josua 14. Hier ist jetzt Kaleb, und er erklärt, warum er damals, obwohl er doch dieselben Riesen gesehen hat, dieselben befestigten Städte, dieselben Probleme – warum er etwas anderes gesagt hat als die zehn.

Josua 14,7a
Vierzig Jahre war ich alt, als Mose, der Knecht des HERRN, mich von Kadesch-Barnea aussandte, um das Land auszukundschaften; und ich brachte ihm Antwort

… nicht wie ich es mit meinen Augen gesehen habe, sondern:

Josua 14
7b wie es in meinem Herzen war2.
8 Meine Brüder aber, die mit mir hinaufgezogen waren, machten das Herz des Volkes verzagt3; ich aber bin dem HERRN, meinem Gott, treu nachgefolgt4.

Manche Leute denken, treue Nachfolge ist: Sonntag für Sonntag seinen Platz treu im Gottesdiest einzunehmen. Du kannst Sonntag für Sonntag auf deinem Stuhl sitzen und kannst schon abgefallen sein vom Herrn. Weißt du das? Weil Abfallen vom Herrn hat nichts damit zu tun, ob und wann du zu den Versammlungen gehst, womit ich nicht sagen will, dass es nicht gut ist, zu den Versammlungen zu gehen. Aber das entscheidende ist, was da drinnen für eine Haltung wir haben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (50:00 bis 55:00)

Und sie sind also sehr problemorientiert, wie du hier sehen kannst, ja? Einen halben Vers: Das ist die Frucht! Und dann kommt eine lange Ausführung über das Problem.

Jetzt Kaleb, das war einer von den beiden – Kaleb und Josua. Der war nicht von dieser Sorte.

4 Mose 13,30
Und Kaleb beschwichtigte das Volk, das gegenüber Mose murrte, und sagte: Lasst uns nur hinaufziehen und es in Besitz nehmen, denn wir werden es gewiss bezwingen!

Woher wusste er das? Weil Gott das zuvor viele Male gesagt hat! Gott hat gesagt, das ist euer Land und ihr werdet dort einziehen und ihr werdet dort wohnen und ihr werdet Sieg haben über die Feinde, weil ich mit euch bin.

Und dieser Mann – was tut er? Er bleibt felsenfest an dem, was Gott gesagt hat.

Und das regt diese Leute noch auf! Diese „Ja, aber …“ – Leute! Sie werden sogar irgendwie erbost darüber: Ja, wie kannst du das einfach so sagen?! Hast du denn immer noch nicht begriffen wie komplex das Problem ist?!

4 Mose 13,31a
Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sagten: Wir können nicht …

Sie hatten schon beschlossen: Wir können nicht!

Gott hat gesagt, ihr könnt! Und sie stellten sich gegen Gott und haben gesagt: „Wir können nicht!“

Wieso haben sie festgestellt, sie können nicht? Das werden wir uns gleich anschauen, warum das so gewesen ist. Und wieso überhaupt haben zwei die Meinung – und zehn haben eine total entgegengesetzte Meinung?

4 Mose 13
31b Wir können nicht gegen das Volk hinaufziehen, denn es ist stärker als wir.
32 Und sie brachten unter den Söhnen Israel ein böses Gerücht über das Land auf, das sie ausgekundschaftet hatten, und sagten: Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist ein Land, das seine Bewohner frisst; und alles Volk, das wir darin gesehen haben, sind Leute von hohem Wuchs;
33 auch haben wir dort die Riesen6 gesehen, die Söhne Enaks von den Riesen; und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und so waren wir auch in ihren Augen.

Hier sehen, was ihr Problem ist. Das ist der berühmte „Heuschrecken-Komplex“. Sie sahen sich als Heuschrecken. Sie hatten ein Heuschrecken-Bewusstsein. Was ist mit den Heuschrecken? Die kommen in Schwärmen, aber die einzelnen haben nicht viel Widerstandskraft. Da tritt man drauf, quatsch macht’s einmal und das war das Ende der Heuschrecke.

Und sie fliegen so in Schwärmen, keiner weiß, wo die Richtung lang geht, keiner bestimmt die Richtung, sie fliegen einfach irgendwie mit, wo die anderen fliegen. Und sie sind sehr orientierungslos und eben sehr klein und von kurzer Lebensdauer. Und sie hatten ein Heuschreckenbewusstsein. „Wir waren kleine Heuschrecken in den Augen der Riesen“. Und dann sagen sie etwas total Dummes: „Wir waren das auch in ihren Augen“.

Ja, sind sie denn hingegangen und haben sie Interviews gemacht? „Können wir gerne mal wissen, wie sie uns sehen? Wir würden das mal gerne erfahren“.

Sie haben doch die Feinde nicht interviewt! Vor denen haben sie doch viel zu viel Angst gehabt!

Ihr Problem war, dass sie die Außenumstände, die Schwierigkeiten angeschaut haben ohne sich vorher auf das Wort Gottes total zu verlassen. Sondern mit einem Minderwertigkeitsbewusstsein, mit einem Versager-Bewusstsein, mit einem negativen Bild von sich selbst gingen sie hinaus ins Leben und dachten, sie könnten es irgendwie schon schaffen. Und dann sahen sie die Probleme und sie waren total überwältigt von den Problemen und sie hatten einen großen Glauben. Woran? Dass sie scheitern würden!

Schaut einmal, mit welchem Respekt und welch eine Bedeutung sie diesen Riesen da geben!

Und Josua und Kaleb – was sagen die? Das waren interessante Leute.

4 Mose 14,9a
Nur empört euch nicht gegen den HERRN!

Hier haben wir eine interessante Definition: Sich gegen den Herrn empören heißt sich gegen sein Wort zu stellen.

Wenn du die gefragt hättest: Ja, empfindet ihr das jetzt als eine Empörung gegen euren Gott? – Oh nein, wir sind gläubige Israeliten, Er hat uns aus Ägypten geführt, das würden wir ja nie tun! Das würden wir nicht wagen, wir gehen jeden Sonntag in die Synagoge – oder Samstag. Ja, wir würden das niemals tun, uns gegen Gott empören – wie kannst du überhaupt so etwas von uns denken?

Es gibt viele Leute, die empören sich gegen Gott, aber sie würden empört sein darüber wenn du ihnen sagst, dass sie sich über Gott empören.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (45:00 bis 50:00)

Und hier ist also eine Zwischenphase: Sie kommen aus Ägypten heraus, müssen durch die Wüste und müssen in das gelobte Land hinein. Und sie senden 12 Leute, die erstmal das Land auskundschaften sollen und die offensichtlich die Aufgabe hatten, dann total begeistert zurück zu kommen und noch einmal zu schwärmen und zu schwelgen von dem, was Gott viele, viele Male schon ihnen beschrieben hatte und damit das Volk zu entzünden und zu sagen: Okay, gut, jetzt sind wir endlich wild und begeistert und heiss – jetzt wollen wir hinein!

Aber so ging es leider nicht, sondern sie sahen das Land dort und dann kamen sie zurück und dann sehen wir etwas ganz Interessantes – und das ist, worauf Hebr 4,2 anspielt.

Hebr 4,2b
aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband.

Und jetzt lernen, wie sieht es aus – oder was muss man tun, damit das Wort sich nicht mit Glauben verbindet? Und dann wissen wir, was wir nicht tun wollen. Also am negativen Beispiel lernen wir hier. Übrigens ist auch ein positives Beispiel dabei, weil nicht alle 12 in diesen Fehler gegangen sind, sondern von diesen 12 nur 10.

Was uns sagt: Selten hat die Mehrheit recht.

Auch in christlichen Kreisen – selten hat die Mehrheit recht. Je mehr Leute du fragst um Rat, so unwahrscheinlicher ist es, dass du die richtige Antwort findest. Frag das Wort, frag den Herrn und frag Leute, von denen du siehst an ihrem Leben, an den Früchten in ihrem Leben – sie könnten wohl kompetent sein. Aber frag nicht noch 20 weitere andere Leute bis endlich jemand dir das sagt, was du sowieso hören wolltest.

Amen? Gut. Sparst viel Telefongeld und auch sonst viel Lehrgeld.

So, diese kommen also jetzt wieder – alle 12 kommen zurück und jetzt hör mal.

4 Mose 13, 27a
Und sie erzählten ihm und sprachen: Wir sind in das Land gekommen, in das du uns gesandt hast.

Also – Mose – er hatte sie ausgesandt.

4 Mose 13, 27b
und wirklich, es fließt von Milch und Honig über, und das ist seine Frucht.

Nun, das klingt sehr begeistert. Wiewohl, wenn wir genauer hinschauen – dieses Wort „wirklich“ schon ein bisschen verräterisch ist. Was soll denn das heißen? Das hat Gott immer gesagt! Das Land ist ein reiches Land, es quillt über von Milch und Honig – und sie gehen da hin und sehen es und dann sagen sie: „wirklich“. Also mit anderen Worten, sie gingen ganz schön skeptisch da hin. Und erst das, was sie gesehen haben, das hat sie dann überzeugt, dass es wirklich so ist, wie Gott gesagt hat.

Also wir sehen, eine Begeisterung, die gar nicht mal so lobenswert ist.

Und jetzt kommt es noch ärger:

4 Mose 13, 27b
und das ist seine Frucht.

Da bringen sie also dann so eine Riesenrebe mit, die sie da an der Stange getragen haben. Ja, das ist bekannt, dieses Emblem.

Und das bringen sie mit und zeigen also, was da für herrliche Früchte wachsen. Und jetzt geht’s weiter, und da wird es schon sehr deutlich, wo das Problem ist:

4 Mose 13, 28a
Allerdings …

Oder ich glaube, Luther sagt auch: „Aber …“

Und das sind die „Ja, aber …“ – Leute. Vor denen muss man sich sehr in acht nehmen. Die „Ja, aber …“ – Leute.

„Jaaaaa…. Gott hat gesagt, ABER ….“

„Das kann man nicht so wörtlich nehmen“ oder „weißt du nicht, dass es viele Fälle gibt, wo das nicht so eintrifft?“

Das sind die „Ja, aber …“ – Leute.

Und was ist ihr Problem?

4 Mose 13
28 Allerdings ist das Volk stark, das in dem Land wohnt, und die Städte sind befestigt und sehr groß; und auch die Söhne Enaks haben wir dort gesehen.
29 Amalek wohnt im Lande des Südens, und die Hetiter und die Jebusiter und die Amoriter wohnen auf dem Gebirge, und die Kanaaniter wohnen am Meer und am Ufer des Jordan.

Mit anderen Worte: Das ganze Land ist besetzt!

Ja, das ist doch nichts neues.! Das hatte Gott ihnen schon gesagt: Da sind ein paar Feinde, um die werde ich mich kümmern, ihr geht rein und ihr nehmt das Land ein. Das hat Gott ihnen schon gesagt – als wenn sie hier etwas entdecken, was Gott ihnen verheimlicht hätte!

Gott hat gesagt: Wenn ihr in das Land kommt, ich werde euch Bahn machen, ich werde die Feinde vor euch vertreiben, macht euch keine Gedanken.

Jetzt tun sie so als wenn das ihre Entdeckung wäre. Und wieviel Respekt sie haben und wie sie das Problem beschreiben. Hier sagen sie: Das ist die Frucht, ABER … und dann reden sie über die Probleme und die Probleme und wie schwierig alles ist und es doch nicht alles so einfach und wir dürfen das nicht so simplifizieren und irgendwie müssen wir schon die Komplexheit des Problems und die Vielschichtigkeit …

Kennst du solche Sprüche? Ja?

Du musst nur mal ein paar Psychologen hören oder so ein Soziologen-Gequake oder so etwas. Da ist alles soooo komplex und so vielschichtig, am Ende blickt kein Mensch mehr durch. Sowieso wurden gar keine Antworten gegeben – man kam auch nicht zusammen, um zu diskutieren, um Antworten zu finden, sondern man wollte nur die Vielschichtigkeit des Problems beleuchten.

In gewissen Kreisen, die heute weltanschaulich sich bemühen irgendwas zu ventilieren, da Antworten zu haben – übrigens auch in Theologenkreisen – da Antworten zu haben, gilt als sehr verdächtig! Man stellt heute Fragen! Man versucht irgendwie das Problem zu verstehen, ja? Aber eine Lösung zu haben, das ist sehr verdächtig! Sehr verdächtig!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (40:00 bis 45:00)

Johannes sagt:

1 Joh 4,16
Und wir haben ERKANNT und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.

Und viele wollen die Liebe fühlen bevor sie sie erkennen und bevor sie sie glauben, und das funktioniert nicht. Du musst Liebe erkennen – im Wort – was Gott getan hat, was er für dich getan hat – und du musst es glauben.

Ohne Glauben kannst du – das ist auch in Beziehungen mit den Menschen so – Liebe nicht fühlen.

Jemand kann dich lieben, dass es stärker gar nicht mehr geht – und wenn du denkst, der ist dein Feind – du wirst dich nicht geliebt fühlen.

Erfahrung der Liebe kommt erst wenn du sie glaubst.

Und genau so ist es auch in der Beziehung mit Gott. Wir haben *erkannt und geglaubt* die Liebe, die Gott zu uns hat (1 Joh 4,16).

Und diese Erkenntnis kommt durch das Wort. Und da habe ich das dann gelesen:

Fürchte dich nicht, Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein (Jes 43,1).

Wow! Und ich hab das gefühlt! Gott ist begeistert, dass er MICH hat. Er kennt mich. Und während ich das da lese und da etwas fühle, schaut er vom Himmel und lächelt: „Kapierst du es jetzt?“.

Und ich war total begeistert! Und das hat mir so viel gegeben. Das lernst du nicht aus einem Buch! Du brauchst die persönliche Berührung, die persönliche Offenbarung.

Ich kann dich lehren, wie du es machst mit dem Wort – aber dann musst *du* dich hinsetzen, und du musst es tun. Du musst fleissig sein. Niemand kann das für dich tun. Kein Mann Gottes kann dir die Hände auflegen und sagen: Das ist der Ersatz für dein Fleissig-Sein. Das gibt es nicht. Und viele, viele wollen das immer. Wir haben wieder einen neuen Gastsprecher, und dann kommen wieder die vielen, die schon alle Seelsorger ausgewrungen haben und zur Erschöpfung gebracht haben und nie gehört haben, was wir gesagt haben. Dann denken sie: Ja, aber der Gastsprecher – der wird vollmächtig sein, der legt mir die Hände auf, und dann passiert endlich das, worauf ich so lange warte und wofür ja hier niemand gesalbt ist.

Und deswegen rennen da immer dieselben Leute nach vorne!

Bestimmte Dinge kann niemand dir abnehmen.

Ich kann dich motivieren, ich kann dir sagen, was dabei herauskommen wird, und ich kann dich anleiten, dich bitten, dich anflehen oder auf die Knie gehen – was immer du möchtest – und sagen: „Bitte, bitte mach es!“. Aber danach, irgendwann musst du sagen: Okay, gut, ich mache es.

Und dann gehst du nach Hause. Und dann nimmst du deine Bibel und sagst: Jetzt will ich tun, was ich tun soll. Ich will nachsinnen. Und ich will fleissig sein mit dem Wort Gottes.

Okay? Ja? Werdet ihr fleissig sein? Wollt ihr euch was gutes tun? Super! Dann vertut ihr nicht eure Zeit hier und kommt nicht umsonst her und verfahrt das kostbare Geld hierher zu kommen.

Hebr 4,2b
aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband.

Hier haben wir eine Schriftstelle, wo von bestimmten Menschen, von denen wir gleich noch reden werden, hier geschrieben wird. Und diese Menschen haben das Wort auch gehört – und es hat ihnen nichts genützt!

Das kraftvolle, starke, lebendige, ermutigende Wort hat ihnen nichts genützt.

Ja, war das Wort nicht kraftvoll genug? Nein. Es lag nicht am Wort, sondern es lag an diesen Menschen. „Weil es bei ihnen sich nicht mit dem Glauben verband“.

Ja, was konnten sie denn dafür?

Weil sie nicht eine solche Hingabe hatten an das Wort Gottes, nicht eine solche Verbindung und Verbindlichkeit eingegangen sind zum Worte Gottes, dass das Wort, das ja in sich die Kraft hat, Glauben entstehen zu lassen, es bei ihnen nicht tun konnte, weil sie das Wort nicht richtig in ihrem Herzen angenommen haben.

Und wir werden jetzt einmal dort hingehen und uns das anschauen, damit wir genau wissen, wie man es nicht macht. Das Wort Gottes sagt, dass viele, viele Dinge aufgeschrieben sind, was andere erlebt haben, für uns als Vorbild oder auch, wenn es bei denen schief ging, als Warnung.

Und hier können wir eine Menge lernen von diesen Leuten. Lasst uns einmal zu 4 Mose gehen. 4 Mose 13 – das ist Situation der Kundschafter. Gott hat sein Volk mit gewaltiger Kraft herausgeführt aus der Sklaverei, aus Ägypten und hat ihnen gesagt: Ich führe euch in ein wunderbares Land, wo Milch und Honig fließt, wo es große Fruchtbarkeit gibt und wo es auch gutgehen wird und wo ihr ein wunderbares Leben haben werdet. Das ist das alttestamentliche Gegenstück zu der Errettung, ja?

Ägypten: Die Welt.
Pharao: Der Teufel.
Aus der Knechtschaft heraus in das gelobte Land: Das ist das Leben im Sieg wie es beschrieben wird dann in Römer 8. Das Leben im Sieg über die Sünde und die negativen Umstände des Lebens.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (35:00 bis 40:00)

Und ich kann mich heute noch entsinnen, wo ich zum ersten Mal mit bestimmten Worten Gottes diese lebensschaffende Kraft erlebt habe. Da ist lebensschaffende Kraft! Mir fällt dazu immer dieses Beispiel ein: Stellen wir uns da irgendso einen Marsmenschen vor oder so – nicht, dass ich an Marsmenschen glaube, ja ? – vom anderen Planeten irgendetwas, der keine Ahnung hat. Und dann erzählen wir ihm: Ja, Nüsse! Nüsse, hmmm, das ist überhaupt das Nonplusultra – die sind sehr energiereich, die schmecken sehr, sehr gut und die sind wirklich spitze. Und auf seinem Planeten, sagen wir mal, gibt es keine Nüsse! Also – er geht in den nächsten Supermarkt und kauft sich so eine Tüte Haselnüsse oder irgendso etwas und ist voller Begeisterung – jetzt werden die kostbaren, energiereichen Nüsse irgendwie auch ihn beglücken.

Und er nimmt eine Nuss und lutscht darauf rum und wartet, dass die Power irgendwie kommt oder das Süße sich irgendwie entfaltet, aber es entfaltet sich nichts. Warum?

Weil er auf dem Ding nur rumlutscht! Weil er vergessen hat, dass andere noch zu hören, aber da war er schon auf dem Weg in den Supermarkt: „Du musst die erstmal knacken!“

Du musst sie erstmal knacken, um an den Kern ranzukommen.

Und so sind viele Christen: Die hören was über das gute, heilsame, kraftvolle Wort Gottes, und dann tigern sie los. Und du rufst ihnen noch hinterher: „Ja, aber pass auf, ich will dir noch beibringen, wie du an den Kern rankommst“. Aber sie sind schon auf und davon. Und dann gehen sie nach Hause, stürzen sich in ihre Bibel, holen da irgendwas raus – und dann passiert nichts und sie erleben nichts. Und dann sagen sie: Das ist ja alles Quatsch, was redet denn der da? Das ist doch Unsinn, da kommt ja gar nichts.

Deswegen sagt Sprüche 4: „Denen, die es finden“.

Spr 4,22
Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leib.

Du musst es erstmal finden! Das liegt nicht auf der Hand! Du nimmst die Nuss nicht in den Mund und lutscht da ein bisschen drauf rum und sagst, das bringt nichts und spuckst sie wieder aus. Sondern du musst lernen, sie zu knacken, du musst an den Kern heran.

Und das Wort wird seine Kraft nicht entfalten wenn wir nicht eine solche Hingabe vollziehen an das Wort wie Gott das vorschreibt. Ohne Fleiss, was auch ein gewisser Zeitfaktor ist, werden wir niemals erleben, dass das Wort sich aufschließt und dass diese Energie, diese Ermutigung, dieser Strom von Liebe, dass das daraus hervorkommt. Wir werden das niemals erleben.

Sondern das ist für uns nur irgendwie Druckerschwärze oder wir lesen das oder irgendwie – also, was ich sagen wollte: Es gibt einige Worte, obwohl das viele Jahre her ist, als ich das zum ersten Mal so mit bestimmten Aussagen erlebt habe – ich habe dann so einige Bereiche mir vorgenommen, dazu gute Worte gefunden, und dann hab ich mich damit beschäftigt. Und eines dieser Worte war aus Jesaja, wo dann Gott sagt:

Jes 43,1b
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.

Und dieses Worte habe ich, weiß nicht, wie viele, zig Male gelesen und ausgesprochen und darüber nachgedacht. Und eines Tages entfaltete sich das und öffnete sich das und ich habe es gefühlt, was das eigentlich ausdrückt, was Gott damit sagen will und wie Gott begeistert ist, darüber, dass er mich hat.

Ich habe ein Stückchen den Vaterstolz Gottes gespürt: Du bist mein.

Das hat Gott nicht so gesagt: Naja, du gehörst zu mir, leider kann ich daran nichts ändern – sondern mit großer Liebe und Begeisterung: Du bist mein!

Er ist begeistert, dass er mich hat. Nicht weil ich Abitur habe! Nicht deswegen oder weil ich sonst irgendwie ein ganz netter Mensch bin, sondern er ist begeistert, dass er mich hat, weil ich sein Kind bin. Das ist es. Dazu habe ich nichts getan.

Das ist die Liebe Gottes, die er hat zu uns. Und wir können sagen: Ja, ich weiß das irgendwie, Gott hat uns lieb und irgendwie schließe ich daraus mathematisch, wenn er alle Christen lieb hat, muss er auch mich lieb haben, also Gott liebt mich – irgendwie so, ja? Das reicht nicht aus! Davon kannst du nicht leben. Was du brauchst, ist die Erfahrung: Gott meint MICH, Gott liebt MICH und Gott ist zufrieden mit mir.

Er ist nicht zufrieden mit manchen Dingen, die ich tue. Aber irgendwie – oh Wunder – kann Gott das trennen: Meine Person und meine Taten. Und er sagt: Jetzt beschäftigen wir uns erstmal mit der Person, über die Taten reden wir später.

Niemand wird – ich weiß nicht, ob ich das schon gesagt habe – erleben, wie Gott anfängt, uns zu erziehen, und zu prägen und uns zu lehren, uns zu unterweisen und bestimmte Eigenarten irgendwie uns wegzunehmen, der nicht zuvor die bedingungslose Annahme und Liebe des Vaters erlebt hat. Das ist nicht möglich.

Also das kommt zuerst – und es kommt durch das Wort.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (30:00 bis 35:00)

Sie haben Probleme mit den Kindern und dann fragen sie irgendwelche Psychologen oder weltliche Pädagogen – anstatt in das Wort Gottes zu schauen, wo so wunderbare Abweisungen enthalten sind.

Ps 1,2
(Glücklich der Mensch, der seine) Lust hat am Gesetz des HERRN

Das findest du einige Male in der Bibel beschrieben – in Psalm 112 findest du das, in Psalm 119 – ein langer Psalm nur über die Liebe zum Wort Gottes und all die Segnungen, die das Wort Gottes freisetzt. Und ich möchte euch sehr ermutigen, da einmal hineinzugehen. Psalm 119.

Ps 112,1
Halleluja! Glücklich der Mann, der den HERRN fürchtet, der große Freude an seinen Geboten hat!

Ps 119,16
Ich habe meine Lust an deinen Anweisungen; dein Wort vergesse ich nicht.

Lust am Wort Gottes! Das Wort Gottes – wenn wir uns in der Weise damit beschäftigen – Nachsinnen, Lesen, es betrachten, darüber dankbar sind, es hineinnehmen in unsere Gebete, Gott dafür danken, dass das alles die Wahrheit ist, auch die biblischen Aussagen, die wir noch nicht erleben!

Auch die! Es ist die Wahrheit. Und das ist der beste Weg hineinzukommen! Du sagst: „Herr, das hab ich bis jetzt noch nicht erlebt, aber ich danke dir, dass es so ist“.

Und nicht immer wieder das Wort zu entmachten und dem Wort zu widersprechen. Sondern wenn Gott etwas sagt, dann meint Er es so und es ist gültig für uns.

Und wenn wir so mit dem Wort umgehen, dann wird es eine Lust für uns. Das Wort Gottes in uns entfaltet sich als etwas, was schön ist, was sehr, sehr aufbauend ist, was motivierend ist, was uns enorme Schubkraft gibt und was uns einfach hilft, wirklich stabil zu leben.

Niemand kann Herrschaft nehmen über seine Seele, der nicht sich füllt mit dem Worte Gottes. Das ist nicht möglich.

Du sagst: Ja, aber wir haben jetzt die Salbung des Heiligen Geistes, der Heilige Geist berührt mich!

Wenn das nicht kombiniert wird mit einem fleißigen Umgang mit dem Wort Gottes – du wirst im Chaos bleiben. Wir brauchen beides: Das Wort und den Heiligen Geist. Und der Geist wirkt da, wo das Wort ist. Willst du voll sein vom Heiligen Geist – was Paulus sagt:

Eph 5,18
Werdet voll Geistes …

… dann kommt die Anbetung: Singen im Psalmen usw.

Dann ist es notwendig, voll zu sein vom Wort. Die Parallelstelle dazu: Kol 3,16 redet davon: Lasst das Wort reichlich in euch wohnen.

Kol 3,16a
Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen in aller Weisheit;

Reichlich soll es wohnen in dir. Nicht nur so ab und zu zu Besuch kommen, sondern es soll wirklich wohnen. Wirklich in dir wohnen. Und dann wirst du Lust haben am Wort Gottes. Schon bevor das Wort Gottes seine nächste Kraft entfaltet hat und Außenumstände, sagen wir mal: Krankheit, andere Defizite, Mängel, Probleme, Engpässe gelöst hat außen – schon davor – und nur dann auch wird das funktionieren außen – schon davor ist es innerlich eine Erfahrung, die lustvoll ist.

Das Wort Gottes, das uns aufbaut, das uns ermutigt.

Und viele Leute wollen das überspringen und sie möchten schnell mit Handauflegung oder anderen Maßnahmen äußerlich eine Hilfe erleben, aber Gott weist uns den Weg: Wir haben wirklich fleißig zu sein im Wort.

Ps 1,2b
… Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!

Da haben wir es wieder. Und jetzt wird beschrieben: Warum ist dieser Mensch glücklich?

Ps 1,3
Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm.

Das ist ja stark! Alles, was er tut, gelingt ihm!

Ich möchte ein solcher Mensch werden, dessen Laub nicht verwelkt.

Das ist für mich ein Bild von Müdigkeit. Manche Christen werden müde oder schlapp oder Burn-Out-Syndrom oder Midlife-Crisis oder irgend so etwas.

Das kannst du dir alles schenken, wenn du im Wort bleibst. Du brauchst keine Midlife-Crisis, du brauchst auch kein Burn-Out. Es gibt keine Energiekrise im Heiligen Geist wenn du ihm das Wort als Nahrung gibst. Er brennt und lodert hell und du wirst nicht ausbrennen, sondern du wirst brennen für Gott.

Hallelujah. Sag doch mal Amen.

Okay, und so gibt es so viele andere gute Worte, die alle eine ähnliche Aussage haben: Das Wort muss von uns fleißig genommen werden – was keine Arbeit ist! Was keine Anstrengung ist, was nicht irgendwie langweilig ist und wo man sagt, ja, gut, da müssen wir uns jetzt durchquälen, aber dann irgendwann wird Gott uns dann belohnen – sondern schon dieser Schritt des Nehmens des Wortes Gottes ist etwas, was uns wirklich aufbaut.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (25:00 bis 30:00)

Ich meine nicht die Art von Leuten, die du dann morgens triffst: „Bruder, wie geht’s dir heute?“ – und er fängt sofort an, Psalme zu zitieren oder so etwas. Das ist nicht, was ich meine. Und vorallendingen wenn es dann noch in Luther-Deutsch ist oder so – das ist nicht irgendwie das geeignete.

Das Wort sprechen, auf das Wort schauen, darüber nachsinnen, heißt es hier. „Nachsinnen“ ist genau das Gegenteil von „so schnell wie möglich so viel wie möglich in der Bibel lesen“. Das ist genau das Gegenteil: So wenig Verse wie möglich so lange wie möglich betrachten.

Einen einzigen Vers oder vielleicht nur einen halben Vers nehmen und anschauen und darüber nachsinnen.

Denkt an Psalm 23 – ich hab das versucht an diesem einen Beispiel irgendwie ein bisschen plastisch zu machen – und so könnt ihr nachsinnen lernen.

Man muss lernen! Man wird entdecken wie schnell die Gedanken in irgendwelche Richtungen gehen wollen und sich mit allem möglichen beschäftigen wollen. Aber du zähme deine wilde Mustang-Herde. Beklage nicht, dass du so viele Gedanken hast, die alle kreuz und quer schießen und die davon galoppieren über die Prärie und du siehst sie nur von ferne: Ach, da kommt schon wieder die nächste Horde, wo laufen sie denn?

Sondern schaffe du da oben Ordnung. Niemand kann erfolgreich sein, der seine Gedanken nicht unter Kontrolle bringt. Weil wenn du deine Gedanken nicht unter Kontrolle bringst, wirst du niemals deine Gefühle unter Kontrolle bringen. Und wenn du deine Gefühle nicht unter Kontrolle bringst, du wirst niemals deine innere Stimmung, deine Seele, deine Motivation und wohl auch kaum deine Beziehungen stabilisieren können zu anderen Menschen.

Es fängt mit Gedanken an, und da haben wir dann den Schlüssel, um mehr und mehr zu erobern in uns selbst.

Nachsinnen! Tag und Nacht darüber nachsinnen.

Du sagst: Ja, bitte, also da geht’s ja nun zu weit, irgendwann muss ich auch schlafen!

Weißt du, dass du so dich verbinden kannst mit dem Wort, dass du das Wort auch nachts in deinen Träumen parat hast? Und sogar nachts im Traum, wenn der Teufel kommt und versucht, dich zu verführen zur Sünde, wo du tagsüber „nein“ sagen würdest – nachts bist du nicht beurlaubt. Christsein ist ein Vollzeitjob, 24 Stunden. Du legst dich nicht abends ins Bett und sagst: Herr, Tschüss, am morgen machen wir weiter – sondern auch in der Nacht ist der Herr bei dir. Und auch in der Nacht gelten dieselben Gebote. In der Nacht gilt genau dasselbe, was am Tage gilt.

Wenn etwas am Tage unrein ist, dasselbe ist in der Nacht unrein. Nimm das Wort Gottes, und im Traum kannst du genau so sagen: „Teufel, es läuft nicht mehr, mit mir nicht! Ich widerstehe im Namen Jesu! Diese Sünde kaufe ich nicht bei Tag und auch nicht bei Nacht“ – und du schaltest in einen anderen Kanal und träumst was anderes.

Das ist wirklich möglich. Das ist wirklich möglich. Du kannst das Wort bei dir haben und kannst nachts genau so clean sein wie du tagsüber bist. Amen! Es ist möglich.

Je intensiver wir in dem Wort leben tagsüber und auch diese Entschlossenheit haben: „Es soll mich prägen, es soll mich bestimmen“ – um so einfacher wird es sein.

Oder manche kriegen nachts Alpträume, ja? Tagsüber ist es schon ganz gut unter Kontrolle, die Angst – und dann kommt sie nachts. Du kannst nachts widerstehen und diese komischen Tiere oder Geister oder was auch immer im Traum hinter dir her sind – du hast darüber genauso Autorität im Traum wie tagsüber. Genauso. Alles, was nicht von Gott ist, alles, was Angst, Unruhe, Negatives erzeugt, ist nicht von Gott, und da hast darüber Autorität. Du kannst sagen: „Nein! Im Namen Jesu!“

Und das muss gehen. Du hast Autorität. Durch das Wort. Nimm das Wort und lerne das Wort zu gebrauchen. Nur wenn unsere Hingabe richtig ist an das Wort, dann entfaltet sich das Wort auch als Waffe.

Okay, ich glaube Psalm 1 haben wir das letzte Mal uns kurz angeschaut, das will ich nur nochmal kurz beleuchten.

Hier ist wieder dieser Gedanke des Erfolges. Und ich erwarte, dass wir, wenn wir diese herrliche Kombination haben: Das Wort und den Heiligen Geist – dass wir wirklich gewaltige Entfaltungen unseres Potentials, unserer Kraft noch erleben und dass wir auf sehr kreative Gedanken kommen und dass wir auch in praktischer Hinsicht beruflich und in materiellen Aspekten wirklich aufsteigen. Das ist, was Gott vorhat.

Ps 1,1
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt,

Viele Christen sitzen im Kreis der Spötter und sie befolgen den Rat der Gottlosen. Sie haben Probleme in ihrer Ehe und dann wenden sie sich an irgenwelche Bekannten und Verwandten, die selber schon drei kaputte Ehen hinter sich haben und versuchen, sich da Rat zu holen anstatt zu sagen: „Was ist mein Problem? Was sagt Gott dazu? Und was ist die Lösung aus Gottes Wort zu meinem Problem?“

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (20:00 bis 25:00)

Aber es heißt hier: Dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen. Dann! Ja – wann „dann“?

Wenn wir handeln nach allem, was geschrieben ist.

Ohne dass wir lernen, das Wort Gottes zu tun und auszuführen, werden wir niemals zum Ziel gelangen und erfolgreich sein. Das ist unmöglich.

Aber achtet da drauf, dass vor diesem Handeln noch etwas anderes steht, was sehr, sehr wichtig ist und was wir auf keinen Fall übergehen dürfen: Es heißt nämlich hier:

*Damit du darauf achtest* nach allem zu handeln.

Bevor du handelst, musst du achten. Bevor du bestimmte Gehorsamsschritte in deinem Leben gehst, musst du erkennen, dass sie dran sind.

Später dann wenn wir über Befreiung und innere Heilung sprechen, dann werde ich auch lehren über Bitterkeit und das ist ein gutes Beispiel. Du kannst erst dann dich von deiner Bitterkeit trennen, du kannst erst dann Gegenmaßnahmen gegen Bitterkeit ergreifen, wenn du entdeckst, dass Bitterkeit ein Problem ist. Vorher ist es ein Wort für dich und du hast vielleicht eine Lehre über Bitterkeit, aber es wird keinerlei praktische Konsequenzen haben für dich.

Erst wenn du entdeckt: Oh Mensch, das ist ja hier bei mir! Das ist bei mir eine bittere Wurzel, eine negative Haltung, ein Bodensatz von Groll und Enttäuschung und Bitterkeit – erst wenn du das entdeckst, kannst du sagen: Hier gegen werde ich etwas tun!

So – vor dem Gehorsam muss das Achten kommen. Du musst etwas entdecken. Sonst sind das nur Worthülsen.

Ich kenne in der Seelsorge so Leute, die sind so Bekennungskünstler. Die sind bereit alles zu bekennen. Die sagen: Ja, Pastor, was siehst du in meinem Leben? Ich bin bereit sofort das zu bekennen.

Ich könnte sagen: Ja, ich sehe Stolz. – „Herr, vergib mir meinen Stolz“.

Sie bringen nicht ihren Stolz dem Herrn. Sie bringen nur das Wort „Stolz“, aber nicht den Stolz. Verstehst du den Unterschied?

Gott will nicht Worte haben – Gott will die Sache selbst haben. Und das ist ein Unterschied.

Und du kannst nicht irgendetwas bringen in deinem Leben an negativen Dingen, was du selbst nicht siehst. Du kannst nicht. Du kannst darüber Worte bringen, du kannst prophylaktisch irgendwie Buße tun, aber das ist nicht, was die Bibel meint. Es nützt nichts zu sagen: Ja, wenn ich stolz bin und wenn ich rebellisch bin, wenn ich bitter bin, Herr, dann vergib mir das alles, Amen.

Solche Gebete nützen überhaupt nichts. Das sind nur fromme Worte, die du da rüberreichst ohne Substanz und ohne dass irgendetwas passiert in unserem Leben.

Erst müssen wir etwas sehen und dann können wir handeln. Bevor wir nicht sehen, können wir nichts handeln. Das ist doch ganz klar.

Und um eben „acht zu geben“, um etwas zu sehen, wo konkrete Maßnahmen und Schritte dran sind – davor muss das Wort her.

Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen. Du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen.

Warum?

Damit du darauf achtest.

Das Wort ist Licht. Und wenn du dir das Wort zuführst, kommt Licht in dein Inneres. Wie es heißt: Du machst meine Finsternis hell.

Ps 18,29
Ja, du zündest meine Leuchte an; der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht;

Eine Stelle sagt: So hell wie den Mittag.

Ps 37,6
Ja, er wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den hellen Mittag.

Das ist das hellste, was es gibt. Am Mittag ist es am allerhellsten.

Wenn du sagst: Oh, da ist so viel Finsternis in mir – okay, gut, jetzt hast du es bekannt und erkannt, gut, aber jetzt tu etwas dagegen. Die Finsternis wird nicht weggehen, indem du dir oder anderen Leuten sagst, da ist zu viel Finsternis in mir. Darüber kannst du weinen, versuchen, Tränen zu vergießen oder irgendetwas anderes zu machen – das wird nichts nützen.

Die Finsternis wird weichen wenn du Licht machst.

Und dein Wort, sagt es, ist Licht auf meinem Wege. Es ist Licht!

Ps 119,105
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Lass das Licht hinein. Kümmer dich nicht darum, dass so viel Finsternis da ist, lass das Licht hinein. Das Licht muss in deine Seele und dann fängst du an, Dinge zu erkennen, die du vorher nicht gekannt hast. Es reicht doch nicht aus, nur zu hören, was andere vielleicht irgendwie sehen bei dir. Das muss ich doch selber sehen!

Natürlich kann das ein Anreiz sein, den Herrn zu suchen, wenn alle mir immer wieder dasselbe sagen – und besonders meine Frau, die ich sehr schätze und der ich sehr viel glaube. Wenn sie etwas sagt, was ich nicht sehe, ich nehme das sehr ernst und dann sage ich nicht abschätzig: Ja, Herr, wenn es so ist, dann zeig es mir.

Sondern ich sage: Herr, sie sieht das, und ich weiß, sie hat einen messerscharfen Blick, gepaart mit sehr viel Gnade und Erbarmen. Und wenn sie sagt: Es ist da – und ich seh das nicht – dann will ich eher glauben, ich bin blind als dass sie die falsche Optik hat. Zeig mir, wo das ist.

Aber erst wenn ich es selber sehe, dann kann der Herr mich motivieren und mir konkret zeigen, welche Schritte ich gehen kann. Erst wenn ich es selber sehe. Du musst sehen! Wie wirst du seh-fähig? Indem das Wort hineinkommt, indem du dem Wort Raum gibst. Das Wort entfaltet seine Kraft, dir Licht zu geben, indem du dich ununterbrochen mit dem Wort beschäftigst – so wird es da ausgedrückt:

Jos 1,8
Lass das Wort nicht von deinem Mund weichen

Mit anderen Worten ausgedrückt: Sprich das Wort! Sprich das Wort! Sprich es! Führe es in deinem Munde.

Und das will ich heute erklären wie wir das Wort Gottes sprechen können, so dass Wirkungen da sind und trotzdem wir nicht irgendwie religiös werden.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (15:00 bis 20:00)

Du kannst ein Wort äußerlich anschauen, aber hast doch nicht den Zugang zu dieser enormen Kraft von Heilung und Motivation und Liebe und Zuwendung und Bestätigung, die dort enthalten ist – und das möchte ich euch heute lehren hier: Wie können wir das knacken? Wie können wir erlauben, dass diese Kraft herauskommt, die in dem Wort enthalten ist?

Spr 4,22
Leben sind sie denen, die sie *finden* und Heilung für ihr ganzes Fleisch.

Und so könnten wir sagen: Indem wir so mit dem Wort umgehen, so bewahren wir uns Herz! So bewahren wir unser Herz. Du bewahrst dein Herz, indem du dem Wort Raum gibst und dem Wort erlaubst, die Haltung, die Verfassung deines Herzens zu bestimmen.

Josua 1,8 ist ein ganz ähnliches Wort, ihr werdet gleich entdecken, dass ganz starke Parallelen enthalten sind. Wir wollen es uns aber trotzdem anschauen.

Jos 1,8 – hier redet Gott zu Josua und er gibt ihm Anleitung wie er erfolgreich sein kann nachdem der große Staatsmann und Führer, geistlicher Leiter Mose dann verstorben ist und Josua diese Aufgabe übernehmen soll.

Ich nehme mal nur Jos 1,8 – auch die Verse davor sind sehr, sehr schön.

Jos 1,8
Dieses Buch des Gesetzes (das waren die 5 Bücher Mose) soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist2; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben.

Hallelujah.

Der Gott, dem wir dienen, ist ein äußerst erfolgreicher Gott und er möchte, dass wir als seine Nachfolger auch erfolgreich sind. Erfolgreich im biblischen Sinne – nicht, dass du drei dicke Mercedesse vor der Tür hast und ein Verhältnis mit deiner Sekretärin und kurz vorm Herzinfarkt stehst, das ist nicht Erfolg nach der Bibel. Sondern dass du die Segnungen Gottes hast: Dass du Frieden im Herzen hast, dass du gute, harmonische, intakte Beziehungen hast mit deinen Mitmenschen, Frieden in deinem Hause ist und dass du die Kraft hast zu tun, was Gott dir aufgetragen hat zu tun und du in seinen Wegen wandelst. Das ist biblischer Erfolg. Und du sollst erfolgreich sein. Du sollst erfolgreich sein.

Und man kann nicht erfolgreich sein, für und mit Gott, und dabei unglücklich sein – das ist nicht möglich. Halleujah. Das ist das Schöne. Gott will, dass wir erfolgreich sind.

Und lasst uns einmal diesen Vers von hinten nach vorne lesen. Das ist sehr interessant.

Also – du wirst Erfolg haben. Preis dem Herrn. Sehr gut. Ich werde Erfolg haben. Gut.

Und ich werde auf meinen Wegen zum Ziel gelangen. Das ist auch ein ganz starkes Wort. Du kannst nur auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, wenn du wirklich ein Ziel hast. Sehr viele Christen sind ziellos, sie sind jahrelang Christen und sie wissen immer noch nicht wofür sie hier sind. Es gibt einen einzigen Grund dafür wenn man jahrelang Christ ist und man immer noch nicht weiß, warum man hier ist: Weil man faul war.

Weil man nie wirklich in biblischer Weise den Herrn gesucht hat: „Was ist meine Bestimmung? Warum bin ich hier? Was willst du mit meinem Leben tun, was willst du durch mich und mit mir tun?

Wir werden niemals zum Ziel gelangen, wenn wir kein Ziel haben. Wer kein Ziel hat, kommt auch nicht an. Das ist doch ganz einfach.

Manche Christen machen es so: Die schießen erst mit Pfeil und Bogen, die schießen auf eine Holzwand, und wenn sie dann den Pfeil in die Wand geschossen haben, dann gehen sie hin und dann machen sie einen kleinen Kreis und dann einen großen Kreis und dann noch einen größeren Kreis. Und ihr Pfeil steckt witzigerweise genau im Zentrum. Und dann sagen sie: Volltreffer.

Manche Christen sind so. Da, wo sie ankommen, sagen sie dann hinterher: Das war mein Ziel.

Das ist Selbstbetrug.

Gott will, dass du ein Ziel hast, dass du ansteuerst über Jahre, über Jahrzehnte, dass du weißt, wo du hingehst, und du weißt, warum du es tust und wie du es machst und Gott ist wirklich mit dir und das ist eine fantastische Sache zu sehen, ich tue etwas mit Gott, was ich ohne ihn niemals tun könnte. Das ist über meinen Intellekt, das ist über meine Fähigkeiten, über meine Qualifikationen, über meine Möglichkeiten, jenseits dessen wozu ich alleine imstande wäre – es ist Gott, der mit mir ist. Das ist etwas ganz ganz Fantastisches und ich möchte euch sehr, sehr ermutigen – wenn dich das getroffen hat – du bist jahrelang vielleicht schon Christ und weißt immer noch nicht, warum du lebst und es hat dich jetzt getroffen, dass du faul warst – bitte vergib mir, ich wollte dich nicht beleidigen, ich wollte dich nur ermutigen, dass du von jetzt nach vorne schaust und sagst: Ich werde nicht mehr faul sein, nein, ich werde jetzt den Herrn suchen und herausfinden, was er für mich hat.

Zum Ziel sollst du gelangen, und es ist wunderschön, zum Ziel zu gelangen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (10:00 bis 15:00)

Es gibt sehr, sehr viele Menschen, die sich täuschen lassen, die irgendetwas hören, was sich fromm anhört, und dann wundern sie sich, warum die Segnungen, die das Wort Gottes beschreibt, für sie einfach in unerreichbarer Ferne bleiben. Wir müssen wirklich genau achten, dass wir das Wort hören, das Wort des Herrn, und nicht menschliche Wörter über das Wort.

Das ist ein Unterschied: Das Wort oder menschliche Wörter über das Wort.

Das ist ein Unterschied – bitte glaubt mir das.

Spr 4,20a
Auf meine Worte achte!

Und wir sollen wirklich eine Hingabe oder eine Unterordnung unter das Wort vollziehen.

Spr 4,20b
Meinen Reden neige dein Ohr zu!

Da ist das Bild von „sich neigen“, sich belehren lassen, anerkennen, ich brauche Hilfe, ich brauche Belehrung, also auch Eingeständnis meiner Schwachheit. Und sich hingeben und sich unterordnen und auch völlig dem hingeben.

Achtet nun darauf, sagt Jesus, wie ihr hört.

Und manches mal wenn man so im Gottesdienst ist, nicht nur bei den Bekanntmachungen, auch bei der Predigt, man merkt, die Leute sind mit etwas ganz anderem beschäftigt – oder in der Bibelschule manchmal, sie lesen Comics oder schreiben sich nette kleine Liebesbriefchen oder irgendwelche anderen lebenswichtigen Dinge oder so – sie sind mit irgendetwas beschäftigt. Und sie denken, ja, wenn ich körperlich anwesend bin, das wird ja schon irgendwie reichen. Nein, das reicht nicht aus. Das reicht nicht aus.

Sondern wenn ich da sitze, dann sitze ich da und sage: Gott, rede du heute zu mir. Und ich bete: Herr, Segne du den Pastor, den Lehrer, den wer auch immer dran ist, das Wort zu bringen – und ich glaube, Heiliger Geist, dass du durch diese Person heute redest und ich will etwas hören.

Wenn wir eine Umfrage machen würden nach einem Gottesdienst: „Wer hat heute das Wort des Herrn gehört? Wer hat heute eine Antwort von Gott bekommen?“ – du wirst feststellen, die Leute, die sich melden, das sind genau die, die gekommen sind nicht aus Routine, weil Sonntag war oder weil Gottesdienst war, sondern die gekommen sind und haben gesagt: Gott, ich brauche Antwort. Hilf du mir, rede zu mir, ich will weiterkommen, ich will, dass die Dinge in meinem Leben sich verändern, gebrauche diesen Gottesdienst um heute zu mir zu reden.

Das sind die Leute, die das Wort des Herrn hören.

Genau die, die eine Erwartung haben. Und wenn wir da nur sitzen, weil Sonntag ist oder weil Donnerstag ist oder weil Mittwoch ist, das reicht einfach nicht aus.

Wir sitzen da und wir gehen schon unsere Einkaufsliste von morgen durch. Oder wir gehen den Einkauf von heute Nachmittag durch und überlegen, was wir alles vergessen haben, was wir dann morgen nachholen wollen. Wenn wir da sitzen, dann lasst uns sagen: „Gedanken, Ruhe da oben! Jetzt höre ich! Jetzt produziere ich nicht wieder irgendwelche Programme und beschäftige mich mit meinen Terminen und morgen!“

Auch wenn du morgen viel zu tun hast, ja? Wir können sagen „Nein, Ruhe, jezt schalte ich auf Empfang, ich will hören, ich will lernen, ich will etwas bekommen heute, ich will, dass Gott zu mir redet!“

Wenn wir mit eigenen Aktivitäten, eigenen Plänen und Programmen und Dingen beschäftigt sind, wir können nicht das Wort Gottes hören.

Wir hören akustisch irgendetwas, aber es erreicht uns innerlich nicht. Und das ist das entscheidende – das Wort muss uns wirklich treffen. Und es trifft nur den, der es hören will, der es begehrt, der es sucht, der sich danach ausstreckt und der weiß, das ist mein Leben. Nur den trifft das Wort Gottes. Das hängt von der Haltung unseres Herzens ab.

Und darauf können wir Einfluss nehmen. Wir können sagen: Ich will hören, ich will aufmerksam mich dem Wort Gottes zuwenden.

Und dann, wenn ich es gehört habe, dann sollen wir es festhalten.

Spr 4,21a
Lass sie nicht aus deinen Augen weichen

Sondern darauf schauen und sie sozusagen festhalten und nicht wieder etwas anderes, was diese Aussage außer Kraft setzen würde, dann daneben zulassen.

Spr 4,21b
bewahre sie im Innern deines Herzens!

Nachher werden wir uns ein schönes Beispiel anschauen, wo wir sehen, wo eine Gruppe von Menschen geteilt war ins zwei Hälften, und die einen haben das befolgt und sie waren gesegnet und die anderen haben das nur formal irgendwie so vollzogen und sie haben großen Schaden genommen.

Spr 4,21b-22
Bewahre sie im Innern deines Herzens!
Denn Leben sind sie denen, die sie finden

Hier haben wir ein starkes Wort. Das Wort Gottes oder die einzelnen Worte des Herrn müssen von dir gefunden werden!

Das bedeutet nicht, dass du die Bibel aufschlägst und sagst: Ach, da ist es ja, jetzt hab ich’s gefunden.

Sondern dass du den Zugang erlaubt hast, wo das Wort wirklich in dein Herz kommen kann.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (5:00 bis 10:00)

Und das Großartige ist: Du hast Zugriff oder du hast die Möglichkeit, den Zustand deines Herzens zu verändern! Du kannst nicht automatisch deinen sozialen Stand, deine Wohnmöglichkeiten, deinen Beruf oder Beziehungen oder deine finanzielle Situation oder manches andere verändern. Aber du kannst in dir drinnen Veränderungen schaffen, und die werden sich außen dann nach einer gewissen Zeit dann niederschlagen.

Aus deinem Herzen! Und ich habe noch nie jemanden gesehen, der ein Leben voller Bekümmernis, voller Trübsal, Traurigkeit, Minderwertigkeit, Enttäuschung – eine solche Verfassung in sich trägt, und dann ein siegreiches, schönes, entschlossenes, tatkräftiges, glorreiches Leben führt. Das hab ich noch niemals gesehen und ich mache jetzt seit vielen, vielen Jahres Seelsorge. Einen solchen Menschen habe ich noch nicht gesehen.

Wer unglücklich ist in seinem Herzen wird auch von Misserfolg gekennzeichnet sein.

Wir haben Zugang und Zugriff und Möglichkeit, die Verfassung unseres Herzens zu verändern. Und das Wort Gottes sagt es ganz klar: „Behüte dein Herz“. Mehr als deinen Rembrandt im Safe oder irgendetwas anderes, was du da hast, irgendwelche Klunker oder so hinter dem Rembrandt im Wandtresor – mehr als alles, was du sonst behütest, behüte dein Herz!

Warum?

Du kannst außen alles mögliche verlieren, aber wenn du den Zustand deines Herzens dir entgleiten lässt oder ihn nicht selbst bestimmst, dann werden die Umstände dein Herz bestimmen.

Und du hast nach der Aussage des Wortes Gottes die Möglichkeit und die Verantwortung deine Herzensverfassung selbst zu bestimmen.

Und diese Aussage hier, dass wir selbst wachen sollen über unser Herz, ist eigentlich nur die Begründung für das, was davor gesagt ist. Und hier hat es eben mit dem Thema zu tun, wie wir mit dem Worte Gottes umgehen sollen.

Unsere Haltung zum Worte Gottes ist der Schlüssel auf unser Herz Einfluss zu nehmen.

Ich sag es noch einmal, weil das so schön ist und so kompakt ist zum Mitschreiben: Unsere Haltung zum Worte Gottes ist der Schlüssel auf unser Herz Einfluss zu nehmen.

Spr 4,20-22
20 Mein Sohn, auf meine Worte achte, meinen Reden neige dein Ohr zu!
21 Lass sie nicht aus deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens!
22 Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Heilung für ihr ganzes Fleisch.

Es gibt sehr, sehr viele Schriftstellen, die davon reden, was für Segnungen wir erwarten können wenn das Wort in unserem Herzen ist. Das Wort Gottes muss in unser Herz hinein. Und dort kommt es nicht einfach so von alleine hinein, sondern wir haben von unserer Seite aus einige weniger, aber ganz ganz wichtige Dinge zu tun. Es fällt nicht allein in dein Herz, nur, weil du heute abend hier sitzt oder weil du Sonntag für Sonntag sitzt oder am Mittwoch sitzt oder etwas im Fernsehen oder im Radio hörst oder auf Kassette. Das alleine reicht nicht aus, sondern das Entscheidende ist die innere Haltung, die wir dazu haben.

Spr 4,20a
Mein Sohn – natürlich die Töchter des Herrn sind genauso angesprochen – auf meine Worte achte.

Das können wir in verschiedener Weise betonen und holen verschiedene Aussagen daraus:

Gott will, das du auf SEINE Worte achtest. Es gibt so viele andere Worte. Die Worte des Arztes, die Worte deines Steuerberaters oder die Worte von Freunden oder von Nachbarn oder von Zeitungen oder von irgendetwas. Es gibt viele verschiedene Worte und Gott sagt: Wir sollen auf SEINE Worte achten.

Und es gibt sehr, sehr viele Christen, die meinen, es genügt, dass sie irgendwo hin gehen, wo ein paar christliche Vokabeln gesagt werden. Aber Jesus hat einmal als er über das Hören gelehrt hat, da hat er zwei Dinge gesagt:

Habt nun Acht, was ihr hört – und an einer Parallelstelle in dem selben Zusammenhang sagt er: Achtet nun ganz genau darauf, WIE ihr hört.

Mk 4,24
Und er sprach zu ihnen: Seht zu, was ihr hört!

Lk 8,18
So habt nun acht, wie ihr hört!

Das sind die beiden Dinge beim Hören. Erstmal musst du sicher sein, was du hörst. Und es reicht nicht aus, irgendwo hin zu gehen, wo auch die Vokabeln „Bibel“ und „Gott“ und „Gottesdienst“ oder so gebraucht werden, sondern wir müssen sicher sein – ist das wirklich das Wort Gottes?

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 9 – Bekenntnis des Wortes Gottes (0:00 bis 5:00)

Wir haben das letzte Mal gesprochen über das Wort Gottes. Und in einer Weise muss dieses Thema unbedingt noch fortgesetzt werden, weil es so viel Schönes und Gutes gibt, was dazu noch zu sagen ist. Vorallendingen dann die praktischen Aspekte wie wir das umsetzen: Ich sprach über die verschiedenen Eigenschaften und Merkmale des Wortes Gottes und wie dieses Bibelstudium „Was sagt Gott über Sein Wort?“ – wie das mein Leben nachdem ich viele Jahre Christ war, erfüllt vom Heiligen Geist, noch einmal ganz neu verändert hat.

Das war übrigens ein Satz, als ich so gebetet habe und den Herrn gesucht habe und spürte, es war so wie eine Trockenheitsperiode, wo einfach nichts mehr weiterging, und ich fastete und suchte den Herrn. Und dann gab es einen Satz bei Derek Prince, einem Bibellehrer, den ich sehr schätze. Und dort stand geschrieben: „Satan will dich in Unwissenheit lassen/halten – über die wahre Natur des Wortes Gottes“.

Über diesen Satz bin ich gestolpert und ich fing an über die Natur des Wortes Gottes nachzudenken und merkte, dass ich darüber nichts wusste. Und ich merkte, dass wovor er warnt, das ist bei mir schon voll eingetroffen. Und dann hab ich gesagt: So geht’s nicht weiter und dann hab ich angefangen zu studieren.

Und einiges von diesen Dinge habe ich euch dann so ein bisschen mitgeteilt, wiewohl es noch viel, viel mehr gibt.

Das Wort Gottes ist voller Leben, es ist Heilung, es ist Nahrung, es ist ein schöpferischer Same, es ist eine Waffe, es ist ein Schutz, den wir haben, es ist wirklich sehr, sehr vieles. Das habe ich versucht darzustellen.

Und jetzt kommt es darauf an, dass wir das Wort auch tatsächlich so erleben. Wie würde unser Leben doch geändert sein wenn diese Kräfte und diese Qualitäten sich tatsächlich auswirken würden. Dass es uns Freude gibt, dass es uns motiviert, dass es uns Klarheit gibt, dass es uns Orientierung gibt, Führung gibt, Gewissheit gibt, Festigkeit gibt, Sieg gibt. Das Wort Gottes im Herzen gibt uns Sieg über die Sünde, Sieg über den Teufel.

Was würde da nicht alles Schönes, Gutes geschehen? Wie kann das Wort seine Kraft, sein Leben, seine Segnungen wirklich in uns entfalten? Es gibt nur einen einzigen Weg: Indem wir so mit dem Worte Gottes umgehen wie Gott selbst das vorgeschrieben hat!

Alles andere funktioniert nicht. Nur wenn wir das Wort Gottes so schätzen und ihm den Platz geben und damit umgehen genau so wie Gott beschrieben hat – nur dann werden wir erleben, dass diese Eigenschaften sich beginnen zu entfalten.

Und darauf bin ich nur ganz kurz eingegangen und muss unbedingt mehr darüber sagen, damit wir wirklich praktisch verstehen, was das bedeutet.

Beginnen wir einmal mit Sprüche 4 – das ist eins von mehreren Worten. Und wenn man die so nebeneinander stellt, dann wird man entdecken, dass die sehr viel Ähnliches enthalten oder sogar dasselbe noch einmal etwas anders sagen.

Ach, beginne ich einmal hier jetzt mit Vers 23.

Spr 4,23
Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle4 des Lebens.

Das ist ein ganz, ganz starkes Wort, was sehr, sehr viel Hoffnung freisetzt wenn wir es richtig verstehen. Die Bibel sagt, das Leben, das wir führen werden, kommt aus unserem Herzen. Das Leben, das wir führen, kommt aus unserem Herzen. Wenn das Richtige in unserem Herzen ist, es muss im Sichtbaren dann auch das Richtige sich ereignen. Weil alles Sichtbare eine Folge des Unsichtbaren ist, und das Sichtbare abhängig ist vom Unsichtbaren. Wie am Anfang auch – wir haben das schon gehört – bei der Schöpfung, da war Gott und kein Universum, keine Welt, keine Erde, keine Tiere, kein gar nichts – und Gott sprach.

Also alles, was wir sehen, ist entstanden vom Unsichtbaren. Das Unsichtbare ist dem Sichtbaren überlegen. Das Sichtbare ist im Veränderungsprozess, und wenn wir jetzt ganz anders als die Welt nicht mehr versuchen, im Sichtbaren das Sichtbare zu verändern – das ist ja das Problem der Welt! Sie versucht immer die Probleme zu lösen, da, wo sie gar nicht entstanden sind. Und wir haben die Möglichkeit zurück zu gehen zu den Ursprüngen, zum Unsichtbaren und von dort her Veränderungen zu bewirken und Veränderungen oder neue Weichenstellungen, neue Prägung im Unsichtbaren müssen unbedingt, unweigerlich sich niederschlagen im sichtbaren Leben. Es gibt keine andere Möglichkeit.

Aus deinem eigenen Herzen – oder aus der Füllung deines Herzens, aus der Verfassung deines Herzens, aus der Atmosphäre deines Herzens, dem Zustand deines Herzens – daraus kommt dein Leben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (95:00 bis Ende)

Und Gott hat mir einige Dinge gegeben. Da ist mir schwindelig geworden, und ich hab gesagt: Ne, Herr, hier bin ich, Herr, sende meinen Bruder!

Kennst du diese Gesinnung? „Herr, hier bin ich, sende meinen Bruder“ – bitte, suche dir einen anderen aus, aber nicht ich, das ist too much, das kostet zu viel, das überlebe ich nicht.

Aber siehe da, du überlebst das, nur dein elendes … deine Angst vor der Meinung der Menschen, das stirbt. Und je mehr das stirbt, um so freier wirst du. Wie der Berliner sagt: Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt sich’s ungeniert.

Das heißt nicht, dass wir respektlos werden. Das heisst nicht, dass wir frech werden. Das heisst nicht, dass wir aus eigenen Motiven heraus – sondern das heißt einfach, wir stellen uns Gott zur Verfügung.

Ich staune immer wieder darüber, wie unterschiedlich das ist: Ich kann dasselbe Konzept nehmen, ich kann in eine Gemeinde gehen, und ich bin dort butterweich, und so soft, dass ich mich selber wunder und frage: Bin ich das?

Und ich sage zu meiner Frau: Ich war heute so soft, ich konnte es nicht glauben.

Und zwei Wochen später komme ich in die nächste Gemeinde und da kommt die Bulldozer-Salbung und ich reiße alles runter und breche die ganzen Lügen in Fetzen. Und da: „Boahh“, ich denke, oh Hilfe, Herr. Und bin selber ergriffen und erstaunt über wie Gott ist und wow, ein ehrfurchtgebietender Gott, wo jeder Gedanke „ich könnte ein bisschen Spielchen spielen“ zuende kommt.

Und das *macht* man nicht, man entscheidet sich nicht, ich geh nicht hinein und sage: Heute spiele ich den Softie.

Es hat etwas mit den Herzen zu tun!

Und Gott hat verschiedene Arten, Menschen zu begegnen. Und er kommt dem Willigen, dem Zerbrochenen, dem, der nach Antworten fragt und der sagt: Gott, was immer es braucht,ich will deinen Willen tun – Er kommt dem so soft entgegen und streckt seine Hand aus. Und sagt: Ich kenn all deine Schwächen, aber ich helfe dir. Und ich bin bei dir und ich hol dich da raus.

Aber dem Stolzen, der sagt: Was will denn der überhaupt, und das kennen wir alles schon, und das brauchen wir gar nicht und hoffentlich ist das hier bald zuende – da kommt Gott mit dem Rammbock. Mit der Bulldozer-Salbung. Und keiner schläft interessanterweise. Auch wenn es 1 1/2 Stunden geht. Und wenn es manchmal 2 Stunden geht, keiner schläft, weil sie alle den Atem anhalten – was kommt als nächstes? Noch ein Hammer. Hilfe.

Ich habe bei weiter nicht gesagt, was ich heute sagen wollte. Aber ich habe viele Dinge gesagt, die nicht in meinem Programm standen. Aber ich empfinde, hier ist jetzt erstmal der Zeitpunkt gekommen für ein kleines Päuschen und morgen gibt es noch einen Nachschlag. Wahrscheinlich wesentlich kürzer als heute. Morgen haben wir Gottesdienst und da ist das alles anders.

Abschlussgebet:

Vater, Gott der Weisheit, Gott, der Herzenskenner, Gott, der sich erbarmt über uns, wir rufen dich an. Wir sind überwältigt von all dem, was du hast für uns und wie du willst, dass wir leben sollen. Aber gleichzeitig ist unser Trost: Du wirkst all das in uns. Du hilfst uns. Du schaffst das Neue in uns. Du bringst hervor, was Dir gefällt durch dein schöpferisches Wort in uns. Und wir wollen uns Dir hingeben und wir wollen unsere Herzen hinhalten und erlauben, dass Dein Heiliger Geist uns trifft, uns durchdringt, durchbohrt und prägt und ausreisst und ermutigt und baut und pflanzt und all das gibt, was uns als deine Kinder zusteht.

Vater, gib uns Weisheit, wie wir wirklich in Jüngerschaft hineinkommen und wie wir mit aller Freundlichkeit, mit aller Dringlichkeit, mit aller Liebe, in aller Kühnheit, in aller Freiheit Menschen rufen zu Jüngerschaft und sie ausbilden und dranbleiben über Jahre. Und sie zu Jüngern machen und ihnen helfen, Dich kennenzulernen, die Furcht Gottes zu erlangen und dadurch Raum zu machen, Dich zu erkennen.

Du sagst, die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Und Herr, all das, was um uns herum passiert, in unserem Leben, in unseren Gemeinden, das beweist eines so dringlich: Wir kennen dich so wenig.

Und wir haben so wenig realen Zugang zu den Schätzen, die du uns erworben hast durch deinen Sohn. Aber Vater, wir sagen dir heute: Wir wollen lernen! Wir wollen belehrbar sein. Wir wollen uns demütigen. Wir wollen uns dir hingeben. Und wir wollen erlauben, dass dein Wort unsere Herzen neu prägt und formt.

Und das Licht soll scheinen. Und das Licht deiner Wahrheit wird uns freisetzen von allem Verkehrten. Von allen falschen Absichten und Plänen und Motiven – lass dein Schwert scharf sein.

Und ich bete auch für diese Gemeinde: Ich bete, dass Fürbitter aufstehen und ermutigt sind, im Heiligen Geist zu beten und sich hinter die zu stellen, die den Dienst am Wort haben, und dafür sorgen, dass durch ihre Fürbitte das Wort scharf wird, das Wort mächtig wird, das Wort lebendig wird, das Wort etwas bewirkt in den Herzen der Menschen und sie entdecken: Gott reisst nicht nur aus, Gott pflanzt ein und Er gibt neue Gelüste, neues Verlangen.

Ich bete, dass du ein tiefes Werk tust in dieser Gemeinde, und dass sie mit Volldampf hineingeht und entschieden ist: Wir wollen eine Gemeinde nach dem Herzen Gottes werden. Wir wollen eine neutestamentliche Gemeinde werden. Wir wollen Gott gefallen. Wir wollen Eifer entwickeln für Seine Ehre. Wir wollen, dass Er sich an dieser Gemeinde freuen kann, dass Er wirklich verherrlicht wird.

Und wir wollen lernen mit Ihm überein zu stimmen und wir wollen lernen zu lieben, was Er liebt. Wir wollen lernen zu hassen, was Er hasst, damit Du dich wohlfühlen kannst und damit du Raum bekommst in unseren Herzen.

Vater, danke für den Heiligen Geist, danke für Dein Wort. Danke für dieses geniale Instrument „Jüngerschaft“, was du etablieren möchtest in der Gemeinde. Wir danken dir für all die Segnungen, die dadurch kommen werden. Möge Dein Wille geschehen in unserem Leben, in unseren Gemeinden, und wir danken Dir, Vater, für deine große Geduld, für deine Liebe. Wir danken Dir, Vater. Wir ehren dich und lieben dich. Amen. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (90:00 bis 95:00)

Nicht unbedingt alle möglichen Bücher zu lesen – in erster Linie: Was sagt die Bibel über … Sünde? Was ist die Natur von Sünde? Warum hasst Gott Sünde? Was bedeutet das überhaupt, dass Gott Sünde hasst? Usw. Wir haben viele, viele Aufgaben, die wir geben. Und wenn er die gewissenhaft erfüllt, er wird lernen. Weil sein Denken sich verändert. Und er kommt immer mehr in Übereinstimmung mit Gott. Ein wichtiges Thema wäre z.B.: Wie sieht die Liebe Gottes aus?

Und die ist sehr, sehr anders als viele Christen sich vorstellen. Die Liebe Gottes wird uns gezeigt im Wesen, im Auftreten, im Handeln von Jesus. Er ist das perfekte Abbild Gottes. Alles, was du siehst im Leben von Jesus – das ist Liebe.

Wenn wir das glauben würden, wäre unser Verhalten gegenüber bestimmten Leuten, die christlich auftreten, aber das Wort Gottes verdrehen, total anders.

Aber weil wir an eine menschliche Liebe glauben, die vorallendingen erstmal „nett sein muss“ – herzliche Verständigung … Wo siehst du bei Jesus herzliche Verständigung mit den Pharisäern? Wo siehst du das?

Er ist sehr schroff mit diesen Leuten! Warum? Weil er sich ärgert? Nein! Weil er hofft, dass dadurch die noch eine Chance bekommen aufzuwachen. Wie kann dieser Mann, der so gut ist, der so viel geheilt hat, der so viel Segen verbreitet hat, der so viel Liebe versprüht hat und so viel Barmherzigkeit gezeigt hat – wie kann der zu mir sagen: „Du getünchte Wand!“

Mt 23,27
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern14, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinheit sind.

Vielleicht hat der Recht?! Vielleicht bin ich wirklich ein elender Heuchler! Gott, hilf du mir! An Jesus glaube ich nicht, aber – ich spiele jetzt mal den frommen Juden, ja? – aber Gott im Himmel, du bist da, und schon im Alten Testament – du erforscht die Herzen – dann zeige mir mein Herz!

Jer 17,10
Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem Einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten.

Und da wäre eine Chance zur Unkehr!

Jesus hat Menschen schroff behandelt aus lauter Liebe. Und er hat sich haufenweise Dinge erlaubt, die politisch nicht korrekt waren – haufenweise! Er kommt in das Haus eines Pharisäers, und das erste, was er sagt: Du Heuchler!

Ich meine, sowas macht man doch nicht? Erstmal sagt man: „Danke für die Einladung – und die Suppe – die ist so gut!“

Man sagt erstmal Gutes, man muss erstmal irgendwie sich ein bisschen näher kommen. Aber wir haben nicht Knigge als Handbuch, wir haben die Bibel als Handbuch! Und Jesus ist unser Vorbild. Und wir sollen seine Nachahmer sein. Und wenn Jesus uns zeigt wie man fromme Heuchler konfrontiert, dann will er, dass wir das auch lernen.

Und du sagst: Hilfe, das ist nicht meine Natur.

Dann schmeiss deine alte Natur weg und ergreife die neue Natur! Und werde ein Nachahmer Christi. Hallelujah. Wie wäre das?

Das Problem ist: Wir denken, wir wissen, was Liebe ist. Und dann sind wir nett. Jesus war nie „nett“. Jesus war immer hilfreich. Und er ist immer zum Punkt gekommen und er hat Fragen gefragt, die mit einer einzigen Frage den ganzen Zustand des Menschen offenbart hat. So einer Weisheit. So ein Herzenskenner war er.

Und das sollen wir auch lernen von ihm. Und ich sage es zum x-ten Male: Wenn wir von dieser elenden Menschenfurcht und Menschengefälligkeit nicht befreit werden, wir können niemals Nachahmer Jesu werden. Wir können nicht. Wir sind gefangen in Knigge und in „seid nett zueinander“.

Das ist eines der ersten Dinge, was ein Leiter lernen muss: Gott, hilf mir freizuwerden von Menschenfurcht!

Als ich mich bekehrt habe, eines meiner ganz großen Probleme war Menschenfurcht. Das war eines meiner dicksten Probleme.

Und ich habe erkannt, was Paulus darüber gelehrt hat, und ich hab mich gesehen und ich hab gesagt: Gott, bitte, hilf du mir, setz du mich frei davon!

Und weißt du, wie Gott dich freisetzt von Menschenfurcht? Das geschieht nicht am Schreibtisch. Sondern du sagst: Herr, ich will deinem Heiligen Geist gehorchen, was immer er sagt. Und dann gibt er dir Aufträge, wo du das Gefühl hast, du gehst zu deiner eigenen Hinrichtung. Und du sagst: Das überlebe ich nicht.

Aber mit schlotternden Knien gehst du hin und siehe da – du überlebst, aber deine Menschenfurcht überlebt das nicht.

Und durch Gehorsamsschritte wirst du frei.

1 Petr 1,22a
Da ihr eure Seelen gereinigt habt …

Wie? Durch Lauschen von Predigten? Falsch!

1 Petr 1,22a
… durch durch den Gehorsam gegenüber der Wahrheit.

So wird die Seele gereinigt. Durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (85:00 bis 90:00)

Wir sagen ihm, er soll Themen studieren – und „das Kreuz“ ist nur ein Vorschlag. „Gnade“ wär ein anderer guter Vorschlag, oder ein noch besserer Vorschlag wäre zum Start: Das Wesen, die Natur, die Arbeitsweise des Wortes Gottes.

Wenn wir begreifen, wenn unser Jünger begreift, was ist eigentlich das Wort, was tut das Wort Gottes? Wie funktioniert das Wort Gottes? Unter welchen Bedingungen kann es seine Arbeit tun? Wenn er das studiert in der Bibel, wird er so viel mehr motiviert sein, sich mit der Bibel zu beschäftigen, weil er weiß, was alles daraus kommt. Und weil er dieses momentane „oh neee, jetzt keine Lust“ kann er übergehen, indem er sagt: Aber das wird gut sein. Die Ergebnisse werden kommen. Es lohnt sich hier zu investieren, ein bisschen Mühe, ein bisschen Schweiß zu versprühen, um Gott und Seine Absichten kennenzulernen.

Jesus sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes.

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Und heute irren so viele, weil sie auch die Schriften nicht kennen, und weil sie immer wieder den gleichen Fehler machen: Sie finden einen Bibelvers und der scheint etwas zu sagen, was ihnen jetzt besonders gefällt, ja? Vorhin hatten wir in der Fragestunde: „Die Frau soll schweigen in der Gemeinde!“.

Das ist ein Lieblingsvers von bestimmten Männern mit einer bestimmten Charakterstruktur. Das ist so.

Ich habe noch nie Frauen erlebt, die kämpfen für diesen Vers. Habe ich noch nie erlebt, aber Männer mit einer bestimmten Charakterstruktur, die immer nur darauf pochen: „Ich bin hier der Mann, und ich hab das Sagen und du musst dich unterordnen“. Und jedes dritte Wort ist „Unterordnung“.

Aber das sie die Frau lieben sollen wie Christus die Gemeinde – diesen Vers, den kennen sie nicht.

Eph 5,25
Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat

Aber die Frau muss schweigen!

So, wir geben unserem Jünger Hausaufgaben. Und wir erwarten, dass er die tut. Und wie gesagt – wir sind gnädig. Und da kann mal was dazwischen kommen, und er hat zum Termin seine Sachen nicht fertig. Kein Problem. Dann kriegt er noch ein paar Tage. Aber grundsätzlich gilt wie in der Lehre – denk immer an das Bild Geselle und Lehrling – der Geselle gibt Aufgaben und der Lehrling hat die zu tun. Und die muss er dann vorlegen und das ist völlig normal, das ist nicht Unterdrückung oder Freiheitsberaubung. Das ist Förderung.

Und jeder versteht das auch. Aber als Gemeinde: Hej, dürfen wir das? Können wir so in das Privatleben eindringen?

Du, wir gehen noch viel, viel weiter als das! Das ist erst der Anfang. Wir werden sagen: Du, bitte, mach mal eine Liste der letzten 14 Tage, was hast du im Internet angeschaut? Mach mal eine Liste, welche Filme hast du in den letzten Wochen angeschaut? Mach mir eine Liste. Ich möchte sehen, womit du dich füllst.

Und dann könnten wir vielleicht irgendeine Trash-Sendung, irgendeine sinnlose Fernsehsendung, die einfach nur Dreck und Respektlosigkeit und hässliches Benehmen fördert – hast du mal reingeschaut in diese Shows, wo Menschen aufeinander gehetzt werden und sich mit hässlichen Worten traktieren und zerstören? Und das läuft zu Zeiten, wo Teenager fernsehen.

Und wir sagen: Was sagt das Wort Gottes zu diesen Dingen? Was bedeutet es, wenn unsere Rede „wahr, aufrichtig, auferbauend, ermutigend“ sein soll?

Eph 4,29
Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören.

Was hast du mit solchen Dingen zu tun? Wie beurteilt Gott solche Programme auf der Grundlage des Wortes Gottes? Das ist was anderes als: „Sei heilig und beflecke dich nicht mit der Welt“.

Nein, durchschaue diesen Schmutz und erkenne, wo das hinführt und erkenne, wie heilsam und wie gut die Ordnungen Gottes sind. Und alle Gebote sind gegeben aus Liebe. Nicht weil Gott uns was wegnehmen will, uns den Spaß verderben will – weil Gott uns bewahren will!

Paulus sagt zu Timotheus: Bewahre dich rein.

1Tim 5,22
Die Hände lege niemand schnell auf, und habe nicht teil an fremden Sünden! Bewahre dich selbst rein!

Das bedeutet auch Internet und Fernsehen. Bewahre dich rein! Was lässt du in dein Leben hinein? Das, was du reinlässt, kommt auch wieder raus. Womit füllen wir uns?

So, wir ermutigen unseren Jünger, sich zu vertiefen im Wort Gottes und Themen zu studieren.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (80:00 bis 85:00)

So, wo waren wir?

Die Welt ist das Reich der Finsternis, und darin waren wir. Und die hat uns geprägt. Und die hat uns Werte und Lebensphilosophien beigebracht. Jeder von uns ist ein Philosoph und hat eine Lebensphilosophie. Vielleicht nicht so hoch entwickelt wie Kant oder Fichte oder Hegel oder so etwas, aber jeder hat eine Lebensphilosophie.

Und die ist verkehrt! Und die hat er gelernt. Und jetzt hat er sich bekehrt und er bringt seine Lebensweisheiten in die Gemeinde.

Und was jetzt? Wenn wir ihm das durchgehen lassen würden, er würde alles durcheinander bringen. Also: Er muss das ablegen. Und davon redet das Wort Gottes.

Röm 12,2a
Seid nicht angepasst an diese Welt.

An die Standards und die Werte und die Ideen dieser Welt.

Röm 12,2b
sondern werdet verwandelt2 durch die Erneuerung des Sinnes3, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Hier steht, warum ist Erneuerung des Sinnes so wichtig: Weil nur wenn wir unseren Sinn erneuern, sind wir überhaupt imstande den Willen Gottes zu erkennen. Und dafür sind wir ja da! Wir sind geschaffen, den Willen Gottes zu tun. Wenn wir nicht den Willen Gottes erkennen können, dann wird es so nach dem Prinzip: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.

Aber das ist nicht ein Lebensprinzip, das ist nicht unsere Maxime, das ist nicht, was unser Leben wirklich ausmacht.

Erneuerung des Sinnes bedeutet: Wir lernen über irgendwelche Bereiche des Lebens zu denken wie Gott denkt.

Hat Gott Gedanken über Ehe? Ja! Hat Gott Gedanken über Sexualität? Ja! Hat Gott Gedanken über Finanzen? Ja! Hat Gott Gedanken über Kindererziehung? Ja! Hat Gott Gedanken über Freundschaft? Ja? Hat Gott Gedanken über Gemeinde? Ja! Hat Gott Gedanken über den Teufel, über Dämonen? Ja, ja, ja, ja!

Gott hat Antworten, die er uns gibt in seinem Wort für alle Dinge in diesem Leben. Es gibt haufenweise Dinge, die Gott weiß, die in diesem Buch nicht stehen. „Sola scriptura“ bedeutet nicht: Alles, was gültig ist, ist in diesem Wort. Es gibt viele, viele Dinge, von denen wir keine Ahnung haben und von denen wir auch jetzt keine Ahnung haben müssen. Wofür musst du wissen, wie man Galaxien in der Bahn hält?

Für was brauchst du das? Du musst dein Leben in die Bahn bekommen! Wie man Galaxien lenkt, das kannst du später dann von Jesus lernen. Und so gibt es tausende von Dingen, von denen wir keine Ahnung haben und Gott sagt: Ich belaste euch damit nicht, weil ihr das nicht braucht.

Aber wie man seine Frau lernt zu lieben nach Jahrzehnten, das bringe ich euch Männern bei.

Und, und, und, und, und. Und wie man mit Finanzen gesegnet umgeht. Und wie man das und wie man das und wie man das. Und wie man mit seinen Augen umgeht. Wie man mit seinen Ohren umgeht. All das bringe ich euch bei, weil ihr das braucht hier für das Leben auf dieser Erde. Und der Rest, da haben wir dann die Ewigkeit Zeit dann von Gott zu lernen. Und da werden wir bestimmt interessante Physikstunden haben und Chemie und Bio und der wird uns Dinge erzählen – wir sagen: Das ist ja alles noch viel großartiger und fantastischer als wir uns das überhaupt je träumen könnten! Was für ein Genie ist unser Gott! Wow!

Wir werden die Ewigkeit brauchen um Gott kennenzulernen.

Aber jetzt gibt er uns die Dinge, die wir brauchen für Hier. Und Erneuerung des Denkens, das ist …

Amos 3,3
Wie können zwei miteinander gehen, sie seien denn einig zuvor?

Weil Gott sich nicht verändert, wir sollen aber mit ihm gehen, bleiben nicht mehr viele übrig, die sich ändern müssen. Das sind wir! Wir müssen uns ändern, unsere Denkweise, unsere Sichtweise, unser Verständnis, was ist richtig, was ist falsch, was ist dies, was ist das? All das finden wir im Worte Gottes und wir werden den Jünger anweisen, indem wir ihm Hausaufgaben geben. Und sagen: So, pass auf, lieber Jünger, du kriegst jetzt 4 Wochen Zeit und du machst mir ein Bibelstudium z.B. über das Kreuz. Was sagt die Bibel über das Kreuz? 4 Wochen hast du Zeit, zeig mir deine Ausarbeitung. Was hast du gefunden in der Bibel und vorallendingen was sind deine Konsequenzen aus dem, was du gefunden hast?

Und wir sind gnädig. Und wenn er sagt: Du, ich habe viele Überstunden im Moment, also 4 Wochen ist ein bisschen knapp – kein Problem, 6 Wochen. Aber in 6 Wochen liegt das Ding auf dem Tisch.

Wir geben ihm Hausaufgaben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (75:00 bis 80:00)

Das ist auch mehr als jeden Tag ein Kapitel lesen oder zwei Kapitel lesen oder drei Kapitel lesen, sondern es ist etwas ganz, ganz Praktisches und Tiefergehendes.

Lasst uns einmal zu Röm 12 gehen und inzwischen kann ich schon mal bemerken, es wird etwas länger dauern heute. Aber ihr seid freiwillig da, und jeder darf zu jeder Zeit aufstehen, sich strecken, Dehnübungen machen. Bloß nicht schwatzen mit dem Nachbarn, aber sich hinstellen und mal Lockerungsübungen machen, da hab ich kein Problem, zwischendurch mal rausgehen, auf Toilette, mach, was du möchtest, du bist frei, ich hab dich nicht gezwungen, hier her zu kommen.

Röm 12. Aber was du nicht solltest: „Der hat aber lange gemacht!“ – Hej, ich bin hier an diesem Wochenende, und ich versuche so viel wie es geht reinzupacken. Und ihr werdet Jahre brauchen, das zu verdauen und umzusetzen, wovon ich hier geredet habe. Jahre wird das dauern! Aber schon nach ein paar Monaten, wenn ihr es umsetzt, werdet ihr sehen: neue Freiheit, neues Licht, neue Dimensionen, neue Dimensionen der Gegenwart Gottes, die ich alleine zu Hause erleben darf.

Röm 12,2a
Seid nicht gleichförmig (oder angepasst) dieser Welt.

Welt ist ein geistliches System, in dem wir gelebt haben. Und dieses System ist ein böses System. Dieses System wird gelenkt und geleitet vom Gott dieser Welt, und das ist der Teufel.

2 Kor 4,4
den Ungläubigen, bei denen der Gott dieser Welt5 den Sinn6 verblendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist, nicht sehen.

Und bitte beachte: Nach Ostern, nach dem Kreuz, nach dem Sieg Christi auf Golgatha nennt Paulus den Teufel immer noch „Gott dieser Welt“. Er ist jetzt illegal, er ist entmachtet, und wir dürfen lernen zu herrschen als Christen über ihn, aber er ist immer noch Gott dieser Welt. Und bis Jesus wiederkommt, und wie es in Offenbarung dann heißt – „seine Macht antritt“ – wird der Teufel bleiben. Aber dann tritt Jesus seine Macht an und der Teufel wird gebunden werden und er kommt ins Gefängnis für 1000 Jahre. Und Gott wird regieren durch Christus hier auf der Erde.

Und das wird die herrlichste und befreiendste und heilsamste und kreativste Phase der Menschheit auf diesem Planeten sein. Für 1000 Jahre. Und alle werden – wir sind ja noch kundig und wissen, was ist im Jahre 2018 passiert und was ist dann und dann passiert, die sind ja nicht irgendwie – die haben ja noch ein Geschichtsbuch, und es gibt noch Archive, es gibt noch ein Verständnis, was war vor 100 Jahren, was war vor 200 Jahren usw. Und die werden sagen: Was begonnen hat mit der Wiederkunft Christi, das hat es auf der Erde noch niemals gegeben. So eine Freiheit, so eine Reinheit.

Machst du dir eigentlich Gedanken über Tausendjährige Reich?

Wie sieht das Internet aus im Tausendjährigen Reich? Du sagst: Internet?

Ja, vielleicht eine Fortentwicklung von dem primitiven, was wir heute haben, aber es wird doch Kommunikation geben! Es wird Erziehung geben, es wird Schule geben, es wird Wissenschaft geben, es wird Gesetze geben. Wir regieren mit Christus über Ungläubige – das ist, was die Bibel sagt!

Hallo?

Und deswegen gibt es Universitäten, deswegen gibt es Ausbildungen, deswegen gibt es Unterhaltung – die sehr anders aussehen wird als Hollywood heute. Sehr, sehr anders. Und es gibt bestimmte Dinge, die werden nicht genannt. Bestimmte Dinge, die werden nicht gezeigt. Es gibt Gesetze, die werden nicht erlassen, weil Christus regiert. Was denkst du, was mit Abtreibungsgesetzen passiert?

Alles weg!

220 Regierungen in einem Schlag gewaltsam abgesetzt – das ist Revolution!

Die größte Revolution steht noch bevor, dagegen war die Wende in der kommunistischen Welt, das war harmlos. Und Christus wird regieren und er wird die Gerechtigkeit aufrichten in den Nationen. Das ist, was die Bibel sagt.

Aber wir sind so verhaftet im Diesseits, das wir noch nicht mal imstande sind, uns von heute 200 Jahre in die Zukunft zu versetzen und das ernst zu nehmen, was die Bibel über das Tausendjährige Reich sagt. Geschweige denn von der Ewigkeit, von dem Himmel.

Unser Erbe ist im Himmel, wir sinnen nicht auf das Irdische, wir sinnen auf das Himmlische, von wo wir Christus erwarten, das ist, was Paulus sagt.

Aber unsere ganze Gesinnung ist zugemüllt von diesem ganzen Werbezeugs und von Hollywood und von all diesen Sachen. Und wenn einer von diesen Dingen dann anfängt zu reden: „Hä? Das finde ich jetzt aber strange? Internet im Tausendjährigen Reich!? Wo hat der denn das her? Wo ist denn das in der Bibel?“

Ja, so reagieren Leute! Und sagen: Ja, das ist aber jetzt sehr weit hergeholt!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (70:00 bis 75:00)

Und das wollen wir dem Jünger beibringen. Dass das Wort vom Heiligen Geist in aller Freiheit benutzt werden kann zu überführen und zu motivieren und neue Wünsche und neue Gelüste in uns entstehen zu lassen.

Gott handelt durch das gesprochene Wort. Das ist am Anfang als die Galaxien entstanden sind durch das Wort Gottes. Als Gott sprach: „Licht sei!“

Und nur durch Sein Wort ist das Licht entstanden. Und seit diesem Moment rast es mit der bekannten Lichtgeschwindigkeit durch das All. Und das sind 330.000 km pro Sekunde. Das ist ziemlich schnell. Schneller als die Polizei erlaubt.

Und die Sterne sind entstanden, weil Gott gesprochen hat. Der hat die nicht geknetet mit den Händen. Er spricht und es steht da. Und du bist als neue Schöpfung entstanden, weil Gott Sein Wort gesandt hat und du hast dieses Wort angenommen und deswegen bist du von neuem geboren.

Und nicht nur handelt Gott durch das gesprochene Wort – Er will, dass wir Seine Nachahmer sind und dass wir lernen durch das gesprochene Wort zu handeln.

Was ist der neue Bund?

Jes 59, 21a
[…] dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der HERR: Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe

Das ist der neue Bund. Und Jakobus sagt: Durch unsere Wort steuern wir unser Leben.

Jak 3,2
Denn wir alle straucheln oft3. Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln.

Das ist die praktische Anwendung von diesem Geheimnis: Nicht nur Gott arbeitet durch das gesprochene Wort, wir arbeiten auch mit und durch das gesprochene Wort.

Der Heilige Geist braucht Worte, mit denen er arbeiten kann. Wenn er überführen soll, er braucht Worte. Geschriebene Worte oder noch besser: Worte, die in Kühnheit, in Liebe, in Erbarmen, in aller Klarheit gesprochen worden sind.

Weil wir sind alle mehr oder weniger deformiert und kaputt gemacht worden durch Worte. Ist dir das mal bewusst geworden?

Worte der harschen, lieblosen, zornigen, ungeduldigen Korrektur von unseren Eltern, wobei wir die nicht anklagen wollen, die haben es auch nicht besser gewusst. Durch unsere Lehrer, Kindergarten, Sonntagsschulonkel oder -Tante. Worte der Korrektur gemischt mit negativen Gefühlen wie Ablehnung, Verachtung, Beschämung, Verurteilung, Ausgrenzung – durch diese Worte sind wir kaputt gemacht worden.

Genau genommen nicht durch diese Worte, sondern durch unsere verkehrte Reaktion auf diese Worte.

Indem wir falsche Schlussfolgerungen gezogen haben: Wenn das Autorität ist, ich mach meine Herz zu, ich werde nie wieder erlauben, dass irgendjemand mir sagt, wo es lang geht.

Und diese Entscheidungen treffen wir in ganz frühen Jahren. Und dann bunkern wir die und speichern die tief ab und wir wissen nichts mehr davon, aber diese Entscheidungen sind da, und sie prägen unser ganzes Leben. Und wenn nicht der Heilige Geist kommt, wenn wir nicht Licht hinein lassen in unser Innerstes, dann werden wir mit dieser Haltung ins Grab gehen.

Aber wenn wir uns öffnen für den Heiligen Geist, wenn wir Leben mit dem Wort Gottes wie Gott geboten hat, dass man mit seinem Wort umgehen soll, dann kommt die Wahrheit. Und wir entdecken Lebenslügen, die uns verkrüppelt haben. Und wir entdecken wie schädlich sie sind. Sie waren so logisch, sie waren so einleuchtend.

Als ich anfing mit dem Wort Gottes zu leben, so wie Gott gebietet, dass man damit leben soll, eines der ersten Dinge, die mir bewusst geworden sind, ist diese Lüge, die hochgekommen ist, die ich irgendwann mal beschlossen habe. Das sind heilige Schwüre: Das Schlimmste im Leben ist verletzt zu werden. Und deswegen musst du alles dransetzen, nie wieder verletzt zu werden.

Das klingt so logisch, das klingt so einleuchtend, und es ist völlig verkehrt.

Das Schlimmste im Leben ist nicht verletzt zu werden, das Schlimmste im Leben ist verletzt zu werden, und nicht mit Vergebung zu reagieren. Das ist das Schlimmste.

Nicht was andere mit uns gemacht haben, macht uns krank und kaputt – sondern wie wir darauf reagiert haben: Härte, Gnadenlosigkeit, Rebellion, Stolz, Unabhängikeit – das sind die Dinge.

Und das Gefährliche an diesen Sachen ist, die sind in uns – und wir haben keine Ahnung.

Wir wissen das überhaupt nicht. Aber wir haben den Heiligen Geist, und Er arbeitet ins uns, und er arbeitet im Herzen unseres Jüngers, indem wir ihn einfach nur trainieren, wie er mit dem Wort umgehen soll. Und das ist weitaus mehr als das Kalenderblatt.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (65:00 bis 70:00)

Durch klare, mutige, leidenschaftliche, messerscharfe Verkündigung soll die Furcht Gottes auf die Gemeinde kommen – das ist die Aufgabe von Leiterschaft. Bitte merkt euch das. Das ist euer Job!

Und so kommt die Furcht Gottes in die Gemeinde.

Nicht mit „heititeiti“!

So.

Wieso können die nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen? Jetzt kommt der eigentliche Hammer:

2 Tim 3,8b
so widerstehen auch sie der Wahrheit

Die wollen gar nicht die Wahrheit! Die haben bei allen ihren christlichen Aktivitäten in ihrem Herzen noch nie den Schalter umgelegt: Christsein heißt, der Wahrheit verpflichtet zu sein, Christsein heißt, ich bin entschieden, ich werde jetzt lernen, der Wahrheit zu gehorchen. Das haben sie noch niemals vollzogen in ihrem Herzen, sondern sie haben die Haltung: Was ich mache und was ich für richtig halte und was ich für wahr halte, das bestimme immer noch ich – da kannst du predigen, was du willst. Am Ende bestimme ich.

Und das ist das Gegenteil von Jüngerschaft. Der Jünger sagt: Okay, sagt mir, wo es langgeht. Was soll ich tun? Wo geht’s lang? Was ist das Wort des Herrn für mich? Was brauche ich jetzt? Sag du mir, du bist weiter als ich, du kennst mehr von meinen Problemen als ich selber, sag du mir, wo ist der Weg raus aus diesen Dingen?

Das ist die Haltung der Belehrbarkeit, das ist ein Jünger.

Diese Leute widerstehen der Wahrheit. Sie sagen: Predige was du willst über sexuelle Reinheit, über Geld, über dies und das – am Ende entscheide immer noch ich! Und wenn mir deine Predigt nicht gefällt und wenn mir der Bibelvers nicht gefällt, ich mache, was ich will.

Und das nennt die Bibel „Stolz“.

Und wir haben schon gelernt: Gott widersteht dem Stolzen.

1 Petr 5,5b
Denn „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade“.

Da kann der von Gottesdienst zu Gottesdienst sich hangeln und kann zu Seminaren gehen und kann machen, was er will. Sein Kopf wird angefüllt mit viel, viel Wissen, und er kann andere volltexten, die auch keine Ahnung haben, was aus dem Geist ist und was aus dem Fleisch ist. Aber da ist keine Kraft da, da ist kein Leben da, da kommt nichts wirklich von Gott rüber, und es passiert überhaupt nichts. Sie sind verdorben in der Gesinnung.

2 Tim 3,8b
[…] verdorben in der Gesinnung (im Denken)

Ihre ganze Denkweise ist verkehrt. Das ist das Problem dieser Leute. Und deswegen sagt Paulus: Von diesen wende dich weg.

2 Tim 3,5b
Und von diesen wende dich weg!

So, warum habe ich diese Passage ausgewählt? Um zu zeigen, die Haltung zur Wahrheit entscheidet über alles! Wenn die Haltung zur Wahrheit falsch ist, kannst du Predigten hören, Bücher lesen noch und nöcher – es wird dir nicht wirklich helfen. Und es wird Zeit, dass wir einmal überlegen und prüfen, wie ist meine Haltung zur Wahrheit? Und warum ist das so grundlegend und so wichtig?

Der Gott, der uns gerettet hat, sagt von sich: Ich bin die Wahrheit.

Joh 14,6a
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Und dann sagt er: Ich gehe, und ich sende einen anderen, und der wird euer Lehrer sein, und der wird euch in alle Wahrheit führen.

Joh 16,13a
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten.

Und dann sagt er: Und ich gebe euch ein Buch, und das ist mein Wort, und dieses Wort ist die Wahrheit.

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Also, wo wir hingucken nur Wahrheit. Jesus die Wahrheit, der Heilige Geist ist der Geist der Wahrheit, das Wort Gottes ist die Wahrheit.

Und doch gibt es so viele Gläubige, die in dieser falsches Gesinnung leben: Sie stehen über dem Wort. Sie beurteilen das Wort Gottes und sie sehen hier hat der Paulus Probleme mit Frauen. Und hier das und hier das und sie beurteilen aus menschlicher Art und Weise.

Und jemand sagte: „Puh, also Wort Gottes. Ich bin auch durch die ganze Bibel gegangen, das hat mir nicht viel gebracht“. Und der Pastor sagt: „Okay, aber lass mal die Bibel durch dich gehen!“ Das macht den Unterschied.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (60:00 bis 65:00)

Oder wie Gemeinden sich einen Pastor suchen, die lassen welche vorkommen, sich vorstellen mit Casting und dann predigen die ihre schönste Predigt und dann wird abgestimmt und das ist jetzt unser neuer Pastor. Und der hat keine Beziehung zur Gemeinde, die Gemeinde hat keine Beziehung zu ihm, die wissen nicht, wie der tickt und nach einem halben Jahr kommt raus, was da alles noch nicht stimmt und was da alles kaputt und krank ist und nicht geheilt ist und da haben wir den Schlamassel. Und dann müssen wir den entlassen – und dann fängt das Spiel wieder von vorne an!

Wann hören wir mit diesem Zeug auf?!

Immer wieder lese ich Inserate und Stellenbeschreibungen, und sie denken, das ist wie eine Jöbbörse. Und so kann man einen geistlichen Dienst — ich sage: So funktioniert es: Komm in die Gemeinde, diene hier, fange hier ganz unten an, dein Diplom interessiert uns überhaupt nicht. Und dann wollen wir sehen, wie dein Herz für die Gemeinde ist. Und wir wollen sehen, wie dein Leben ist und daraus kommt dein Dienst.

Wenn wir das so tun würden, viele Katastrophen würden wir uns schenken und sparen. Aber wir haben eine weltliche Gesinnung und wir machen das wie in der Welt: „Na, wenn der 5 Jahre in XY war oder dieses Papier hat, dann muss der ja gut sein“.

Aber welche Probleme der hat, das erzählt der nicht in seiner Predigt! Und der holt die beste Konserve raus und frischt die nochmal auf in der Mikrowelle und präsentiert uns die dann und wir denken: Boah, was für eine tolle Predigt, den Mann brauchen wir.

Wir brauchen nicht den, der schön predigt. Wir brauchen den, der Fürbitte tun kann, der den Mut hat zu ermahnen, der den Mut hat, in das Leben hineinzusprechen, der dienen kann, der die Gemeinde tragen kann auf den Schultern. Das ist, was wir brauchen. Und nicht einen Entertainer, der da irgendwie coole Gesten machen kann und irgendwie uns beeindrucken kann. Wir brauchen solche Schaumschläger nicht. Wir brauchen Menschen mit Substanz, die Gott kennen. Das ist, was wir brauchen. Aber die Gemeinde wird wie ein Geschäft heute gehandhabt.

Okay, ich bin ab vom Thema. Ich bin ja noch gar nicht an dem heißen Punkt, wir müssen weiter in 2. Tim 3. Ich komme immer wieder davon ab. Wo waren wir? Begierden! Von Begierden getrieben.

2 Tim 3,6
Denn von diesen sind die, die sich in die Häuser schleichen und lose Frauen3 verführen – die4 mit Sünden beladen sind, von mancherlei Begierden getrieben werden,

Das ist aber noch nicht das Ende. Das ist noch nicht die eigentliche Wurzel. Dann sagt er erstmal etwas ganz schockierendes!

2 Tim 3,7a
[die] immer lernen

Wir denken, na, da ist doch jetzt mal endlich was Positives. Vorher haben ja viel Schrott gehört von diesen Leuten, aber jetzt hier: Die lernen, und zwar immer! Ja, Hallelujah! Ja, dann wird’s ja was, wenn sie lernen. Was sagt Paulus?

2 Tim 3,7
immer lernen und niemals zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können.

So wenn die wollen – die können nicht!

Und wir haben schon gelernt: Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Die können nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, d.h. die können nicht frei werden. Was immer sie plagt: Zwanghafte Selbstbefriedigung, Drogen, Alkohol, schmutzige Redeweisen, verseuchte Phantasie – was auch immer sie plagt, sie können nicht frei werden. Sie können nicht! Und wenn sie tausendmal wollen, sie können nicht!

Ja, wie geht denn das? Die lernen doch! Irgendwann muss doch mal der Groschen fallen? Wenn auch pfennigweise, aber irgendwann muss doch mal was ankommen?!

Paulus sagt: Null Chance.

Ist das nicht skandalös? Ist das nicht erschreckend? Ein Christ bemüht sich und dann kommt der Apostel Paulus und sagt: Kannst du alles vergessen!

Ja, der fährt zu Konferenzen, der geht zu Seminaren, der gibt viel Geld aus für sein geistliches Wohlergehen?!

Und Paulus guckt sich das an und sagt: Es ist alles umsonst!

Ist das nicht schockierend!

Paulus, wie kannst du so hart sein?!

Paulus ist nie „hart“, weil Paulus Jesus kannte und Jesus ist nicht „hart“. Jesus ist nur klar. Und viele Leute verwechseln Klarheit mit Härte. Und sie können ein klares Wort nicht ertragen. Und dann sagen sie: Das war aber jetzt „hart“.

Gott ist nicht hart – Gott ist barmherzig. Gott ist freundlich. Gott ist willig zu helfen. Seine Hand ist immer ausgestreckt. Aber die kommt nicht so wie wir uns das wünschen. Die kommt so wie Er meint, wie sie richtig ist. Gott ist nicht hart.

Aber weil wir uns so sehr mit unserem Fleisch identifizieren, das rebellieren will, das aufbegehren will, das seine Unabhängigkeit verteidigen will und durch diese Art von Führerschaft, durch diese Art von geistlicher Leitung und dieser Art von Verkündigung, da merkt das Fleisch: „Ja, also hallo, dann ist aber mit meiner Freiheit zuende. Da kann ich ja nicht mehr wie ich will“.

Und weil sie sich mit dem Fleisch identifizieren, darum sagen sie: Das ist hart.

Das ist die Stimme des Fleisches. Das Fleisch jammert: Ist das hart! Wenn so immer verkündigt wird, in dieser Gemeinde, ja, wo bleibe denn da noch ich?!

Hallo?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (55:00 bis 60:00)

Auch da wäre ein „Amen“ gut.

Amen.

Jetzt geht es mehr um das Innerliche dieser Leute: Vers 6 am Ende.

2 Tim 3,6b
von mancherlei Begierden getrieben …

Warum ist das so krass? Weil das Evangelium der Weg ist, wie wir nicht mehr beherrscht werden, sondern wie wir jetzt herrschen.

Nicht von Begierden getrieben werden, sondern wir herrschen über Begierden.

Röm 6,12
So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.

Egal was das ist. Ob das die Begierde ist: Ich will hier ganz groß rauskommen, ich will, dass alle mich liebhaben, ich will angesehen sein, ich will wertgeschätzt werden – oder ob das unreine Begierden sind oder Begierde nach Geld. Das Evangelium ist die Antwort Gottes oder der Weg Gottes wie ein Gläubiger lernt zu herrschen und nicht mehr beherrscht wird.

Röm 5,17
Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Wenn wir die Fülle der Gabe der Gerechtigkeit und der Gnade empfangen, dann herrschen wir in diesem Leben.

Und ich sag immer gerne, weil ich kenne es aus der Vergangenheit: Beherrscht zu werden von Verdammnis, von Depression, von Selbstzweifel, von Menschenfurcht, von unreinen Begierden – ich weiß, was es heißt, beherrscht zu sein. Und ich weiß, was es heißt, frei zu sein.

Und ich kann jedem von euch hier versichern, frei zu sein ist so viel schöner als beherrscht zu sein.

Weil wenn du beherrscht wirst, du läuft immer mit einem schlechten Gewissen rum und du denkst, wenn die rausfinden, was in meinem Leben los, wenn die wissen, wie es wirklich in mir aussieht, wenn die wissen, was ich zu Hause treibe, was ich mir da im Internet reinziehe, was ich für Dinge tue – wenn die das wüssten, die würden alle total umkippen.

Wie ich immer gerne sage: Zu viele Leute in der Gemeinde singen das Rumpelstilzchen-Lied: „Ach wie gut, dass niemand weiß …“

Und holen alle Kraft zusammen, um am Sonntagmorgen für 1,5 Stunden ein siegreiches Lächeln aufzusetzen. Deswegen darf der Gottesdienst nicht zu lange sein, weil 1,5 Stunden, da ist das Limit und dann bröckelt die Fassade und dann schnell nach Hause. Das ist doch nicht normal, ihr Lieben. Das ist nicht die Freiheit der Kinder Gottes. Und deswegen sind so viele Häuser verschlossen und deswegen gibt es so viele Leiter, die ihr Haus nicht öffnen und sie verstehen das völlig falsch, was das Wort sagt: Älteste sollen gastfrei sein.

1Tim 3,2
Der Aufseher nun muss untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfrei, lehrfähig

Sie meinen, das bedeutet „frei von Gästen“ – nein! Es bedeutet, das Haus ist offen und sie sind bereit, ihr Haus zu teilen und jeder kann einmal hineinschauen. Siehst du, was oberflächliche Exegese für Konsequenzen hat, wenn wir nicht richtig studieren, was das Wort meint.

So wichtig, dass wir offene Häuser haben und die Leute können kommen, wie wir im Alltag sind, wie wir da mit den Kindern umgehen, wie wir da mit dem Ehepartner umgehen. Die Leute sollen das sehen! Wir haben nichts zu verbergen. Und wir sind ein Vorbild. Das ist, was Leiterschaft ist: Vorbild der Herde.

1Petr 5,3
nicht als die, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet!

So leiten wir. Und unsere Autorität, die wir von Gott bekommen, kommt durch unser vorbildliches Leben. Nicht weil wir den Titel haben, weil wir studiert haben, weil wir ein Diplom haben, hängt im Büro – guck, da steht’s – ich bin jetzt der und der und ich habe das und das und ich habe diesen Titel und ich bin jetzt Pastor.

Ich sage immer: Möchtest du Gott beeindrucken mit Titeln? Meinst du der Teufel ist beeindruckt mit Diploma?

Ein junger Mann schreibt mir und sagt: Wo empfiehlst du mir, wo könnte ich irgendwie lernen, mich für den geistlichen Dienst vorzubereiten?

Ich sage: In Deutschland fällt mir nur eine Adresse ein: Gehe ins Glaubenszentrum nach Bad Gandersheim.

Ja, aber da kriegt man kein Diplom, das wird nicht anerkannt!

Ich sage: Für was brauchst du ein Diplom? Möchtest du damit Gott beeindrucken? Möchtest du den Teufel beeindrucken? Für was brauchst du ein Diplom? Was willst du?

Ende – kam nichts mehr – das war das Ende unserer Email-Konversation.

Leute wählen den geistlichen Dienst wie irgendeinen anderen Beruf! Und sie müssen einen Universitätsabschluss vorweisen und sie denken, das garantiert, dass sie ein gutes Gehalt kriegen. Jede Gemeinde, die klar im Kopf ist, ist überhaupt nichts von sowas beeindruckt. Sie sagt: Pass auf, wenn du denkst, du sollst in dieser Gemeinde dienen nach deinen drei oder fünf Jahren geistlicher Ausbildung – wunderbar! Komm in die Stadt, such dir eine Wohnung, such dir einen Halbtagsjob, fang an halbtags nebenbei ehrenamtlich in der Gemeinde mitzuarbeiten. Und dann schauen wir, wie sich alles entwickelt und dann schauen wir vom Herrn, wo dein Platz ist. Und vielleicht dann nach einem Jahr oder zwei, dann darfst du auch mal predigen oder vielleicht geben wir dir die Jugend oder du kommst in den Lobpreis – dann schauen wir mal.

Aber nicht: Hier bin ich, hier ist mein Diplom, und wo ist jetzt meine Position?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (50:00 bis 55:00)

Aber wenn ich dann sage: In der Jüngerschaft werden wir sagen, welche Bücher er liest und welche nicht.

„Ja, das find ich jetzt aber krass. Das riecht ja schon ganz schön nach Sekte!“

So reagieren dann Leute, weil sie ihre Unabhängigkeit verteidigen wollen, weil sie immer noch sagen im Herzen: Ich mache, was ich will und du hast mir gar nichts zu sagen.

Das ist Rebellion. Unbelehrbarkeit. „Ich mache am Schluss das, was ich für richtig halte“.

Nein, ein Jünger ist ein Belehrbarer. Und wir sagen: Pass auf, hier ist gute Literatur, die ist geprüft. Dein geistlicher Geschmack ist noch nicht entwickelt, du kannst Gefallen finden an Dingen, die schrecklich sind und die Gott für völlig zerstörerisch hält, aber wir haben ein bisschen mehr Erfahrung und wir sortieren für dich vor. Und hier ist unsere Liste von Büchern. Und das wirst du durcharbeiten in den nächsten Jahren. Und wenn du dann einmal groß bist, dann kannst du selber entscheiden, welche Bücher du liest.

Wie verantwortungsvolle Eltern auch sagen, welche Programme im Fernsehen die Kinder schauen und welche nicht.

Ist das ein Missbrauch unserer elterlichen Autorität? Ist das Unterjochung, Versklavung?

Nein, das ist unsere Liebe zu den Kindern, sie zu schützen vor Dingen, die Gift sind. Und Eltern, die ihre Kinder ins Internet und vor den Fernseher lassen ohne Aufsicht und ohne Raster, was geht und was nicht geht, sind extrem lieblose und verantwortungslose Eltern.

Da hätte ich jetzt mal gerne ein „Amen“ drauf. – Amen – Okay, gut, dann verstehen wir uns.

Wir sind noch immer bei 2 Tim 3 – wir sind ja noch nicht an der Wurzel des Problems angekommen.

Paulus geht von außen nach innen. Er beschreibt ihren Lebensstil. Das, was man von außen sehen kann. Und nachdem er gesagt hat, sie haben die „Form der Gottseligkeit, deren Kraft aber verleugnen“, sagt er schon mal vorab: Von diesen wende dich weg.

2 Tim 3,5
die eine Form der Gottseligkeit2 haben, deren Kraft aber verleugnen. Und von diesen wende dich weg!

Wir werden unserem Jünger sagen, mit wem er Gemeinschaft hat und mit wem nicht. Und er wird keine Gemeinschaft haben, so lange er bei uns in Jüngerschaft ist, mit Leuten, die Spötter sind und die das Wort Gottes mit Füßen treten und die sagen: Hej, ihr seid doch blöd und das muss man doch nicht wörtlich nehmen und das ist doch nicht gedacht fürs Leben, das ist nur, damit der Prediger was zu predigen hat, aber das kann man doch nicht wirklich umsetzen.

Spötter!

Und was sagt das Wort Gottes wenn wir bei den Spöttern sitzen? Es wird uns nicht gut gehen.

Ps 1,1
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt

Und deswegen werden wir sagen: Pass auf, ja, dein Kumpel, der sich auch bekehrt hat, der hat Riesenprobleme, aber du bist nicht der, der ihm helfen kann, weil du ganz ähnliche Probleme hast, und wir arbeiten an deinen Problemen. Und wenn er in Jüngerschaft gehen möchte, dann darf er das gerne tun, aber denk nicht, du hilfst ihm raus.

Schlechte Gemeinschaft verdirbt gute Sitten.

1 Kor 15,33
Irrt euch nicht: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.

So, wir werden genau darauf schauen: Mit wem hat der Gemeinschaft? Und für viele Leute ist das alles so krass, was ich hier erzähle. Aber es ist nur deswegen krass, weil das Wort dir nicht vertraut ist. Weil du noch so geprägt bist von Unabhängigkeit und „ich mache, was ich will“ und die Gemeinde ist doch kein KZ und kein Gefängnis.

Nein, die Gemeinde ist ein Ort, wo du heile wirst. Und du wirst heile, indem man dir beibringt, in den Bahnen des Wortes Gottes zu leben. Weil die Wahrheit frei macht, weil die Wahrheit segnet. Nirgendwo ist mehr Segen zu finden als in der Ordnung Gottes.

Und ich betone es immer wieder: Die Entscheidung für Jüngerschaft kommt freiwillig, weil wir Jüngerschaft gepredigt haben, den Segen der Jüngerschaft und Leute irgendwann aufwachen und sagen: Das wäre die Chance aus meinem Schlamassel rauszukommen – hier bin ich – ich möchte ein Jünger sein.

Mit denen arbeiten wir! Wir zwingen niemandem Jüngerschaft auf, das funktioniert nicht.

Und dann sagen wir: Pass auf, wenn du meinst, jetzt wird es zu krass – und wenn du meinst, wir greifen auf eine Art und Weise in dein Leben ein, die dir nicht gefällt, du hast die Freiheit, an jeder Stelle des Prozesses auszuchecken. Du bist frei. Aber so lange du dabei bist, bestimmen wir die Spielregeln.

Das habe ich von Jesus gelernt. Und viele Leiter zucken zusammen und sehen sich schon auf der Titelseite der Bildzeitung: „Sektenführer manipuliert seine Gläubigen“ – und erpresst ihnen das Geld und raubt ihnen jede persönliche Freiheit.

Menschenfurcht und Menschengefälligkeit hindert uns, unsere geistliche Autorität wahrzunehmen. Und deswegen sind wir die allerersten, die freigesetzt werden müssen, dass wir nicht von solchen Dingen eingeschüchtert werden. Einschüchterung ist eine massive Waffe des Teufels. Und wenn du noch nicht gelernt hast, diese Waffe zu brechen, dann wirst du nicht in der Freiheit dienen können.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (45:00 bis 50:00)

Joseph Prince lehrt tatsächlich: Bei der Bekehrung überführt der Heilige Geist den Ungläubigen über seine Sünde, und dann bekehrt der sich, und dann überführt der Heilige Geist nie mehr von Sünde.

Wir denken, wie kann jemand, der sagt, ich glaube an Jesus, ich glaube an die Bibel – wie kann der sich Zeit nehmen, einem solchen Menschen, ob in Videos, in Fernsehprogrammen oder in Büchern – überhaupt nur 5 Minuten zuzuhören? Wofür?

Er kennt Gott nicht, er kennt sein Wort nicht – warum soll ich meine Zeit verschwenden, von einem solchen Menschen, der andere irre leitet, weil er selber irre geleitet ist – warum soll ich von dem lernen? Warum? Was könnte ich von dem lernen?

Wenn jemand ein Mann Gottes ist, und ist im reifen Alter, und er kennt nicht mal solche elementaren Dinge – was willst du von dem lernen?

Und wenn da auch viele Dinge sind, die er schreibt, die gut sind, wenn jemand das nicht versteht, dass der Heilige Geist auf eine Art und Weise uns vorwärts bringt: Indem er immer wieder neu sein Licht scheinen lässt und uns überführt und uns Dinge zeigt, wo wir dachten, dass die bisher passen – und auf einmal verstehen wir: Die passen nicht! Die sind nicht Christus-gemäß, und Gott hat auch davon mich erlöst, und ich muss umkehren und muss das raustun aus meinem Leben, weil es Ihm nicht gefällt. Das ist Heiligung.

Heiligung ist: Das Licht Gottes scheint, und wir reagieren auf das Licht.

Joh 17,17a
Heilige sie in der Wahrheit!

Und er geht soweit zu sagen, da ist kein einziger Vers in der Bibel, den du benutzen könntest, um mir zu beweisen, dass Gott von Sünde überführt.

Dieser Mann kennt die Bibel nicht.

Und er ist einer der gefährlichsten Irrlehrer, und er erfüllt genau das, was Judas prophezeit hat: Leute schleichen sich ein, und sie missbrauchen die Gnade Gottes.

Judas 4
Denn gewisse Menschen haben sich heimlich eingeschlichen, die längst zu diesem Gericht4 vorher aufgezeichnet sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren und den alleinigen Gebieter und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.

Sie pervertieren die Gnade Gottes zu Ausschweifung. Die Gnade wird auf einmal eine Lizenz zu einem unbedenklichen, leichtsinnigen Leben ohne Besonnenheit. Weil es gibt ja Gnade – Gott hat vergeben. Gott hat alles vergeben. Hat sogar schon deine Sünden, die du noch gar nicht begangen hast, vergeben. Und deswegen ist es Sünde, deine Sünde zu bekennen.

Das sagt dieser Mann!

Ja, da muss doch jeder Neubekehrte sagen: Hallo?! Jetzt ist aber genug!

Und das ist ein Weltbestseller!

Und Leute kaufen dieses Zeug und sind begeistert und ernähren sich von diesem Zeug. Und wenn du dann versuchst, mit ihnen zu reden, die sind schon so intoxikiert, vergiftet durch dieses Zeug, dass sie nicht mehr normal ansprechbar sind.

Sie sind „die Gerechtigkeit Gottes“ – du kannst mir nix sagen.

Und sie verwechseln diesen wunderbaren Stand, den wir haben in Christus, dass wir gereinigt sind, dass wir frei sind und vor Gott stehen dürfen als hätten wir nie gesündigt – verwechseln das mit dem tatsächlichen Stand ihres Charakters und ihrer geistlichen Entwicklung und dass was jeder Mann von ihnen von außen sehen kann. Sie verwechseln das. Und sie sagen: Wir sind geheiligt in Christus und alles ist fertig.

Aber die Bibel sagt: Wir sind geheiligt, wir sind im Prozess, geheiligt zu werden und wir werden geheiligt sein. Das ist, was die Bibel sagt über Heiligung.

Natürlich gibt es Verse, die davon reden: Wir sind in Christus geheiligt.

Aber dann gibt es genau so Verse, die sagen: Jetzt heiligt euch! Vollendet die Heiligung in der Furcht Gottes!

Und sie sagen: Nein, Heiligung ist kein Prozess, Heiligung ist ein Geschenk und fertig, aus und nix.

Und Leute werden verwirrt mit sowas.

Und übrigens, das will ich mal zwischendurch sagen: Jüngerschaft heißt auch: Wir sagen unserem Jünger, was er in der Bibel zu studieren hat und wir sagen ihm, welche Bücher er zu lesen hat. Und welche Bücher er nicht zu lesen hat.

„Ja, das find ich aber krass! Das find ich ja schon ganz schön bevormundend. Ich meine, der hat ja auch seinen freien Willen“.

Nein! Das ist ein kleines Kind. Wenn du ein kleines Kind fragst, was möchtest du heute essen? – Haribo!

Was möchtest du morgen essen? – Haribo!

Was möchtest du übermorgen essen? – Haribo!

Und die Mama liebt das Kind zu sehr, so dass sie sagt: Wenn du jeden Tag Haribo isst, und das als Frühstück, als Mittag, als Abendessen, du wirst krank, armes Kind, das kann nicht funktionieren. Ich bin die Mama, ich weiß mehr als du, auch wenn du das nicht glaubst, aber ich weiß mehr als du, und ich bestimmte deine Diät.

Ist das eine missbrauchende Mama, eine autoritäre, unterdrückende, beherrschende Mama?

Nein, das ist eine liebevolle Mama!

Das verstehen wir alle.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (40:00 bis 45:00)

Sie verleugnen die Kraft Gottes! Das sind die Menschen, die z.B. solche Dinge sagen wie „Christen sind nicht besser, die haben’s nur besser“. Schon mal diesen Spruch gehört?

Christen sind nicht besser. Wir sind genau so wie alle anderen. Wir haben es nur besser. Unsere Zukunft ist heller und schöner usw.

Ist es das, was die Bibel sagt?

Die Bibel sagt: Wir leuchten wie Sterne am dunklen Himmel.

Dan 12,3
Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste; und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit gewiesen haben, leuchten wie die Sterne immer und ewig.

Wir sind Salz der Welt.

Mt 5,13a
Ihr seid das Salz der Erde

Wir sind Licht der Welt.

Mt 5,14a
Ihr seid das Licht der Welt

Maleachi, am Ende das Alten Testaments, er prophezeit, es wird wieder ein Tag kommen, wo man den Unterschied sieht zwischen denen, die Gott dienen und denen, die Ihm nicht dienen.

Mal 3,18
Und ihr werdet wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

Da ist ein Unterschied. Und der Unterschied besteht nicht darin: am Sonntagmorgen laufen die einen fromm mit der Bibel unterm Arm in den Gottesdienst und die anderen gehen auf den Sportplatz oder auf den Auto-Waschplatz.

Sondern der Unterschied ist: Ihre Redeweise. Ihre Verhaltensweisen untereinander. Womit unterhalten sie sich? Was sind die Dinge, die sie sich anschauen im Fernsehen und im Internet? Wie verhalten sie sich bei der Steuererklärung?

Da ist der Unterschied, ob Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit, ob Reinheit oder Unreinheit. Wenn ein Christ so einen Spruch benutzt: „Christen sind nicht besser, die haben’s nur besser“ – dann verrät er damit, er kennt überhaupt nicht das Evangelium. Er hat überhaupt nicht den Anspruch, unser Leben soll etwas zeigen, was die Heiden nicht haben, und wir leben zur Ehre Gottes. Er hat gar nicht den Anspruch.

Sie verleugnen die Kraft Gottes und sie sagen: Wir sind Menschen. Das ist nun mal so. Aber wir haben die Gnade!

Und für sie ist die Gnade wie ein weißes Tuch, was ihren ganzen Schlamassel zudeckt.

Aber Gnade ist nicht etwas, was Gott uns geschenkt hat, um unsere Kompromisse zuzudecken, Gnade ist die *Kraft*, unsere Kompromisse zu beenden! Das ist Gnade!

Der Lügner lügt nicht mehr. Der Ehebrecher bricht nicht mehr die Ehe. Der Betrüger betrügt nicht mehr. Der gestohlen hat, der stiehlt nicht mehr.

Das ist Gnade. Das ist die Kraft der Gnade, die verändert uns, dass wir zu einem Lebensstil kommen. Nämlich einem Lebensstil Christus gemäß. Weil unsere Berufung ist: Gott zu verherrlichen – nicht nur durch Lieder – sondern durch unser Herz. Und alles was aus dem Herzen kommt, und die Bibel sagt: Dein Leben wird von deinem Herzen bestimmt. Dein Leben kommt aus deinem Herzen.

Bewahre dein Herz mit allem Fleiß, weil daraus kommt dein Leben.

Spr 4,23
Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle4 des Lebens.

So, es geht Gott um das Herz.

Und es ist erstaunlich, wie langsam man sein kann im geistlichen Leben. Ich habe erzählt, dass ich eine dramatische Bekehrung erlebt habe. In einer Nacht von Finsternis zu Licht. Und fing an mit Jesus zu leben. Aber es hat ungefähr 15 Jahre gedauert, bis mir auf einmal – oder nicht „auf einmal“, aber es war ein Prozess – bis mir klar geworden ist, der Gott, der mich aus der Finsternis errettet hat, ist an meinem Herzen interessiert.

Es geht ihm um den Zustand meines Herzens. Darum geht es.

Und dann hab ich geforscht und studiert und erkannt: Der Gott, der „die Herzen erforscht“.

Jer 17,10
Ich, der HERR, bin es, der das Herz erforscht und die Nieren prüft, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Taten.

So haben sie in Apostelgeschichte Gott angebetet: „Du Herzenskenner aller, Du, der Du die Herzen erforscht“.

Apg 1,24
Und sie beteten und sprachen: Du, Herr, Herzenskenner aller, zeige von diesen beiden den einen an, den du auserwählt hast

So haben sie Ihn gekannt. Und das ist heute fast nirgendwo mehr vorhanden. Und darum gibt es kaum irgendeine Form von Gottesfurcht.

Und diese Leute haben einen äußeren Schein von Frömmigkeit, von Gottseligkeit, aber keine Kraft und sie sagen: Wie Kraft? Wir sind Menschen und wir sind nun mal so! Aber wir haben die Gnade, uns ist vergeben.

Ein völliger Missbrauch von Gnade! Und das ist sehr, sehr verbreitet in diesen Tagen.

Die Bücher von Joseph Prince sind Bestseller.

Und kaum einer vergleicht seine Idee von Gnade mit dem, was die Schrift sagt. Und kaum einer macht sich Mühe, wirklich in die Wahrheit hineinzukommen, die in der Schrift geschrieben ist.

Und wenn er solchen Blödsinn schreibt: „Der Heilige Geist überführt nicht mehr von Sünde“ – die Leute jubeln noch und sagen: Hallelujah, wunderbar!

Und merken nicht, dass das nicht der Heilige Geist der Bibel ist!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (35:00 bis 40:00)

Weil es von Gott ist, hat es die Natur Gottes. Und weil Gott der wahre Gott ist, deswegen ist auch Sein Wort wahr.

Und ich sagte es schon gestern: Die allermeisten Christen, wenn du sie fragst, ist die Bibel Gottes Wort? „Ja!“

Aber in der Praxis siehst du, sie stimmen Dingen zu, die gegen die Bibel sind, die gegen Gottes Ordnungen sind und sie kennen Gott nicht und sie sind getäuscht und verblendet über ihre eigenen Verhaltensweisen, über ihre eigenen Praktiken, und sie denken, das ist alles in Ordnung und wird abgewunken von Gott. Und das wird es nicht!

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.

Und wir werden viel, viel Zeit drauf verbringen, klar zu machen, welche Schlüsselrolle die Wahrheit im Leben des Gläubigen hat, und wie das aussieht, in der Wahrheit zu leben und mit der Wahrheit zu leben und von der Wahrheit wirklich geprägt zu werden.

Das Verhältnis, das der Jünger hat zum Wort, zur heiligen Schrift, entscheidet über Segen oder Fluch. Fleischliches Leben oder ein Leben zur Ehre Gottes. Über geistlichen Erfolg oder über Misserfolg – die Haltung zum Wort Gottes ist entscheidend.

Nicht das Wissen über die Bibel, sondern die Herzenshaltung.

Ich habe ja erwähnt, dass ich 12 Jahre Pastor war. Und etwas hat mich beschäftigt: Ich hab mich gefragt, wie ist das möglich, das sind zwei Leute in der Gemeinde, die kommen in dieselben Versammlungen, die hören dieselben Predigten, die sind in derselben Atmosphäre des Heiligen Geistes – singen dieselben Lieder – und der eine wächst und wächst und wächst und verändert sich und lässt Kindersachen hinter sich und wird reif und nach ein paar Jahren kannst du sehen, wie Segen von ihm immer mehr ausgeht und wie er ein Teil von Gottes Lösung und Gottes Antwort wird. Und der andere sitzt in derselben Atmosphäre und hat nach ein paar Jahren mehr Probleme als bei seiner Bekehrung, und 20 Jahre später hat er so viele Probleme und landet in der Klinik oder fällt vom Glauben ab oder alle möglichen Dinge in seinem Leben funktionieren nicht – mit Arbeit und Familie und Ehe usw.

Ich hab mich gefragt, wie kommt das zustande? Was ist die Antwort? Was kann man tun, um solche Katastrophen, die ich zuhauf erlebt habe, geistliche Katastrophen, wo Menschen Schiffbruch erlitten haben im Glauben – wie kann man das verhindern? Das war eine Frage, die mich umgetrieben hat.

Und der Heilige Geist hat eines Tages mir Licht gegeben.

2 Tim 3 – eine sehr, sehr wichtige, grundlegende Schriftstelle für das ganze Thema „Jüngerschaft“. Und Paulus beginnt damit, dass in den letzten Tagen bevor Jesus wiederkommt, schwere Zeiten eintreten werden.

2 Tim 3,1
Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere(1) Zeiten eintreten werden

Und dieses Wort „schwer“ wird eigentlich benutzt von „schwierigen Menschen“.

Elberfelder: (1)o. harte; o. böse; das griech. Wort bezieht sich sonst auf Menschen, mit denen schwer umzugehen ist; letztlich werden solche Menschen die „schweren“ Zeiten prägen

Schwierige! Es wird eigentlich nicht auf Zeiten normalerweise bezogen, sondern immer auf Menschen. Was will er sagen?

Die Zeiten werden schwer wegen schwieriger Menschen! Und dann beschreibt er:

2 Tim 3
2 denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig,
3 lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend,
4 Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, – Was für eine schreckliche Liste! – mehr das Vergnügen liebend als Gott

Hier kommen uns zum ersten Mal Zweifel, ob der überhaupt von der Welt spricht!

Wieso soll man von der Welt sagen, sie lieben das Vergnügen mehr als Gott? Die können Gott gar nicht lieben!

Und dann geht es weiter:

2 Tim 3,5a
die eine Form (eine äußere Form, einen Schein) der Gottseligkeit (der Frömmigkeit) haben, deren Kraft aber verleugnen.

Von was redet er hier? Er redet von Menschen, die beanspruchen, gläubig zu sein, und die aber einen Lebensstil der Welt führen, aber man soll sie für gläubig halten. Und sie sind in der Gemeinde. Und das macht die Probleme. Das macht die Zeiten so schwierig. Davon redet er.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (65:00 bis 70:00)

Ich bin der Taugenichts geworden – wie es auf diesem Aufkleber heißt, ja? Vor denen die Eltern uns gewarnt haben. So einer bin ich wirklich geworden. Weil ich das alles so in mir hineingenommen habe. Menschen werden abgelehnt und kriegen immer vermittelt: Du kannst nichts, du bist nichts, du hast nichts, aus dir wird nichts.

Und irgendwann sind sie groß – an Centimetern – und an Jahren, aber da drin ist immer noch der kleine Junge, der fühlt immer noch: Ich kann nichts, ich bin nichts, ich hab nichts, ich werd nichts.

Ist vielleicht dann irgendwie ein ehrgeiziger Bankdirektor oder irgendetwas anderes, aber da drin ist er immer noch der Kleine und er muss es der Welt zeigen. Und er kämpft und ringt und ist kalt und brutal und serviert alle ab, nur um irgendwie diesem zu entkommen.

Und andere haben sich da drunter gebeugt und sagen: Gut, wenn das die Erwartung ist, die meine Familie an mich hat, dann werde ich das erfüllen. Und sie geben ihr Bestes, ein Good-for-Nothing zu werden. Und ihr Leben ist ein Chaos und nichts funktioniert. Die Ehe funktioniert nichts und die Steuererklärung funktioniert nicht und alles geht kaputt und der Fluch klebt an allem, was man tut und das Leben ist einfach schrecklich.

Und Gott will uns heilen von Selbstablehnung. Und wir können nur lernen zu lieben wenn die Selbstablehnung zu Ende kommt. So lange Selbstablehnung, Selbsthass oder irgendwie „ich möchte gerne irgendwie jemand anders sein“ oder „meine Nase ist zu klein“ oder „meine Ohren sind zu groß oder stehen zu sehr ab und das ist der Grund, warum ich unglücklich bin“. Das ist totaler Unsinn.

Du kannst auch mit Segelohren glücklich sein, wenn du nur das alles ein bisschen lockerer nehmen würdest und sagen würdest: So hat Gott sich mir vorgestellt. Ein bisschen humorvoll und lustig, aber warum nicht. Offensichtlich muss es auch sowas wie mich geben.

Nicht die Segelohren sind schuld für das Unglück, sondern deine Meinung über die Segelohren: „Wie kann einer glücklich leben mit solchen Ohren?“ Das ist die Meinung dahinter. Und die kann man ändern.

Die Ohren kannst du nicht ändern. Na, könntest du auch, mit Schönheitsoperationen. Ob du danach glücklicher bist und nicht das Gefühl hast, sie liegen ein bisschen zu flach an, das ist vielleicht noch eine andere Frage.

Ich hatte mal ein junges Mädchen in der Seelsorge und sie sagt: Oh, ich bin so unglücklich. Ich sag: Warum? – Ich hab so einen Riesenpickel auf der Nase.

Ich sage: Wo?

Ich konnte ihn gar nicht sehen, aber sie war so unglücklich, weil so ein Riesenpickel auf der Nase war. Ich hab ihn überhaupt nicht entdeckt.

Nicht der Pickel hat sie unglücklich gemacht, sondern ihre Idee über den Pickel. Verstehst du?

Und so haben wir auch alle möglichen Ideen, die uns unterdrücken, die uns irgendwie denken lassen: Ich bin der größte Blödmann aller Zeiten.

Und wir lehnen uns ab. Und niemand kann glücklich leben, der sich ablehnt. Es ist nicht möglich.

Und du sagst: Um mich lieben zu können, müsste ich erstmal ganz anders sein.

Nein, umgekehrt: Liebe ist die Voraussetzung, dass du anders wirst.

Wenn du damit warten willst dich anzunehmen bis du anders bist, du wirst nie anders werden. Das kannst du vergessen. Und Schönheit, meine lieben Damen, kommt von innen.

Echte wahre Schönheit kommt von innen. Und ich habe Frauen gesehen, die nicht gerade ein Ausdruck von Schönheit waren, aber wenn die Kraft Gottes kommt, wenn sie anfangen, Liebe anzunehmen, wenn sie anfangen, sich lieben zu lassen, wenn sie anfangen, Achtung vor sich selber zu bekommen, dann auf einmal siehst du Veränderungen, dass du es kaum glauben kannst.

Das hat nichts mit „dick“ oder „dünn“ oder irgend so etwas zu tun, sondern das kommt von innen heraus. Das kommt von innen.

Und Gott will uns heilen. Und ohne Heilung von Selbstablehnung gibt es keine Liebe. Das ist unmöglich. Wir können nicht Menschen lieben wenn wir uns selbst nicht lieben können. Das ist nicht möglich.

So haben wir diese schwere Aufgabe: Wir sollen lernen uns selbst zu lieben.

Ist das nicht furchtbar, das Leben der Nachfolge? Wieviel Opfer wir bringen müssen! Wie schrecklich!

Das ist religiös! Wir müssen keine Opfer bringen, wir müssen Geschenke annehmen. Geschenke sollen wir annehmen und so werden wir freigesetzt. Und man könnte alles zusammenfassen, eigentlich die ganze Geschichte mit Befreiung, die ganze Geschichte mit Heiligung und Charakterveränderung, könnten wir zusammenfassen unter einen Punkt:

Liebesfähig werden.

Das ist eigentlich alles. Das ist der kleinste Nenner. Das ist, was die Schrift sagt:

1 Tim 1,5a
Die Hauptsumme aller Unterweisung ist Liebe.

Alle biblische Lehre, egal über was, soll letztenendes ein Ziel erreichen – und das ist Liebe.

Die Hauptsumme aller Unterweisung ist Liebe.

Gott will, dass wir zu Seiner Liebe kommen und durch Seine Liebe fähig werden, diese Liebe anderen zu geben. Das ist, was Gott will. Und Charakterveränderung und Heiligung passiert dann auf dem Wege.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (60:00 bis 65:00)

Sondern es muss zu einer echten Erfahrung kommen, die auch nicht nur ein Mal ist, sondern die einen Strom von Liebeserweisen einfach fließen lässt in unser Leben.

Geliebt sein macht willig.

Ich weiß nicht, wie das bei dir war, aber ich glaube, jeder hat irgendwie in seiner Sturm- und Drangzeit irgendwann mal eine Liebschaft gehabt und da hat er sich gefühlt, also, wenn’s drauf ankommt – ich gehe auch auf den Himalaya und ich pflücke das Alpenedelweiss oder irgendwie sowas. Man ist bereit alles zu tun. Ich hatte ein Mädchen gehabt, war mitten in der Schule, war 16 Jahre alt, und ich hab mir drei Tage von der Schule unter falschem Vorwand frei genommen – nicht, dass das lobenswert ist, wie gesagt, ich war ja kein Christ – und ohne Geld bin ich bis nach Rotterdam getrampt.

Und ich habe 1 1/2 Tage gebraucht und hab ein paar Stunden mein Mädchen gesehen, dann bin ich wieder zurück getrampt. Man macht alles. Würde man sich hinsetzen am Schreibtisch und sagen: Also, macht das Sinn? Anderthalb Tage unterwegs zu sein, sich an die Autobahn zu stellen wie ein Depp und zu warten, bis einer einen mitnimmt – nur um ein paar Stunden ein Mädchen zu sehen?

Das macht keinen Sinn! Aber Liebe rechnet nicht.

Und wenn Gott uns dient und wir seine Liebe erleben – Liebe macht uns willig – zu geben. Liebe macht uns willig zu dienen, selber zu investieren in das Reich Gottes, in das Leben von anderen Menschen, in das, was Gott uns einfach an Aufgaben gibt.

Wenn ich so von meinen Reisen zurückkommen wie jetzt diese hier, ich hab noch so eine stressige, anstrengende Reise gehabt und ich habe das Gefühl, ich brauche ein Jahr Urlaub wenn ich hier wieder ankomme – 12 Tage Zentralasien und ich war fix und fertig.

Fix und fertig! Und normalerweise man würde sagen, okay, vergessen wir’s. Nie wieder. Nie wieder. Hab mich noch zusammenschlagen lassen und alles mögliche hab ich da an komischen Dingen erlebt. Man würde menschlicherweise denken, okay, vergiss es, das war’s, nie wieder.

Aber ich bin zu Hause, tanke auf in der Liebe Gottes und sage: Gott, wann kann ich wieder fahren?

Das ist verrückt! Das ist verrückt!

Gott, wann erlaubst du mir wieder, diesen Dienst fortzusetzen?

Die Liebe macht uns willig und wir berechnen nicht. Und wir sagen nicht: Ja, aber was ist, wenn das nächste Mal dasselbe nochmal passiert? Man rechnet nicht.

Die Liebe Christi drängt uns, sagt Paulus.

2Kor 5,14a
Denn die Liebe des Christus drängt uns

Sie motiviert uns. Sie ist eine ungeheure Schubkraft. Und wir sind bereit, alles zu geben. Wir rechnen nicht.

Und das ist richtig. So lange wir rechnen müssen: Oh, kann ich jetzt wirklich dieses Geld geben? Kann ich das jetzt wirklich tun?

So lange – vergiss es – bist du nicht in der Liebe und du bist nicht frei. Du bringst irgendwelche Opfer und es schmerzt dich und dahin geht das Geld und du winkst ihm noch mit einem feuchten Auge hinterher. Und das hat alles nichts mit Liebe zu tun.

Sondern du ringst dir irgendwelche Opfer ab, weil du meinst, du müsstest opfern. Vergiss das alles.

Das sind tote Werke.

Erst kommt die Liebe Gottes, die uns dient. Und danach, ohne dass wir rechnen, ohne dass wir nachgedacht haben, einfach, wir tun etwas. Wir geben einfach.

Ich rede jetzt nicht nur unbedingt von Geld, aber es trifft genauso auch auf das Geben von Geld zu. Wir geben Zeit, Energie, Kraft, Aufmerksamkeit. Und wir können etwas tun, wir können uns wegschenken, weil wir bekommen haben von Gott. Wir können nur geben, was wir bekommen haben.

Und es ist die Liebe Gottes, die uns hilft einfach über all die alten Dinge der Selbstablehnung, der Selbstvorwürfe und der Selbstverachtung hinweg zu kommen.

Und Gott will uns heilen, dass wir Achtung haben vor uns selbst. Manche Leute verwechseln Selbstverachtung mit Demut.

Und das ist nicht göttlich. Gott will, dass wenn du am morgen dein Gesicht im Spiegel siehst, also nicht in der Zeitschrift „Spiegel“, sondern im Badezimmer, dass du dich freust darüber. Und es gibt Leute, die kriegen eine Krise wenn sie sich im Spiegel sehen.

Sie kriegen eine echte Krise.

Und Gott will uns freisetzen, sogar wenn du dich im „Stern“ siehst, sollst du immer noch gelassen bleiben. Hallelujah.

Und das bringt nur die Liebe fertig, die uns heilt von dieser Selbstablehnung. Wir sind vielleicht aufgewachsen in einer Atmosphäre von Geringschätzung, Anklage, Vorwürfe, Druck und negativen Erwartungen: „Du schaffst es nie“. Du bist ein – wie heißt es auf Englisch? „Good for Nothing“ – so hat’s mein Englischlehrer ausgedrückt. Der Französischlehrer hat’s auf Französisch gesagt, ich weiß leider den Ausdruck nicht mehr, ich war so schlecht in Französisch. Er hatte einen speziellen französischen Ausdruck. Und der Englischlehrer: „A young good-for-nothing“.

Also „gut für nix“ – kann man wörtlich übersetzen.

Und meine Oma hat es wieder anders gesagt. Und alle haben sehr große Erwartungen gehabt, dass aus mir ein totaler Versager wird. Und ich habe diese Erwartungen erfüllt mit bestem Wissen und Gewissen. Und als ich 21 war, mein Leben war ein Wrack. Ich habe es geschafft, da hin zu kommen, das zu erfüllen, was man von mir erwartet hatte.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (55:00 bis 60:00)

Anders herum ausgedrückt: Solange ich Angst habe vor Korrektur, empfindlich bin, bei jeder kleinen Frage, bei jedem Fragezeichen, das man so macht bei mir, an die Decke gehe – wie das „HB-Männchen“ oder empfindlich schmolle oder mich zurückziehe oder zurückschlage: „Ja, aber was du da gemacht hast, das ist ja noch viel schlimmer!“

Irgendwie so diese Reaktionen – so lange wir so reagieren, ist es ein sicheres Anzeichen dafür, dass wir tiefer hineinmüssen in Demut. Weil wir uns nämlich immer noch selbst verteidigen, weil wir in Selbstgerechtigkeit sind, weil wir immer noch diese verkehrte Verbindung in uns bestehen haben:

Fehler würden bedeuten, ich bin wenig oder weniger wert.

Deswegen darf ich keine Fehler haben und niemand darf sehen, dass ich Fehler habe – und überhaupt – ich habe eigentlich gar keine Fehler. Und wenn alle so vollkommen wären wie ich, dann wär die Welt schon das Paradies.

Und wir werden freigesetzt von diesen verkehrten Haltungen, so dass wir auch von Menschen Korrektur annehmen können. Und da beweist sich, was Demut ist. Korrektur annehmen können. Und nicht besserwisserisch sind, rechthaberisch sind und irgendwie unsere Meinung durchdrücken müssen.

Also Empfindlichkeit oder sich immer ganz schnell irgendwie abgelehnt fühlen, sind klare Beweise dafür, dass wir nicht in der Demut leben. So einfach ist das. Da können wir eine Checkliste haben: Wie reagiere ich? Und warum ist das so? Weil ich nicht gesichert bin, weil ich nicht das habe in mir, was Gott will, dass ich es habe, nämlich Seine Liebe.

Ich habs vorhin schon gesagt, ich will das noch mehr betonen: Eigentlich beginnt alles damit, dass wir uns dienen lassen von Gott.

Gehorsam, das ist ein starker Satz, den hätte ich vor drei Jahren nicht gebracht – Gott gehorsam werden, heißt, Ihm zu erlauben, mir zu dienen.

Das musst du dir mal auf der Zunge zergehen lassen.

Wir dachten: Jawohl, Opfer bringen, das macht nichts, wie schwer es mir fällt, aber ich werde nach Grönland gehen, auch wenn das für mich der größte Horror ist, und ich werde ehelos bleiben und ich werde dieses tun und ich werde diese Opfer bringen, ich werde alles machen, weil Gott ist mein Alles, und Er fordert es und es schmerzt mich total, aber ich gebe dieses Opfer und reisse mich irgendwie los von dem Schnöden, meine Videoanlage werde ich jetzt auch noch verkaufen – ich gebe alles für Gott.

Das ist Schrott, das ist religiös, das kannst du vergessen!

Gott hat keine Probleme, dass du eine Video- oder eine Stereoanlage hast oder irgendwas. Problematisch wird’s wenn die Stereoanlage dich hat.

Dann wird’s problematisch. Dann wird’s echt problematisch.

Gehorsam Gott gegenüber fängt damit an, dass ich Ihm erlaube, mir zu dienen.

Jede Veränderung in meinem Lebensstil, in meinem Charakter beginnt damit, dass Gott etwas neues tut an mir. Und es ist der pure Ungehorsam nur etwas zu hören und zu sagen: Jawohl, das werde ich tun und wir rennen los und wir tun es aus unserer eigenen Kraft.

Gott will, dass wir uns dienen lassen, dass Er unserer Seele dient, dass wir durch Erkennen und Glauben zur Erfahrung der Liebe kommen. Charakterveränderung kommt zustande durch Liebe oder sie kommt nicht zustande.

Charakterveränderung – es schreiben heute so wenig mit, ich sage solche starken Kernsätze, die werden dich noch dein Leben lang begleiten –

Charakterveränderung beginnt durch Liebe.

Ohne Liebe gibt es keine Charakterveränderung. Du kannst dann wie so eine Ratte bei Skinner irgendwie trainiert werden. Irgendwie an der richtigen Stelle dann auf das richtige Knöpfchen zu drücken oder irgend so etwas, aber das hat mit echter Charakterveränderung nichts zu tun. Du lernst nur religiöses Verhalten. Aber du lernst nicht wirklich von Herzen einfach in neue Freiheiten zu kommen. Und das will Gott. Und ohne Liebe, die wir fühlen, ihr Lieben, fühlen (!) – gibt es keine Charakterveränderung, keine Durchbrüche.

Und die Betonung liegt auf „fühlen“. Nur zu wissen, Gott hat die Welt geliebt … – das reicht einfach nicht aus.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (50:00 bis 55:00)

Okay, das sind die beiden Dinge, die Gott will, dass wir sie lernen: Sanftmut und Demut.

Und sozusagen Heilung, Befreiung von Einflüssen aus der Vergangenheit, sozialer Aufstieg, soziale Wiederherstellung, Liebesfähigkeit sind sozusagen unvermeidbare Abfallprodukte.

Nicht, dass ich das das gering schätze, ja? Heilung und Wiederherstellung. Aber wenn wir in diese Bereiche hineinkommen und wir lernen, was Sanftmut ist, und wir lernen, was Demut ist … das, was wir vorher suchten, die Befreiung, das kommt von ganz alleine.

Weil wir in die Wahrheit hineinkommen und wirklich in der Wahrheit leben. Und Jesus sagt:

Joh 8,32
und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!

Die Wahrheit macht frei! Noch einmal: Nicht die vollmächtige Hand des Seelsorgers, wo du denkst, hoffentlich hat er genug gefastet, um alle Dämonen bei mir auszutreiben.

Manche Leute denken, oh, ich suche den vollmächtigen Seelsorger, der mit mächtiger Pranke dann irgendwie so seine Hände auf mich legt und dann die Worte des Herrn irgendwie spricht und dann irgendwie – simsalabim – natürlich nicht okkult, sondern „Hallelujah“ und irgendwie so auf einmal passiert es.

Das gibt es nicht!

Neulich hatte ich riesige Kopfschmerzen vor einer wichtigen Botschaft, die ich predigen sollte in einer Konferenz. Und ich hatte einen solchen Druck und spürte wirklich satanischen Widerstand und hatte Kopfschmerzen als wenn einer so eine Lanze in meinen Kopf reinsticht. Und da waren ein paar Leute vom Team und noch ein anderer russischer Bruder, und ich sage: Bitte betet für mich.

Und er war Bergarbeiter. Und er hat ein solche Pranke gehabt. Und er fasste mir auf den Kopf und mein Kopf augenblicklich in einem Schraubstock. Und ich hatte zwei Kopfschmerzen – den ursprünglichen plus den neuen, den er mir verpasst hatte. Und ich wünschte nur eines: Er würde schnell aufhören zu beten.

Und als er aufhörte zu beten, war ein Schmerz schon mal weg. Und ich hatte nur noch den ursprünglichen, das war schon ein Segen, ja.

Und wir denken manchmal: Oh, wenn nur einer richtig für uns betet und uns mal echt durchbetet …

Jesus ist unser Fürsprecher und er betet dich durch.

Aber es ist nicht nur seine Fürbitte, sondern es sind auch seine Anweisungen. Und er sagte: Junge, jetzt geh doch diesen Weg, ich zeig’s dir doch.

Es ist so einfach: Tu, was der Herr dir sagt.

Und wir suchen manchmal irgendwo ganz mystisch, seltsam und kompliziert den Willen Gottes. Und es ist einfach in unserem Herzen. Und Gott sagt: Jetzt hör endlich auf, so deine Frau zu behandeln. Gott sagt: Mal ganz ehrlich, wie beurteilst du diese Worte, die du gerade gesprochen hast zu deiner Frau?

Und wenn wir auf diese kleinen, zarten Hinweisen des Heiligen Geistes eingehen würden und mit ihm übereinstimmen würden, Sünde bekennen würden, d.h. sie zu nennen, wie er sie nennt. Das heisst „bekennen“ – „homologeo“: „genau so sagen wie er“.

Er sagt, es war einfach ungezügeltes Temperament, es war lieblos, es war verletzend. Und dann sag du nicht: Die hat’s mal gebraucht! Oder du sagst: Nein, nein, das war „heiliger Zorn“.

Ich sage dir: Bevor wir nicht von unserem Zorn befreit werden, werden wie nie von Gott gebraucht werden, heiligen Zorn Gottes zu demonstrieren gegenüber anderen. Niemals. Bevor wir da nicht freigesetzt sind, werden wir nicht verstehen, was heiliger Zorn ist.

Gott will, dass wir lernen, wahrhaftig zu sein. Und der Heilige Geist ist da und er gibt, wenn wir nur wollen, wenn wir nur ihm erlauben, wenn wir nur ihn fragen, er gibt seine Kommentare.

So, das nächste Mal, du fühlst dich irgendwie: Oh, irgendwie stimmt jetzt was nicht, irgendwie ist was daneben gelaufen, ich weiß nicht, was – frag den Heiligen Geist, und er ist da, und er sagt dir: Du, überleg mal, warum hast du diesen Witz gerissen, den du da gerissen hast?

Ich glaube, dass Gott sehr viel Humor hat und dass er nichts dagegen hat, dass wir Witze reissen, aber wenn Witze ein Mittel sind, Aufmerksamkeit zu erheischen. Und wir so mit unserem Kollektenbeutelchen rumrennen und die Reihe im Hauskreis oder sonst irgendwo abkassieren – überall ein bisschen Anerkennung – das ist nicht in Ordnung.

Sondern aus dem Überfluss dessen, was wir haben, gibt es mal Situationen, wir sind witzig. Das gibt es manchmal, glaubt mir das. Gott hat Humor, und das ist auch gar kein Problem. Das ist kein Problem.

Aber wenn Humor oder Witz oder irgendetwas ein Mittel ist, mit dem wir was erreichen wollen – das ist nicht in Ordnung. Das ist etwas, was Gott uns abgewöhnen möchte.

Und so ist der Heilige Geist da, und er gibt uns seine Kommentare und seine Hinweise und seine Hilfen. Und Demut heißt, ich bin belehrbar, ich lasse mir etwas sagen, ich bin nicht unantastbar, ich bin nicht unhinterfragbar und unfehlbar, sondern ich lasse mir etwas sagen. Und wenn diese Haltung da ist gegenüber Gott, dann interessanterweise wird auch diese Haltung gegenüber Menschen da sein.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (45:00 bis 50:00)

Deswegen – Heiligung, wie das die Bibel nennt – oder sagen wir „Charakterveränderung“, charakterliche Durchbrüche – ohne eine Beziehung zum Heiligen Geist ist erstens sehr krampfig und stressig, und zweitens gar nicht möglich.

Wirkliche Charakterveränderung ohne den Geist, der heiligt – wie er auch genannt wird, ist nicht möglich.

Röm 1,4
der eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist, der da heiligt, durch die Auferstehung von den Toten – Jesus Christus, unserm Herrn.

Weil wir es nämlich alleine tun und das ist dann der berühmte Münchhausen, der sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zieht.

Wir sind in der Unabhängigkeit und das lösen wir, indem wir uns aus der Unabhängigkeit befreien.

Und das funktioniert nicht.

Wir können nur aus der Unabhängigkeit herauskommen, indem wir wieder in die Abhängigkeit hineingehen. Wir kommen in die Abhängigkeit wieder hinein, und zwar nicht als Knechte, sondern weil das die Wahrheit ist, und weil wir Gott brauchen und Ihn bitter nötig haben und wir endlich dahinter kommen, das ist unsere wahre Position und das ist das wirkliche Glück: Wir sind Kinder Gottes und wir sind die Beschenkten.

Und wir lassen uns beschenken.

Eine wunderschöne Definition, die jetzt im Zuge dieser neuen Wirkungen des Heiligen Geistes uns klar geworden ist und die Gold wert ist für seelsorgerliche Maßnahmen und Ratschläge: Demut heißt, bereit zu sein, sich lieben zu lassen.

Da fällt dieser ganze Schmarn weg von schwächlich, kränklich und fast masochistisch den „unteren Weg gehen“, verzichten und sich was abkneifen und irgendwie sich heiligen. „Es kostet zwar viel, aber es muss sein, es macht uns unglücklich, aber Gott will es“.

Das ist alles religiöser Schmarn. Und das hat mit biblischer Heiligung überhaupt nichts zu tun. Und Gott wird das ganze Verständnis von was das eigentlich ist – Heiligung – total verändern. Und dieses Religiöse – wir werden in einigen Jahren zurückschauen und sagen: So etwas hat man früher geglaubt über Heiligung? Das ist ja nicht zu fassen!

Das ist ja nicht zu fassen! Das war erstens viel zu anstrengend, zweitens total unecht und es hat niemandem wirklich etwas gebracht.

Keinerlei echte Erweise von Gottes Segnungen.

Demut heißt, wir kommen in die Wahrheit zurück: Ich bin ganz schwach, ich bin ganz bedürftig.

Und das hat eine Kurve gebracht in meinem Leben. Früher wollte ich immer stark sein. Jetzt versuche ich so schwach wie möglich zu sein.

Weil ich schwach BIN! Und ich muss mich in die Wahrheit hineinbegeben und davon überzeugen, ich bin schwach und ich brauche Gottes Hilfe für alles mögliche! Für meine Arbeit, für all die Dinge des Alltags, für alles. Ich brauche die Hilfe Gottes. Und den starken Mann zu markieren – das ist eine einzige Lüge, das ist eine einzige Täuschung.

Und Gott will, dass wir anerkennen: Wir brauchen Ihn. Und wir sollen von Ihm uns dienen lassen. Noch einmal: Demut heißt, sich von Gott lieben lassen. Das ist Demut. Hallelujah.

Also nicht irgendwas, was wir opfern, irgendwas, was wir irgendwie tun und wo wir uns anstrengen, um uns irgendwie klein zu machen oder so etwas. Wir brauchen uns gar nicht klein zu machen, wir sind sehr klein. Wir müssen das nur erkennen.

Wir sind doch abhängig von Gott. Aber diese Abhängigkeit muss erkannt werden!

Abhängig von Gott sind wir alle – so lange du hier heute abend sitzt, ich schätze, keiner von euch hat sich hier vorgenommen, Achtung, ich muss drauf achten, alle 25 Sekunden einmal zu atmen.

Oder hat sich das jemand vorgenommen und peinlich auf die Uhr geguckt? Das tust du von ganz alleine. Warum? Weil Gott das in dir einfach wirkt. Du lebst, weil Gott will, dass du lebst. Und deswegen sorgt Gott dafür, selbst wenn es nicht in deinem Terminkalender steht, dass du atmest. Dass dein Herz schlägt. Du tust doch nichts dazu, dass dein Herz schlägt. Oder? Das macht es ganz von alleine. Aber nicht „es von alleine“ – denn schau mal an: Wenn einer stirbt, dann macht „es nicht mehr von alleine“. Warum? Weil das Leben aus ist. Weil das einfach der Zeitpunkt ist, wo hier Sense ist.

Gott wirkt in uns. Wir sind total abhängig, aber wir erkennen das nicht. Wir erkennen das nicht!

Und Gott will, dass wir in Abhängigkeit hineinkommen, dass wir unsere Abhängigkeit ausleben. Wir öffnen die Bibel und bevor wir wieder anfangen: Oh Mann, ich habe Abitur, ich habe studiert, ich werde das jetzt auch verstehen hier – begeben wir uns da auf ein ganz niedriges Niveau und sagen: „Herr, ich weiß eins, ich bin strohdumm, bitte lehre du mich. Komm, Heiliger Geist, lehre du mich. Ich will nicht vermessen sein und denken, ich kann dieses Buch hier irgendwie knacken und verstehen. Das ist mir alles viel zu hoch. Lehre du mich, was Leben ist. Lehre mich die Geheimnisse des Lebens“.

Und dann kommt der Heilige Geist und er zeigt uns Dinge aus der Schrift – die lernst du auf keiner Bibelschule.

Das kriegst du nirgendwo her. Aus erster Hand von Gott selbst, der dir einfach dient durch diesen wunderbaren Helfer, den er uns gegeben hat.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (30:00 bis 35:00)

Und dieser arme Mann, der nicht von Gott abhängig ist, sondern von Menschen und von Umständen, hat „klein beigegeben“, hat sich erpressen lassen. Was hätte er tun sollen? Sagen: Passt auf, ihr tretet nicht morgen ab, ihr tretet heute ab, ihr seid alle abgesetzt. Wenn das eure Gesinnung ist – ihr verteidigt Sünde in der Gemeinde und wollt mich als Pastor unter Druck setzen und erpressen?! Ich habe keinerlei Vertrauen in eure Geistlichkeit, ihr seid alle abgesetzt. Lieber singe ich acapella mit der Gemeinde, aber nicht mit einem korrupten Lobpreisteam.

Schon mal im Alten Testament gelesen, welche Ansprüche an die Leviten da gelegt wurde? Das musste heilige Männer sein! Und wir sagen heute: Hauptsache, es funktioniert!

Ich kenne eine Gemeinde, die denken, das muss alles schön sein und rund sein und ansprechend sein – die haben keinen Drummer gehabt. Was haben die gemacht? Die haben einen ungläubigen Schlagzeuger engagiert. Der kommt dann kurz vor Gottesdienst, professioneller Schlagzeuger, spielt dann mit im Lobpreis – und jeder sieht, wie gelangweilt er ist. Und jeder sieht, dass ihm das alles keinen Spaß macht, aber wegen des Geldes kommt er. Wenn sein Dienst fertig ist und er sitzt da so müde und macht da seinen Schlag, und jeder erkennt, der betet nicht Gott an, der macht hier einfach nur ein bisschen Kohle.

Und wenn fertig ist, hält er die Hand auf, kriegt sein Geld und geht nach Hause und dann predigt der Pastor.

Wie fühlt sich Gott über sowas?

Verstehen wir da so etwa wie im Alten Testament: Ich kann das Geplärr eurer Lieder nicht mehr hören!

Amos 5
21 Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen!
22 Wenn ihr mir auch euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so habe ich doch kein Wohlgefallen daran, und das Dankopfer von euren Mastkälbern schaue ich gar nicht an.
23 Tue nur hinweg von mir den Lärm deiner Lieder, und dein Harfenspiel mag ich nicht hören!

Jes 1
13 Bringt nicht länger nichtige6 Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel. Neumond und Sabbat, das Einberufen von Versammlungen: Sünde7 und Festversammlung ertrage ich nicht.
14 Eure Neumonde und eure Feste hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen.
15 Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht – eure Hände sind voll Blut.
Wie würdest du dich fühlen wenn du Gott wärst?

„Ach wie schön, guck mal, einen Drummer haben sie jetzt auch. Jetzt ist die Sache rund“?

Du würdest sagen: Hallo, das soll Anbetung sein? Der betet hier sein Geld an, der macht das nur für Geld, der kennt mich überhaupt nicht. Und diese Leute haben kein Problem, aber ich hab damit ein Problem!

Wir kennen Gott nicht. Wir kennen die Heiligkeit Gottes nicht. Wir kennen die Furcht Gottes nicht. Wir lassen das laufen wie eine Show. Vielleicht nicht gerade diese Gemeinde – ich kenne diese Gemeinde nicht, aber das ist, was an vielen Orten im Lande passiert. Und dann wundern wir uns, warum keine Gegenwart Gottes kommt. Wenn du Gott wärst, du würdest in eine solche Gemeinde auch nicht kommen. Es ist eine Beleidigung, eine Majestätsbeleidigung. Eine Beleidigung der Heiligkeit Gottes.

Aber welche Prediger möchten solche Dinge predigen? Da kriegt man keine „Likes“, da kriegt man eher einen Daumen nach unten. Und das ist ja auch nicht gut fürs Geschäft. Hallo?

Wenn kriegen wir wieder Leute, die sagen: Gott ist Gott und ich setzt alles auf eine Karte und ob ich geliked werde oder disliked werde oder was die Leute mit mir machen, das ist mir alles so schnurzpiepegal – ich bin auf Gottes Seite und Gott ist mit mir und „wenn die ganze Welt voll Teufel wäre – es wird uns doch gelingen.“

Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.

Ein feste Burg ist unser Gott (Martin Luther)

Wenn Gott mit uns ist, wer kann gegen uns sein?

Röm 8,31
Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

Aber da bangen die Pastoren um ihre Gehälter, bangen im ihren Kram, dass der noch irgendwie funktioniert. Der funktioniert wenn wir alles auf Gott setzen! Und wenn wir Gott endlich Gott sein lassen. „Gebt mir meine Gemeinde zurück“, das ist, was Er sagt. Es ist Seine Gemeinde. Wer hat uns erlaubt, da reinzupfuschen und Dinge zu etablieren und Dinge zu dulden, die Ihm ein Greuel sind – um des Erfolges willen, um des guten Ansehens willen.

Ihr Lieben, diese Spiele müssen aufhören, diese Dinge müssen aufhören, und zwar sehr schnell.

Zurück zu Jüngerschaft.

Wir werden sehr stark betonen, was ist das Wort Gottes, warum braucht es das Wort Gottes, wie lebt man mit dem Wort Gottes, was muss er tun, tagtäglich zu Hause, damit durch das Wort Gottes der Heilige Geist ihn prägen kann, ihn erziehen kann, ihn motivieren kann, ihn formen kann, ihn verändern kann?

Jesus betet zum Vater:

Joh 17,17a
Heilige sie in der Wahrheit.

Was ist „Heiligung“? Heiligung ist: Absonderung für Gott, damit wir gebrauchsfähig sind, damit Er wirklich durch uns wirken kann und Er die Ehre bekommt. Heiligung ist unsere Berufung. Wir sind berufen zur Heiligung.

Wir werden viel darauf verbringen, dem Jünger einzupauken, was seine Berufung ist im geistlichen Leben.

Joh 17,17
Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.

Das Wort Gottes ist Wahrheit!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (40:00 bis 45:00)

Wir spüren das alle. Das ist irgendwie unerträglich.

Demut heißt, abhängig sein von Gott und in der Wahrheit leben und gelernt zu haben, alles, was wir brauchen von Ihm zu bekommen.

Und wir alle brauchen „geehrt zu werden“, wir brauchen „ermutigt zu werden“, wir brauchen es, getröstet zu werden, gestärkt zu werden und zu erleben, dass wir tatsächlich wertvoll sind.

Da zuckt jeder Religiöse zusammen und sagt: Nein, das darf doch nicht sein, dass wir fühlen sollen, wir sind wertvoll.

Doch, das will Gott. Gott will, dass wir es erleben, dass wir in seinen Augen, wie es auch in Jesaja heißt, wertgeachtet sind. Wir sind sehr, sehr wertgeachtet.

Jes 43,4a
Weil du teuer bist in meinen Augen und wertvoll bist und ich dich lieb habe

Und niemand kann wirklich lieben, der diese Erfahrung nicht macht und gemacht hat, dass er wertvoll ist. Es ist nicht möglich. Und wir werden gleich sehen, wie eigentlich das Ganze dann darauf hinausläuft, dass wir einfach geheilt werden zur Liebesfähigkeit.

Wir haben begonnen mit unseren eigenen Problemen, wir wollen frei werden von Einflüssen der Finsternis. Jetzt sind wir mittendrin in Charakterveränderung. Und das ganze geht einfach in Richtung: Wir werden liebesfähig.

Liebesfähig im Sinne von wir werden fähig, Liebe anzunehmen, und in dem Maße, wie wir fähig werden durch Gottes Güte, Liebe anzunehmen – in dem Maße werden wir fähig auch Liebe zu geben.

Und das hat sehr viel damit zu tun, dass wir in die Wahrheit kommen, dass wir beginnen, Gott zu vertrauen, dass wir Seine Liebe erkennen, dass wir Seine Liebe glauben.

1Joh 4,16
Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.

Erkannt und geglaubt! Und nur durch Glauben können wir Erfahren. Also können wir sagen: Erkannt, geglaubt und deshalb erfahren.

So kommt Liebe Gottes zu uns. Und Gott fängt an uns zu sagen: Schau mal, da suchst du mit deinen klugen Bemerkungen, mit deinen Witzen, mit deinen Albernheiten, mit diesem und jenen – oder mit deinem besonders ernst sein – jeder hat so sein eigenes Ding irgendwie drauf, um Aufmerksamkeit, Anerkennung zu erheischen. Die einen müssen sich die Haare grün machen, um irgendwie aufzufallen und Anerkennung zu kriegen. Und die anderen müssen sich eben in den dezenten Nadelstreifenanzug hineintun und irgendwie besonders wichtig tun, mit dem Handy durch die Gegend fahren, obwohl sie gar keiner anruft.

Man hat herausgefunden, der Hauptgrund, warum die Handys sich sie verkaufen, ist der, dass das den Leuten das Gefühl gibt, dass sie besonders wichtig sind. Deswegen laufen die Handys so.

Denn weißt du, die, die überall erreichbar sein müssen, das sind doch gar nicht die dicken Chefs. Die großen Chefs können sich erlauben, für Tage von der Firma weg zu bleiben – die, die immer erreichbar sein müssen, das ist das Fußvolk. Aber das hat man gar nicht durchdacht. Es sieht so intelligent aus, man sitzt am Steuer und man hat das Handy da und dann redet man.

Es gibt sogar einen Telefondienst, da kannst du Geld bezahlen und bestellen, dass die dich anrufen. Das gibt es! Also, du setzt dich in die Bahnhofsvorhalle mit deinem Diplomantenköfferchen, setzt dich da in Pose und weißt, aha, jetzt ist es 8:34 Uhr, um 8:36 Uhr ruft mich jemand an. Du kannst da sogar einen Auslandsanruf bestellen. Du hast dann gerade irgendwie deinen Geschäftspartner oder deine Freundin dabei – und dann: „Hallo, hier ist Taiwan“. Und dann kriegst du da einen echten Anruf aus Taiwan. Und dann können noch ein paar Anrufe ankommen und deine Freundin denkt: Wow, der hat ja wirklich Geschäfte zu laufen, internationale Connections! Wow! Also entweder Drogenkartell oder Schiebereien oder irgendwie das ganz dicke Geschäft. Wow.

So ein Affenzirkus läuft ab in unserer Gesellschaft. Das sollte man nicht denken, aber das ist Tatsache. Das sind nicht Dinge, die ich mir jetzt ausdenke oder so, um diesen Punkt zu illustrieren: Leute sind bereit viel Geld zu bezahlen, nur um wichtig zu erscheinen. Das ist tatsächlich so.

Und vielleicht auf einer nicht so kostspieligen Art und Weise haben wir auch so unsere Arten und Weisen, um anderen zu signalisieren, wir sind doch wichtig. Erkennt das doch mal an! Sieh das doch, wie wichtig ich bin.

Und Gott, dass wir diese Mätzchen bei uns durchschauen und dass wir sagen, das ist doch affig, das brauche ich doch nicht. Ich bekomme doch Liebe gratis frei Haus so viel ich möchte. Und wenn ich einen Mangel habe an Wertgefühl, Er füllt das doch gerne aus, dazu wohnt doch der Tröster in mir! Nicht mal ein Ferngespräch oder eine Postkarte brauche ich zu schicken, sondern das ist da! Ein Freund liebt zu jeder Zeit.

Spr 17,17a
Ein Freund liebt zu jeder Zeit

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (25:00 bis 30:00)

Wir haben eine Kraftquelle, die uns ermutigt oder die uns befähigt, mitten in Schwierigkeiten ermutigt zu sein. Und da lernen wir ein bisschen, wie Gott ist, weil das ist, was Gott tut: In all den Problemen, die Er mit der Gemeinde hat – Gott ist nicht zornig, Gott ist nicht frustriert, Gott ist nicht enttäuscht, Gott ist nicht beleidigt, Gott zieht sich nicht zurück und sagt: Dann macht doch euren Kram alleine! Jetzt habe ich es satt mit euch!

Gott ist voller Geduld, voller Erbarmen, streckt immer wieder Seine Hand aus und sagt: Kommt! Und ich gebe euch. Und ich helfe euch. Und geht mit. Und kooperiert bitte – das ist Gott. Gott ist nicht ärgerlich und frustriert.

Er ist von großer Geduld. Und in all dem Schlamassel, den Er am Hacken hat mit der Gemeinde, ist Er ermutigt. Das ist das große Wunder. Gott ist nicht depressiv, muss nicht Anti-Depressiva schlucken. Er sitzt nicht im Himmel und sagt: Ja, meine Güte, wenn ich das alles gewusst hätte, was da am Ende rauskommt – das hätte ich mir doch alles schenken können.

Gott ist ermutigt. Und Gott weiß, am Ende wird der Plan gelingen. Am Ende wird Er Seinem Sohn eine herrliche Braut übergeben, an die der Sohn sich Seine Ewigkeit lang freuen kann. Das wird am Ende sein. Woher weiß ich das? Weil ich das Buch bis zu Ende gelesen habe.

Die Braut hat sich bereitet. Das Weib hat sich bereit gemacht. Und dann kommt die Hochzeit.

Und bis dahin haben wir einen weiten Weg. Und als erstes müssen wir sicher stellen, dass wir nicht noch weiter absacken und dass der Standard nicht noch niedriger wird als er schon ist. Ich kann jetzt 42 Jahre Christsein überblicken in Deutschland. Und ich sage dir: Vor 40 Jahren, der Standard an Hingabe, an Verbindlichkeit, an Ehrlichkeit, an Treue in den Ehen usw., ist vor 40 Jahren wesentlich höher gewesen als heute.

Wir sind im Moment auf keinem guten Weg und es ist höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen und zu sagen: Wir müssen wieder zurück in die Dinge, die wir verloren haben. Wir haben dem Feind erlaubt, uns zu berauben. Und warum konnte der Feind das tun? Weil wir ein falsches Evangelium über Jahrzehnte gepredigt haben. Und weil wir uns geweigert haben, auf die Stimme des Heiligen Geistes zu hören und weil wir gesagt haben: Wir wollen lieber groß und mächtig werden und zahlreich werden und wir benutzen irgendwelche Marketing-Strategien, die aus Amerika kommen – statt in dieses Buch zu gehen und zu tun, was dieses Buch sagt. Das ist unser Problem.

Und deswegen erlauben sich der Großteil der Gemeinden auf Jüngerschaft zu verzichten. Es ist nicht, weil sie noch nie was gelesen haben von Jüngerschaft. Es kostet ihnen zu viel, es ist zu mühsam. Und die Leiterschaft zuckt davor zurück, weil sie sagt: Wenn wir damit anfangen, dann läuft uns die Hälfte der Leute weg!

Okay. Dann lass sie laufen!

Aber das können wenige. Und die Leiterschaft lässt sich erpressen von der Idee, wenn wir tun, was die Bibel sagt, da laufen die Leute weg. Und wenn die Leute weglaufen, läuft das Geld weg. Und wenn das Geld wegläuft – wer wird dann hier noch das ganze finanzieren? Und die Gehälter und die Heizung und die Miete und das alles usw.? Und Pastoren lassen sich erpressen und merken nicht, wie erbärmlich das ist und wie sie damit in der Hand von Menschen sind. Anstatt wirklich zu sagen: Hej, das ist Gottes Gemeinde, der wird sich kümmern. Und wenn die Hälfte weggeht, dann wird Gott andere Leute schicken, aber wie auch immer – das Geld, was wir brauchen, um das alles am Laufen zu halten, das wird da sein, weil es ist Seine Gemeinde und Er kümmert sich um Seine Gemeinde.

Ich habe zu viele erpressbare Leiter kennengelernt.

In einer Gemeinde kam raus, dass Unzucht im Lobpreisteam ist. Zwei lebten miteinander wie Mann und Frau, die nicht verheiratet sind. Und der Lobpreisleiter wusste das und hat das gedeckt. Und dann kam das raus. Und der Pastor hat so viel Gottesfurcht gehabt, dass er verstanden hat, das kann er nicht dulden. Und er muss einschreiten. Und er wollte die beiden konfrontieren. Und dann hat der Lobpreisleiter sich vor diese beiden gestellt, die da in Sünde leben und hat dem Pastor gesagt: Pass auf, wenn du die antastest, dann tritt morgen das ganze Lobpreisteam ab.

Und da ist er zusammengezuckt und hat gesagt: Ja, meine Güte, das Lobpreisteam tritt ab – und was dann? Was machen wir dann? Wie soll denn der Gottesdienst funktionieren ohne Lobpreisteam?!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (35:00 bis 40:00)

Man schleicht auf Zehenspitzen und man – also das war irgendwie eine solche unechte religiöse Atmosphäre da. Und ein solcher Armseligkeits-Geist irgendwie dort. Oh, es war unerträglich.

Und das ist nicht Demut. „Entschuldige, dass ich überhaupt existiere“ oder „Entschuldigung, natürlich verzichte ich bereitwillig schnell und ganz auf meine Meinung“. Das ist nicht Demut. Der Demütige hat eine Meinung und er kann sie mit Sanftmut vertreten.

Er muss nicht pushen, er muss nicht manipulieren, den anderen eins überbraten, aber er hat eine Meinung, und die kann ihm auch niemand nehmen. Und er hat auch keine Angst davor, seine Meinung zu sagen: Demut führt dazu, dass wir angstfrei werden.

Wir haben keine Angst vor Menschen, weil wir in Abhängigkeit sind von Gott und weil wir für Ihn leben und nicht leben, um Menschen zu gefallen.

Wirkliche Freiheit ist in Demut enthalten. Und Gott will, dass wir wirklich in die Wahrheit hineinkommen, dass wir eine sehr realistische Einschätzung davon haben, wer wir sind, was wir können, was wir nicht können. Und wie sehr wir die anderen brauchen. Gott hat das sehr geschickt gemacht: Er hat die Gaben in der Gemeinde sehr breit gestreut und niemand kann sagen, ich brauche die anderen nicht – und ich habe das alles selber. Niemand kann das sagen.

Wir brauchen einander. Und wenn einer in dieser Insel- oder Bunkermentalität lebt, wo er sagt, alles, was er braucht, um Gott zu dienen, hat er selbst – dann ist er in großem Irrtum. Und Gott wird ihm die Augen öffnen, wie bedürftig er ist. Wir sind bedürftig und wir brauchen einander. Und nur der Demütige bringt es fertig, den Wert in den anderen zu sehen. Und er kann den anderen höher achten als sich selbst. Und er kann Dinge tun, die es normalerweise in dieser Welt nicht gibt. Er kann seine Kraft und seine Fantasie und etwas gebrauchen, den anderen hoch zu heben, den anderen zu Ehren kommen zu lassen.

In der Welt läuft es genau anders herum: Man nimmt alle Kraft, alle Energie, alle Fantasie den anderen möglichst irgendwie nach unten zu drücken, damit man selber erhöht wird. Das ist das Prinzip der Welt: Sich zu erhöhen und die anderen niedrig zu machen. Das ist der Sinn von Spott. Den anderen fertig zu machen, damit die möglichst blöd da stehen und wir dann im Gegensatz zu ihnen dann eben als sehr clever und überlegen scheinen. Und das Problem ist, dass das Lust abwirft – zwar nicht sehr viel, deswegen muss man sehr viel solche blödsinnigen Dinge tun – aber Sünde wirft Lust ab.

Und deswegen tun wir diese Dinge.

Und der Demütige kann sich etwas erlauben, was niemand anderes sonst kann: Er kann andere hoch heben. Und das ist, was Gott tut. Gott kommt herab und Er hebt den Geringen, so sagt es Psalm 113,7 – aus dem Staub.

Ps 113,7a
der den Geringen aufrichtet aus dem Staub

Das ist, was Gott tut. Und wenn wir das erfahren, dass wir von Gott geehrt werden, hochgehoben werden, dann wird Gott uns zeigen, wie wir andere hochheben können.

Nur wenn du die Ehrung von Gott erlebt hast, kannst du in wirklicher unreligiöser, unkitschiger Weise beginnen, andere hochzuheben. Sonst wirst du das niemals schaffen und du wirst die anderen immer als deine Plattform benutzen, als deine Bühne, um dich selber darzustellen.

Und das ist etwas so schreckliches, was uns allen sofort auffällt und wir nicht ertragen können. So sehr wir uns bemühen. Wenn im Hauskreis einer diese Situation benutzt, um mit irgendwelchen Scheinerfahrungen und Berichten und Einsichten in neue Dinge dort irgendwie allen zeigen will, wie geistlich und wie fortgeschritten er schon ist. Stimmts? Wir können das alle nicht ertragen! Wir sagen: Herr, stoppe diese Schwester, ich kann es nicht ertragen. Ich will sie liebhaben, aber stoppe sie!

Es ist so furchtbar, weil wir spüren, es wird Gott die Ehre weggenommen. Und stattdesssen schmückt man sich selber wie so einen Tannenbaum mit allem möglichen Glitzerzeugs und irgendwie und lässt sich bestaunen und bewundern und funkelt da vor allen: „Ja, schaut doch mal, wie weit ich schon fortgeschritten bin“.

Das ist für uns unerträglich. Wir spüren das in uns, das ist nicht echt. Das ist nicht richtig. Jemand nimmt dort die Ehre, die Gott gebührt.

Wenn wir Fortschritte haben und wenn wir Veränderungen gemacht haben in unserem Leben, dann weswegen? Weil Gott gut ist, weil Gott gnädig ist und weil Gott in uns gewirkt hat. Nicht, weil wir so clever sind, so viel gebetet haben oder so viel gefastet haben oder so viele Kapitel in der Bibel gelesen haben.

Wenn Gott etwas getan hat in uns, dann deswegen, weil Gott gut ist. Aus keinem anderen Grunde. Und wir werden Ihm die Ehre dafür geben. Aber der Nicht-Demütige will sich erhöhen, will sich die Ehre geben, will sich groß machen. Und das stinkt uns.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (30:00 bis 35:00)

Und wir müssen uns nur hüten vor der Verzweiflung, wo wir gefallen sind und dann so enttäuscht sind über uns, dass wir, die wir doch schon so geistlich stark waren, jetzt wieder gefallen sind und jetzt bleiben wir vor lauter Schmollen und Enttäuschung über uns liegen – und wir sind nur noch verzweifelt und sagen: Ach, es hat doch keinen Zweck – oder: was ich so oft höre dann, wenn ich mit jemandem mal so ein Programm durchgehe, wie er so wirklich Grund bekommt in sein Leben. Und ich sehe, er macht echte Schritte und die Freude des Herrn kommt und er geht siegreich nach vorne und dann irgendwann ist er wieder ganz niedergeschlagen: „Es funktioniert alles nicht“.

Ich sage: Was funktioniert nicht? So lange du getan hast, was die biblischen Anweisungen waren, hat es prächtig funktioniert, ich hab dich gesehen – im Hauskreis, in der Gemeinde, in der Arbeitsgruppe. Ich hab dich gesehen, es ging gut, Gott war mit dir und der Segen des Herrn war da.

– „Es geht alles nicht!“

Ich sage: Weißt du was? Du bist gefallen und du bist einfach zu stolz, zuzugeben, dass du gefallen bist! Steh wieder auf! Der Gerechte fällt sieben mal und steht wieder auf!

Spr 24,16a
Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf

So lange du die Schritte gegangen bist, ging es. Also wenn du jetzt wieder aufstehst, es wird wieder gehen! Es wird wieder gehen.

Die Dinge, die Gott will, dass wir sie tun, sind so einfach, so simpel, dass wir manchmal geneigt sind, daran vorbeizugehen. Wir suchen irgendwie die großen Lösungen, die irgendwie am besten mit einem einzigen Gebet so kompakt vom Himmel plumpsen und denken, das ist es.

Aber das, was uns aufgegeben wurde oder was von uns erwartet wird, erfordert Ausdauer.

Und Gott will, dass wir den langen Atem haben und dass wir sagen: Ein Charakter wird nicht an einem Tag verdorben und ein Charakter wird auch nicht an einem Tag erneuert.

Was ist Charakter? Charakter ist eine Serie von bestimmten Denkweisen und Einstellungen – und das haben wir trainiert mit viel Fleiss, Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr – und jetzt denken wir, dass in einem Augenblick alles anders ist. Erlösung ist, wir haben die Kraft Gottes in uns, unsere Gedanken zu verändern und dann die Herzenshaltungen zu entdecken und auch die zu verändern – und dann unser Herz zu bewahren. Das ist Erlösung. Und das geht schrittweise.

Und wir sollen nicht frustriert sein und sagen: Ohhh, da kommen wir ja nie an ein Ende.

Darum geht es nicht. Es geht darum, dass du weitergehst, dass du Schritt für Schritt deine Dinge einfach tust, die der Herr will.

Im Nachfolgen und im Gehorsam einfach, darin liegt der Segen. Ich weiß nicht, ob du auch so wie ich als ich neu bekehrt war, kam dann so in christliche Kreise und habe so in Würde ergraute ältere Brüder gesehen, die mir so als leuchtendes Vorbild vorgestellt wurden – und ich war so erschrocken. Und mein Gebet war: „Herr, es darf auf keinen Fall sein, wenn ich 40-50 Jahre mit dir gegangen bin, dass ich dann so ein Abziehbild von Mann geworden bin. Das darf nicht sein, das wäre furchtbar! Das kann ich mir nicht vorstellen, dass das wirkliche Heiligkeit bedeutet, so schwach und so wenig männlich irgendwie zu sein, das kann nicht sein, Herr, bewahre mich!“

Es war wirklich ein Problem. Und das sind dann die lieben Brüder, die sagen: Junge, ich steh seit 50 Jahren in der Nachfolge.

Genau das ist das Problem: Wir sollen gehen, wir sollen nicht stehen. Wir sollen mit Jesus gehen. Schritt für Schritt. Wir sollen nicht stehen, sondern mit ihm zusammen gehen. Nachfolge. Er geht voran, wir folgen. Das ist ein Widerspruch in sich: „Zu stehen in der Nachfolge“. Das ist das Problem.

Ich weiß nicht, ob ihr das mal kennengelernt habt. Da hab’s auch nicht viel Lehre und erst dachte ich: Naja, die müssen es ja wissen.

Und in mir sagte alles: Nimm es nicht an, nimm es nicht an! Glaub es nicht.

Das war ein Problem.

Okay, Sanftmut und Demut – das sind die beiden Dinge. Und „demütig“ muss ich auch noch ein bisschen mehr erklären. Demütig bedeutet nicht, wir haben keine Meinung und wir laufen immer mit gesenktem Kopf umher und sagen: Bitte, ich bin der Fußabtreter der Nation oder wenigstens von meiner Arbeitsstelle oder hackt nur alle auf mir herum, ich bin Christ, mit mir könnt ihr es machen. Und wenn du mir eine klebst, dann halte ich dir auch noch die andere Wange hin.

Demütig sein heißt in der Wahrheit zu leben, heißt abhängig zu sein vom Herrn, von der Wahrheit.

Wenn Demut nicht zur Freude führt und zu einem gesunden Selbstwertgefühl, dann ist es keine Demut, dann ist es eine selbstgemachte, menschliche Demut, wovon es in Hülle und Fülle negative Vorbilder gibt. Gott will nicht, dass wir religiös werden. Gott ist nicht religiös – Hallelujah! Und er möchte nicht, dass wir religiös werden. Er möchte nicht, dass wir diese falsche Bescheidenheit entwickeln.

Ich war mal in solchen Familien, ich erinnere mich jetzt gerade an eine Situation. Es war eine solche Beklommenheit: Man fühlte sich so wie: Entschuldigung, dass ich hier wage zu atmen. Lieber Bruder, entschuldige bitte, vergib mir, würdest du mir vielleicht bitte den Zucker rüberreichen.

Du kriegst totale Probleme und denkst: „Mein lieber Mann, ich muss ja noch viel lernen“, hab ich gedacht.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (25:00 bis 30:00)

Und der geht so lange wie hier wandeln auf der Erde – wir wachsen und wir lernen immer weiter, wir kommen nie an den Punkt. Wenn du sagst: „Oh, ich hab alles schon gelernt, es gibt nichts mehr, was die mir hier beibringen können, ich brauche nicht mehr in die Gottesdienste zu gehen, weil ich kenne schon alles“. Ich sage dir: Du hast ein Problem.

Ein ganz ernstes.

So lange wir hier sind, wir werden immer lernen, wir sind die Lernenden. Und je mehr du glaubst, du weißt schon alles, um so weniger weißt du.

Ich habe noch nie dieses Bewusstsein so intensiv gehabt wie meinetwegen in den letzten Monaten meines Lebens, dass ich fast nichts begriffen habe, dass ich fast nichts weiß – ich gehe jetzt 20 Jahre mit dem Herrn. Früher habe ich gedacht, ich weiß schon eine Menge. Und jetzt komme ich dahinter, ich weiß fast gar nichts. Und das, was ich weiß, auch nur so bruchstückhaft, dass ich denke: Mein lieber Mann, jetzt muss aber wirklich noch einiges passiert. Das sagt auch meine Frage – und es passiert auch, es kommt. Es kommt!

Gott ist geduldig und wir wachsen und wir lernen von Ihm. Wir lernen. Wir gehen wieder in die Schule. Denke nicht, das ganze Ding ist zuende wenn du das „Grundlagenseminar“ absolviert hast. Da hast du nur in den Lehrplan einmal hineingeschaut.

Du kannst an der Uni einen Studienkurs, da kannst du den Studienführer mal durchblättern. Das heißt noch nicht, wenn du ihn durchgeblättert hast, dass du das Hochschulstudium absolviert hast. Und was wir hier tun, wir blättern nur durch den Studienführer, aber danach heißt es: Studieren. Und zwar nicht 10 Semester, sondern wirklich Jahrzehnte bis der Herr wiederkommt.

Womit ich nicht sagen will, dass in 10 Jahren du noch an denselben oberflächlichen Charakter-Problemen arbeiten wirst wie du das vielleicht tun musst. Du wirst gewaltige Fortschritte machen in 10 Jahren, aber nachdem du diese Dinge, die du jetzt siehst, bewältigt hast, wird Gott dir weitere Feinheiten zeigen. Gott ist dabei, und Er weiß noch einige Dinge, die werden dich überraschen.

Er ist nicht überrascht. Er hat es schon gewusst, als Er dich angenommen hat, als du dich bekehrt hast. Wir sind manchmal total geschockt wenn der Heilige Geist so lieb wie möglich und so in Zeitlupentempo wie möglich irgendwelche Abgründe von negativen Einstellungen und Haltungen und Selbstsucht und Selbstgerechtigkeit – uns solche Dinge zu zeigen – wir sind total geschockt und wir denken: Huch, Hilfe, hoffentlich hat’s der Herr noch nicht entdeckt.

Was wird passieren? Wird Er mich noch lieben?

Und Gott muss immer sehen, dass unser Glaube an Seine Liebe schritt hält mit den Entdeckungen, die Er uns machen lässt über uns selbst. Wir müssen immer in der Balance bleiben. Und überhaupt ist die große Regel im Worte Gottes nie die: Wenn du was lernen willst über dich selbst, schau in dich hinein – auf gar keinen Fall, das ist strengstens verboten.

Heb 12,2 sagt: auf ihn wegsehen! Wegsehen auf Jesus! Weg von was? Von uns!

Ich war einmal ein ganz junger Christ, kann mich noch erinnern, und ich hab in einer Versammlung einen starken Mann Gottes gesehen und er hat etwas gesagt, und er ging Jahrzehnte schon mit dem Herrn und im Heiligen Geist, und es hat mich total verblüfft: Er sagte: Also immer wenn ich nicht mehr auf Jesus sehe, wenn ich anfange auf mich selber zu sehen, dann werde ich sehr ungesegnet.

Ich dachte: Was? Wie kann der das sagen? Ein solcher Mann Gottes? Und er sagt, wenn er auf sich selber sieht, dann ist der Segen zu ende?

Und erst viel später hab ich verstanden: Was wir haben an Freiheit, an Erlösung, haben wir alles im Glauben. Und das heißt in Hingabe und in Einheit mit Christus. Und wenn wir das verlassen und wieder in eigene Ressourcen irgendwie investieren oder daraus nehmen, sind wir wieder alleine und wir werden fürchterlich fallen.

Egal wie weit du gekommen bist im Glaubensleben, es ist nicht etwas, was du getrennt von Gott in die Tasche steckst und du hast es und dann ziehst du deine Wege.

Sondern die Erlösung, auch die charakterlichen Durchbrüche, sind immer, auch wenn sie noch so real sind, in Abhängigkeit von einem Leben unter seiner Herrschaft. Und wenn wir da herausgehen, dann können wir innerhalb von wenigen Wochen zuschauen – manchmal geht’s noch schneller – wie die alten Klamotten alle wieder zurückkommen.

Diese Gemeinschaft zu verlieren mit dem Herrn heißt: Die alten Sachen, von denen wir schon befreit gewesen waren, werden wieder zurückkommen, weil es keine Heilung hier auf Erden gibt, keine Heiligung, kein Neu-werden unserer Persönlichkeit getrennt von Ihm. Nur in Abhängigkeit von Ihm.

Und das alles ist „too much“ als dass man das in Kürze lernen könnte und wir brauchen Zeit und die gesteht der Herr uns auch ein. Wir können lernen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (20:00 bis 25:00)

Jer 17 sagt: Verflucht ist, wer sich auf Menschen verlässt.

Jer 17,5
So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht, und dessen Herz vom HERRN weicht!

Verflucht ist, wer sich auf Menschen verlässt!

Warum? Weil es eine Form von Götzendienst ist, weil wir damit letztenendes Menschen zu dem machen oder ihnen die Position geben, die nur der Herr in unserem Leben haben kann. Nur der Herr kann in unserem Leben die Position haben, dass Er uns tröstet, dass Er uns hilft, dass Er für uns ist, dass Er uns liebt, aufbaut, ermutigt. Und das ist einer der großen seelsorgerlichen Probleme, dass Menschen sich selbst im Wege stehen und blockieren, weil sie diese Verhaltensweisen und diese Haltung, die dahinter steht, noch nicht durchschaut haben bei sich selbst – und deswegen nicht abgelegt haben.

Wir können ja nur die Dinge bei uns ablegen und verändern, wo wir tatsächlich vom Heiligen Geist etwas sehen.

Deswegen habe ich vorher so intensiv über das Wort Gottes gesprochen, das erst einmal Licht bringt.

Heb 4,12 noch einmal: Es ist ein lebendiges, scharfes Ding, das Wort Gottes. Und es ist ein Richter, es dringt durch, trennt Seele und Geist und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.

Und was für ein herrlicher Tag, wenn jemand erkennt: Ich habe bis jetzt immer von Menschen geholt.

Erkennbar daran, jetzt verstehe ich es: Wenn sie mal nicht so lieb waren zu mir wie sie sein sollten, bin ich ein tiefes Loch der Depression gefallen oder bin wütend geworden und habe sie gezwungen und manipuliert, doch wieder lieb zu sein. Wenn das Licht des Wortes Gottes kommt, fangen wir an, Dinge zu erkennen, die sind unbezahlbar!

Weil nur wenn wir das sehen, können wir uns verändern, sonst kann man sich den Mund fusselig beten. Und andere Leute können versuchen uns zu helfen: Ja, begreifst du es denn nicht, was bei dir los ist?!

Nein, wir begreifen nicht. Erst wenn das Licht kommt.

Denn das ist ja das Vertrakte und die Bibel redet vom „Betrug der Sünde“.

Hebr 3,13
Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es »Heute« heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!

Die Sünde täuscht uns und betrügt uns und wir können mitten in der Unabhängigkeit sein, mitten im Götzendienst und wir sehen es gar nicht! Und wir würden mit dem treuesten Augenaufschlag sagen: Aber Pastor, Götzendienst – ich doch nicht. Ich bin doch Christ, ich gehör doch zu Gemeinde, ich bete sogar in neuen Zungen, ich war sogar im Grundlagenseminar!

Kol 3 sagt: Habsucht ist Götzendienst.

Kol 3,5
Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist

Wir müssen mal eine andere biblische Denkweise annehmen und das biblische Raster übernehmen. Wir denken, Götzendienst ist: Wir gehen nach Indien oder in Thailand in Urlaub und dann knien wir uns vor dem Buddha nieder in der Hoffnung, wir kriegen da auch noch irgendwie einen Segen ab. Und dann würden wir denken: Das ist ja primitiv, das ist ja heidnisch, das ist ja Götzendienst.

Habsucht ist Götzendienst!

Und was ist Habsucht? Da sind wir gut dran als Deutsche, das Wort erklärt sich selbst: Es ist die Sucht, etwas haben zu wollen.

Hab-Sucht ist Götzendienst.

Da merken wir, wir müssen erstmal ganz anders denken, wir müssen erstmal all diese biblischen Maßstäbe übernehmen. Und deswegen habe ich das so stark herausgestellt: Gottes Wort ist die Wahrheit. Und wir haben schon die Entscheidung getroffen: Wenn Gott irgendetwas irgendwie nennt, ich werde es übernehmen, auch wenn es mir nicht passt.

Und wenn Er sagt: Habsucht ist Götzendienst – dann habe ich vorher schon die Entscheidung getroffen, wenn es in der Bibel steht, dann übernehme ich es.

Und so können wir beginnen, verborgene Haltungen, die Gott schrittweise offenbart, zu erkennen, zu richten bei uns selbst, abzulegen und eine neue Haltung anzunehmen und dann zu lernen in dieser Haltung zu bleiben. Mit manchen Rückfällen, aber Gott ist geduldig und Gott arbeitet mit langem Atem bei uns, und wir sollen auch geduldig sein.

Spr 24,16a
Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf

Wie kannst du erwarten, wenn du 30 Jahre lang dein Vertrauen auf Menschen gesetzt hast, in einem Tag das beenden zu wollen? Das ist unmöglich. Das ist unmöglich! Du kannst nicht 30 Jahre lang mit rechts schreiben und von einem Tag auf den anderen schreibst du mit derselben Perfektion mit links. Das geht nicht. Du musst lange trainieren bis du das kannst.

Und so müssen wir eine Reihe von Dingen verlernen. Und es geht ja hier um den Lebensstil. Und ein Lebensstil wird nicht von einem Tag auf den anderen zur Perfektion eingeübt, sondern es ist wirklich ein Üben, ein Trainieren. Und ich weiß nicht, wie du dich empfindest, aber seit meiner Bekehrung bin ich in einer Art Psychotherapie.

Nicht, dass ich hier oben ’ne Knäcke hätte oder so – das ist schon einigermaßen geheilt. Aber eben doch, dass es eine Heilung meiner Seele und meiner Persönlichkeit gibt, die schrittweise voranschreitet.

Für diese Therapie zahle ich keinen Pfennig, macht auch noch Spaß, und ich bin echt motiviert, den Kurs zuende zu machen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (15:00 bis 20:00)

Und Sanftmut heißt, man kann locker bleiben. Man kann nachgeben. Auch da, wenn man weiß, man hat recht und der andere ist im Unrecht. Weil Gott streitet, Gott ist unser Rächer, Gott arbeitet und Gott bringt die Sache heraus. Und Gott wird ans Licht bringen, was richtig ist. Und wir müssen uns nicht aufplustern, wenn einer uns verkehrt versteht. Wir müssen nicht alles mögliche tun, um ja nicht missverstanden zu werden, und tausend Mal rückversichern. Und wenn einer irgendwie uns verkehrt versteht, dann aber sofort schnellstens klar machen, dass wir hier gründlich missverstanden wurden.

Wir müssen nicht für uns selbst kämpfen. Weil wir wissen: Er kämpft für uns.

Das verstehe ich unter Sanftmut. Wir können ruhen in Gott. Das heißt nicht, dass wir nicht mal energisch irgendwelche Dinge anpacken, aber wir packen sie nicht an, um uns durchzusetzen, sondern die Kraft Gottes ist da und Gott sagt: Hier muss etwas energisches geschehen.

Und das ist ein Lebensstil, den kann sich nur der erlauben, der verstanden hat: Gott ist mein Partner und Er sorgt für mich, Er sorgt dafür, dass ich nicht zu kurz komme, Er sorgt dafür, dass ich nicht irgendwie abseits bin und dass andere über mich herfallen oder mich ausnutzen oder irgendetwas.

Manche Leute denken, Christsein bedeutet, man muss sich ausnutzen lassen. Nein! Christsein bedeutet, den Willen Gottes zu tun. Und wenn wir manchmal von irgendwelchen Leuten gebeten werden, etwas zu tun, dann reagieren wir nicht auf jede Not, sondern wenn Gott sagt: „Nein, du bist nicht dran“ – dann haben wir allen Mut und alle Freiheit zu sagen: Du, das Anliegen ist wichtig, aber ich kann es nicht übernehmen. Ich kann’s einfach nicht.

Ich erlebe das andauernd, dass irgendwelche Leute, besonders auf den Reisen, kommen und sagen: Versprich mir, dass du jeden Tag fünf Minuten für mich betest.

Ich sage: Tut mir leid, du brauchst wahrscheinlich diese fünf Minuten jeden Tag Gebet, aber ich kann sie dir nicht geben. Wenn der Heilige Geist mich erinnert, will ich für dich beten. Aber ich muss meine Gebetszeiten so gestalten wie Gott mich führt, und ich kann nicht versprechen, dass ich für dich bete. Ich bin außerdem nicht dein Pastor. Du hast einen eigenen Pastor zu Hause und wenn du Nöte hast, dann suche Fürbitte von deinen Geschwistern dort.

Und ich bekomme manchmal sehr seltsame Bitten und Fragen, wo ich alles mögliche tun soll für Leute – und der Herr sagt mir: Nein, lass das sein.

Und ich sage: Nein, ich kann das nicht tun, tut mir leid.

Und ich bin nicht verantwortlich, wenn dann jemand enttäuscht ist und geknickt ist und irgendwie dann das große Schmollen kriegt oder irgendetwas. Sondern ich muss tun, genauso wie du auch, was Gott sagt – und nicht was Menschen sagen.

Ich find das so schön, was Paulus sagt: Wir wollen der Diener von allen sein, aber niemandens Sklave.

Und wenn wir immer unsere gute Meinung irgendwie hoch halten wollen von uns, wenn wir immer darauf bedacht sein wollen, dass andere uns im guten Ansinnen haben – und jedes Stäubchen und jedes Kratzerchen muss irgendwie von uns fern bleiben. Und wir kämpfen immer nur da rum, dass alle uns irgendwie respektieren und anerkennen usw. – dann sind wir mitten im Lebensstil der Unabhängigkeit, der eigenen Hilfe, des eigenen Schutzes, der eigenen Kraft und unsere Worte der Hingabe an Jesus – das ist alles nur Makulatur, das sind nur leere Worte und das ist noch lange nicht gefüllt mit Substanz.

Gott will, dass wir Ihm vertrauen. Er ist unser Schutz, Er ist unsere Hilfe, Er ist mit uns, und Er wird für uns sorgen. Deswegen können wir uns Dinge erlauben, die normalerweise in der Welt nicht gehen. Wir können uns erlauben, total ehrlich zu sein. Wir können uns erlauben, total ehrlich zu sein.

Und wir brauchen keine Angst zu haben, dass Leute das missbrauchen und dass sie irgendwie über uns herfallen und uns ausnutzen deswegen – Gott schützt uns.

Und dieser Lebensstil der Sanftmut, das ist etwas ganz, ganz wunderbares: Wir können Diener werden ohne dass wir ausgenutzt werden.

Das ist ganz, ganz wichtig. In der Welt – Menschen versuchen zu investieren und zu geben, zu helfen, zu dienen, aber nur, um wieder zurückzubekommen. Und früher oder später kommt die Enttäuschung, weil nicht das zurückkommt, was man haben will. Und dann kommen die Vorwürfe, und dann kehrt sich in einem Augenblick auf einmal Liebe in Hass. Und dann kommt es ganz knüppeldicke.

„Das tust du mir an nach alle dem, was ich für dich getan habe!“

Schon mal gehört, solche Sprüche? Wo auf einmal herauskommt, warum jemand uns so viel Gutes erwiesen hat. Weil er nur von uns haben wollte!

Und der Sanftmütige kann auf diese Maßnahmen, die normalerweise Menschen so im Umgang haben miteinander – er kann darauf verzichten.

Er muss nicht sich selbst helfen. Er muss nicht in eigener Kraft wandeln. Er muss nicht versuchen, alles mögliche irgendwie zu benutzen, um sich zu sichern. Er kann es sich erlauben, wirklich sein Vertrauen auf Gott zu setzen und deswegen ist er nicht in Abhängigkeit von Menschen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (10:00 bis 15:00)

Der Vorteil des Jochs ist: Der andere, mit dem wir zusammen gejocht sind, ist immer da.

Wir können nicht von ihm weg, aber er kann auch nicht von uns weg – das ist das Gute. Wir sind nicht alleine, er ist mit uns, wo immer wir sind.

Und das Joch ist ein sanftes Joch, nicht ein bedrückendes Joch.

Wir müssen uns frei machen von diesem Irrtum oder diesem Denken, dass es ein wirklich heilsames, schönes, erfüllendes, gutes Leben gibt außerhalb des Willens Gottes – das ist eine der größten Lügen des Teufels. Das gibt es nicht.

Sondern es ist nur ein Scheinangebot für das du einen hohen Preis bezahlen musst.

Denn das würde bedeuten, dass Liebe ein leeres Wort ist. Das würde bedeuten, der Teufel kann dir etwas besseres bieten und geben als Gott. Und das ist nicht der Fall. Der Teufel liebt dich nicht, er nutzt dich aus! Und die Bibel sagt, dass Gott Liebe ist und Liebe heißt: Er hat für mich vorgedacht. Und Er weiß, was das Beste ist. Er kennt mich. Er hat mich geschaffen, Er weiß, welche Art von Leben, welche Tätigkeit, welcher Beruf, welche Menschen usw. für mich das Allerbeste ist.

Und ich sage nicht einfach passiv: „Ja, alles, was jetzt kommt, ist der Wille Gottes“, sondern ganz aktiv suche ich und strebe ich an den Willen Gottes, und ich weiß, das wird das schönste, erfüllendste, glücklichste, zufriedenste, beste und heilsamste Leben sein, das es jemals auf diesem Planeten zu finden gibt.

Es ist ein Irrtum zu meinen, der Teufel kann etwas besseres bieten als der Herr. Er kann nicht.

Er kann etwas besseres versprechen, aber er kann es nicht halten – das ist sein Problem. Er macht leere Versprechungen, und wenn du dann draufkommst, es war eine leere Versprechung, ist es schon zu spät.

Und Jesus sagt: Nehmt mein Joch.

Und wir wählen freiwillig diese Art von Hingabe. Nur wenn wir das gewählt haben, kann das nächste kommen. Dass wir lernen. Wir lernen von ihm einen total neuen Lebensstil. Und den beschreibt er hier:

Mt 11,29b
Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig

Und das ist, was er möchte. Dass wir lernen sollen. Und wenn wir diese Worte so hören und nicht erklärt bekommen, dann kriegen wir irgendwie ein leichtes Horrorgefühl und denken: Hilfe, jetzt wird’s aber echt religiös. Bei diesem Wort „sanftmütig“ – wir stellen uns so mit einem flauschigen Schlafanzug und langem Gewand irgendwie Jesus vor – mit langen Wimpern und einem sanften Augenaufschlag und er schwebt so durch die Weide und die Schäfchen so um ihn rum oder so – bei „sanftmütig“ denken wir gleich immer an „schwach“ und an „ein bisschen sentimental“ und nicht real und tauglich für das Alltagsleben.

Wir haben total verkehrte Vorstellungen, was Sanftmut und was Demut bedeutet. Und wir müssen uns da wirklich hineinbegeben in die Evangelien und das Leben von Jesus anschauen. Und er sagt: Er ist sanftmütig. Und er konnte in eine Rage kommen, er konnte in den Tempel gehen und sah diesen ganzen religiösen Plunder dort und er nahm eine Geißel und hat die Tische umgestoßen.

Das war doch nicht gerade freundlich. Stell dir mal vor, da haben die Tische gehabt und haben da sorgfältig ihr Geld gezählt und aufgestapelt immer in 20er-Türmchen – und der ganze Tisch voll Geld. Und Jesus tritt gegen den Tisch und stößt den Tisch um und nimmt eine Peitsche und scheucht die da alle raus. Und die Jünger sehen das und ihnen fällt nur ein Wort ein aus dem Alten Testament: Der Eifer um sein Haus hat ihn gefressen.

Joh 2,17
Seine Jünger aber dachten daran, dass geschrieben steht (Psalm 69,10): »Der Eifer um dein Haus wird mich fressen.«

Der Eifer um das Haus der Herrn hat ihn gefressen – und das war die totale Sanftmut!

Jesus war immer noch sanftmütig, er hat nicht gesündigt und abends dann Gott um Vergebung gebeten und kam zu den Wechslern dann wieder hin und sagte: „Sorry, ich war ein bisschen emotional und hatte mein Temperament nicht unter Kontrolle“.

Nein, er war der perfekte Ausdruck des Willens Gottes in jeder Situation. Auch in der Situation. Und wir brauchen ein nicht-religiöses Bild von Jesus. Er war nicht der mit dem Schlafanzug und den Schäfchen auf der Weide, sondern er war ein kerniger Mann, dem die anderen wirklich mit Respekt begegnen konnten.

Und nicht irgendwie so ein „Softie“ oder so etwas.

Sanftmut – was bedeutet Sanftmut? Sanftmut bedeutet: Aufgrund der Beziehung zu Gott, aufgrund der Gewissheit, Er ist mit mir und Er ist für mich und Er kämpft für mich, Er streitet für mich – deswegen muss ich nicht eigenen Nachdruck reinlegen, damit im Leben das geschieht, was ich haben will.

Ich kann verzichten auf pushen, drücken, einschüchtern, manipulieren, Angst machen und knechten und all diese Dinge, die im normalen Leben – zugegeben in unseren Breitengraden meistens recht zivilisiert – aber stattfinden in Beziehungen zwischen Menschen, wo man versucht, seinen Willen durchzusetzen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (20:00 bis 25:00)

Nicht: „Ich hab ein tolles Buch gelesen. Ich habe eine Serie gehört über das und probier das doch mal!“

Unsere Glaubwürdigkeit, unsere Autorität kommt aus der Tatsache, dass wir uns bemühen und schon ein Stückchen weiter sind, ein deutliches Stückchen weiter als die, die wir anleiten. Und wir sagen: Hej, das funktioniert! Und ich war in diesen Dingen und Gott hat mich freigemacht und ich kenne das aus eigener Erfahrung, und ich weiß, dass die Kraft Gottes imstande ist, das zu tun.

So, Jesus sagt: Das ist ein Jünger, der in seinem Wort bleibt.

Und dann kommt diese gewaltige Verheißung: Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.

Hallelujah!

Wie viele Menschen sind geplagt von Ablehnung und Selbstablehnung? Und haben kein gesundes Empfinden ihres Wertes in den Augen Gottes? Und sie fühlen sich nur schlecht über sich selber und sie strafen sich, sie spucken sich an, sie hassen sich. Und in manchen Kreisen sogar wird das noch als „Demut“ verkauft.

Die, die die Demut Christi nicht kennen und sie denken, das ist ein demütiger Mensch.

Das ist ein geplagter Mensch! Der freigesetzt werden muss! Und freigesetzt werden kann durch das Wort Gottes.

So.

Durch das Wort Gottes kommt *die* Wahrheit in das Leben eines Menschen.

Der Jünger muss begreifen: Gott hat einen Kanal, wie er dich erreichen will. Und das ist das Wort.

Und es ist der Heilige Geist, der das Wort nimmt und in dir arbeitet. Er benutzt das Wort als ein Schwert. Und was tut er? Er schneidet! Und schneidet Dinge raus. Das Wort Gottes ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und es dringt durch und es trennt Seele und Geist. Eines meiner kleinen Lieblingsbeschäftigungen ist, dass ich viele Male in Versammlungen – auch wesentlich größere Versammlungen als hier – ich frage: Wer hat schon einmal in seinem Leben Lehre gehört über die Trennung von Seele und Geist?

Und dann schauen die Leute mich an und fragen: Was bitte?

Sie haben noch nicht mal das Thema gehört! Geschweige denn etwas darüber gehört, was das ist und wie das funktioniert und warum es notwendig ist und wie Seele und Geist getrennt werden muss durch das Wort Gottes – wofür das da ist.

Das ist unser Zustand im Land! Manchmal hunderte von Leuten, und ich frage: Bitte, musst mir nicht jetzt sagen, was du da alles im einzelnen gehört hast – einfach nur: Wer hat schon mal eine Botschaft gehört?

Und dann gibt’s da manchmal hunderte, 200-300 Leute – und drei, vier Leute heben die Hand.

Und der Rest sind Jahre lang Christen und haben noch nie von Trennung von Seele und Geist gehört. Sie wissen gar nicht, dass das zwei verschiedene Dinge sind! Sie wissen nicht, was Seele ist, sie wissen nicht, was Geist ist und sie wissen nicht, wie und warum diese beiden getrennt werden müssen.

Und das ist der Grund für so viel Menschliches, für sie viel Durcheinander, für so viel Verwirrung, für so viel Unkklarheit. Paulus sagt: Der seelische Mensch – 1 Kor 2,14.

1 Kor 2,14
Ein natürlicher/seelischer Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt8 wird.

Der seelische Mensch! In deiner Bibel steht vielleicht: Der irdische Mensch. Das griechische Wort ist „seelisch“.

5591 psyxikós (an adjective, derived from 5590 /psyxḗ, „soul, natural identity“) – properly, soulish, i.e. what is natural, as it relates to physical (tangible) life alone (i.e. apart from God’s inworking of faith)

Der seelische Mensch – er empfängt nichts vom Geist Gottes! Es ist ihm ja alles „Torheit“. Er kann nicht gelehrt werden vom Heiligen Geist.

Und deswegen ist es so notwendig, dass wir geistlich werden, dass wir vom Geist geprägt werden, vom Geist geleitet werden und dass der Heilige Geist durch das Wort Gottes uns Offenbarung geben kann. Und mit Offenbarung meine ich nicht irgendwelche bunten Bildchen, die manche Menschen versuchen zu sehen wenn sie die Augen zukneifen und ja?

Da hab ich schon Sachen erlebt, da ist der Schlosser den ganzen Tag auf der Arbeit. Abends kommt er in den Hauskreis und sagt: Ich sehe eine Rohrzange.

Ja, logisch, sieht der eine Rohrzange! Weil der den ganzen Tag beim klempnern war und abends hat er noch nicht abgeschaltet und dann sieht er eine Rohrzange und „ich glaube, Gott möchte sagen …“ und dann wird da irgendwas rangedichtet. Das ist keine Gabe im Heiligen Geist. Das ist ein seelischer Eindruck, ihr Lieben. Das kommt nicht vom Heiligen Geist.

Aber der Heilige Geist möchte uns Offenbarung geben und das bedeutet, biblische Wahrheiten sollen lebendig werden in uns, sollen leuchten, sollen ihre Kraft freisetzen, sollen uns inspirieren, sollen uns motivieren.

Die Worte Jesu sind Geist und Leben.

Joh 6,63b
Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;

Und Gott baut uns auf durch Sein Wort. Paulus sagt zu den Ältesten von Ephesus:

Apg 20,32
Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (5:00 bis 10:00)

Und das Joch des Herrn eben ist wie er das hier sagt, ein „sanftes Joch“. Ein sanftes Joch.

Mt 11,30
Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Was bedeutet ein Joch? Wenn man früher so, was man heute auch noch sehen kann in Osteuropa oder so, zwei Tier hat, die zusammen einen Pflug ziehen sollen oder einen Wagen ziehen sollen, dann werden sie mit einem Joch zusammen gebunden. Da werden zwei Tiere unter ein Joch gepackt und danach können sie nur noch zusammen in eine Richtung gehen.

Nachdem sie unter dem Joch sind, können sie nicht mehr alleine gehen und selber irgendwie bestimmen, sondern das Joch bringt sie zusammen zu einer Einheit und so ist es auch mit uns – mit dem Herrn. Gott will, dass wir aus Einsicht freiwillig, weil wir verstehen, das ist vernünftig, das ist das größte Los, was wir je ziehen konnten – wir wählen den Willen Gottes für unser Leben. Wir wählen den Willen Gottes.

Wir geben uns hin. Wir sagen: Herr, ich will Deinen Willen tun, kümmer du dich um die Widerstände in mir, aber ich will. Ich will deinen ganzen Willen tun und ich will nicht mehr alleine bestimmen, ich will nicht mehr alleine etwas machen, sondern ich will mit dir verbunden bleiben und wir sind zusammen und du bestimmst, und ich gehe dahin, wo du gehst.

Diese Art von Hingabe brauchen wir in unserem Leben um Heilung zu erleben. Weil, wie wir schon am Anfang festgestellt haben, die Wurzel der ganzen Probleme ist die Unabhängigkeit gewesen, der Ausstieg aus der Einheit mit Gott. Die Rebellion. Wo der Mensch gesagt hat, ich weiß alleine, was gut und was richtig ist. Ich wähle jetzt. Ich treffe meine Entscheidungen. Ich habe genügend Verstand selber zu verstehen, was gut ist für mich und was nicht. Und ich brauche keinen Rat mehr – ich mache, was ich will.

Das hat der Mensch gewählt und ist ausgebrochen und meinte, das wäre der Schritt in die Freiheit. Und es war der Schritt in die totale Versklavung. Weil dieses „ich mache, was ich will“ war nicht etwas befreiendes, es hatte nichts emanzipatorisches an sich, sondern es war die Übernahme einer sündigen Haltung, die schon mal einer probiert hat: Nämlich der Teufel, der gesagt hat, er will Gott gleich sein und erhebt sich jetzt und er will bestimmen und er will machen.

Was einfach nicht angemessen war. Es ist nicht Gott gleich! Und er hat nicht das Zeug dazu, zu verstehen, was wirklich richtig ist im Leben. Er braucht als geschaffenes, abhängiges Wesen von Gott, er braucht Führung, er braucht Schutz, er braucht Anleitung. Und er hat das alles verworfen und hat gesagt, ich kann das alles alleine. Und als Adam diesen Schritt vollzogen hat, hat er nicht etwas großartiges getan, sondern er hat nur jemandem etwas nachgemacht, der vorher schon in diese Lüge der Unabhängigkeit, der Selbstherrlichkeit, der Vermessenheit und der Anmaßung hinein gekommen ist.

Und wir nehmen das Joch auf uns, das wird uns nicht aufgedrückt, das wird uns auch nicht kaputt machen. Jesus sagt, es ist ein sanftes Joch. Aber da ist ein Joch da, und das heißt: Der Wille Gottes, der uns beschrieben wird im Worte Gottes.

Und ich habe noch niemals gesehen, dass in einem anhaltenden Prozess der Segen Gottes in ein Leben hineinströmt, so dass es innere Heilung gibt und charakterliche Durchbrüche gibt und echte Veränderungen und Fortschritte gibt an den uralten Schwachstellen – ich hab noch nie das gesehen, wenn nicht zuvor eine solche Haltung vollzogen wurde: Ich will mit allem, was in mir ist, den ganzen Willen Gottes tun.

Noch niemals habe ich echte seelsorgerliche Durchbrüche gesehen bei einem Menschen, der das nicht vollzogen hat.

Und ich erwarte auch nicht so etwas, weil es das nicht gibt. Es muss die Wurzel des Problems, nämlich Unabhängigkeit herausgenommen werden aus unserem Leben und wir müssen zurückkommen – oder wir dürfen zurückkommen – das klingt schon so stressig! Wir dürfen zurückkommen zu dieser wunderbaren Einheit mit dem Herrn, wo Sein Wille unser Wille wird.

Sein Wille wird unser Wille. Gott will nicht deinen Willen brechen, Gott will nicht, dass du willensschwach wirst, Gott will dich nicht manipulieren, sondern er möchte, dass du verstehst: „Sein Wille ist das beste für mein Leben und ich wähle seinen Willen. Ich wähle es!“

Das heißt, sich unter das Joch zu begeben.

Und dann sind wir gut dran, weil wir dann nie mehr alleine sind. Wir sind verbunden unter einem Joch mit dem Herrn. Das heißt, wo immer wir gehen, er ist auch da. Das ist das Problem wenn wir uns unabhängig machen: Wir haben vielleicht eine Scheinfreiheit, aber dann kommen die Probleme und dann schreien wir: Herr, wo bist du?

Ja, wo bist du? Er ist den geraden Weg weitergegangen, und wir sind irgendwo in der Pampa gelandet, weil wir es besser wussten angeblich.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (0:00 bis 5:00)

Okay, wir wollen also heute hier das Wort Gottes studieren – noch in Fortsetzung zu dem Thema vom letzten Mal. Alles eigentlich noch unter der Generalüberschrift von „Befreiung“, Befreiung von der Vergangenheit.

Wir haben das sehr deutlich herausgestellt, dass der Hauptgesichtspunkt für Befreiung und innere Heilung und Wiederherstellung in unserem Leben der ist, dass wir ein solches Leben führen, wo wir dem Feind keinen Raum mehr geben.

Eph 4,30
Gebt dem Teufel keinen Raum.

Es muss einfach diese Zufuhr von negativer Energie in unserem Leben aufhören, weil wir jetzt so leben, dass wir dem Feind nicht mehr Raum geben und dann kann eine wirkliche Heilung in uns stattfinden. Und das letzte Mal war dieser wichtige Begriff „Gnade“, Gnade geben, anderen vergeben, die Unrecht an uns begangen haben, weil eben Gott ein Gott der Gnade ist. Und weil die Bibel das so deutlich herausstellt – wenn wir die Gnade mit derselben Bedingungslosigkeit, wie wir sie bekommen haben, nicht weitergeben an andere, die uns verletzt haben in der Vergangenheit oder die heute im Alltag uns irgendwie komisch kommen – wenn wir das nicht tun, dann stoppt der Fluss der Gnade.

Das haben wir gesehen, das ist einfach eine biblische Tatsache, und wir können das nur für uns arbeiten lassen, indem wir sagen: Gut, wenn dem so ist, dann will ich reichlich Gnade fließen lassen in meine Umgebung, hin zu denen, die mir weh getan haben, die heute irgendwie mich ablehnen und so einfach sicherstellen, der Strom der Gnade fließt weiter hinein in mein Leben.

Wenn wir so krank machende Faktoren beschreiben wollen, weswegen Menschen seelisch und oft auch körperlich krank werden, hat sicherlich dieser Sachverhalt der Gnadenlosigkeit, der Bitterkeit, des Nicht-Vergeben-Wollens sicherlich den allerersten Rang.

Den allerersten Rang! Es gibt nichts anderes in unserem Leben, was uns so sehr schadet und so sehr kaputt macht wie diese eine Geschichte, dass wir uns weigern, nachdem wir kostenlos und im Übermaß von Gott Gnade bekommen haben, dann sie genau so weiterzugeben, sondern wir dann sagen: Der verdient es, und der verdient es nicht.

Und das steht uns nicht zu! Die Gnade Gottes ist unverdienterweise für uns alle. Und wir möchten sie auch gerne unverdient haben, und Gott sagt: Genau so gib sie weiter auch an deine Umgebung.

Und heute also auch noch unter dieser großen Überschrift „Befreiung“ dann will ich über zwei andere Aspekte sprechen, die wir schon genannt haben. Da waren also die Tatsünden und das ganze Aufräumen mit der okkulten Vergangenheit, dann die Vergebung, und jetzt heute hier das, was die Bibel nennt – und das muss ich natürlich dann erklären, was das beinhaltet: Der Lebensstil in Sanftmut und Demut.

Das ist ein ganz, ganz wichtiger Bereich, wo Gott uns lehren will, wo wir Veränderung erleben sollen.

Hört einmal Mt 11,28 – dieses bekannte Wort. Jesus sagt:

Mt 11,28
Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen.

Wir würden vielleicht heute sagen: Ihr Kaputten und Geschundenen und Geschmähten, Abgelehnten, Frustrierten, Enttäuschten usw. Das sind die, die Jesus anspricht. Und die sollen zu ihm kommen, Preis dem Herrn, dass er die speziell anspricht. Und dann sagt er, was er tun will:

Mt 11,28
Ich werde euch Ruhe geben.

Und ist es nicht so, dass gerade die Menschen, die kaputt sind, die enttäuscht sind vom Leben, die verletzt sind, die sich abgelehnt fühlen, sich selber ablehnen – das sind auch die, die ruhelos sind. Das sind die, die keinen wirklichen Frieden haben. Vielleicht irgendwie sind sie passiv, aber eine wirkliche echte Ruhe, die man genießen kann, und die dazu führt, dass wir kraftvoll leben können, ist das auf keinen Fall.

Jesus sagt: Ich will Ruhe geben.

Und dann kommt eine interessante Beschreibung seiner Verfahrens, wie er denn diese Ruhe und diese Heilung geben will:

Mt 11,29
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir.

Dieses Joch des Herrn, das ist etwas ganz interessantes, das wir auf uns nehmen sollen. Normalerweise denken wir: Mensch, wir kommen gerade aus der Knechtschaft und jetzt kommen wir zum Herrn und er will schon wieder ein neues Joch uns auferlegen!

Aber wenn wir das in der Bibel anschauen, dann sehen wir – entweder haben wir das Joch des Feindes, was eisern ist. Die Bibel spricht von einem eisernen Joch, das uns bedrückt, das schwere Lasten uns aufbürdet und was uns behindert und was weh tut und was das Leben einfach so schwierig und schmerzhaft macht. Entweder wir tragen das Joch des Feindes oder wir haben das Joch des Herrn – es gibt nichts dazwischen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (15:00 bis 20:00)

Und jeder, der Dienst tut in der Gemeinde, soll lernen, das zu tun im Heiligen Geist. Ob das Lobpreis ist, ob das Verkündigung ist, ob das Hauskreisleitung ist, ob das Seelsorge ist – es ist immer dasselbe Prinzip: Wir sind nur die Überbringer des Segens Gottens. Gott ist der, der segnet. Gott ist der, der hilft. Gott ist der, der freisetzt. Gott ist der, der ermutigt und der zurechtbringt und der warnt. Und Er tut das durch Menschen, die sich dem Heiligen Geist zur Verfügung stellen. Das ist das Ziel: Dass mehr der Heilige Geist durch uns fließen kann – um das geht es.

Und es beginnt damit, dass wir lernen, uns hinzugeben, diesem wunderbaren Gott und Ihm erlauben an uns und in uns zu wirken.

Das verstehen wir alle, dass es keinen Sinn macht: Da haben wir den Kettenraucher, aber der stellt sich auf den Marktplatz und sagt: „Leute, ich hab gute Nachrichten – Jesus macht frei“. Und zwischendurch muss er immer eine qualmen.

Da gibt es hoffentlich ein paar clevere Passanten, die sagen: Pass mal auf, mein Freundchen, bevor du hier dich hinstellst und von Freiheit redest – wie wär’s, wenn du mal das vormachst und mit Rauchen aufhörst? Dann könnten wir so viel leichter deine Botschaft annehmen.

Wie jemand mal gesagt hat: „Ich kann deine Worte nicht hören, weil deine Taten so laut sprechen“.

Vor Evangelisation für eine Gemeinde kommt ein heiliger, Gott wohlgefälliger Lebensstil. Ohne diesen Lebensstil macht Evangelisation keinen Sinn. Zu was laden wir denn die Leute ein? Wir müssen doch etwas haben, was die nicht haben, wonach die lechzen: Freiheit von Sorge, von schlaflosen Nächten, von Bedrückung, von Depression, von Selbstzweifel und Unsicherheit und Menschenfurcht und Stress und all diesen Dingen. Wenn wir in diesen Bereichen nichts vorzuweisen haben, für was laden wir die denn ein? Zu was?

Wir müssen glaubwürdig werden.

Und Evangelisation fängt nicht mit einem Programm an, und wir laden den Evangelisten ein, und wir machen jetzt mal so eine stadtweite Aktion. Evangelisation fängt an, wenn die Gemeinde die Segnungen Gottes erfährt, erlebt – und dann die Arbeitskollegen sehen können: Also irgendwas ist bei dem anders. Hier gibt’s so viel Stress und wir flippen alle aus und regen uns auf, und du bleibst immer ruhig und du bist immer gelassen und du hast solche guten Ideen und du bist so kreativ und kannst uns hier so viel helfen. Wo kommt das alles her? Wie machst du das?

So wird evangelisiert. Indem wir etwas haben, was die anderen sehen dürfen. Und sie sagen: Das will ich auch haben.

So, das ist das Fernziel. Und es beginnt damit, dass wir dem Jünger beibringen, sich auf richtige Art und Weise mit dem Wort Gottes zu befassen. Jesus sagt in …

Joh 8,31
Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger

So, was ist ein Jünger? Ein Jünger ist jemand, der gelernt hat, im Wort zu bleiben.

Das ist ein Jünger. Und was passiert dann – und das sind die gewaltigen Segnungen, die Dinge, die auf uns warten und die uns motivieren sollen.

Joh 8,32
und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Was macht frei? Die Wahrheit!

Die aber meine Wahrheit wird, die in mein Leben kommt. Nicht die Wahrheit, die ich höre in Predigten – und nicht anwende oder kritisiere und sage: Das gefällt mir nicht und das mag ich nicht und darüber hat er gesprochen – und das finde ich auch nicht gut.

Nein, die Wahrheit Gottes, die unsere Wahrheit wird, die macht frei.

Frei von was immer unfrei macht – ob das Minderwertigkeit ist, Menschenfurcht oder selbstsüchtige Bestrebungen, andere beeindrucken zu wollen oder irgendwelche Zwänge oder was auch immer. Und die Bibel redet von Stricken der Sünde.

Spr 5,22
Den Frevler werden seine Missetaten fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gebunden.

Menschen sind gebunden an Sünde. Und sie kommen aus ihrem Zorn nicht heraus, sie kommen aus ihrer Sucht nach Unreinheit und unreinen Bildern – sie kommen nicht heraus und sind gebunden an Pornografie. Das ist ein Riesenthema in der Gemeinde! Und die allermeisten Gemeinden weigern sich, darüber zu sprechen und sie tun so, als wenn das kein Problem wäre.

Und das kann nicht so weitergehen.

Und natürlich – wenn wir Jünger machen wollen, ist das immer eine Herausforderung für uns: Wir müssen ein paar Schritte weiter sein als die anderen. Und wir müssen aus Erfahrung sagen können: Hej, diese Dinge funktionieren!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (10:00 bis 15:00)

Und Jesus sagt: Seine Wort sind Geist und Leben.

Joh 6,63b
Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;

Da ist göttliche Lebenskraft im Wort. Wenn Jesus oder Paulus das Wort „Leben“ benutzt – er meint etwas total anderes als wir dadrunter verstehen. Und das ist unser Problem. Dass wir eine Denkweise haben, und Gott hat eine andere. Und deswegen verpassen wir so viele wunderbare Dinge. Die Bibel lehrt, dass wir bevor zu Jesus kamen, bevor wir von neuem geboren sind, wir waren „tot“.

Eph 2,1
Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden

Aus Gottes Sicht waren wir „tot“, d.h. wir hatten keinerlei Verbindung mit Gott. Und wir waren unter der Knute, unter der Herrschaft, der Macht der Finsternis. Das ist, was Paulus sagt: Jeder Ungläubige ist unter dem Geist der Finsternis – Eph 2.

Das ist, was die Bibel sagt. Und er ist „tot“ in seinen Sünden, er hat kein Leben aus Gott. Und Jesus ist gekommen, um die Werke der Finsternis zu zerstören und um uns Leben zu geben. Leben aus Gott. Und deswegen wenn wir von neuem geboren sind, dann fangen wir an zu leben und dann bekommen wir eine Art von Leben, die total anders ist als das, was wir vorher gehabt haben. Und mit diesem Leben kommt Sieg, kommt Verbindung mit Gott, kommt Kraft, kommt Inspiration, kommt die Fähigkeit jetzt zu überwinden und vieles, vieles andere mehr. All das ist enthalten in dem Leben, das wir empfangen haben durch Christus.

Und nur durch das Wort Gottes werden uns die Augen aufgetan, dass wir verstehen, was wir bekommen haben. Und das ist der große Mangel, den wir haben, dass wir gewaltige Reichtümer und Segnungen bekommen haben – und nicht wissen, was wir bekommen haben. Und deswegen nicht an diese Dinge glauben und deswegen diese Dinge nicht erleben. Das ist das große Problem.

Und Paulus spricht davon in Phlm 6 – von wirksamem Glauben durch die Erkenntnis all des Guten, das wir haben.

Philemon 6
dass2 die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.

Nicht „hoffen zu bekommen“, das wir *haben* im Hinblick auf Christus. Glaube wird wirksam wenn wir erkennen, was uns geschenkt worden ist in Christus. Und das sind gewaltige Dinge, und das ist viel, viel mehr als das für uns der Zugang zum Himmel garantiert ist und wir nicht in der Hölle landen wenn wir körperlich sterben. Es ist so viel mehr uns gegeben worden. Und die Gemeinde lebt in einer solchen geistlichen Armut, weil sie die Schätze nicht erkennt und weil sie den Weg zu den Schätzen nicht kennt. Und deswegen gibt es so viele Dinge, die Gott für uns hat, aber die nicht funktionieren.

Und der Jünger wird angeleitet mit dem Wort Gottes zu leben, so dass das Wort Gottes in ihm sein Werk tun kann.

Viele Leute denken, ich hab mich bekehrt, jetzt muss ich was tun für Gott. Nein! Jetzt endlich mal hat Gott die Gelegenheit an dir und in dir etwas zu tun!

Darum geht es. Dass der Jünger lernt, von Gott jetzt beschenkt zu werden, von Gott berührt zu werden, von Gott geprägt zu werden und von Gott gesegnet zu werden, erzogen zu werden. Dass Gott sein Werk in ihm tun kann – um das geht es. Und in dem Maße wie ein Mensch das erlebt, dass Gott in ihm wirkt, kann auch der Heilige Geist durch ihn wirken. Und das nennt man „Dienst“. Egal, ob das dann der Dienst an den Kranken ist oder Dienst an Gebundenen oder ob das einfach Wort der Ermutigung, der Hilfe im Heiligen Geist sind – oder Worte der Warnung, der Korrektur, der Ermahnung, was auch immer – Gott möchte Segen geben und Er tut das durch Menschen, die er trainieren konnte, die auf seiner Seite sind und die Raum machen für den Heiligen Geist, durch ihn zu fließen.

Jesus spricht von Strömen lebendigen Wassers, die aus der Mitte unseres Leibes, wo die Gedärme sind. Aus der Mitte unseres Leibes sollen Ströme lebendigen Wassers fließen.

Joh 7,38
Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Und damit meinte er den Heiligen Geist.

Aber bevor das geschieht, müssen wir kommen und trinken. Und was trinken wir? Wir trinken „Heiligen Geist“. Und das ist für unseren Verstand schwer zu verstehen.

Jesus sagt: Wen dürstet, der soll kommen und trinken.

Joh 7,37
An dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke!

Und wenn wir trinken und wir trinken eine Überdosis, dann wird das eine Quelle in uns, und dann fließt das aus uns heraus zu anderen. Und das nennt man Dienst.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (5:00 bis 10:00)

Verstehen wir das? Wenn jemand nicht sagt: „Das ist meine Gemeinde und ich möchte, dass es hier warm ist im Winter und ich möchte, dass alles andere funktioniert, dass wir einen ordentlichen Teppich haben, schöne Stühle haben usw.“ Ja – wo kommt denn das her? Das fällt ja nicht vom Himmel. Das muss gekauft werden. Da können wir nicht zu Ikea gehen und sagen: „Wir sind eine Gemeinde und bitte beschenkt uns“. Dann kommt als Antwort: „Wir sind ein Unternehmen, das Profit macht. So – bitte bezahle.“

Ganz, ganz wichtig!

Andere Dinge:

– Vergeben
– Um Vergebung bitten
– Dienen
– Dankbarkeit
– Den Glauben bekennen

Das sind alles Dinge, die wir etablieren wollen im Leben dieses Menschen. Wir betonen diese Dinge. Wir erklären aus dem Wort Gottes, warum sind diese Dinge wichtig. Es ist nicht so so, dass wir sagen: Du musst das tun! – Sondern wir erklären, warum sagt die Bibel, diese Dinge seien wichtig.

Wenn jemand versteht, warum er diese Dinge tun soll, ist er viel mehr motiviert als wenn wir einfach sagen: Du musst das tun. Wir wollen ihm helfen, das Wort wirklich anzuwenden ganz praktisch und eine Bereitschaft zu haben. Und deswegen erklären wir, wir geben nicht nur Anweisungen, wir erklären, wie das funktioniert und warum.

Und jetzt möchte ich auf den ersten und wichtigsten Aspekt – alle anderen kommen praktisch daraus – große Betonung legen, und das ist unser Umgang, das Leben mit dem Wort Gottes.

Die Sichtweise, die der Jünger hat vom Worte Gottes, von der Bibel, von der Heiligen Schrift, ist absolut grundlegend. Wenn die verkehrt ist, kann der Jahrzehnte in der Gemeinde sein, das Wort hat keine Chance in ihm sein Werk zu tun. Deswegen die Art und Weise wie er das Wort sieht und dann auch damit umgeht, ist absolut grundlegend. Und wir werden viel Zeit damit verbringen zu betonen, was ist das Wort Gottes, was tut das Wort Gottes, unter welchen Voraussetzungen tut das Wort Gottes sein Werk, wie sollst du als Jünger mit dem Wort Gottes leben? Und das ist etwas viel weitergehendes als wie die allermeisten Christen verstehen, diese Kalenderzettel-Mentalität – schnell noch bevor man in den Alltag zur Arbeit düst, noch schnell den Kalenderzettel abreissen und unterwegs dann irgendwie lesen und denken, das ist dann „sich ernähren vom Worte Gottes“. Nein, da braucht es etwas mehr dazu. Da braucht es vorallendingen Zeit zu und Hingabe.

Und er muss verstehen, wie wirkt das Wort Gottes und was ist meine Haltung zum Worte Gottes. Darum geht es, das ist so, so, so wichtig.

Die Apostel haben geglaubt, dass die Bibel, die Heilige Schrift von Gott ist. Sie haben nicht geglaubt, David hat da ein paar nette religiöse Gedichte gedichtet. Sondern sie haben das geglaubt, was auch Jesus geglaubt hat. Jesus zitiert David und sagt: David sprach im Heiligen Geist.

Mk 12,36a
David selbst sprach doch im Heiligen Geist: …

So, Jesus hat geglaubt, das waren nicht Davids private Ideen, das war der Heilige Geist, der ihn inspiriert hat. Deswegen gibt es so viele prophetische Dinge in den Psalmen, die auch gerade sich auf Jesus beziehen. Weil er geleitet war beim Schreiben vom Heiligen Geist.

Und Jesus hat viele andere Passagen aus dem Alten Testament zitiert, aus Mose, aus Jesaja – und es heißt immer wieder: „Der Heilige Geist sprach“ oder Jesus sagt an einer Stelle: „Habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist“ – und dann zitiert er aus 2. Mose.

Mt 22
31 Habt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht (2. Mose 3,6):
32 »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.

So, Jesus hat geglaubt – im Gegensatz zu heutigen, modernen Theologen – Jesus hat geglaubt, die Schrift ist tatsächlich eingegeben von Gott selber. Das ist, was Jesus geglaubt hat. Und so hat er sich verhalten. Und deswegen natürlich haben die Apostel das genauso gesehen. Weil sie ja von Jesus gelehrt waren. Und sie waren seine Nachahmer. Und sie haben diese Sicht gehabt. Und deswegen schreibt Paulus in 2 Tim 3,15-17 dann, dass alle Schrift ist von Gott eingegeben,

2 Tim 3,16a
Alle Schrift ist von Gott eingegeben

Ausgehaucht durch den Heiligen Geist.

Und weil die Schrift von Gott ist, hat sie seine Natur. Sie ist wahr. Und weil sie wahr ist, ist sie unveränderlich. Die Schrift ist ewig.

Mt 24,35
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (0:00 bis 5:00)

Okay, für die, die vielleicht jetzt dazugekommen sind: Es geht immer noch um das Thema „Jüngerschaft“ oder bzw. wir haben gerade erst ein bisschen reingerochen. Und das ist das entscheidende Element, das uns als Gemeinde in den Strom, in den Fluss des Heiligen Geistes hineinbringt, das sicherstellt, dass die einzelnen Gläubigen in einen kontinuierlichen Prozess der Veränderung sind und dass die Ehre Gottes zunimmt und damit auch die Freude. Um das geht es.

Und es gibt klare Anweisungen im Wort Gottes: Jüngerschaft ist nicht ein modernes Konzept irgendwie von Gemeindewachstum oder irgendwie eine neue Idee – es ist die uralte Idee, der Plan Gottes und nach Gottes Plan soll jede Gemeinde ein solches Jüngerschaftsprogramm oder ein Leben in Jüngerschaft einfach entwickeln und praktizieren. Eine neutestamentliche Gemeinde besteht aus Jüngern. Und das Verstandnis eines Jüngers ist sehr, sehr anders als das allgemeine Verständnis von „ich bin halt Christ“ – sehr, sehr anders!

Und was Jesus will, sind nicht Gottesdienstbesucher, auch nicht mal Gemeindemitglieder, auch nicht Mitarbeiter in der Gemeinde – was Jesus haben möchte, ist Jünger. Er will Jünger haben. Um das geht es.

Und Jünger werden gemacht, Jünger fallen nicht vom Himmel und plötzlich sind wir völlig überrascht. Wir kommen eines sonntags und die Gemeinde ist voller Menschen, die jetzt auf einmal Jünger sind. Das wird nicht passieren. Jünger werden gemacht, aber wir machen Jünger Jesu. Wir machen nicht unsere Jünger – das ist ganz, ganz wichtig. Wir helfen Menschen, wirklich ganz konkret in der Nachfolge.

Und so habe ich einige Dinge aufgezählt. Die will ich nochmal kurz wiederholen, die wir etablieren wollen als regelmäßige Dinge, als regelmäßigen Lebensstil im Leben eines Jüngers.

– Leben mit dem Wort Gottes
– Gemeinschaft mit Gott
– Gott suchen
– Gott anbeten
– Beten im Heiligen Geist
– Fasten
– Geben

Und zu „Geben“, das hatte ich vergessen zu erwähnen, gehört auch das ganze Thema „Gott ehren mit unseren Finanzen und den Zehnten zu geben“. Wir werden dem Jünger beibringen, wirklich Gott zu ehren und den Zehnten zu geben zum Herrn.

Gerade vor kurzen habe ich wieder eine traurige Geschichte gehört. Jemand hat eine Lobpreisleiterin und die war dort, weiß ich nicht, mehrere Jahre, und dann ist irgendwas vorgefallen und Knall auf Fall hat sie ihren Dienst hingeschmissen und ist weggelaufen. Und ich fragte ihn: War die wirklich belehrbar, war die wirklich in Jüngerschaft? Hast du die jemand gefragt, ob die überhaupt ihren Zehnten gibt?

Ja, sowas fragt man ja nicht?!

Und es stellt sich heraus, die war jahrelang in der Gemeinde, die hat einen so verantwortungsvollen Dienst wie Lobpreis gehabt und die hat nie den Zehnten in die Gemeinde gegeben. Und ich sage: Bruder, du hast einen Kapitalfehler gemacht! Du gibst jemandem einen geistlichen Dienst, der nicht einmal mit normalen, irdischen Dingen wie Geld zeigt seine Hingabe und seine Verpflichtung an die Gemeinde.

Wer das nicht tut – warum soll der einen geistlichen Dienst haben – warum?

So, jetzt hast du etwas wichtiges gelernt. Und das ist eine der Grundregeln in unserem Dienst: Niemand bekommt einen geistlichen Dienst, von dem wir nicht mit Sicherheit sagen können, weil wir ihn gefragt haben, ins Auge geschaut haben: „Gibst du deinen Zehnten?“ – und der sagt: „Na klar!“ – wer das nicht klipp und klar beantworten kann, der kriegt keinen Dienst, der darf in den Toiletten sich bewähren oder irgendwelche anderen praktischen Dinge, aber keinerlei geistlichen Dienst – nicht die drei großen „K“s in der Gemeinde: Klavier, Kasse, Kanzel. Völlig tabu! Völlig tabu! Überhaupt gar nicht dran zu denken! Keinerlei Verantwortung als Hauskreisleiter oder sonst irgendwie. Das geht gar nicht.

Warum? Weil Jesus sagt: Wer im Irdischen nicht treu ist, wer wird dann in himmlischen Dingen dann treu sein?

Wenn wir in diesen Dingen wie Geld nicht treu sein können, dann Gott wird uns keinen Dienst anvertrauen. Und wenn Gott einem Menschen keinen Dienst anvertraut, warum sollten wir so dumm sein und das versuchen? Wenn Gott nichtmal bereit ist, das zu tun?