Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (95:00 bis Ende)

Und Gott hat mir einige Dinge gegeben. Da ist mir schwindelig geworden, und ich hab gesagt: Ne, Herr, hier bin ich, Herr, sende meinen Bruder!

Kennst du diese Gesinnung? „Herr, hier bin ich, sende meinen Bruder“ – bitte, suche dir einen anderen aus, aber nicht ich, das ist too much, das kostet zu viel, das überlebe ich nicht.

Aber siehe da, du überlebst das, nur dein elendes … deine Angst vor der Meinung der Menschen, das stirbt. Und je mehr das stirbt, um so freier wirst du. Wie der Berliner sagt: Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt sich’s ungeniert.

Das heißt nicht, dass wir respektlos werden. Das heisst nicht, dass wir frech werden. Das heisst nicht, dass wir aus eigenen Motiven heraus – sondern das heißt einfach, wir stellen uns Gott zur Verfügung.

Ich staune immer wieder darüber, wie unterschiedlich das ist: Ich kann dasselbe Konzept nehmen, ich kann in eine Gemeinde gehen, und ich bin dort butterweich, und so soft, dass ich mich selber wunder und frage: Bin ich das?

Und ich sage zu meiner Frau: Ich war heute so soft, ich konnte es nicht glauben.

Und zwei Wochen später komme ich in die nächste Gemeinde und da kommt die Bulldozer-Salbung und ich reiße alles runter und breche die ganzen Lügen in Fetzen. Und da: „Boahh“, ich denke, oh Hilfe, Herr. Und bin selber ergriffen und erstaunt über wie Gott ist und wow, ein ehrfurchtgebietender Gott, wo jeder Gedanke „ich könnte ein bisschen Spielchen spielen“ zuende kommt.

Und das *macht* man nicht, man entscheidet sich nicht, ich geh nicht hinein und sage: Heute spiele ich den Softie.

Es hat etwas mit den Herzen zu tun!

Und Gott hat verschiedene Arten, Menschen zu begegnen. Und er kommt dem Willigen, dem Zerbrochenen, dem, der nach Antworten fragt und der sagt: Gott, was immer es braucht,ich will deinen Willen tun – Er kommt dem so soft entgegen und streckt seine Hand aus. Und sagt: Ich kenn all deine Schwächen, aber ich helfe dir. Und ich bin bei dir und ich hol dich da raus.

Aber dem Stolzen, der sagt: Was will denn der überhaupt, und das kennen wir alles schon, und das brauchen wir gar nicht und hoffentlich ist das hier bald zuende – da kommt Gott mit dem Rammbock. Mit der Bulldozer-Salbung. Und keiner schläft interessanterweise. Auch wenn es 1 1/2 Stunden geht. Und wenn es manchmal 2 Stunden geht, keiner schläft, weil sie alle den Atem anhalten – was kommt als nächstes? Noch ein Hammer. Hilfe.

Ich habe bei weiter nicht gesagt, was ich heute sagen wollte. Aber ich habe viele Dinge gesagt, die nicht in meinem Programm standen. Aber ich empfinde, hier ist jetzt erstmal der Zeitpunkt gekommen für ein kleines Päuschen und morgen gibt es noch einen Nachschlag. Wahrscheinlich wesentlich kürzer als heute. Morgen haben wir Gottesdienst und da ist das alles anders.

Abschlussgebet:

Vater, Gott der Weisheit, Gott, der Herzenskenner, Gott, der sich erbarmt über uns, wir rufen dich an. Wir sind überwältigt von all dem, was du hast für uns und wie du willst, dass wir leben sollen. Aber gleichzeitig ist unser Trost: Du wirkst all das in uns. Du hilfst uns. Du schaffst das Neue in uns. Du bringst hervor, was Dir gefällt durch dein schöpferisches Wort in uns. Und wir wollen uns Dir hingeben und wir wollen unsere Herzen hinhalten und erlauben, dass Dein Heiliger Geist uns trifft, uns durchdringt, durchbohrt und prägt und ausreisst und ermutigt und baut und pflanzt und all das gibt, was uns als deine Kinder zusteht.

Vater, gib uns Weisheit, wie wir wirklich in Jüngerschaft hineinkommen und wie wir mit aller Freundlichkeit, mit aller Dringlichkeit, mit aller Liebe, in aller Kühnheit, in aller Freiheit Menschen rufen zu Jüngerschaft und sie ausbilden und dranbleiben über Jahre. Und sie zu Jüngern machen und ihnen helfen, Dich kennenzulernen, die Furcht Gottes zu erlangen und dadurch Raum zu machen, Dich zu erkennen.

Du sagst, die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Und Herr, all das, was um uns herum passiert, in unserem Leben, in unseren Gemeinden, das beweist eines so dringlich: Wir kennen dich so wenig.

Und wir haben so wenig realen Zugang zu den Schätzen, die du uns erworben hast durch deinen Sohn. Aber Vater, wir sagen dir heute: Wir wollen lernen! Wir wollen belehrbar sein. Wir wollen uns demütigen. Wir wollen uns dir hingeben. Und wir wollen erlauben, dass dein Wort unsere Herzen neu prägt und formt.

Und das Licht soll scheinen. Und das Licht deiner Wahrheit wird uns freisetzen von allem Verkehrten. Von allen falschen Absichten und Plänen und Motiven – lass dein Schwert scharf sein.

Und ich bete auch für diese Gemeinde: Ich bete, dass Fürbitter aufstehen und ermutigt sind, im Heiligen Geist zu beten und sich hinter die zu stellen, die den Dienst am Wort haben, und dafür sorgen, dass durch ihre Fürbitte das Wort scharf wird, das Wort mächtig wird, das Wort lebendig wird, das Wort etwas bewirkt in den Herzen der Menschen und sie entdecken: Gott reisst nicht nur aus, Gott pflanzt ein und Er gibt neue Gelüste, neues Verlangen.

Ich bete, dass du ein tiefes Werk tust in dieser Gemeinde, und dass sie mit Volldampf hineingeht und entschieden ist: Wir wollen eine Gemeinde nach dem Herzen Gottes werden. Wir wollen eine neutestamentliche Gemeinde werden. Wir wollen Gott gefallen. Wir wollen Eifer entwickeln für Seine Ehre. Wir wollen, dass Er sich an dieser Gemeinde freuen kann, dass Er wirklich verherrlicht wird.

Und wir wollen lernen mit Ihm überein zu stimmen und wir wollen lernen zu lieben, was Er liebt. Wir wollen lernen zu hassen, was Er hasst, damit Du dich wohlfühlen kannst und damit du Raum bekommst in unseren Herzen.

Vater, danke für den Heiligen Geist, danke für Dein Wort. Danke für dieses geniale Instrument „Jüngerschaft“, was du etablieren möchtest in der Gemeinde. Wir danken dir für all die Segnungen, die dadurch kommen werden. Möge Dein Wille geschehen in unserem Leben, in unseren Gemeinden, und wir danken Dir, Vater, für deine große Geduld, für deine Liebe. Wir danken Dir, Vater. Wir ehren dich und lieben dich. Amen. Amen.

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