Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 4 (90:00 bis 95:00)

Nicht unbedingt alle möglichen Bücher zu lesen – in erster Linie: Was sagt die Bibel über … Sünde? Was ist die Natur von Sünde? Warum hasst Gott Sünde? Was bedeutet das überhaupt, dass Gott Sünde hasst? Usw. Wir haben viele, viele Aufgaben, die wir geben. Und wenn er die gewissenhaft erfüllt, er wird lernen. Weil sein Denken sich verändert. Und er kommt immer mehr in Übereinstimmung mit Gott. Ein wichtiges Thema wäre z.B.: Wie sieht die Liebe Gottes aus?

Und die ist sehr, sehr anders als viele Christen sich vorstellen. Die Liebe Gottes wird uns gezeigt im Wesen, im Auftreten, im Handeln von Jesus. Er ist das perfekte Abbild Gottes. Alles, was du siehst im Leben von Jesus – das ist Liebe.

Wenn wir das glauben würden, wäre unser Verhalten gegenüber bestimmten Leuten, die christlich auftreten, aber das Wort Gottes verdrehen, total anders.

Aber weil wir an eine menschliche Liebe glauben, die vorallendingen erstmal „nett sein muss“ – herzliche Verständigung … Wo siehst du bei Jesus herzliche Verständigung mit den Pharisäern? Wo siehst du das?

Er ist sehr schroff mit diesen Leuten! Warum? Weil er sich ärgert? Nein! Weil er hofft, dass dadurch die noch eine Chance bekommen aufzuwachen. Wie kann dieser Mann, der so gut ist, der so viel geheilt hat, der so viel Segen verbreitet hat, der so viel Liebe versprüht hat und so viel Barmherzigkeit gezeigt hat – wie kann der zu mir sagen: „Du getünchte Wand!“

Mt 23,27
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern14, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinheit sind.

Vielleicht hat der Recht?! Vielleicht bin ich wirklich ein elender Heuchler! Gott, hilf du mir! An Jesus glaube ich nicht, aber – ich spiele jetzt mal den frommen Juden, ja? – aber Gott im Himmel, du bist da, und schon im Alten Testament – du erforscht die Herzen – dann zeige mir mein Herz!

Jer 17,10
Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem Einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten.

Und da wäre eine Chance zur Unkehr!

Jesus hat Menschen schroff behandelt aus lauter Liebe. Und er hat sich haufenweise Dinge erlaubt, die politisch nicht korrekt waren – haufenweise! Er kommt in das Haus eines Pharisäers, und das erste, was er sagt: Du Heuchler!

Ich meine, sowas macht man doch nicht? Erstmal sagt man: „Danke für die Einladung – und die Suppe – die ist so gut!“

Man sagt erstmal Gutes, man muss erstmal irgendwie sich ein bisschen näher kommen. Aber wir haben nicht Knigge als Handbuch, wir haben die Bibel als Handbuch! Und Jesus ist unser Vorbild. Und wir sollen seine Nachahmer sein. Und wenn Jesus uns zeigt wie man fromme Heuchler konfrontiert, dann will er, dass wir das auch lernen.

Und du sagst: Hilfe, das ist nicht meine Natur.

Dann schmeiss deine alte Natur weg und ergreife die neue Natur! Und werde ein Nachahmer Christi. Hallelujah. Wie wäre das?

Das Problem ist: Wir denken, wir wissen, was Liebe ist. Und dann sind wir nett. Jesus war nie „nett“. Jesus war immer hilfreich. Und er ist immer zum Punkt gekommen und er hat Fragen gefragt, die mit einer einzigen Frage den ganzen Zustand des Menschen offenbart hat. So einer Weisheit. So ein Herzenskenner war er.

Und das sollen wir auch lernen von ihm. Und ich sage es zum x-ten Male: Wenn wir von dieser elenden Menschenfurcht und Menschengefälligkeit nicht befreit werden, wir können niemals Nachahmer Jesu werden. Wir können nicht. Wir sind gefangen in Knigge und in „seid nett zueinander“.

Das ist eines der ersten Dinge, was ein Leiter lernen muss: Gott, hilf mir freizuwerden von Menschenfurcht!

Als ich mich bekehrt habe, eines meiner ganz großen Probleme war Menschenfurcht. Das war eines meiner dicksten Probleme.

Und ich habe erkannt, was Paulus darüber gelehrt hat, und ich hab mich gesehen und ich hab gesagt: Gott, bitte, hilf du mir, setz du mich frei davon!

Und weißt du, wie Gott dich freisetzt von Menschenfurcht? Das geschieht nicht am Schreibtisch. Sondern du sagst: Herr, ich will deinem Heiligen Geist gehorchen, was immer er sagt. Und dann gibt er dir Aufträge, wo du das Gefühl hast, du gehst zu deiner eigenen Hinrichtung. Und du sagst: Das überlebe ich nicht.

Aber mit schlotternden Knien gehst du hin und siehe da – du überlebst, aber deine Menschenfurcht überlebt das nicht.

Und durch Gehorsamsschritte wirst du frei.

1 Petr 1,22a
Da ihr eure Seelen gereinigt habt …

Wie? Durch Lauschen von Predigten? Falsch!

1 Petr 1,22a
… durch durch den Gehorsam gegenüber der Wahrheit.

So wird die Seele gereinigt. Durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit.

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