Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (5:00 bis 10:00)

So, ihr Lieben jetzt geht es weiter mit Jüngerschaft. Also nach diesen vorbereitenden Schritten ist dann unser Kandidat soweit und sagt: So, ich melde mich, ich will wirklich jetzt in Jüngerschaft genommen werden.

Okay, worum geht’s denn da überhaupt? Was wollen wir da tun? Und wir haben ein klares Ziel, das finden wir im Worte Gottes eben in dem bekannten Missionsbefehl. Und da hat Jesus die Apostel beauftragt, Jünger zu machen und sie zu lehren, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.

Mt 28
19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Und dann kommt diese wunderbare Verheißung. „Und siehe, ich bin bei euch bis zur Vollendung des Zeitalters“.

So, es geht darum, wir wollen hier nicht einen Menschen heranbilden, der viel, viel Bibelwissen hat, sondern der sich hingegeben hat und der praktisch dabei ist, diese Dinge, die er gehört hat, in sein Leben zu integrieren. „Alles zu bewahren“ – das bedeutet einfach, darauf zu achten, dass diese Dinge wirklich in seinem Leben sind.

So, einige grob formulierte Lernziele, die wir haben für den Jünger:

1) Ein Jünger soll – oder das macht einen Jünger aus – er hat eine Haltung der Belehrbarkeit. Er lässt sich etwas sagen.

Jes 50,40
Der Herr, HERR, hat mir die Zunge eines Jüngers1 gegeben, damit ich erkenne, den Müden durch ein Wort aufzurichten2. Er weckt mich, ja Morgen für Morgen weckt er mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören.

Das ist also eine Bereitschaft: Ich bin bereit, den Willen Gottes zu tun. Ich bin offen, und ich empfange das Wort des Herrn. Und Jünger hören ganz, ganz anders als andere Gläubige. Jeder Jünger ist ein Gläubiger, aber nicht alle Gläubige sind Jünger. Und es gibt Leute, die hören eine Botschaft in der Gemeinde und denken sofort: Ah, das könnte jetzt für den sein. Und das passt gut für den …

Und sie können sehr gut irgendwie alle Teile der Predigt verteilen und wissen immer für wen das ist. Aber komischerweise vergessen sie da eine Person dabei. Und das sind sie selber.

Denkt an diese Eingangsfrage, so wie die Gemeinde entstand: Mit Menschen, die hilflos sind und die sagen: „Was sollen wir tun?“

Apg 2,37
Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?

Die sagen nicht: Was sollen wir wissen?

„Was sollen wir tun?“ – es geht um das praktische Umsetzen des Evangeliums, um das geht es.

2) Dann ein zweiter Bereich: Den umschreib ich mal mit „Fleiß, Ausdauer, Beständigkeit, Treue“.

Das sind alles nicht so Vokabeln, die so besonders in Mode sind bei uns, aber das zeigt nur, dass wir andere Prioritäten haben als der Herr selber. Für den Herrn sind alle diese Eigenschaften extrem wichtig.

Und Fleiß bedeutet, sich hinzugeben, regelmäßig, täglich, bestimmte Schritte immer wieder zu tun und Ausdauer zu entwickeln, nicht müde zu werden, sondern das einfach zu einem Lebensstil werden zu lassen.

Treue ist ein Merkmal des Wesens Gottes. Gott schätzt Treue. Gott liebt Treue. Und Er möchte in unserem Leben Treue sehen. Und Treue kommt in unser Leben durch Entscheidung. Und das ist das Geniale. Wir sind als Kinder Gottes jetzt befreit und wir können in jede Richtung gehen, die wir wollen. Und wenn wir klug sind, dann sagen wir, wir wollen in die Richtung gehen, die Gott für uns hat. Und man kann so gebunden sein wie man will, man kann in so viel Kompromissen sein und so durcheinander sein in seinem Leben wie man will – nichts kann einen hindern zu sagen: Okay, ich entscheide mich, ich werde ein Mensch der Treue.

Niemand kann dich hindern. Da können Sündenbindungen sein, Abhängigkeiten, Süchte, da kann alles sein, aber trotzdem – niemand kann dich hindern zu sagen: Ich wähle jetzt die Treue.

Und aus dem wir viel, viel, viel Segen kommen. David sagt: Den Weg der Treue habe ich vor mich hingestellt.

Ps 119,30
Den Weg der Treue habe ich erwählt und deine Bestimmungen vor mich hingestellt.

Der hat genau überlegt, was will er für Werte kultivieren in seinem Leben und er hat sich für Treue entschieden. Und Treue ist etwas, was in den Augen Gottes extrem kostbar ist und wichtig ist und Treue wird, wenn das etwas ist, wofür wir uns entscheiden und wo wir sagen: Das wird Bestandteil meines Lebens und das kultiviere ich und das wird in 20, 30 Jahren immer noch Teil meines Lebens sein – das wird immer langfristig enormen Segen absetzen.

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