Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (25:00 bis 30:00)

Und zwar nicht so auf so eine christliche Art und Weise – kennst du das? „Falls ich dich verletzt haben sollte, täte es mir leid“.

Ja, was denn? Hast du mich verletzt oder nicht?

Und wenn du das nicht weißt, dann halt deinen Mund und bete und lass dich vom Heiligen Geist überführen und wenn du weißt, was du gemacht hast, dann kommst du nochmal.

Was ist denn das für eine Art? „Falls ich dich verletzt haben sollte“. Ja, wie denn?

Aber das ist sehr typisch!

Oder man sagt: „Ich möchte mich entschuldigen“. Ja, hallo, wenn du Schuld auf dich geladen hast – du kannst dich gar nicht entschuldigen! WIR können dich entschuldigen.

Du kannst nur sagen: „Ich bitte um Entschuldigung“ oder „ich bitte um Vergebung“. Aber wenn du schuldig geworden bist, *du* kannst dich nicht entschuldigen! Wo willst du denn hin mit deiner Schuld? Verstehst du?

So, die Redensweisen verraten sehr viel über wie echt wir sind. Wie Jesus sagt: Aus der Fülle des Herzens redet der Mund.

Mt 12,34b, Lk 6,45b
Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund.

So, der Jünger verpflichtet sich, diese Bereiche unter die Herrschaft Christi zu stellen. Und das bedeutet, er hat entschieden, der Wahrheit des Wortes Gottes zu gehorchen.

Das ist die Essenz von Nachfolge: Der Wahrheit zu gehorchen.

Und ich sagte es schon: Seit über 20 Jahren reise ich durch die Gemeinden und die Gemeinden sind voll von Menschen, die denken, die sind seit Jahren und Jahrzehnten gläubig und die haben noch niemals verstanden, dass Gott von ihnen möchte, dass sie eine Entscheidung treffen, sie sollen jetzt lernen, der Wahrheit zu gehorchen.

Sie stimmen dem zu! Aber das in ihrem eigenen Leben wirklich umzusetzen, diese Entscheidung ist überhaupt noch nicht getroffen. Das heißt, die haben ein falsches Evangelium angenommen und geglaubt.

Ein Freund von mir, der auch unterwegs ist als Diener Gottes, als Bote des Herrn – er kommt in eine Gemeinde und er spricht mit einem Bruder dort, der ihm viel erzählt und ihn da viel volltextet, was er alles kann und was er alles weiß und ganz offensichtlich ist dieser Bruder, das war unverkennbar an dem stechenden Geruch in der Nase, ein extremer Raucher. Und er versucht diesen Lehrvortrag zu unterbrechen und sagt: Du, ich hab mal eine Frage – du bist ja schon so erfahren und du bist schon so lange Christ: Und wann wirst du aufhören zu rauchen?!

Und weißt du, was dieser Mann sagt? – Wieso? Jesus liebt mich auch so.

Hier hat jemand das Evangelium überhaupt nicht verstanden.

Ja, Jesus nimmt uns an wie wir sind. Okay. Aber dann kommt ein Komma und nicht ein Punkt und das war’s dann. Dann kommt ein Komma. Und aus lauter Liebe zu uns und aus lauter Liebe zu den anderen lässt er uns nicht so wie wir sind. Das ist das Evangelium: Er nimmt uns an wie wir sind. Okay. Aber dann sagt er: Diese Sachen kommen aus deinem Leben raus und ich garantiere dir, ich werde dir helfen, diese Dinge kommen aus deinem Leben raus, weil ich dich erziehen werde, weil ich dich prägen werde, weil ich dir neue Gelüste geben werde und du selber verlangen bekommst, rein zu werden und raus zu kommen aus diesen verkehrten Dingen.

Joh 3 lesen wir mal. Und da hast du eine Definition. Und wir brauchen immer Definitionen. Das heißt, wir müssen Begriffe genau definieren und genau beschreiben. Dann kommt Klarheit. Und das ist überhaupt die Taktik des Feindes in dieser Zeit der religiösen Verführung, in der wir leben – dass Begriffe umgedeutet werden!

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