Hartwig Henkel – „Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (5:00 bis 10:00)

So, ihr Lieben jetzt geht es weiter mit Jüngerschaft. Also nach diesen vorbereitenden Schritten ist dann unser Kandidat soweit und sagt: So, ich melde mich, ich will wirklich jetzt in Jüngerschaft genommen werden.

Okay, worum geht’s denn da überhaupt? Was wollen wir da tun? Und wir haben ein klares Ziel, das finden wir im Worte Gottes eben in dem bekannten Missionsbefehl. Und da hat Jesus die Apostel beauftragt, Jünger zu machen und sie zu lehren, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.

Mt 28
19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Und dann kommt diese wunderbare Verheißung. „Und siehe, ich bin bei euch bis zur Vollendung des Zeitalters“.

So, es geht darum, wir wollen hier nicht einen Menschen heranbilden, der viel, viel Bibelwissen hat, sondern der sich hingegeben hat und der praktisch dabei ist, diese Dinge, die er gehört hat, in sein Leben zu integrieren. „Alles zu bewahren“ – das bedeutet einfach, darauf zu achten, dass diese Dinge wirklich in seinem Leben sind.

So, einige grob formulierte Lernziele, die wir haben für den Jünger:

1) Ein Jünger soll – oder das macht einen Jünger aus – er hat eine Haltung der Belehrbarkeit. Er lässt sich etwas sagen.

Jes 50,40
Der Herr, HERR, hat mir die Zunge eines Jüngers1 gegeben, damit ich erkenne, den Müden durch ein Wort aufzurichten2. Er weckt mich, ja Morgen für Morgen weckt er mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören.

Das ist also eine Bereitschaft: Ich bin bereit, den Willen Gottes zu tun. Ich bin offen, und ich empfange das Wort des Herrn. Und Jünger hören ganz, ganz anders als andere Gläubige. Jeder Jünger ist ein Gläubiger, aber nicht alle Gläubige sind Jünger. Und es gibt Leute, die hören eine Botschaft in der Gemeinde und denken sofort: Ah, das könnte jetzt für den sein. Und das passt gut für den …

Und sie können sehr gut irgendwie alle Teile der Predigt verteilen und wissen immer für wen das ist. Aber komischerweise vergessen sie da eine Person dabei. Und das sind sie selber.

Denkt an diese Eingangsfrage, so wie die Gemeinde entstand: Mit Menschen, die hilflos sind und die sagen: „Was sollen wir tun?“

Apg 2,37
Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?

Die sagen nicht: Was sollen wir wissen?

„Was sollen wir tun?“ – es geht um das praktische Umsetzen des Evangeliums, um das geht es.

2) Dann ein zweiter Bereich: Den umschreib ich mal mit „Fleiß, Ausdauer, Beständigkeit, Treue“.

Das sind alles nicht so Vokabeln, die so besonders in Mode sind bei uns, aber das zeigt nur, dass wir andere Prioritäten haben als der Herr selber. Für den Herrn sind alle diese Eigenschaften extrem wichtig.

Und Fleiß bedeutet, sich hinzugeben, regelmäßig, täglich, bestimmte Schritte immer wieder zu tun und Ausdauer zu entwickeln, nicht müde zu werden, sondern das einfach zu einem Lebensstil werden zu lassen.

Treue ist ein Merkmal des Wesens Gottes. Gott schätzt Treue. Gott liebt Treue. Und Er möchte in unserem Leben Treue sehen. Und Treue kommt in unser Leben durch Entscheidung. Und das ist das Geniale. Wir sind als Kinder Gottes jetzt befreit und wir können in jede Richtung gehen, die wir wollen. Und wenn wir klug sind, dann sagen wir, wir wollen in die Richtung gehen, die Gott für uns hat. Und man kann so gebunden sein wie man will, man kann in so viel Kompromissen sein und so durcheinander sein in seinem Leben wie man will – nichts kann einen hindern zu sagen: Okay, ich entscheide mich, ich werde ein Mensch der Treue.

Niemand kann dich hindern. Da können Sündenbindungen sein, Abhängigkeiten, Süchte, da kann alles sein, aber trotzdem – niemand kann dich hindern zu sagen: Ich wähle jetzt die Treue.

Und aus dem wir viel, viel, viel Segen kommen. David sagt: Den Weg der Treue habe ich vor mich hingestellt.

Ps 119,30
Den Weg der Treue habe ich erwählt und deine Bestimmungen vor mich hingestellt.

Der hat genau überlegt, was will er für Werte kultivieren in seinem Leben und er hat sich für Treue entschieden. Und Treue ist etwas, was in den Augen Gottes extrem kostbar ist und wichtig ist und Treue wird, wenn das etwas ist, wofür wir uns entscheiden und wo wir sagen: Das wird Bestandteil meines Lebens und das kultiviere ich und das wird in 20, 30 Jahren immer noch Teil meines Lebens sein – das wird immer langfristig enormen Segen absetzen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (10:00 bis 15:00)

Und in welchen Bereichen dann die Treue ausgelebt wird, das kommt dann alles noch ein bisschen später. Jetzt einmal nur erstmal so allgemein.

Wenn wir Zeit hätten, aber ich erwähne es nur kurz und gehe jetzt nicht darauf ein, dann wäre 2.Petrus 1,1-10 eine exzellente Schriftstelle, um diesen ganzen geistlichen Entwicklungsprozess zu beschreiben.

2 Petr 1,1-10
1 Simon Petrus, Knecht1 und Apostel Jesu Christi, an die, welche den gleichen kostbaren Glauben wie wir empfangen haben an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus:
2 Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil in der Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus!
3 Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel in] Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch [seine] Herrlichkeit und Tugend,
4 durch welche er uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht,
5 so setzt eben deshalb allen Eifer daran und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis,
6 in der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Ausharren, im standhaften Ausharren aber die Gottesfurcht,
7 in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe.
8 Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, so lassen sie euch nicht träge noch unfruchtbar sein für die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.
9 Wem dagegen diese Dinge fehlen, der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen.
10 Darum, Brüder, seid umso eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung fest zu machen; denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen

Diese Textpassage ist aufgeteilt in zwei Bereich. Und zwar so wie auch viele Gemeindebriefe aufgeteilt sind: Teil 1 beschreibt das Werk der Erlösung: Was hat Jesus getan? Was bedeutet es, dass wir das Heil in Christus haben? Was hat er für uns getan? Und Teil 2 dann beschreibt, wie wir jetzt darauf zu reagieren haben, was auf unserer Seite notwendig ist, damit wir wirklich wachsen in der Gnade – so nennt es z.B. Petrus.

2Petr 3,18
Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen.

Und der Transfer der Segnungen, die uns schon geschenkt sind – sozusagen auf unserem himmlischen Konto sind – in unser Leben hinein, kommt durch Fleiss.

Wenn du diese Passage dir in Ruhe anschaust und das lohnt sich wirklich darüber nachzudenken, dann siehst du, was alles uns geschenkt ist, was wir haben, alles, was wir brauchen, ist da in Christus zur Verfügung, und jetzt entwickeln wir Fleiss. Wir entwickeln Fleiss. Und zu allererst, und das beschreib ich dann später, wahrscheinlich komme ich heute abend erst richtig dazu: Fleiss im Hinblick auf unseren Umgang mit dem Worte Gottes.

Das ist der Kanal, durch den der Segen Gottes fließt. Und wir geben uns hin, von diesem Wort jetzt geprägt zu werden. Und so kommt eins zum anderen. Aber es beginnt dieser ganze Prozess der Veränderung, beginnt mit Fleiss.

Und das heißt, wir werden unserem Jünger, den wir jetzt da trainieren, der gesagt hat: Du, ich komm mit meinem Christsein nicht weiter, ich hab nie Jüngerschaft gehabt, ich will jetzt in Jüngerschaft – wir werden ihm erklären: Bestimmte Dinge jeden Tag zu tun.

Und wir werden da sehr präzise, wir sagen nicht allgemein: „Du musst mehr Wort Gottes lesen“ oder irgendwas. Sondern wir erklären ganz genau, was und wie der das zu machen hat. Das ist unser Problem: Dass wir so in allgemeinen christlichen Klischees irgendwie uns äußern und wir denken, der versteht das ja schon. Definiere immer, was du meinst. Sag ganz genau, was du meinst. Statt zu sagen: „Ja, du musst Gott suchen“ – wir als Gläubige hoffentlich verstehen, was das bedeutet. Aber wenn da ein Neubekehrter ist, und du erzählst dem, du musst Gott suchen – der versteht überhaupt nicht, was du willst. Der denkt: Ja, wie – Gott suchen? Spielt der jetzt mit mir Verstecken oder wie soll ich ihn denn suchen? Wie soll das funktionieren?

So, wir werden ganz genau erklären, was da passiert und was er zu machen hat.

Und das ist das schöne an Jüngerschaft: Du bist gezwungen, Dinge präzise zu erklären und da merkst du oftmals, wie wenig du selber verstanden hast. Weil das, was du nicht verstanden hast, kannst du auch nicht erklären. Was du verstanden hast, kannst du erklären. Und Jüngerschaft ist immer eine wunderbare Gelegenheit selber zu wachsen und selber einfach zuzunehmen in der Gnade.

Okay, ein weiteres Lernziel, was wir haben, was wir sehen wollen, was wir entwickeln wollen, wozu wir den Jünger motivieren wollen, was hervorkommen soll in seinem Leben, ist etwas ganz, ganz unpopuläres bei uns Menschen, aber etwas ganz kostbares und wichtiges für Gott – und das nenne ich „Leidensbereitschaft“.

Darüber wird heute wenig gesprochen, schau einmal in die ganzen Ankündigungen von Konferenzen und Seminaren. Wie viele Seminare hast du schon gesehen, die angeboten worden sind, wo gesagt wird: Wir in diesem Seminar vermitteln wie man bereit wird, willig wird, für das Evangelium zu leiden?

Das macht keiner.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (15:00 bis 20:00)

Und wenn einer das machen würde, wahrscheinlich, würde das Seminar aus Mangel von Teilnehmern ausfallen, weil die Leute denken, „Leidensbereitschaft?! Willigkeit zu Leiden?! Lass mich in Ruhe! Ich hab schon genug Stress!“

Aber wenn du das Evangelium studierst und das werden wir unserem Jünger in vielfältiger Weise als Aufgabe machen, dann mach ein Bibelstudium über „Leiden“. Was sagt die Bibel über Leiden, und dann wirst du feststellen: Leiden ist untrennbar mit Nachfolge verbunden. Und Leiden beginnt nicht da, wo jemand jetzt als Märtyrer stirbt, sondern Leiden bedeutet, etwas zu tun gegen sein eigenes Lustgefühl.

Und wie Peter Hahne das so schön gesagt hat: „Schluss mit Lustig“ – wir dienen hier dem Spaß-Gott.

Peter Hahne: Schluss mit lustig!: Das Ende der Spaßgesellschaft
https://www.amazon.de/Schluss-mit-lustig-Ende-Spa%C3%9Fgesellschaft/dp/3501051808

Und das ist das große Problem: Dass wir nicht verstanden haben, dieser mächtige Götze in unserer Kultur – wenn der nicht gestürzt wird im Leben des Jüngers, wird sich nichts ereignen. Die Leute tun das, wozu sie „Lust haben“.

Treffen Entscheidungen nach „das macht mir Spaß“ oder „das macht keinen Spaß“. Das siehst du ganz, ganz praktisch – mach eine Großreinemach-Aktion in der Gemeinde und kündige das an. Und dann merk dir die Namen derer, die nicht da sind. Und dann wiederhole das Ding das nächste Jahr und vergleiche die Listen. Und du wirst feststellen, es gibt bestimmte Leute, die sind immer nicht da zu solchen Aktionen.

Warum sind die nicht da? Weil die eine bestimmte Einstellung haben. „Ach, es ist so schönes Wetter. Das kam ja ganz spontan das schöne Wetter als ihr den Termin vor 6 Wochen angesetzt habt, da war ich ja noch einigermaßen bereit, aber dann am Samstag morgen war so ein schönes Wetter und da hatten wir uns doch vorgenommen, endlich mal den Garten oder grillen oder dies oder das – und dann kommt diese Reinmachaktion und das macht ja wirklich keinen Spaß“.

Entscheidungen danach zu treffen, heißt, ich lebe in Verantwortungslosigkeit. Ich will allen Segen mitnehmen von der Gemeinde, aber investieren und dafür etwas geben und Mitverantwortung übernehmen und Teil sein der Gemeinschaft und etwas geben – das brauche ich nicht.

Diese Gesinnung ist ein Greuel in Gottes Augen. Und eine Leiterschaft nach dem Herzen Gottes, die befreit ist von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit, wird das sehr klar ansprechen und wird sagen, was die Bibel über Faulheit zu sagen hat. Dass nämlich Faulheit die Tür aufmacht für den Fresser, für den Feind, für den Verderber, für Fluch, der ins Leben kommt.

So.

Apg 14,22
Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich6 Gottes hineingehen müssen.

Überleg einmal, das haben die den Neubekehrten erzählt! Wir würden sagen: Hej, mit solchem harten Tobak müssen wir noch ein bisschen warten. Die müssen erstmal „gegründet“ sein, die müssen erstmal wirklich voll angebissen haben, die müssen dabei sein – und dann später können wir vielleicht sowas sagen. Aber am Anfang einem Neubekehrten das zu erzählen, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich? Neee, dann läuft der weg! Dann hat der Angst, dann sagt der: Ne, das habe ich nicht gesucht, das wollte ich nicht.

Aber sie haben eine andere Sichtweise gehabt und sie haben ganz klar gesagt: Für den Glauben musst du leiden. Das gehört dazu. Und mach dich damit eins. Wie Petrus das sagt: Du bewaffnest dich – das ist eine Waffe – die Gesinnung, wie Christus gelitten hat, so werden wir auch leiden. Das ist eine Waffe, sagt Petrus.

1Petr 4,1
Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung

Warum ist das eine Waffe? Weil du aus deiner Angst „hoffentlich muss ich nicht leiden“ oder „ich könnte vielleicht leiden“ – aus der Angst machst du eine Gewissheit! Du wirst leiden! Gott wird dir helfen! Gott wird dir Gnade geben, aber vergiss jede Illusion, „vielleicht schaff ich es ja ohne Leiden irgendwie durchzukommen“ – du wirst nicht.

Wer Leiden vermeiden möchte um des Evangeliums willen, und das fängt ja an bei Entscheidungen treffen gegen das Lustgefühl, Entscheidungen treffen gegen „was ist populär?“ und nicht mehr darauf einzugehen, was werden die anderen denken? Was werden die anderen sagen? Wie stehe ich dann da?

Da fängt es ja an mit dem „Leiden“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (20:00 bis 25:00)

Nicht gleich „das Leben lassen“ – das kommt ganz am Ende. Das ist die hohe Schule des Leidens. Das ist die für Fortgeschrittene.

Aber es fängt erstmal mit diesen Dingen an: Ich soll Dinge tun, die keinen Spaß machen. Und ich soll das aushalten.

So, das ist unsere Berufung. Und wenn du, was ich jetzt aus Zeitgründen weglasse, einmal ein Bibelstudium machst, im Neuen Testament, „Leiden“ und „Glauben“ oder „Leiden und Wort Gottes“ – dann wirst du feststellen: Jesus und die Apostel haben sehr viel darüber gesagt. Sehr viel.

Aber das wird heute großenteils verschwiegen, mit der falschen Idee: Wir wollen ja die Leute nicht verschrecken. Das werden wir ihnen dann später sagen – aber dieses „später“ kommt nie.

Und wir wollen gleich am Anfang klare Linien legen und sagen, worum es geht.

So, Leidensbereitschaft ist eine Bereitschaft zum Gehorsam, auch wenn’s dich etwas kostet, auch wenn es schwierig wird, auch vielleicht sogar wenn es wirklich an die Substanz geht. Hier gibt es solche Beispiele:

Joh 9,22 – die Eltern von dem Geheilten …

Joh 9,22
Dies sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, dass, wenn jemand ihn (Jesus) als Christus bekennen würde, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte.

Meschenfurcht! „Wir werden ausgeschlossen“ – aber das ist uns verheißen! Wir werden gemieden. Vielleicht auf der Arbeit. Jemand anders, der nicht so qualifiziert ist und nicht so gut ist wie du, wird vorgezogen, weil du klare Kante zeigst, weil du sagst, wofür du stehst und was du glaubst.

Joh 12,42
Dennoch aber glaubten auch von den Obersten viele an ihn; doch wegen der Pharisäer bekannten sie ihn nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden

Ich habe mit etlichen Pfingst-Pastoren gesprochen, und die jammern und schütten ihr Herz aus und klagen, dass sie frustriert sind über ihren Verband und dass sie überhaupt nicht einverstanden sind mit der ganzen Sache mit der Ökumene und dass sie das ganz schrecklich finden, und die können lange und lange und breit mit mir darüber reden.

Und ich sage: Und als es zur Abstimmung kam, hast du deine Stimme erhoben? Hast du gesagt, wo du stehst und hast du gesagt, was das Wort Gottes?!

„Ja, neee, ich hab ja gesehen, was die mit den alten Haudegen gemacht haben, die noch für die Wahrheit gestanden haben, und da hab ich mir gedacht, das tu ich mir jetzt nicht an, und habe geschwiegen“.

Angst ausgeschlossen zu werden. Angst nicht mehr anerkannt zu werden.

Aber von wem möchtest du anerkannt werden? Ich möchte vom Vater im Himmel anerkannt werden. Und ich möchte, dass der Vater sich freut, dass ich zu seinem Sohn stehe – das ist mein Ziel, dafür habe ich mich entschieden. Und ob Menschen mich anerkennen und mich wunderbar finden oder mich schrecklich finden – das ist mir sowas von egal. Und ich habe einen Preis dafür bezahlt, für diese Freiheit, aber ich genieße diese Freiheit. Und ich möchte nie wieder in das charismatische Gefängnis zurück, in dem ich war. Und ich muss nicht auf irgendwelche Leute, weil ich von denen was will, Rücksicht nehmen. Sondern ich muss Rücksicht nehmen auf Jesus, den ich liebe, auf den Heiligen Geist und auf den Vater im Himmel – und auf sonst niemanden. Hallelujah.

Noch ein paar andere Versuche, diese Lernziele so ein bisschen zu umreissen bevor wir dann ins Detail gehen:

Ein Jünger muss lernen, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Für seine Worte, für seine Gedanken, für seine Fantasie, für seine Herzenshaltungen, für seine Verhaltensweisen. Und er hat sich hingegeben, alle diese Bereiche, die ich jetzt genannt habe, unter die Herrschaft Christi zu stellen. Christus regiert unsere Gedanken. Christus regiert unsere Fantasie. Christus regiert unsere Worte. Christus regiert unser Verhalten. Und Verantwortung zu übernehmen heißt auch, da, wo ich daneben bin, wo ich versagt habe, dass ich das nicht ignoriere, dass ich das nicht rechtfertige, dass ich das nicht schön rede, dass ich nicht anderen dafür die Schuld gebe und alles irgendwie umdrehe. Sondern einfach sage: Ja, das stimmt, das war nicht in Ordnung, ich hatte kein Recht, das zu tun. Und da, wo es Menschen betrifft und Menschen darunter gelitten haben, weil sie das erlebt haben, dass ich das „versagt“ habe – Verantwortung für mein Leben bedeutet: Ich gehe hin zu diesen Leuten und sage ganz klar, was gewesen ist, was ich gemacht habe, dass es nicht in Ordnung ist und ich bitte diese Leute um Vergebung.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (25:00 bis 30:00)

Und zwar nicht so auf so eine christliche Art und Weise – kennst du das? „Falls ich dich verletzt haben sollte, täte es mir leid“.

Ja, was denn? Hast du mich verletzt oder nicht?

Und wenn du das nicht weißt, dann halt deinen Mund und bete und lass dich vom Heiligen Geist überführen und wenn du weißt, was du gemacht hast, dann kommst du nochmal.

Was ist denn das für eine Art? „Falls ich dich verletzt haben sollte“. Ja, wie denn?

Aber das ist sehr typisch!

Oder man sagt: „Ich möchte mich entschuldigen“. Ja, hallo, wenn du Schuld auf dich geladen hast – du kannst dich gar nicht entschuldigen! WIR können dich entschuldigen.

Du kannst nur sagen: „Ich bitte um Entschuldigung“ oder „ich bitte um Vergebung“. Aber wenn du schuldig geworden bist, *du* kannst dich nicht entschuldigen! Wo willst du denn hin mit deiner Schuld? Verstehst du?

So, die Redensweisen verraten sehr viel über wie echt wir sind. Wie Jesus sagt: Aus der Fülle des Herzens redet der Mund.

Mt 12,34b, Lk 6,45b
Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund.

So, der Jünger verpflichtet sich, diese Bereiche unter die Herrschaft Christi zu stellen. Und das bedeutet, er hat entschieden, der Wahrheit des Wortes Gottes zu gehorchen.

Das ist die Essenz von Nachfolge: Der Wahrheit zu gehorchen.

Und ich sagte es schon: Seit über 20 Jahren reise ich durch die Gemeinden und die Gemeinden sind voll von Menschen, die denken, die sind seit Jahren und Jahrzehnten gläubig und die haben noch niemals verstanden, dass Gott von ihnen möchte, dass sie eine Entscheidung treffen, sie sollen jetzt lernen, der Wahrheit zu gehorchen.

Sie stimmen dem zu! Aber das in ihrem eigenen Leben wirklich umzusetzen, diese Entscheidung ist überhaupt noch nicht getroffen. Das heißt, die haben ein falsches Evangelium angenommen und geglaubt.

Ein Freund von mir, der auch unterwegs ist als Diener Gottes, als Bote des Herrn – er kommt in eine Gemeinde und er spricht mit einem Bruder dort, der ihm viel erzählt und ihn da viel volltextet, was er alles kann und was er alles weiß und ganz offensichtlich ist dieser Bruder, das war unverkennbar an dem stechenden Geruch in der Nase, ein extremer Raucher. Und er versucht diesen Lehrvortrag zu unterbrechen und sagt: Du, ich hab mal eine Frage – du bist ja schon so erfahren und du bist schon so lange Christ: Und wann wirst du aufhören zu rauchen?!

Und weißt du, was dieser Mann sagt? – Wieso? Jesus liebt mich auch so.

Hier hat jemand das Evangelium überhaupt nicht verstanden.

Ja, Jesus nimmt uns an wie wir sind. Okay. Aber dann kommt ein Komma und nicht ein Punkt und das war’s dann. Dann kommt ein Komma. Und aus lauter Liebe zu uns und aus lauter Liebe zu den anderen lässt er uns nicht so wie wir sind. Das ist das Evangelium: Er nimmt uns an wie wir sind. Okay. Aber dann sagt er: Diese Sachen kommen aus deinem Leben raus und ich garantiere dir, ich werde dir helfen, diese Dinge kommen aus deinem Leben raus, weil ich dich erziehen werde, weil ich dich prägen werde, weil ich dir neue Gelüste geben werde und du selber verlangen bekommst, rein zu werden und raus zu kommen aus diesen verkehrten Dingen.

Joh 3 lesen wir mal. Und da hast du eine Definition. Und wir brauchen immer Definitionen. Das heißt, wir müssen Begriffe genau definieren und genau beschreiben. Dann kommt Klarheit. Und das ist überhaupt die Taktik des Feindes in dieser Zeit der religiösen Verführung, in der wir leben – dass Begriffe umgedeutet werden!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (30:00 bis 35:00)

Es bleiben die alten Begriffe, aber der Inhalt wird geändert. Es wird ein neuer Inhalt dazu getan. Ich geb euch auch gleich ein Beispiel, aber erstmal die Schriftstelle hier:

Joh 3,36
Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben. Wer aber dem Sohn – und jetzt kommt das Gegenteil von „glauben“ und dann steht dort – *nicht* gehorcht […]

Es gibt übrigens Bibelübersetzungen heutzutage, die bringen hier das zweite Mal wieder das Wort „glauben“. Und das ist eine echte Fälschung, weil das erste Mal heißt es „glauben“ und das zweite Mal ist: apeitheó [544] – „ungehorsam sein“.

So, das Gegenteil von glauben ist „ungehorsam sein“, nicht gehorchen wollen. Da hast du eine Definition, was Glaube ist. Glaube ist gehorchen.

Und das wird heute an vielen, vielen Stellen nicht mehr so verstanden. Und man kann offensichtlich an Jesus glauben – oder Leute meinen, dass man das könnte – man kann an Jesus glauben ohne seinem Wort zu gehorchen. Man trennt das und sagt: Ich glaube an Jesus – Gehorsam ist eine andere Sache, aber ich glaube an Jesus.

Und das wird uns von höchster Stelle vorgemacht. Und wir werden dort infiltriert und indoktriniert und Gehirn gewaschen und wir sollen neue Inhalte lernen.

Denk an dieses Beispiel: Vor einigen Jahren hat ein weltbekannter Mann Gottes [Anm.: Rick Joyner, MorningStar], der sehr populär ist, der sogar gilt als Prophet, hat einen Nachruf geschrieben und veröffentlicht auf seiner Webseite in Bezug auf den verstorbenen Papst Johannes Paul II. So, und dann schreibt der als Nachruf: „Er war ein großer Mann Gottes und er liebte den Heiligen Geist“.

Das ist Propaganda. Das ist Gehirnwäsche. Also hier kannst du den Heiligen Geist lieben und gleichzeitig das Wort Gottes mit Füßen treten. Aber du liebst den Heiligen Geist, bloß sein Buch kannst du nicht ausstehen und musst es umschreiben und musst es verdrehen. Das ist nicht eine gesunde Definition. Gott zu lieben, heißt, bereit zu sein, ihm zu gehorchen.

Und das schreibt er auf seiner Webseite und das große Wunder ist, dass da nicht hunderttausende von Leuten den bombardieren mit Emails und sagen, „Horch einmal, was erzählst du hier? Du verdrehst hier das Denken der Menschen – du gibst neue Definitionen. Die Bibel definiert, was es heißt, Gott zu lieben – du gibst uns eine neue Definiton und das darfst du nicht! Und du bist verantwortlich vor Gott für so etwas!“

Nirgendwo in der Bibel finden wir eine Idee, man könnte Gott lieben, man könnte an Gott glauben und gleichzeitig in der Haltung sein, „aber mit Gehorsam, das sehe ich nicht so – das ist „gesetzlich“, das ist von früher, das haben die Alten so gelehrt, aber das passt nicht mehr in unsere Zeit“ und all diese Dinge.

Wir ändern uns, die Kultur ändert sich, der Zeitgeist ändert sich – Gott ändert sich nicht und sein Wort ändert sich nicht. Und wir werden gemessen eines Tages an seinem Wort. Nicht am Zeitgeist. Vergiss das bitte nie.

Gal 3 – eine weitere Stelle, die uns diese Definition gibt, dass Glaube identisch ist mit der inneren Bereitschaft zu gehorchen.

Gal 3,1 (Elberfelder)
Unverständige Galater! Wer hat euch bezaubert (oder verhext), denen Jesus Christus als gekreuzigt vor Augen gemalt wurde?

Und wenn du jetzt eine Schlachter-Übersetzung hast, dann heißt der Text ein bisschen anders:

Gal 3,1 (Schlachter)
O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch, denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt vor die Augen gemalt worden ist?

Und es hat bestimmte Gründe, auf die ich jetzt nicht eingehen will, die ich aber nicht akzeptiere, dass die Elberfelder, die ich sonst sehr liebe, an dieser Stelle diesen wichtigen Teil *weglässt*.

Denn hier wird uns erklärt: Die Verzauberung findet statt, indem Leute überredet werden, nicht mehr zu gehorchen.

Vielleicht hast du deine eigenen Definitionen von „Verzauberung“. Vielleicht denkst du, Zauber, das ist irgendwas in Afrika, aber das hat ja mit unserer Kultur nichts zu tun.

Unser Land ist hochgradig verseucht mit christlicher Zauberei – hochgradig!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (35:00 bis 40:00)

Und Leute werden ermutigt und es wird ihnen leicht gemacht und es wird ihnen als „normal“ beigebracht, der Schrift nicht zu gehorchen. Und ich rede jetzt von Gläubigen, ich rede nicht von „der Welt“, sondern von Gläubigen. Und das ist Verzauberung. Und du findest dasselbe im Klartext, aber dann in der Elberfelder auch nochmal – dank sei Gott, dass Paulus das zwei Mal reingeschrieben hat – dort heißt es in Vers 7.

Gal 5,7
Ihr lieft gut – wer hat euch gehindert, der Wahrheit zu gehorchen?

Da hast du es. Worin bestand das „gut laufen am Anfang“? Ganz offensichtlich, indem sie der Wahrheit gehorchten. Dann kam etwas dazwischen. Was war es, was dazwischen kam? Falsche Lehre, die von außen hereinkam. Verdrehung des Evangeliums, Fälschung des Evangeliums. Und aus Gnade wurden dann Werke. Und damit haben die Leute aufgehört, der Wahrheit zu gehorchen.

So, du hast hier drei Schriftstellen, die uns definieren – und dann gibt’s noch die anderen mit „Freund sein von Jesus“ und „Jesus lieben“, die uns klar definieren: Glaube an Jesus, Jesus zu lieben ist gleichbedeutend mit der Bereitschaft, ihm zu gehorchen. Das ist der wahre Glaube. Und wo immer du Botschaften hörst, wo das weggelassen wird – und wir haben heute viele Botschaften über die „Liebe des Vaters“ und „Kuscheln beim Papa“ und „Freund Gottes sein“, wo dieser Aspekt, dass bei aller Vaterschaft, bei aller Liebe, bei aller Freundschaft zu Gott, Gott immer noch ein Recht hat und auch tatsächlich erwartet, dass wir ihm gehorchen – das wird weggelassen. Und Menschen werden verdreht.

Und du kannst dann Menschen erleben, die in großer Illusion leben, in einer selbstgemachten, sich ausgedachten Beziehung zu Jesus, wo sie ihm ganz nahe sind, aber die Sünde in ihrem Leben übersehen sie. Wenn wir nahe sind bei Jesus, dann öffnet er uns die Augen und er führt uns immer wieder neu in die Buße. Und er zeigt uns immer wieder neue Dinge, wo wir uns ändern sollen, wo wir alte Denkweisen, alte Verhaltensweisen ablegen sollen usw.

So, jetzt erwähne ich noch ein paar ganz praktische Dinge, die ich dann später weiter ausführen werde: Die Ausbildung des Jüngers.

Es gibt ein paar Dinge, die wir ihm beibringen werden, die ein regelmäßiger Bestandteil seines Lebens werden sollen. Diese Dinge wird er immer und immer und immer wieder tun. Ein paar von diesen grundlegenden Dingen finden wir auch in einer Passage in Matthäus 6. Jesus erwähnt dort vier grundlegende Verhaltensweisen oder ich nenne sie „Disziplinen“ im Reiche Gottes.

Und diese vier sind nicht verhandelbar. Und diese vier gehören alle zu einem normalen Christenleben dazu. Und Jesus zeigt das, indem er, wenn er das Wort „wenn“ benutzt“ – „wenn ihr diese Dinge tut“ – dann meint das griechische dort ein „zeitliches wenn“. Nicht „falls“ sondern „wenn“.

Und er redet dort von „beten“. Und wir alle verstehen: Wenn wir jemanden finden, der sagt: Ich bin Christ und ich liebe Gott und ich lebe mit Jesus, aber mit dem Beten hab ich’s nicht so, und Beten finde ich nicht so gut und das mache ich eigentlich nicht – dann sagen wir „Hallo?! Du bist kein Christ! Wenn du sagst, beten gibt es nicht bei dir – du bist kein Christ“.

Christsein ohne beten ist kein Christsein – darin stimmen wir alle überein, nicht wahr? Oder gibt’s hier jemanden, der sagt: Doch, man kann Christ sein, aber Beten kann völlig fehlen in seinem Leben, trotzdem ist er Christ!

Das gibt es nicht! Das ist eine Täuschung.

Aber in derselben Weise erwähnt Jesus andere Dinge, und da sieht’s schon ganz anders aus. Z.B. „Fasten“.

Und mit aller Selbstverständlichkeit würden da viele, viele Leute heute pfingstlich-charismatischer Prägung sagen: „Ja, aber man kann Christ sein, aber das hat doch nichts mit Fasten zu tun?! Fasten sind gesetzliche Werke, das ist Selbstkasteiung, das ist nicht notwendig, das ist Gesetzlichkeit usw.“

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (40:00 bis 45:00)

Für Jesus war das normaler Bestandteil. Lies Matthäus 6. Normaler Bestandteil!

Und ich weiß nicht, ob du und wieviel du schon mal Austausch gehabt hast mit unseren Geschwistern aus der dritten Welt. Afrika, Südamerika, aus Asien. Für die ist Fasten etwas total normales. Und das ist mit einer der Hauptgründe, warum sie dort Zeichen und Wunder haben und wir nicht hier haben. Und wenn die hier herkommen von Afrika oder von Südamerika und sehen unser Land und sehen den Zustand der Gemeinden – dann fragen sie: Sagt mal, wie sieht denn das bei euch mit Fasten aus?

Dann machen wir ein langes Gesicht – und dann sagen sie: Du, jetzt verstehen wir, warum ihr in dieser Misere seid. Und ihr habt viel Wissen, aber keine Power.

Nicht mal Power, die eigene Sünde zu überwinden und auch keine Power, Menschen wirklich die Kraft Gottes zu demonstrieren. Und das hat etwas mit Fasten zu tun.

Jesus sagt: Wenn der Bräutigam genommen ist – und das ist die Zeit, wo er jetzt nicht da ist – dann werden sie … Wer sind „sie“? Wir! Dann werden sie fasten.

Mk 2,20
Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen ist; dann werden sie fasten, an jenem Tage.

So, Jesus schaut schon über die Himmelfahrt hinaus und sieht dort ein Christsein und sagt: Fasten ist normal. Fasten gehört zum christlichen Leben dazu.

Und da ist unser Problem! Wir sagen: „Ja, aber Fasten macht keinen Spaß!“

Deswegen habe ich die Sache mit dem Spaß-Gott vorher schon geklärt. Die Antwort kannst du streichen, die ist nicht akzeptabel. Es geht nicht darum, ob etwas Spaß macht, es geht darum, ob etwas richtig ist. Ob etwas notwendig ist. Ob etwas dem Worte Gottes entspricht – darum geht es. Und nicht, ob das Spaß macht.

Oder so Ausreden wie: Du, wenn ich faste, dann bin ich immer so gereizt und dann benehme ich mich irgendwie sehr unschön und das will ja der Herr auch nicht, ich soll ja nett sein. Also dann lieber nicht fasten, damit ich nett bin.

Ist gut gemeint, aber auch einfach nur Selbsttäuschung.

„Ja, und wenn ich faste, dann geht’s mir gar nicht gut, da hab ich Kopfschmerzen!“

Und hier ist meine Empfehlung: Lerne gleich von Anfang an, mindestens drei Tage am Stück zu fasten, weil ab dem dritten Tag macht’s nämlich Spaß, wenn der Hunger vorbei ist, dann macht es Spaß und dann kannst du fliegen und dann wirst du erleben aus eigener Erfahrung, dass du in eine Nähe mit Gott kommst, dass du sensibel wirst im Heiligen Geist, dass du viel schneller Antworten bekommst und auf eine tiefere Art und Weise der Herr zu dir reden kann und das Wort lebendig machen kann.

Eine Gemeinde oder ein Christ, der nicht fastet, entspricht nicht dem Standard Gottes. Punkt, fertig, aus.

Und das werden wir unserem Jünger erklären – aus der Schrift. Nicht einfach: „du musst fasten“, sondern wir erklären ihm, welche Bedeutung und welche Wirkungsweise Fasten hat und was das Wort Gottes über Fasten sagt. Und dass fasten normal ist.

Das ist ja jetzt die Ausgangslage: Jetzt darf Gott durch sein Wort definieren, was normal ist. Nicht mehr wir definieren, was normal ist.

„Ja, ich kenne keinen, der fastet, warum soll ich fasten?“

Weil du dich entschieden hast, du willst Gott gehorchen, ganz einfach deswegen. Und verweise nicht auf die vielen anderen, die es nicht tun. Du vergleichst dich nicht mit denen, die noch fleischlicher sind als du. Du vergleichst dich mit dem Standard des Wortes Gottes.

Also: Beten, Geben, Vergeben, Fasten.

Das sind die vier Dinge, die Jesus erwähnt. Und er benutzt immer das Wort „wenn“ – zeitlich! „Immer dann, wenn …“.

Griechisch:
3752. hotan

Matthäus 6
2a Wenn du nun Almosen gibst
5a Und wenn ihr betet
16a Wenn ihr fastet

Und ich will noch einige andere Dinge hinzufügen, die wir dem Jünger beibringen wollen. Das wird Bestandteil seines Lebens werden. Das wird regelmäßig in seinem Leben zu finden sein:

Das ist Leben mit dem Wort Gottes.

Das ist Gemeinschaft mit Gott. Gott suchen, Zeit haben mit Gott. Manche nennen das auch „Stille Zeit“. Ob der so glücklich ist, der Begriff, weiß ich nicht, weil die sollte schon nicht zu still sein. Da muss man auch was hören. Wir wollen, dass er seine Gebete spricht, nicht denkt. Das ist der schnellste Weg, Ordnung in die Gedanken zu bringen: Gebete zu sprechen – und nicht zu denken. Es geht nicht um Lautstärke, es geht einfach darum, dass seine eigenen Ohren hören, was aus seinem eigenen Mund kommt. Und das ist extrem wichtig, dass wir laut beten.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (45:00 bis 50:00)

Klar, wenn du in der U-Bahn bist, unterwegs zur Arbeit oder so, dann betest du lieber im Herzen, obwohl heutzutage mit den Freisprechanlagen im Auto – hej, wir sind ja jetzt sowas von befreit, wir können jetzt anders noch als vor 10 Jahren, da betest du im Auto, stehst an der Ampel und einer guckt ganz komisch: Hej, was ist denn mit dem, der redet mit sich selber?! Jetzt hast du Freisprechanlagen und jeder wird denken, du bist am telefonieren. Hallelujah, die Technik kommt uns noch entgegen und hilft uns, unsere jämmerliche Menschenfurcht zu überwinden.

So, was hab ich gesagt? Vergeben – und dazu gehört auch als zweiter Punkt: Um Vergebung bitten.

Wir werden dem Jünger erklären, wann immer du erkennst, wann immer der Heilige Geist dir zeigt, dass du „daneben warst“, dass du dich verkehrt benommen hast, du wirst hingehen sobald du es realisierst und sobald du die Möglichkeit hast, du wirst hingehen zu den Leuten und ihnen klipp und klar sagen, was du gemacht hast: Deine Sünde bekennen – und um Vergebung bitten und klar sagen: „Ich hätte das nicht tun dürfen, es war nicht richtig, ich hatte kein Recht dazu, bitte vergib mir“.

Diesen Satz muss er lernen, auswendig lernen: „Bitte vergib mir“. Das ist extrem wichtig. Nicht nur vergeben denen, die uns unrecht tun, sondern auch um Vergebung bitten.

Mir fällt dazu gerade ein Situation ein: Ich war in einer Versammlung, ich hatte dort ein Seminar zu halten, mehrere hundert Leute waren da. Und an irgendeiner Stelle, das war so ziemlich am Anfang dieses Seminars, zweiter, dritter Tag oder so, ich weiß nicht genau, habe ich eine Story aus meinem Leben erzählt. Und dann habe ich aus irgendeinem blödsinnigen Grund ein kleines lustiges, witziges Detail dazu erfunden in meiner Geschichte. Die Geschichte ist so passiert, aber ich habe etwas zugefügt, was überhaupt nicht der Wahrheit entsprach. Und als ich das erzählt habe, als es raus war, hat’s mich getroffen wie ein Blitz und ich stand da und dachte: Meine Güte, was hast du hier gemacht?

Und ich hab irgendwie mich berappelt und versucht, mein Teaching zuende zu bringen, aber als ich dann auf dem Zimmer war, es war furchtbar. Ich wusste, das geht nicht, das ist nicht akzeptabel, du kannst nicht Dinge erfinden, was nichts anderes ist als „Lüge“. Wir können sagen: „Ja, ein bisschen netter erzählt“ – nein, ich habe einen Fakt erfunden und gelogen.

Und ich wollte mit dem Herrn darüber reden und dann wollte ich um Vergebung bitten, und der Himmel war wie aus Beton.

Da war kein Gott, der meine Gebete gehört hat und ich habe getrickst und versucht und „kommt nie wieder vor“ und „verspreche“ und „ich werd’s nie wieder machen“. Da kam nicht mal eine Antwort vom Himmel – null, nix.

Und nach einer ganzen Weile habe ich gewusst, ohne dass Gott irgendwas gesagt hätte, ich wusste, was ich tun musste: Ich wusste, am nächsten Morgen, wenn meine Lehre weitergeht, ich muss diesen hunderten von Leuten sagen, dass ich an dieser Stelle sie angelogen habe und dass ich kein Recht dazu habe und dass es verkehrt ist, dass es böse ist und dass es mir leid tut und sie um Vergebung bitten.

Und ich habe gesagt: Herr, ich weiß, das ist notwendig, das entspricht dem, was ich verstanden habe aus deinem Wort Gottes, das ist auch, was ich anderen schon erzählt habe und das muss ich jetzt auch tun. Und ich lege mich fest, am nächsten Morgen, wenn mein Teaching anfängt, bevor irgendwas anderes passiert, werde ich den Leuten sagen, was ich gemacht habe und um Vergebung bitten.

Und als ich das gemacht habe und gesagt habe: Herr, ich lege mich fest, morgen früh werde ich das tun – der Himmel ging auf, das Angesicht Gottes leuchtete wieder, der Beton war verschwunden und ich hatte wieder Frieden mit Gott und alles war gut.

Und das habe ich gemacht dann am nächsten Morgen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (50:00 bis 55:00)

Betest du, dass Gott richtig streng sein soll mit Dir? Dass Er dir nichts durchgehen lässt? Betest du, dass Er dir jeden Kompromiss zeigt und dass Er ganz klar den Finger drauf legt? Ist das dein Gebet? Möchtest Du klar sein, möchtest Du „gerade“ sein? Möchtest du wahr sein? Oder sagst du: Herr, bleib noch ein bisschen weiter weg und lass mich in meinem eigenen Betrug irgendwie weiter machen?

Was möchtest du? Den Gott der Wahrheit? Den Gott der Klarheit? Den Gott der Transparenz? Des Lichtes? Möchtest du als Kind Gottes im Licht leben – wie Paulus sagt? Er sagt: Ihr seid Kinder des Lichts, jetzt wandelt im Licht!

Eph 5,8
Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts

Und „Wandeln im Licht“ heißt, keine krumme, korrupte Sache in uns zu dulden und zu akzeptieren, sondern es ans Licht zu bringen.

Dann noch ein paar Dinge: Dienen.

Ein Jünger ist jemand, der ein Diener ist, der die Gesinnung eines Dieners einnimmt. Und er hat diese Haltung: Ich trage bei zum Wohl der Gemeinschaft, der Menschen um mich herum, und zwar Christen und auch Nichtchristen – auf der Arbeit und wo auch immer. „Ich bin ein Diener, ich diene Menschen“. Das sehen wir bei Jesus als unserem großen Vorbild.

Noch einen Punkt habe ich, und zwei, die auch mit dazu gehören.

Dankbarkeit.

Nach der Lehre der Bibel: Rebellion gegen Gott fängt an mit Undankbarkeit. Und wir kommen wieder in unsere Position als bedürftige, abhängige Kinder Gottes, die ohne Gott überhaupt nicht können und nichts auf die Reihe kriegen, indem wir eine Haltung der Dankbarkeit kultivieren.

Ich weiß noch, als ganz junger Christ, wie der Herr diese Dinge mir beigebracht hat und zu mir geredet hat. Das erste, was Er gesagt hat, als ich gesehen habe, in welchem Chaos mein Leben ist. Er hat gesagt: „Du brauchst Therapie“.

Hat Jesus zu mir gesagt. „Du brauchst Therapie“. Und ich hab gesagt: Ja, das verstehe ich.

Jeder Drogenabhängiger braucht Therapie. Gut, ich war jetzt fertig mit den Drogen, aber die Nachwirkungen und die Folgewirkungen davon, die waren immer noch da. Und Chaos im Verstand und Durcheinander und alles mögliche und diese extreme Sucht nach Gefühlen. Drogenabhängige sind extrem gefühlsabhängige Menschen und müssen sich andauernd den Puls fühlen, wie es ihnen geht.

Und das ist extrem wichtig. Morgens der erste Gedanke ist: Wie fühle ich mich? Wie geht’s mir?

Man kann richtig süchtig werden nach guten Gefühlen. So, der Herr sagt: Du brauchst Therapie.

Ich hab gesagt: Ja, das weiß ich.

Und er sagt: Ich bin der Herr, dein Arzt.

Und ich hab gesagt: Okay, ich geh in Therapie. Und seitdem bin ich bei Doktor Jesus in Therapie. 42 Jahre, also Langzeittherapie könnte man das nennen.

Und er kümmert sich um mich und er hilft mir. Und ich übe heute nicht dieselben Dinge wie vor 40 Jahren, glaubt mir das. Da gibt’s schon gewisse Fortschritte und ich komme weiter, komme vorwärts, bestätigt mir auch meine Frau. Aber dann im Nachsatz sagt sie: Aber da gibt’s noch viel, was du lernen musst.

So, sie hat recht. Ich muss lernen, und ich will lernen, und ich bin willig und ich mache Forschritte. Hallelujah.

Dankbarkeit. So, der Herr sagt zu mir: Dankbarkeit. Ich möchte, dass du dir jetzt 5 Minuten Zeit nimmst, dankbar zu sein für deine Eltern.

Ich hab gesagt: 5 Minuten, das überlebe ich nicht – 5 Minuten! Jetzt dankbar sein für meine Eltern?! Wo die doch das und das und das! Und dann fiel mir das alles gleich wieder ein, was mir so im Fokus war.

Und ich musste mich richtig anstrengen. Und das ist nicht so: Das fließt so von Herzen. Du musst dich disziplinieren! Du musst darum kämpfen!

Und so hat der Herr mich gelehrt einfach. Und ich hab im Wort Gottes gesehen: Dankbarkeit bahnt einen Weg in deinem Herzen. Dankbarkeit ist der Weg wie der Segen Gottes in dein Leben kommt, weil Dankbarkeit Ihm so wichtig ist. Und mit Dankbarkeit erkennen wir an unsere Hilflosigkeit, unsere Abhängigkeit, und das ist so gut für unseren Stolz, dass wir da aus dieser Lüge herauskommen, wir stehen über allem und wir sind unabhängig.

Noch ein Punkt: Gemeinschaft mit dem Herrn, also Gott suchen, Gott anbeten. Dazu gehört auch Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, Beten in Sprachen. Viel beten in Sprachen ist extrem wichtig.

Paulus sagt: Wer in Sprachen betet, baut sich selbst auf.

1Kor 14,4a
Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst;

Dieses Wort bedeutet: „Stein auf Stein ein Haus bauen“.

oikodomeó (3618): to build a house

Ein Stein nach dem anderen, und wir bauen ein Haus. Du baust an deinem geistlichen Lebenshaus.

So, hier haben wir diese Dinge. Ich zähle sie nochmal auf:

Gemeinschaft mit dem Herrn.
Beten.
Anbetung.
Leben mit dem Wort.
Fasten.
Geben.
Vergeben.
Um Vergebung bitten.
Dienen.
Dankbarkeit.

Als letzten Punkt noch:

Den Glauben bekennen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (55:00 bis 60:00)

Das heißt nicht, der muss sich auf den Marktplatz stellen und muss da jetzt jeden Samstag vormittag predigen, sondern das heißt: In seiner Nachbarschaft, in seinem Alltag, auf der Arbeit – alle Leute wissen, dass er ein Christ ist. Und er steht für die Wahrheit. Er predigt nicht die Leute voll, aber er nutzt normale Gelegenheiten des Alltags, um klar zu machen, wer er ist und wo er steht und an was er glaubt.

Ich halte nichts davon, Leute vollzupredigen, die das gar nicht hören wollen. Ich glaube nicht, dass das unser Auftrag ist. Sondern wir sollen wirklich für den Herrn da sein und sein Reich repräsentieren und wenn Leute fragen, dann können wir sagen, warum wir so leben. Aber zunächst mal geht es darum, wir lassen sie wissen, auf eine natürliche Art und Weise – nicht irgendwie gekünstelt und komisch und „entschuldigung, ich wollte das mal sagen, ich bin jetzt gläubig“ – bitte nicht so.

Lasst das normaler rüberkommen und freu dich an deinem Glauben und lass das eine ganz normale Sache sein. Dank sein Gott, dass du den Schrott von früher nicht mehr tun musst und dass du jetzt das richtige tun kannst: Du bist jetzt Kind Gottes und du lebst mit Jesus und du lebst mit dem Wort Gottes.

Okay, so das sind die Dinge, die wir etabliert sehen wollen im Leben des Jüngers. Diese Dinge sollen regelmäßig in seinem Leben stattfinden – regelmäßig!

Was haben diese Dinge gemeinsam? Diese Dinge sind alle verschiedene Formen der Demütigung.

Wenn du nicht weißt, wieso Fasten eine Form der Demütigung ist, dann rate ich dir, dass du einfach mal anfängst zu fasten und dann wirst du schnell verstehen, dass das eine extreme Form der Demütigung ist. Und wenn du noch nie jemanden um Vergebung gebeten hast und weißt nicht, was das mit Demut zu tun hat, dann tu es einfach mal und dann wirst du feststellen, wie dich das demütigt.

Alle diese Dinge sind Formen der Demütigung. Warum ist das so wichtig? Weil wir demütigen uns, und Gott erhöht uns. Gott gibt dem Demütigen Gnade, und jeder Schritt, jede Veränderung unseres Charakters, jeder Schritt vorwärts in mehr Jesus-Ähnlichkeit ist nur Gnade. Es ist nicht Willenskraft. Wir verändern uns nicht mit Willenskraft, sondern es ist die Gnade Gottes, die uns verändert. Willenskraft brauchst du, um Disziplin einzuüben. Dafür brauchst du Willenskraft. Aber Disziplin verändert dich nicht.

Aber du bringst dich an den Platz der Demütigung, wo Gott dir Gnade geben kann – weil Gott widersteht dem Stolzen und er gibt dem Demütigen Gnade.

1Petr 5,5b
denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Und was wir ja sehen wollen im Leben des Jüngers: Dass er verändert wird. Paulus sagt: Was ich bin, bin ich durch die Gnade Gottes!

1Kor 15,10
Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.

Er sagt nicht: Das hat meine Disziplin eingebracht, die ich schon gelernt habe in den ersten Tagen meines Pharisäertums. Nein! Nicht Disziplin, sondern die Gnade Gottes. Und wenn unser Jünger jemals eine Chance hat, anders zu werden, dann nur durch Gnade. So, er braucht Gnade. Und die Gnade kommt, indem er Platz macht für die Gnade, Raum macht für die Gnade. Deswegen diese verschiedenen Disziplinen, diese verschiedenen Übungen, diese Dinge, die er dort immer wieder tun soll.

Um einfach sich vor Gott zu positionieren und sich verfügbar zu machen, beschenkt zu werden durch die Gnade Gottes. Das ist der entscheidende Punkt.

Und was wir jetzt in der nächsten Einheit dann heute abend uns anschauen werden, ist nur den ersten Punkt. Auf die anderen werde ich aus Zeitgründen gar nicht eingehen, aber nur diesen einen Punkt werde ich erklären. Und der heißt hier bei mir: „Leben mit dem Wort Gottes“.

Wir bringen dem Jünger bei, wie man mit dem Wort Gottes lebt.

Weil: Das Wort Gottes ist der Kanal, durch den die Kraft Gottes in das Leben eines Menschen hineinkommt.

Du sagst: Ja, wieso? Es könnte ja auch irgendwie auf andere Art und Weise – dann z.B. durch den Heiligen Geist?!

Der Heilige Geist kommt in unser Leben wenn wir sein Wort, die Schrift, respektieren als von ihm! Dann kommt der Heilige Geist in unser Leben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (60:00 bis 65:00)

Der Heilige Geist arbeitet an unserem Herzen durch das Wort. Und deswegen ist das geschriebene Wort so wichtig. Und was er lernen soll, ist, dass das geschriebene Wort, was er hier in seiner Bibel entdeckt – die Druckerschwärze – Saft und Kraft und Power wird in seinem Herzen. Das muss er lernen.

Also 30 cm sind zu überbrücken, mehr nicht. Aber das ist der entscheidende Punkt. Und wenn wir ihm beibringen, auf die Art und Weise wie Gott geboten hat, dass man mit Seinem Wort umgehen soll, zu leben, dann ist Tor und Tür offen und Gott kann an seinem Herzen arbeiten und Gott kann Licht leben und Gott kann ihm Motivation geben. Gott kann Dinge töten in ihm oder er lernt sie zu töten in sich selber. Wie Paulus das sagt:

Röm 8,13
wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben.

Und er lernt Raum zu machen für neue Dinge, die Gott in ihm schafft.

So, das ist das Entscheidende: Wie lebt der Jünger mit dem Worte Gottes?

Und das scheint irgendwie sehr in Vergessenheit geraten zu sein und viele, viele Christen, gerade auch Leute, die Erfahrung mit dem Heiligen Geist gemacht haben, leben in Langeweile und sie erleben keine neuen Dinge mit Gott. Sie haben keine tiefen Begegnungen mit dem Herrn und es passiert nichts neues. Und sie erleben keine Veränderungen. Und dann fangen sie an, sich für fragwürdige Dinge zu öffnen, weil sie einen Hunger haben, irgendwas zu erleben.

Und, ihr Lieben, das New-Age und die Esoterik drängt mit Macht hinein in das pfingstlich-charismatische Lager – mit Macht! Und wenn wir das Wort Gottes jetzt nicht kennenlernen, wenn wir nicht geschärfte Sinne bekommen, wenn wir nicht sensibel werden für den Heiligen Geist, dann werden wir auf alle möglichen Täuschungen und Tricks des Feindes hereinfallen, die uns abziehen wollen vom geraden, klaren Weg.

Und ich bin extrem erschrocken über das Maß von geistlicher Blindheit in unserem Land – gerade in der Leiterschaft. Ich habe euch gestern ein Zitat vorgelesen, wo du denkst, „wie kann jemand, der seine Bibel kennt, der Jesus kennt, wie kann der solchen humanistischen Schwachsinn schreiben?“

Und das war nicht ein Neubekehrter, das ist jemand, der Jahrzehnte mit dem Herrn lebt und Amt und Würde bekleidet und der bekannt ist. Und er schreibt solche Dinge und du merkst, er kennt Jesus, den Jesus der Schrift aus Erfahrung überhaupt nicht.

Und er faselt den Zeitgeist und gibt die Ideen aus dem Zeitgeist wieder und denkt, das ist christliche Liebe. Und er kennt nicht die Liebe Gottes, die so anders ist als die humanistische Liebe. Nur durch das Wort Gottes können wir lernen zu unterscheiden, was ist von Gott, was kommt von Christus, und was gebärdet sich „christlich“, aber es kommt nicht von Christus, sondern es kommt vom Feind.

Und es ist höchste Zeit, und da warten Gefahren und Angriffe auf die Gemeinde Jesu. Durch Jahrzehnte wurden wir sozusagen weichgespült und haben ein falsches Evangelium gehört und inhaliert und jetzt sind wir so machtlos und so kraftlos und so blind, dass es jetzt einen massiven Angriff geben wird.

Paulus sagt: Falsche Jesusse, falsche Evangelien. Christus warnt auch davor: Falsche Christusse.

Wie können wir die falschen erkennen wenn wir nicht das Original kennen? Nur wenn du das Original kennst, dann kannst du imstande sein, die Fälschung als Fälschung zu erkennen. Und wir müssen Jesus kennenlernen. Und es geht nur über das Wort.

Und deswegen halte ich überhaupt nichts von diesen Trends, die Predigten immer kürzer zu machen und dann viel mit Videos und mit Gags und mit allen möglichen Dingen, die Gottesdienste irgendwie aufpeppen, dass die Leute da ihren Spaß dran haben. Was wir brauchen, ist, das Wort Gottes gepredigt in der Kraft und Klarheit des Heiligen Geistes – das ist das einzige Mittel, das Gott verordnet hat, um Gläubige zu überführen, zu motivieren, zu reinigen und zu stärken.

Die Kraft kommt durch das verkündigte Wort. Der Glaube kommt aus dem gesprochenen Wort, das lebendig gemacht ist im Herzen des Predigers.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 3 (65:00 bis Ende)

Deswegen sehen wir in Apg 6: Die Arbeit ist so viel geworden. Und was sagen sie dann? Wir müssen die praktische Arbeit delegieren. Und wir bleiben in zwei Dingen: Im Gebet und im Amt des Wortes.

Apg 6,4
Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren.

„Amt des Wortes“ ist was anderes als Samstag abend während der Sportschau sich ein paar nette Dinge auszudenken für die Predigt. „Amt des Wortes“ ist mit dem Wort zu leben. Und wenn unsere Prediger endlich einmal begreifen würden, dass das Wort Gottes, das sie verkündigen, durch sie hindurch, kann nur das bewirken, was es zuvor in ihnen bewirkt hat. Wenn wir das endlich einmal begreifen würden, würden unsere Predigten und unsere Lehrvorträge eine andere Dimension bekommen.

Weil man nicht aus dem Fundus seines Wissens, das man auf irgendwelchen theologischen Seminaren angesammelt hat, irgendwas weitergibt, und aus hohlen Köpfen in hohle Köpfe transportiert, sondern aus einem Herzen, wo Eifer ist, wo Leidenschaft ist, wo Liebe ist, wo Klarheit ist, wo Mut ist, wo Demut ist, wo Barmherzigkeit ist. Aus diesem heraus zu sprechen mit dem Versuch, die Gewissen, die stumpfen, toten Gewissen wieder aufzuwecken. Das ist Predigtdienst!

Und das hat man vor 40-50 Jahren noch gekannt. Und heute, was die Leute lernen in den Ausbildungsstätten, es ist ein Jammer! Und man kann nur sagen: „Herr, erbarme dich über diesen Müll, der da produziert wird“.

Und diese Leute werden auf uns losgelassen und sie denken, nur weil sie 4-5 Jahre das studiert haben, deswegen sind sie imstande jetzt einen effektiven Dienst zu machen. Sie lernen Methoden wie man „erfolgreich“ sein kann, aber das Problem ist: Erfolg haben sie falsch definiert. Erfolg ist nicht mehr den Willen Gottes zu tun, Erfolg ist nicht mehr, ein reines, heiliges Leben, ein Herz, das Gott gefällt. „Erfolg“ sind jetzt Zahlen – wie groß ist die Gemeinde? Das ist jetzt der Erfolg. Erfolg ist: Wie viele gehorsame Leute hast du?

Die Pastoren brüsten sich: „Oh, am Sonntag, wir haben so und so viele Leute!“. Und sie überbieten sich mit den Zahlen. Ich sage: „Und wie viele Leute hast du, die regelmäßig fasten?“

Wie viele Leute hast du, die zur Gebetsnacht kommen? Wie viele Leute hast du, die wirklich ein persönliches, tiefes Gebetsleben haben?

Das sind die Zahlen, die mich interessieren.

Stattdessen zählt man die besetzten Stühle, weil das das Billigste ist. Weil das das Einfachste ist. Und man brüstet sich mit Zahlen. Und ein Pastor, der ein paar hundert Leute hat, gilt mehr als ein Pastor, der nur 30 Leute hat. Wir sind krank! Wir haben den Zeitgeist inhaliert! Und wir messen Erfolg nicht, wie Gott Erfolg misst, sondern wir messen Erfolg nach den Methoden und Maßstäben der Welt.

Und wo kommt das alles her? Weil die Leiterschaft nicht mehr im Wort ist!

Und wenn du sagst, ich kenn aber ein paar Leiter, die anders sind – dank sei Gott und mögen sie noch lange leben und uns inspirieren, uns herausfordern und uns zeigen, dass diese Hingabe an den Zeitgeist, dass das nur Betrug ist und niemals dazu führt, dass eine starke, kämpfende, siegreiche Gemeinde hervorkommt, die in Reinheit lebt.

Und während unsere jungen Leute von den Seminaren kommen und uns beglücken mit all ihren Theorien, die sie gelernt haben – das Maß der Sünde, Pornografie, Unzucht, Unreinheit, Abhängigkeit, Drogen usw. – das Maß der Sündenbindungen nimmt immer mehr zu. Das ist der wahre Zustand in der Gemeinde.

Und als ich vor 42 Jahren zum Glauben gekommen bin, dass ein Mann Gottes sich scheiden ließ und dann mit der Lobpreisleiterin oder mit der Sekretärin losgezogen ist, solche Geschichten hast du fast nicht gehört. Und heute hörst du es von allen Ecken und Enden.

Woran liegt das? Die Kraft fehlt! Nicht die Kraft für Zeichen und Wunder. Die Kraft, Sünde zu überwinden! Die Kraft für ein heiliges Leben – das fehlt. Und wenn das nicht da ist, da brauchen wir auf Zeichen und Wunder gar nicht erst zu warten.

Das ist Gott wichtiger. Und das ist das Fundament, und um das geht es. Und nur durch Jüngerschaft, indem wir wieder Jünger machen in der Gemeinde, werden wir diesem Trend entgegen steuern. Und welche Gemeinde das ausschlägt und sagt: „Ne, Jüngerschaft, das wollen unsere Leute nicht, das passt nicht, das ist nicht angesagt“ – die vor diesem Element jetzt einen Bogen machen, werden dafür teuer bezahlen in den nächsten 10-20 Jahren, glaubt es mir. Eine Tsunami-Welle von esoterischer, New-Age Verführung ist am Heranrollen über die Gemeinde, und die Gemeinde hat dem nichts entgegen zu setzen. Es sei denn, sie nutzt jetzt die Zeit und sagt: Wir müssen wieder ins Wort Gottes. Und Gottes Wort muss der Maßstab werden. Das wollen wir den Jüngern beibringen, um das geht es.

Gib uns Gnade, Herr, nüchtern zu werden, aufzuwachen, die Zeichen der Zeit zu deuten, zu verstehen, was der Feind da plant gegen die Gemeinde, sie auszuschalten und sie zu paralysieren, sie in die Irre zu führen – hilf uns, nüchtern zu sein, wachsam zu sein. Hilf uns, echt zu werden und Menschen des Wortes zu werden. Danke für Deine Gnade. Amen.

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