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WahreJünger

Hartwig Henkel – “Wahre Jünger“ (15:00 bis 20:00)

 

So, was wir tun, ist, wir verkündigen Jüngerschaft, wir erklären die Segnungen von Jüngerschaft, und wir laden Leute ein und sagen: Wenn du ernst machen willst mit dem Herrn, dann musst du ein Jünger werden – es reicht nicht aus, dass du ein Gläubiger bist, es reicht nicht aus, dass du zur Versammlung kommst, sondern was es jetzt braucht, ist, dass du eine Entscheidung triffst zu Jüngerschaft. Und das ist eine Entscheidung zur Verbindlichkeit und das ist eine Entscheidung, dass dein Leben geprägt werden darf.

Nicht, weil dass die Leiterschaft will, sondern weil DU es willst. Weil du verstanden hast, du brauchst das.

Apg 2,37b
Was sollen wir tun, ihr Brüder?

„Was sollen wir tun?“ Die fragten doch nicht: „Was sollen wir wissen?“ Christsein ist nicht ein Ansammeln von Bibelwissen, sondern Christsein ist ein Hineingeprägt und Hineingestaltet Werden in das Wesen Jesu, in Demut und Sanftmut. Das ist, was Jesus gesagt. Das sollen wir lernen von ihm: Kommt zu mir, lernt von mir, denn ich bin demütig von Herzen.

Mt 11,29
Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und „ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen“

Und Demut ist das Gegenteil von Unabhängigkeit. Wenn wir Jesus sehen in seinem wunderbaren Leben mit dem Vater, da war diese Abhängigkeit, die er erwählt hat, die er geschätzt hat, die er gepflegt hat. Er sagt: Ich tue allzeit, was dem Vater gefällt, und die Worte, die ich rede, die hat der Vater mir gegeben. Ich rede nicht meine eigenen Worte, ich treffe nicht meine eigenen Urteile nach meinen Wünschen und nach meinen Vorlieben, sondern so wie der Vater mich gelehrt hat, so rede ich.

Joh 8
28 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und nichts von mir selber tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich.
29 Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er lässt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt.

Ist das dein Wunsch, ein solcher Mensch zu werden? Ist das dein Wunsch in diese Abhängigkeit, in diese Verbindung, in diese Beziehung mit dem Vater hineinzukommen? Dann ist Jüngerschaft der Weg wie du das lernst.

In dem Text, den ich vorgelesen habe, sehen wir auch gleich etwas ganz, ganz wesentliches, was sie den Jüngern beibringen.

Apg 14
22 Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse (oder Drangsale oder Trübsale oder Leiden) in das Reich Gottes hineingehen müssen.

Das, was einen normalen weltlich gesinnten Gläubigen von einem Jünger unterscheidet, ist, er hat verstanden, es braucht mit Gottes Hilfe und mit Gottes Gnade ein „Ja“ zum Leiden. Christsein heißt, ich habe ein „Ja“ gefunden zum Leiden. Nicht, dass ich leiden toll finde, dass ich leiden liebe, aber dass ich weiß, leiden gehört dazu. Und ich sage „Ja“ dazu. Und das ist vielleicht eins der größten Versäumnisse der letzten Jahrzehnte, wir haben ein Evangelium verkündigt, in dem Leiden keinen Platz hat.

Und darum haben die Leute keine Lust wenn du sagst: Am Samstag machen wir Gemeindeputz. Weil das macht nicht Spaß, das Wetter ist schön, ich hab mir was vorgenommen und wir wollen noch die Grillsaison starten. Und wieso jetzt den Putz? Und was hab ich überhaupt davon? Ich kann ja ein ander Mal kommen, und da sind so viele und wir wissen sowieso nicht irgendwie wie wir mit so vielen Leuten so wenig Arbeit irgendwie bewältigen können – also ich helfe den anderen noch indem ich wegbleibe.

Man kann sich die tollsten Sachen einreden und sich noch dabei toll fühlen und verbrämt (mit sprachlichen Ausdrucksmitteln verhüllen/verschleiern/beschönigen) und versteckt eigentlich nur seinen Egoismus.

Und das ist ja noch das geringste, was es an Leiden gibt. Dass man seine Freizeit opfert, dass man seine schönen Pläne mal hingibt und dass man etwas tut wozu man keine Lust hat. Wer hat schon Lust zu putzen? Es gibt ganz wenige Menschen, die Lust haben zu putzen. Das ist meistens nicht so in unserer Natur angelegt, aber es ist notwendig. Es ist notwendig. „Es wendet die Not“. Und wir drücken damit aus: Ich bin Teil dieser Familie, ich übernehme meine Pflichten. Ich habe nicht nur Rechte, ich habe Pflichten, und ich entziehe mich dem nicht.

So, Jüngerschaft heißt, wir wollen Menschen da hinbringen so tief und so schnell wie möglich wirklich auf eine reale Weise mit Gott, mit der Kraft Gottes verbunden zu sein. Weil wir machen Menschen zu Jüngern, aber wir können sie nicht verändern. Wir können nicht Menschen verändern, wir können ihr Herz nicht verändern, wir können ihren Charakter nicht verändern, wir können gar nichts tun. Aber wir wissen, Gott kann und Gott will. Und wir helfen ihnen wie sie mit Gott in tiefer, echter Weise verbunden sein können, und dann wirkt die Kraft Gottes in ihnen, und sie prägt sie um, und sie verändert sie, und sie wirkt dieses wunderbare Werk der Heiligung – es ist die Kraft Gottes.

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