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Grundlagen12

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (70:00 bis 75:00)

Es gibt eine andere Formulierung, die auch im Neuen Testament vorkommt, wo unsere Aufgabe beschrieben wird. Aber es ist inhaltlich genau dasselbe. Es wird dort an mehreren Stellen gesagt, wir sollen „unsere Seele erretten“.

1 Petr 1,9
wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!

Wir sollen die Seele erretten. Und das ist eindeutig unsere Aufgabe: Die Rettung unserer Seele. Das ist, was wir tun sollen.

Und das bedeutet, wir sollen die Seele hineinführen in all das, was der Herr für uns hat. Und das ist zu allererst: Liebe.

Und Liebe geht immer zusammen mit Wahrheit. Wir können nicht Liebe erleben wenn wir uns in der Lüge bewegen. Wir können nicht sagen: Oh, ich bin so furchtbar, ich bin so schrecklich, ich bin unwürdig – und Liebe erleben. Das ist unmöglich. Und Gott will, dass wir unsere Gedanken ändern, dass wir eine neue Haltung einfach einnehmen.

Und eins ist mir wichtig: Dieser Prozess der Heiligung und der Änderung unseres Charakters, dieses Leben in der Wahrheit findet statt in einem Rahmen, den Gott verordnet hat und entweder wir erkennen das an oder wir werden es niemals erleben. Das ist total wichtig, dass wir das verstehen. Diese Segnungen, die ich jetzt so beschreibe, passieren nur in einem Leben in einer Gemeinde.

Nur! Nirgendwo sonst!

Wenn jemand aus Glaubensgründen für 20 Jahre im Gefängnis in Einzelhaft sitzt, das ist ein Fall für sich, dann gibt es spezielle Gnade.

Aber es ist das absolut normale und absolut notwendig, dass wir als Christen auf eine ganz bestimmte Art und Weise, die ich jetzt beschreiben will – deswegen heißt es auch hier „Verbindliches Leben in der Gemeinde – Gottes Weg zur Freiheit“. Über diesen Titel bin ich immer noch so begeistert, obwohl des schon sehr, sehr alt ist.

Dieses Leben in der Gemeinde ist ein Leben in der Verbindlichkeit. Du kannst es sehen: Am Anfang, als die Gemeinde geboren wurde zu Pfingsten, der Heilige Geist kam, 3000 Menschen haben den Herrn angenommen durch dieses Zeichen, durch das sie erschüttert wurden, dann die Verkündigung des Petrus. Und es ging ihnen durchs Herz.

Und dann heißt es: Sie wurden – nämlich diese 3000 – der Gemeinde hinzugetan.

Apg 2,41
Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Seelen hinzugetan.

Christsein ist das Ende der Unabhängigkeit, auch auf der menschlichen Ebene. Und das heißt nicht, sie fingen an, sonntags in die Gemeinde zu gehen und ihr Gesicht dem Herrn Pfarrer zu zeigen.

Sondern die Gemeinde ist ein Organismus, eine Beziehung von Menschen, in die wir hineinkommen, und in dem wir dann drin sind. Ob wir auf der Arbeit sind morgen – wir sind immer noch in der Gemeinde, wenn wir wirklich in der Gemeinde sind.

Und wenn wir nicht morgen alleine am Arbeitsplatz in der Gemeinde sind, dann sind wir auch nicht am Sonntagmorgen in der Gemeinde.

Wir sind körperlich in einem Gemeindehaus anwesend, aber ich rede nicht von „Haus“. Ich rede von der Gemeinde, und die Gemeinde ist unsichtbar und besteht aus einem Geflecht von Beziehungen, in das Gott uns – wollen wir oder nicht – hineinpflanzt.

Wir sind alle zu einem Leibe getauft, sagt das Wort Gottes.

Wir werden in den Leib Christi hineingetauft.

1Kor 12,13
Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist.

Und hier ist der entscheidende Punkt, auf den es mir ankommt: Die Qualität unserer Beziehung zum Herrn ist erkennbar an der Qualität unserer Beziehungen untereinander. Das ist immer in derselben Dimension.

Die Bibel sagt: Wie kann einer sagen, er liebt Gott, und er hasst den Bruder?!

1Joh 4,20
Wenn jemand sagt: »Ich liebe Gott«, und hasst doch seinen Bruder, so ist er ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht?

Er hat einen Fantasie-Jesus! Und es gibt sehr viele, die sind sehr begeisert, aber dann, wenn der Pastor sagt: Ich brauche Hilfe, wer kann kommen und kann hier Schwester Berta beim Gardine aufhängen helfen oder so? Fehlanzeige! Keiner meldet sich. Alle sind nur begeistert.

Ich sage dir: Es ist eine selbstgemachte religiöse eingebildete Begeisterung, die nichts mit wirklichem Leben im Geist zu tun hat. Nicht, dass dann natürlich alle 500 Leute kommen, um Schwester Berta zu helfen. Das könnte sie ja gar nicht – so viel Kuchen backen oder so. Aber – wenn da ein solches Anliegen ist und wir nicht bereit sind, etwas zu geben von unserer Zeit, von unserer Kraft, dann sind wir in einer dicken Täuschung.

Die Qualität meiner Hingabe zu Jesus wird sichtbar an der Qualität meiner Hingabe zu Menschen.

So, wenn wir wissen wollen, wie sehr lieben wir den Herrn wirklich? Dann lasst uns nicht nur auf die Lieder hören, die wir singen. Lasst uns schauen auf das, was wir tun. Dann wissen ganz genau, wo wir stehen.

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