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Grundlagen12

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (55:00 bis 60:00)

Anders herum ausgedrückt: Solange ich Angst habe vor Korrektur, empfindlich bin, bei jeder kleinen Frage, bei jedem Fragezeichen, das man so macht bei mir, an die Decke gehe – wie das „HB-Männchen“ oder empfindlich schmolle oder mich zurückziehe oder zurückschlage: „Ja, aber was du da gemacht hast, das ist ja noch viel schlimmer!“

Irgendwie so diese Reaktionen – so lange wir so reagieren, ist es ein sicheres Anzeichen dafür, dass wir tiefer hineinmüssen in Demut. Weil wir uns nämlich immer noch selbst verteidigen, weil wir in Selbstgerechtigkeit sind, weil wir immer noch diese verkehrte Verbindung in uns bestehen haben:

Fehler würden bedeuten, ich bin wenig oder weniger wert.

Deswegen darf ich keine Fehler haben und niemand darf sehen, dass ich Fehler habe – und überhaupt – ich habe eigentlich gar keine Fehler. Und wenn alle so vollkommen wären wie ich, dann wär die Welt schon das Paradies.

Und wir werden freigesetzt von diesen verkehrten Haltungen, so dass wir auch von Menschen Korrektur annehmen können. Und da beweist sich, was Demut ist. Korrektur annehmen können. Und nicht besserwisserisch sind, rechthaberisch sind und irgendwie unsere Meinung durchdrücken müssen.

Also Empfindlichkeit oder sich immer ganz schnell irgendwie abgelehnt fühlen, sind klare Beweise dafür, dass wir nicht in der Demut leben. So einfach ist das. Da können wir eine Checkliste haben: Wie reagiere ich? Und warum ist das so? Weil ich nicht gesichert bin, weil ich nicht das habe in mir, was Gott will, dass ich es habe, nämlich Seine Liebe.

Ich habs vorhin schon gesagt, ich will das noch mehr betonen: Eigentlich beginnt alles damit, dass wir uns dienen lassen von Gott.

Gehorsam, das ist ein starker Satz, den hätte ich vor drei Jahren nicht gebracht – Gott gehorsam werden, heißt, Ihm zu erlauben, mir zu dienen.

Das musst du dir mal auf der Zunge zergehen lassen.

Wir dachten: Jawohl, Opfer bringen, das macht nichts, wie schwer es mir fällt, aber ich werde nach Grönland gehen, auch wenn das für mich der größte Horror ist, und ich werde ehelos bleiben und ich werde dieses tun und ich werde diese Opfer bringen, ich werde alles machen, weil Gott ist mein Alles, und Er fordert es und es schmerzt mich total, aber ich gebe dieses Opfer und reisse mich irgendwie los von dem Schnöden, meine Videoanlage werde ich jetzt auch noch verkaufen – ich gebe alles für Gott.

Das ist Schrott, das ist religiös, das kannst du vergessen!

Gott hat keine Probleme, dass du eine Video- oder eine Stereoanlage hast oder irgendwas. Problematisch wird’s wenn die Stereoanlage dich hat.

Dann wird’s problematisch. Dann wird’s echt problematisch.

Gehorsam Gott gegenüber fängt damit an, dass ich Ihm erlaube, mir zu dienen.

Jede Veränderung in meinem Lebensstil, in meinem Charakter beginnt damit, dass Gott etwas neues tut an mir. Und es ist der pure Ungehorsam nur etwas zu hören und zu sagen: Jawohl, das werde ich tun und wir rennen los und wir tun es aus unserer eigenen Kraft.

Gott will, dass wir uns dienen lassen, dass Er unserer Seele dient, dass wir durch Erkennen und Glauben zur Erfahrung der Liebe kommen. Charakterveränderung kommt zustande durch Liebe oder sie kommt nicht zustande.

Charakterveränderung – es schreiben heute so wenig mit, ich sage solche starken Kernsätze, die werden dich noch dein Leben lang begleiten –

Charakterveränderung beginnt durch Liebe.

Ohne Liebe gibt es keine Charakterveränderung. Du kannst dann wie so eine Ratte bei Skinner irgendwie trainiert werden. Irgendwie an der richtigen Stelle dann auf das richtige Knöpfchen zu drücken oder irgend so etwas, aber das hat mit echter Charakterveränderung nichts zu tun. Du lernst nur religiöses Verhalten. Aber du lernst nicht wirklich von Herzen einfach in neue Freiheiten zu kommen. Und das will Gott. Und ohne Liebe, die wir fühlen, ihr Lieben, fühlen (!) – gibt es keine Charakterveränderung, keine Durchbrüche.

Und die Betonung liegt auf „fühlen“. Nur zu wissen, Gott hat die Welt geliebt … – das reicht einfach nicht aus.

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