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Grundlagen12

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (15:00 bis 20:00)

Und Sanftmut heißt, man kann locker bleiben. Man kann nachgeben. Auch da, wenn man weiß, man hat recht und der andere ist im Unrecht. Weil Gott streitet, Gott ist unser Rächer, Gott arbeitet und Gott bringt die Sache heraus. Und Gott wird ans Licht bringen, was richtig ist. Und wir müssen uns nicht aufplustern, wenn einer uns verkehrt versteht. Wir müssen nicht alles mögliche tun, um ja nicht missverstanden zu werden, und tausend Mal rückversichern. Und wenn einer irgendwie uns verkehrt versteht, dann aber sofort schnellstens klar machen, dass wir hier gründlich missverstanden wurden.

Wir müssen nicht für uns selbst kämpfen. Weil wir wissen: Er kämpft für uns.

Das verstehe ich unter Sanftmut. Wir können ruhen in Gott. Das heißt nicht, dass wir nicht mal energisch irgendwelche Dinge anpacken, aber wir packen sie nicht an, um uns durchzusetzen, sondern die Kraft Gottes ist da und Gott sagt: Hier muss etwas energisches geschehen.

Und das ist ein Lebensstil, den kann sich nur der erlauben, der verstanden hat: Gott ist mein Partner und Er sorgt für mich, Er sorgt dafür, dass ich nicht zu kurz komme, Er sorgt dafür, dass ich nicht irgendwie abseits bin und dass andere über mich herfallen oder mich ausnutzen oder irgendetwas.

Manche Leute denken, Christsein bedeutet, man muss sich ausnutzen lassen. Nein! Christsein bedeutet, den Willen Gottes zu tun. Und wenn wir manchmal von irgendwelchen Leuten gebeten werden, etwas zu tun, dann reagieren wir nicht auf jede Not, sondern wenn Gott sagt: „Nein, du bist nicht dran“ – dann haben wir allen Mut und alle Freiheit zu sagen: Du, das Anliegen ist wichtig, aber ich kann es nicht übernehmen. Ich kann’s einfach nicht.

Ich erlebe das andauernd, dass irgendwelche Leute, besonders auf den Reisen, kommen und sagen: Versprich mir, dass du jeden Tag fünf Minuten für mich betest.

Ich sage: Tut mir leid, du brauchst wahrscheinlich diese fünf Minuten jeden Tag Gebet, aber ich kann sie dir nicht geben. Wenn der Heilige Geist mich erinnert, will ich für dich beten. Aber ich muss meine Gebetszeiten so gestalten wie Gott mich führt, und ich kann nicht versprechen, dass ich für dich bete. Ich bin außerdem nicht dein Pastor. Du hast einen eigenen Pastor zu Hause und wenn du Nöte hast, dann suche Fürbitte von deinen Geschwistern dort.

Und ich bekomme manchmal sehr seltsame Bitten und Fragen, wo ich alles mögliche tun soll für Leute – und der Herr sagt mir: Nein, lass das sein.

Und ich sage: Nein, ich kann das nicht tun, tut mir leid.

Und ich bin nicht verantwortlich, wenn dann jemand enttäuscht ist und geknickt ist und irgendwie dann das große Schmollen kriegt oder irgendetwas. Sondern ich muss tun, genauso wie du auch, was Gott sagt – und nicht was Menschen sagen.

Ich find das so schön, was Paulus sagt: Wir wollen der Diener von allen sein, aber niemandens Sklave.

Und wenn wir immer unsere gute Meinung irgendwie hoch halten wollen von uns, wenn wir immer darauf bedacht sein wollen, dass andere uns im guten Ansinnen haben – und jedes Stäubchen und jedes Kratzerchen muss irgendwie von uns fern bleiben. Und wir kämpfen immer nur da rum, dass alle uns irgendwie respektieren und anerkennen usw. – dann sind wir mitten im Lebensstil der Unabhängigkeit, der eigenen Hilfe, des eigenen Schutzes, der eigenen Kraft und unsere Worte der Hingabe an Jesus – das ist alles nur Makulatur, das sind nur leere Worte und das ist noch lange nicht gefüllt mit Substanz.

Gott will, dass wir Ihm vertrauen. Er ist unser Schutz, Er ist unsere Hilfe, Er ist mit uns, und Er wird für uns sorgen. Deswegen können wir uns Dinge erlauben, die normalerweise in der Welt nicht gehen. Wir können uns erlauben, total ehrlich zu sein. Wir können uns erlauben, total ehrlich zu sein.

Und wir brauchen keine Angst zu haben, dass Leute das missbrauchen und dass sie irgendwie über uns herfallen und uns ausnutzen deswegen – Gott schützt uns.

Und dieser Lebensstil der Sanftmut, das ist etwas ganz, ganz wunderbares: Wir können Diener werden ohne dass wir ausgenutzt werden.

Das ist ganz, ganz wichtig. In der Welt – Menschen versuchen zu investieren und zu geben, zu helfen, zu dienen, aber nur, um wieder zurückzubekommen. Und früher oder später kommt die Enttäuschung, weil nicht das zurückkommt, was man haben will. Und dann kommen die Vorwürfe, und dann kehrt sich in einem Augenblick auf einmal Liebe in Hass. Und dann kommt es ganz knüppeldicke.

„Das tust du mir an nach alle dem, was ich für dich getan habe!“

Schon mal gehört, solche Sprüche? Wo auf einmal herauskommt, warum jemand uns so viel Gutes erwiesen hat. Weil er nur von uns haben wollte!

Und der Sanftmütige kann auf diese Maßnahmen, die normalerweise Menschen so im Umgang haben miteinander – er kann darauf verzichten.

Er muss nicht sich selbst helfen. Er muss nicht in eigener Kraft wandeln. Er muss nicht versuchen, alles mögliche irgendwie zu benutzen, um sich zu sichern. Er kann es sich erlauben, wirklich sein Vertrauen auf Gott zu setzen und deswegen ist er nicht in Abhängigkeit von Menschen.

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