Kategorien
Grundlagen12

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 12 – Sanftmut und Demut (10:00 bis 15:00)

Der Vorteil des Jochs ist: Der andere, mit dem wir zusammen gejocht sind, ist immer da.

Wir können nicht von ihm weg, aber er kann auch nicht von uns weg – das ist das Gute. Wir sind nicht alleine, er ist mit uns, wo immer wir sind.

Und das Joch ist ein sanftes Joch, nicht ein bedrückendes Joch.

Wir müssen uns frei machen von diesem Irrtum oder diesem Denken, dass es ein wirklich heilsames, schönes, erfüllendes, gutes Leben gibt außerhalb des Willens Gottes – das ist eine der größten Lügen des Teufels. Das gibt es nicht.

Sondern es ist nur ein Scheinangebot für das du einen hohen Preis bezahlen musst.

Denn das würde bedeuten, dass Liebe ein leeres Wort ist. Das würde bedeuten, der Teufel kann dir etwas besseres bieten und geben als Gott. Und das ist nicht der Fall. Der Teufel liebt dich nicht, er nutzt dich aus! Und die Bibel sagt, dass Gott Liebe ist und Liebe heißt: Er hat für mich vorgedacht. Und Er weiß, was das Beste ist. Er kennt mich. Er hat mich geschaffen, Er weiß, welche Art von Leben, welche Tätigkeit, welcher Beruf, welche Menschen usw. für mich das Allerbeste ist.

Und ich sage nicht einfach passiv: „Ja, alles, was jetzt kommt, ist der Wille Gottes“, sondern ganz aktiv suche ich und strebe ich an den Willen Gottes, und ich weiß, das wird das schönste, erfüllendste, glücklichste, zufriedenste, beste und heilsamste Leben sein, das es jemals auf diesem Planeten zu finden gibt.

Es ist ein Irrtum zu meinen, der Teufel kann etwas besseres bieten als der Herr. Er kann nicht.

Er kann etwas besseres versprechen, aber er kann es nicht halten – das ist sein Problem. Er macht leere Versprechungen, und wenn du dann draufkommst, es war eine leere Versprechung, ist es schon zu spät.

Und Jesus sagt: Nehmt mein Joch.

Und wir wählen freiwillig diese Art von Hingabe. Nur wenn wir das gewählt haben, kann das nächste kommen. Dass wir lernen. Wir lernen von ihm einen total neuen Lebensstil. Und den beschreibt er hier:

Mt 11,29b
Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig

Und das ist, was er möchte. Dass wir lernen sollen. Und wenn wir diese Worte so hören und nicht erklärt bekommen, dann kriegen wir irgendwie ein leichtes Horrorgefühl und denken: Hilfe, jetzt wird’s aber echt religiös. Bei diesem Wort „sanftmütig“ – wir stellen uns so mit einem flauschigen Schlafanzug und langem Gewand irgendwie Jesus vor – mit langen Wimpern und einem sanften Augenaufschlag und er schwebt so durch die Weide und die Schäfchen so um ihn rum oder so – bei „sanftmütig“ denken wir gleich immer an „schwach“ und an „ein bisschen sentimental“ und nicht real und tauglich für das Alltagsleben.

Wir haben total verkehrte Vorstellungen, was Sanftmut und was Demut bedeutet. Und wir müssen uns da wirklich hineinbegeben in die Evangelien und das Leben von Jesus anschauen. Und er sagt: Er ist sanftmütig. Und er konnte in eine Rage kommen, er konnte in den Tempel gehen und sah diesen ganzen religiösen Plunder dort und er nahm eine Geißel und hat die Tische umgestoßen.

Das war doch nicht gerade freundlich. Stell dir mal vor, da haben die Tische gehabt und haben da sorgfältig ihr Geld gezählt und aufgestapelt immer in 20er-Türmchen – und der ganze Tisch voll Geld. Und Jesus tritt gegen den Tisch und stößt den Tisch um und nimmt eine Peitsche und scheucht die da alle raus. Und die Jünger sehen das und ihnen fällt nur ein Wort ein aus dem Alten Testament: Der Eifer um sein Haus hat ihn gefressen.

Joh 2,17
Seine Jünger aber dachten daran, dass geschrieben steht (Psalm 69,10): »Der Eifer um dein Haus wird mich fressen.«

Der Eifer um das Haus der Herrn hat ihn gefressen – und das war die totale Sanftmut!

Jesus war immer noch sanftmütig, er hat nicht gesündigt und abends dann Gott um Vergebung gebeten und kam zu den Wechslern dann wieder hin und sagte: „Sorry, ich war ein bisschen emotional und hatte mein Temperament nicht unter Kontrolle“.

Nein, er war der perfekte Ausdruck des Willens Gottes in jeder Situation. Auch in der Situation. Und wir brauchen ein nicht-religiöses Bild von Jesus. Er war nicht der mit dem Schlafanzug und den Schäfchen auf der Weide, sondern er war ein kerniger Mann, dem die anderen wirklich mit Respekt begegnen konnten.

Und nicht irgendwie so ein „Softie“ oder so etwas.

Sanftmut – was bedeutet Sanftmut? Sanftmut bedeutet: Aufgrund der Beziehung zu Gott, aufgrund der Gewissheit, Er ist mit mir und Er ist für mich und Er kämpft für mich, Er streitet für mich – deswegen muss ich nicht eigenen Nachdruck reinlegen, damit im Leben das geschieht, was ich haben will.

Ich kann verzichten auf pushen, drücken, einschüchtern, manipulieren, Angst machen und knechten und all diese Dinge, die im normalen Leben – zugegeben in unseren Breitengraden meistens recht zivilisiert – aber stattfinden in Beziehungen zwischen Menschen, wo man versucht, seinen Willen durchzusetzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.