Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (75:00 bis 80:00)

Ich glaube, dass es eine bestimmte biografische Komponente gibt, dass man erklären kann, wo also Einfallstore sind und wo dämonische Mächte gekommen sind. Manchmal zieht sich das schon wie ein roter Faden durch die Familie durch – Vater war Alkoholiker und der Sohn hat den Vater total verachtet und hat gesagt: Das ist ja furchtbar, so ein Leben! Alles werde ich, aber nicht Alkoholiker!

20 Jahre später ist er in der Seelsorge und sagt: Ich hab mir geschworen, nie das zu tun. Und jetzt entdecke ich, ich tue genau dasselbe!

Menschen in der Seelsorge haben erlebt, wie ihr Vater die Mutter geschlagen hat, also die Ehefrau – und sie haben totales Entsetzen gehabt. 20 Jahre später in der Seelsorge – und sie sagen: Ich verstehe es nicht! Alles wollte ich, aber nicht so ein Mensch werden, und ich bin genau das geworden, was ich nie werden wollte.

Und du siehst manchmal, dass solche Linien sich durch die Familie ziehen. Die Mutter ist dominant, aggressiv, beherrscht ihren Mann – die Tochter ist total entsetzt. Später ist sie verheiratet und siehe da – sie tut genau dasselbe mit ihrem Mann. Und sie hat sich auch genau so einen Schwächling und Hampelmann zum Mann ausgesucht, von dem sie von vornherein instinktiv wusste, mit dem schaffe ich es.

Das läuft nicht bewusst ab. Man sagt sich nicht, ich werde einen Mann heiraten, den ich dann immer so irgendwie im Griff habe. Aber es läuft so ab! Wenn ich eine Person habe in der Seelsorge, eine Frau, die ihren Mann beherrscht. Ich sage: Erzähl mir, wie deine Mutter mit deinem Vater umgegangen ist.

Und wenn du erstmal ein Gespür für so etwas bekommst, du entdeckst, wie es sozusagen „Familiensünden“ gibt. Die gehen von einer Generation in die nächste. Nicht durch den genetischen Code, sondern durch die Prägung, durch das, was man erlebt und erlitten hat – und vorallendingen wie man darauf reagiert hat. Und Dinge kehren immer, immer wieder – bis das gebrochen ist, bis man wirklich erkennt, was hat das mit mir zu tun? Und wie kann ich jetzt mich dagegen schützen?

Es gibt bestimmte seltsame Krankheiten, die von einer Generation in der Familie – oder manchmal wird eine Generation übersprungen und dann geht’s wieder in der nächsten Generation weiter – die sich so durch die Generationen in der Familie sich hindurchziehen. So etwas gibt es.

Und das Entscheidende ist nicht so sehr: Durch welche Sünden haben meine Vorfahren dem Feind Raum gegeben? Ich glaube, das hat auch eine gewisse Berechtigung, um etwas zu verstehen. Aber dann ist das Entscheidende: Ich bin heute Christ, ich bin erfüllt vom Heiligen Geist, ich gehöre Jesus, ich bin in der Gemeinde – und ich habe das selbe Problem – warum ist das noch da? Nicht: Wo kommt das her? Wie ist das in mein Leben gekommen? Sondern die Frage ist: Warum ist das heute noch da?

Das ist die entscheidende Frage!

Wir haben Vollmacht im Namen Jesu über die Werke der Finsternis, über die bösen Geister, wir haben Autorität.

Lk 10,19
Siehe, ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch schaden.

Und wenn jemand geplagt wird von Zwängen, von Ängsten, von irgendetwas – du kannst mir glauben, er hat tausende von Male gesagt: Im Namen Jesu – du Ding, geh raus aus meinem Leben! – und nichts ist passiert!

Und die Frage ist: Warum ist nichts passiert? Warum? Wo doch die Schrift sagt: Wir haben in Christus Vollmacht? Warum ist die Vollmacht tatsächlich nicht verfügbar oder einsatzbereit? Das ist die entscheidende Frage!

Und darüber müssen wir einfach uns Gedanken machen. Und das Wort Gottes sagt: Wir geben dem Teufel Raum!

Eph 4,27
und gebt dem Teufel keinen Raum!

Und wenn wir ihm Raum gegeben haben – das nächste Mal dann, wie gesagt, werden wir ein dramatisches Beispiel sehen in der Schrift, wo jemand ins Gefängnis kam aufgrund seiner eigenen Dummheit – es war völlig überflüssig! Im Gefängnis – und er wurde gequält im Gefängnis aufgrund seiner eigenen Dummheit.

Und Jesus sagt: Er bleibt solange drin bis das wieder in Ordnung kommt.

Kein Seelsorger und kein Pastor – niemand wird ihn da rausholen. Er bleibt da so lange drin bis er den Grund beseitigt, weswegen er ins Gefängnis gekommen ist.

Und da kannst sagen: Das kann nicht der Gott der Liebe sein!

Schätzchen, du musst deine Gedanken über Gott ändern!

Gott hat klare Regeln für das Leben! Und wenn du diese Regeln übertrittst, dann bist du verantwortlich, nicht Gott! Und wir denken immer so: Ach, nein, Gott ist sooo lieb – und bei uns verbindet sich dann „Liebe“ mit „Schrankenlosigkeit“ oder mit einer Willkür oder einer verantwortungslosen Freiheit, die wir missbrauchen können, wie wir wollen. Nein, es gibt klare Regeln im Worte Gottes. Und die zu missachten kann tödlich sein. Wie ich vorhin gesagt habe – Eph 6,2.

Eph 6, 2-3
„Ehre deinen Vater und deine Mutter“ – das ist das erste Gebot mit Verheißung -, „damit es dir wohlgehe und du lange lebst auf der Erde.“

Du kannst sagen: Ich finde das ungerecht! Wieso soll die Qualität meines Lebens etwas zu tun haben mit meiner Haltung oder mit meiner Einstellung zu meinen Eltern? Du kannst dagegen rebellieren, aber du kannst dieses geistliches Prinzip nicht außer Kraft setzen!

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