Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (25:00 bis 30:00)

Es gibt ganz andere Formen der Zwänge. Zwänge in den Gedanken, wie ich vorhin schon mit dem „Zählen“ sagte. Zwänge in der Fantasie: Sich zerstörerische, böse oder auch unreine Dinge vorstellen zu müssen. Gedanken zu haben, die einfach nicht in Ordnung sind, die nicht mit dem Standard der Bibel übereinstimmen – und nichts dagegen tun zu können.

Du sagst, ja, was heißt „der Standard der Bibel“?

Nun, zum Beispiel, Jesus sagt: Wer eine Frau ansieht und ihrer begiert, bricht die Ehe.

Mt 5,28
Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen.

Da ist ein biblische Standard von Reinheit. Und Gott möchte, und das ist offensichtlich möglich, sonst würde es solche Gebote nicht geben, es ist offensichtlich möglich, rein zu leben in seinen Gedanken, in seinen Fantasien, sogar bis hinein in die Träume – es ist möglich. Es gibt keine Gebote Gottes, Gott richtet nicht einen Standard auf, und dann sagt er: Jetzt bin ich ja mal gespannt, wer das halten kann.

Das ist nicht Gott. Und manche Christen denken so. Sie halten die Sünde für normal und wenn sie das Wort Gottes hören, dann sagen sie: Ja, aber Pastor, wir sind doch alle Sünder.

Deswegen haben wir die neue Geburt, deswegen haben wir den Namen Jesu, deswegen haben wir die Kraft des Heiligen Geistes – um frei zu werden aus all diesen Dingen und ein anderes Leben zu führen.

Paulus sagt zu den Korinthern: Ihr lebt ja nur als bloße Menschen.

1 Kor 3,3
denn ihr seid noch fleischlich. Denn wo Eifersucht und Streit unter euch ist, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise?

Das war kein Kompliment. Das war ein Vorwurf!

Mit anderen Worten: Ihr nutzt ja überhaupt nicht all das Herrliche, was ihr seit Golgatha oder durch Golgatha habt. Sondern ihr lebt wie euer Nachbar nebenan – genauso. Und das war ein Vorwurf.

Wir sollen und wir brauchen nicht zu leben wie alle anderen Leute, die das Evangelium nicht kennen und die von Erlösung nichts wissen.

Und es gibt da Menschen, die sind versklavt in ihren Gedanken, in ihrer Fantasie. Sie sind versklavt an unreine Dinge, müssen auch immer zwanghaft sich unreine Dinge anschauen. Und dann hat man, egal bei diesem oder auch bei allen möglichen anderen Zwängen, man hat ein Problem: Nicht nur dieses eine Problem, dass man diesen Zwang hat, irgendetwas tun zu müssen, irgendetwas sich anschauen zu müssen, sondern es kommt dazu dann noch das Schuldgefühl und die Selbstverachtung.

Du verlierst die Achtung vor dir selbst wenn du merkst, du bist wie eine Marionette. Irgendwas treibt dich und zwingt dich und zieht dich und du musst was tun, von dem du genau weißt, du solltest es nicht tun und du willst es gar nicht tun und du wirst gezwungen, das zu tun. Du verlierst – und das ist ein großes Problem. Das trifft zu auf zwanghafte Selbstbefriedigung oder an den Glücksspielautomaten gehen, zwanghafte Kaufräusche oder irgendetwas anderes – du verlierst die Achtung vor dir selbst.

Du kannst vor dir selbst nicht mehr bestehen. Und wenn das ein Dauerzustand wird – du wirst ein Mensch sein, der sehr, sehr, sehr gedrückt lebt und auch in seiner Person sehr gespalten ist.

Und all das möchte der Herr nicht! Er möchte nicht, dass wir gespalten sind. Er möchte nicht, dass wir von Schuldgefühlen runtergezogen werden. Genau was die Leute draußen denken: „Ja, die Kirche! Die Kirche gibt den Leuten nur Schuldgefühle!“

Nein! Die wahre Kirche Jesu Christi befreit Menschen von Schuldgefühlen.

Aber die Welt denkt, bereits einen Standard zu haben und diesen als kompromisslos, eindeutig als Willen Gottes und als Norm zu verkündigen – würde Schuldgefühle hervorrufen. Das ist nicht der Fall – wenn dazu die Lehre kommt wie man die Kraft des Heiligen Geistes anwenden kann, wie man auf diesem Niveau leben kann, dann ist es etwas sehr herrliches und in keiner Weise irgendwie etwas Bedrohliches.

Oder sehe ich das verkehrt? Bin ich der einzige, der diese Meinung hat?

Ahja, danke für die kleine Bestätigung, vereinzelt. Ich hoffe, dass es im Laufe des Abends noch mehr zunimmt.

Also, da gibt es noch eine ganze Reihe von anderen – ohja, hier etwas sehr bekanntes, häufiges: Kontrollzwänge.

Ein kleines Ansatz von Kontrollzwang kann sein: Du gehst aus dem Haus, du hast den Gashahn abgedreht oder den Herd nochmal gecheckt, und dann gehst du raus, und dann kommt der Gedanke: Habe ich ihn wirklich abgedreht?

Ach, ne, das ist Blödsinn, ich weiß ja, dass ich den Hahn abgedreht habe!

Und dann gehst du nochmal zurück.

Und ich sage dir: Das ist ein kleiner, zarter Anfang. Du solltest sehr aufpassen, was du mit deinen Gedanken tust, und wie du das durchbrichst. Wenn du an der Stelle nicht lernst, dich wieder freizuschwimmen, dann sag ich dir, das kann darin enden, dass du hin und hergehst – du gehst aus dem Haus und du weißt, du hast nachgeschaut. Und der Herd ist ausgedreht, und du bist 5 Meter weg vom Haus und sagst: Ja, aber zu Sicherheit sollte ich doch nochmal gucken!

Und dann wird es wirklich lästig. An der Stelle siehst du das. Ein Zwang bringt Energieverschwendung! Wieviel Kalorien verschwendest du sinnlos, weil du hin und herläuft, Treppenhaus rauf und runter, nur um dich zu vergewissern, wiewohl du doch genau weißt, du hast das Ding zugemacht oder abgedreht oder was auch immer!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.