Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 10 – Befreiung von der Vergangenheit (20:00 bis 25:00)

Diese Gefangenschaft oder diese Bindungen kann sehr, sehr unterschiedliche Formen annehmen. Da gibt es eine große Bandbreite von Dingen, die Menschen so erleiden und erleben können und sicherlich kann man da gar keine vollständige Liste von aufstellen. Aber so einige Dinge will ich doch einmal nennen. Ihr findet auch hier in diesem Studienheft so einiges aufgezählt.

Als allererstes dann – buchstäblich in diesem Sinne, wie es hier auch beschrieben ist: Die sogenannten Zwänge. Wo also Menschen gefangen sind, etwas zu tun gegen ihren eigenen Willen. Sie wissen ganz genau, das ist nicht richtig oder es muss auch nicht unbedingt in sich verkehrt sein, ja? Es gibt z.B. Zähl-Zwänge. Die sind nicht unbedingt sündig, ja? Wenn einer jetzt den ganzen Abend hier sitzt und zählt alle Karos an der Decke hier oder so. Das ist jetzt nicht sündig oder so, aber ich kannte mal einen Menschen, der kam in einen Raum und andauernd fing er an, irgendwas zu zählen: Die Lampen zu zählen oder die Deckenbalken zu zählen oder irgendwas. Er hat permanent gezählt, er konnte dir ganz genau sagen, welche Nummer der Bus hatte, mit dem er vor zwei Tagen gefahren ist. Er hat alles mögliche an unnützen Details zwanghaft aufgenommen. Nicht, weil er Statistiker war, sondern weil er einfach gezwungen war, von irgendetwas, was seinen Verstand kontrolliert hat, sich mit allem möglichen blödsinnigen, überflüssigen, unnützen Details irgendwie anzufüllen.

Ja, also mit den Zwängen – ich will damit nicht sagen, dass jeder Zwang in sich Sünde ist, aber was es auf jeden Fall ist, ist eine Energieverschwendung und es ist eine Beraubung. Statt also dass jemand die schöne Anbetung genießt, zählt er die Karos und versucht irgendwelche Gesetzmäßigkeiten hier herauszukriegnen und warum die Lampen so angeordnet sind und warum diese Lampe nicht in diesen Karos … oder solche Geschichten. Und verpasst die herrliche Anbetung, verpasst die Gegenwart Gottes, verpasst die Salbung und all das, nur weil er immer am zählen ist.

Es gibt Leute, die haben Waschzwänge. Die müssen sich x-mal am Tag waschen. Und nichts gegen „waschen“, ja? Aber wenn du nach drei Mal duschen noch das Gefühl hast, du bist nicht richtig sauber – ich glaube, du hast ein Problem. So gibt es verschiedene Zwänge, die in sich nicht Sünde sind, aber die äußerst lästig sind. Und das ist das entscheidende bei diesen Zwängen – und überhaupt bei all diesen Werken der Finsternis: Dass sie eines zum Ziel haben: Glück zu mindern, Freiheit zu nehmen, Menschen zu berauben, Menschen zu bedrücken, Menschen unnötige Lasten aufzubürden, Menschen einfach ins Unglück zu führen. Das ist, was der Feind beabsichtigt.

Und das kann sehr, sehr vielfältige Formen annehmen. Manchmal sehr, sehr bizarr. Also da sind Zwänge. Natürlich, wenn einer regelmäßig Alkohol trinken muss – wohlgemerkt „muss“ – ich sage nichts dagegen, dass man sich zu Feierabend mal ein Bierchen genehmigt – aber wenn jemand zittrige Hände kriegt, weil er seit einigen Stunden keinen Alkohol mehr getrunken hat, ich glaube, du hast ein Problem.

Oder Drogen. Oder Zigaretten. Oder man kann von irgendwas süchtig sein, man kann auch von Schokolade süchtig sein.

Oder man kann süchtig sein, kaufen gehen zu müssen. Auch das gibt es. Es gibt Leute, die sind total süchtig nach Zeug ansammeln und kaufen und Dinge irgendwie zwanghaft. Ich meine jetzt nicht also deine Frau – im Katalog sieht sie und sagt: Guck mal, dieses schöne Kleid hier.

Und du sagst: Schatzi, was soll das? Vor 10 Jahren hab ich dir schon mal ein Kleid gekauft.

Dann liegt das nicht vor. Das ist relativ normal oder man muss erstaunen, wieviel Sanftmut sie die 10 Jahre mit dir gehabt hat. Okay.

Aber wenn jemand exzessiv Geld ausgibt über seine Verhältnisse und immer irgendwas kaufen muss und die Schränke voll sind von Schuhen und einer Hunderte von Paaren Schuhe hat, dann sage ich dir: Da liegt ein seelsorgerliches Problem vor. Ich rede nicht davon, dass du ein Paar Winterstiefel hast und Sommersandalen und noch ein Paar Halbschuhe und die schwarzen Pumps – das ist alles in Ordnung.

Aber wenn du Hunderte von Schuhen hast und du musst sie kaufen und nachdem du sie gekaut hast, ziehst du sie nie an, und du weißt nicht, wohin mit den ganzen Sachen – dann hast du ein Problem. Und das kann in allen möglichen Bereichen der Fall sein. Dass man einfach süchtig ist, dass man abhängig ist und Sucht ist immer dann erkennbar: Ohne dieses Dingsbums – was immer das ist – kannst du nicht leben. Das ist ein echtes Zeichen von „Sucht“. Und dir geht es seelisch oder meinetwegen dann auch sogar darüber hinaus körperlich schlecht wenn du dieses Dingsbums (Kaugummi, Schokolade oder Wodka oder irgendetwas) nicht hast. Das ist ein echtes Zeichen von Abhängikeit und von Sucht.

Und dann ist es einfach realistisch anzuerkennen: Hoppla, ich habe ein Problem, ich brauche Befreiung.

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