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Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (70:00 bis 75:00)

 

Es gibt keine Charakterveränderung ohne Veränderung des Lebensstils. Das gibt es nicht, das kommt nicht durch Handauflegung – leider, schade. Sondern es kommt durch ein Trainingsprogramm. Und das ist, was wir machen mit den Neubekehrten oder auch die schon länger gläubig sind, aber nie durch Jüngerschaft gegangen sind.

Und alles, was notwendig ist für ein Gott wohlgefälliges Leben – in ganz praktischer Weise – bringen wir ihnen bei. Wir bringen ihnen bei wie man betet, wie man Gott sucht. Wir bringen ihnen bei wie die Schrift durch den Dienst des Heiligen Geistes lebendig wird im Herzen. Wir bringen ihnen bei wie man sich hingibt, dem geschriebenen Wort. Wir bringen ihm bei wie man eine Gesinnung eines Dieners entwickelt. Du glaubst nicht in wie vielen Gemeinden ich war, und die Pastoren jaulen mir einen vor: Wir haben hier ein Mitarbeiterproblem. Keiner will dies machen, keiner will das machen im Kinderdienst – wir haben ein Mitarbeiterproblem.

Ich sage: Weißt du, du hast kein Mitarbeiterproblem, du hast ein Jüngerschaftsproblem. Weil wenn du Menschen zu Jüngern machst, eines der Ergebnisse von Jüngerschaft ist, sie sind willig zu dienen. Das ist eines der Lernziele von Jüngerschaft, eine Gesinnung eines Dieners, sie sind willig zu dienen.

So, wenn du jetzt einen Großteil der Leute hast, die willig sind zu dienen, hast du kein Mitarbeiterproblem. Du hast nur ein Mitarbeiterproblem, weil diese Leute nie Jüngerschaft gehabt haben, weil sie nie eine Haltung von Dienerschaft kultiviert haben. Und ich sage: Ja, und dann musst du mit den Leuten arbeiten.

Das kostet viel Zeit und viel Kraft und viel Nerven und es kostet dich Jahre. Aber dann werden diese Leute gestandene Jünger sein und sie investieren sich wieder in andere Jünger. Weil ein Jünger ist nur dann ein Jünger wenn er Jünger macht. Es geht ja immer weiter, immer weiter. Wir machen zu Jüngern, und Jünger machen Jünger. So geht das immer weiter, ja? Und dann sagen mir diese gestressten Pastoren: Dazu habe ich keine Zeit.

Mit anderen Worten: Das Problem wird so bleiben. Oder es wird noch schlimmer werden. Und die ganze Arbeit lastet auf drei, vier Leuten in der Gemeinde. Das ist nicht Gemeinde. Gemeinde ist kein Unterhaltungskaffee oder Betrieb, wo alle nur kommen und ein Programm genießen. Gemeinde ist, wo jeder seinen Platz einnimmt. In einer gesunden Gemeinde ist jedes Mitglied der Gemeinde ein Mitarbeiter. So, jeden Sonntag haben wir Mitarbeiterversammlung. Das ist normal. Wenn jemand nicht Mitarbeiter ist, dann soll er sich bekehren und Jünger werden und schon in den ersten Wochen von Jüngerschaft kriegt er schon praktische Aufgaben.

So, diese Passivität – ne, keine Lust, keine Zeit – das kommt alles im Jüngerschaftsprogramm nicht vor. Wenn du keine Lust hast, okay, das verstehe ich, das ist deine alte Natur, jetzt bringe ich dir bei wie du deine alte Natur tötest. Das ist, was Paulus sagt in Kol 3,5: „Tötet Unzucht, Unreinheit, böse Begierde“.

Kol 3,5
Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist!

Das heißt: Wende die Kraft des Kreuzes an, bringt das Ding zu Ende. Lerne aufzustehen, lerne zu herrschen, beuge dich nicht unter deine alte Natur, ergreife die neue Natur und herrsche mit der neuen Natur über die alte Natur. Das ist Jüngerschaft ganz praktisch. Wenn du keine Lust hast, verschaff dir welche.

Was für eine faule Ausrede: Ja, da habe ich keine Lust zu. Das interessiert den Chef am Montagmorgen herzlich wenig. Hauptsache du bist da und du tust mit Dankbarkeit und Freude deine Arbeit. Ob du Lust hast, interessiert den gar nicht. Da wird er dich nie drauf ansprechen: „Na, haben sie heute morgen Lust zu arbeiten?“ Solche Fragen wirst du nicht bekommen auf der Arbeit. Die werden doch nicht sagen: „Oh, danke, dass sie heute morgen am Montag wieder angetreten sind nach dem Wochenende, ich bin ganz beeindruckt, das gibt jetzt eine Weihnachtsgratifikation – einfach wiedergekommen, boah!“ Das ist total normal, dass du da kommst – und zwar pünktlich! Wieso ist das normal in vielen, vielen Gemeinden, dass wir nicht pünktlich sind?

Nun, ich bin kein Preusser, und ich sage nicht, Pünktlichkeit ist die höchste Tugend oder soetwas. Aber wieso ist das normal, dass wir auf der Arbeit pünktlich sind und bei den Versammlungen warten wir schon auf einen Teil der Leute, weil wir wissen, die kommen sowieso später. Wobei das pädagogisch sehr unklug ist. Die wissen ja schon, dass wir auf sie warten, und wir fangen erst an, wenn die da sind. Das heißt, das wird immer so weitergehen. Das beste ist, wir sagen, wir fangen um 10 Uhr an, dann fangen wir um 10 Uhr an. Und dann begrüßen wir die Neuankömmlinge um 10:20 Uhr, aber wir sind schon im Programm, wir sind schon dabei.

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