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Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (25:00 bis 30:00)

 

Ja, das haben mir Leute schon so gesagt. Mit frommen Worten wird einfach diese Hingabe des Glaubens wie sie wirklich von uns zum Ausdruck gebracht werden soll und auch in einer Weise „muss“ – diese Hingabe wird umgangen mit einer Theologie: Gott in Seiner Souveränität hat es doch irgendwie anders. Ich erinner mich mit Schrecken an eine solche Gebetszeit, wo jemand den Heiligen Geist haben wollte. Und ich fragte ihn all die Dinge, ob er darüber Bescheid weiß.

Ob er weiß, das ist der erste Punkt, weiß er, dass das eine Erfahrung ist, die jedem Christen zusteht und dass er sie haben kann ohne länger darauf zu warten? Oder manche möchten sich auch erstmal heiligen, sich vorbereiten, sich reinigen. Alles in Ehren, aber tu das mit dem Heiligen Geist zusammen – er ist der Geist, der heiligt.

Wir haben viel zu heiligen, auch nach der Geistestaufe, dann gehts eigentlich erst richtig los. Und die Vorstellung „wir heiligen uns erstmal und dann empfangen wir den Heiligen Geist“ beinhaltet in sich: Um sich zu heiligen braucht man gar nicht den Heiligen Geist. Das ist dann nur noch so eine Garnierung oben drauf.

Wahres geistliches Leben – du kannst hinschauen, wo du willst – also wo wirklich der Charakter verändert wird und nicht religiös übertüncht wird, wirklich der Charakter verändert wird und wo dann die Kraft dazu kommt, die wirklich Menschen erreicht, befreit und heilt und motiviert und wo Wachstum dann da ist – kommt ohne den Heiligen Geist nicht zustande. Wir sind da abhängig von ihm.

Also, das ist das erste: Belehrung. Wir müssen belehrt sein vom Worte Gottes – das ist eine Erfahrung, die gilt jedem, der Kind Gottes ist, und er soll sie haben und zwar dann wenn er Kind Gottes geworden ist. Nicht dann noch Jahrzehnte später. „Habt ihr den Geist empfangen als ihr gläubig wurdet?“

Apg 19,2a
und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig geworden seid?

Und wir müssen auch zeigen in dieser Belehrung, dass es nicht darauf ankommt, wann gibt Gott – wenn wir ganz theologisch exakt sein wollen – Gott hat schon gegeben zu Pfingsten. Paulus sagt: Er hat den Geist reichlich ausgegossen.

Titus 3
5 rettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.
6 Den hat er durch Jesus Christus, unseren Retter, reichlich über uns ausgegossen

Reichlich! Alles, was wir brauchen an Heiligem Geist, ist ausgegossen. Es geht nicht darum, wann wird Gott mich erfüllen mit dem Heiligen Geist, sondern wann stecke ich endlich meine Nase in das Buch, erkenne wie eine Verheißung im Glauben genommen wird und handle aufgrund dieser Verheißung? Das ist es, worum es geht.

Wir sehen auch die Apostel. Wenn sie gebetet haben, sie haben nicht gebetet, dass Gott doch bitte geben möge, sondern sie haben gebetet, dass die anderen empfangen. Das ist etwas total anderes. Die haben an der Empfängerseite gearbeitet, nicht an der Absenderseite. Daran liegt es!

Und diese Belehrung muss so intensiv sein, dass wir wirklich dann eine Gewissheit haben, dieser Segen ist für mich, Gott bietet in mir an, Gott will, dass ich in jetzt habe, und es geht darum, dass ich nehme, nicht, dass Gott etwas tut. Das muss der Inhalt dieser Belehrung sein. Und ich prüfe das nach bevor ich mit jemandem bete. Ich bete nicht für jeden, der einfach nur mich darum bittet, sondern ich überprüfe, ob die Voraussetzungen zum Gebet überhaupt gegeben sind.

Ich sage: Wenn wir jetzt beten um den Heiligen Geist – wirst du ihn jetzt bekommen? Und wenn er oder sie mir sagt: „Ja, ich hoffe, ach, das wär schön, bei dem neulich hast du auch gebetet, das hat auch geklappt“ – das ist keine Basis für wirklichen Glauben. Glaube weiß, dieser Segen ist von Gott mir verheißen, der gehört mir, er ist in Reichweite, ich kann ihn nehmen, ich werde ihn jetzt nehmen, und dann habe ich ihn auch. Das ist Glauben. Und egal um welches Thema es dann geht. Aber jetzt hier konkret Erfüllung mit dem Heiligen Geist.

Es bringt nichts, immer wieder darum zu beten, sondern wirklich Raum zu geben, das Wort zu studieren, so dass Glaube wirklich entsteht. Das kann bei manchen ganz, ganz schnell sein, und das kann bei manchen, besonders wenn sie anders gelehrt worden sind, in einer Tradition aufgewachsen sind, es kann Jahre dauern. Es gibt Menschen – alles, was sie wissen über den Heiligen Geist: Man muss ganz vorsichtig sein. Das ist, was manche Christen darüber wissen, das ist das einzige. Und es braucht Gebet manchmal, Fürbitte und intensive, breit angelegte Lehre, um diese religiösen Festungen wirklich auszuräumen.

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