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Grundlagen6

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (80:00 bis 85:00)

 

Und diese Schwester sagt: Lass uns jetzt den Herrn preisen.

Ich dachte, sie tröstet mich.

Das war eines der schrecklichsten Momente meines Lebens, aber auch einer der gesegnetsten, wie ich später festgestellt habe. Ich wusste, sie hat total recht, ich wusste, dies ist die Stunde anzuwenden, was ich immer so großspurig gelehrt hatte und doch in mir war alles auf Rebellion oder „ich kann jetzt nicht“ oder „das kann man von mir nicht erwarten“ oder „das wäre jetzt nicht echt“.

Ja, so kann man auch reagieren. „Ich könnte jetzt den Herrn preisen, aber das wäre nicht von Herzen, das wäre nicht echt“. Wir haben überhaupt keine Ahnung, was unser Herz ist!

Nun, ich wusste, ich will das nicht, was sie jetzt von mir will und was das Wort Gottes von mir will. Das wusste ich ganz genau. Und ich wusste aber auch, und das war eine schreckliche Erkenntnis für mich, wenn ich mich hier verweigere, diesen geschwisterlichen weisen Rat zu folgen und wenn ich jetzt nicht tue, was ich selber gelehrt habe, Gott entzieht mir das Mandat vor dieser Gruppe oder überhaupt irgendwo anders jemals wieder das Wort Gottes zu lehren.

Und das war genauso schrecklich, weil ich wusste, ich habe ein Berufung, das Wort zu bringen. Und so dachte ich, die Lösung besteht darin, gar nichts zu tun.

Aber sich zu verweigern, auch ohne Worte, ist ein klares „Nein“. Sich zu verweigern, dem Gehorsam, ist ein klares „Nein“. Ob du das mit Worten ausdrückst oder nicht. Und ich wollte weggehen und ich dachte, wenn ich jetzt weggehe habe ich das Problem gelöst, aber dann dachte ich: Halt, doch nicht wirklich. Dann habe ich meine Berufung kaputt gemacht und verfehlt.

Und irgendwann hab ich gedacht, es hilft alles nichts, sie hat recht, ich weiß, dass sie recht hat, ich weiss, dass ich diese Gefühle nicht haben sollte, ich werde sie nicht los, ich hab gesagt: Herr, nimm mir doch diese schreckliche Wut weg und nimm mir doch das alles weg – und Er sagt: „Ja, preise mich“.

Alles wollte ich – nur das nicht! Und das ist das typische Verhaltensmuster vom Bruder Rebellus. Er will nicht den Herrn preisen. Warum? Weil wir wissen ganz genau, wir können nicht festhalten an Schmollen, uns ungerecht behandelt fühlen und Wut und Zorn und all dem Rest von diesen negativen Dingen – wir können nicht daran festhalten und gleichzeitig beginnen, den Herrn zu preisen. Entweder das eine oder das andere. Rebellion ist eine Verweigerung wie Paulus das sagt im Römerbrief, die Verweigerung, Gott die Ehre zu geben.

Röm 1,21
Denn obwohl sie Gott erkannten, haben sie ihm nicht die Ehre gegeben, die Gott gebührt, noch ihm Dank gesagt, sondern sie verfielen mit ihren Gedanken dem Nichtigen, und ihr unverständiges Herz verfinsterte sich.

Und also ist auch Gott die Ehre zu geben die Therapie und die Lösung für Rebellion. Und wir haben niemals eine solche Situation der Verwundung, der Verletztheit, der Enttäuschung, der Bitterkeit, die so tief wäre, dass wir nicht uns abwenden könnten und könnten beginnen, Gott zu preisen.

Und das ist, wovon Paulus hier spricht in diesen Versen.

Eph 5,15
Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise!

Jetzt Vers 18.

Eph 5,18
Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist

Die griechische Konstruktion ist dort: Werdet immer wieder, ununterbrochen, immer wieder neu voll Geistes.

Das ist eine interessante Formulierung: Also wiewohl der Heilige Geist natürlich sich nicht ändert – das Maß dessen, was wir von ihm erleben, kann sich sehr wohl ändern. Man kann eine Zeit haben zu Hause mit Gott und ist wunderbar ermutigt und dann kommt man in die Gemeinde und plötzlich nach 10 Minuten stellt man fest, man ist irgendwie total mies drauf.

Und dann gebe ich den guten Rat: Finde mit dem Heiligen Geist heraus, was passiert ist, irgendwo zwischen Zuhause und der Gemeinde ist etwas passiert, du hast auf eine Art und Weise reagiert wie du nicht hättest reagieren brauchen und sollen und du hast eine Talfahrt gemacht.

Wie groß muss das Loch im Fahrradreifen sein bis alle Luft rausgeht? Ein ganz kleines Loch genügt! Eine Reisszwecke genügt.

Und geistlich denken wir, naja, was kann schon eine Reisszwecke machen? Zugegeben, da hab ich eben Schwester Bertha getroffen und die mag ich nun überhaupt nicht und dann hab ich provokativ – püh – ihr den Rücken zugedreht und hab mich dann auf meinen Platz gesetzt, aber was kann eine kleine Reisszwecke denn schon bei einem so mächtig voll Geistes Menschen irgendwie wie bei mir ausrichten?!

Nun, genau das selbe wie bei einem Fahrradschlauch! Eine kleine Reisszwecke – pffffffff – und die Luft ist draussen.

Und wenn wir einen gefühlsmäßigen Absturz haben, lasst uns nicht einfach nur den Deckel drauftun und sagen: „Ich widerstehe dem im Namen Jesu, ich bin jetzt wieder gut drauf, ich bin gut drauf und Gott ist mit mir, allezeit Sieg“ oder so etwas.

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