Hartwig Henkel – Strategische Gebetsanliegen 4 – Auferweckt mit Christus

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Strategische Gebetsanliegen, Teil 4:
Auferweckt mit Christus

Herzlich Willkomemn zu einem weiteren Teil dieser Serie „Strategische Gebete“. Ich habe schon in den beiden vorigen Teilen gesprochen über dieses Gebet von Eph 1,15-23. Und ich will noch einmal in diesem Teil auf dieses Gebet zu sprechen kommen, weil da noch wichtige Dinge sind, die bis jetzt noch nicht behandelt worden sind und die so, so wichtig sind.

Wohlgemerkt, dieses Gebet betete Paulus immer und immer wieder – für eine Gemeinde, die er selber intensiv gelehrt hatte, womit er gezeigt hat: Es braucht mehr als gesunde, starke, gesalbte Lehre. Es braucht den Dienst des Heiligen Geistes als Geist der Weisheit und der Offenbarung. Und der wird freigesetzt, der bekommt Möglichkeit, seinen Dienst zu tun wenn wir für diejenigen, die das Wort schon gehört haben, dann auch intensiv und anhaltend und regelmäßig beten.

Und Paulus betet um die Erkenntnis Gottes und er betet um das Verständnis, was ist eigentlich passiert bei unserer Bekehrung? Was haben wir bekommen? Was sind die Reichtümer, die uns geschenkt worden sind?

Wir haben in der letzten Folge gehört über die „Hoffnung unserer Berufung“. Und ich möchte jetzt noch zwei weitere Aspekte hier bringen, wobei ich nur auf den zweiten ausführlicher eingehen möchte.

Dort lesen wir in Eph 1,18b, „was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist“.

Gott hat einen Reichtum an Herrlichkeit hineingelegt in die Heiligen. Wenn wir zu Jesus gehören, sind wir ein Heiliger, sind wir eine Heilige.

Und Gott hat einen Reichtum an Herrlichkeit in uns hineingelegt. Und Paulus geht es darum, diesen Reichtum zu entdecken, weil dadurch kommt Glaube. Dadurch kommt geistliches Wachstum.

Philemon 6 spricht davon, dass es einen wirksamen Glauben gibt, in der Erkenntnis all des Guten, das wir haben im Hinblick auf Christus.

Philemon 6
damit deine Gemeinschaft im Hinblick auf den Glauben für Christus Jesus wirksam werde durch die Erkenntnis all des Guten, das in euch ist.

Also, es geht hier in diesem Gebet nicht um Dinge, die Gott verheißen hat, um Dinge, die Gott uns schenken möchte, sondern es geht darum, dass wir die Dinge, die uns schon gegeben worden sind, erkennen.

Denn nur wenn wir sie erkennen, können wir auch daran glauben und dann können wir sie auch wirklich erleben in der Praxis.

So, da ist ein Reichtum an Herrlichkeit. Gott hat so fantastische Dinge in uns getan, und nur wenn wir entdecken, was passiert ist, was heißt es, dass ich „in Christus“ bin, was heißt es, dass ich eine neue Schöpfung bin, was heißt es, dass er ein Gesetz hat wirksam werden lassen in mir – das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, das mich freigemacht hat vom Gesetz der Sünde.

Nur wenn ich das weiß, wenn ich das glaube, wenn ich das als eine lebendige Realität in mir habe, dann kann ich auch den Segen davon erleben.

Und ich möchte jetzt in diesem Teil auf den letzten Gebetspunkt eingehen, den Paulus hier erwähnt, wofür er immer wieder betet.

Eph 1
19 was auch die überwältigende Größe seiner Kraftwirkung an uns ist, die wir glauben, gemäß der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.
20 Die hat er wirksam werden lassen in dem Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen [Regionen],
21 hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in dieser Weltzeit, sondern auch in der zukünftigen;
22 und er hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben,
23 die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt

Was für ein Satz! Was für Inhalte! Was für gewaltige Aussagen. Und wir brauchen wirklich Jahre und Jahre, um vom Heiligen Geist hineingeführt zu werden in diese Dinge, die hier beschrieben sind.

Und sie sind so, so wichtig. So viele Gläubige überspringen im Epheser-Brief die ersten drei Kapitel und dann kommt es dann zu den praktischen Dingen, und das wollen sie dann gerne lernen und anwenden und beherzigen. Aber es ist einfach so: Wenn wir die Grundlagen des Evangelium nicht kennen per Offenbarung, wenn das nicht „unser Teil“ ist, dann funktionieren auch die praktischen Gebote und Anweisungen für das Alltagsleben nicht wirklich.

Wir brauchen ein gesundes Fundament. Und das ist Offenbarung daüber, was Christus für uns getan hat am Kreuz von Golgatha und was in uns geschehen ist.

Paulus redet hier von einer gewaltigen Kraft, die wirksam wurde. Vielleicht fühlst du dich ganz schwach und sagst: Ja, gewaltige Kraft – das hätte ich gerne.

Diese Kraft wurde wirksam!

Du sagst: Das wüsste ich aber.

Nein – wir brauchen Offenbarung und erst durch Offenbarung kommt Glaube und erst durch Glaube kommt die Erfahrung.

Das ist nun einmal die unveränderliche Reihenfolge: Erkenntnis -> Glaube -> Erfahrung.

Und er spricht hier von einer überwältigenden Größe seiner Kraft an uns oder in uns.

Und um zu verstehen, was diese Kraft getan hat, fährt er fort, Vers 20.

Eph 1
20a Die (diese Kraft, diese Macht seiner Stärke) hat er wirksam werden lassen in dem Christus

Wann?

20b als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen [Regionen]

Und hier ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Vielleicht ist dir das noch nie aufgefallen: Paulus macht einen Unterschied zwischen der Auferstehung Christi und der Auferweckung Christi.

Und dieser Unterschied ist sehr, sehr, sehr wichtig. Und diesen Unterschied musst du kennen. Und das ist der Schlüssel für Kraft zum Überwinden und das ist der Schlüssel für unsere Autorität über Satan und über satanische Mächte. Nur wenn wir diese Offenbarung haben, dann können wir in diese Dimensionen des Glaubenslebens hineinkommen.

Eine gewaltige Kraft wurde wirksam als Christus auferweckt wurde und versetzt wurde in himmlische Örter, wo er jetzt ist.

Lass uns einmal gehen zu Kapitel 2 und ich weiß nicht, ob dir schon einmal aufgefallen ist hier, dass das ein ganz merkwürdiger Satzanfang ist. Das ist eigentlich gar kein Satz. Der fängt einfach an:

Eph 2,1
auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden

Und dann können wir weiterlesen, da kommt kein Verb. Wieso fehlt da das Verb?

Im Griechischen geht dieser lange Satz, den wir eben gelesen haben, noch weiter als Vers 23 und geht hinein bis in Kapitel 2. Und das einzige Verb, das da steht, ist: „hat er auferweckt“.

Und das ist in Vers 20:

Eph 1,20
Die hat er wirksam werden lassen in dem Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte

und jetzt müssen wir es so lesen:

Eph 2,1
und auch euch

Als Christus auferweckt wurde, wurden wir mit ihm zusammen auferweckt.

Das wir noch einmal deutlich beschrieben in Kapitel 2 dann. Ich les einmal ab Vers 4.

Eph 2
4 Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat,
5 auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht — aus Gnade seid ihr errettet!

Die biblische Sicht von unserem geistlichen Zustand bevor wir zu Jesus kamen, ist, wir waren tot. Wir waren tot in dem Sinne, dass wir keine Verbindung zu Gott hatten. Wir waren nicht mit Ihm verbunden, unser Geist, mit dem man ja Gott kontakten kann alleine – nicht die Seele, nicht der Körper – unser Geist war erstorben.

Das ist, was die Bibel sagt: Jeder Mensch ist geistlich tot, geboren in den Sünden.

Das kommt vom Sündenfall. Als Gott gesagt hat: An dem Tag, wo ihr davon esst, wo ihr dieses Gebot übertretet, wo ihr ungehorsam seid – werdet ihr sterben.

Und dann sehen wir: Adam und Eva, sie essen von der verbotenen Frucht – und – sind sie gestorben?

Augenscheinlich nicht. Die Geschichte ging ja noch weiter. Sie haben ja dann noch Kinder bekommen usw.

Aber aus Gottes Sicht sind sie gestorben. Ihre Verbindung zu Gott wurde gekappt. Und ihr ganzes Leben hat sich dramatisch verändert. Als allererstes hatten sie auf einmal Angst vor Gott, zu dem sie vorher eine Freundschaft hatten. Und der Fluch kam in ihr Leben und der Tod kam. Auch die Möglichkeit physisch zu sterben usw.

So, wir sehen, wir waren tot in den Sünden. Das ist, was die Bibel sagt.

Und jetzt lese ich weiter ab Vers 6.

Eph 2,6
Er hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus

Hier sehen wir, das ist das gleiche wie in Vers 20: „Die hat er wirksam werden lassen in dem Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte – und auch euch … und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen [Regionen] – und auch euch.

Die Auferweckung Christi ist ein Akt, in dem auch wir auferweckt worden sind. Das sind nicht zwei verschiedene Handlungen: Wir sind lebendig gemacht worden, wir sind auferweckt worden mit Christus.

Und hier ist der wichtige Unterschied: Wir sind nicht auferstanden – oder noch nicht auferstanden mit Christus. Wir haben noch nicht diesen neuen Geistleib. Wenn du das nicht glaubst, dann versuche durch die Wand zu gehen und dann wirst du schnell merken, das, was Christus hatte, das hast du noch nicht. Dieser neuer Geistleib, der in einer anderen Dimension operieren kann und der nicht mehr den Naturgesetzen unterworfen ist.

Wir sind mitaufweckt worden. Wir sind lebendig gemacht worden. Das selbe finden wir noch in Kolosser 2,12.

Kol 2,12
Wir sind mit ihm begraben in der Taufe, in welcher ihr auch mitauferweckt worden seid durch den Glauben an die Kraftwirkung Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.

Die Kraft Gottes hat ihn aus den Toten auferweckt – und auch uns.

Wir haben einen neuen Geist, wir haben jetzt eine Verbindung mit Gott, wir sind eins mit Christus, wir sind eines Geistes mit ihm. Nicht einer Seele. Eines Geistes mit ihm! Und sein Leben ist in uns.

Und das ist, was Jesus schon verheißen hat vor dem Kreuz, dass es einmal geschehen würde.

Joh 5,24
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der *hat* ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.

Ihr Lieben, wenn wir an Jesus glauben – der Tod liegt hinter uns. Wir werden ihn nicht mehr treffen. Wir sind schon vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. Hallelujah. Das ist eine Revolution, die Gott geschenkt hat in uns.

Etwas vom Himmel, etwas, was aus der Ewigkeit kommt und in der Ewigkeit lebt, ist in uns. Wir sind Geist, wir haben einen neuen Geist. Und wir sind verbunden mit Gott und das Leben aus Gott, dieses siegreiche Leben der Herrschaft ist in uns.

Und deswegen sagt Röm 5,17: Wenn wir die ganze Gnade empfangen und die Gabe der Gerechtigkeit, dann herrschen wir im Leben.

Röm 5,17
Denn wenn infolge der Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft kam durch den einen, wie viel mehr werden die, welche den Überfluss der Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus!

Der Grund, warum wir herrschen, ist nicht, weil wir so reif sind, sondern weil wir etwas haben in uns, was uns befähigt zu herrschen. Wir haben Leben aus Gott und deswegen können wir die Welt überwinden, deswegen können wir das Fleisch überwinden, deswegen können wir den Teufel überwinden. Das ist, was das Wort Gottes sagt.

1 Joh 4,4
Kinder, ihr seid aus Gott und habt jene überwunden, weil der, welcher in euch ist,größer ist als der, welcher in der Welt ist.

Von was spricht er? Wer sind „jene“, die wir überwunden haben?

Das sind die antigöttlichen, antichristlichen Geister, die wir überwunden haben. Und dann geht es weiter in Kapitel 5.

1 Joh 5,4
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

Wir müssen glauben an das, was Gott uns geschenkt hat. Wir haben einen neuen Geist. Und dieser Geist aus Gott ist der Welt und dem Teufel überlegen. Und weil wir an diesen Geist glauben, weil wir glauben an dieses Geschenk Gottes, deswegen überwinden wir. Und das ist, was Jesus meinte, als er gesagt hat:

Joh 16,33b
In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!

Ich weiß nicht, ob dir das schon mal aufgefallen ist, was das für ein merkwürdiger Trost ist. Wir sind in der Welt, wir haben Bedrängnis, und dann sagt Jesus: Seid getrost, *ich* habe die Welt überwunden.

Da müssten wir ja eigentlich sagen: Ja, schön für dich! Aber wir sind ja noch mittendrin?!

Nein, was er damit sagen will: Ich habe die Welt überwunden, und ich habe ein Leben hervorgebracht, das durch den Tod gegangen ist und dieses Leben habe ich euch gegeben. Dieses Leben ist in euch und deswegen könnt ihr auch die Welt überwinden.

Was für fantastische Aussagen!

Und wie gesagt – wir brauchen den Heiligen Geist, wir brauchen den Geist der Weisheit und der Offenbarung, wirklich zu verstehen, entlang des Bibeltextes zu verstehen und durchzubuchstabieren und zu forschen und zu suchen: Was ist eigentlich geschehen? Was heißt das, dass ich in Christus eine neue Schöpfung bin? Was heißt das, dass ich das Leben aus Gott habe? Was heißt das, dass ich mit auferweckt bin mit Christus und sogar versetzt bin mit ihm in himmlische Regionen?

Wir brauchen den Heiligen Geist! Und deswegen hat Paulus dieses Gebet immer und immer wieder gebetet. Und wenn wir dieses Gebet immer und immer wieder beten – der Heilige Geist wird uns die Augen auftun und wir werden verstehen, was für ein kostbares Geschenk, dass wir eine neue Schöpfung in Christus sind, dass das Leben aus Gott in uns ist.

Und das wünsch ich jedem, der dieses Video anschaut. So bete dieses Gebet und dein geistliches Leben wird sich im Laufe der Zeit dramatisch verändern. Nicht von einem Tag auf den nächsten, aber im Laufe der Zeit wirst du merken, dass eine Stärke, eine Kraft zum Überwinden kommt. Und wir haben die Fähigkeit, dem Teufel und Entmutigungen und Angriffe und Enttäuschungen und Verunsicherung und Bedrückung zu widerstehen und siegreich unseren Weg zu gehen mit Jesus und Frucht zu bringen im Reiche Gottes.

Hallelujah. So sei gesegnet, und bis zum nächsten Mal, danke, tschüss.